Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 47 (22.11.1935)
- Date
- 1935-11-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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kert ber.'^rmbr blüht Die imirmue Roitinninfeit nur. Nur wer tief hinabgestoßem fließt mit Der Hoffnung hoch hinauf. Jung bleib'Die Hvssiuing! Tein Herdes sei stark zu ihr! Was rechnest ai,s du der Elends Ziel, mutlos schier? Hochrichte dich, sprich, und Liedesworte dichte frisch! - Tein Schanöeniicime noch sagt es: Mein Zelt in dir. Und acht gering, wer da höhnt, ob schon laut er dröhnt! Sacht-treib die Herde. - - du kommst zuletzt ins Quartier. Franz Rvsenzweig hat in seiner Erklärung zu dem Gedicht, dessen Anfang hier steht. 7<ehnda Hallewi im Kern verstanden. „Tie.Kraft, die ewig leben läßt, ast die Hoffnung. Zur Hoffnung ruft Gott selber Israel tn diesem Gedicht auf, das. nicht in der Bibel -stehen tonnte: denn es ist voll einer Gewißheit/ die so erst ein taiise-ndmhrn'ies Eril rersenkonnte. Tie -Hoffnung ist nulr die ..-größte'! .neunn-Den; ne hat dte Kräfte der - Liebe tu sich aingeivoen: Du-:- (ücdirht spricht dies Gehennms des Judentums, das: die Liebe hier zur Hofinung der Erlösung geworden ist, rund ans - - „ain id)onücn liebst du: des hoffend.- der dich erlöst". ..._(£*• itf eine ■yo.n'mniq nicht wett.iondern trotz alledem. Eine Hon'mmg. der es verboten ist, "Termine auszurechnen -- denn sce und alle verstrichen —; eine Hoffnung, die noch aus Der Schandenprophezelung des Propheten iHes. 23) das im Narnen der Israels Verkommenheit symbolisierenden Weibgeftalt Qltvlibah enthaltene stolze „Mein Zelt in ihr" heranshört; eine Hoffnung.- die mit dem Midrasch in Zakobs Antwort (1. Mose 33. N> an den raschen Bruder die weltgeschichtliche Ironie dessen, der geinach geht und doch am Ende das Ziel erreicht, wittert.: eine Hoffnung, die es genau weiß, wie gebrechlich ihr Trgger ist und wie doch eben an dein Ppnkt der Gebrechlichkeit auch die unsterblichen Kräfte der Erneuerung in ihm Hansen, eine Hoffnung, die allen Königen der Erde den König des Himmels entgegenzustellen den Mut hat." Gott führt den Inden feinen Weg durch die Geschichte. Er ist auf vielen Strecken ein Weg der-"Schmerzen; aber solange er in mutiger Hoffnung gegangen wird, gewißlich „Heimzug aus fremder Erde": „Tu kommst zuletzt ins Quartier." v Iehuda Hallewis Lyrik weitet sich ins allgemeine: aber sie bleibt immer im Bereich des Jüdischen. Es gibt in ihr keine allgemein-menschlichen Gefühle. Sie enthält nicht Forderungen, die jedem Menschen gegenüber ihren Sinn haben können. Ein Jude spricht für alle Juden. Ganz ebenso ist die.Eigenart seiner Philosophie. Man hat zuweilen gesagt, er bekämpfe die Philosophie. Er tut das nicht. Er weisLihr nur ihre Grenzen. Er lehnt Ansprüche.ab, die die allgemeingültige und für alle, notwendig gleiches lehrende Philosophie inacht. Er verwehrt ihr, mit solcher Unumschränklheit im Jüdischen zu herrschen. Er gliedert das Jüdische aus "unck schreibt ihm eine glänzende Apologie, um feine 2llahrhe.it über jede, andere qu erhöhen. Plag die Philosophie draußen b lei Heu und und dort aus Vernunft ällge-yeine Wahrhert'en deduzieren. Tie Wahrheit des Judentums kommt aus der göttlichen Offenbarung und be- . wahrt sich in feiner Geschichte: Me Gewißheiten, die er haben kann, sind dem Juden.. historischFerschienen-. Er sammelt sieauf, wenn er dieundurchbrochene Reihe der Generationen znrückgeht. und bestärkt sich so in der Wahrheit iind Mächtigkeit seines Judeseins. Auf ihnden einzelnen, läuft die gebundene Kraft der jüdischen Geschichte mit allen Energien zu. Er steht, wie jeder in Israel, im Brennpunkt der göttlichen Wirksamkeit. Er braucht keine Bestätigung seines Glaubens durch Beweise des Verstandes. Er ist ihm sicher, weit er immer mit seiner Existenz verbunden war. Er braucht nur in sich hineinzuhorchen, dann hört er die Stimmen der Vorfahren, sich zusammenzutun zu einer großen Kette, die geradewegs vom Snmi die unumstößliche Botschaft vermittelt: von der Erwählung Israels und seinem einzigartigen Gott, mit dem eine Gemeinschaft in Freude möglich ist. Es liegt ein eigenartiges Paradox in dem philosophischen Buch des Iehuda Hallewi, das dieie Gedanken enthält. Tor Kusari, das Chasarenbuch. zählt die Geschichte von dem König, der die wahrckRcEHirm in Lehre ynd Tat suchte und den Vertretern der verschrienen Religionen nacheinander Gelegenheit gab. ihn von der Wahrheit der ihrigen zu überzeugen. Ter Weise, der dw philosophische Religion vorträgt, der Mohammedaner, der Christ versagen gegenüber dem Judendem Iehuda Hallewi seine Gedanken in'den Mund legt. Tic Religion, von der .es scheuch daß man in sie hineingeboren sein muß, wirkt missionierend: der Chaiarenkönig und sein Volk werden Juden. In diesem Gegensatz mag sich abschließend noch.einmal die Macht des jüdischen Gedankens zeigen-wollen. . ■ Iehuda Hallewi hat diese Macht und Schönheit als Dichter und als Denker verkündet. Er hat es gegen seine Zeit getan. In Teutschland hatten die Kreuzzilgler Vernichtung und 'Resignation in die jüdischen Gemeinden getragen, Palästina war voic besessenen Fanatikern erobert (worden, im Islam löste Zelotenturn das friedvolle Znsammenwohnen. von Muslimen und Juden. Das Judentum erlitt Niederlagen, und Schlimnrevc-> als das. was geschehen, kündigte sich an. Iehuda Hallewis Sicherheit im Glauben ließ deshalb nicht nach. Sehnsucht und Hoffnung aber wuchsen. Euer Her; — will es, daß mein Wille geschehe, laßt mich, daß meinem Herrn ins Antlitz ich sehe. Denn nicht find' Ruhe ich für diese zwei Füße, bis. wo Er haust, ich mir Behausung erstehe. - Meinem Sckiritt. haltet ihn. zurück nicht vom Aufbruch; denn mir schwant, daß zuvor mich treffe mein Wehe. Mein Gebet: unterm Glanz der Flügel ein Platz und daß, wo mir Vätev ruh'n, zur Ruhe ich gche! Iehuda Hallewi hatte gelehrt, daß Gedanke und Leben eines sind. In seinem Leben hat er diese Forderung bewährt. Sein Tod hat die Wahrheit dieses Lebens noch einmal bestätigt. . Der alte Frankfurter Friedhof Wenn man durch Frankfurts Altstadt schlendert, vorbei am Goethe-Haus, dem Römer und dem Dom, kvmstit mm, zum alten jüdischen Friedhof. Bon der Straße aus ist er nicht zu sehen — ausgeschlossen vom Großstadtbetrieb. Aber es war nicht immer so. Sein Grund und Boden und die Häuser daraus waren erwiesenermaßen schon zu J'ot. Lilly izzkoltiy Anfang des 14. Jahrhunderts Eigentum der jüdischen Gemeinde. Als die Frankfurter Juden 1316 in große Geldverlegenheit gerieten — sie hatten dem Erzbischof von Mainz hohe Steuern zu zahlen —. verpfändete die bedrückte Gemeinde ihre Synagoge, ihren Kirchhof und. die Häuser vor der Stadt und kaufte sich dafür eine Rente, die sie nach sechs, spätestens aber nach zehn Jahren auf einmal oder in zwei Teilen wieder zurückgezahlt haben mußte. Kaum 36 Jahre waren vergangen, als Kaiser Karl IV. dem Rat und den Bürgern von Frankfurt die Juden und ihren.Besitz, natürlich auch wieder den Friedhof für 15 200 Gulden verpfändete. Fast zweieinhalb Jahrhunderte später rettete dieser ost umstrittene Grund und Boden Frauen und Kindern der verfolgten Inden, die ans dem Kirchhof Schutz suchten, das Leben. Auch in der Rächt des großen Brandes in der Judengasse flüchteten sich die Familien zu den Gräbern ihrer Bäter. Die schlimmsten Tage seiner Gemeinde hat „Das ewige Hans", der alte Friedhof der Frankfurter Juden miterlebt. Jetzt öffnet sich seine Pforte meistens nur. um einen Fremden einzulassen. Aus Klingelzeichen erscheint ein junges Mädchen. sie schließt bereitwilligst den Eingang zum Friedhof aus und wir betreten ihn in Begleitung einer zutraulichen Katze, die, uns auf Schritt und Tritt folgt: Hohe alte Bäume beschirmen den Friedhof. Der Garten atmet Ruhe.' fast keine Wege zerstören den geschlossenen Gesamteindruck. Ein weicher dunkelgrüner Teppich von dichtem, kräftigem Efeu überzieht den Boden. Einzelne Grabsteine stehen noch aufrecht und gerade, aber die meisten neigen sich zur Seite oder sind , schon iimgefallcn. Sträuchcr wuck-ern zwischen und über den Gräbern dem Licht entgegen. Feines, zart getöntes Moos liegt wie eine Patina über den Steinen, aber die Inschriften — fast alle in hebräischer Ouadratschrift — s^rd zum größten Teil noch leserlich. Jeder Stein ist mit einer Nummer versehen, und im Archiv wird über die einzelnen Inschriften Buch geführt. Die älteste stammt aus ' dem Jahre 1272. Aus vielen Grabmälern sieht man die. Hauszeichen der alten Familien aus der Judengasse abgebildet: Schiffe, Räder, Windmühle, alle Arten von Tieren, ein Herz usw. Die Familie Bär führt'natürlich den Bär als Zeichen; häufig sieht mau mehrere Grabsteine mit gleichen Zeichen gruppenweise als ein Familiengrab nebeneinanderstehen. Es war Ende September, kurz vor Rösch Haschana. als ich den Friedhof besuchte. Da sah ich auf einem der wenigen noch erkennbaren Wege zielbewußt drec Männer im langen Kaftan aus ein etwas abseits liegendes Grab Zugehen, gerade so, als ob der Weg auf d.en Friedhof für sie ein alltäglicher, als ob der Verblichene aus ihren Reihen hervorgegangcn sei: cs wurde doch seit über hundert Jahren niemand mehr hier beerdigt. Die großen Wachslichter, die sie trotz ihrer offenbaren Armut mitgebracht hatten, zündeten "sie zum Gedenktage der Fahrzeit eines vor 160 Jahren verstorbenen Mannes aus dem Geschlechts der Kohen an. So., suchen alljährlich vor Rosch Haschana fromme Jrcden die Grabstätte Verstorbener auf, die irgendwie im Leben aus der Menge herausgeragt haben, wenn auch ihr Grabstein schon im Versinken ist. Aus einem alten, vielgebrauchten Siddur sprachen sie dann Gebete, und bevor sie das Gvab verließen, legte jeder einen Stein als Zeichen ihres Besuches darauf. L.Szk. Das Staatskonservatorium in Saloniki hat den aus Deutschland stammenden jüdischen Ecllisten Professor Otto H o r n als Lehrer engagiert. Aus der wissenschaftlichen Welt Der bekannte Dozent für die talmudischen Disziplinen an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, Dr. Chanoch Albeck, hat sich für ein Jahr beurlauben lassen und in diesen Tagen nach Tel Awiw begeben. Er will dort zunächst als Privatgelehrter leben und wissenschaftliche Arbeiten, beenden. Mit Beginn des Wintersemesters hat Professor Moritz Löwi an der Breslauer Universität feilte. Vorlesungen eingestellt. Er vertrat das Fach der Psychologie und Pädagogik. Sein vor nicht allzulanger Zeit erschienenes Buch „Grundbegriffe der Pädagogik" hat in der Fachpresse große 'Anerkennung gefunden. Die Rvckefeller-Stiftimg hat beschlossen, dem Universitätsprvsessor Dr. L.. S. Orn stein m Utrecht auch in diesem uud im nächsten Jahr für seine Forschungen über^die Beeinflussung biologischer Prozesse durch Strahlungen wie im vergangenen Jahr einen Forschungsbeitrag zu gewähren. Das Institut des Haute.s Etudes in Brüssel hat Professor.Ornstein zu Vorträgen über die Ergebnisse seiner Arbeiten in seinem Utrechter Laboratorium eingeladen. An einem Kongreß-zur Bekämpfung der Tuber-- kulose in Rom hat eine Reihe jüdischerGelehrter und Aerzte keilgenommen! Zwei hervorragende jüdische Mediziner. Professor Bcnedetti und der Direktor des Heeressanatoriums;.:„Cesare. Battisti“ bei Rom, Professor M e n d e s, wurden in das Exekutivkomitee für die Bekämpfung der Tuberkulose in Italien gewählt. Der von Professor Cirincione gestiftete internationale Preis für die beste wissenschaftliche. Arbeit aus. dem Gebiet der Augenheilkunde ist in diesem Jahr einem iiibtfc£>en Gelehrten, - dem Privatdozenten ander Universität Padua, Rassaele Camp o s, zugesprochen worden. . ~ Edelsteine in der Heiligen Schrift Von Dr. Suse Michael Vielleicht haben die Erlebnisse der jüngst vergangenen Zeit manchen von uns frommer gemacht, gewiß haben sie uns zurückverwiesen ans die Berichte von der Quelle aller menschlichen Eri-stenz, ans das Unwandelbare und Unveränderliche in allem zeitlichen Geschehen, auf die Worte der Heiligen Schrift. Und viele von uns. die in den festbestiinmterrPflichten eines Berufes, auf den vorgeschriebenen Wegen einer erwählten Laut bahn ohne Zioeifei und oft ohne Bedürfnis nach überzeitlicher Gewißheit die Tage ihres Lebens leben konnten, hat ein unersättliches Verlangen ergriffen, auch für die täglichen Tinge unseres Daseins in den heiligen Büchern Bestätigung und Zuspruch zu sucheii. Wenn wir von Edelsteinen I,orten, ergriff r.nns schon von jeher ein Gesühl won Selten-' kostbarem, von Nnveränderlich-Bcständigeim Qhne Kenntnis des Ursprungs, ohne Wissen um die Entsteliniigsgeschichte 'betrachtenstvir voll Stannen dieie Gebilde der R'ätstr mit ihrer nmnderbaren Durchsichtigkeit und Lenchtkrasl. mit ihremunbeschreiblichen G'anz und Scisiinmer. mit Farben, die letzten Endes -unnachahmlich scheinen.' UuiD dieses Unfaßbare mag es tvotll auch geiveien fein, was den Menschen teil den 'Zeilen frühester Geschichte unablässig anzvg. >va-> itm verinilten ließ, getnstinnisvolle Mvätte feien in diese Gebilde eiiigeirtstoisen, lvären durch sie lvirksam. Und überall, ivo der Btensch die Gottheit als lichtstratUendes Wesen verehrt, Edelsteinen, EdenZim Garten Gottes lebte: „Lauter Edelsteine waren deine Decke: Earneol, Goldtopas und Jaspis. Topas, Qnyr und Berhll, Saphir, Granat und Smaragd. Und ans Gold waren die Einfassungen und Verzierungen gearbeitet. Am Tage, da du geschaffen wardst, wurden sie bereitet. Zum schirmenden Cherub hatte ich dich bestellt; auf dem Berge Gottes warst du, mitten unter lichtsprühenden Steinen rvandxltest du umher". Bis'Ungebührliches am König gefunden und er vom. heiligen Orte verstoßen wurde. Als Mose von Gott beauftragt wird, sei-- neu Bruder Aaron und dessen Söhne zu Priestern zu weihen — „ihn zu heiligen, daß er mir diene" — erhält er genaue Anweisung für die Anfertigung der heiligen Kleider, „der Kleider der Heiligung". . . So steht im 2. Buch,Mose Kap. 23, 4'und 0. bis 12: „Das sind die Kleider, die sie machen sollen: ein Hrüstschild und ein Efod (Mantel) und ein Qberklcid ..." — „Und sollst .zwei grüne Steine nehmen, und darauf.graben die Namen der Kinder Israel: aus jeglichen sechs Namen nach der Ordnung ihres Alters. Das sollst du tun durch den Steinschneider, die da Siegels graben, also daß sie mit Golde umher gefaßt werden. Und sollst sie auf die Schultern des Leibrocks besten, daß es Steine seien zum Gedächtnis, für die Kinder Israel, daß Aaron ihre Namen auf seinen beiden Schultern trage vor dem Herrn zum'Gedächtnis." (II. 28, 9 bis 12.) ... . . Und sollst es (das Brustschildstillen 'mit vier Reihen voll Steinen. Die erste Reihe Eärneol Topas Smaragd die andere ein' Granat Saphir Jaspis die dritte ein Opal Achat Amethyst indem Funkeln der edlen khn>solilh Ehrhsopas Qnyr -glänz von ibr. So set-imülert der Boden, aus dem die Füße Gottes ruhen das Firmament — rein und klar wie ein durctistchliger Saphcr. (2. Blose 2-1.BO So sagt Ezechiel (28.12 ff-'in seinem Kla-. gelied;um Kiung zu Tyrns. der weiser als Daniel war, als er noch wie ein Eherub .in In Golde sollen sie" gefaßt sein in allen Reihen. Und sollen nach den zwölf Namen der Kinder Israel stehen, gegraben vom Stein' schneider. ein jeglicher seines Namens, nach den zwölf Stämmen." OL Mol. 28, 17 bis 21 und II. Mos. 39. 6 bis 14.) Aber nicht genug, daß Gott jeden Stein besonders bezeichltct und ihre Reihenfolge, wie sie den zwölf Stämmen zugeordnet sind, nein, jegliches Werl, Kleider wie Steine sollen von „Kunstverständigen" gearbeitet werden; und Gott ruft sie einzeln auf: . >So steht' ll. Mos. 31, 1—12: . „Und der Herr redete mit Mose und sprach: Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezaleel (das heißt: der im Schutze Gottes Lebende), den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Juda. Und .habe ihn erfüllt mit göttlichem. Geist, mit Weisheit' und Einsicht, Wissen und mit allerlei Geschicklichkeit. Sinnreiches zu ersinnen, zu arbeiten in Gold und Silber .und Kupfer, sowie im Schnitt von Steinen zum Einsetzen und, im Schnitt. von Holz, in allerlei Werk zu arbeiten. Und sieh, ich habe ihm Lholiab beigegeben, den Sohn Ahisamachs aus dem- Stamme Dan und allen Verständigen habe ich 'stlc^yeit ins Herz gelegt.'daß sie ansertigen alles, was ich dir befohlen habe . . ." ' Hub ll. Mos. 30—35 heißt es,noch: „Kunstreich zu arbeiten an Gold, Silber iind Erz; Edelsteiiie zu schlieidcii- und einzusetzen . .'. . lind, hat ihm ins Herz gelegt, zu - unterweisen, ihm und Lholiab. dem' Sohne Ahisamachs vom' Staniiiie Dan Eweiu ewen-jekara. — foftbore Steine, in diesem Ausdruck faßt das Hebräische Edelsteine »uie die sogenannten Halbedelsteine zusammen. Im Boden Palästinas werden, sie nicht gesunden. Aber im 1. Buch der Könige (10. 10—II) »vird berichtet, daß die Königin von Saba dem König Salomo, unter den vielen. Zeichen ihrer Bewunderung Gold und Edel- 'steine in nie wstdergesehener Menge schenkte, daß aber auch die Schisse Hirams außer dem Gold von Qphir. Sandelholz und Edelsteme ' mstbrächten. Und Ezechiel [27. 12, 19, 22.) nennt die Sabäer und andere arabische Stämme , als Edelsteinhändler, die den Markt von Tyrns belieferten. Im zweiten Blich Mose (28. 9—12. 17—21) besitzen wir eine fast vollständige Aufzählung der im Alten Testäment genannten Edelsteine und Erze. Im Buche Hiob aber und im Buch der Sprüche werden diese kostbarsten Gebilde der Natur, die wir besitzen, der faßbaren Welt, die »vir kennen, gegettübergestellt, dem schlechthin Unvergleichlichen, nicht'zu Ersorschenden. Erze kann »nan aus der Tiefe derBerge herausholen, sie ausschmelzen aus dem Gemenge der Gesteine: seltenste Saphire ausspüren in ihren Fundstätten; reinste. Topase aus fernsten Landen zusammengetragen. Aber unauffindbar allein durch menschliche Kraft ist Weisheit, unvergleichbar und nicht einzutanschen gegen reinstes Gold ist die Dernunst. Die Grenze zwischen Gott und menschlichem Vermögen wird sichtbar: So steht Kiob 28. 1—3. 12—20; 23: Es hat das. Silber seine Gänge und das Gold, das man läutert seinen Ort. Elsen, bringt man aus der Erde und'aus den Steinen schmilzt man Erz. Man macht der Finsternis ein Ende und findet zuletzt das Gestein tief verborge,,. Wo will man aber die Weisheit finden und »vo ist die Stätte der Dernnnft? Niemand weiß, wo sie liegt, und sic wird nicht gesunden im. Lande der-Lebendigen Die Tiefe spricht: sie ist in mir nicht,' und das Meer spricht: sie ist.nicht hei mir. Man kann.nicht Gold um sie geben noch Silber darwägen, sie zu bezahlen. Es gilt ihr nicht gleich ophirische Gold - oder köstlicher Onyx, und Saphir. Gold und Glas kann man ihr nicht vergleichen, noch um sie golden Kleinod wechseln. Korallen und Kristall achtet man gegen sie nicht. Die-Weisheit ist höher zu wägen, denn Perlen. Aethioptens Topas wird ihr nicht gleichgeschätzt und das reinste Gold gilt ihr nicht gleich. Die Weisheit also — woher kommt sie? und wo ist die Stätte der Erkenntnis?' Gott allein weiß den Weg dazu und kennt [ihren Ort. So steht in den Sprüchen (3. 13—1.1; 20. 15; 31. 10) zum Vergleich der höchsten Güter: Wohl dem'Menschen, der Weishest findet und dem Menschen, der Verstand bekommt. I