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Central-Verein-Zeitung · 1935-12-05 · 49 (5.12.1935) · page 1

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
49 (5.12.1935)
Date
1935-12-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XIV. Jahrgang t Nr. 49 Berlin, 5. Dezember 1935 Prei* 10 Pfennig entral ALLGEMEINE ZEITUNG DES JUDENTUMS Geschäftsstelle (Verlag, Schriftleitung, Anzeigenannahme, Vertriebsabteilung): Berlin W15, Emscr Strasse 42. Fernsprecher: J2 Oliva 8141—45. Telegra nunadresse: Central glauben, Berlin. Postscheckkonto: Berlin 3047®. .Die „C.-V.-Zeitung“ erscheint wöchentlich am Donnerstag. Redaktionsschluss: Dienstag. Bestellungen nimmt jedes,Postamt und die Geschäftsstelle entgegen. Zuteilung erfolgt durch die Pont., 'die die Gebühren durch den Postboten erhebt. — .Bezhgsgebnhrcn: Abonnement vierteljährlich 99 Rpf. (Ansland 2.30 RM, umgerechnet in dio Landeswährung) einschliesslich Zustellgebühren. Einzelnummer 10 Rpf. (Ausland, 20. Rpf.). Im Falle höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückvergütung der'gezahlten Beträge. :— Anzeigengebühren: Preisliste 6 gültig. Die 12gespaItcno Millimeter-Zeile 20 K[»f.t für Stellengesuch« 10 Rpf., für Familienanzeigen 16 Rpf., weitere ermässigte Grundpreise siehe Preisliste. Einzelanzeigen nur gegen Vorauszahlung. — Anzelgenschlusa: Dienstag. Platz- und Datenvorschriften ohne Verbindlichkeit. Es-sind .für die Lösung der jüdischen Probleme sehr wichtige Einzelgebielc. die durch die amtliche Bevölkerungsstatistik eine nähere Beleuchtung erfahren haben. Im Vordergrund steht die Klärung des Altersaufbaues . der Juden in Deutschland, dessen Ergebnisse so ungünstig liegen, dass die Pessimisten auf ' dem Gebiete eii er yorausschauenden jüdischen Bevölkerungsentwicklung recht behalten haben; dabei konnten die jüdischen Bevölkerungspolitiker, die vor zwei und mehr Jahrzehnten bereits so. schwarz gesehen haben, freilich nicht \orausah.uen, dass eine so grosse Auswanderungswelie im knappen Zeitraum von etwa 30 Monaten ihrer Prognose zur Wirklichkeit verhelfen wird. Diese Zählen stellen die jüdische Oeffentlichkeit vor wesentliche Aufgaben, der sich die Notgenieinschaft der Huden unterziehen muss, die in Deutschland leben und die bereits in andere'Länder von hier aus eingewandert sind. Zu den wirtsehaftsstatlstischen Ergebnissen, die hier („C.-V.-Zeitung“ Nr. 47 vom 22. November) eingehend behandelt worden .sind, gesellt sich somit weiteres, überaus aufschlussreiches Material über die äussere Struktur" des jüdischen Volksteiles, das gleichfalls neu im „Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich“ ((Jahrgang 1935) veröffentlicht worden ist. II. Der Anteil der Juden in jeder Altersschicht Mitte 1933 ANersgnrpp« Ban Pe.r so n eu d er « e.i rf) s-h c r> o 11 e t u n g jeder nebenstehenden Ältetsgrnppe waren (Mitte ,'.'33) I H d c n bei den . : bei den I . Männern! -Frauen insgesamt 3- Unter 6) Jahre alt . . (* bis uni. 14 Jahre alt üö Jahre alt u. darüber Zusamineit: Al ter ssch ich tun g 1933 Das Ergebnis, daß die Reichsstatistik aus dem Gebiete der Gruppierung der Juden in Deutschland nach den einzelnen Altersjahrgängen gezeichnet Hat. ist vom Standpunkt der jüdisclien Gesamtheit aus als erschütternd zu bezeichnen. Nach dem sortschreitenden Umsichgreifen oeLEin-Kcnd- und Kein-Kind- Systems, nach dem rapiden Absinken der Geburtenkurve von Jahr zu Jahr kann es nicht überraschen, daß die Basis der Jugend immer schmaler werden mußte. Aber dennoch geht eS über jede Erwartung, daß die jüdische Volksschicht in Deutschland bereits Mitte 1934 ein solches Maß der Ueberalterung erreicht hat, wie es das untrügliche Bild der amtlichen Zahlen beweist. Zunächst wird die Altersstruktur Mitte 1933 nach der amtlichen Statistik skizziert werden, im Anschluß daran soll eine »Schätzung versucht. werden, wie der Altersaufbau der Juden gegenwärtig, Ende 1935, aussieht. Die Schwere der Problematik zwingt, einen Blick in die nächste Zukunft zu werfen: eine Prognose für das Ende des kommenden Lustrums soll zeigen, mit welcher großen Geschwindigkeit die Zahlen der Juden rn Deutschland abnehmen und welcher geringe Bruchteil junger Menschen diesen zusammengeschmolzenen Nest beleben wird, wenn die Voraussetzungen in gleicher Weise bestehen bleiben, wie sie sich bevölkerungspolitisch heute darstellen. Der Altersaufbau der deutschen Juden Mitte 1933 zeigt den für seine Gesamtbeurteilung grundlegenden Tatbestand, daß rund 107 000 der insgesamt 499 700 Inden jünger als 20 Jahre sind, die restlichen 392 700 sind älter als 20 Jahre. Das bedeutet prozentual, daß das I u gend f u ndament der Juden in Deutschland — soweit man in dieses außer den Kindern die Jünglinge und die jungen Mädchen bis zu 20 Jahren einrechnet — auf 21,4 Prozent zusammengeschmolzen ist, wäh°. rend bereits 78.6 Prozent der Juden älter als Diese Nummer umfasst 24 Seiten. Sie enthält u. a.: 1. Beiblatt: Shaw-Premiere im Berliner Kulturbund. Don Dr. Hugo Lachmanski. —1 Arische Hausangestellte im jüdischen Haushalt. Don Max Goldstern. — Schachecke. 2. Beiblatt: Jixchak Abrabanel. Don Max Dienemann. — Jüdisches Leben und jüdischer Geist. 3. Beiblatt: Das neue Buch. — Rilkes .Jßriefe aus Muzot“. Don Dt. Kurt Pinihus. — Wann können Ruhegehälter herabgesetzt werden? Don Amtsgerichtsrat i. R. Dr. R. Bloch. 4. Beiblatt: Sportblatt. 5. Beiblatt: Palästina-Umschau. — Ist Gruppenauswanderung möglich? Don Dr. Max Moszkowshi. — Wirtschaft der Woche. 20 Jahre waren. Im Einzelnen ist das Zahlenbild für Mitte 1933 aus der nachfolgenden liebersicht I abznlcsen. I. Die'Altersgliederung -Mitte 1933 Unter 6 Jahre alt . . ^6 bis unt. 14 Jahre alt Zusammen: Zahl der Juden p.$unCi.ri frfjcv SRcictis v. Hundert Altersjahren, der beim weiblichen Geschlecht von der jüngsten Generation bis zur ältesten fast eine Verdreifachung der Besetzung ergibt. Beim männlichen Geschlecht ist die Besetzung beider ältesten Generation, der über65jährigen. 2^mal so stark als bei den Kindern unter 6 Jahren. Das sind Ziffern, die mit unbestreitbarer Deutlichkeit zeigen, welches Ausmaß der. Ueberalterung der jüdische Volksteil gegenüber der Umwelt erreicht hgt. trotzderyl, der Ältersausbau dreier Umwelr MiE .b.^-^oon 'Wie außerordentlich ungünstig der Altersaufbau der Juden nach diesen Zahlen ist, das zeigt nicht nur die Spalte 2 mit den absoluten ' Werten, noch deutlicher läßt eS der Bergt e ich m r t d c r U m w e l t erkennen. Trotzdem auch die.Geburtenkurve und der Altersaufbau in der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches keinesfalls günstig war. so hebt sich doch die Altersschichtung der Juden in Deutschland hiervon außerordentlich stark ab. Das ergibt der Vergleich der Spalten 3, und 4 der vorstehenden Uebersicht I. Während weniger als .16 Prozent aller Juden tut Kindes-. alter bis zu 14 Jahren standen, ist der entsprechende Prozentsatz bei der Gosamtbevölkerung des Reiches 23 Prozent. Und nun zur äliestlebenden Generation: Fast 40 Prozent aller Juden sind älter als 45 Jahre, aber bei der Gesamtbevölkerung nur weniger als . 28 Prozent. Die vergleichende Gegenüberstellung dieser wenigen summarischen Zahlen zeigt klar, um wieviel ungünstiger das Altersbild der Jaden in Deutschland gegenüber dem der Umwelt aussieht. Diese Grundtatsache ist so wichtig, daß sie noch einer weiteren statistischen Beleuchtung bedarf, die den Grad der progressiven Uebc ral t e ru ng dgr I uden in D e u t s ch l a n d. so deutlich heräiisstellt. wie ' es das Gewicht dieser Zahlen für die Beurteilung der jüdischen Frage in Deutschland erfordert. Es ist in der nachstehenden Uebersicht II berechnet worden, wie stark der jüdische "Prozentsatz in jeder der acht Altersgruppen, deren Grenzen die Rcichsstatistik abgesteckt hat. vertreten ist. Es ist also z. B. für die Gesamtheit der Reichsbevölkerunq männlichen Geschlechts im Alter von unter sechs Jahren sestgestellt worden, wieviel von 1000 Jungen in Deutschland jüdische Glaubens waren. Das ist in der ersten Reihe der Spalte 2 der nachstehenden Uebersicht I! abzu lesen. Tie gleiche Berechnung ist für alle Altersgruppen, getrennt für beide Geschlechter und für die beiden Geschlechter zusammen (Spalte 4) durchgeführt worden. Tie Zahlenreihen der Spalten 2, 3 und 4 zeigen eine Steigerung des Anteils der Juden innerhalb der Altersgruppen mit steigenden deutschen Bevölferniigsstatistiserii bereits als sehr ungünstig angesehen Nnrd. Die Fra ge'ist zü bedeutsam, um sich allein auf den Vergleich mit der unmittelbaren Zlmweit beschränfeii zil dnrseii. Der jüdische Sektor in Deutschland, weist auch -im Bergt e i ch ui it den V e v ö t k e r n n g e n a-n derer S t an t e n eine jo ungünstige Altersschichtiing aus, daß inan ne als beispiellos i n der g a n z e n 2 9 e l t bezeichnen darf. -Um'den Tatbestand iioä) deutlicher in Erscheinung treten zu lassen,'-wird bei dem bevölkcrnngs-potitisch .internationalen Vergleich, der.nachstehend angeßellt wird, die I >ig ni d ans die Altersjalne b i s u nter 15 I a h re n begrenzt, also b i s zur Gren ze deS K i n d c sa l t e rs, die für einen großen Teil der jnngen-.MeiisclM die Schwelle zum Euitritl in das Berufsleben darstellt. Bei den Juden in Dentscliland gehörten zu dieser jugendlichen Gruppe Rlitte 1933 16,6 Prozent alter Inden, Mitte 1923*) waren *) Die Alk'rSgliedernng der Jiweu Mitte 1925 ist von der Statistischen Avleilinn, der Reichs Vertretung Jnh-n iu Der.tschland auf Grunh der vorhandenen Unterlagen aufgearheitet worden. Die Jugend utüet 15 Jaheen Sei den Juden in Deutschland (TtliUe 1933) und Sei den Sheaatkecungen xmdecec Staaten 1925 1933 Juden in Deutschland Jugendliche untec 15 Jaheen 1925 1933 QesamtSeuätheeung des Deutschen Reiches 1930 1931 1921 © © © 'Ungarn Jialien Juten 1926 1925 1920 Q Q ö Russland Japan Ohcasitien

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