Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 48 (28.11.1935)
- Date
- 1935-11-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr.48 * 5. Beiblatt 28. November 193$ Palästina-Umschau Von unserem Palästina-Korrespondenten Wahlen in Tel-Aviv Tel-Aviv, den 20. November. In Tel-Aviv hat der Wahlkampf für die Wahlen zur „Jrrjah" (Stadtverwaltung)-' die nach - wiederholter Vertagung nunmehr in etwa vier Wochen stattfinden sollen, begonnen. Verwaltungsrechtlich und politisch ist die Stadtverwaltung Tel-Avivs eine der wichtigsten jüdischen Positionen des Landes. Diese Stadt umschließt beinahe ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Palästinas, sie ist wirtschaftlich, politisch und kul-. turcll ein -bedeutsames Energiezentrum für das ganze Land. Bor allem aber ist sie der stärkste geschlossene jüdische Siedlungsblock mit weitgehender Autonomie. Diese Sonderstellung Tel-Avivs ist sogar vor der Mandatsverwaltüng staatsrechtlich in bestimmten Regelungen anerkannt worden, und rein äußerlich kommt diese Anerkennung zum Beispiel indem Aussehen der Tel-Aviver Polizei zum Ausdruck. Tel-Aviv genießt eine Art Polizei- Hohcit. Für-den Fremden ist diese Tatsache schon an der Uniform des jüdischen Polizisten in Tel- Aviv zu erkennen. Während sich im ganzen Lande der englische Polizist schon durch seine Schirmmütze — im Sommer durch den Tropenhelm mit -dunkel-blauem Band — von dem „palästinensischen" Polizisten — sei er Araber oder Jude — mit seiner schwarzen Pelzmütze unterscheidet, trägt der jüdische Beamte in Tel-Aviv ebenfalls die europäische Schirmmütze. nur zmn Unterschied vom - Engländer mit braunem statt blauem Deckel und mit dem Stadtwappen statt des Kronenwappens öer „Palestine Police“. ' Diese Äußerlichkeiten sollen nur zur Illustration dafür dienen, daß in. Tel-Äviv bis zu einer gewissen Grenze das verwirklicht worden ist. was im übrigen Palästina zum guten Teil nur ein Ziel der Arbeit darstellt: Die jüdische Selbstregierung.' Daß daneben die Stadtverwaltung Tel-Aviv mit ihrem Jahresbudget von mehr als 400 000 (vierhunderttausend) LP und ihrem internationalen Kredit, der erst jetzt wieder Durch die Anleihe von einer Million LP bestätigt wurde, einen entscheidenden Faktor für den Aufbau der ganzen jüdischen Wirtschaft in Palestine bildet, liegt auf der Hand. So wird dieser Wahlkampf mit Einsatz zahlreicher wirtschaftlicher Interessen, politischer Meinungen und kultureller Ueberzeugungen ge- . führt, die in anderen Ländern viel stärker bei der Staatspolitik als bei der Kommunalpolitik zur Geltung kommen. Die Parteigruppierungen. Befugnisse und Aufgaben der Jrijah bedürfen noch einer besonderen Darstellung, die zugleich auch manche anderen Probleme des jüdischen öffentlichen Lebens in Palästina beleuchten soll. Schon jetzt sei nur erwähnt, daß diesmal als besonderes Problem die Frage nach einer Vertretung der aus Deutschland stammenden Juden, deren Einordnung eine Reihe von besonderen Aufgaben in sich schließt, aus der Tagesordnung steht.. . Es gibt Symptome — außer den Wahlplakaten —. die darauf Hinweisen, daß der Wahlkampf ziemlich heftig werden wird. Dieser Tage, haben die fünf Vertreter der Arbeiterpartei eine Sitzung des Stadtrats demonstrativ verlassen, weil ihrer wiederholten Bitte nach Beratung des Verhältnisses zwischen den eigenen Schulen der Arbeiterorganisation und den städtischen Schulen noch nicht stattgegeben worden sei. Bei dieser Wahl stehen — anders als bei der Wahlzum zionistischen Kongreß — nicht allgemeine Fragen jüdischer Weltanschauung, sondern höchst ort- und .zeitgebundene Fragen praktischer Arbeit zur Erörterung. Börsen-Ersatz Palästina ist wohl das einzige moderne Land von wirtschaftlicher Bedeutung ohne Börse. Diese Feststellung widerspricht so völlig den landläufigen Vorstellungen von der wirtschaftlichen Eigenart der Juden, daß sie bei Unkundigen immer wieder Erstaunen auslöst. Man weiß, daß das jüdische Nationalheim in Palästina ein weitgehend europäisiertes Wirtschaftsgebilde von stärkster Dynamik ist. und eben ein solches Gebilde könüen sich Europäer und Amerikaner ohne eine Börse, als Nervenzentrum des Kapitalverkehrs nur ' schwer vorstellen. Trotzdem ist dieser Zustand durchaus natürlich, und ebenso natürlich ist es. daß in den letzten Wochen trotz allem etwas wie ein halboffizieller Börsenersatz in dem größten Finanz- und Handelszentrum des Landes, in Tel-Aviv. entstanden ist. Die neue jüdische Wirtschaft -in Palästina hat im Ze^r-amn von etwa fünfzig Jahren drei Entwicklungsstadien durchlaufen. Die erste Stufe war die Zeit der privaten Spenden, am deutlichsten charakterisiert durch die gigantische Hilfeleistung des kürzlich verstorbenen Barons Rothschild für .die ersten landwirtschaftlichen Siedlungen. Der zweiten Periode gab die Tätigkeit der großen zionistischen Fonds und die genossenschaftliche Siedlung der Ehaluzim (Pioniere) das Gepräge. Tie dritte Periode, endlich, die vor einigen Jahren begonnen hat und deren Ende noch nicht abzusehen ist. bringt den gewaltigen Zustrom privaten Kapitals und einen wachsenden Anteil des burger- . lichen Einwanderer^Elements. . - . - Selbstverständlich konnte in den beiden ersten . Epochen der Gedanke der Rentabilität keine Rolle, spielen, und damit entfiel auch im wesentlichen die Voraussetzung für einen Kapitalverkehr im. privatwirtschaftlichen Sinne. Aber mittlerweile sind die Gründungen der ersten und zweiten Epoche längst rentabel auch im kapitalistischen Sinne geworden und die kapitalistische Einwanderung brachte ohne- . hin das Bedürfnis nach kapitalistischen Möglichkeiten der Kapitalanlage und Kapitalverteilüng mit. Auf der einen Seite wurde es damit möglich, das Private Kapital zur Finanzierung der aist gemeinwirtschaftlicher Grundlage entstandenen Siedlungen heranzuziehen: die jetzt erfolgte Gründung, der landwirtschaftlichen Hvpvthekenbank ist ein Symptom für diese Entwicklung,. Auf der anderen Seite mögen nur zwei Zahlen die völlige Umwälzung der Verhältnisse erläutern: Im Jahre 1933 machte die Kapitalisten-Einwander'ung 29 vom.Hundert der Arbeiter-Einwanderung aus (in den vorangehenden Jahren »och weniger», im Jahre l 934 aber bereits 46 vom Hundert. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen.'daß die ..kapitalistische" Epoche die geineiinvirtschastliche Epoche keineswegs abgelöst hat. sondern daß wohl auch noch heute — und wahrscheinlich auch für die Zukunft — der gemeinwirtschaftliche Sektor entscheidend für die wirtsckiaflliche Gestaltung des jüdischen Gemeinwesens in Pa ästina ist und nur eine neue Triebkraft hinzngekvininen ist. Aber auch, der gemeinwirtschastliche Sektor ist ..kapitalmarktfähig" geworden. Umgekehrt ist keineswegs die ganze „Kapitalisten-Alija" mit dem Kapitalmarkt in Berührung gekommen. Alle, diejenigen, die sich ganz oder größtenteils mit ihrem eigenen - Kapital eine Siedlung öder ein industrielles linternehmen, in dein sie selbst tätig sind, geschlissen haben.'kommen weder als Käufer noch als- Herausgeber von Wertpapieren in Betracht. Mittelsttnrdssiedlung und stadtiick>er Mittelstand — also die Wirtschaitsgruppcir. die auch in Europa - nicht als ..börsenfähig" im engeren- Sinne gelten--^- spielen aber in Palästina eine ganz überragende-Rolle. Hinzu kommt., daß-ja-der zioni- . stisckie Gedanke - der Umschichtung, der Rückkehr zum unmittelbar produltivcn Beruf..und der eige° . neu -körperlichen Arbeit ein maßgebender- Faktor - des Ausbau?- geblieben ist. Daneben aller nt nicht zu verkennen, daß gerade in letzter Zeit, ein nnal'weisba.res-'Bedurs»is .nach anderen. Formen, her Finanzierung und Kapitalanlage entstanden nt. Unter den Kapitalisten- Einwandercrn gibt es zahlreiche Menschen. die sich nicht durch Investierung ihres eigenen Kapitals. „ sondern als Angestellte. Arbeiter oder in freien. Bernsen ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre Reserven, unabhängig von der eigenen Tätigkeit, sicher an legen wollen. Dafür iii mD dem Wachstum der bestehenden Industrie Unternehmungen mit der Entstehung neuer,'zum Teil aus die Form des Großbetriebs angewiesener Industriezweige sowie endlich mii dem Anschwellen der Bautätigkeit die Notwendigkeit entstanden, einen leistungsfähigen Kapitalmarkt zu organisieren, wollte man nicht das Tempo der Ban- und Grniidungstätigkeit von dem zufälligen E uzen besitz des Unternehmers und seiner Freunde abhängig machen. Daß dabei auch das Wertpapier als Finanzierungs-Jnstriiinent und'-Anlage in Erscheinung treten mußte,, liegt ans der Hand. Der Hauptreiz des Wertpapiers, seine leichte Verkäuflichkeit', fehlte teilweise, solange kein wirk licher. Markt, mit einem zuverlässigen Ausgleich von Angebot und Nachfrage, vorhanden war. so- . lange die Preise nicht an Hand autoritativer Kursnotierungen kontrolliert werden, konnte und solange auch die sonstigen, dem neuen Einwanderer ans Deutschland oder England vertrauten Sicherung des „Aktien- und Obligativnen-Rechtes" fehl ten. Es ist kein Zusäll. daß bis heute die auch »ach europäischen Begriffen erstklassig gesicherten Pfandbriefe der jüdisch-ossiziöfen Allgemeinen Hypothekenbank das Standardpäpicr des palästinensischen Sir Herbert Samuel zur Vorgeschichte der Balfour -Deklaration Sonderbericht der „C.-V.-Zeitung“ London, den 26. November. Die Jewish Histörical Society o! England hatte am Montag dieser Woche ihren großen Abend. Sir Herbert Samuel, der erste High Commissioner von Palästina in den Jahren 1920 bis 1925, sprach über das neue Palästina. Sir Herbert. Mitglied verschiedener liberaler Kabinette— zuletzt Innenminister 1931/32 —, übrigens der erste englische Minister aus den Reiherv der jüdischen Gemeinde, gab einen . historischen Abriß über das Zustandekommen der jüdischen Heimstätte auf uraltem Heimatsboden, über die ersten Jahre und kurz auch über seine Eindrücke, als er nach einer Pause von neun Jahren im letzten Jahr das Land wieder besucht hatte. Die Genesis der Entwicklung, die . zum englischen Palästina-Mandat führte, ist ja bekannt, neickwar sicher für den größten Teil der Hörer, daß Sir Herbert schon sehr früh. Während des Krieges, diese Möglichkeit ins Auge faßte. Er sah. daß hier in einem Schnittpunkt die Interessen des englischen Weltreiches mit alter jüdischer Heimatsehnsucht znsammenliesen, daß hier, wie er äußerte, die Möglichkeit entstand, ..das Land ohne Volk" mit „dem Voll ohne Land" zu einer neuen Einheiten verschmelzen? Unter . dem Eindruck der Schriften Herzls und der Unterredungen mit Weizmann trug er diese Gedanken schon in den ersten Jahren des Krieges Sir Edward Grcv und Lloyd George vor.— Herbert Samuel war damals Staats- - sekretär des Home-Okkice — und wies darauf hin. daß. wenn der Krieg mit dem Siege der Entente enden würde, die Zerreißung des türkischen Reiches die Folge Fein müsse und daß dann die Situation gegebenwar, unter britischem Protektorate einen neuen Judenstaat in Palästina zu errichten. „Je mehr ich diesen Gedanken durchdachte", führte Sir Herbert ans. „desto klarer wurde mir, daß die strategischen und wirtschaftlichen Interessen des Empire wie die geistigen und materiellen Interessen der Juden zusammenliefen. Beide Ministerkollegen sicherten Sir Herbert ihre Unterstützung zu. falls sich im weiteren Verlauf des Krieges solche Möglichkeit ergäbe.' Sic. ergab sich bekanntlich, und es wirkt nur wie eine historische Zwangsläufigkeit, daß nach dem Kriege Sir Herbert Samuel, der sich also als einen der Teiniurgen des neuen Palästina bezeichnen kann, nach einem informatorischen Besuch des Landes und nach Eingang seines Berichtes im Foreign Office schon' unterwegs aus der Rückreise in San Remo die Nachricht bekam, daß er als der erste Gou- , vernenr, als „High Commissioner", auscrsehen war. Seine Ausgabe war zunächst eine betont diplomatische, um so mehr, als die Ernennung eines jüdischen Kommissars bei dem muselmanischen Teil der Bevölkerung solche Proteststimmung hervorrief, daß der Gouverneur von Jerusalem, deindie Aufgabe oblag, seinen Chef bei der Landung in Empfang zu nehmen und nach Jerusalem zu geleiten, umfassende Sicherheitsmaßnahmen traf, die sich aber, wie Sir Herbert scherzend erwähnte, als überflüssig erwiesen. da nicht einmal ein Hund gebellt habe, als er durch die Straßen'fuhr. Tie Ausführungen des Redners fanden eine sehr lebendige Ergänzungdnrcl, Erinnerungen. die der-Chairman des Abends hinznfügte. eben jener nichtjüdische Gouverneur. von Jerusalem. Sir Ronald Stores. der als Gast der Historischen Gesellschaft den Vorsitz des Abends führle. Er wies daraus hin. daß die Proteste der Araber zwar später nicht ganz aus!,orten, daß sie aber kompensiert worden seien, durch -manche. Eiuwändc der jüdischen Seile über Entscheidungen des High Commissioners, Herbert tooni'u.ct habe gerade dadurch bewiesen. daß er in objektiver Geschäftsführung die Dreiheit der Interessen, die britischen, die jüdischen und die arabischen mit stäatsmännischer Kunst abznwiegen verstanden habe. Er habe -- so schloß Sir Ronald unter großem Beifall — gehandelt als guter Jude und großer Engländer. Netzer das heutige Palästina gab Herbert Samuel nur kürz seine Eindrücke von der vorjährigen Reise wieder. Tie Verdoppelung der Einwohnerzahl, das Anwachsen des jüdischen Vevölkernngssektors ans.-350 00«!, die Verzehnfachnng des Wertes der Lrangen- . Produktion fand ihren sichtbaren Ausdruck in dem so gänzlich, veränderten Bild, das Städte und Landschaft dem Beschauer darboten. Tie glückliche Bereinigung englischer ctaatsknnst mit' der jüdischen Leistung fände, so schloß Sir Herbert, ihre geschichtliche Rechtfertigung, wenn ans der Seele des wiedergeborenen Palästina die große religiöse Sendung ergehe, ans die die Welt Im Anschluß an den Bortrag sprachen noch ' verschiedene führende Persönlichkeiten des jüdischen und ltichtjüdischen Londoner. Geisteslebens, so der Rektor, der Universität, -in deren Räumen die Versammlung tagte, der Oberrabbiner Hertz, der Herbert Samuel als -einen der Architekten des neuen Palästina feierte und darauf hinwies, .daß das Land der jüdischen Sehnsucht nun das konkrete. Ziel für hnnderttausende Inden .'anderer Lander geworden sei. Wertbavicrinärktes gevticvcn sind, obwohl die großen Banken und besondere Gesellicliasten. hinter denen engln'ckie nnd amerikaniiche' Gruppen ersten Ranges Üehen. eiirtg benniht sind, auch für andere Wlrti'chahspveige die 6-1111 hum non Wertpapieren zu erniogtiäieii und damit-bereit-:- reckst erfreuliche. Ainängc-ertotge erzielt..haben:-. Eine Reihe-.von. privaien- Bantlrainern. darunter namentlich solche. -, die von Einwanderern ans Tenlschland gegründet' sind, haben -dein Piiblizit.itsverlaiigeii ihrer Kundsckiast dnrcki-Herausgabe regetinäsuger Kiirsnnd zllhrtschastsberiäitE Reckinng getragen,- A»er .diese L'rittltieri.iiick koniite. tiiimer nur halhprivat -tind deshalb iiiclit restlos verbindliä, sei». -Einige t>i'atioiia>okiNi.omen .haben - deshalb - schon vor. längerer Zeit angeregt, den- Kapilatnnd 'A-ertpapierinarlt in wirtsauier 'A'-eise zu orgauiliere». ohne dabei die Nlisiskände eines Borienllandels nin seiner selbst iville», der in der Tat -mit dem Gedankett des jüdischen Nationalheiins iind des produktiven Anfbans »nvereinbar wäre, anskoinmen z't lassen. Tie gingen dabei ,11 uh von dein Gedanken ans. daß es »icl,t n»r vom-Standpniikt des'einzelnen Kapttaliiteii, sondern besonders vom taiidpiinkt der Gesamtwirtsck>nt iiiierivi'insckit' wäre,' Kapitalanlage nnd -Kapilälverteiliing, von den mehr oder minder ziisälligen technischenllnznlänglickikeitcn des Kapilalniarltes-abhän'gig zu maclie». solange in den,Zeiten der ZEvsperi.lv ausschließlich die N'ack,frage den Kapitalinarlt l^c- .. sliinnite. schien diese Frage dem .breiteren Publi-. lni» loeniger dringliih zn sei». Als aber im Znsainnienhang der. Kriegspanik eine geioisie Berlanfsneigiing sich geltend machte.-erkannte man um so dentlnlier die tlöichtigkeit eines de» ganzen Markt tiiiisasseiiden Ansgleiclis von Angebot nüd- Nack,frage, einer ziiverlässigen Preisbildimg '»nd Preisverö>se»tlicl,iing nnd nullt zuletzt auch die ßlützlichkeit einer gewissen Kiirspslege. 'F-ert-reter der ,zeh»i wichtigsten - jndischen -Baiiken begaiineiiv sich jeden Vormittag --.-ohne >ede Beteiligung einer „Kiilisse" - - i» den.Ränincii der Anglo- Pah'stine Bank zn versammeln-ü»d »acl> eratteil Rtethvden -Kiirsc festznsetzen nnd zn oerösfentlicheli. Llnvvhl sich die'Kurse inzwisckien allgemcin wieder .befestigthaben, toill man ersrenlicherioeise diese Einrichtniig bcibehalte». -'tisiar bist,er das Alo.rt ..Börsenersatz" melir eine halb -scherzhaste. . halb kritisch-- Bezeichnung für einige-Easi-s. nnd Ftehkonvente an der Krenznng -.ztvischen .vrrzlstraße und Rvthschild-Boulevard. so wird es jetzt mit mehr Recht auf die Morgenkonserenz der Banken angewandt. Der palästinensische „Kurszettel" umfaßt bisher die Pfandbriefe nnd Vorzugsaktien der Hhpotheleubank. Vorzugs- und Stannnaktien der Palestine Land Development Eo. und bestimmte Goldmünzen. Man nimmt an. daß in absehbarer Zeit auch die Obligationen des Keren Kajemeth und der Nir (Liedtungsgesellsck>rft der Arbeiterbewegiiiig). Aktien der Rnthenberg-Eleltrizitätsgesellschaft, deS bestehenden Zementwerkes tltescher nnd der neuen, im Bau befindlichen Zementfabrik Schimsclsvn. der Palestine Hotels »nd der Evld c-lvrage- (Kühlhattenl «Gesellschaft, des Brom, und Kaliwerks Palestine Pvlash sowie ziveier englisilier Firmen, des Vebeiisniittelkonzeriis Tpiinievs und der Jernsalem Eleetric Eo. in diesen organisierte» N.arkt aiiigeiivininen werden. ^elbstnerstäiidUcl, ist mit der Erweiterung des Kreises der gehandelten Wertpapiere das Problem' mul, nicht gelöst. Erst iveitere Erprvbniig und '-.'lnsl'ildiing der Handelsmrthoden kviiiie» dazu beitragen, den 'tbeg für zusätzliche Einist'ionen iind tür planvollere Kapitalverteiliuig. inenigslens von der Seite des Wert- Papiers Ijcres gibt natiirlich i>ocl> andere uiigelöite Kapitaliind Kredilsragen in diesem jungen Lande - sreiziiinachen. Kurze Nachrichten l-iieivissermaßen als Nachklang der „Baiiken^ Panik" in den ersten Wocl>e>i des italienisch-abessiiiischen -.K-rm^rs—ward—sisist—bekannt, daß sicl, der «seldiiiiilänt von .".,-6 Nlilliviien L'p. int Angnst ans •>,'*- Ntillione» LP. im September erholst hatte. Lbwolsl bei dein -gegenwärtigen Eiitivn-fliiiigsleinpa des Landes eine starke nioiiatliäse Ziiiiatsine des «sclvinnlaiiis eine dnrc.Isans »orinale und gewohnte «rrscheiiiniig ist, geht dieser Sprungnatürlich über da?-übliche N!aß hinaus.'Er zeigt, daß in geivissenr Uniiaiig Bargelb gehamstert inorden ist nnd dlis; die Banken sicls in erl>el>lilhc,ii Ilmsang - moht , weit über di-n »aclslser »rirkticl, akut gewordenen Bedarf hinan? oori'orglicls mit Zatsliijigsmitteln eingedeckt haben. Daß diese Bewegung inzwisclsen .wieder abgeslant ist. ergibt sich an? der iiiigewölsii' li.it>-geringen^--Zunahme----des «9el.diimlai,ss im Oktober, die mir 2.'>l>nn LPi betrug. Ei» großer Teil de--- iioriiialen s!vacl>?tnin?.bedari? ii't also nicht dnrcl, -.lleiiaiisgabe von Z.ahlnng-sniitteln. sondern an? den loalirend der -Krise geschasseneii, aber nicht benötigten oder wieder ja» die Bauteil, znri'ickgesloüenen. Beständen gedeckt worden. Ter .uidiiikriellenverhänd »nd die 'beiondero Berelnigiliig zur Forderung der Produktiv:,, des Landes <um, Toz**r»*lli IIuu> I,abe» eine llteitse weiterer Maßnahmen ziu» Tck,,itz und zur Al'iatzikeigeriiiig der jüdiick, palästilieai'iicheil Pcoduktion dnrchgesührt. Ter--Fndiiftri.'lleniu'rband I,at niit einer llieihe hedeutei,der Handel?- iirincii Verträge «zbgeschlossen. worin ück, diese Jiriveii »crpslicI>leiiF keine Vorräte in iolckjea Ai'?la„d?n>areii zu halten, denen gleichartige <?r- --eugniiie -der heimischen' Produktion gegenüberstehen. Außerdem bereitet ein Tel-Aviner Einzelhaiidelsvcrbaiid -'gemeinsam ,mit dein Iccuu'l!>>muuii 'I'u/.oroh, lluurc-/. eine große Werbeiuoche vor. in der nicht nur die Eieschaste etwa nach dem Beispiel einer „weißen Woche" da? palästinenlischc Produkt bevorzugt anbicten und proMgicren