Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 45 (7.11.1935)
- Date
- 1935-11-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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es liier mi! dem Werte nno-? j ü d i j cl) r it Pt a l e r -r lutt linOrn dürfte, dessen religiöse Skrupel ryu vcraniaßten. das Gesicht der Personen nicht darzustellcu. Wo derbere in die Handlung der Bilder l'ingreist. deschrnnten sicll die Künstler out die. Darstellung der göttlichen Hand'. Aber auch dies geschDst in bewußt diskreter Weise: -imä einer Wolke strebt die Hand in das Bild. Noch weiter gebt der iranische Meister, 6er dieses 7 Motiv viermal benutzt, wobei der Vorderarm in so genialer Weise gegliedert istdaß der -Beschauer /nicht ans den Gedanken kommen kann, er sei einer Gestalt zugehörig. . -die sich außerhalb des Bildes befindet. Graf Mosnil erkennt in dieser eigenartigen Wiedergabe der-göttlichen Hand eine Art Illustration des biblischen Ausdruckes ,.JAD JHW“ und meint: „Cette faron de figiirer la divinite est interes^aufe ä nofer“. ■ MmMgngdg^voll dieser Art der Dar« stelluitg. jedoch plumper und naturalistischer,., erscheinen die Hände des Herrn oberhalb des Aron hakodesch in den Synagogen zu Rawitsch und Nogasen; ..sie treten aus einer Wolke heraus und halten den Tekalog.) . Zusammensassend kanngesagt werden, daß die Funde von Tura-Guropos einen wichtigen Beweis sür den künstlerischen Drang der Juden, besonders dort, wo die Umwelt durch ihre Vorbilder dazu verführte. Anderseits ist das vorerwähnte Bild des Opfers Abrahams ein rührend anmutender Beweis dafür, daß inmitten aller helle«; nisKschev Assimilation der aufrechte jüdische ' Maler,., seinem Glauben treu bleibend, seine .Kunst unter, dessen Gesetze zu stellen bemüht" Kunst-Nachrichten Kunst-Ausstellungen Sonderschau im Berliner Jüdischen Museum Im Eingangsraum des Jüdischen Mu- . feirms veranstaltet Professor L a n d s« b e.r ger wieder eine sehr interessante Ausstellung. Man begrüßt diesmal wertvolle Zeugen aus dem Biedermeier, einer Epoche, Unbekannter Meister: Jüdisches Bildnis des Biedermeier Fot. Grete Kar plus die gerade in einer Zeit, die ttsie die unserige ernsthaft Familienkunde treibt, von-besonderem Reiz ist. Da hängen zwei Porträts, zwei Leihgaben aus Privatbesitz, das eine von ihnen malte B. L r p s ch ü tz. den merkwürdigerweise keines der Künstlerlerika nennt, das andere ein Meister, der völlig unbekannt ist, von dem man jedoch ungefähr sagen kann, „woher er kam der Fahrt". Denn dieses HerrenbildniS, das leider stark gefirnißt ist, atmet dieselbe biedermeierifche Grazie wie das Werk von Lipsehütz. der eine Frau in mittleren Jahren in der Tracht der Zeit aus der Leinwand sestgeyalten. Ter unbekannt gebliebene Jude, der da so behäbig und. etwas verschmitzt, überaus distinguiert im Aeußeren. von der Wand blickt, mag in derselben Zeit gelebt haben wie die Dame des Biedermeiers, die mit dem schlichten Scheitel, den eine Haube aus Spitzen und Federn deckt, im.pelzverbrämten Mantel in jene geruhsame Epoche versetzt, Und um die gleiche Zeit mag auch jenes „Freundschafts-Album" entstanden sein, das in einer Vitrine liegt und mit seinen Malereien und Sprüchen ein typisch hiedermeierischcs ' Requisit ist. Es gibt in den Familien noch sehr viel andere, kulturgeschichtlich inter« esfante Zeugen gerade aus den Jahren 1820 bis 1840. und es wäre begrüßenswert, wenn das Museum in seiner Arbeit unterstützt würde: denn gerade die Familienporträts runden das Bild ab, das man nicht nur vom Berliner jüdischen Biedermeier mit nach Hause nimmt. Auch allerhand andere alt«, väterliche Dinge haben sich erhalten, die kunstvollen Perlstickereien, die die Gedenktagsbücher umschlossen, Lederbände, die die Hochzeitstage-, die Geburtstage, die.Jahrzeitdaten enthielten und oftmals in hebräischer und deutscher Sprache geführt wurden. Außeii steht in der Sprache der Zeit kunstvoll gestaltet „Zauvenir da und vorn, da. wo-die Aufzählungen der Urgroßmütter beginnen, kurz und fromm „Gott der Gerechtigkeit". Und dann gibt es die Briefbeschwerer aus Porzellan mit den Initialen, in-zierlichen! Ueberschwang mischen weißen Lüerksloss gemalt, nicht in Gold oder einer einzigen Farbe. Bluinengirlanden legen sich zu einem schön geschwungenen oder lauge f>hou4W-nzrüm>WMLt.tchen ergeben ein ,.K". ein beschwingtes und farbenfrohes Monogramm. lind dailn die Bilderrätseltäßchen, die das Biedernneier so liebte. Auf mancher Dasse stehen die Worte „Wandle aus" und darunter ..rosa Rosen" mit runden Blättern gemalt. Wandle aut Rosen ^— aus der Odert alle. die Untertasse ziert ein Pertzißmeiunicyl. darüber nur das Wörtchen „Und" — vergiß mein nicht! Oft, sehr oft, enthielten diese Lassen auch noch die Namens^ züge der Beschenkten, mit» deshalb sind sie für uns Juden heute so aufschlußreich. Aber es gibt noch etwas, was diese Familienporzellane wertvoll macht: man malte Porträts aus die Tassen des frühen Biedermeier, weil es ja in jenen Zeiten noch keine Photographien gab. Und manche Großmutter führt ihre Enkel an die Vitrine, gerade in unserer Gegenwart, und zeigte ihnen -die Familientasse, „damit sie mal ihren Urgroßvater-sähen". Denn damals gab es ja nur Daguerreotypien, die man neben die Vitrinen hängte! Wenn man weiter durch -die Berliner Ausstellung wandert, begegnet man vielen Bildern bekannter und unbekannterer jüdischer Künstler der Gegenwart. Ein neuer Name ist Melitta Sch i s f e r aus Gera, die ein Selbstporträt und ein Stilleben ausstellt. Bekannt aus früheren Ansstellungen Paula Neufeld, Henry Happ, Viola Böhm, die mit ihren bildhauerischen Leistungen längst in der Oranienburger Straße Heimatsrecht hat; diesmal stellt sie einen weiblichen' Torso ans. Und schließlich die „Arrivierten": Charlotte B e h r e n d s unvergleichliche Lithographien, in denen sie Pallenberg als den Mann im „Weibsteufel" und als „Zawadiel" wundervoll belauscht -haben muß,' Hermann Strucks Radierung „Der Schriftgelehrte" voll talmudische'r Weisheit, die sich dem ganzen Blatt mitteilt, Joses B a t 6 s Porträt des Geigers Emil v. Telmany, Spiros „Haus am - Bodensee". Üm sie herum die beiden „Lieber» manns" aus der Sammlung Schocken, jenes letzte „Wannseebild", das das Museum schon einmal zeigen konnte, und die schon früher in diesen Blättern wiedergegebepe „Heimkehr des jungen Tobias". Als dritte Leihgabe von Salman Schocken Josef Oppenheimer 8 „Knabenbildnis", in dem man den Sohn des Besitzers zu sehen hat. Sehr reizvoll, weil ziemlich unbekannt, ein bunter Scherenschnitt, ein sogenanntes Wvchnerittnen-Schutzblatt. das in Karpatho-' Rußland gearbeitet wurde. Es atmet echte Volkskunst. Ein Landschulmeistcr begann in Rußland mit dieser .Kunst, er faltete ein Blatt Papier mehrfach, danüwurden Zeichen und Symbole der Fruchtbärkeit mit dem Messer ausgeschnitten und bunt bemalt. — In Italien aber entstand das Modell der Mazza. die die Ausstellung bringt, und in Osteuropa oder vielleicht im Orient die Sabbatlampe aus der Stettiner Sammlung Dr. S p z> i n g e r; in der Form einer Taube, noch mit den Spuren grüner und roter Bemalung, erweitert sie unsere Kenntnis, vom Kultgerät des Ostens. D Cs - sind nun gerade 50 Jahre her" daß der iialiciiifche Goldschmied Nardi für den abessinischen Herrscher,, den damaligen König Johannes, den Thron schuf. Ter Künstler -mußte sich im .fahre 1885 ganz nach den Angaben richten, die die abeisimfchen Geschichtswerke über' den Thron, der Vorfahren enthielten.' Statt aus Gold müßte der Auftrag aus vergoldetem Silber angefertigt werden, denn König Johannes gab an. ein Urenkel des Königs Salomo zu' sein. 3if diesem Sinne hatte der Herrscher-auch einen Orden gestiftet. den er nach dem Vorfahren . „Ehatem Suleiman" - lSalomos Siegel) benannte. Achtzehn volle.Monate-.arbeitete Nardi an dem Königssitz, der - ein genaues Vorbild dessalomo-- nischen Thrones sein soll. Am. 22. März 1885 bestieg der Ncgus von Abessinien in Gegenwart des Hofstaates und der Minister feierlich den neuen Thron und dokumentierte damit, daß er von ihm Besitz ergriffen hatte. Im Hagenbund in Wien ist eine vom „Verein für Flußschiffahrt" veranstaltete Ausstellung „Unsere Donau" eröffnet worden, die kulturhistorisch und künstlerisch wertvolle Objekte aus der Albertina und der Sammlung Dr. Heymanns bringt. Gerade diese Blätter aus Privatbesitz erfreuen durch eine kaum > anderswo erreichte künstlerische Qualität, vornehmlich gilt dies für di« farbigen Graphiken. Auch die vorige Ausstellung des Hagenbundes. eine Kollektiv-Ausstellung des jüdischen Malers Viktor Tischler, fand Interesse und wurde in der „Lesterreichischen Kunst". 6. Jahrgang. Heft 6, sehr gut besprochen. Kürzlich ' feierte , der bekannte Mathematiker Geheimrat Alfred Pringsheim in München den 85. Geburtstag. Ter Gelehrte ist ein großer Sammler und feine reichen Nlajolikenschähe 'sind durch den Katalog Otto von Falkos itn Jn- und Ausland bekanntgewordon. Tie Schätze der. Bremer Kunsthalle wurden neu geordnet. Max Liobermanns Werke haben neue Beschriftung erfahren:. „Berlin 1847 bis 1935 Berlin". Man sieht den „Hof des Amsterdamer Waisenhauses"-, die „Holländischen . Näherinnen", das „Holländische Waisenmädchen" und alle die anderen Gemälde des toten Meisters wieder, zumeist aus dem Vermächtnis von Gönnern des Museums, das die Privatstiftung der „Freunde und Gönner der Kunsthalle" ist. Im Münzkabinett sieht man Arbeiten, von Elkan. - Das P a ula - Becker- M o dersoh n« Haus in der Bremer Böttchcrstraße wurde ge. schlossen. Das Museum, das fast sämtliche Werks dieser Malerin des Worpsweder Kreises beherbergt, wurde von dem Architekten Bernhard Hoetger seinerzeit erbaut. Ihn halsen u. a. Ludwig Roselius, der Schöpfer der Bremer Böttcher-- strafte, und Max Osborn in dein „Hoetgorbuch" . (Bremen 1928) entdecken. * ■ In Krakau starb kürzlich der bekannte' polnische Sammler F. Jasiensky, dem das Nativt» nalmuseum seine berühmt gewordene Jäpansamm« - luüg verdankt-. Zahlenmäßig - besitzt?.- nundieses. Kunstmstitut eine, der größten Ostasienkollektionen. in Europa: zirka 26 000 Objekte, besonders Holzschnitte und Geräte. Im Berliner Vorderasiatischen Museum steht die Eröffnung neuer .Säle bevor. Sie werden die Ergebnisse der Grabungen zusammcnsafsen, die bei dem anatolischen Ort Boghazköi, der Stätte von Haiti, der einstigen Hethiterhauptstadt, vorgenmnmen wurden. Der Deutschen i Orient-Gesellschaft und dem Teutschen Archäologischen. Institut wurden am 80. Geburtstag von James Simon, im Jahre 1982, von Verehrern dieses Kunstfreundes die Mittel sür eine „James-Simon-Grabung" zur Verfügung ge« ' stellt. Gleich darauf hatte sich der Letter der . Stambuler Abteilung des Deutschen Archäologischen Institutes, Direktor Sche de.. Zur Eröffnung der Arbeiten nach Voghazkvi begeben. . Unter den Pressemuseen des Auslandes mutz das Madrider Z e it u n g s m u se u m genannt werden, das jetzt in einem großen städtischen Gebäude untergebracht wurde. Es wird ihm nun auch die reiche, im Nationalpalast befindliche Sammlung alter Zeitungen aus dem Besitz des Exkönigs Alfons emgegliedert werden. T-as Museum selbst wurde 1918 durch den Zeitungtz- . berichterstatter Ricardo Fuente gegründet, der dafür schon seit vielen Jahren historisches und zeitgeschichtliches Material gesammelt halte. Die Bestände auch an jüdis^un Material vermehrten fiel» . durch Schenkungen und Leihgaben sehr rasch, heute sind es 50 000 Bände mit Ausgaben von 9000 Zeitungen. Es befinden sich darunter die aus dem Jahre 1661 stammende erste Ausgabe der ,,Ga6eta de Madrid“, in über 1000 Bänden sämtliche Ausgaben der jetzt ältesten Zeitung Spaniens, des „Diario de Barcelona“, die seit 1792 erscheint. Marats „Ami du peuple“ von 1789 und. sehr alte . hoWndische, englische und amerikanische Zeitnn-gen.- Arthur Segal Das Damenkomitee der Künstlerhilfe der Berliner Jüdischen Gemeinde ermöglicht in. den Räumen von Frau Helene London eine Kollektivausstellung des Werkes von Arthur Segal. Diese Schau ist mit großem Verständnis für den 60jährigen Meister zusammengebracht worden. Wer bei der Besichtigung den sachlichen und umfassenden Lebensbericht, zugleich ein künstlerisches Bekenntnis dieses Malerdaseins, vornehmlich von , Tr. O sborn, der diese Gedenkausstellung mitorganisierte, zu hören Gelegenheit hatte, nahm vielfältige, bereichernde Erkenntnisiemit nach Hause. Denn aus diesen fünfzig Bildern und Holzschnitten läßt sich fast eine Geschichte der Malerei der letzten Jahrzehnte schreiben. Wer das „Nähende Mädchen" aus dem Jahre 1895 betrachtet. das ein Jozes Israels gemalt haben könnte, staunt über Segals Arbeiten aus dem Jahre 1907, da er ein Stilleben mit Apfelsinen in ' der Art auf die Leinwand brachte, das Paul Signac als der hervorragendste Erbe der Tradition Monets nicht anders aufgefaßt haben würde. Signac, der vor einigen Wochen 72jährig in seiner Pariser Wohnung starb, in der Stadt, in der er fast 50 Jahre lang als Vorsitzender der von ihm gegründeten, heiß umstrittenen Vereinigung-der Unabhängigen gewirkt, hätte die „Roten Dächer" oder das Interieur mit, dem Teekessel kaum pointilistischer gestaltet. Immer wieder kehrt der Blick zu diesen farbig herrlichen Arbeiten zurück. Aber er verweilt auch bei jenen Beispielen der „Blickpunktmälerei", so hat der Künstler seine Malweise getauft, wie er sic z. B. bei dem Bild das Haus in der „Straße von Avignon" anwendet: da hebt sich-das Haus farbig, in leuchtendem Gelb, als Blickpunkt von dem Tiefschwarz der Allee ab; oder des „Stillebens" aus dem Jahre 1927. bei dem alles verschwimmt, bis auf den Apfel im Vordergründe des Bildes. Dann aber tritt der Scchzigjährige als der Neonaturalist vor uns, der die Fischermädchen auf Hiddensee und die Bäume am Meer malt, den :Halbakt eines Mädchens, das Selvstporträt. die. Hand des Malers mit dem Pinsel, wieder ein anderes Selbstporträt, schließlich jenes ganz in Grau und Weiß getaüd)to „Flaschenstilleben". Und dann wird man gefangen von seinerr graphischen Werken, von dem Uebermaß an Rhythmus, der in einem Blatt „Umzug" schwingt, oder in den Gestalten auf dem Eise, man denkt an van Gogh, steht man vor derDandschäsO im Tessin, man vernimmt Noldesche Klänge und überharrpt Töne, die von den anderen Meistern der „Brücke" kommen, in einem Blatt wie dem .-.Hafen", das Segal schon 1912 ,geschnitten. co ist diele Seqal-Ausstelluna eine Kefantt- Sabbatlampe (Südrussisch) Fot, Grete Kar plus ausstellung im besten Sinne. Sie wurde im Hause ~ I o a ch i m -5 t h a l e r Straft e 7—8 am Sonntag vormittag eröffnet. Bilder von Eduard Einschlag Anläßlich einer kulturellen Veranstaltung bei Frau Gertrud Weil. Berlin, sah man Arbeiten des Leipziger Malers Eduard Einschlag, dessen graphische Blätter vornehmlich in Museumskreisen lebhaftes. Interesse erzielten. Als Auszeichnung des Deutschen Künstlerbundes erhielt ja Einschlag als einziger Jude damals die Goldene Staatsmedaille auf der „Bugra". Pastelle und -Oelbilder zeigen diesen Künstler als den heute bewußt schaffenden Juden, der nicht nur in seiner Heimatstadt Leipzig Porträts wie das in diesen Blättern früher wieder'gegebene von Rabbiner Dr. Felix Goldmann oder ein Bild von Professor Adler geschaffen hat. sondern auch außerhalb erfolgreiche Studien treibt. Davon t'ündeic das Pastell des am Londoner Jsidischen Theater tätigen Schauspielers Fostcl. und ein,jüdisd)cr Studienkopf, der in Berlin zu sehen ist. Cr malt aber nicht nur Köpfe, sondern auch LandschastLN und Blumen, und hier, muß man unbedingt au das Gemälde „Am Strand" erinnern, das ctivas an-die Meeresdarstellungen Liebernranns anklingt in der Art, wie die Farben über die Flächen verteilt sind. ' Einschlag.gehört keiner malerischen „Richtung"- an. er liebt keine Ismen, aber er ruft in seinem Können das Gedenken mrch an manchen jüdischen Meister der Moderne. Wenn' man vor dem Pastell steht, das „Tänzerin" benannt ist, steigt die Erinnerung auf an die Tanzbilder /E'rntt Opplers. die Tarstellungen des Russischen Balletts. In dem zarten Flimmern des Gewandes der Einfchlagschen Tänzerin steigt der „Sterbende Schwan" der Pawlowa auf, den Opplcr so oft im Theater Festgehaltcn. Zu den Arbeiten von Else Fürst An der Grenze, die die Kleinkunst mit der „hohen" Kunst verbindet, was Material, Technik und Berwcndnngsmöglichkeiten . anlangt, stehen die Arbeiten von Else Für st.-die gleidsialls im Hause von Frau Gertriw Weil setzt zu sehen . waren. In den Plaketten, die die Künstlerin von jüdischen Menschen, von Kindern, von Persönlichkeiten des Auslandes, arbeitet, spricht eine beachtenswerte Künstlerschaft. Diese Bronzearbeiten, die in verschiedenen Größen im Atelier von Elle Fürst entstehen, beanspruchen schon rein räumlich betrachtet, kaum mehr Platz als ein Gemälde,-ja.' man könnte fast auf den Gedanken kommen, daß sich ein Bild von Liebernmnn, eine gerahmte Zeichnung von Menzel oder Pissarro gut ausnehmen könnten in der Nähe einer Cisenplaketre mit dem Porträt-von Barthold Arons, des Ban-- kiers Rudolf Weigert, des Schweizer Musiker-, Johnny Ändert. In die--en Handarbeiten im besten Sinne des Wortes offenbart sich die psychologische Fähigkeit von Else Fürst wie sie sich auch in einem anderen Arbeitsgebiek der Künstlerin zeigt: in den kleinen und den großen Tierplastiken, die sie nach dem Leben studiert und modelliert. Sie schweben leicht dahin und nehmen, wenn sie in einem Raum beheimatet werden, den gewichtigen Dingen um sie herum alle Erdcnschwcre. Neben Else Fürst, deren Kleinplastik und deren Plakettenwerk in manchem Dluseum zu finden ist, kam auch Helene Fürst, die Geigerin ist. zu Worte mit duftigen Zeichnungen in Lelkreidestist. Dr. 0. B.