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Central-Verein-Zeitung · 1935-11-22 · 47 (22.11.1935) · page 1

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
47 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 47 4 1. Beiblatt 22. November 1935 Start der Wanderoper Zwei Offenbach-Einakter -- Unsere erste und ehrerbietigste Neueren; . gebührt dein, der seit gut einem halben Jahrhundert alle seine Premieren versäume» nruß-Jaeques Offen b ei ch. dem Triumphator dieses'erfotgreieluui und lustigeir Abends.. Dann haben wir den Pragrammgewaltigen des .R utt ü r b u n d e s und der Jli'nrft l e rvermicden wurde. Doch wird wachsende Hebung nach weiter auspigleichen haben. -Kurt -Bau m a n n . der Regineur. erkennt mit Recht. dag Spielsützrung nicht in pwglichst vielen Gebärden und Agieren besteht. So lägt er, dein nninralisch.fein gearbeiteten Stücken diegesangliche.Wirkung ilnd.- belastet sic nicht durch Bewegung. Immerhin hätten im ersten Stück die -Pointen. die Ueberraschungseftekte dieses ganz auf Sitnatlvnsfomtt gestellten Jiuprvin'ptus wesentlich star- : Links:„Ein Ehemann vor der Tür“ Unten: „Die Hanni weint —- der i Hansi lacht“ ' Fot. Herbert Sonnenfeld h i l f e zu danken, daß sie endlich — und warum erst jetzt? — aus der unerschöpflichen Fundgrube und Schatzkammer Offenbachscher Kurzstücke zwei musikalisch besonders entzückende Einakter zu klingendem Leben weckten: „E i n (5 h e m a n n v o r d e r T ü r" und dann „D.re. Hanni weint — der H a n s i lach t". Ter musikalische Leiter, Ernst Ewald Gebert, ist schon zweimal durch besonders _ gut vorbereitete Operneinstudierungen ausgefallen. Auch diesmal hat er eine im Gesangsensemble blitzsaubere Ausführung zustande gebracht. Tabei hielt er die goldene Mitte zwischen einem straffen Vorwärtstreihen der Pikanten, springenden Rhythmen und einer gewissen Nachgiebigkeit an das sängerische Ausspinnen im Kantablen wie etwa in der Romanze des Kilian. . Schwer hatte es Gebert mit dem Orchester. Bei einer Besetzung von sieben Streichern und einem Klavier (Paul Lich te n ster n) muß auch die minimalste Unebenheit, die kleinste Ünsauberkeit deutlich werden, da kein Tutti die stilistisch wirkenden Spieler deckt. Diese Schwierigkeiten sind wenigstens zum Teil erfolgreich überwunden; und da hier vom angestrebten Klang eines Kammerorchesters zu dem einer Salonkapelle nur ein winziger Schritt ist, so dürfen wir uns freuen, daß er durch den Willen zu besonderer Präzision ker herausgeholt werden können. Deutlicher war die Hand des Spielleiters natürlich in dem zweiten burleskeren Einakter zu spüren. Der transportable .Ofen wurde allerdings gar zu oft vorgefahren. Tie Miniatürausstattung war von Helmut Metzger besorgt. Nach langer Dürre bringt dieses Jahr eine reiche Tenvrernte: nach Mcpbert und Nahm tritt nun Richard Dresdner hervor. Seine Stimme hat die Helle und Leichtigkeit, auch hohe Töne im Ansatz rein und sicher abzufangen, dazu beherrscht Dresdner die Kunstder gesanglichen Uebcrgänge,' versteht einen Ton ausladend schwellen zu lasten und verfügt über ein biegsames Parlando. Schauspielerisch wirkte er als Lebemann von vorgestern in der Mischung von Ladenjüngling und Geck, von Verlegenheit und Komik gut. Als Freier einer so resoluten. Müllerin durfte er im zweiten Stück aber weit selbstbewußter austreten. Neu war auch Thea S i l't e n. Sie war einmal die elegante, leicht hpsterische Salondame, dann die derbe, listenreiche Bäuerin. Die Künstlerin mußte erst im zweiten Stück in der Drapierung der jammernden, tränenreichen Hinterbliebenen ans die Bühne kommen, um — im doppelten Sinne - „aufzu- . tauen"; von hier an wurde ein bis dahin etwas schablonenhaftes Spiel flott -und munck ist eine sehr gute Bühnenerscheinung und Hut ein zartes, schönes.Piano. Sonst ist das H rgan recht/spröde und glicht durchiveg ausgeglichen. jedenfalls sollte aus eine klarere Aussprache geachtet werde». Leo R o h r .wart abgrimdige Baßitaccati in die Ensembles. Im ersten Stück sah er wie aus einem Simmel-Album -.-entsprungen, aus, im . zweiten füllte er -die-kleine.Bühne mit viel Korperlichteu -und roipatsclnaleit und er zielte; 'als fistul,erende Mullenn kostumierl, ein Sonder.sllnnuuzeln. Daher ..»aerr Batlei' hatte auch seinen Sohn irutgeluacht: Julius Kü.khan -bringt als Brauliverber wider Willen eine vietbelachte ReuanstngK seines - . BJenzell K-utchans Komik - der-: verschmitzte».. Blödelei überreuut ivieder alle: das Publikum, das ihn nach sei nein selbitgedichteteii Eouplct mit.. Beifall überschüttet, das Orchester und den Dirigenten, die mit lachenden Gesichtern musizieren, und allerdings auch das Ensemble: denn seine. Austritte werden fast immer zu Soloszenen. Lilli Heinemann war an diesem Abend ganz groß im Inge. Sie spielte init viel natürliclpscharma'ntcr Atunterkeit, brachte ihren /Hergesang in so elegantem Bogt^n und mit einer Selbst- Verständlichkeit, die stärksten Beifall anslöste. Ein übervoller Saal nahm das Ganze mit dem entsprechenden O.uantum au Begeiste rung und Gelächter auf. Doch avurden die Stücke diesmal nicht mir zur Freude der Berliner einstudiert. Bei uns.war nur der Start, und die Schönheit dieier Biustl soll vor allem den t h e a t c r l v s e n G e in e i n den, die sich zum Teil sichvnden Thespiskarren verschrieben haben, gellen. "Nun also: Gute Reise nnd weiter Hals-, und Beinbruch! Ludwig Altmaim. „X Y Z“ im Breslauer Kulturbund Ein knappes Ja Ich vor seinem Dode hat K l a - b u n d dieses heitere Spiel vollendet: ein .Spiel zu Dreien" lun die Liede zwischen den nnbekanii' ten — und doch so bekannlen -- G'roßen .1', V) mib I. .Yist ein geiviegter Hochstapler. I der echte Grafst, der. deshalb zuerst als Diener von Sk auftritt. stwischen ck und st oder zwischen, dein sich verändernden Grasen Und Diener wandert die Liebe der cbcinallS echten Komtesse st immerjüdische Winterhilfe Die Abteilung Pfundspende benötigt dringend Hilsskräste! Schriftliche Meldungen erbeten an: Frau Hilde Sommerfeld, Berlin stK/ 2.1, Perleberger Straße 3. - Frau Hilde Stofen Ex an 3» Berlin C 25, Gontardsiraße 5, Frau Ella Kiwi, Berlin 0 17, istralauer Allee 35. "hin einigemal hin nnd her «und die Ehe auch» Noch dem-2öarnm und nach innerer-stwangsläninz^ keit darf »ian hierbei nicl,t fragen. Der rliealereinsall. der da so bunt schillernd aiis der Bühne abgeivickel-t wird.'-läßt, solche Fragen gar niriit zu. 'Nur an der - - nbrigeiis rectik niuiiotiviert gebrich len — Seliliißsolgernng. narli der. jede Vu'iv so ein Dreiecliviel in, daß man inr .1 '}) st Jeden beliebigen stuiäianer einseßeii kann, dürfen N'ir iiiglich zivei'eln.; Probleme, die im Hinlergriind des Sincles in Fülle anstanrhen .könnien. lial .Klabnnd bewußt beiieile geschoben: alles ist ainsorglos-lieiteresämelles Spiel abgestellt. Der graziö'e nnd amniante Dialog erinnert an M-ol- „är. den L'gil; nnd Esprit sranzoNi'clier. :'lnloren. init dem inan ilni oerglnlien hak.- er-reiclii er nichl Rikolai Eljaicl, osi ließ das Dpiel ani dem kleiiien Bnhiieiirainii rasch n»d be'clninilgl geäing abrolleu. im Berein mit den Biilinenbildern Heinz Eoiidell sorgte er zpdem '"r eine elegante Jnizenierniig. bei der „ul-|t.> iei,l!e. >oas;u >nvl,l ansgeNallelem Dlieater geliorl. - Hanii S cl> o t - t e ii i e I s io.ir die .eilile Komlc-ne st: verioohnl nnd - elegant.' keel und kapriziös, nur l,ätte inan ßlst manctiinal . melir One>ksiU'rigleil geionnicht. Herin.inn / cli i ndl e r inar als ä. >oie es der-- Dietiier vorig,reib!, „in seim-n Beioegni'-gen lag viel Tgiarme nnd stnmnl. der läg>erlig>e Eindruck, den-er bei 'ei-aem er'len Austrill tiervörrnit,- innß g'oiorl verig»i'inde„." Ein ilmter Gaiiner. der - ebenio iinnväthüch »ne irech ioirsle. Den echten Gra'en st gab Er,g> t t sl a d t . nol'el vom .'Monokel biS zum Vacksg,i,n. mit ergopüch nnir tiidu'r mstnnk und enl'prechend geieplem Dviisa». Georg -F e l d m a im ioar der alle Diener des grä'liilie» Haii'es "st: eine präcl,lige^ ^>ipe. iwrnel,»' nnd reieroierl. Das ansoerkan'le Hans ioar sehr beiiallsireiidig. . Kurl Schwerin. Fotodienst Arno Kilcoler . Sämtliche Ausgabestellen der Jüdischen Winterhilfe der Jüdisii)en Gemeinde zu Berlin geben - in der letzten Novemberwoche K o h l e n , B r o t. Kwr t o f se l n und, so n st i ge L e b e n s m i t -. tel aus. ' Die Ausgabe erfolgt zu bestimmten Zeiten, die in einer Bekanntmachung der Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe festgesetzt worden und. Da für eine geordnete Abwicklung der Kohlen- und L e b e n s m i t t e l a u s g a b e n hinreichend gesorgt ist, werden sämtliche Betreute der Jüdischen Winterhilfe bis zum 3b. November im Besitze der von der Jüdischen Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin nach den Richtlinien des WHW. ausgegcbenen Lebensmittel und Brennmaterialien für die Monate Lktober und November sein; Veranstaltungen zugunsten 4 der JWH - 24. November, 20 Uhr 15 Min.:. Synagoge Riste, straße. Jüdisches Wohlfahrtsamt: Bezirk N.vrden. Konzert. Orchester des. Jüdischen - Kultürlniuds unter Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Rosenstock. Gesang: Anna Lipin. Karten: Bezirk Norden, Schvuhanier Allee 2-'!--25, bei den. Pförtnern Rosenstraße 2/4 und Lranienburg-r Straße 29 und bei allen Mitarbeitern des Be- 7. Dezember, 20 Uhr: Bach-^^ Lützowstr. 7b. Sonderveraustaltuug des.Jüdischen Kulturbundes unter. Leitung-, von Intendant Tr. . Kurt Singer. „Feier-Stunde des Kulturbundes." Ansprache des Präsidenten des Reichsverbandcs der Jüdischen Kulturbünde' Dr. Kurt Singer. Arioso von Händel: Susanne Stein (an der Orgel Erwin Jospel. Hebriden-Oilverture von Mendelsohn-Bartholdv:. Kulturbuud-Lrchester unter der Leitung von Generalinüsikdirektör Josef illoscnstvck. Schicksalslied von Brahms: Der K. S.-Ehor. der Lpern-Chor des Berliner Kulturbund-Theaters nnd das Kiilturbund-Orchester. Dirigent Tr. Kurt Singer. Nach der Pause: :.Eiu Ehemann vor der Tür". Operette in einem Akt von Jacgues Offenbach. Musikalische Leitung: Kapellmeister E.rnit Ewald Gebert: Regie:'Kurt Bamnann: Bühnen-, bilder: Helmut Metzger. Darsteller: Thea eilten. Lilli Heinemann, Leo Rohr rmd Rickiard Dresdner. Karten zum Preise von 6,.—, 4;—, 3.—, 2,50, 2,— und 1,50 RM gegen Borweisnng'des Kulturbundausweises oder der R.-Ausweiskarte bei der Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe. Berlin E 2. Rosenstraße 2.'4. (Telewn Dl. Norden. 6711. Apparat 62). beim Kulturbund. Kvmmandantenstratze 57. beim Pförtner des Jüdischen Gemeindehauses. Oranienburger Straße 29, bei den Kastellanen der Shnagogen des Westens, sowie bei den folgenden Buchhandlungen: Kedem. Tahl- ' mannstraße 3, Philo-Berläg. Pariser Straße 41 und Ernst Wolfs, Prager Platz 4. Oela I^iprnslcaja im Berliner Kulturbund Dela Lipinskajä singt in ihrem neuen Pcogramm ein Lied von Bry „Die Seeleuwanderuug". Einst >var sie Elevpatra, dann Elsa von Bradant. die Pompadour war ihre nächste Station, und heute ist sie die Tisense, besessen vom Theater, init Leib istid Seele, Geist nnd Alltz dem Pnl'Iilnm verschrieben, und --- „wenii der Vorhang fällt, dann sag' ich schade". ..Schade" sägten auch all die Hunderte von Nlenschen die den Vach Saal . füllten nnd gar nicht genug von dem Vortrag, dieier zierliche», schönen, lachenden, philosophierende», „relativ sinnigen", dann wieder üG'rmütig sprühenden Frau hören und sehen konnte». Das neue Programm zeigt sie wieder in der ganzen Fülle ihrer Ansdruck-r-möglichfeilen. in Wort nnd Lied und Mimik: es bringt rnsüiche Volkslieder und modern snobistische Ehamons. Verse von Ringelnatz und politische Satiren über den Vvlkerbnnd und.—‘last not loast --- die „Figurinen aus ihrem Album". Da steht ivieder der - kleine Bocher vor uns. ein schmales lind schlankes unreifes'Jüugelcheu in seidenem Ktastau mit roten Pajes und singt Lieder vom Ulebbe nnd von der Hochzeit in der kleinen Kehilllstdnnn tänzelt Priv- -zessiu Tnrandvt in weißer lind blauer Seide mit spitzem Silberhut auf p>?chscl>>oarzem Haar herein und gibt dem,Freier ein politisches Rätiel an'.und schließlich erscheint der. rilssiscki-französiselje Paln die rechte Hälfte der Lipin'kaia trägt eine buntfarbige Unirvrm.-unter der Runenmütze guckt ßroli blondes Haar hervor: die andere Hälfte zeigt das große Decolletä einer sranzüsischen Dame im schwarzen Atlaslleid mit Straß nnd roten Locken. Und so gegensätzlich wie das Kostüm ist die stlimil. einmal männlich-drastisch komisch, dann westünstschmachtend und zart. .Eine begnadete Künstleriii. der Tan'ende danken, die in diesen Wochen dnräi ihre Kunst und ihren Geist zwei Stunden lang den 'Alttag verges'en. ' - Leider ist Dela Lipmskajas ständiger Begleiter schwer crlranlt. Der stlusiker. der in letzter Stunde einge-sprungen ioar. wird sich -ihrem Vortrag beöer anschmiegen. wenn er das Fluidum der Künstlerin auf der Bühne öfter erfühlt hat. Deshalb getan gen diesmal am beüen die Ehaiisvns, in denen Dela Lipinikajä sich kelbit am Klavier begleiteie. aiich hierin eine Künüleriii von nicht geivolm lichem Können. So wenn sie im ..Rn''''che,i Jahrmarkt" mit nngehenrem Rhythinns die Po.lh> phvnie des Jabrinarlktreibens virtuos lebendig werden läßt, oder in den ..'Noten" von Beda den llebergang vom Ehanivn zur Beetlwven''chcn Path-ckigne mitinnerer Wärme findet. stwischen. den Figurinen spielte der bekannte Pianist Stefan Antal Stranß-DvNani. Ebopin' und Li'zt nnd fand reichen Dank und Bei'all. Kleinkunst verlangt einen kleinen Raum. Der Bach-Saal mit seiner monumentalen Höhe und Kalte muß manche Feinheiten des 'Vortrags oder des Ansdrncks vericlilingen. Wenn Dela Lipinslaja trotzdem mit jedem im Saal solchen Kolilakl ge> X. Dela Lipjnskaja Ivann. daß nach Selilnß des Prograini»^ keiner daran hintpei anszinnün-n, iimdern'. von der gebe freudigen -gn:istlerin dnrg> 2'ei'>iU-i-'r>ir'me immer neue ,-zngat'en ertrotite. io i;o ia;t da - mir für da - große.- Können, iind den. elstnio großen. Liebreiz, dieser Franc.' Konzerte in Berlin und im Reich Das Forellen Ouintett stand .im MiNi-lPinstr ' eines aiisoerkan'leii? -t> n b e r t - ck b e n d s inr die Berliner Jüdische Winterhilfe, zu dein der iporichende der ißemeinde.' Heinrich c t a!i! . cm" leitende 'A-orte iur-.nh. Da, Säinbect stets und!iisl>e'ondere lner ein ,.,ou 'st>obli-rii! nn stniainmeiikNing und von ''eni 'dnrchirt'ertcter Dvnamik er'ordert. in die Leistung dr-r Fünf iioch an ziierleitiikn. rn.a ü l e i ii i.'Uavier > gab mit -perlender' Ge'chttle'c-igkeit und prächtiger jctmüeg- >amer "üwtlmnk'den Halt iür eine 'iri'che nwlod-ieireudige rlii'inhrnng. bei der bald fern noch 'eiost versländltche Alaugel uu Eurjatz oder im Klang

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