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Central-Verein-Zeitung · 1935-11-07 · 45 (7.11.1935) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
45 (7.11.1935)
Date
1935-11-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Nr. 45 * 4i Beiblatt 7. November 1935 Jüdisches Leben und jüdischer Geist — _ Aus den Vortragssälen Isi Eisner : Die religiöse Situation in Palästina Ter zweite Vortrag -der Donnerstag-Reihe des u d r-s ch e n Lek, rh.a uses B c r l i n die -Unter dem - Ecinintthema „Unsere, religiöse- Situ- ation heute" stellt, war der „Religiösen Situation inZPaurstiua" gewidmet. Der Vortragende, Isi Ei?ner. führte zunächst die - ganze -Wuchtder Fragestellung vor Augen, indem er - diegegenwärtige Situation folgendermaßen kenuzeichuetc: Durch die starke Eiuwauderuug^ der letzten Jahre hat sich-die jüdische Bevölkerung Palästinas so vermehrt, daß die Bezirke des alten und des neuen Iischuws. die früher nebeneinanderher lebten, ohne daß die eine Schicht von der Existenz der anderen.auch nur Kenntnis nahm, zur Aus-- eiiiaiidersetziing miteinander gezwungen sind. Diese Auseinandersetzung ist in vollem/ Gange. Palästina ist ein Koloniallaiid. Erfahrungsgemäß lockern sich in der Koloniedie Bindungen der alten Heimat, die vielfach durch den Glauben an die Macht.der Technik ersetzt werden. Ter alte Iischüw setzt /sich aus den Einwohnern Palästinas, zusammen, die nicht im Zusammenhang mit der nationalen Renaissance. sondern aus religiösen - Gründen nach Palästina gegangen sind. Mit ihrer / wirtschaftlichen Unterhaltung, dem . System der -'Ehalukka. kauften sich die Juden in der Diaspora von ihrer religiösen Pflicht gegenüber dem heiligen ^'ande los. Eine Berufsfrage gab es in- . solgedessen für die, Chalukka-Iudeu nicht. Ganz anders stellt cs um den neuen Iischüw, um die palüstiueiisische "Arbeiterschaft. Sie kam . ins Hand, getrieben von' nationaler Begeisterung, geprägt von Kulturgütern, die nichts mehr mir dem alten Judentum zii tun hatten. Sie waren hiudurchgegangen durch . die Gedaiiken des 19. Ial,rhunderts. durch die Emanzipation, die Assimilation und die sozialen Ideen. Ihr Einsatz , war so groß und echt, daß er in seiiier Wesensart von einem religiösen Einsatz nicht zu unterscheiden war; aber er war doch nicht religiös im jüdischen Sinn. Zwischen diesen-beiden so charakterisierten Schichten war eine Verständigung lange Zeit unmöglich. Gegenseitige' Beschimpfung und Verachtung waren die einzigen Beziehungen, die . untereinander bestanden. Als außenstehende Kreise sich für diese Kluft zwisckM altem und neuem Iischüw zu interessieren begannen, war es bereits zu spät. Auch waren, die Mittel —-der Bau von Synagogen und die Gründung eines religiösen Schulwerks —, so nützlich sie sich im einzelnen erwiesen, untauglich, um die große historische Auseinandersetzung in die Wege zu Erft in neuester Zeit sind Anfänge hierzu gemacht worden. Die wertvollen Elemente beider Gruppen begannen Gehör beieinander zu findm, und'es ist vielleicht schon jetzt eine Entscheidungsschlacht im Gauge, die. wenn überhaupt, auf dem Lande geschlagen wird. Auf der einen Seite kämpft man darum, die Verachtung des Arbeitertums. das bisher, für identisch - mit Ketzerei ' gehalten . wurde., zu. beseitigen, .auf; der anderen Seite bemüht mail -ßch; dieses Ar-beitertum religiös zu" --durchdringen. Einen unsbesonders nah beruh- .renden .Versuch, didser Art- - Person sslzieren ' ine ..Werkkeute"7.. Sie stellen allerdings' innerhalb des JischNws eine. Sonderart dar. da der von ihnen gelebte religiöse -Liberalismus in Palästinasonst nirgends anzutreffen ist.- Begünstigt wird das Näherkommcn der beiden Schichten durch die -Heranwachsende Generation. Die Kinder des alten Iischmvs lernen eine, neue Jugend kennen. - die glücklicher, gesünder imd freier , ist. als sie. Auch m der Sprachenfrage bilden sie eiucu "Vorposten der- Verständigung. \ Der neuen Jugend gilt Jiddisch, die Sprache des alten Iischmvs. schlechthin als die Sprache der Knechtschift, Hebräisch als die Sprache der Freiheit. Leider schlägt dieses Erwachen der zweiten Generation häufig in das radikale Gegenteil um und führt zu einer Ver-I licinung der Religion überhaupt. Die historisckic Konzeption Samson Raphael Hirschs, der in-der-' analogen westeuropäischen Situation beide Welten in seiner Lehre „Thora im Derech Erey". dich, die Lehre verbunden mit dem Geist der Umwelt versöhnte, ist für.Palästina noch nicht Wirklichkeit geivordcn. Auch im neuen IifchuM ist eine.Annäherung an die religiöse .Lebensgestaltung bemerkbar. Ursprünglich wurden alle jüdischen Feste zwar-mit großer Begeisterung gehalten, aber ihr religiöser Charakter trat hinter ihrer uaturhasten Allsgestaltung zurück. Es lvar mehr ein Kult der Fruchtbarkeit, ein melier-Baalskuli, der sich ausbreitete. Und trotzdem: wer den Schrbbat in Tei- Aviv erlebt hat, uiid wer die Fülle der religiösen Einrichtungen, denen mau aus Schritt und-,Tritt begegnet, auf sich hat wirken lassen, der weiß, daß selbst die Städte, die heute init Recht so scharf kritisiert lverdeu. doch-die jüdischsten Städte der ganzen Welt sind. Freilich ist ein Leben nach dem Gesetz unter den veränderten Verhältnissen außerordentlich schwer. Der - Sä-abbat. ist der einzige Tag, der für Spart. Wanderungen. Besuche von Freunden und Verwandten bleibt, und der landwirtsck>astllche Beruf ist gleichfälls nur schwer mit der Schabbatruhe zu vereinigen. Die Diskussion über eine Anpassung der Halacha an die. Lebensnotwendigkeiten muß deshalb in Fluß gebracht werden, und die religiösen Chaluzim. die vielfach gerade aus Deutschland ins Land gekommen sind, sind daran, mit größtem Rachdruck diese Diskussion zu fördern und zum Ziele zu führen. Die Rabbinen sollen mit aller Macht dazu gebracht werden, die eminenten Möglichkeiten der Halacha lebendig zu machen. Die religiösen Kräfte in Palästina sind sich be- .wußt. daß sic nicht die letzten Tinge, schassen können. sondern nur die vorletzten; nicht Ti n ge. sonderu -Bedingungen. Es sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, daß eine religiöse Rückentwicklung möglich wird. Ter. verstorbene Rabbi Kuk hak einmal von den Chaluzim gesagt, sie seien „Gerechte wider willen". Das ist eine richtige Feststellung. Auch die Menschen, die seinerzeit wie Gordon. die hebräische Sprache wieder zum Leben erweckten, taten es in iktnem nicht nur «religiösen. sondern geradezu antireligiösen Sinn. Sie wollten damit das euro> paisckie Geistesgut au die Juden heranbringen. in der einzigen Sprache, diesie - verstanden,- um - sie aus dsese Welse, vom. religiösen Judentum zu--ent---; fernen. Schließlich aber lst diehebralsä)e Sprache einer der stärksten "Faktoren ge-lvordeu. die den Weg Zur Religion bereiten. Sv. wird es auch mit dem Schrbbat-sein, gleichgültig in welchem Sinn man ihn heute begeht, üild so mit den vielen anderen jüdiscl^n Lebensformen, die-heute'noch teilweise mit einem nichtreligioseu Geist erfüllt sind. Ter außerordentlich erustc. verautwortungsvolle und sachlick>c Dortrag fand bei der ,zahlreich» Zuhörerschaft eine freudige und zustimmende Ausuahme. Er hat die Erörterungen dieser zentralsten geistigen Frage des heutigeü Paläftiua-Aufbaus sicher nachhaltig befruchtet. E R.—J. Rabbiner Dr. Jacob, Augsburg: Die Erforschung der Bibel Im "JJi ü n d, e ncv K ii l t u r b u n d sprach Rabbiner Jacob. Augsburg, über Bibelwisseu- 'chrtt. Diese Wissenschaft. so führte er aus, sei überhaupt, insbesondere aber bei Juden, nahezu - unbekannt, obivohl die Bibel selbst, ein .vnstgelesc- >ies Blich imd der Jude Spinoza in seinem Theologisch -Politischen Traktat der Begründer' der wissenschaftlichen Bibelkritik sei. TieBibelivisseusckiaft habe einmal ihre sprachivisseilschaftliche Seite, die der Erforschung der Sprachen der Bibel IHebräisch und Arainäischl durch die Mittel der Bibclkonkordanz. eines alphabetischen "Aachschlageiverks für jedes Wort der Bibel und der vexgleicheiiden Sprachwissenschaft dient. Bibelwissenschast sei weiterhin die Frage nach dein richtigen Tert der Bibel. Tie- ..Plassora" habe durch ihr System des Festhaltens des iiberliescrten Koiisoiianteutertes jede Abweichung der hebräischen Bibeln uiitereiiiander seit dem talmüdische» Zeitalter verhindert. Welche Veränderungen aber der Text vor dieser Festlegung durchgemacht haben müsse, dafür biete allein ein Vergleich mit der griechischen Bibel, der Septuaginta, ünd der'Bibcl der Samaritaner, die in Tausenden von Fällen sowohl untereinander wie vom massoretischen Text abweichen, einen einigernraßen deutlichen Anhaltspunkt. Daneben gebe es aber noch eine große Anzahl aramäischer, shrischer und anderer Nebersetzungen aus sehr alter Zeit. In höchst umfangreichen Untersuchungen habe sich die Bibel- Wissenschaft mit der Frage, wer die biblischen Bücher verfaßt habe, beschäftigt. Die -Quellenkritik etwa der Wellhausenschen Schule habe beispielsweise unter Anzweiflung der Autorschaft Moschehs vier Quellen (I—E—D—P) der Tora unterschieden, die nachher von anderen Forschern wiederum in eine Reihe von NntergNelleu ab geteilt .worden sind. Das alles seien aber nur .Hhpvthescu. die aus inneren , Schlnßsvlgeruiigci, . beruhen und letzten Eudes der Ehristolvgie dienen: in letzter Zeit habe auch in wissenschaftlichen Oppenheim Das bekannte Spezial haus für Kleiderstoffe CNarlottenburg, Wilmersdorf er Str. 115-116 Wollstoffe — Samt — - Seidenstoffe Kronen die Antikrltikan dieser Kritik au Boden gewonnen! - Tie Krone l'lbc!ioi"'eii>dia'tl:cher-- Forschung sei , ichließlich die .Anthellnug.- des In- - haltsIder Bibel, .- Tie.. 'A-iisgrabuiigeii. d,e ni den leßteii Ialirzelniteie au den vei-iciiiedeinieu- Slakten des-alten- Qrients geinactit worden iliidTbabeir uns ieiie ver'linkeiie Aüe>k innüoller TeiiNtchkeil, viel'acks deuNickier als das - alle - >?ellass oder-.. Rom wiedereri-wyeu lauen.- - In "llalailina ie-!bl't - Nt freilich erü in dunem .llibr in Laclnicy eine ergiebigere Ausgrabung d>il-Mae'i,!,ri loorden. Wenn mau die Taruelluug der Bibel, lelbu mit leueu anderen Zeuguiüen mtoricutalitckier Umwelt vergleickit. inird nickit.-wie niauche Gelehrte geineiut yabeu. -.die große Lauickuiug"- der Bibel viseubar. soudern ,l,r eiuzigartigeroriginaler Eigenwert/ Aus ällei» Geiaglen." so scyloß Rabbiner "Jacob seineil ^ior-trag. der mit großer Klarheit'eui äußeril - iMwieriges Tbeiua in einer kna,ppeu Stunde beliaudelte. iei die Iolgeriing zu ziehen, daß nur Juden mehr als bi-lier. teiluehmcn müßten au der Eriorsckmug der Bibel. Tenn es-sei uniere llöell. um die es Ulli handle, und wir kounteu von Griiiidlageii ansgehen. die der äiriü- ' licheu Wiüeiisctia't verscl,lo'sen sind.- t.i. Dr. Ismar Freund: Grundlagen der Emanzipation In der Letirauslalt >»r die dvn’H'iii.thiM des Indeiitiiiiis bt'gai!!! Tr. Ismar I r e n ii d -reme Borlesiiiigeii über „Tie.Geiäuclite der dentscl,eii Indcmsralze im Zeilaller der Eina»uvalio»" mit einer Ziisamiiieiliaiiniig 'der Lage der Inden in der Bor- Einansipatioii und einer Anseina'naei iepring der lei. teiide» R1otii»e. die zmn Einaiivvalionsl-eginn in»- Iahre 1N1_‘ sührten.- Tie Emaiipplitien. ia rnline sl I'cinid ans.' liegt jetzt als abgejchlonener l^e'>Inä,l----abichnit> lii»- ter uns. Biele sind geneigt. i-eroreniieii. was sie irüher äiigebetet halva.' Sie vetiachie» ye>Ne dis Emanzipation als ..dc'ii grouteu Irrtum der Tiasporngeschichte". Wie nt dieie Emniizipatmn entstanden ü Böelckies war der Staiidpunkt des Inden» Kons.und welches der des Staates, als Friedrich Wilhelm .III.-am 11. März 1^12 das Emanzipations, edikt erließ? Bor tbitz? bildeten die Juden politisch in Pretl« ßen einen Staat im Staate. Sw loai-eu Sckmtzjnden und wurden nicht als Inländer, sonder» als Fremde stetrachtet. Sw. Ivsaßen ihre eigene poli» tische Genieinsäiäst. ihre eigene GnirlitsbarKät im Zivilsachen und in gtionsciu Maire'sm^ar ihre ei,gene Polizei. Tie politische Isolieriiug ilt'ertriig sich «mch - ans d,rs Wirtsckiastsgebiet. Bon einer Reihe vmr Bernsen, vor allem von denen, die wie das Hand» . inerk ziiiiitmäßig orgänn'iert waren.'waren ' sie von vornherein ansaeiä,le>>en 'Verbnndeiilieil nnl dem Bod«'» kennte nicht ent'telien. Sa e-- den Inden irutersagt ii>ar. landliäies -iü'liidrigeninni r>> erwerben'oder aiicl) nur zu r>iällen ü minUni sie Mauritz Stiller und Greta Garbo Vierzig Jahre Film Vierzig Jahre waren es im Mai dieses Jahres, daß aus der Berliner Gewerbeaus- - stetluug der erste Kinemathograph gezeigt wurde.' Aus Leo Lei p z i g e r. als. Schrist- - steiler bekannt itutcr dem Namen „Roland von Berlin", geht seine Gründungzurück. Vwrzig Jahre ist.es her. seitdem die Generationvon Männern geboren wurde, denen der Film, nachdem er den Kinderschuhen entwachsen war. seinen künstlerischen Aufschwung zu verdanken hatte. In den ersten Jahren zwischen 1S80 und 18<Sö Wierde Paul D a v i d s o h n . der den ersten deutschen Filmkvnzern schuf, geboren. Atar Li aber, der erste Filmstar. Schivarin aller Backfische der Nachkriegszeit. Erfinder des heiteren Kurzfilms, ist 18S3 zur Welt gekommen- Am 1. November Ivaren. es zehn Jahre.-daß das kinofrendige Publikum in sensationelle Trauer versetzt wurde, weil man eben/dicsen Zeinen Liebling in einem -Hotelzimmer der Ehamps Elhsees in Paris mit durchschnittenen Pulsadern ansgefnnden hatte. Neben ihm lag, bewußtlos und sterbend, mit Beronäl vergiftet, seine Frau Atargncritte Peters, die der Zweiundvierzigjährige weiligc Jahre zuvor auf der Höhe seines Ruhms geheiratet hatte. Siebzehn Jahre war die schöne Ntargaerittc. als sie Max Linder in Chamonir ' tennengelcrnt hatte. , ■ Die großen Regisseure Paul Leni. Ernst . L u b i t s ch , Mar M ack . Joe M a h . Adolf Lantz. Friedrich Zelnik, denen wir Filme wie das „Wachsfigilrenkahinett", „Tie Liebesparade", die „Ehe im Kreis". „Das indische Grabmal". „Katzensteg" und viele '-----anLea'e zu . verdanken ' haben^ Entstammen dieser Generation. Bor allem aber Mauritz Stiller, der Entdecker Greta Garbos. der unbestritten größten Filmschauspielerin.' Ihm hat Richard Kühn in seinem soeben bei Earl R e i ß n e r erschienenen Buch „G r c t a G a r b o . der. W e g einer Frau" ein schönes,Denkmal gesetzt: „Man- - ritz Stiller." heißt cs dort, „hat im Leben der Greta Garbo eine ausschlaggebende Rolle gespielt, im Leben der Frau'und im -Leben der Künstlerin. Lhne ihn keine Garbo. Wer war der Mann, der dem Weg der seltsamen Schwedin die große Wendung gab? Er stammte von" russischen Eltern und war in -Helsingfors üü geboren. Er behauptete voll sich, daß er eine gründliche Allgcmeinbildniig genossen habe. Rcit Sicherheit weiß inan jedoch iilir, daß er in -Helsingfors ciir paar Jahre auf dem Ghinnasinm verbrachte. Schon als -Siebzehnjähriger ,-schloß--er sich in seiner Vaterstadt einer schivedischen Theatcrtrnppe an und eriva-rd sich alsbald die Anerkennung des Publikums und —-'was beiin Theater nicht gerade alltäglich ist — die Achtung und -Freundschaft seiner Kollegen . , ." Kühn berichtet dann weiter, ivie Stiller Hach . Schweden sl-üchtetc. „Es ivar für ili» kein leichtes Dasein, das er sich erwählt hatte. Er sprach nur Finiiisch,- Russisch und Jiddisch. Die schweben verstaiideii ihn nicht . . . Als er mit der Landessprache im reinen ivar. öfsiietesich ihm'auch die Bühne wieder. Im Jahre lüll-'i erhielt er ein bescheidenes Engagement ' beim Intimen Theater in Stockholm , . . Seine Leistungen erregten bald Aussehen. Ter gerade im Wachstiun begriffene Schwedische Film wurde ans ihn aufmerksam iind zog ihn zu Sonderailsgaben heran. -Rasch erkannte Stiller, daß der Filin gerade seiner besonderen Begabung Möglichkeiten bot, die ihm die Bühne nicht bieten konnte. Und von dieser Erkenntnis bis zu dem Entschluß, sich ganz dem Film zu ergeben, war für ihn nur ein kleiner Schritt." Richard Kühn läßt dann einen gemeinsamen.Freund Sti-Uers-n-nd der Garbo. Kapitän Ring, erzählen, wie Stiller arbeitete, wie er es verstand, die Schauspieler zu lenken, seiner Idee einzuordnen, wie er unerbittlich -gegen sich und andere'war. wenn es galt, für eine Situation den letzten künstlerischen Ausdriick zn srndcli. Er nennt ihn cnien ..Regt sseni von Gottes Gnaden". Er schilderl ihn als ..iiiigemein reich an Pl)antasie. iii tclli geii 1. originell, aber furchtbar eigensinnig, trotz eiiicr ipeickicn. oft kindlichen N'aivität. die mivernintet herovrbrechcn und ihn zu etnem bleiidenden Eharmeiir machen konnte, der eine ganze Gesellsck)aft bezaubern. und eiüzücken lnnßte." Sein erster großer F'ilmersolg ivar - „Gösta Bcrliiig". Gerda Linidgilist. die ihiii nach seiner Flucht deii 'A>eg zur schwedischen Bühne gecbiict hatte, spielte die Rolle der -ZNajorin. Stiller stattete ihr damit feinen Dank ab. Als Gräfin Elisabeth Dohna stand Greta Garbo lieben ihr. Sie selbst berichtet über ihreii erstell Besuch bei Stiller: „I'cki hatte ihn vorher nie gesehen, aber ich wußte, daß er von aller i>Lelt als großer Künstler verelirt ivnrde. und icl) ivciß l)ente nndi nidjt. mic id; cs fertiggebilidil habe, meine Sdiüchternheit zil überivinden . . . Endlidi crschieil er iii Begleitung seines großen Hundes. sali mid> streng und nnliebenswürdig an. so daß ich;,r zittern begann, wortlos lnnsterte er mich''vom Kops bis zum Fuß. Sein Blick muß. sehr eindringlict> gewesen . fein, denn lange Zeit danach erzählte er mir. 'wie ich dainns gekleidet war. er wußte sogar noch die Farbe von Strünipfen und Schlihen ... Tann begann er plötzlich zu sprechen . . . belanglose Dinge. Eine Zeitlang glaubte ich. daß er über mich hinwegsehe, aber schließlich fühlte ich, wie er mick, eindringlich beboachtete. Endlich sagte "er: ,Legen Sie Hilt niid Äcantel ab' . . . schließlich nahm die Musterung ein Ende lind Stiller fügte hinzu: ,Geben Sie mir Ihre Telephonnummer'. Das war alles, was ich zu hören bekam. Damit hatte die Äudicn; ihr Ende. ' Ich wußte nicht, woran ich war. klammerte mich aber an den Gedanken, daß Stiller sich von jemand, der ihm mißfallen, nicht die Telephonnnmmer erbeten hätte." Zum zweitenmal war Greta Garbo entdeckt, diesmal nicht tür den Reklamesilm. Wenige Tage'nach diesem Besuch erhält sie ein Telegraiinn von Stiller: ..Iliiternclniien Sie indsts 'für'-den So'uuncr." Bald daraus begninen die"-Aufnahmen---zu ..«^ona ^-erliiig'. 'Bon dreier Zen >äibo spater: ..Manritz - stiller, der B, n f r mir hatte. rti die ersten Filinidir, Selbstvertrauen d. gütigste, vci citändnisv 'ar. ersten Fi!in. der gan :z 'ist» F stir al-- I i.i n d d- P ^Mozart-Saal üalk. a die <üarbo >Ini,keit. ließ- 'ich \ nterviewei i-tz A n dieicin Tag begi Ininniel ein da Stiller nacl INovist'. i Film tnr dr ei>e Unternchm /ZII'UNI klnnnien ini acll Tnrch am -be Inn nitsdiast. wird <■'"). J: ani ii'e eis' am und engagiert ■Hm - I:in e ' reu dl ose. Gasie-", -JiVi- -icrUukhitm-nmtnon - Hugo - Bet k a n e r. Ain Stnlc-i -- lvnnnh ivohnt Louis B„Bi averder Bllevra-ndent der ,.'.Mietro ><>oldivnn 'lliaverc--cc Premiere -der ..Frendlvicn K'-ave" hei und engaarert - ne Für 'eine Gesellschaft. E>rela ",arb., ,ck,reibt darüber-:- ..Nack,. der .Frciidlo'en t'Vlüe-' entdeckt von -Louis B. Mayer und danul'snr die ganze ' Welt." . ' So kommt-sie" n-nt, Go!!:noond. stets be- ' gleitet von ^iluern treuen n,'enlor Stiller! kehrt --stiller als ichive:-kranker Mann ' nach. Schlveden zurück. lieber 'ein Ende schreibt Knehn: ..Stiller, von Hollywood-unheilbar enttäii'd,r. trotz 'einer Eriolge «..Hotel -- Imverml" mit Pvla"N'egri. ..Straße'der Siin den" N'w.i ein gebrod,euer Mann. kel,rte nach -Sd,weden zurück. Ein anaiendes körperliches Leiden verschlimmerte dcil fcclncljcn Drlick. in

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