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Central-Verein-Zeitung · 1935-11-22 · 47 (22.11.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
47 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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hnffpnfflinftfirftpr’'J'fTiri.'nimf.cr beleuchten bic pnh fcljpibc-iiDe 2tmri\v die fortiwr-Ipiibe' Tat. den lrai]i!ri>cn'fjuniu nt." Jnuncr ipteöc.r macht Gumpert uns Zinn Zeugen dcs «strnsilen, ivas Ncensctzen er- - - leben können: der Gc-önrl' einer, Idee. ul. ' Otto Zärek: „Kossuth. Die Liebe eines Volkes.“ Bibliothek zeitgenössischer Werke, Zürich. Auf ,t)oLfcn. 650 Seiten: entwickelt der Numanschriststellcr Oüo Zareb ein 'Lebensbild Ludwig .Uofluüis. Gin Jahr lang har er in der Haupt- - ftÄrt^ichen Biölmtlrcst in Budapest qeiessen und alte ' /wie Neue Literatur-- geivalzn Tns- Ergebnis "so gründlichen Fleißes xvare ilvchöeivnndernsivcrter, .Patte Zarek Zeit, und-Kra'k gefunden, sich'.über den Notizenberg hinwe'gznsetzon. den' dce-imgar,scheu .' ' - - freunde, seiner Arbeitihm aus den Schreibtisch getürmt Patten.. ~ Erzählergaöe.J-ntnitien lind innere Beteiligung siegen lrvbdem über das Uebermaß an Stoff und mawen die Leklure scannend, aufschlußreich und befriedigend. Wie jung'und farbig ist dieser blütenhelle Frühling des europäischen Nationalismus, der die . alte Lrdnung zn zertrümmern unternimmt. ohne zu ahnen, ivelehe-tödlichen Gefahren die Entfesselung der schliimmerndeii .sirästc heraufbeschivvren sollte! In-dem Frendenransch der siegreichen Märzbetvegung ist Graf Szöckieiiyi. der Erwecker der wirtschaftlichen Kräfte des rnekständigen . Agrarlandes, der einzige, der Voraussicht, daß tue Nebcllivii der Magharen gegen Habsbnrg den Stein ins Rollen bringen ivird', bis am Ende von dem tausendjährigen Stetansreich nichts mehr übrrg- 'bleibt als von der'Wiener Kaiserinacht. Zareks Erzählung verfolgt Schritt für Schritt ->- Kossnths Weg: ans der bescheidenen Advokaten» kanzlci des entlegeiicn Tolanerdorfes Rtonok, das heute zur Tschechoslowalei gehört, hinauf auf die Burg von Ofen, auf den Höhepunkt diktatorischer Bollmacht. und hinab zi> den leidvolleii Triumphen ewigen Erils. Das demokratische Amerika, das liberale England cmpsaiigeii den Flüchtling tvie einen Sieger. In England leben nach ISIS allein •10000 deutsche Emigranten, darunter nebeneiii- ■' ander Fürst Metternich und Narl Nlarr, dazu Lola Monte,',.' .llvssilths Ottitlüinpier inache» alle ihren Frieden mit der Enunilllniig in der.Heimat. Er allein bleibt unversöhnt. 'Bevor er in Turin, bei Lebzeiten zur Legende geivorden. niit 92 Jahreii üirbt. wird ilnn säst zur gleichen Zeit die iing ,- rische Staatsbürgerschast lib'erkairnt und dgs Ehrenbürgerrecht der Hauptstadt Budapest verliehen, und heiinlich-telegraphiert dem Neiinzigjährigeil ihre. Glückwünsche die Gattin Tranz Josefs, deren - Herzenssreund Julius Andrasn, der Sohn von .itvssuths Jugendgelielster war. Das Leöen schreibt die uiiglgnblichsten'Roinane. Die letzte Tat deS nationalen Führers von 1840 vor seinem Sturz war die Anerkennung der Gleichberechtigung der Inden. Während die Kroaten, Slowaken, Slowenen und Rumänen sich •mit der herrschenden Macht verbündeten, hatten die ^nden. so sägt der große, ungarische Dichter Jokar. Blut und Vermögen für das Baterland geopfert. Wenige ^age später, war alles zu Ende. Die Rache der Zieger traf mit dem Herrenvolk Ungarns vor allem seine jüdischen Bewohner, cl. Rezepte zum Gliicklichsem Andre Maurois: „Beiträge zur Lebenskunst.“ R. Piper & Co.f München. Gibt eS in. der gesamte!'. Weltliteratur ein gutes . Büch. das lein Beil rag zur Lebenskunst ist? Nein, so ein Buch' gibt cs.nichts dafür aber gibt es das vorliegende, das sich so 'nennt.' Gibt'es in der gesanitei! Weltliteratur auch nur zivei Helden, deren Leben und Schi.el>'al so gleichartig in. daß inan, allgenreingültige Fesistellnngen über Lebensknnsi davon ableiten kann? Rein, aber in dem '.'vvrl-icgcndcn Ivird uns auf. hveihundertnadneben ' Seiten' ein Erstatt des Lebens u'nd seiner .Knust vor gesetzt, ein Grlrall der .feinsäuberlich in - fünf Kapilelreiorten. — . Retorte ..Ehe". Retorte -.Freundschaftch Retorte ..Berich und Gemeinwesen" . und Retorte ..Tas Glück".' man. soll's nickst' glaube«. ja. das. Glück schlechthin — zerfallt. .Klar nsib durch sichtig, ist-das Retortcngeb'räu. kein ...Geheimnis' bleibt vom Leben , übrig: zweihundert- :. nndsieben' Seiten und wir wissen woran wir sind, mit der Ehe. der Liebe, der.Freundschaft, mit dem Gemeinwesen und dem Glück. Daß das -alles so . . einfach ist. niemals- Hütten - wir es' auch..nur. an- - nahdrnd zu honen gewagt. Echt hin und. lest!. L'lloinvglich ln oiucr Geisblattlaub,'. .. ... Dieses neue Buch von Maurois ist, gemessen an den guten Bucksern dieses .begabten' Rckmanschrift- - siellers und Biographen' eine Enttäuschungbe- - Deutet," eine große. Enttänfrhung. die manstiH allen breit und weit getretenen Aphorismeii zu finden - phegt. P-cler Attenberg -behauptet: „Aphorismen find' das, woraus," wenn es .einem . andern einfä'llt. er einen langen Essay: macht! Gott - sei Dank fällt es ihm aber nicht ein!" Andre Maurois sind aber doch einige eingefallen. Tie übrstzen sind Leihgaben von Stendhal, Alain, Dalerh. Spinoza und noch vielen anderen und deshalb, ausgezeichnet.. Andre Maurois: „Instinkt für das Glück.“ R. Piper & Co., München. Das ist ein Roman, der einem bisweilen nach, denklich stimmt, obwohl er nicht wie das eben besprochene Buch von. Maurois Anspruch darauf erhebt, direkte Rezepte für unsere Lebensqestaltung zu geben. Aber an der persönlichen Geschichte von drei'Menschen. an ihrem-nur ihnen eigenen Ee° schick.'an i h r e r Art und an ihrer Weise, wie sie ih r Leben und i h r Geschick lenken und wenden, an ihrem „Instinkt für das Glück" läßt sich doch mancherlei lernen, was den. andern mit anderem Leben und anderem Geschick in abgcänderter Form doch auch wieder den eigenen Instinkt für das eigene Glück vielleicht erwecken könnte. Bater, Mutter und Tochter bewahren in diesem Roman voreiüander ein Geheimnis,'sie bewahren es, um ihr Glück zn' retten, jeder iveiß von der Schuld, die die Miltter zn tragen auf sich genommen hat, jeder schweigt, um de» andern nicht zu . verletzen, und wie dann znin Schluß die Wahrheit herauskvmmt. hat. sich an den liebenden und zärtlichen Beziehungen - der drei nichts ge- Der Roman, der den Psychologischen Schwierigkeiten. die das Thema stellt, vvllkvnimen gerecht . ivird, macht drei Menschen lebendig, die sh,mpathisch und gescheit sind und den „Znstinkt für das Glück" unter Beweis stellen. G.H. S. J. Agnon: „Gesammelte Erzählungen.“ Schocken-Verlag, Berlin. Don den „Gesammelten Erzählungen" dieses hervorragenden hebräischen Schriftstellers, die. der verdienstvolle Schocken-Dcrlag in der Original-, spräche herausbringt, liegen-zwei neue Bände vor. Band V enthält den 286 Seiten umfassenden Roman „Sippur Paschut". Band VI 16 kleine, zum Teil ganz kurze sagenhafte Erzählungen:' „Sippure Agadoth" unterdem Obernamen ..Bschuwah Wanachath". etwa: „Geruhsame Beschaulichkeit", wörtlich: „Durch Umkehr 'und Der Roman ist nach seinem Titel eine „ein-' fache,: schlichte Erzählung". Gewiß.: das Wesentliche der Dorgänge ist nichts Außerordentliches und schnell »viedergegebcn. Hirschel. der Sohn eines wohlhabenden Mannes, gleitet gewisser- ' maßen in seine Verlobung mit einem sonst braven Mädchen hinein, welche die beiderseitigen herzlich befreundeten. Eltern erstreben, ivährend.-seine tiefe - iyit> kenichc Liebe Blume, einer armen, elternlosen Berivandten. Hi^hört. An seiner Ehe geht der junge Ehemann beinahe zugrunde, da-er seine Liebe . nicht aus seinem Herzen bannen-kann. Schwer krank an Leib und Seele, wird er endlich von seinen erschütterten Eltern in eine - -Heilanstalt gebracht. Leidlich. . iviederhergestellt. kehrt er in sein Heim, und zu seiner Frau zuruck, die ihm inzwischen, ein Söhuchen-.geborewhat,, Die erwachende. Liello -zu seinem Kinde, criveckt all-l - inählich 'auch die Zuneigungzu-seinem Weibe. . -Hirschel wird-von dem Banne frei. der.ihn an- ' Blume gefesselt hakte, und die -Erinnerung an sie-. wird - ihm und' seiner - Ehe nicht mehr gefährlich. - In diesen scheinbar engen Rahmen weiß aber - des Berfüssers Kunst ein farbenreiches Bild zu . spannen.- Er enthüllt nicht nur mit sicherer Hand das Seelenleben der Hauptpersonen, sondern er' läßt auch durch, die ungezwungene Einführung einer Reihe von Nebenpersonen und deren Lebensgang, durch Hineinverflechtung von jirdifch.. religiösen, kleinstädtischen und dörflichen Sitten. Gebräuchen und Anschauungen, durch Mitver» webung rcligions-pvlitischer Bereinsbestrebungen iind ihrer Gegenströmungen förmlich ein ganzes Kulturbild entstehen. Seine Darstellung entbehrt dabei nicht oftmaliger feiner Ironie. Bielleichb würde der Roman bei strafferer Gestaltung seinen Eindruck noch erhöhen. Tie umfangreichste und bedeutendste der Erzählungen. des 6. Bandes, die auch mit Recht als Sonderdruck erschienen ist. nennt sich „Bilwaw- Fammim", „Im Herzen der Dleere". Geschildert wird die nicht historische, sondern dichterisch ge- „ schazite „EMe Alijja" von chassidischen Männern. und Frauen mit ihren Kindern nach.Erez J'israel. Ganz augenscheinlich kommt es dem Verfasser nicht soivöhl auf die Darstellung der Erlebnisse der Reisenden an. die ihn übrigens in seiner liebevollen Kleinmalerei als bedeutenden Künstler zeigt, als vielmehr auf die Hineinvorwebung chassidischer Anschauungen. Aussprüche und Legenden. Dies erreicht er mit großer Dirtuosität. und dies übt er in ausgedehntem Maße. Nellen zahlreichen schönen und tiefen Gedanken und gern, anerkannten Zeugnissen innigster und hoher Gläubigkeit werden mit gleichem Ernst viele Bekundungen stark wurzelnden" Aber- und Wunderglaubens dargeboten. Die Sprache der Erzählungist ausgezeichnet dem zu schildernden Milieu angepaßt. Es wäre zu wünschen, daß die Kenntnis des Hebräischen bei den Juden in Deutschland so Zunahme. daß recht viele sich an' den Schriften Agnons in ihrer Originalfassung erfreuen könnten. Inzwischen aber sollten, .weil sie es verdienen, insbesondere „Bilrvaw J'Ammim" und einige andere der „Sippure Agadoth" in deutscher Uebertragung unserer Jugend zugängig gemacht werden. M. Abraham. Hebräische Lehrbücher Menahem Is'aor, Dr. phil.: Neues Lehrbuch der hebräischen Sprache. Für Unterricht und Selbststudium. Jerusalem, Divan 1935. . Für dieses Buch (Preis broschiert 4,— NM. Leinen'5.— NM) müssen wir dem Verfasser danch bar sein. Es ist wirklich ein „neues Lehrbuch", und es ist auch ein „Praktisches Lehrbuch" (so hieß, die erste Auflage). Wie viele Bücher sind in den Zu haben in den guten Fachgeschäften letzten Jahren erschienen, mehr" oder minder gute - — zumeist minder gute! ' Zur Herausgabe eines - Lchrbucl,es - gehört eine vollkommene Wissenschaft-., liehe Beherrschung der''hebräischen.Sprache, genaue Kenntnis des Deutschen.und auch ein.Wissen .um die pädagogischen Möglichkeiten des Sprach» Unterrichts. Meist fehlte den Verfassern der Lehrbücher irgendeine dieser notwendigen Vorbedingungen. — Das. Buch von Naor.ist sehr genau und deutlich,, die Erscheinungen der hebräischen Sprache, die ja doch dem, der bisher nur indo-- germanische Sprachen gelernt hat. vollkommen, fremd sind, werden klar, dargestellt und erklärt. In der Grammatik geht Naor nicht zu langsam vor — das ist ein Vorteil vor anderen neueren Büchern. . Er stellt an den Lernenden Ansprüche, er muß arbeiten, es wird chm nicht „leicht gemacht". — dafür aber anschaulich und klar. So kommt man dann auch schneller in den eigent» lichen Geist der Sprache hinein. Gerade der Ausbau der hebräischen Formenlehre, der als so unendlich schwer verrufen ist. ist bei einer klaren Darstellung schnell und einfach zu durchschauen und zu erlernen. , ' ' o . Ein Teil des Buches umfaßt hebräische Lese- . stücke, die dem jeweiligen^Ständ des in den Lektionen durchgenommenen Stoffes,entsprechen. Ein Glossar erleichtert-die Lektüre; das Selbststudium wird durch einen Schlüssel zu den deutschen Ueber» setzuugsstücken kontrolliert. —ein. S. Kaleko: lB'X brS Hebräisch für Jedermann. 2, Lehrgang; Für Fortgeschrittene. Verlag jüdische.Rundschau, Berlin. Dieser zweite Lehrgang will die Möglichkeit bieten, die im vorangehenden vermittelten Grammatik-Kenntnisse gründlich zu erweitern. Der Lesestoff ist aus den verschiedenen Teilen des althebräischen .Schrifttums (Bibel und. Agava) - und der' neueren hebräischen Literatur und Presie ausgewählt mit . der Absicht, den Lernenden in den Stil verschiedener Epochen und Schriftsteller einzuführen. Tie Texte sind teils vollpunktiert, teils halb- oder unpunktiert und sollen allmählich zum Lesen ganz unpunktierter Texte überleiten. Die jedem einzelnen Lesestück ängeschossenen „"2'Erläuterungen" geben außer grammatikalischer und stilistischer Hinweise vor allem die Uebersehung der neuen und schwierigen Wörter und ersparen so den Lernenden das mühselige und zeitraubende Aussuchen im Wörterbuch, machen dieses aber für die andern, etwa unbekannten oder vergessenen Wörter nicht entbehrlich, Recht begrüßenswert ist der praktisch angelegte Tabellen-Anhang. Er ermöglicht rasche und zuverlässige Information über die Deklination und Konjugation der verschiedenen regelmäßigen und unregelmäßigen, Wortgruppen, Desgleichen ist das alphabetisch geordnete Verzeichnis der wichtigsten unregelmäßigen.' Pluralbildungen willkommen. Das Buch wird sicherlich viele Freunde und dankbare Benutzer finden. " M.„ Abraham. mit Gestalt geboren." Aber mit diesem Pfund "hat er zäh geiomPert und es in dauerndem Bewußtsein der Pilieht und Ausgabe, sich;ur Weit hingiweuden und seine' seelisch- ’ geistige Basis gi verbreitern, genützt. Daß er das Hiewicht des ihm mitgegebenen und vor allem des ungeheuren, mit Leiclitigkeit errvorbeucn LLifseusbentzes auci> als eine — dem Dichter wesentlich zugeliörige — Belastung empfunden hat. spricht er so unendlich ..frühgereift - und zart und traurig"- 1893. aus. ...sichst du. ich red' mit sehr viel gescheiten, ja ungewöhnlichen Pceiu'chen und. brauche nur bis zu meinem'Kaftc.u zu-gehen, so find' ich geniig tiefe und faszinierende und fort-reißende. 'Bücher, um mich bis‘ zur Selbsivergesieuheit daran zu. verlieren: io daß die'Gedanken -und Empfindungen, der Bücher, und der Menschen manchmal meine 'Gedanken und Empfindungen vollständig auslösclieu und iuii selbst an ihre Stelle letzen: deuu iiiccht loir liaben und -halten die Pieuiebeu und Dinge, sondern sie Haben und lialleri uns. Dabei kommt mau- - sich, freilich nicht leer vor. aber ivas noch viel - chinheiiuliclier ist. mau ist -tvie ein Gespenst bei Hellem Tage.' fremde .Gedanken denke-ii. in einern. alle ki'instleri'ciie 'Slimmnngen leben in einem, inan sielst die Dinge!vie in einem Schleier, tvie' fremd und ausgeschlossen geht man im Leben berniii. niclsts.packl.'nichts er-, füllt _riru'n ganz: endlich briebt doch "etwas 'Menichlielies.' etwas llrsprüng'.ie'aes .durch Bei mir iit's jetzt.einegrenzenwie. heilige Sebniucht nach Natur ..." . Hoimannsibal stctireilst einmal mit einer nmmchahmlichckü BGcheidenheil und kingeil . LLürde von sich: ..Eigentlich..leb' icli ja'auch. - nsie alle Welt, von der Hand in den Mund: 'nur in eineiit kleinen Baaen." Fnr-die kleinen Bögen die'er Brie'e trstst das zn' im entlpreclienden Maß'läb -.Was er von den . voll - .'-kömmenen. Gedi.'lsten. saäl: ..Daß es Zusanliilenstehnngenvon .'Worten, - gib!. , ans welri en ivie der Funke ans ge.''e!,!>zgenei! dunklen Srein. die Landschaften -der Seele bervorbrecl'.en. die nnermeßliel, sind wie'der'ae-stirme Hirlnnel . . Susi - vinK. Mm die Judenemanzipation Das November-Heft des „Morgen“ Das neue Heft dieser Monatsschrift ist bunt an Inhalt, aber durch all seine Beiträge zieht sich wie ein bunter Faden, deutlicher gesagt: wie ein dunkler Faden..die Problematik der 'Judenemailzipätion. Nach der „li m - s d) a u" über die aktuellsten jüdischen Fragen beleuchtet. I s r a e l B e r g m a n n :.D a s G> e f ich t d e r j ü d i s ch e u I u g e n d", mit Hilfe .von Selbsthiographicu Jugendlicher, besonders ans Osteuropa und Palästina, die das Jüdische Wissenschaftliche Institut in Wilna gesammelt hat. Ein düsteres, glückloses. nur in wenigen Zügen hofsnungsvolles Gesicht blickt un-i, trotz der Blögtichkeiteil des Hechaluz. ans diesen Zeugnissen an. die freilich meist aus dem Gettoproletariat und von melancholisch-suchenden "Naturen beiderlei Geschlechts stammen, tvährend die aktiveren Typen wahrscheinlich nicht schreiben, sondern handeln'und gestalten. ...Ein wichtiger Beitrag zur Wirklichkeitsuchenden, statt der bisher meist schönfärherischen Betrachlungsart der Emanzipation ist S e l m a St e r u - T iiu b l e r s Aufsatz: ..Die I u d e u f r a g e in der I deolog i e d e r Ä u f k l ä r u n g u n d N om ant ik". .— sozusagen die Grundlinien, die Disposition eines' umfailenden Werkes über--dies Thema. Die Historikerin begnügt sich nicht mit den Dokumenten, nicht mit dem. Erstrebten und Erreichten, sondern sie baut die Judenirage in den gesamten.Komplex der politischen. t-ultnreUen, , wirtschaftlichen, sozialen und weltanschaulichen raichwechseln- '.den Bewegungen''der Epoche um-1600 ein. Insbesondere.kontrastiert sie die einfacheren Lösungsmöglichkeiten der Llniklärnngszeit. in der mit der Gleicliyeit aller Menschen der Jude automatisch zum gleichberechtigten Menschen ausrückte' nitd ..das Urerlebnis der jüdischen Religion gleichberechtigt neben dem BildurtgSerlebnis der' europäischen Kultur — ohne Spannungen und Konflikte -—stand", mitvder Komplizierung der.Judenfrage in der Generation der Romantik durch deren ganz . andersartige Staats-. Kultur- und Religionsbcgrisfc. Diese Gegenüberstellung ergibt im Gegensatz zu dem Mendelssohn-Typ der Aüfklärungszeit fünf verschiedene Typen in der rvmaittrschen Epoche, vom gefühlvollen Abseitsstehen der ganz einer klassischen und romantischen Kultur hingegcbenen Salonjnden, über die im Christentum und deutscher Staatsidee, aitsgehenden Stahl und Neander' bis zu der jüdischbewtißton Gruppe um. den „Berein für Kultur und Wissenschaft der Juden". Eins der erfreulichsten Ergebnisse der Emanzipation war das Entstehen großer Kunstsammlungen drirch den Eifer jüdischer Sammler. Ql g a B l o ch gibt -in. dem Artikel „I ü d i s ch e K u n st s a m m l e r" einen Umriß der Geschichte jüdischen Kunstsammelns von den emanzipierten Juden vorder eigentlichen. Emanzipation, den reich- "gewordenen Hosfaktoren. über die Sammler zur Zeit. Friedrichs des Großen, bis zur Blütezeit der großartigen jüdischen 'Künstlam'mlungen in. den. Jahrzehnten, als Wilhelm v. Bode die Berliner Museen leitete und James Simon, Gustav Iacoby. Darmstaedter u. a. ihren unschätzbaren Kunstbesitz den staatlichen Instituten stifteten. Olga Bloch oergißt auch nicht jene jüdischen Sammler, deren Interesse sich auf. bestimmte deutsche Landschaften beschräntte. so die Schlesien- Sainmlnng von Ntar Pinkus. die alles e.nt- Imlt. was jemals von Schlesiern und über Schlesien 'geschrieben wurde. Eine Ehrenpflicht erfüllt das Heft gegen den kürzlich gestorbenen bedeutenden und vielseitigen Schriftiteller I. E. P o r i tz k h . den das Judentum bei Lebzeiten allzuwenig beachtet hat. mit dem Abdruck von Erinnertmgen ans sistnem Nachlaß an. Leo Berg und Anton Tschechow. Und sehr aufschlußreich für die Emanzipation im allgeineineniind im besonderen für das Werden des großen Gelehrten Jakob Be rn ah s sind Briefe aus seinen Studenten- und frühen Dozentenjahren an einen Verwandten, die B e r t.a Bad t .- 5 t r a u ß veröffentlicht und psychologisch tiefgründig erläutert. Denn esgilt, den merkwürdigen Zwiespalt aufzuhellen: daß dieser gesetzestreüe Jude zugleich den. Umgang mit Juden ° ablehnte, daß - Bernays strengste jüdische Orthodoxie mit äußerster geistiger Kühnheit und Freiheit, ja „spottlustiger Verwegenheit" zu vereinen wußte, und daß er. wie diese Briese zeigen, viel enger und kritischer, als bisher angenommen, -in den Zeitströmungcn stand und doch im schönsten Brief schreibt: „Wenn ich kein Jude wäre, so wurde ich traurig sein." . Durch Thema und Person eng verbunden, folgt diesem Beitrag ein von Michael F r a e n k e l mitgeteilter, bisher unbekannter Brief des Geschichtschreibers . der Juden, 6 e i n r i ch G r a e tz. an eben diesen Jakob Bernays, in dem Graetz den Kollegen um Hilfe anruft gegen die gerade von den Juden so freudig begrüßte Anti-Treitschke-Broschüre Theodor, Mommse'ns ..Auch ein Wort über unser Judentum". . o Hier hat, wie Graetz schreibt, der führende'deutsche Historiker zwar „uns Juden sehr gnädig behandelt, aber um welchen Preis! Wir sollen uns mit. der Christenheit völlig verschmelzen." Den-Schluß des Heftes bilden größere und'kleinere Besprcchuilgen über Almanache und über neuerschiencne, jüdische Tinge behandelnde Bücher, insbesondere eine vorzügliche Charakteristik von Elbogens „Geschichte der Juden in Deutschland" durch den verständnisvollen . Fritz Friedlaen der. K.P. Ernst Lochner & Horkheimer Frankfurt a. M. Liebfranenf'-erg 39 I. - Gegr 1837 - Fernruf 29288 Herrenstoffe ’ÄXÄ f&r Gesellschaft and Strasse: Beise and Sport

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