Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 46 (14.11.1935)
- Date
- 1935-11-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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G WO Erster Eintopfsonntag Schön, daß die Sonne so scheint am ersten / Emtopfsonntag der jüdischen WuiterhilfeF das ' Herz, da? an diesem Werk in der Hauptsache beteiligt ,st, empfindet öouflmr, ein solches Vorzeichen. ' - - i ‘ - > Ks ist. für erneu Lvnntqg. 'iwchAzicmlich früh äm Morgen.:', Das inacht- «iicksts — raus aus.den Betten, wenn -die Wintcrhilic rnit! Erst dir Sammler, dann mich die Spender! Plitleid gibt es nur mit denen, die betreut iverden müssen. Treppauf, treppab — Häuser - mit Fahrstuhl — schmale hölzerne Stnfeii — ein trauriger Hinter, hos — alles durcheinander. Wohnungen iind Behausungen - Teppiche und kahle Dielen, ans denen die Schrille IjaHeit. Wohlgcllcidete und Frauenbund: nur die Eintopsspende./bitte!" Der kleine-Kerl.non-ungefähr 8 Jahren ist glücklich, daß er iinleria)reibcn darf: und "als er gar .sieht, das; .seine.Unterschrift durchgepaust ist. strahlt er.. In einer Diele stehen Koffer, große und kleine; alles sieht"nach Abbruch, -nach- Aufbruch aus. Eine altere Frau geht zwischen den gepackten- Koffern herum, ganz verloren kommt sie einem, vor.. - -..Wann lviinnen Sw denn das nächste Mal? Erst in , 4 4 Tagen? Schade, da bin ich schon weg»-da..--bist - ich gerade ans hoher See." Sie steckt ein zerkniilltcs Ta«'ck«entnch in die Schürzentasche und gibt einen größeren Betrag in die wartende Hand. „Nehmen Sic, es ist doch nun das lctztemal." Glückwünscho für -die Tra.ii, Glückwünsche für den Sammler — dann schließt sich die Tür. Langsam geht man die Treppe hinnntcr und das Herz ist sehr schwer. Man fühlt: diese Frau wird ihr Leben lang nie vergessen, daß sie am letzten Sonntag in der alten Heimat das Eintopfgericht aß. Qüdiic&e Qi/inkn&iife d&l QüdUdlui. QeuuuHftc y* /BeaG*C Postscheckkonto Berlin 93 446 ärmlich angetane Menschen. Zimmer, die das einsame Leben eines einzelnen umschließen 7— Zimmer, die erfüllt . sind von dem Lärmen vieler Am Sonntag vorher mar Haiissammliing. da hat man sein Kommen ä»f -diesen Tag bereits angekündigt.. Man kennt die Menschen schon, zu denen man kommt, und sie kennen einen. Man weiß: dort werde ich besonders nett emvfangen dort wird man mich sogar z» einer Tasse Kajfee bitten — dort wird mir ein alter Maün in der .Hausjacke öffnen--- dort «vird schon das Geld bereitliegcn —' und dort werde, ici« es schiverer liaben und wieder die schreckliche Zahl nennen müssen, die Zahl, derer, die ans -Hilfe warten. I» den meisten Fällen ist der Empfang, der einem zuteil wird; ein dnrcl.au-S freudiger, die Hilfsbereitschrst eine. Selbstverständlichkeit; besonders aber, das muß gesagt lverden. bei denen, die selbst ganz arm sind, so daß man ihnen cigentlich etwas scl)enken möchte, statt etwas von ihnen mitzunehmen: da ist z. B. eine kahle Stlibc. die einzige, in der die Familie haust; junge Menschen, zirvi Kindl'r sind da. Der; Mann scheut sich, den Betrag von Pfennigen zu nennen, den er geben kann, er weint, daß es nicht mehr ist. Als der Tag etwas weiter vorrückl. riecht es fast aus jeder Küche ganz deutlich nach Eintopf. Ein kleiner Junge öffnet die Tür. Aha. Rindfleisch mit Bohnen.'wird-es da geben! ..Ist die Mutti da?" „Rein, die Mutti ist nicht—er sieht den Ausweis in der -Hand des Fremden vor der Tür /.iiidiickie Winterhilfedie Mutti ist schon -da." Die Mutti kommt. ..Ach, Sie wollen die Psundspcnde abholen?!" „Rein, die holt der In einem schmalen Miethans. 4 Treppen. Tie Wände sind schräg, aber das Zimmer ist hell: von der Sonne, von dem Glück, das den beiden einfachen jungen Mensck«en ans jedem Lächeln spricht. Die Frau sieht sich die Liste genau an: ..Sieh mal. zu dieser Gruppe gehören wir und zu diesem Block — das wollte ich schon lange wissen; vielleicht kann ich das nächste Mal bei der Haussammlnng schon mehr geben, ich möchte es so gern. -Hoffentlich haben Sie heute noch viel Erfolg!" Der Tisch ist bereits gedeckt: eine bunte Decke, zivei Teller, zwei Messer, zivei Gabeln — sonst nichts: znm Ausgang, muß-man durch die kleine Küche: ans dem einzigen Topf, der auf dem Gasherd steht, steigt ein kräftiger Essensduft-: Mit festem Händedruck verabschiedet ruan sich von zwei glücklichen Menschen. Viele Stunden hat die Wanderung gedaitcrt. Ein wenig müde. aber froh im Gefühl, etwa? ge- >ck«af«t zu haben. kommt man zu der Familie; die einen selbst zu Tisch gebeten hat. Eben kehren auch die beiden Söhne von. ihrem Sammclgang zurück. Natürlich haben sie Hunger., alle: aber zuerst wird abgerechnet — die Ouittnngsblocks. die Listen kontrolliert und der Inhalt der schwarzen Geldtasche voll Eiker gezählt: es stimmt! ..Ach. du hast mehr als ich!" Enttäuschung und neuer Entschluß zu noch größerem Einsatz der Person, spricht deutlich aus den Mienen des einen Jungen: nun. einer muß doch mehr haben! Und dann bringt die Mutter eine große, dampfende Schüssel ans den Tisch: Brühe-mi-t Kartoffeln- und Gemüsceinlage. Hilde Marx. ' Zu dem von der gesamten jüdische» Presse gebrachten Aufruf aller jüdischen Organisationen für die Jüdische,Winterhilfe haben wir noch nachzntragen. daß die Vertretung der Unabhängigen Jüdischen Orthodorie Deutschlands sich dem Aufruf angeschlosfeii hat. Damit hat sich der Reichsbund gesetzestreucr jüdischer Gemeinden in Halberstadt, die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoren Judentums e. D. in Frankfurt a. M. und die Landesorganisativn der Agudas Jisrncl in Deutschland in den Dienst der Jüdischen Winterhilfe gestellt. Berliner jüdische Winterhilfe Veranstaltungen 17. November, 20 Uhr: Großer Saal des Brü-' dervereinshauses. ..Eine -Stunde Schubert". Mitivirkende: Camilla Spira Und Wilhelm G u t t m a n n. c Forellenquintett.. - -Mitwirlende E r n a K l e i n (Klavier,. Ch a rlo t tv Ros eit'. «Violine). Alfred Schle sii y ge r (Vwla), G o-d f r i e d Z e e. l"ä n d e r (Cello) - und . R n - - d o l f Lewy (Contrabaß) Einleitende, Ansprache: Direktor Heinrich Stahl, klarten zu 1 bis 3 RM bei den Kastellanen der Synagogen des Westens, beim Portier des Jüdischen Gemeindehauses. Oranienburger Str. 29. in den Buchhandlungen Kcdem. Charlottcnburg. Dahlmannftr. 8. Ernst Wolfs.' Prager Platz 4, und Philo-Verlag. Pariser Str. 44. - - - ' 20. November. 16; Uhr: Musikalischer Tee im Altersheim Schmargendorf. Bertaer Str. 33/33. Ptitwirkende: F r i tz i J.v l (.Anna L i p i n . D a g v M e h b e r t und Fritz Lech n c r. Klavierbegleitung:. E rw in I ö s p e/ Karren zrr 5 RM beim Inspektor des Altersheims, bei dem Kastellan der Synagoge Fasanenstraße sowie beim Werbedezernat Oranienburger i-rr.29, Zimmer 50. 20. November, 20 Uhr: Reue Synagoge, Oranienburger Str. 30. „Die Zerstörung Jerusalems" -von F e x d i it a n d Hill e>r. Jüdische Chornnd Orchester-Vereinigung unter Leo Kops. Solisten: Paula Lindberg (Alt), Hildeg a x d Lindt (Sopran), I ü l i n.s P e i s s a - ch o w i t s ch (Bariton) und H e r m a n-u N a h m «Tenor), -garten zu 1 bis 5 NM'bei den HauS- - warten der Indischen Gemeinde Lranienbnrger Straße 29 und Rvsenstr. 2/4, bei den Kastellanen. der Synagogen Fasanenstr. 79/80, Priiczregenten- «traße 69/70, Kaiserstr. 29/30, solvie in den Buchlfandlunaen Kedem. Dahlmannstr. 8, Ernst Wolfs. Prager Platz 4 und Philo-Verlag. Pariser Str. 44. 24. November, 20 Uhr 13 "Min.: Synagoge Nhkestratze. Jüdisches Wohlfahrtsamt, Bezirk l'corden. Konzert. Orchester des Jüdischen Knltnrbnnds unter Leitung von Generalmusikdirektor Rosen stock. Gesang: Anna L i p i n. Karten: Bezirk Norden.^ .cchönl,an«er Allee 23.23. bei den Pförtnern Rosenstraße 2/4 mtd Oranienburger Straße 29 und bei allen Mitarbeitern des Bc- Gememdesitzung in München .. >(m 7, November fand die erste gemeinsame citznng von Vorstand . und Geincindevertretnng der Israelitischen Kiiltnsgemcinde München nach Erlaß der Reichsgesctze vom 4 3. September statt. Der Vorsitzende der Ge«neindevertretnng. Rcchtsanivalt Dr. R e g e n st e i n e r. «vies in einleitenden Worten ans die Bedeutung dieses Zeitpunktes hin und besondors ans den Aufruf der Reichsvertretung, hinter den sich die Münchener Gemeinde, ohne Einschränkung und mit Nachdruck stellt. Im Anschluß an seine 'Ausführungen erfolgten die Ergänz,ingswahlen ziveier Ausschüsse; bei denen von Oberstlandesgerichtsrat Tr. lst e u m e y e r . als Gemeindevorsitzendern, mit herzlichen Worten des Tanks und Abschiöds der Auswanderung des Arztes Dr. August Feuchtw a n g e r gedacht wurde. — Rach einem umfassenden Referat von Jnstizrat Tr. O e st r e i ch beschloß die Gemeindevertretung einstimmig, entch v res mit dem K n I t » r b n n d nj ck> e «t e r lraten mehrere von ihnen .mit n e u e n, g e «v ich - t i g e u 49 e r k c » hervor. Bei -hoin G e i g e r - K' il t I in a ii n belckiränlt fick« das spezifisch jüdische Element diesmal an« die 49ahl siddiicher Tertc. dnrck« lle.berträgnug ins Deulickie verlieren sie aber ihre Eigenart, und der in Aulehining an die Lriginäliuelodicii frei durchgeiührle Vokali'at; nimmt ilnieu in'ck«-mehr von ilireiu ur«pü»glicheii Eharakter. Es find l>nb>che. geruudele Lieder luadrigaleskcr Halliiug. die einem «veniger aus Einheitlichkeit der Stilgebiing als au« 49ohlllang un^ Eiiigäiigigkcitii-lueiideii Pnl'ti-lnin .geiallen «;-.iden. Engere . Biiidnugcn zwischen llrlert- »nd fiiiittle- , cischeiu Eigenlebeu üellt .Herber« Ir v in in s Ehor- . fiintatc mit Lrcliener ,.Jn Eiviglei«" her. Fromm liat den'Gei««-oiiindiiclier Nlniil «larler an« «ich wirlen lauen. E-- cn!'«e!i! enie-rei wolle S'nilbeie we«>- . und vskenropaiicher. ai,a> ori.enlaiiielter '.'Nisdrucks- - elcinente. die dnrel«. n-höpieriiebe 'gliantane überleiigende 'Geilaltanniininl. Das bemerteusiverle 49ert «and mit-Reeht einliebige Zniliinmnng. ebeu- 'alls ein an« o'ljiidüclten Ploliven.rnltendes «vnch-- iendes Ebvrlied ..O- -gern". Ihre Herkilnit' ließen die aus o«ijüdiici,e!i Liedern entstandenen Bladrigale von Erick« Iler g a I, n lanm nöch .'erkennen. Sie «ind eine von der tonalen Grundlage der Originate weitgehend losgelöne Neiiiasimig, dereir; lün-stler-ische '.h-ot«vei«digleit öe-slrilteu «verd'eu kann. >wiitaten und-'Madrigale älterer M!ei«t'er' «üllteii den-ersten Teil aus. Den euisgezeichnelen- Verlauf geivahrleineie neben dem Orchester, der von Dr. ->latban E I« r e ii r e i ch «iraü und überlegen geiührle gaminerckior. Die Sololeistnugen von Gerda O p p e n t, e i m..Paula Lev i und Hans A<s e n - \ \ Karl Ettlinge r s allväteriicher. gntmütiper-Hninor hat geiviß leinen Allnalilälsreiz. aber iit cs nicht gerade diele ZeiN'erne. die anlockt und .en'reut/ Wie gern läßt üch ielbn der literarisch Aniprnchsvolle 'einmal in die nilleir. abseitigen Bezirke führen, in denen die mit Liebe nachge-;cichneten Fianre» Elllinaers aedeiben_Ma liörte in dem Frankslirlcr Abend in den Prv«a-- ilizzen «ind den'.mit tre'«sichereii Pointen ansge- «latteten Versen selbst nach den dra'iiscki'ten Scher- - zenkein schallendes- Gelächter; iah aber in dem -di'chtgeinllien Saal nur 'robe. entspannte Gencki- «er von Bieniclien. die danlbär ivaren inr Siun. den b-'rinlo'-er. ans dem Zersen anellender Heiler lcit, -- - .X. Il-e. l« e i ni-,hic!leii das gleiche gute Niveau. Der Liederabend von .Erika S t o r m bedeutete. einen verhei«?nngsvollen Auftakt für die Veranstaltungen des. n e u g e g r ü n d e t e n Jüdischen Kulturbundes Mainz. Die Sängerin ist eine Begabung. die durch Stimme. Erfcheinnng und Temperament für die Buhne.prädestiniert sein dürste. Die jüdischen Volkslieder zeigten, daß die Sängerin der Gefühlsivelt der jüdischen Seele bcivnders verivaciifen ist. Dr. Willy Salomon verbal« dem Abend durch seine meisterhafte Begleitmig zu einein vollen Erfvlg. Mit «einen« ersten Konzert in dieser Saison könnte das Knltnrbnndvrchester . Rhein - Biain unter H. W. Lteinberg wieder ciiien beachtlichen Erfolg erzielen. .Der Klangtöxper des Orchesters zeigt eine Reife, die noch einen merklichen Fortfchriit ddr bereits vorhandciien schönen Spielknltnr erkennen läßt. Dies kam besonders in Sckinniaiiiis 2.- Oilitonie in r-<iur op. 61 znm 4l«isdrnck, die dem stabfnhrenden Meister alle Ehre machte. Ary Ochnyer zeigte als Solist nn Eellokonzert .4 Kn all ap. l29 virtuoses Können. Beethovens ..Egmont"-Lnvertüre. die das Konzert einlcitete, konnte, rhythmisch nicht restlos befriedigen.- in—1. Kleinkunst ist das Gebiet Eläre Feldern s: große Kunst i«l es. ivenn eine einzige Frau das Wunder vollbringt, ihr Pllbl'ilnm einen ganzen Abend hindurä«-in unbeschwerte-und losgelöste Stimmung zu versetzen.' Daher war es ein Herz- . liches Wiedersehen, das die meisten Blitglieder des Jüdischen Kuln.rbnndes Rhein-Ruhr in Aachen, Essen, Gelsenkirchcn, Köln. Krefeld, Necklingyausen und Wuppertal mit. der ihnen bekannten Diseuse, Chanteuse, Taniense, Pianeuse, Akrobateuse, und was sie sonst alles iivch fein mag. feiern konnten. Cläre Feldern ist in ihrer Art genial: wie sie Klavier spielt «ohne yin'zuschauen). der verkörperte Rhvthmns. «vie sie überreich ist an originellen Einiällen («re komponiert ur«d textet zum Teil selbst), mit ivelch ungeheurem Nachahmungstalent «ie die thpisciien -Bortragsnuancen ihrer Kollegen in Apoll (Eläre Waldofs. Maurice Chevalier, Hau-ral-d Llobd n. a. m.)- zu imitieren versteht, mit ivelch ilnvergieiöilicher Eleganz uno mit welcher Innigkeit «Te ältere Ehantons znm Besten gibt, wie sie französisches und englisches Phrasengedresche hinlcht und ime sie ihren Flügel, mit dem sie eins geworden h-arbeirel und dazu noch singt »i'-d. üeppt das!>k einfach toll! ' Man kann der großen öiin'uerni n,r die beglückenden Stunden, die «ich uns i-emi'. nur herzlich d<inkbar sein, -ro- Das 'At en d e l s s oh n-T r i o (Hella Ch i-- t r i k. Klavier. Leo S ch >v a r z . Violine. Paul B l n m e n s e l d . Violoncello) konzertierte zusammen mit Erika Storni im Jüdischen Kulturbund Leipzig. Das Programm war interessant, doch hätte es genügt, wenn der Charakter des Kammermusikabends gewahrt geblieben rväre und die Sängerin ein anderes Nlal zur Verfügung gestanden hätte. Das Trio spielte Brahms (Ndur) und Dvorak (Tnmky) und erntete starken Beifall.- Erika S t o r m . von Leo Taub mann verständnisvoll am Flügel begleitet, sang Lieder von Schilmanii, Mendetssohn-Barthotdy, Schönberg und Stravinsk!«. Sie hat einen klaren, gutgeschnlteii Sopran: nur die Höhe bereitet ihr noch einige Schwierigkeiten. , H. S. Musikalische Notizen Das Programm der Sinfoiiickonzerte in Manchester verheißt u. a. zivei Tondichtungen von Ernctt Bloch. „Winter" ui«d „Frühling", die der. berühmte englische Dirigent Sir Thomas Beecham leiten wird, dann ein Konzert von Schönberg, das der Cellist Emanuel Feuermann spielen lvird. Solist wird ferner. Huberman mit dem Brahms- -Konzert sein. ,. " , . , Einanngl List, vormals an der Berliner; Staatsopcr, sang an der D-eütschen Oper in Prag den-Kardinal in Halevys „Jüdin". In Wien starb üljährig die weitbekannte Opernsängerin Marie G u t h e i l - S ch o der. In den ehrenvollen Nachrufen wird besonders hervorgehoben, daß die Verstorbene eine Entdeckung Gustav Mahl er s^war, der sie trotz an- «änglicher Ablehnung von Publikum und Presse in Wien hielt. Eine Gedenktafel für Gustav Mahler wurde in Llmütz, Verlorene Gasse 4, angebracht. Hier wobnte Mahler während seiner Kapellmeislcrzeit —in. Olmütz (1882 83). . Dix Laudon Ronald, eine der markantesten Persönlichkeiten im englii'clsen Musikleben, ist «eit nunmehr 23 Jahren Leiter der bekannten Guildhall 8chooi of Music. Zur Feier dieses Jubiläum:- das die gesamte englische Presse ansführlick, ivürdigte. wurde ihm "anläßlich eines Banketks von BernisZ-ennden ein Ehrcnbcchcr überreicht. sprechend eincni Vorstandsbeichluß. die s'reiit Kantorstelle-Jakob H o h e n e m s c r «'Wmrms! änzubieten, der -neben den kantoralen Z-uicktionen auch die eines Religionslehrers änsubc.n Toll. --- Taraufhin gab Dr. Marschütz eine Erklärung ab, 4,7 welcher er die Gcmeiiideführung ersuchte, iveitcre, Ausschau nach einem Jngendrabbiiier -zu halten. — In seiner Eigenschaft als Finanzreierent berichtete Justizrat Dr. O e «t r c i ch über Lago und Entwicklung der Gemeindeiinanzen «m letzten und laufenden Ltenerjahr-. - In der cingeljenden Anssprache-wurde ans die immer starter zu. erivarteiideu einschneidenden Answirlnngeii der Abwanderung verwiesen. — lltechr.srqt.i. e. R. Dr. W ei ler--referierte abschließend über Verse!, iedene aktuelle -Fragen, insbesondere der. Answaiidernng, der ttmichichtmig und der Darlehenskassen. Tie arbeitsreiche Sitzuiiq wurde vom Bor- «itzendcni mit Tankesworten \\n die allseitige Mitarbeit geschlossen.'. . . . - Noch einmal: Vorlehre und Eignungsprüfung Wir haben in der „C.-B.-Zeitimg", Nr. 4-r, vom 24.- Oktober einen Ailfsatz: „Wer eignet «ich zur Werkarbeit?"' von Dipl.-Jng. Raonl Lieche u 11) a t veröffentlicht. Der Psychotechnikec Dr...Heinrich Kuhn machte dazu in Nr. 43 der „C.-B.-Zeitung" vom 7. November einige Ans- «ührniigen. über die besonderen- Ausgaben . der psychvtechnischen Eignilngsprnfnng. die keines-; «rwgs durch die Beobachtnngen.während der Vorlehre ersetzt werden dürfen. Taranf entgegnet nnu noch einmal — und damit schließen wir diese Diskussion — Dipl.-Jng. Raoul Liebenthal. „Die Arbeit der-Vvrlehre ist keineswegs so einseitig, wie Dr. Kuhn befurchtet. Sie erstreckt sich auf das Gebiet der Jugendpflege ivie auf düs der Arbeitspädagogik. Es ist ja besonders daraus hinqewiesen ^worden, daß die Vorlehre im wesentlichen b e r u f s u n r e i f e n Jugendlichen; vffensteht, die überhaupt erst einmal in das für sie ganz neue B e r u s s l e b e n eingesührt werden sollen. - Daboi von einem Zeitverlnst durch den Aufenthalt in der Borlehre zu sprechen, heißt die'Aufgabe der Vorlehre verkennen. Um den Grad der Berufsunreife zu ermiiteln. bedient man sich teilweise auch psychotechiiischer Ncethoden, deren Wert wohl von keinem Berussberater bestritten wird. Ist dabei die Bernfsunrelie sestgestellt. dann setzt die E r z i e h n n.g s - a r b e i. t der Borlchre Fin. Man siebt also, daß die Frage nach Eigmiug oder Nichteiginiiig füi: einen - bestimmten Bernsnicht von primärer Wichtigkeit ist. Daß die Kursleiter über die Fertigkeit. ,nid . die Veranlagung des Jugendlichen zu nrteileil vermögen, sollte man bei Menschen, die in dieser pädagogischen Arbeit stehen, voxansietzcn. Uvd daß die Urteile, oder besser: Eharakteristiken. die sich ein Kollegium ans der Arbeit eines halben, Jahres bildet, klarer, bestimmter und iohlerlosei: «ein werden als die bei einer kurzen, recht unpersönlichen Psychotechnii-chen Iliitcrinclning fe«>- gestellten. kann ich sehr «nol,l behaupten, da ich die Methode der P«yck)vtech>iik kenne. Ick, «vill dabei jedoch nicht verhehlen, daß ich vieles sehr nutzbringend in der Vorlehre angcivandt habe, was ich als Schüler des von mir hochgeschätzten Professor Moede gelernt habe." „Anleitung zum Zeitungslesen." Tie so lirj zeichnete Arbeitsgemeinschaft von /Dr. Alfred Hirschberg beginnt am Atittwoch, den 27. Noveinber d. I. Jnteressentcii «verden gebeten, sich beim Sekretariat des Jüdischen Lchrhauses rechtzeitig zü melden. Tie „Jüdische Singvereinigilng" (Dirigent Erich Wachtel) führte in Prag Blochs Gottesdienst-Lratvrium „Awodaß hakandesch" ans. Es fand in der dortigen Presse Beachtung. '/ Der. 77. Band der „Denkmäler der Tvi«ki«nst in Oesterreich", der italienische Mtisik aiii Habsburger Hof enthält, wurde soeben von 'Alfred Einstein heransgegeben-.' . ' ' Eine Abhandlung des Heransgebers der „Zeit- «chri«t für vergleichende Mnsikwisienschast" Robert Lach mann über das Thema „Ptusilsystem und Plntikauffaiinng"- befaßt .sich u. n. mit dem alten S y n a g o g e n g e s a n g. Lachmann folgt hier im wesentlichen den Anschannngen von Peter Wagner und Jdelsohn und betont die starke Trennung vou Kult- und Prosanmnsil bei den Inden. Der Musil' im Ghetto dagegen gelteii u. a. folgende Sätze -ans einer Ansiapreihe - „D e r E i n f l u ß d c s Orient s auf d i e enro päifche Mn f i k" von -Helmut Dckimidt-' Garre („Allgemeine Mnnkzeitinig"): „Nlusik der Inden, welche innerhalb ihres Ghettos ihre orientalische Ueberlieiernng mit strenger Treue bewahrten. Ihre Musil dürste aber mir wenigen Christen bekanntgeworden und noch seltener von Christen verstanden oder gar nachgeahmt >)vordeu sein. Tenn in gelegentlichen Hinweisen, ivelche lvir über jüdische Musil finden, wird immer ihre -barbarische' und für europäische Ohren unnatürliche Haltung hervorgehvben. Die jüdische Rtusit hat daher wohl, mit einer Ausnahme bei dem süddeutschen Lantcnkomponisten Neusiedler, am die europäische Musik' keine Eimvirkungen ausgeüvt." In Wien starb 67jührig der jüdische Mm'iktheoretiker Heinrich , S ch e n k e r. Er gehörte auf seinem Gebiete unstreitig zu den eigenartigsten und bedeutendsten Köpfen der Zeit. Er hat eine Schule hinterlai'ien. einen kleinen Kreis nnx. dem aber' durchiveg selbständige und interessante Persvnlichkeiten angehören. die die Lehre des Meisters -mit Feuereifer verstechten und weitertragen. Schenkers Hauptbegrifs ist der der „Urlinie"Zeiu melodii'cher Vorgang etwa, an« den rrbsAIctec u unstr- Urcinfall Schenker alle musikalische Entwicklung Und Verarbeitung znrückfiihrt. Schenker erkennt^ Mniik nicht im Sinne eines „.Bedentcns", sondern eines ..Seins", d. h. er sieht in der Munk nicht anßermusikalische Vorstellungen hinter den Tönen, sondern in-den Tönen selber Inhalt und.. Li nn der Musik.