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Central-Verein-Zeitung · 1935-11-22 · 47 (22.11.1935) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
47 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Wiltnif Niederlogen auf allen Plätzen V V Aus der jüdischen Frauenbewegung Gesamtvorstands-SitzungimJFB Die Gesamtvorstandssitznng> zu der der I n ’ d i s-ch e Frauenbund seine ° engeren Mitarbe,- i er innen aus dem %ici) zusammenbernsciihatle.. - vereinigte vom 30. bis Zinn 13;. November einen , . ansehnlichen Kreis von Frauen in Berlin, ^eu . Auftakt bildete ein Begrußungsabend;im 4llubbeim des Jüdischen Franenbiiiides ,u der Piarburger Straße. dem Vortrage und Spiele der Schülerinnen des, Kindergartiieriiinenseminars und des Lehnitzer Heims eine eigene Atmosphäre schufen. Nach einleitenden Worten der Vorsitzenden desFraucnbirndes.Lttilie Sch ö n cw a l d-Bochum, und einer im Namen der Reichsvertretnng erfolgten Begrüßungsansprache von Tr. Julius L. Se»" l i g f o h n sprach Professor Tr. Cora B e r l in er über „Unsere Ausgabe". Sie hob die täglichen Sorgen der praktischen LebenseNtscheidung — Auswandcrn oder Bleibeii. Palästina oder ändere Länder — aus der Sphäre der Tagespolitik hinaus und suchte die Panikstiiniiiimg. Pie jeder Art von Entschlüssen ungünstig ist, durch ruhiges Ab» wägen der bestcheiiden Möglichkeiten zu bannen. Ter erste eigentliche 'Arbeitstag der Gesamtvorsta-ndssitziing. Montag, der 11. November, begann mit einem Referat über „Hausirauensragen" von - Stepbanic F o r ch l, c i in c r ,Frankfurt lMain>. dem sich ein Referat von Haiinah ttfltmi n s k i über „Hausivirtschaitliche Ausbildung" anschloß. Beide Rednerinucn bemühten sich mit vollem Ersvlg. die gerade auf dermGebiet der Hauswirtschaft infolge der neuen Gesetzgebung andrängende Flut lösungsbedürstiger Frageir so zu meistern, daß sie sich von billiger Bagätellisierung etzenso fern, hielten wie von kleinlicher U-eberschätzung. Tie Aussprache leistete ihnen in diesem Bemühen nnbedingte Folge. Sie war eifrig und voll berechtig, ter Sorgen: aber sie.bewahrte die Würde und Hattung. die gerade in Kenntnis der kommenden Schwierigkeiten allseitig gefordert wurde. Ter Nivntag nachmittag ivar der Erörterung von Schiilfragen gewidmet, der der Schuldezernent der Neichsvertretung. Tr. Leschnitzer., in einem klaren, materialreielien Referat die Grund- - läge gab. Er spannte den Bogen seiner Betrachtungen von den praktischen, Teilfragen, über die Aufklärung gewünscht und auch erhalten wurde, bis zu den großen geistigen Zielen cher Schulerziehung namentlich in dieser Zeit.^od steckte >o einen Rahmen ob. in dem sich nachher eine lebhafte und vielseitig« Aussprache bewegen - sonnte. Dem Bormittag des zweiten Derhandlung?- lagcs gab ein umfassendes Referat von Tr. Hildegard Böhme übet „Akute Probleme der Für. iorgearbeit und die Mitarbeit der Frauen" das Gepräge. Das starke Interesse an dieser unmittelbarsten und größten Frauenpslicht sprengte die ihrer Erörterung ursprünglich gesetzten Grenzen. Anregungen und Erfahrungen. Wünsche und Planung strömten aus allen Gebieten des Reiches und aus den vielen tatbereiten Köpfen und Herzen zusammen. 'Auch nachdem Tr. Bertha B a d t - Strauß über die ..Geistige Grüppenarbeit im kommenden Jahre" gesprochen und ein hohes Bildungsprogramm aufgestellt und begründe! hatte, klang die Durcktzrrbeitung des Für'orgeibemas noch lange zusammen mit der Erörterung der geistigen Arbeit. Am waten Nachmittag wurde im Anschluß an ein ■ Rc-'erar von Frau B e r g e l - G r o n e m a n n über „Tie Bedeurnag der Jugenderziehung" eine Ent- '-ckiließinig. die sich für Förderung der religiösen Jugenderziehiing aus'prach. einstimmigangenommen. Zn der Schlußaniprache faßte Lttilfe Schöne-, i ■iv alb ihren Tank an die Versammlung in einer R-eibe von Ergebnissen zusammen, die bewiesen, daß man.mit Erkolg gearbeitet hatte. Zn ihren Worten: ..Iln'er Ziel — unser Judentum: unser Weg — hinauf!" klang die gelungene Tagung-aus. Als ein besonderes Ereignis wird allen Teilnehmerinnen die Anwesenheit Bertha P a p p e n - h e r m s in Erinnerung bleiben. Sie nahm rn der Fürsorgedebatte das Worr und eiferte mit ihrer ganzen ungebrochenen-Krait gegen die Mechaniuerung und Bürokratisierung dieses menschlichsten . aller Arbeitsgebiete. -- Als diese Worte der Unbedmgthert mitten hinein klangen,-sin upi'ere 'Welt der müh'amen Bewältignna drängender Not» ivendi-gkeit. lenkte sich ein -ehrfürchtiges Schweigen .über die'Ber'ammlnng. Es war ein Schweigen - der Dankbarkeit mtd des Gelöbnisies. vr. kl. k.-^. Dem Gedenken Henriette Goldschmidts „Ter Erziehungsbernf ist der Knlturberuf der »Frau." Tieics bedeutsame Zitat prägte Henriette Goldschmidt. die große Leipziger Pädagogin, deren Geburlslag sich am 23. November zuin 1K». Plate fährt. Ihrer Initiative und ihrem ausgesprochen pädagogischen Znleresie für das Kleinkind ist die Einführung dep Fröbelscheu Volkskindergärten zu danken. Henrielte Goldschmidt begründete auch in Verbindung mit der erstgenannten Einrichtung das Leivziger Kindergärtnerinnenseminar und die spätere Frciilenkwchi'chUle. Auch sie war es. die ausrüttelnd nach „den Müttern der Stadt" ries, um damit nicht nur ihre Stellung zur Frauenbewegung sesizulegen. sondern gleichzeitig auch die weibliche Kommunalarbeit am sozialem Gebiet anznregen und unmittelbar Zu fördern. Mit Luise Ltto-Peters und Angnsre Schmidt stand sie als Vorkämpferin kür Franenrechle in vorderster Linie und war 1867 an der Gründung des Allgemeinen Teutschen Frauenvereins führend beteiligt. Ihre großen Verdienste um die sächsische Volkserzichung wurden durch Auszeichnungen von.höchster Srelle gxwürdigt. Henriette Goldschmidt, die säst ein Jahrhundert durchlebte, starb'1920.-' ' L. Ida Oppenheim Vor kurzer Zeit haben wir Ida Lppenbeim in Deißenice zur letzten-Rübe bestattet. Tie junge Generation kennt sie last gar, nichtmehr. Aber diejenigen, die in einer glücklich besclsanlichen Zeit am Freitag abend in jüdischen Zeitungen blätterten., begegneten sehr otl den Novellen. Er- ,z.'.hlungen oderkurzen Skizzen Ida Qppcnhcims. Sie verstand es gleich Ulla Wolfs-Frankfurter jüdisches Milieu meisterhaft zu zeichnen. Sie entflammte einem alten Rabbinergeschlecht — der Vater war lange Jahre Rabbiner in Thorn — so war es selbstverständlich. daß ihr jüdisches Erleben besonders stark ausgeprägt war. Sie blieb keine fchrinstellernde Dilettantin. sondern belaß Phantasie, romantisches Empfinden und die Krast einer Schilderung, wie sie bei diesen ausgeprägt jüdischen Naturen meist zu rinden ist. Aus'dieser einst io jungen lemperamentvolleii.Schriftstellerin, die trotz aller romantischen Darstellung sich von jeder vermauernden Sentimentalität fernhielt.- wnrde eine kluge, -nicht geistreichelnde, sondern wirklich geistvoll? Frau. -Ihr Heim wurde der Sammelpunkt markanter jüdischer Persönlichkeiten. Tabei blieb dieses Haus stets schlicht. Ihr Gatte, ein angesehener Kaufmann. ging ihr im Tode voraus. Tap'er icklug sie sich mit dem Leben herum. Z.'.re 'Kinder haben den ^Geist ihrer Ahnen geerbt und wandren sich auch geistigen Berii'en zu. Zda ^Tprenb-enn hatte reinsehr glückliches'- Alter. S:e war zu vrel -Mutter. -nm-- nicht zu wisieu. wie imzewrß das Schicksal ihrer Kinder,-der Freude ihres Äkiers. würde. Wir haben-gern mit ihr von den-bedeutenden jüdischen Persönlichkeiten gesprochen, die sw nvch kannte und in einer Form zu schildern' wußte. ' _daß diese Bilder plastisch uns. vor Aiigen traten. Nun ruht diese feinsinnige Frau, die gekämpft und gelitten, von allem Mühsal aus. Ihre Freunde werden ihr geistiges Erbe bewahren. Magnu» DaTidsohn. Eine Kleingemeinde nimmt - Abschied von ihrem Gotteshaus . Tie jüdisch« Gemeinde in der nordschlesischen Ziidustricitadt N e-uin l z aii dev Lder kann auf .eine-lauge gesclpchtliche tzutwickliing-nichf zurückblicken. Wenn auch fchon wlt mehr als hnndert Zähren.-Ziideu . hier auiassig. sindb'owird: omzudlschcr Zuiaiiiincnstllluß erst erkennbar, seit vor etwa fnuszig- Jahrenjüdisoli« Männer sich zur Pflegejüdischer Religiosität vereintcii und zur Erfüllung dieser Aufgabe einen schlichten, kleinen .Raum in eineln Wohnhauw Nnotetcu, um diesen mit bescheidensten Mitteln für shnagogische Zwecke herzurichten. Seit 1933 hat eine prozentual starke Abwanderiing eingesetzt. Mit ganz geringen Ausnahmen sind nur diejenigen zurückgeblieben, die infolge vorgeschrittenen Alters unö' Bermögenslosigkeit eine wirtschaftliche Umstellung nicht mehr, vornehmen können. So wurde selbst die Erhaltung des Betraumes trotz des geringen. Mietpreises von etwa 20 RM monatlich zur Unmöglichkeit. An einem November-Sonntag sammelten sich nahezu vollzählig alle jüdischen Männer und Frauen aus Stadt und Umgebung, um in einem ivürdigen Gottesdienst von dem alten Bethaus Abschied zu nehmen. Bezirksrabbiner-Drw,W a h rnia nn (L-els) legte seiner Predigt die Mahnung zugrunde, die Mose an Josua richtete, als er ihn bereits zu seinem Nachfolger auserwählt hatte: „Werde stark durch die Thora und bleibe fest durch gutes Tun." Gesänge des Kantors Lach mann von der Neuen Synagoge in Breslau umrahmten die ernste und würdige Feier. vr. M. Margarete Ludwig. Am 16. November beging Margarete Ludwig, die mehr als zwei Zahrzehnt'e der Hauptgeschäftsstelle des Central-Vereins als Mitarbeiterin treu verbunden war, ihren 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß überbrachte ihr eine Abordnung der Geschästsleitung und Kollegcnsckzaft mit herzlichen Glückwünschen eine Ehrengabe. . Michael S i m m e n a n e r (Breslaus, wurde am 20. November 70 Jahre alt. — Frau Rosa Lewin geb. Lesser (früher Wormditt. jetzt Allenstein 'Lstpr.s, feiert am 24. Noveinber ihren 70. Geburtstag. — Frau Johanna, L e w i n (Beuthcn/ Q.-S.s begeht am 24. November ihren 70. Geburtstag. — Emanuel Zodick (Lmrbach/Lberhesseni. der kürzlich sein oOjähriges Qrtsjubiläum als.Lehrer der Gemeind« beging, und Frau Josefins geb. -'Westerfeld. feierten am 17. 9!ovsmber ihre goldene Hochzeit. — Joseph Teckro tmö Frau Nanny geb. Schüftan (Eicheudorf b. Carlsruhe/ L.-SJ feiern am 24. November ihre eiserne Hochzeit. — Jakob Lomnitz und Frau Ernestine geb. Snlzbachcr (Eiwrfeld) begehen am 27. Novemberihre goldene Hochzeit. — Hugo N o r d h e i.m e r (Leipzigs ist. gestorben. — Frau Mary L e w i n - sohn geb. Ephraim (Weißenfels-ä. S.s. die Gattin des Vorstehers der Israelitischen Rcligionsgemeinde, ist gestorben. — Im Alter von säst >3 Jahren starb in Hildesheiiu am 3 0. November das hochaugeseheue. langjährige Mitglied des Gelneindevorstandes. M o r i tz Fried h'e i m. Seine großen Verdienste und sein edles Streben nach Zu einer vor läugercr Zeit gegebenen Simultan.-Blind-Vorstcllung von. Schachmeister I. Mieses käm es zur folgenden interessanten Stellung: Mieses (Weihs zog hier Dh 5 — e 8 iv was von Schwarz mit dem naheliegenden Zuge vk4 —k8 beantwortet wurde. Hierauf kam h 4 — b 5! und die schwarze Stellung ist trotz des Mehrbesitzes des Springers/auf einmal hoffnungslos geworden. König und Dame können sich nicht bewegen, der Springer kann immer nur einen Zug machen, um dann auf ck 8 zurückzukehren. Aus g 7 — g 6 antwortet Weiß h 5 — h 6, um mit b 6 — h 7 i sofort zu gewinnen. Schwarz muß hilflos zusehen, wie der weiße König die beiden schwarzen Bauern, deren Züge sich allmählich erschöpfen, erobern wird. Hätte Schwarz auf Db 5 — e 81 Kg 8 — h 7 gezogen, so hätte ihln nach 0«8Xck8 mit Vk4--- «41' usw. Remis durch ewiges Schach zur Verfügung geständen. Lösung der Aufgabe Sr. 45: ' 1. Lc3—h8. (Zuczwamr.) . ... gä-g4; 2. Sc2Xg3f, f4Xg3; 3. Dh6—ei -2. ..... Khl.—tri;1.u Lb8—34 matt ■ * . Sh7—[8, (l6) 2. Db6—fO und 3. Df6—al » . . Sd8—c6, 2. Td7Xb7 usw. ... ., b7——bö', 2. Td7—a? üsw. . . . ..-«6—c5, 2.' I)h6—u$w. - . . . 47—kk. 2. .vb6X-d2H. KblXbll: 3.1'd7Xb7 2'. ..... a3Xb2: 3. g2— g3 matt. * . Ter Läufer muß der Dame die Diagonale 46—al räumen: daß er nur nach b8 ziehen kann, ist aus den einzelnen Varianten ersichtlich,— Auf -1.' Td7—d5' antwortet Schwarz b7-^b6 oder du! Auf 1. Td7—d t folgt g5—g-l! z, * Richtige Lösungen gingen ein von: Michael Levy (Krefelds, Jakob Baumann (Kölns. Mar Privwer (Hindenburgs. Siegmund Austerlitz lGießens, Gottfried Gumbel (Stuttgarts. Hans Steinberger (Bayreuths. Tierarzt Mar Koschminsli lLandsbergs. Hans Cohn, Gustav 'Lewi, Willy Michaelis. Sanitätsrat Dr. S. Tomke. Bruno Kaiser (Berlins, Werner Storch (Essens. Bernhard - Loeb .(Bingen). Dr. I. Meyerhof (Rntenfels). Eorbard Lewisohn (Quedlinburgs. Gerda Lewkowrtz (Konstadt).-Adolf Landau (Wolfen). - ' Weitere richtige Lösungen von Nr. 43 sandten - ein: Tr. J-. Meyerhoff (Rotenfels), .Georg Israel.(Berlin). - ifi . . \ . Schachbriefkasten. B. K. (Berlin). Jeden Montag ab 20' llfjr ist Schachabend im Restaurant Herrmann. Berlin. Jägerstraße 18. wo Sie näheres erfahre» können. — G. L. (Quedlinburg). Einsendungen von Amgaben sind an die Redaktion der „C.-V.-Ztg."., Abt. Schach, zu richten. wahrem Menschentum der hilfreichen Tat wurden von Landrabbiner i. R. Tr. Lewinsky in seinem- Nachrus eindrucksvoll'gewürdigt.- ousgemerzt werden können, die ^aber z. B. schon im leichteren Trio die ganze Schubert-Seligkeit anskostete. Godiried Zeelander (Eello) besitzt im Quartett den süßen, innigen Ton. der in der fünften Bstriativn hell bervorleuchtele. Rudolf Lew y behandelt den sich spreizenden Miß mit munterem >dmnvr. Charlotte Rosen 'Violine) und Alfred Schlesinger (Bratsche) bringen ebenfalls alle technischen und musikalischen Erlvrdernisie mit. Eine sehr yübsckie und bei- 'piclhafte Einführung gab Camilla Spira mit der -Rezitation einer der geisireickten. fein poinlicrten Anekdoten > ans der Sammlung 'Wilhelm Schäfers, einer reizenden Paraphrase zum: Quintett. Tie fitmvperettengewohnte Stimme widmete sich auch mit Geschmack und gutem Erfolg der Liedknnit Schnberis. ebenso wie Wilhelm Guttin a n n . dessen vollendete Stimmbehandlung bei dem machtvollen Qrgan immer wieder Bewundcrnnq erregt, da sie von verklärter Lvrik bis zur ivnchtigen Trainalik alle Möglichkeiten zu er- 'diöpien vermag. Wiederum vorziiglfcii Erna Klein als Partnerin am Klavier. Ten-Ansllang und kniisilerischen Mißklang durci, die banalen Terte des „Trcimäderlhail'es' aber konnte, mau trotz des. liebenswürdigen Vortrags Eamilla Spiras'nickit verzeihen, sie gehören zu anderem, niemals jedenialls -zu einer „-ctnnde Schubert". - , , , K»i. - In einer ,der frelindlickieN Vcraiistaltnngen bei Weil spielte Grete S u 11 a n die beiden letzten Reiben ans 'Beethovens-.Klavier--Bagatellen., deren sprudelnde Ein'alle innerhalb des llein'ten Rahmens für ein Hanskonzert wie ge'etia'iei, ' erickielnen. Tie Pianistin verband mit -kluger, l^etmtsamcr Zartheit die knappe:! Fai'nngen und ihre gcistreickien Gedanken, indem sie Form und, Inhalt in gleicher Werse, gerecht, zu iverden 'nctne. Abgesehen von unnötigen leielnen Unsanberkerren gelangen durch feine Nnaneiernng die 'cchs Stucke des Opus t'-si. besonders schon. Bester als die Größe der Gelleri-Lieder ivollte -sich, von Agnes Lenbach liebevoll ge-ungen. die - herzliche Schlichtlicil von^ dralnn^ - hwr^. an^ügen. Ter solds. der sich auch, mir die gesirl'.igen Lieder G. Goldschlags bemühte, besitzt narkcs Ausdrucksvermögen, das sich in'der Elias-Arie' ebenso äußern konnte wie — im Gegensatz d»rzu — bei Tonis „A marecchmre". Leo T a u b m a n n ivar beiden Saugern ein -fürsorglicher Begleiter. Zu einem glanzvollen Abend gestaltete sich das , Konzert des Lrchesters des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Main rn Hannover. In der straffen Zucht 'eines Leiters H. W. Steinberg hat sich . der Klangkörper wieder merklich vervoüfvNrmner. Tas zeigte die Geschlonenheit. die sich machtvoll sieigernde Wiedergabe der Egmonl-Luvertüre. Ter Schönheit und abwechslungsreichen nrelodischen. Thematik der romantischen Sin'onie von Schumann blieben Trrigent und Musiker nichts schul? dig. - Tie jugendliche Liln Tvmpnl. (Berliirl konnte ibre bedeutende pianisti'che Begabung und ihre gediegene munkalisch-lechniiche Turchbrldnng in Chopins Klavierkonzert L-moll darlün. Ter Tank der. Zuhörer,. der in gleicher Weife . dem Tirig-nle::.. dem Qrchester wie der Pianistin galt, konnte sich in der Synagoge nur in ergrif'enein Scknoeigen äußern. 0. B. Tas Franksiirler Kulturbnndorchester spielte unter Leitung von Hans Wilhelm S t ei nderg - im Jüdi'ckien Kulturbund Hamburg. Tie Jphigenie-Quverrure von Gluck gab der Stimmung des Abends einen ernsten, re-stlichen Charakter. Tas tl-dur-Klavierkonzert von Mozart wurde von Georg Bertram lecniri'ck einwandirer zum Bortrag gebracirt. Seine Ans'astung ist vielleicht etwas zu o.kademrscn. Bon einigen kleinen llnfällen per den Bla:ern abgesehen, spielte das Lcchester mit -größter. Elastizira:. .und Sternberg., der sich als echter 'Mozart--T:r:genr ' ernues. erzielte die- . der dicsi-s 'Werk zu Gehör ivrr::-': > muß. Zv.r' Erninerilüg an die Wiederkehr des 7-"'. i-''?pv.rks:aa?s Gustav Mahlers der Pirrsiker verstärkte Qrchester denen 1. S:n'p" :e. Swivberg dirigiert auswendig. iber dem Werk. Langanhalrende-r den T::'.ge:::?n undFeine Künstlerkchar. deH. Tie Kölner Jüdische Kunstgemeinschail stellte ihren P:::gl:c-d ern die Attrstin - Paula Lind-, ::e K.::ist.er:n n:i: musikalischer und Intelligenz, die -ju ric’cr.cn Genuß bcdeulete. Sie brach:? in ::c'c: k'ns ..Frauenl'u -be nd ' Leb?n"7Xi°nM"'Lledwerke von Schuber: und judi'cne Bolksliedcr. die großen Anklang st'-ndcn. Ter Pianist Bl'^iel SS i l t e l^s iverr der ..Evromati'.üen Phantasie" von I- Bach der bald leidcn'n^ck'liüe. bald sinnende Interpret und ''pielre mit starkem Erleben die „Wanderer-Phanraste"' von Schubert. Vornehm begleitete er die Sängerin. Tie Künstler fanden vielen Beifall. — yo — Mit einem Lieder» und Arienabend eröffnet« der Jüdische Kulturbund Düsseldorf sein Wintervrogramm. Wilhelm G ir t t m a n n . Berlin, im Rheiiilaiid. kein Unbekannter, verfügt » über ein großes und tragendes Qrgan, tvelches in allen Lägen mit lockerer Technik gehandhabt wird. Dramatisches Gestalten macht ohne Zweifel' seine besondere Stärke ans. In den Schubertliedern vermißt man die überzeugende Einfühlsamkeit in den ^Sttmiingsgehatt. Eine leichte Jvdisposition ließ 'den Sänger leider nicht zur Freiheit kommen, bi«-^ dazu noch durch Anhaslen an Tert und Noten ge^> . hemmt wurde. Dadurch entwickelte sich auch nur V. langsam der erhoffte erwärmende Kontakt mit de»' nackt der längeren Sommerpause besonders empfänglich gestimmten Zuhörern. Erwin Palm ivar mitgestaltender Begleiter am Flügel: die Far? bigkeit seiner Lieduntermalnng trug wesentlich zur Erhöhung des Genusses bei. Dem Sänger und seinem Partner wurde herzlich gedankt. Icon. Eine neue Novelle von Max Samter T-er zweite Autoren-Abend des Vortrupp- Berlags: Camilla Spira liest eine neue Nüvelle von- 'ln r S a m-t c r: ..Das Erdbeben". Während man dem Vortrag folgt, denkt man unwillkürlich an eine andere Erzählung, die fast den gleichen Titel trägt und in der auch das Geschehen durch den furchtbaren Anlaß einer Erderschütterung ansgelöst wird, es ist Heinrich v. Kleists. Geschichte: „Tas Erdbeben von Chili". Und nicht nur . bezüglich des äußeren Llnlasses drängt sich der Vergleich, ans. es ist mehr noch. Jener tiefe Akkord in der Fermate der Samtcrschen Novelle: junge Kra't. die aus den Trümmern des Alten. Zerbrechenden anffteigt. klingt auch einmal bei Kleist auf, Ta heißt es in der. Erzählung Kleists — leL-kät-wie ein Atemholen in diesem Sich-Uebcr- . ''liirzen dramatischer Vorgänge:) „Und in der Tat schien mitten in diesen, gräßlichen Augenblicken, in welchen alle irdischen Güter zugrunde gingen und die ganze Natur verschüttet zu werden drohte, der menschliche Geist selbst wie eine schöne Blüte auszugehcn.". Tann aber tritt bei Kleist die tragische Wende ein, und den „gräßlichen Augenblicken", die überwunden schienen, läßt cr noch gräßlichere folgen. - . Vernichtung und Tod, das ist das Ende bei Kleist. Junges Leben, schöpferische Krait. damit schließt Samter. Bei Kleist ist das Geschehen Substanz, Bei Samter Synüwl. Tas. was. Kleist berichtet, ist menschliches Schicksal, und indem wir es miterleben, wird der Sinn der Erzählung erfüllt. Samter — in herber und zugleich holder Prosa — gibt eine eigentümlich-reizvolle Mischuim von Realismus und Stilisierung. Es ist die Liebes geschichte von zweijungen Menschen, fast noch Kindern, die durch das gemeinsame, erschütternde Erlebnis eines Erdbebens, bei dem beider Eltern ums Leben kommen, in ihrer jugendlich verhaltenen Liebe ganz zueinander finden und in dem festen und beglückenden Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit sich ein neues Leben aufbauen werden. Dtit seiner'PsYchologie und unendlich viel 'Zartheit im Ausdruck schildert der Tichter dieses Liebeserlebnis der beiden jungen Menschen Paul und Ruth. In jedem Wort spüren wir den Atem der Reinheit. Kristallklar in Form und Sprache, ergreifend im Stofs, fesselte die neue Novelle Max Samters. H. B—n. Edvard Moritz' Lrckzesierwerkc „Rondo giocoso", Burleske" und feine Suite „Ter blaue Vogel" sind in Schweden (Stockholm und Gothenburg) zur Aufführung angenommen worden. Jüdischer Museumsverein E- B. Berlin. Tie alljährliche Mitgliederversammlung findet in diesem Jahre am 19. Tezember, 20 Uhr 15 Min., in den Räumen des Jüdiichsn 'Museums. Qranienburger Straße 31. statt. Tagesordnung: a) Vöritandsivahl. b) Befäilnßfassnng überdie Jahresrechnung, e) Beschlußfassung über Aenderung der Satzung, ck) Verschiedenes. Alle Mitglieder sind. herzlichst dazu eingcladen.-.' V Alfred Auerbach, denen Novelle „Kleines Tor'- idyll" die Leser im 2. Beiblatt dieser?lum= .mer finden, spricht am 27. November im Rah inen des Berliner Kulturbundes im Logenhaus. Klcisiflraße 10. über „Heiteres und Beschaulicher au-r Süddcutschland". l

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