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Central-Verein-Zeitung · 1935-10-31 · 44 (31.10.1935) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
44 (31.10.1935)
Date
1935-10-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Die jüdische Winterhilfe „Unb gibt c§ emen Mund zu ihrem Schutze, w mach ihn mündig nub bewege ihn." (Rilke. Stundenbuch.) . " Don der Armut. Wie begegnet die Neichsorganisatton der jüdi» scheu Winterhilfe, die Zentralwohlfahrtsstelle, den ungeheueren Anforderungen, die an sie gestellt »verdenk Als erstes ist größte Schnelligkeit des. Handelns geboten die Zeit drängt und der - Schrei der Not wird dringlicher von-Stunde zu . Stunde.. Am J 5. September wurden in Nürn. berg' die neuen Gesetze Verkündet am 9. Oktober , Iiat. der Herr Reichebeauftra gte in einsm" Schrei. . Pen seine Zustinunnug zw dein Richtlinien, der - indischen- Winterhilfe ' gegeben, hm 22. C£ "tober wurde es mit einer großen Kundgebung eröffnet. . Dazivischen liegt bereits die erste Aus. sehüttnng, die im Oktober an Kleingeme.inden erfolgte; zwar ist sie bei weitem nicht ausreichend, sie ist mehr eine Tat der seelischen Hilfe; denn dicses^ist das Zweite: auch die kleinen und kleinsten Gemeinden iin Reich bei. deneii manchmal das Berhälti,^Hilfsbedürftige zn Spe-ndern gleicht - : 3 ist — müssen das Gefühl haben, daß sie von der H au P t g e m e i n s eh äst des deutschen Zudentnms in Berlin nicht alleingelassen werden, daß midi lim sie sich der rvärmende Mantel ihrer großen Fürsorge schützend legt. . Und das Dritte, das zu bewältigen ist, ist die Aufrichtung und Instandhaltung eines mächtigen Apparates dev. Verwaltung: Tein.Herrn Rcichsbeaustragten.unter, steht die Zentralwohlfahrtsstelle, in deren Händen die Gesanltteitung der jüdischen Winterhilfe liegt; dann kommen die Gemeinden, die im Rahmen der Richtlinien selbständig arbeiten — als Gemeinden gelten alle die, die. mindestens eine hauptamtliche wohfahrtspflegerische Kraft beschäftigen: die übrige Arbeit ist den einzelnen Landesverbänden überlassen, die entweder wieder . Delegationen dafür einsetzen oder sie selbständig, durch Der-, tranensleutc ansführen. Es werden diesen Winter in Berlin und im Reich etivä 70 0«»0 Inden zu unterstützen sein! Eine rnn so geivaltigere Ausgabe, als eiuerTkändig steigenden Bedürftigkeit eine unaufhaltsam sinkende Leistungsfähigkeit des deutschen Judentums gegenübersteht. Keine Hilfe von der Umwelt ist Zn erlvartcn. Tie Beschaffung der Materie. die Prüfling der Anträge, die Verteilung vop Geld- »nd Sachwerten — alles muß nach den letzten Richtlinien von uns Inden neu aufgezogen und allein von uns versehen werden. Dazu sind lieben den beamteten Kräften unendlich viele - ehrenamtliche Mitarbeiter erforderlich. Und es ist ersrewich, »oie sie sich. Männer und ,Tranen, allerorts freiwillig in Scharen zur SDLitarbcit. melden. Tie jüdische Winterhilfe erstrebt Leistungen in prozentual gleicher Höhe wie das Winterhilsswerk des dentscheil Bolkcs; an Geldbeträgen z. B. soll eine Familie monatlich 5 bis k0 NM erhalten/je nach der Personenzahl; ob dies mög. lich sein, wird, I,äugt-natürlich Von dem Eingang der Spenden ab. Sie anfziibringcn ist eine wichtige Aufgabe der elirenamtlichen Heller. Schon liaben sic!» die Bünde und die Trmieiivrgaiiisationcn besonders zur Einkassierung der Gintopsspenden' und Pfundsaminliingen zur Verfügung gestellt. Tie Trauen werden all ihre Mütterlichkeit und liebevolle Fürsorge, die ganze Kraft ihres Herzens einsetzen für die Betreuung der bedürftigen Mitmenschen, und die Zugend als die Generation, der das Werk der Aufrichtung einer neuen ..Zukunft als Aufgabe gestellt. ist, wird hell das Feuer ihrer Begeisterung für eine große Sache brennen lassen. Auch die Besuche von Spendern, die Betreuung von Hilfsbedürftigen in Torm von PatensclM'ten liegen ihnen besonders ob.' Tenn nicht nur die dem-Glauben nach Juden sind/ sondern, wie nochmals betont werden muß, alle, die gesetzlich als Volljuden bezeichnet werden, sollen.ja , in die jüdische 'Winterhilfe als- Spendende .und ' Empfangende einbezogen werden. >. Zu der körperlichen Hilfe tritt, die. seelische. Ihre Bcrniistältnngen fanden im vergangenen Jahr ilNtco.di'in Btotto „Freudoim Winter" statt; sic sollen anch in diesem Jahr durchgesührt werden. In Berliii und ciiiigen Großgemeinden werden jüdische Anstalten zur Versorgung der - Bedürftigen mit herangezogen werden; an ihre Stelle tritt in den Kleingcmeinden die „Nachbarschaflshilse". z. B. in Turin von. Essen», einladungen lind anderen . Atethoden-der Hilfe, wie sic sich ans der Nähe des Zusaminenrvohneiis der einzelnen Menschen ergibt. Tie Erfordernisse des Einsatzes von Menschen und. Mitteln sind gewaltig, und beide gleich wesentlich; die Bereitschaft unter unseren ^Neuscheu sür> diesen Einsatz, ist so groß, wie unsere Religion es gebietet; mögen uns imsere Lebensverhültnisse größtmögliche Erfüllung gewähren! llilck« Marx. Die Berliner Winterhilfe teilt mit: Alle jüdischen Fraüen-Organisationen Berlins haben die Sammlirug und Verteilung der Pfundspeude Groß-Berlins übernommen. Zur Durchführnug dieses Werkes bedürfen sic ehrenamtlich arbeitender Hilfskräfte jeder Eignung. Es werden bcn.vligt: k. Frauen, die organisatorisch begabt sind, 2. Frauen, die geeignete Rämne besitzen, um. bei sich Haript- und Nebensammelstcllcn einzlirichten, 3. Frauen, die bereit sind, als Werberinncn und Sailunlcrinuen zu arbeiten (Adresfenmaterial -vorhanden), . 4. Frauen, die in dort Ausgaberäumen die Psundpakete Zusammenstellen.. ' Ferner, benötigen sie dringend A u t o s . die jeden Dienstag nachmittag ab 14 Uhr ans den Sammel stellen die Lebensmittel in die Ausgabestellen befördern. Schriftliche. Angebote mit - genauer Adressenangabe—wi-r-d erbeten an die zuständigen .Bezirksleiterinnein' Für Bezirk Mitte (einschließlich Reinickendorf, Wedding): Frau Hilde Rosenkranz, C. 25. GontardstraßeeS. ' : Für Bezirk Süden (einschließlich Neukölln, Britz, Treptow. Baumschulemveg): Frau Kantorvrvsly, Neiuölli!. Geygerstraße .17. Für Bezirk Norden (einschließlich Weißensee. Pankow, Heinersdorf, Hohenschönhausen): . Frau Neihvfs. NO. 55, Prenzlauer Allee 15. / Für Bezirk Wilmersdors-Schöneberg (einschließlich Dahlem. Grnnewald, Halensec): Frau' . Hairiburgcr. Griineivald. Jagowstraße 30. Für Bezirk Westen-Kreuzberg (einschließlich Tempelhof, Mariendors):Frau Hcinna Guttmann, W. 3o, Bendlerstraße 36. Für Bezirk Charlottenburg-Nordwesten (einschließlich Sicmensüadt, Jnngiernhei.de, Westend, Moabitn Frau Schuster, W. 15, Kursürstendainm 214. Für Bezirk Osten, (einschließlich Lichtenberg, Rninmelsbiirg): Frau Sonntag, NO. 18, Große Frankfurter Straße 45/46. Für Bezirk Südwestliche Vororte (einschließlich Steglitz, Friedenau, Südcnde. Lichterfelde usw.): Frau. Winter, Steglitz, Fcuerbachstraße 48. Tie erste Haussammlung der Jüdischen.Winterhilfe, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin findet Sonntag.'den 3.T-Noveinber,- statt. Wir wiederlwlen nochmals, daß die /Sammler der Jüdischen Winterhilfe, die/ihren Dienst: ehrenamtlich versehen, sich im Besitze eines LichtlnPdau»iveises besiuden, den sie nnamgewrdskt varzmuenen haben. Sammler, die sich nicht im Besitze eines von der Jüdischen Üllinterbilse ausgestellten Lichtbildaus-? weises besiirden,/, siird zu Saminlniigen nicht berechtigt. . ' In Betrieben, die über eine größere Anzahl Mr jüdischen ^Arbeitern uitd Angestellten ^verfügen, wird es sich als.zivectmä'nzz erweisen, daß die Beiträge für die Indische Winterhilfe dev Jüdischen Gemeinde zu Berlin durch einen Betriebsobmann gesammelt werdeir. Wir bitten dringend, daß sich ans jedem Betrieb, iit dem mehrere jüdische Arbeiter iiiid Angestellte beschäftigt sind, der Jüdischeii Winterhilfe, 'Nosenstraßc 2—4, ein Betriebs- . uh man n zur Verfügung stellt, der es übernimmt, die Beiträge zu sammeln und-an die Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe abzusühren. Zwei Konzerte zugunsten der Jüdischen 4 Winterhilfe Am Sonntag, dem 17. November, abends 20 Uhr, findet im großen Saal des BrüdervercinS ein großes Konzert, „Eine Stunde Schubert", zugunsten der Indischen Winterhilfe, statt. Tas Programm wird eröffnet mit einer Ansprache des Vorsitzenden der. Jüdischen Eemcinde. Trrektor Heinrich L t a h l. Zur Aiisiührung. gelangen: Tas Forellenguartett, sowie wieder Von Franz Schubert. Tie Mitwirkenden sind: Camilla S p i r a , Wilhelm Gutt m a n n . Erna - K lein ' (Klavier), Eharkvttc Rosen (Violine), Alfred S dy t e s in g c r (Viola), Gvdfricd Z e e - . l a n d e r (Cello) unb Rudolf Lew tz (Contrabaß). Karten beim Hauswart der Indischen Gemeinde, Tranienburger Straße 20. bei den Kastellanen sämtlicher Synagogen' des Westens, sowie in den Buchhandlungen Kedeiii. Tahlmannstraße 8. Ernst Wolfs, Prager Platz 4, Philö-Derlag. Pariser Straße 44, zu den Preisen von 3. 2 unb 1 M. Am Mittwoch, dem 20. November, um 20 Uhr abends, wird znm erstenmal in Berlin das Oratorium von Ferdinand Hill e r, „Tie Zerstörung Jerusalxms", in der Neuen Synagoge, Oranienburger Straße, aiiigeführt. Es dirigiert Leo. Kopf. Ausführende siiid: Tie I ü d x f ch c E h v r ve r e i n ig u n g u»d Jüdische O r ch e st e r v e r c i n ig u n g. im Rrichsverhand der Jüdischen Kulturbünde in Tentswland. Als Solisten wirken mit: Paula L i n d b e r'g (Alt,, Hildegardt L i n d t (Sopran). Julius Peiss a ch o w i t s ch (Bariton) und ..Her- . manu s! a h in (Tenor). Karten zu 5, 4. 3, 2, 1.50 und 1 RM sind zu haben bei den Hauswarten der Jüdifcheir Gemeinde Oranienburger Straße 2!) und Mvsenstraße 2—4, bei den Kastellanen der Synagogen . Fasaiienstraße 76—80, Prinzregentenstraße *>9 70, Kaiserstraße 29 30, sowie in den Buchhandliiiigen: Kedem. Tahlmannstraße 8. Ernst Wolfs, Prager Platz 1, Pyilo-Berlag, Pariser Straße 44. I«»I.UI«0Uir Nov. 1935 Cheschwan 5696 2. Sonnabend 6. Wochenabschmtt : Nauach i.;ß. M. 6 9-11,32 Haftara: Jes. 54,1-55,6 9. Sonnabend 13. Wochenabschnitt : Lech lecho 1. B. M. 12—17. Haftara: Jes. 40,27-41,18 16. Sonnabend 20. Wochenabschnitt: Wajjero 1. B. ,M. 18 -22. ■ ' Haftara: 2. Kön 4, i-?-7 . 23. Sonnabend 27, Wochenabschnitt : Chajje . Ssoroh 1. B. M. 23—25, i« Haftarah : 1. Kön. 1, 4-31 26. Dienstag 301 1. Tag Rausch Chaudesch Kisslew 5696 27. Mittwoch 1. 2. Tag Rausch Chaudesch 30. Sonnabend 4. Wochenabschnitt: Tauldauss 1,B. M. 25,w- 28« Haftara: Maleachi II - 2F iiiiiiiiiiiiriiiiuiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiimiuiuiiimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiii ziger Gemeinde erhebliche Dcrdienste erworben hat, beging um 26. Lltober. seinen 80. Geburtstag. — Rechtsanwalt Dr. Brauer (Ratilwr), Borstandsvorsitzender der Shnagvgentzemeinde. feierte am 28. Oktober seinen 60. Geburtstag. — Simson Earleba ch (Lübeck) wird am 1. November 60 Jahre -alt. — Frau Herinine Siinon geb. Nethe (Düsseldorf) vollendet am 8. November ihr 80. Lebensjahr.. — Siegmund Heilbronn und .Frau Rebecka geborene Heß (Frickhofen Kreis Limburg, Lahn) feiern am 3. lltovember ihre Diamantene Hochzeit. / Aus der Familie Samuel H v des (Leipzig)/ stellvertretender Vorsteher. des Vorstandes der israetitischen Religio, isgemcilide, der sich um Ausbau und Verwaltung sowie mn das Wohlsahrtswesen der Lcipdustirrat vr. Max Röthfels gestorl>en Am 22. Oktober verschiN) in Kasiel im Alter von 81 Jahren Justizrat Dr. Max Nothfels. Nlit dem Verstorbenen verliert das Judentum eine hervorragende Persönlichkeit. Der Verstorbene wurde 1854 als Sohn des Stadtrats Jeremias - Röthfels geboren. Er trat 1875 in den Staatsdienst und wirkte seit 1881 als Rechtsanwalt beim Landgericht in Kassel. Der Verstorbene wurde in jungen Jahren Reserveoffizier beim Jnf/Neg 83 in Kassel und stellte sich auch im Weltkrieg dem Vaterland zur Verfügung. Er wurde zum Hauptinann der Landlvehr befördert und mitz dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Schon im Jahre 1881 wurde er Mitglied des Dvrsteheramts der Jsrealiteu. in späteren Jahren dessen Vorsitzender. In besonders vorbildlicher Weise hat er sich stets der jüdischen Angelegenheiten angenommen. Auch dem Eentralverein lvar er ein treues Mitglied. Sein Dahinscheiden bedeutet einen schweren Verlust für die kurhessischen Juden. Der stets hilfst bereite, ausrechte Dtann wird - unvergessen bleiben. Dr. Dellevie (Kassel). Aus > Anlaß des 25 jährigen Bestehens des Shnagoge Köpenick' fand kürzlich eine Gedenkfeier statt.; Ter frühere Vorsitzende der selbständigen Gemeinde Köpenick. Dr. Bernstein, sprach den Förderern'-des Synagogen- . baucs und der damaligen Gemeinde, insbesondere dem früheren langjährigen Vorsitzenden. Mar Eohn. den Tank des Köpenicker Bezirks und den Dank und die Wünsche des Haupt. Vorstandes der jüdischen Gemeinde Berlin aus. Der langjährige Seelsorger der frühcren/scll'° ständigen Gemeinde Köpenick. Prediger Frau k. der auch vor '25 Jahren die Synagoge geweiht hatte, hielt wiederum die Gedenkrede, Das Publiluin/ das die Philharmoiiie füllte, bejubelte rieben den Solisten immer wieder Dr. Singer und zeigte so Dank und Sympathie für das Gcbnrlstagskind. Ludwig Altinnnn. Premiere der Kleinkunstbühne des Berliner Kulturbunds Dienstag abend, Premier« im Gase Leon, in das gesll'iiiaäm'll eine kleine Bühne eingebaut ist. Voller Saal. Laelsialven' und best« Sliminnng vom Anfang bis znrn'Sckzluß. Niär Ehrlich, künstlcrisclier "Leiter. >'nuföreneicr nnd Hanptdarstellcr in seiner Spezialität.den ..gespielten" 'Witzen und als Schaehmeisier. der nieb! nur den Onkel ans Amerika . int ' St et ich ..S eGrelnnatl" letzt, sondern" auch das Pnblilnni nnd die Kritik, die bei so viel guter Lanne und ..ehrligienr" Welten nictit anders als mitlacheu und zu dein gntew Veginn einer boffentlicl, Weiler ersvlgreielien Saiwn-applaudieren können. Reben und mit Mar El'.rliw: L i! e l v.t t c Ru'Pe!«.)-die zn'e,-El; innüis mit kleiner Stimme,, aber Ehe.rme vveiragt rind anäi Ebrliws Partnerin in Witzen und Skel'eli in. Als engste Mitfpieler ferner Wunyold Bernd und der nicht nur dicle, .iandt-ru anä, Iiiinwrvvlle Hans O. Stern. In Einzelnnniinern: RvI'JR a y. Nelly Hirth. Ruth Anselm in iiTäien nnd iilssischen Tanzen) Willn Prager in Sctilager-n. von denen, sein t'eriöiil-iiiiNes ..Bekenntnis" und d,rs aklnetle „Eenadvr-Lied" am besten zvgen. und Gerda Kveppler. die mit starker Kabarett- Begabmrg Striiwelveier-Szenen >'ang. und spielte: den Snppenkaspar. d.en Damneiiliit'äier lind den Zappelphilipp. ' ^Besinnliche Ruhepanie da zwi-ei,en/ Edgar Alerander mit zwei vstjndi'äien Szenen als ..Fuhrmann" (BaiagliN nnd. vvr allem nn „Lied des Bervntfcheiver Rebbe": geianglicii und darnellerisch iv stark, tvrß Ort und Stunde versanken und man die Böeihe des kleinen ukrainischen Gotteshauses und die Gläubigkeit dieser Urgestalt des Ostens als ninhüllende Atmosphäre empfand. Dieses alles als bunte Seiten eines Bilderbuches, die. von Heinz Eondell farbig reizvoll mrd der jetveiligen Stimmimg entsprechend gemalt, nach jedem Bild nmgeblättert wurden. Am Flügel Leonhard H e i n r i ch nitd Herrmann L u d w i g. Wie sazzt N.ar Ehrlich vor jedem Bild? Schau'» sich das mal an! - Dr. M. 8. 30 Jahre Theaterfriseur „Sie sind jetzt also 30 Jahre als Theaterfriseiir und Maskenbildner'tätigt" frage'ich Herrn Schulz.'der gerade beschäftigt ist. den Schansvielern der Kleiiikunstbühne des Kulturbundes die Bärte für die Generalprobe 'anzukleben. „Ja. am l. November sind cs genau 30 Jahre her. daß iä, mit Ferdinand Bonn aus Wien, ivo ich am Raimund-Theater arbeitete, nach Bertiu „Und an welche Bühne, Herr Schulz?". ..Ans Berliner Theater. Bis zum Abriß vvr einigeri Ntvnaten war ich dort ständig tätig. Ich bin 'also":.fügt er. lächelnd hinzu, „der einzige, der . dem Berliner Theater bis zum Schluß treu blieb." „Und waren 'Sie auch an anderen '-Bühnen tätig?" , „Eine Zeitlang habe ich ständig än sieben ver- ' schiedenen Theatern gearbeitet. — Bon 1904 .bis zilin Ausbruch des Weltkriegs frisierte ich anch bei Hofe. Ter jetzige König von Griechenland, der damals in Berlin im 1. Garderegiment zu Fuß war, ließ sich ebenso wie die Prinzen der kaiserlichen Familie jahrelang von mir die Haare schncideu. Am jiiteressantesten war für mich viel- , leicht die Zeit, als ich beim Film arbeitete. Ich »var nämlich vor dem Kriege der erste Maskenbildner beim Film. Allein mit Asta 'liiclicn . arbeitete ich an 16 verschiedenen Filmen. Rudgli - Schildkraiil ließ sich von mir seine berühmte Maske fgP der, .Slwlvk von Krakau' anfertigen. Mit dem Film reiste ich nach -Madeira, in die Türkei -und Znehrere Male durch Italien; eine schöne Zeit!" Theaterfriseur Schulz frisiert . Rita Atlasz, rot. Abraham VacanzeiQm 6. November, 20 Ahr 15 Min.: Jüdischer Miiseumsvereio. Bortragsabend Ratzel Wischnitzcr - Bernstein: „Die Cherubim in der jiidischen Kunst" <init Lichtbilderm. Rabbiner Dr. Einil Bcrntzard Eotzn: „Die Etzerubinr im jüdischen Schrifttum." Jüdisches Museum, Oranicn. . burger Straße 31. Dre^Iau: 3. November,, 2Ü Uhr 30. Min.: Jüdisch-konservativer Ge. meindevercin. Professor Dr. Bruno Kisch . (Köln): ,:Gottcsglaube und Naturwissenschaft." Lcssing-Eaal. 1. und 5. November: Zweites Hauskonzert. Lieder-' und Kiavierabend Hermann Schcy — Joses Wagner. Musiksaal, Ring 5. ' 7. Novcmbcrl Erster Sonatcnabcnd Joseph und Boris Schwarz. Frcunde-Saal. Die Gastspieloper des Reichsverba»ides der jüdischen Klilturbünde nnd der Künstlerhilse der' Jüdischen'Gemeinde Berlin veranstaltet vor Beginn ihrer ersten Toirrnee am Sonnabend, dem 9. November, 20 Uhr. im Schnniann-Saal. Lützow. straße 76, einen Osfenbäch-Einaktcr-Abcnd mit den Singspielen „Hanni weint — Hansi lacht" und „Ehemanu vor der Tür". . Mitwirkende: Thea «rlten-Stuckens ch m i d t, "Lilli Heinemann . Julius K »r t h a n . Richard Dresdner.^ Leo Rohr und ein K a m m e r o r ch e st r. Musikalische Leitung: Ernst Ewald G'e b e r t; Regie: Kurt B a u - m a n n : Bühnenbilder: Heinz Eo n d e l l. Plätze bei der Künstlerhilfe, Eharlottenburg 2. Kantstraße 158, beim Reichsvcrband. Kvminandantenstraße 57 und an der Abendkasse. Reichsverbandsausweiskarten oder Kulturbundmitgliedskarten sind vorzuzeigen. Der Lipinskaja-Abend. im Berlin Kulturbund .ist vom 17. November ans den 16. November "20 Uhr 30 Min', im Bach-Saal vorverlegt worden. „Ja. Ich habe zivar noch außerdem einen Frisiersalon im Westen. Aber jeden Abend, fahre ich in die Kommandantenstraße, um den Schauspielern dort ,die Köpfe zurechtzusetzen'. Gerade bei dem .Barbier von Sevilla' habe ich mit den Perücken eine Menge Arbeit." .... °^>e^SchuOz_iM^r,lir noch mehr von seiner^-OPLLEtzLnUich erfolgreichen Auslandstnrnee zu- Tätiakeit beim Kulturbund erzählen, aber die rückgekehrt ist. Jüdischer Kulturbund Berlin. Am 6. November, 20'.2 Uhr, gibt im Bechstein-Saal. Linkslr. 42. der 14jährige Ateistergeiger Ojw R'enardy sein erites Berliner Konzert, nachdem er von einer „Und jetzt stnd Sie also beim Kulturbund^^Friseur des.Sarbier". Tätigkeit beim Kulturbund erzählen, aber die Mitarbeiter der Kleinkunstbühne drängen schon ungeduldig zum Abbruch des Interviews. „Dann also weiter viel Glück!" Mit einem kräftigen Händedruck verabschiede ich mich vom 8. L—n. t ist. Dr. Kurt Singer schreibt: Zu meinem 50. Ge« burtstag sind mir von allen Seiten zahtreichc Glückwünsche zugegangen. Ich bitte, alle, die meiner Person und meiner Arbeit so herzlich grdacht haben, auf diesem Wege meinen tief gesühlten Dank entgegenzunehmen.

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