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Central-Verein-Zeitung · 1935-11-22 · 47 (22.11.1935) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
47 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Jüdisches Leben ' Dr. Isaak Breuer: Was bedeutet uns, Erez Israel? ,'m ohicr Vernnsta Inmg der Cvti-^vup^' Berlin der -’lvjuixis ,U5nx'[ und der Palästina-Zentrale sprach eine der snhrenden Persvlilichfeiten der Crthi'öimiv 2r. ,Vaü£ IVrcm' t. livvonffurt mn ‘Mccuni. über das Thema...Las bedeutet uns Erez Zsroel?" . Ire Zeit verpflichtet im» so begann Tr. Breuer, -uns ,m,t - uns selbst auseinanderzusetzen. Zn dein Schicksal,-das wir erleben, müssen wlr .den symbolischen Elsarakteruird den Sinn erkenneir Tnsfiidlsck>e »chriittnin und . die indische --Gcscktzckste-:'.-g-i-1L>'tu,4-.--äl.V-Erfati.t.u-n'g.- LebenserueuerMig niiisie - da rmn heißen: gesc!,icchtlick,e Selöstbesiiinung! w 'Jt* lad) Tn:rr' f 1!r 5m l'f)aeoftcri)tit.der Epock'->e .des. '>,'eiarms:ideniuins erklärte^ der Redner, das dculickie Zudenriinr kehre heute in das Vater- Hans ^nriirf, das leider viele nicht mehr »niedererkennen, Ziir die .mdenheit der Wclt müsse dcis Schicksal der deiinchen Inden emo Mahnung, i'ein. Tie Lrthodorie hat von jeher gewarnt, den Weg ZU gehen, der zur Preisgabe 'des jüdisckien Wesens führen mußte. Aber auch der Zionismus habe gewarnt, nur .mit dem Unterschied. daf> er mcht namens der Tora austrat, sondern namens des jüdischen Volkes und der iübifd>CTt Geschichte, »nie er sie verstand. Ter Kernfehler des Zionismus bestehe darin, daß er im jüdischen Poll ein Bolk wie jedes andere erblicke. Ein Volk fei in erster Linie eine nationale Külturgemeinsckiaft. Ts?r Zionismus besitze dagegen kein rechtes Kulturprogramm. wie sich das deutlich in Erez Israel hernussteüte. Zn diesem Zusammenhang zeigte der Redner den. Gegensatz Zwischen Herzl und Ackiad Haam auf. Herzl. der Politiker, habe der südisUfeir Kultur vollkommen serngestandclN Achad Haam hingegen habe eingesehen. das; mit der Politik, mit' dem Bekenntnis zum jüdisckfen Volk allein nichts getan sei. Es gebe nur eine jüdische Kultur, so fuhr Dr. Breuer fort, die Kultur aber, die Heute in Etoz Israel entsteht, sei nicht jüdisch, sondern eine Assimilation! „Ihr schwätzt nur Iwrit,. in der Sprache steckt jedoch kein jüdischer Geist", sagte Bialik einmal. Die Erziehung des größten Teils der Jugend in Erez Israel führe von der alten jüdischen Kultur fort. Das Wunder deS jüdisckien Volkes sei eS gerade, daß es seine , irationale Kultur seit dem Untergang des jüdischen Staates auch v h n e Territorium mitten in aller Welt erhalten habe. Tas Judentum wollte, eine Nation bleiben, weil die Tora eine Nation braucht! Das jüdische Volk kenne keine andere Kultur bis auf den heutigen Tag als die Kultur des Gedankens Gott. Ohne Anschluß an diese Kultur sei die Selbsterneuerung, sei das Nat'ionalheim undenklnr! Die jüdische Kultur müsse erarbeitet werden; sie setze sich aus jüdischem Witzen und jüdischer Äebeusführung -zusammen. Ter Zionismus, geboren aus der politischen Idee, müßte sich freuen, so fuhr Dr. Breuer fort, wenn die Orthodoxie sich für Erez Israel einsetzt. Wir müssen die Leistungen der Zionisten aus wirtschaftlichem Gebiet ancrkeinren und respektieren, jedoch darf Palästina nicht eine Heimstätte nur für Fabrikanten" und Arbeiter werden, sondern eine Heimstätte für die Torakultur. Der Redner forderte auf, alle Kräfte v einzusetzcn. und für den Keren Hajischuw zu werben, der sich nicht nur an die Orthodoxie wendet. sondern an alle diejenigen, die sich ein jüdisches Volk ohne die alte jüdische Kultur nicht denken können. ______ S. (*. Arthur Eloesser: Disraeli Im Münchener Kulturb u n d sprach Arthur Eloesser über „Disratzli". Der Vortrag, der nur leider akustisch schwer verständlich war-, war feinste künstlerische Filigranarbeit. Dabei wurde freilich der junge, ehrgeizige Schriftsteller id jüdischer Geist mtd Tandy Disraäli viel eingehender behandelt als der.alte, gereifte Staatsmann. Mit Recht in den Nüttelpunkt der Betrachtung gestellt wurde aber der. Jude -Disraöli: Jude ebensosehr wie Engländer. Romantike-r ebensosehr wie Realist. Ein stolzer Setarde nach -Tnpus und Tenkwcisc fiiliite pr ftd; sein ganzes Leben hindurch dem mitkelureerischen .und dem orientalische» Wultürkrers verbunden, und er erlebte die Freude, nach vielen Enttäuschungen die Träume dos Schriftstellers als Staatsinannverwirklichen zu' dürren. Vrellercht war sem letzter. Traum d,e von England beschützte jüdische Heimstätte in' Palästina, tue. viel, später' erst sein Schüler Arthur James Balt'our ins., volkerrechttlche. v Leben gerufen 'chak.- Disraölis Person und Wirksamkeit.sei ein Beitrag zur jüi bischen wie zur englischen Ehre. Ca- Arthur Cohen: Die wirtschaftliche Stellung der Juden im islamischen Kulturkreis unter den Kalifen lieber ..Die wirtschaftliche Stellung der Juden rm islamischen Kulturkrers unter den Kalifen" sprach aus Grund eigener Forschungen Professor Arthur Cohen im Rahmen der Lchrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München. Der Vortragende bezog sich auf einen Aufsatz, den Professor Irschcl, der Orientalist der Jerusalemer Universität, in der Zeitschrift der Royal Asiatie Society veröffentlicht hat. Diese Veröffentlichung, wie das Referat selbst, behandelt im wesentlichen die Zeit der Wbasidischen Kalifen im Bagdad des 10. Jahrhunderts und die Betätigung der Ircden im Wirtschaftsleben des mohammedanischen Aegypten-im 10. und 11. Jahrhundert. Cohen wandte sich gegen die sowohl von Fische! wie von dem französischen Forscher Massignon vertretene These, daß die großen jüdischen Hvfagenturen der damaligen Zeit bereits die ersten Vorläufer des - modernen kapitalistischen Bankwesens gewesen seien. Es handle sich bei diesen Unternehmungen noch nicht um rationale Betriebe, sondern um Geschäfte mehr' gelegentlicher, wenn -auch überaus großzügiger Art. Co habe eine' Intervention per großen jüdischen „Firma" Josef und Aharon die Wiedereinsetzung des berühmten Gaon Saadja in sein Amt bewirkt. Die wcitergeheudcn . Aussührungen Cohens gipfelten in der Feststellung, daß die Wirtschaftseinheitder Juden in den islamischen Ländern des Mittelalters durch eigenes Recht, eigene Spräche und politische Neutralität zu einer weit größeren Wirksamkeit gelangt sei. als dies der an sich zutreffende Max Weberschc Ausdruck „Pariakapitalismus" vermuten lassen könnte. Ca. Dr. Abraham Heschel: Die jüdische Tragödie in Spanien In der Lehrstätte CH. N. Bialik sprach Dr. Abraham Heschel in der Reihe des Zyklus „Jahrhunderte der Erschütterung" über .-Die jüdische Tragödie in Spanien". Diese Tragödie liege nicht in den unsäglichen Verfolgungen, denen das spanische Judentum am Ende seiner Glanzepvche ausgesetzt war. sondern die Tragik sei vielmehr in der Haltung der Inden s e l b st zu suchen. Indem sie nämlich ihr Exilantenbewußtscin Preisgaben, haben sie 'sich aus dem Gesichtszusammenhang gelüst; denn Heimatfcntiip. im Judenimu :tnt\'im Sinne de? Exils . ausgeiaßt werden. Das Unheil über die spanischen Juden kam Za! io von ran r n her, und unter dreien, Gesichtspunkt betrachfete der -ifcfcrcul die Entwicklung bis zur Vertreibung. - Tie Parole: raute-oder Tod. bewirkte, daß sehr .viele ihren, -'Glauben untreu wurden. Aber gerade diese individuelle Lösung, wie ne die Taufe darsteUt, bat . üeli verhängnisvoll. ansgewirkt. Alle Berfolguiigeu einschließlich der Ingil'iiition richteten si>h inerstens gegen die Maraunen. Tnrch die Heirat. Ferdinands von Aragon,en init Iiabella von baililien, die übrigens -a ciil Kurio-Nim s-7 durck; den Juden Abraham Senior zuflande käm, avar -die.Einheit Spaniens vollzogen und das Schicksal . der Juden.besiegelt: Maiiiah.denSieg über. drei -Araber, als einen. Glanbensneg an.- und tiihlte '-sich deshaUiverpflichtet., anclidie Juden ■■ zu per» . treiben/ Als Borivand ivurde. ein Rcknalmvrdprozeß insze-uiert, woraus das.beka-niite bcdikt über .die Vertreibung der Juden - aus Spa uien erlassenwurde. ' S. li. Fortbildungskurse für auswärtige Acrzte, Tie im' Frühjahr unter starkeiii Besuch vorgenommenen Wock>encndkurse tür.ansioartige Aorzte haben mit dem November dieses Jahres auts neue begonnen. ^Sie finden einmal moi,atlick> statt und sind in ihrer Programmgestaltung- bis zum April festgelegt. Programme sind durch das Sekretariat der Gesundheitsverwaltung der jüdisckien. Gemeüide, Berlin N 65. Persische Str. zu haben. Tie Kurse sind ausschließlich für auswärtige Aerztc bestimmt. Eröffnung des jüdischen Lehrhauses Leipzig Der Vorstand der Israelitischen Neligions» gemeinde zu Leipzig hatte.die Gemcrndeaugehörigen zur feierlichen Eröffnung des jüdischen Lehrhauses in die Shnagoge Gottschedstraße ein geladen. Die Veranstaltung ivurde mit' dem „Hymnus für die Orgel" von Liszt von Kapellmeister "Alfred Simon eröffnet. Tie Erötsnuirgsrede stielt im Namen deS Geineindevorftandes Laudgeriehtsdirektor i. R. Martin Albcrthuin. dessen Reierat. ebenso ivie die Rede von Dr, Lemle. Frankfurt a. Nlaiu. als eine grobe, dem echten Lestrhausgeisle zuividerlaufende, parteipolitische Entgleisung von dein größten Teile der Zuhörerschaft aufgesaßt ivurde. Es. ist tief bedauerlich, daß der Vorstand der Israelitischen Religivnsgemeiude nicht genügend Tickierheiten für L>inc angemesseiic Gestaltung des Lehrliansbeginns getroffen hatte. Bamharn-Eehrhaus Sekretariat: Berlin W. 50. Pasta.ner Straße 2 <2. Gartenhaus bet Glogauer). Telephon: Bavaria B. 4 5285. - Bort r a g s r e i H e u mit Aussprache l joiveils 2fl/;o llhr bis 22 lll)v): 25/ .Noveiiider: Rabbiner Tr. I'. Iacobovits: Tie Ethik deS Talmuds (Schule Prinzregentenstraße >. piabbiner Dr. Harry Lev y : Die Geistesgeschichte des Judentums im letzten Jahrhundert (Schule Siegmundshof 11). A r b e i t s g e m e i n s ch a f t e n (jeiveils 20.80 Uhr bis 22 llhr): 20. November. Rabbiner Dr. Akt mann: Tie Lehre von der .Umkehr (Schule Prinzregenteiistraße 00/70).' Professor Dr. Unna: Das Bitch Iirinejahu (schule Große Hamburger Straße). 27. November. Stildicureferendar a. D. F r e h h a i,: Die synagvgaleü Melodien. (Schule Sicgmuudshof). Rechtsauivalt Tr. Lob: Der Geschäftsverkehr nach jüdischem Reckit iSchule Prinzregentensträße 00/70). Rabbiner I. N vbc l : Das Bncl, Hiob (Schule Prinregentenstraße 00/70). Ral'biner Tr. Iarobo. vits: Das Problem der göttlichen Gerechtigkeit (Snnagoge Kottbusser Ufer -I*-50). Voranmeldungen im Sekretariat crivüiischll ' jüdische» Eehrhaus Lsscnc Arbeitsgemeinschaft siver. den Tonnerslag-Bortrag „Religiöse Lst-rwirklichnng' am 2>(. stü'vemver. 2.)'UNr G, Min., zerlegt nach Iosevh - L e >i m a n n - -i tl) u 1 c , I ö a ch i in s t h a.l e r S t r a ß e l 'b .- Montag-Einsührüngsvorlesungen in die j n d i s che G e > ck, > ch l er dritter Abeiid. 25. November. 20 Uhr :;o '"Un.. Logenhans. .nleislstraße 10. Ardcitsgcmcinschaften L>(iiiniiiern im Plaiilieit): 'Nr. 7:' A rn n i( e , n ,, Lektüre past,st,ncnn->cher , -»eiinngen: 25. . November. Plarbnrger; ' >traste 5-. Ul, 20 Uhr oo-Min. Eintritt ' ' '''' ans >>>öre'rla-rte lohne Söirdebbeitragu ... Ar. 7,l : - i r sch b e c g . Anleitung zu,n Zeitung. - lesen. Beginn verlegt auf Mittwoch. den 2 7. Soöc m Per. Prinzrcgentenstraße 0,0.70. '20 Uhr tztt Min. Nr lG: 'S ci,, l d b e r a o r W >' ,! Ii e i m. In'tru. n>."italgemei»>cha't. uachlle, 'Abend " 27.-November. , ' - 'Nr. Ist: - T r e i t-e >. Bau und Leben der Pflanzen -, und 2 >ere."nächster Abend erb aii, Toii. uerstag, dem 2>>. 'November igllinnds- Hof II,.' ' - 'Nr. II: T reitet, dritte Lstanderuiig: l. Dezember. Treffpunkt 0 Uhr, U-Bahnhof Nuhleben. In alle Arbeitsgeiiieiuilhatten. auch in die .Handel. Sprarh- .und teck,nisel)ell Kurie kimnen- Teilnohmer nocki ansgenommen iverden. An> Meldungen -im Sekretariat (10-K'>, JO—18 Uhr). , Jüdisch-Theologisches Seminar Breslau. Semi. narrabbiner Dozent Tr, R a b i >, wird nach Pa- ' lastina übersiedeln und hat seine Lehrtätigkeit mit Beginn des Wintersemesters eingestellt. PHt der Waltriieliinuiig der Tiszipliiten Tr. Rubins sind vertretiiiigsiveise der bereits an, Seminar lehrende Bezirksrabbiuer Tr. Wahr.mann (Lel.-l und Rabbiner Tr. Ochs (Gleiivltz. O.-S> betraut worden. Riit der. 2stahriiehmiii,g der bibelivissensckiastlickien Borlesniige» inid Uebnngen als 'Nachfolger des verstorbenen Tozeiiten Tr. Speyer ist der junge Rabbineb' Dr. Urbach beauftragt roorden. der: 'Absolvent des Breslauer Seminars, bereits durch Arbeiten auf knUnrgescl,ichNichem und bibelivissenschastlichenr Gebiet hervorgetretcn Das Lchryauü Mannheiin eröfsnete speben seine Vortragstätigkeit mit. eine», Vortroge von Rabbiner Tr, Geis über ..Tiesseitglänbigkeit der Bibel". Als nächste gröstere 'Be.raNstaltilng findet am 8. Dezember ein ,.<r-rziel)iing-abe>id" statt. An ihn, iprechen Frau Jiveflm- *'» v n n ■> b a» in iiber Mädclieiierziestnmg. :l>'al>b>n-.n Tr. Geis iil'c-r Engend Älija. Prvscisvr Tr, Billig h e l m er über jndiiclie Erivachseneiibilonng. An Vorträgen sind.i», Laute, dos Winterfemefters» vorgesehen: uu I a n ii a r 'St>rdtrabbiner Tr. Laiier'nber ..Tie Idee' des Syuhedrivil i», heutigen Palästina", in, Februar Prosestor Dr. B i l l i g h e inut: ,.Tie 'Welt unserer Gebete", im 'März Stadlrabbiner Tr. G r ü n c - w ald : „Die Eimvandernng der Israeliteil nach Palästina". Das Lehrhans hat gegemvartig llnst Obrer, von denen 80 bis 00 an mel)rercn Kursen teiliiehnieii. Abendkurse der Privaten Jüdischen Handelsschule. Englisch. Fortgesihrittenc' 'Mittivoch. 20 Uhr .!0 Minuten bis 22 Ul,r; Spanisch.- Anfänger. Tienstag. Donnerstag. I!» Uhr .00 Miinltoü bis 2l.Uhr; Knrzscl>rist. Anfäiiger, Dienstag.Donnerstag. 10 Uhr l'.O Minuten, bis.2l Uhr: .llnrzschrist. Forlgeschrittenc. Montag.'.Iltittwoch. 10 Uhr Minuten bcs 21 Uhr. Unterrnl)tsrai,m- Sck,iile der Adas,-Gemeinde. Sieginundshvf l 1. Eingang III,2, Amnetdungen lschriftlich oder ncündlichi bc.i der Schnlleitnng der Zandelsschnle, Berlin N 24-Arnlleriestrasti: 2!. Sprecl,stn»den täglich von 12 bis!-'! Uhr oder telephonisch in. Ofi.vO. Denn es ist besser, sie zu erwerben als Silber und ihr Ertrag ist besser als Gold. Sie ist edler als'Perlen und alles, was du dir wünschen magst ist ihr nicht zu vergleichen. Und Sprüche /20. 15 heißt es: ■ . Es gibt Gold und viel Perlen; aber ein vernünftiger Mund ist ein edles -Kleinod. Und Sprüche 'Ml. 10): Wem ein tugendsam Weib beschert ist, die ist - viel edler denn die köstlichsten Perlen. Der Prophet Jercmia aber klagt über Die Verstocktheit des' menschlichen Herzens (Jeremias 17): . ' Die Sünde Judas ist geschrieben'mit eisernen Griffeln und mit spitzigen Diamanten geschrieben ilnd aus die Tafel ihres Herzens eingegraben und ans die Hörner-an ihren Altären. Und mit ihm Sacharsa (7. 11—12): Aber sie wollen nicht ansmerken - Und kehrten mir den Rücken zu und verstockten ihre. Ohren, daß sic nicht hörten, und machten ihre Herzen ivie einen Diamant, daß sie nicht hörten das Gesetz und die Worte, welche der Ewige sandte in seinen, Geiste durch die vorigen Propheten. Wenn aber Gott den Menschen härtet zu einem Edelstein, so wächst ihm Kraft und Atut und Bestand daraus: So sagt Ezechiel (3. 9): Ja. ich habe deine Stirn so hart wie einen j Diamant. der härter ist denn ein Fels gemacht. Darum fürchte dich nicht. Und wenn Gott seiner Kreatur mit kostbaren Steinen gedenkt, so wird sie getröstet sein Dis in fernste Geschlechter: Tenn mögen auch die Berge weichen und die * jHügel wanken. So soll doch meine Huld nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken sp,rrcht-dcin Erbarmer. Jahwe,—- . Du Elende. Sturmbewegte. Ungetröstete! Fürwahr ich will deine Grundfesten mit Rubinen jlcgcn und will dich gründen mit Saphiren. lind deine Linnci, will ich aus Jaspis machen. Und deine Tore aus Karfunkeln Und deine ganze Grenzeinfasfung aus Edel- ' s steinen. Und alle deine Kiider gelehrt vom -vcrrn. Und großen Frieden deinen Kindern.' Menschheit und Volk im biblischen Schöpfungjsbericht An der Spitze des November-bestes der von Professor >tarl Muth begründeten und heraus? gegebene» 'llivnatsschrift „Hochland", die jetzt im :>:>. Jahrgang steht, gibt Ernst All i ch e.l ein Beispiel, wie nach klarer religiöser Orientieriing die Bibel, das viel berufene „Alte Testa- -ment", zu lesen ist. Tie Nähe der jüdischen .'Auffassung, d,e besondere Hervorhebung des als. „bahnbrechend" bezcichneten G t n esis - Ko mmentär s von B. Jacob rechtfertigt an dieser Stelle einen gedrungenen Bericht über die Abhandlung Ernst Michels, lieber den Charakter der verpflichtenden Offenbarung des „Alten Testaments" für das gläubige Christentum ist auch hier kein Wort mehr zu verlieren. Der Weg der gläiwigcn. geschichtserschlossencii Bibeldentung geht weite Strecken mit der legitimen jüdisch-religiösen Lcseweise. Das heißt so viel, daß etwa die biblische Vorgeschichte,,von der Schöpfung bis Abrahams Berufung (1. Buch Mose, Kap. 3 — 11), als religiöse Lehre in der Form der Geschichtserzählung (unter Verwendung Vorgefundener Sagenstoffe mit bewußter Abhebung davon) vorgestellt wird.- Das dramatisch-geschichtliche Geschehen zwischen Gott und Menschheit ist der „Stil", in dem das ewige Walten der Gottheit und die Vorsehung für Israel gezeigt ist. Wer die Bibelerklärungen^vvn Buber. Franz Rosen-" zweig. Eduard Strauß kennt, kennt auch diese Betrachtungsweise. Die Bücher des Alten Testaments verlangen einen sehr differenzierten Wort- und Sprachsinn ursprünglicher Art weitab von der modernen Geläufigkeit desMlltags. aber auch fern von vergleichender Religionswissenschaft und abseits der historisch-pstjlologischen Methoden. Am besten kommt diele Vorstellimg in dom Satz von .Ernst Michel zum Ausdruck: ' „Tie Bibel ist in allen ihren Teilen lebendiges Zeugnis des .Hin und Her' der Ziviesprache zivischen Gott und de», Menschenvolk, aber Zeugnis..das u n s in unserer realen Eristenz trifft." Martin Buber hat das vil abillici) gesagt, '20as der eigentlichen Geschichte Israels, der Bernfuiig des Stammvaters Abraham, vvrangeljt. will.zeigen, daß der Gott Israels kein anderer ist als der Schöpfer des'Alls und der Vater des ganzen ONcnschcngeschlechts: der 'Mciiscl,heil und aller ihrer Völker. Erschastiing des Weltalls ans dem .'Nichts, Sechstageivcrl, die' Schöpiiiiig-.-drdnimg der Ehe, die ..Zweifamkeit" des Mensckiem das reügiös-polilische Urphänvmeu „Nlenschl>eit" (in der geschichtlichei, UOelt immer in .einem besonders ausgeprägten Bvllsdasein gegeben, ganz entfernt-von beim Nlenichheitsbegrils des I!>. Jahr- Hunderts», das sindnach dieser Lehwelse die großen Tl,einen der biblischen Offenbarnngs-, urkunde; in il,c wird vor allem auch die Glmck)- artigleit des Ursprungs des Menschengeschlechts bestätigt: dies geschieht in der göttlichen Namengebung: An, Tag ihrer Erschaffung — so berichtet Genesis5.2 — rief Gott den N amen des Menschen, .er ries ihn. „Nlensch". Den lNenschen allein ga>» Gott selbst einen Namen, und dieser 0(ame lautete nicht Adam, nicht Eva. sondern „Mensch". Xi’c Oncnb'arnng des einheitlichen Erschaffenjeins des Menschengeschlechts schließt alle menschlichen Onalitäten mit ein: Geiresi-S 5 betont die einheitliche -Mitgift der göttlichen Ebenbildlichkeit für alle Menschen vom Ursprung her und immerdar. In ähnlicher Weise interpretiert Ernst Acilliel - in Uebereinstuninung mit der autoritativen christlichen Lehre. ii, deutlicher Anlehnung an -'die Eregese von Buber. Rosenzweig und Jacob den „Ndachidischen Bund", die Kapitel von der Sintflut ,rnd den-Zeugungen Noahs. Tie folgende Erzählung übxr den ..Turmbau zu Babel" enthält dann, wie die Sonderung nach Völkern. Sprächen. Ländern, von her schon bei der Generationensolge 'der 'Noah-Söhne die Rede war. tatsächlichDor sich gegangen ist. Nicht als Slrasmaßnahmo für die Himmclstürmere, vereiteltdie Gottheit in der Bibel de!, Turmbau: sonder», die ursprüngliche göttliche'Absicht. die Men'chen.nach Sprachen und Stämmen zu sondern, soll wiederhergestellt werden. Tie Gliederung der Bölkerwelt ist von dieser LLort- und Siiinerllärnng ans in dem ganzen sSchöpsungswerk mitenthallen. Sehr schön sieht diese gläubige und ..ivörtlicl>e" Eregese schon in der neu erschasfemm ..das Ziel" mitangelegt, nämlich die gc>ttlick,e Absicl/t. dem nach Bölkeni genniderlen Erdkreis das Heil zn bringe». was dnrcl, die zwei »nächligen, vsl zilierten 'lEbelslellei, beslätigt ivird: ..Als der Höchste den yiolfern ihr Erl'e verlieh. als er 'Adams Saline joiiderte. die Grenzen der 'Volker heitinimlc nach der Zahl der Gvttessöline. da imirde der Anteil des Eioige-u-seil,-Bmlk.J jineli da - > il)ii». adgesteckte Erl'e." ['■>. 'Miulj Mose 22,o., Ilnd stnö prol'het>sd,e Wait „stilchten wird er dann zivischen den : Welt-, stäinmen.' aiisglerckieu unter der Bölkermenge: il,re Schioerter.schmieden zu Karslen fie um, ihre Sperre zu Winzerhippen, nicht inehr tragt dann Stamm gegen St-imm das Schwert. nicht lerne,, sie fürder den strieg." l>r. I^tidw ifj; l'Viji-Ii(wauK«T. Anläßlich der Renaufführung von Ferdinand Hillers Oratorium „Die Zerstörung Jerusalems" nracht uns 'Hans Joachim S ch o c p -s eine Zuschrift. -der wir folgendes entnehmen: „Ich bin aus Grund der.Kenntnis iinbekannter Tokumente in der Lage initznteilen. wer der ivirk'liche Tertdichter dieses Oratoriums gelvesen ist. Und zivar war e-s . nicht, wie "man meinen sollte, Ferdinand Hiller selbst, sondern der jiidische'Theologe, '?lr;t, Philosoph. Naturforscher, und Dichter Sal o u, o n L u d io i g S t e.i »hei m (17^0 — )80O), der — cm wahres Universalste nie — auch selber üoinpttsitivnen verfaßte Und mit Hiller befreundet ivar. Steinheim hat aus libergroßer Bescheidenheit stets' abgeleugnet, die Terte djesi.s Oratoriums verlaßt zu haben (nur. die große Iercmiaspartie hat er, in die Enge, getrieben, selbe.r veröffentlicht — ..Telegrapl) . Ed./.Gutzkvw. Il.! Nr. 20 — zugeben müssen!, sondern ist,»ne aiick) sonst häuito, in, TiNikel gebliel>e„. Falt 70 .'cahre nack) Sii-inl>eim- Tode -darf' anläßlich, dieser 'licnaus iuhrung das Geheimnis oer Sleinheiinschen „Mittäterscho't" an Hillers Lratoriunr wohl cntijüilt werden." '

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