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Central-Verein-Zeitung · 1935-11-14 · 46 (14.11.1935) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
46 (14.11.1935)
Date
1935-11-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ohne Achtstundentag 10 bis 12' Stunden hinter dem Ladentisch gestanden hat, um dann in seinem Zimmer ohne Zentralheizung, ohne elektrisches Licht Sprach-, Philosophie, und Literaturstudien zu treiben und in seinem Berus sich sachlich zu^vervollkommnen. Es soll vorgekommen sein, daß ein solcher „Kommis" durch eigene Arbeit dieser Art mit an die Spitze der ersten jüdischen Universität gelangtift.—~ In solchen Zusammenhängen hat- ,-Perspektive" - nichts mit der realen Nähe oder Ferne der Horizontlinie zu tun.? Wessen Geist nür in weiten und wohl ausgestatteten Räumen die Schwingen ausbrciten .kann,- der wird auch in diesen nur armselig, flattern. Wer richtig fliegen kann, stößt, sich nie an Wänden. Es war sicher nicht der Höhepunkt jüdischer kultureller Aufgeschlossenheit, als man an Stelle der bescheidenen Bücherborde prunkvolle „Bibliotheken" in seinem Zimmer hatte und. die Bücher selbst nicht unter sorgfältiger Auswahl dessen, was man geistig bewältigen tonnte, sparsam zusanunenkauste, sondern „Werke" meterweise anschasste. Wenn wir, durch die Erfahrung belehrt, entschlossen sind, in so vielem auf die Quellen zurückzugehen, aus denen unsere Kraft entspringen kann, so auch auf dem Gebiete des allgemein Geistigen und Kulturellen. Es liegt im Züge der Zeit — Takt und Stolz legen es nahe —, daß wir. abgesehen von der Teilnahme an jüdischen Veranstaltungen, die Abende selten außerhalb unserer Wohnungen verbringen. Es ist. aber nicht notwendig, daß dort, wo jüdische Menschen, zusammensitzen, einev dem anderen nur seine Sorgen und Nöte klagt, daß Befürchtungen aus Grund von Gerüchten aus- , getauscht werden und daß man deprimierter auseinandergeht, als man zueinander kam. Cs sollte versucht werden, auch solchen privaten-Veranstaltungen ein geistiges Schwergewicht zu geben, das die Anwesenden davor bewahrt, haltlos in der Unterhaltung dahin-' zutreiben. Auch früher —. und. auch hierin - solldie „Provinz", aus der die Kraft der Juden stammt, als Lehrmeister herangezogen werden — verbrachte der Jude die langen Winterabende, als es keinen Rundfunk gab und das einzige Stadtkino einmal in der Woche sein Programm wechselte, bei Büchern und Bildern und häuslicherMusik. Und aus dieser, scheinbaren Enge sind Menschen gekommen, die den Blick für die Weite und die Kraft zur Weite hatten. Der Zwang zur ' Konzentration zeigt den Weg in die Tiefe, und wer sich durch eigene Denkarbeit in einem engbegrenzten Bezirke sicher .und heimisch weiß, wird auch in keiner noch so großen Weite den Richtungssinn verlieren. Und das ist, was wir brauchen. > Palästina-Jubiläen Vonunser ein Pa 1 a st in a - B er ich t e r st a tt e r Englische Streiflichter Von unserem England-Korrespondenten London, 11. November. Wenn die Leser der „C.-V.-Zeitung" diesen Londoner Bericht in Händen haben,, wird das Resilltat der am Donnerstag stattfindenden, Wahlen, znm englischen Unterhaus schon bekannt sein. Bis jetzt hat man nirgends bezweifelt, daß die bisherige nationale Regierung wiederum die Majoritat der Stimmen auf sich vereinigen wird, aber auch, daß diese Majorität nicht mehr so überwältigend feilt' wird, wie in der abgclanfenen,^ Parlamentsperiode. Bon den insgesamt 1380 Kandidaten sind 44 jüdischen Glaubens: nur ein Bruchteil von ihnen dürfte jedoch gewählt werden. Tie größten Wahlerfolgsaussichten haben die jüdischen .Kandidaten, die bisher schon ^ldmders ok 1'nrlinment tvaren, und cs ist bezeichnend, daß sie sich auf alle vier Parteien, verteilen., Begründete Aussicht auf Wiederwahl haben der bisherige, konservative Abgeordnete Sir Philip Sassoon. (dessen überragende Stellung im Liiftfahrtnnnisterium allgemein anerkannt ist), der Bcrkehrsminister H o r e - B e l i s h a . der der nationalliberalen Partei Sir John Simons angehört, der liberale Abgeordnete J a n n e r . dessen Älahlkrcis Stepnev (Whitechapel) ist (und dessen Parteiführer Sir Herbert S a m u e l einen umstritteneren Wahlkreis vertritt). Jüdische Probleme spielen., auch in diesem Wahlkamps keine Rolle. Es ist jedoch immerhin erivahnenswert. daß - beispielsweise der bisherige konservative Abgeordnete für Harrow, Sir Isidore S a l m o n , der Labour- .Nandidatin Mrs. H.--B e n t w ich . gegenüber steht. Auch in anderen Wahlkreisen bekämpfen sich Abgeordnete jüdischen Glaubens, wie etwa in dem Londoner Bezirk Zotbnal Greeii, wo dem liberalen Abgeordneten Sir P er c y Ha r r i s der Labvnr-Kandidat Tr. S. W. Jeger begegnet. TerWahlkampf spielt sich im großen und ganzen durchaus ruhig ab; zu stürmischen Szenen.ist es Eigentlich nur dort gekommen, .wo die Vertreter der Rationalen Labour Party (vor allem Ramsay MacD v n a l d und I. H. T h o m a sl versuchen, ihre Haltung vor in’» Arbeitermassen zu begründen. Tie beiden faschistischen Parteien England? treten im Wahlkampf überhaupt nicht in Erscheinung. was um so bemerkenswerter ist, als Sir Sswald Mo S ieh noch vor nicht allzu langer it sich ernstlich mit dem Gedanken getragen hat, eigene Kandidaten auszustellen. Alle Parteien betonen, daß sie für religiöse und politische freie Meinungsäußerung eintreten. Tarüber hinaus befassen sich verschiedene Erklärungen' mit dem Palästina-Problem. Unter, ihnen verdient die folgende Botschaft des Schatzkanzlers Reville C b a mberlaiu tzweisellv? mit die stärkste Persönlichkeit des Kabinetts) Beachtung: „Seien Sie versichert, daß die Regierung dem Buchstaben und dem Geiste-nach das Mandat für Palästina dü.rchsühren'wirch- .Sie wird ohne Furcht, utrd Beeinflussung ihre Verpflichtungen unter dem Mandat erfüllen: rmd während sie weiterhin die bürgerlichen und religio- ' feit Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung schützt, wird sie fortsahren. die Errichtung eines natronalew Heimes für die Juden in Palästina zu erleichtern.' 1 * ' lieber 5000 englisch-jüdische Frontkämpfer hieklen am Vortag des „Armisliee vav" eine Gedenkfrier am Cenotaph ab. Rach einer Parade vor Feldmarschall' Sir Archibalö A. Moutgomery- Massingberd (Chef des Imperial General Staff) legten zwei mit dem höchsten englischkn Kriegsvrden (Bitoria Groß) ausgezeichnete Teilnehmer einen Kranz nieder, der ein aus Mohnblüten ge-, bildetes Mögen David in einem Ring aus Lorbeerblättern darstellt und dessen Schleife die Inschrift „Dem Andenken der im Weltkrieg gefallenen englischen Juden" trägt, am Fuße des Denkmals nieder. .Rach der Kranzniederlegung nahm Feldmarschall Montgomery den Vorbeimarsch der in Achterreihen formierten jüdischen Frontkämpfer ab. Aus dem Horse Guards Paradefeld, das der Zug der Frontsoldaten sodann durch den Admiralitätsbogen betrat, wurde von dem' Oberrabbiner des Britischen Reiches. Dr. I. H. Hertz, und dem rangältesten jüdischen Feldkaplan der englischen Armee. Rabbi Dajan M. Gollob, für die abeMZtz im Karree aufgestellten Frontsoldaten ein Feldgottesdienst zelebriert, dem außer den Mitgliedern des Verbandes 30 000 Zuschauer beiwohnten. Ter Gottesdienst, der im ganzen britischen Reich und in Amerika durch Rundfunk verbreitet wurde, umfaßte ein Gebet des Chiefrabbi, ein von Dajan Gollob rezitiertes Gedenkgebet mit anschließendem Kaddisch, gemeinsamen Ghorgesang und den Vortrag militärischer Musikstücke. Dem von den Fanfarenbläsern der schottischen Harde gespielten „Last Post" folgte eine dem Gedenken der Toten gewidmete Minute des Schweigens. Tann wurde Reveille geblasen, Adon Olam gesungen und die englische Nationalhymne gespielt, " ■ In der Royal Albert Hall fand nach dem Feldgottesdienst der jährlickie Kameradschaftstee des jüdischen Frontkämpferbundes statt. Ten Vorsitz führte Major Brunei Cohen: Ehrengast war Feldmarschall Montgomery. Nach einer Ansprache von Lberrabbiner Dr. I. H. Hertz hielt Feldmarschall Sir Archibald Montgomery- Massingverd eine Rede.-in der er u. a. sagte: „Zum erstenmal habe ich. einer von Ihnen veranstalteten Parade beigewohnt. Ich war tief beeindruckt von der. ganzen. Atmosphäre dieser Veranstaltung und von der ausgezeichneten Haltung der Teilnehmer an der Parade. . .ES ist ivundervoll, daß Sie alle diese Mühe ans sich genommen haben, , um aus England. Schottland und Wales zusammenzukomnien, obwohl schon 18 Jahre feit' dem Krieg verflossen find. Ich glaube, daß dies ein Beweis dafür ist. daß der Geist, der Euch Männer jüdischen Glauben? im Kriege zu den Waffen greifen ließ. Euch auch heute noch beseelt, und das ist ein gistes Omen für die Zukunft. Ich möchte auf' die so erhebende jüdische Statistik des Weltkrieges Hinweisen. Don den 420 000 britischen Juden, Männern. Frauen und Kindern im ganzen Reich und in den Dominions, find 50 000 Mann in die Armee eingetreten. Etwa 330 Offiziere und über 2000 Mann sind gefallen, etwa 6500 wurden verwundet.. Rtmd . 1000 Auszeichnungen wurden an jüdische Soldaten verliehen, darunter 5 Diktoriakreuze und 40 Tistingnished Service Orders. Es ist für mich ein erhebendes Bewußtsein, fuhr der Feldmarschall fort, daß die Erinnerung an Euch alle von damals auch heute von der Armee bewährt wird. Und es sei gesagt, daß die jüdischen Männer dem Daterlande auch Heute dienen, wie sie es während des Krieges getan haben ..." Tel-Aviv, den 30. 'Oktober 1935. „Etwa ein Drittel der neuen Einwanderung muß auf das Land gehen." In dieser Forderung sind 'nahezu alle zionistischen Führer und maßgebenden Kenner Palästinas einig. Dieser Grundsatz, findet seine Sätze, einmal, in der Notwendigkeit, die unnatürliche Berufs - Sch i ch t u n g , die sich vielfach in der Diaspora herausgebildet hatte, rückgängig, zu.. machen/ sodann in dem Wunsch, der neuen jüdischen Gemeinschaft in Palästina von vornherein eine geistig und körperlich, politisch, und Wirtschaft- ■, lieg gesunde, in jeder Beziehung krisenfeste Struktur zu verleihen. Es bedurfte nicht der gegenwärtigen Krisenerfahrungen, umdieses Programm wieder nachdrücklicher als bisher in den Vordergrund zu stellen. Auch zwei freudigere Anlässe haben dazu beigetragen. Das jüdische Palästina feiert in diesen Tagen zwei wichtige Jubiläen. 25 Jahre sind seit, der Gründung der ersten Kwuza des Landes, der Kwuza Dagania, verflossen, und 15 Jahre ist es her, seit der Keren Hajessod, der zentrale Aufbausonds. seine Arbeit ausgenommen hat. Mit unendlichen Mühen und Gefahren haben die Pioniere von Dagania in der Jordansenke, 150 Meter unter dem Meeresspiegel, in verödeter Gegend, eine heute in reicher Blüte stehende landwirtschaftliche Siedlung angelegt und damit zugleich auch ihr neues Gesellschaftsideal, Leben und Arbeit in völliger Gemeinschaft. aufgebaut. Solche Kwuza, eine auf Nationalbodenv des Keren Kajemet sitzende Gruppe, ist eine geschlossene Einheit, all ihre Mitglieder arbeiten selbst, und zwar ausschließlich für die gemeinsame Wirtschaft. Die Gruppe als solche ist eine geschlossene und selbständige Wirtschaftseinheit, aber innerhalb der Gruppe gibt es keine Privateinüähmen und keine Privatausgaben. Jeder arbeitet für,alle und umgekehrt steht die Gesamtheit wirtschaftlich für jedes ihrer Mitglieder ein, soweit sie es vermag und soweit es mit ihren Grundsätzen übereinstimmt. Ihre Kollektiven-Gemeinschast dieser Art, die noch nicht zu fester Ansiedlung gelangt ist oder deren Mitglieder zum großen Teil für Rechnung der Gesamtheit auf Außenarbeit gehen (in Fabriken, aus Bauten oder andere landwirtschaftliche Betriebe) wird gewöhnlich Kibbuz genannt. Daneben gibt es noch die losere Gemeinschaft des „Moschaw Owdim". Im Moschaw sitzt jede Familie auf ihrem eigenen Hof und arbeitet für eigene Rechnung, aber genossenschaftlich verbunden und nicht auf privatem Böden, sondern auf dem unveräuLerlichen Boden des Keren Kajemet, der nicht^Kkauft. ' sondern nur in Erbpacht genommen werden kann; das charakteristische dieser Sieblungsform ist,. daß die Mitglieder sich verpflichten müssen, keinen fremden Lohnarbeiter zu beschäftigen. wenn nicht zwingende Ausnahmesälle vorliegen, sondern jede Arbeit selbst zu verrichten. Tie Moschawa endlich ist die private und freie Siedlung auf - privatem Boden ohne jede statutenmäßige Bindung, also Bauerntum und Großgrundbesitz. Einen interessanten Zwischentyp zwischen Moschaw und Moschawa stellen namentlich die neueren Mittelstandssiedlungen der deutschen Alisa dar, z. B. das bekannte „Eierdörf" Ramot Haschawim. In ihrer genossenschaftlichen Zusammenarbeit und dem praktisch durchgeführten Grundsatz der Eigenarbeit ähneln sie dem Moschaw, sind aber doch insofern zur Gruppe der Moschawa zu rechnen, als sie auf privatem Bodeneigentum mit voller Berfügungsfreiheit ausgebaut sind. Um zu der Kwuza und ihrem Jubiläum zurückzukommen, so ist festzustellen, daß diese Siedlungen, die noch vor wenigen Jahren nahezu restlos mit 'Verlusten arbeiteten, jetzt durchweg mit erheblichen Ueberschüffen abfchließen konnten. Sie haben sich daher verpflichtet, schon 1936 — statt 1938, wo erst ihre Verträge abliefen — mit der Rückzahlung der ihnen vom Keren Hajessod gewährten Ausbaudarlehen zu beginnen. Für den Keren Hajesiod bedeutet diese günstige Entwicklung seiner wichtigsten „Schuldner" — im Verein mit der kürzlich in England empfangenen langfristigen Konsolidierungsanleihe von 500000 I-?. eine wesentliche Vergrößerung seiner Bewegungsfreiheit gegenüber den großen Aufgaben, die ahn in Zukunft, namentlich im Zusammenhang mit der netteren'und kommenden Einwanderung aus Deutschland erwarten. .. In den fünfzehn Jahren seines Bestehens hat der Keren Haje s sod insgesamt 5,4 Millionen LP für das jüdische Siedlung«, werk in Palästina aufgewandt, davon genau ein Drittel, nämlich 1.8 Millionen für die Landwirtschaft, eine Million für das Erziehung«- und Schulwesen, etwa je eine halbe Million für öffentliche Arbeiten und Anlagen, nir städtische Investitionen und für allgemeine Einwanderungssürsorge. den Rest für religiöse Zwecke, Gesundheitswesen usw. Dieser ganz aus Freiwilligkeit beruhende Fonds hat also für den Ausbau-der jüdischen Gemeinschaft die Rolle de« Staatsfiskus übernommen, sowohl hinsichtlich der reinen Finanzierung als auch weitgehend hinsichtlich der öffentlichen Grundinvestitiönen wie Bewässerung, Schulwesen. Gesundheitsmaßnahmen u. ä., ohne die heute keine menschliche Siedlung in irgend einetn Lande der Welt denkbar wäre. Ter Erwerp des Bodens — .soweit er nicht durch prnvate Käufe in jüdische Hand gelangt ist das opfervolle Werk des Keren Kajemet,-'seine E r s ch l i e ß u n g die mühevolle Arbeit .des Keren Hajessod. Der Leiter des Ansiedlungsdepartements der Jewish Agency, Tr. Arthur R up pi n, der gleichzeitig mit dem Keren Hajessod sein 25jähriges Arbeitsjubiläum begeht, stellt in einem Jubiläumsaufsatz fest, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas die „ideale Laridst, i r t s ch a f t s q u o t e" - von dreißig Prozent erst zur Hälfte erreicht, habe. Tie neue deutsche Einwanderung hat ihre Landwirtschastsquote beinahe restlos erfüllt; 27 Prozent sind aufs Land gegangen. Aber Tr. Ruppin stellt fest, daß insgesamt 8000 Familien, die zum Teil schon heute Boden bearbeiten, noch der endgültigen Ansiedlung harren. Keren-Hajessod-Kundgebung in Berlin ° Das 15jährige Bestehen des Keren Hajessod wurde in Berlin durch eine Jubiläumskundgebung gefeiert, zu der die Mitglieder be§ Administrative Comitee und des Council der Jewish Agency in Deutschland, das Präsidium des Keren Hajessod für Deutschland und die Zionistische Vereinigung für Deutschland eingeladen hatten. Ter große Saal des Brüdervereinshauses zeigte ein festliches Bild, viele Hunderte von Männern und Frauen, „Zionisten" und „Nichtzionisten"^. aber alle einig in der Bejahung-des Palästina, aufbaus. Das Orchester des Jüdischen Kultur-, bundes Berlin unter Generalmusikdirektor Joseph Rosen stock schuf mit Mendelssohn-BartholdnS, „Hebriden-Luvertüre" eine „Stimmung der Andacht". wie Rabbiner Tr. Baeck es nannte, der die Kundgebung leitete und erösfnete. Er gedachte des Wirkens' des verstorbenen Oskar Wassermann für den Keren Hajesiod und die Jewish Agency und wies die unzerstörbare Zitsammengehörigkeit der Agency 3 und des Keren Hajessod nach. Daß beim Aufbau Palästinas die Juden aus Deutschland nicht fehlen dürften, sei der große bestimmende Gedanke gewesen. Sie dürften sich nicht ausschließen um des Opserßi und auch nicht um ihrer Eigenart willen, die sie zum Gesamtwerk beitragen. Tie Wandlung - der Tage habe, es gefügt, daß viele Juden, die zu, unserer Gemeinde gehören, eine Heimstatt aus dem Boden des Landes Israel finden. Wenn die Juden in Deutschland früher geopfert haben, habeii sie es nicht'um ihrer selbst willen getan. Aber^die Geschichte hat es so werden lasten, daß es jetzt den Juden aus Deutschland zugute kommt.^ Ten Nöten und Leiden, den Kümmernisten und Schwierigkeiten des Tages ein Weltgeschichtliches entgegenzustellen, ist die große moralische Bedeutung, die der Aufbau Palästinas hat. Wir dürfen , nie resignieren, und wenn der Aufbau Palästinas uns nur eins gäbe: daß wir nicht resignieren, daß ' wir davor behütet werden, nicht mehr zu können, dann wäre es schon ein Gebot der Selbsterhal. tung, an diesem weltgeschichtlichen Werk mit- . gearbeitet zu haben. Es folgten die .Begrüßungsansprachen ver. ' schiedener Lrganisationen und 'Gemeinschaften.- Dr. Franz Meyer sprach namens der ZBfD. Direktor Heinrich Stahl überbrachte die Glück- und Erfolgswünsche der Jüdischen Gemeinde Berlin. Ben Ahäron, der Leiter des Hechaluz, sprach . von dem 25jährigen Bestehen von Dagania. Die Wizo ließ ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit durch Frau Dr. Moses ausdrücken. Dr. Friedrich Brodnitz dankte im Namen des Reichsausschustes jüdischer. Jugendverbände, der sich zum Keren Hajestod bekenne. Das geschäst-sührende 'Präsidialmitglied des deutschen Keren Hajesiod. Tr. Michael Traub, gab dann in Rückblick und Ausblick ein Bild von all den Lebensmöglichkeiten, 'die der Keren Hajesiod bis jetzt in Palästina geschakfen hat. Er teilte init, daß beschloffen worden sei, die in Deutschland gesammelten Keren-Hajestod-Gelder in erster Linie für die Ansiedlung von Juden aus Teutsch- ' länd, in Palästina zu. verwenden., Daß aber auch ein großer Teil der in anderen Ländern gesarnmelten Keren-Hajestod-Gelder für, die Ansiedlung der Juden aus Deutschland verwendet worden ist und dauernd verwendet werden wird, zeige die Tall-«he., daß für die Juden - aus Deutschland ^vonwHundert der gesamten Zertifikate zur Der- /sugung g^st^llt worden sind. Dr. ,Franz Meyer /verlas dann noch ein Begrüßungsschreiben von * Tr. Martin Rosenblüsth. Ta- Kulturbund-Orchester schuf mit Mozarts 0-moU-Siusonie harmonischen Ausklang. Dr. M. E. Sachgemäßeu~schIeunige^uTchführung Ihrer Generalrepräsentanr in HAIPA Dipl.-Kaufmann Dr. Paul Schnurmachar HOUSK JEWISH CHAMBER OE COMMEECK ’ Haifa, P. 0.13. 2tW , Telefon 1»7 Schnell durchführbare Transfer-Projekte AUSWAN D E R U ND Atntsger.-Rat a. D. Dr. Aschnar Oberreg.-Rat a. D. R. Kampner : , Sarlln W15, MalnakastraBa9 / Telephon: ,! 1 Bismarck ‘2856 neben dem P a 1 ä s t i n a-Am t ,9’j bis 13L'hr und IÖV, bis 19Uhr « Uebernahme von Vermögens-Liquidatiog nach Palästina und anderen Ländern Eigenes ßüro in TBL -AVIV . Jur. W. Marx, Tel-Aviv 18 Schalom Aleichem Str„ Ecke Ben Jehuda Boad Keinschl, Geschäfts-Verkäufen) » Visa-Besorgung

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