Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 44 (31.10.1935)
- Date
- 1935-10-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Studiendirektor Dr. Gutmann Am :il-, Oktober ver!a.s>t der stellvertretende Sr'huliie/.f rnimj-.di'p JWlim-r .Italischen .'Gemeinde. blu;Ji'/ndirek!üi"'i. K. Dr., G u 1 m a n n das Amt, das .. Fot. Arno Kikolcr . or nat-h dom Rücktritt von Robert Hirschfeld etwa ■zweieinhalb .Jahre ehrenamtlich verwaltet hat. Somit hat Direktor Dr. Outmann bis an die Grenze des siebzigsten Ijcbensjahres an entscheidender Sjelle wirken können. In seine Amtszeit fällt die ungemein schwierige Atikgabe des Ausbaues und der Organisierung des I'rofanschulwesens der Jüdischen Gemeinde, die nicht zuletzt durch die richtunggebende Mitarbeit Gutmanns, dein eine vielseitige und reiche pädagogische' Erfahrung zur Seite steht, gelöst werden 4uiuiiiiiiiimiiiiiiiiimiiimiiiiiiiuimiiimiiiimiiiitiiiiiiiiiiuiiiuuiiii Abessinier vor ihrer Bekehrung znrn Christentum Heiden, ein anderer Inden gewesen sind. Danach müssen sich die. eingewanderten Inden, die sich anfangs an der erhthräischen .ünste .ansiedeUeii, stark verbreitet haben und ■nach der Einführung.des Ehristentums allmählich ins Innere zurückgedrängt worden sein. Eine selbst vom Rabbiner Nahtun aus Kvnstantinapel angenommene Version, die Ausbreitung der Juden sei durch Bekehrung der eingesessenen Bevölkerung vor sich.gegangen, ist von der Hand zu weisen. Es spricht alles dafür, das; das Judentum durch eine starke jüdische Kolonie nach allen Gegenden Abessiniens verpflanzt worden ist. und daß die Falaschas, die sich vielleicht später mit den Agau vermischt und ihre Literatur und Landessprache angenommen haben, von diesen abstammen. . In Abessinien wechseltemiin 1000. Jahrhundert Christen- und Judenverfolgungen ab. Im gebirgigen Sem i e n soll sogar nach zuverlässigen Berichten ein jüdischer Staat unter dem Herrscherpaar Gideon und 'Judith bestanden haben, dessen Nachfolgerin, ebenfalls Judith oder Sague' genannt, sich gegen die herrschende Dynastiedie ihren Ursprung bekanntlich ans Salome und die Königin von Saba zürücksührt, tapfer verteidigte ' und sich im Laufe der . Zeit ganz Abessinien unterwarf. Nachdem die Fürsten , aus dem Sagucstamm ihre Macht über drei Jahrhunderte behauptet .hatten, gewann tue christliche Dynastie wiederum die Oberhand und unterwarf die jüdischen und mohammedanischen Stämme. Doch brachen immer neue Ausstände der Falaschas aus. die von den Negitssen Sara Jakob und Sartsa Dengel in der Mitte des. 15. und 16. Jahrhunderts unterdrückt wurden. Der letzte Aufstand der Falaschas endete nach erbitterten Kämpfen mit ihrer völligen Niederlage und dem Verlust ihrer s-elbständigkeit? Doch blieben die meisten »Falaschas trotz zahlreicher Uebertritte ihrem angestammten Glauben treu, w- Biele, .jüdische"Frauen zogen, wie' der abessinjsche Chronist berichtet, den Tod einem Leben iü Gefangenschaft vor. Tie Frau cines Fatascha war mit einem Manne, der sie förtbringen sollte, an der Hand znsammengebunden. Als sie nahe an einem steilen Hang vvrübergeführt wurde, stürzte sie sich mit den: Rufe: „Adonai, hilf mir!" in den Abgrund und riß ihren Führer mit sich in den Tod. Lv bewundernswert dieser Heroismus ist, so ist andererseits nicht zu bestreiten, daß viele, wenn auch gezwungen, ihrem Glauben - den Rücken kehvtrn. Auch später wurden durch den Zwang der Statthalter, die die das Maurer- und Zimmererhandwerk ausführenden Falaschen in ihre Provinzen zum Bau von Wohnungen verschleppten, ihrem Glauben entfremdet. Sie sind unter dem Namen ,. T a b i b a n s " in Teng,' in Schon und anderen Gegenden bekannt und sollen innerlich noch heute .ihrer alten jüdischen Religion, wie einst die Marannen in Spanien. anhängen. Immerhin ist durch diese Uebertritte im Laufe der Jahrhunderte die Zahl der Falaschas erheblich gesunken. Der Glaube an die Einheit Gottes, die in all ihren Gebeten immer wieder hcrvörgehvben wird, und das Festhalten an ihren rituellen Gebräuchen verhinderte jedoch, daß sie in die herrschende koptische Religion ausgingen. Die bei den Gottesdiensten und Opferhandlungen vom Priester rezitierten Gebete sind, ebenso wie die kanonischen Werke der Falaschas von der Sabbatheiligung,' den Psalmen und Propheten, in äthiopischer Sprache verfaßt. Eine Sammlung dieser Gebete nn Urtext mit hebräischer Uebertragung hatder berühmte Orientalist und Abessinienreisende. Professor Joseph Halovy 1876 in Paris herausgegeben. Auf Aba Sakwin. einem Falaschapriester im 13. Jahrhundert, gehen viele Gebete zurück, die eine genaue Bekanntschaft mit dem apokryphischen Buche Henoch bekunden. Es ist bezeichnend, daß hier die meisten Gebete den Engeln in den Mund gelegt werden, die sie zu Gott emportragen. Bemerkenswert ist die Tefillat hakerban, d. i. der Gebetritus, der die einzelnen Vorgänge bei der Darbringung der Opfer begleitet. Hier wird Abel als der Gründer des Gott angenehmen Opfers bezeichnet und der Schöpfer gebeten, auch das vorliegende Opfer ebenso wohlgefällig aufzunehmen. Der Tempel — Mesgid — steht auf dem höchsten Platz der Falaschasiedlung. Die Siedlungen, die aus einer Anzahl runder fensterloser Hütten mit Strohdächern bestehen, liegen stets in der Nähe eines Flusses, damit die Falaschas die biblischen Reinigungsgesetze und Waschtlugsvorschriiten streng einhalten können. Die Mesgids bestehen aus dem Vörhof, dem Heiligtum und dem Allerhciligsten. Rechts an der Tür befindet sich ein Tisch, aus dem die Bibel in der Geezsprache liegt, links an der Tür stehen zwei Gefäße,-von denen das eine Asche einer roten Kuh. das andere Waschwasser esithält. Auf dem Altar von unbehauenen Steinen an der Lstseite werden die Opfer..dargebracht.. Die Frauenabteilung befindet sich im ssüb* teile des- Mesgid. im westlichen Teil stehen die Debtera (Lehrer), im Nordteil die Beter. Z^cbct.inäntel, Schaufäden nnd Mesnset sind, den Falaschas unbekant. ' Tie' P r.i e st e r (Kahanim) -leben meist von ihrer - Hände Arbeit, .treiben Weberei oder bearbeiten den zitm Mesgid gehörigen - Grulld und Boden, doch wird ihnenauch außer bestimmtest Teilen des geschlachteten Tieres der "Zehnte vom-Getreide und das Erstgeborene des Viehs gespendet, In einem niederen Range stehen die Gele h r t c n (Zebtera), Die den Kahanim ' beim ^Gvtte'sdienst, Opfern und Schlachten assistieren, besonders aber die Knaben in Bibel und Gebet unterrichten. Das Vieh darf nur rituell geschlachtet werden. Selbst die kleinsten Blutspuren werden aus dem Fleisch entfernt. Doch ist der Unterschied zwischen fleischigen und milchigen Speisen den Falaschas unbekannt. Der Sabbat wird bei ihnen besonders heilig gehalten. In strenger Beachtung-des Verbots .des Feuerauzüudens am Sabbat werden die Speisen schow am Freitag zubereitet und zmst Mesgid gebracht_Dort werden sie.Jaoin . Priester gesegnet und unter die Mitglieder der Gemeinde verteilt. Die Priester bleiben die ganze Nacht i.m Mesgid, um beim ersten Hahnenschrei das Gebet anzustimmen. Jever siebente Sabbat (Lengeta Sabat) wird mit besonderer Weihe gefeiert. Der Genuß geistiger Getränke ist am Sabbat nicht erlaubt, das Rauchen auch im Alltagsleben streng verboten. Am Vortage des Passafestes (Bala Fassike) fasten die Falaschas vom Abend des 13. bis zum 14. Nissan: nach dem Sonnenuntergang wird im Mesgid während einer Gebetspause das Osterlamm geschlachtet. Der Osterkuchen (Mazza) wird bei ihnen Kita genannt. Am 1. und 7. Passatage darf ebenso wie axn^Sabbat und Jomkippur keine Arbeit verrichtet werden. Da sie am ersten Tage nach Pessach mit der Omer-- ählung beginnen, feiern sie das Schewuotest, den Tag der Gesetzgebung, erst am 12. Siwan als Erntefest. Am 1. Tischri wird das Noschhaschanafest nicht als Neujahr und Tag des Gerichts, sondern als Fest des Blasens und Leuchte des Mondes gefeiert. Der Jomkippur wird von ihnen mit Beten, Beichten und Fasten begangen. Sie bitten einander um Verzeihung und stimmen Fest- Hymnen an. Doch werden am Versöhnungstage selbst pomphafte Tänze aufgesührt. Am Schlüsse des Tages werden den Vögeln Körner gestreut, und . die Mitglieder der Gemeinde begrüßen sich rjtit den Worten: ,.Wie geht es den Kindern Israel? Friede! Friede!" Das Läubhüttenfest wird wie Pessach sieben Tage gefeiert, als Feststrauß benutzen sie die Blumen und Zweige der Bäume Sigb und Gaha. Purim und Ehanulka sind ihnen unbekannt. doch werden bei ihnen als Sonderseste der Neumondstag im November durch Vorlesungen von Bivclstellen. Brandopfcr und Liebesgaben sowie ' im Juli am elften Tage nach Neumond, der Gedenktag Abrahams.gefeiert. Während im alltäglichen Leben der christlich-abcssinische Kalender maßgebend . ist. feiern ~ die Falaschas . die Feste nach dem Mondjayr. Alle vier Jahre schalten sie einen Monat ein. Mur für fünf Monate, sind noch die aramäischen -Namen im Gebrauch: Nissan (LisaiH. Tammus '(Tumatsi Ab, El ul- (Lul) -und Tischri (Tesrau). .' ' Tie Falaschas sind - kräftig und hoch-. . gewachsen. In Typus und. Hautfarbe.unter-., scheiden sie sich nur wenig von den übrigen :Landesbewohnern. doch weisen sie ein mehr semitisches Gepräge als -die mit. Hamiten stark vermischten Abessinier aus. Sie betreiben Landwirtschaft und Handwerk, sie sind Maurer, Zimmerleute und Schruiede .'und werden von allen . Abessinwnreisenden als einer der arbeitsamsten Stämme gerühmt. Sie leben in Monogamie, ihre Ehen werden leicht geschlossen und getrennt. Tie Frauen sind rechtlich den Männern gleichgestellt. Die Beschneidung erfolgt am achten Tage nach der Geburt. Die erstgeborenen Knaben werden entweder durch Geld oder. ein Schaf ausgelöst. Tie Beisetzung findet noch am Todestage selbst statt. Der Tote wird unter Gesang von Mönchen— auch einen solchen Orden gibt es bei den Falaschas — und Jammern von Klagesrauen in sieben Stationen zu Grabe getragen. Am dritten und siebenten Tag wird für. das Seelenheil des Tahingeschiedcnen ein Opfer dargebracht. Der erste Jahrestag (Teshar) wird besonders feierlich begangen. Tie Falaschas glauben an den Messias und den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem. Wir sehen also, daß die Falaschas. wenn sie sich vielfach auch eng an die mosaischen Gesetze anschließen, das jüdische Gesetz nach ihrer Tradition selbständig deuten. Ihre Gesetzesanslegung hat ein eigenartiges Gepräge. Durch einen Schüler Halevhs. Dr. Jäcques F ä i t l o v i t ch , der mehrere Expeditionen nach Abessinien machte und die Falaschas in den Provinzen Dagossa. Wolgait, Dembea. Belesa, Woggera. Quara und - Tigre aufsuchte, ist den Falaschas eine hebräische Sprache wieder nahegebracht worden. Der jetzt in Tel-Aviv lebende Gelehrte hat keine Mühe gescheut, die Riten der Falaschas, besonders auf seiner zweiten Reise 1908/09, die er in einem höchst aufschlußreichen Buche „Quer durch Abessinien" geschildert hat, .kennenzulernen und die Falaschas über die Grundlehren und »Fortentwicklung der Heiligen Schrift aufzuklären. Auf seine Deranlastung wurde 1911 in Florenz ein Pro-Falascha-Komitee begründet, an dessen Spitze Oberrabbiner C.-V.-Les e r trinken nur den Kaffee, Tee, holcao der Camaio Kaffee GroOrösterel Bremen 4 Vertreter werden noch eingestellt seiner historischen Arbeiten und erzählt auch aus seinem Lehen, besser gesagt, er will es tun: denn die Forschernatnr in ihm nimmt dem Plauderer Adler bald die Jeder ans der Hund. Nicht ohne inneres und inniges Verstehen blättert man dieses Buch dnrdi. das mit. allerlei Anekdotischem beginnt und schließlich in eine.Periodisierung der abendländischen Allisilgeschichle ausläuft, mehr und inehr zu den Sphären der Wissenschust emporsteigt.. Allerdings spricht auch hier der künstlerische, intuitibe. originäre Einschlag des ehrwürdigen Verfassers zu uns, w\c ja auch in den itiir der Wissenjchasl ergebenen Werfe» 'Adlers. Dieses Buch wendet sich weniger an den Laien, mehr an den ' Fachmann, dem es ein seiibnes Symbol dafür ist. daß das Dasein dieses Nlannes rein als Leben und Abenteuer wenig bedeutet, daß .es erst durch seine Beziehung zur gorschertätigkeit Sinn und Aufgabe erhielt, dnreh liehe Ideale und manche Erfüllung, aus-die Adler in dieiem Buch mit berechtigter Elenugtnmig zurüdblieken darf. L. Ä. Saison-Eröffnungen Vt i.Ende Oktober. .. Die Cronnung d.er Wiuterspielzcit in den Londoner Dltearrrii si-and unter dein.Zeichen-großer Erfolge zweier Sdknrspielcrinuen/ die uns ans der Zeit ihres Allrlens an Berliner Theatern noch in gnler Erinnerunglind. Im ..Erilerion" am gieeadilm -and e-.ne Annnhrung ooi, Bruno Iranls ..A:na" itutt. in der ausgezeichneten lleher'ehnn'g von Berber: Grii'ith. Z» den Hauptrollen trirrte Lne:e Blann.heiin^das Debnt ihres Arißreiens an> der .englischen Sprechbühne. Sie' spielte die' E'e'chichie des 'hm,timten Filmstars, der irn .Ziebenbein'" eine glücklich verheiratete Iran ist.' 'B.-eil die Elie nun durch die Anforderungen. die eine, grone Karrrere an eine Sdiau-- —st viel er iin stelst.. Hebron:' sthewt. .will: Nina der Kumt cnt'agen. Da >ec aber durch Verträge gebunden ist.'linde: sie -chließtich nnr den Ausweg, ihr ..Double", eine unbe.'amtte. lteine Schauspiele- 'irn.' die. ihr st'^r ähnlich ist. mit Einverständnis ihres Aeai'ienrs. vormstliielvii. Lucie Mannheim spiel: .Heide Nöllen und erziel! heim Publilum wie der Presse einen großen Erfolg, der zum mindesten m der Premiere zudem eiu Ucbe:- raschungserfolg war. da sie auf dem Theareuf el in der Rolle des Double unter einem Pseudonym erschien. Der ..Manchester Guardian" schrieb, für - eine große Sck)<mspielerin - gäbe es nur etwas, tvas noch erstrebenswerter wäre als eine Haupirvlle zu spielen, nämlich zwei Hauptrollen, und Lucie Mannheim hätte sich dieser Toppelausgabe mit außerordentlichem Erfolg befleißigt Ter „Daily Telegraph" spricht von einer außecordentlid-en LAstung. die Täuschung sei selbst für Leute vom Bau nahezu vollkommen gewesen. Ta die Aufgabe ja darin bestanden hätte, die ..Aehnlichkcit" nicht zu unterdrücken, sondern gerade zir betonen, so mußte der Unterschied der Charaktere durch die darstellerische Leistung allein heranSgearbeitet werden. Lucie Mannheim hao? diese Aufgabe mit überragender Kunst gelost. Auch eine Art Doppelrolle, der Zwiespalt des Charakters, verkörpert in einer Figur, ist die Rolle der Lilia Darrick in dem Schauspiel „Zwei teilen eine Wohnung" von Alice Eampweü. kie Grete MoSheim im St.-Iames-Theater verkörperte. Auch hier rühmte die englische Presse die große Darstelliingskiinst und die Vielseitigkeit der dcutsthen Künstlerin. An der Spisie des Londoner Symphonieorchesters stand, in st der zweiten Oktoberwoche Erich Kleiber, der vier hier weniger bekannte Iugendiverke Mozarts zu Gehör brachte unter Mitwirkung'der Pianistin Lili Krauß, außerdem die ..Figaro"-Ouvertüre und „Vier deutsche' Tänze". Die Vorsührimg wurde-zu einem großen Erfolg in der Presse und im Publikum, das am Schluß durch stürmischen Beifall eine /Wiederholung des einen der deutschen Tänze erzwang. Aus dem Gebiete der Tanzkunst, insbesondere Pressebesprechungen zum Ausdruck, die anläßlich eines Vortrages und künstlerischer Darbietungen von Käthe Eisenstädt erschienen. So schreibt die Fachzeitschrift „Dancing Times": „Die vorzüglich durchgeführten Darbietungen gaben uns einen ausgezeichneten Eindruck von der modernen Tanzkunst auf dem Kontinent; die Ausführungen über die Lehrmethode und die gründliche Ausbildung, die in Deutschland erforderlich ist, um die Unterrichtserlaubnis zu erhalten, beweisen, daß Dentschland uns offenbar weit vöraus ist hinsichtlich der staatlichen Förderung der Tanzkunst." 8. Reichenbach (London). Paris, Ende Oktober. Counteß Granville und, Lady Zia Wernher. Repräsentantinnen des Damenkomitees des University College Hospital, deren Präsidentin die Herzogin von Kent ist, teilen in der „Times" vom 23. Oktober mit. daß die Königin der zweiten Aufführung des neuen B ergner-Stückes beiwohnen wird, das von Sir James Barrie für die Bergncr geschrieben wurde und im Februar zur Aufführung gelangt. Tie Vorstellung findet zugunsten des Üuiversity College Hospital statt. B ril.n o Walter hat in Paris ein neues Sinfonieorchester zusammengestellt, das , Rouv.el Orchestre Symphonieque de. Paris — neben'dem das berühmte Orchestre Sy.mphorneqne de Paris selbstverständlich weiterbe steht — und an der Spitze dieses Orchesters hat er in dem größten und schönsten Pariser Konzertsaal. der Salle Pleyei. mit einem Mozart-Festkonzert (Festival Mozart) einen großen Triumph davopgetragen. Das Pariser Publikum kennt und schätzt Walter seit langem als Mozart-Dirigent. Erst im Vorjahre' hatte ihm die Große Oper die Neninszenierung des „Don Juan" anvertraut, die ein musikalisches Ereignis für Pans gewesen ist.- „Mozart heißt unser Gott ^—- zmd Walter Ast sem bamali ein Pariser Musikals ihhrp-rlii- Ijnf sich hier in London Käthe __ E i f e it sr.ü d t. früher in Berlin tätig, sehr Prophet" 7ck)rieb rasch einen Namen gemacht. Tie Bielseitigkeit kritiker. der Formen moderner Gymnastik, die Gründlich- -In diesem Konzert sah man ein bedeutendes feit der Ausbildung, wie sie auf dem Kontinent Publikum, an der Spitze 'Kultusminister Marin seit Jahren gepflegt wird, ist in England noch im Roustan, ferner den Direktor der Schönen Künste, wesciä'lichen unbekannt. Das komnit-auch in den HuiSman, den'österreichischen Gesandten in Paris. den früheren französischen Gesandten in Berlrn, de Margerie. die Rothschilds usw. Walter eröffncte den Abend mit dem für Kammerzunsikorchester gesetzten kleinen Lom'ri'i k in 8-dur. slpielte dann die v-dur-Sinfonie und beendete den ersten Teil mit zwei Nlenuetts und drei deutschen Tänzen (darunter den Glöckchen- Ländler). 'Den Schlußteil bildete die Es-dur» Sinfonie, die ihm Gelegenheit gab. den „becthovenschen Mozart" aufleuchten zu lassen: Das Orchester, bereits ein fast -vollendeter Klangkörper, folgte jedem leisesten Winke seines Meisters. Besonders die ersten Geiger zeigten bewunderswerte Reinheit 'und Einheit, und die Flöten berückten durch ihre WeichheTt. Mit Recht wies Walter, der von Beifallsstürmen immer wieder heransgernfen wurde, ans sein Orchester, dem ebensoviel Dank für dieses vollendete Konzert gebührt wie ihm selbst. Richard Tauber wird im Dezember d. I. in der Alhambra in Paris als Licdersäuger gastieren? In Paris befindet sich ein großer französischer /Tonfilm in Vorbereitung, dessen weibliche Hauptrolle für G i t t a A l p a r bestimmt ist. Der Sänger E r n st Wolfs. Frankfurt a. M.. wurde von Professor Mar Reinhardt an die Dlanhattan Opera in Neiv-)hork' engagiert. Er : wird dort eine Partie in der neuen Oper von Kurt Weiü „Der Weg. der' Verheißung". Text von Franz Werfel, singen - Alexander Kipnis, der soeben von einer erfolgreichen Südamerika - Tournee zurückgekehrt ist,, säieidet aus eigenen Wunsch aus dem Verband der Berliner Staatsoper aus. Alexander Kipnis wird in Zukunft neben seinen Konzerten und Gastspielen im Ausland nur einige Konzerte im Nahmen des Neichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde geben. Nach einer Mitteilung der ..Mitteldeutschen Nativnalzeitung" hat sich das Klingler- Quartett a u f g e l ö st. nachdem im Zuge der innerhalb der Reichskulturkummer durchgetührten .Maßnahmen der Cellist S i l b e r st e i n ausscheiden mußte.