Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 43 (24.10.1935)
- Date
- 1935-10-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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In der Schmiedm T * Fot.: I. Abraham Weitorntion, die das gute Alte mit dein Neuenverbinden soll, gepflegt werden. Im Mittelpunkt des Arbeitsplans steht die Wer k a r beit mit vier Grundhandwerken, der Papp-, Holz- und Metallbearbeitung sowie der . Elektrotechnik. Daneben gibt es Unterricht zunächst in Fächern, die'mit der Werkarbeit in Verbindnng stehen, in Betriebskunde, Material- und Lllerkzengkunde. Elektrizitätslehre. Maschiuenkünde und Zeichnen, lind nicht zuletzt kommen jüdische Bildung. Rechnen. Deutsch. Sport und Spiel-zu-ihrem Recht. lim den Jungen, in dem halben Jahr ihrer Betätigung in der Vvr'lehre ein möglichst umfassendes Bild vom, Leben im Beruf ,und den Eigenarten"^ der verschiedenen Handwerke zu bieten, lverden Borträge von Vertretern anderer Berusszweige über ihre -Fachgebiete gehalten und Besichtigungen in Betrieben, Museen und Ansstellniigav veranstaltet. Aus der 'Ausgabe der Borlehre heraus ist es zu verstehen, das, es in der Werkarbeit weniger auf. das Produkt als aus das Arbeiten ankommt. Ein Junge soll lernen, ein Werkzeug richtig anzu° fassen, werkgerecht zu arbeiten. Er soll die Freude an der schöpferischen Arbeit empfinden, aber auch — lernen. - die Zahne aufeinanderzubeiften und beharrlich von vorn zu beginnen, wenn ein Stück verdorben ist. Das ist Schulung für das Leben, darin liegt das Wesen nuferer Ausgabe. Bei aller Freude sol>^ die Arbeit mit Ernst und Berantivortungsbewicht* sein getan werden. Spiel und Bastelei haben hier keine Berechtigung mehr, lind den Kursleitern obliegt es. die Menschen zu erkennen. die die Gewähr bieten, später einmal Handwerker zu werden. Hierin liegt die enge Berbindung mit der Berufsberatung und zugleich für viele der Hauptwert der Borlchre. Dipl. Ing. Knaul Livhvnthal * Am :!I. Lktober wird das I. Landl,alvjahr (Heimhilse) in dem Ferienheim „Haus Berta" des RIF beendet. Am I. November beginnt' d a s 2. L a n dhal b j a h r , zu dem schon eine Nlkihi . von, Meldungen vvrliegen. Das Land h a l b j a h r ist e iche D e - r » i s v o r b e r e i t un g . und'- B/räi f serz i e h u u g f ü r die de u t f ch - jüdische J'ngend Im Gegensatz zur Borlehre, die sich auf die - Beruisvorbereitung rn einem Berufs* 'zweig beschränkt, umfaßt dns Landhalbjahr auf „Hans Berta" die Vorbereitung für eine Reihe voit Berufen, wie: Schreiner, Gärtner. Landwirt. Elektrotechniker u.- a. m. Die Arbeiten stehen nnter Anleitung, Non Handwerksmeistern und jüdischen Handiverkern. die dauernd auf „Hans Berta" beschäftigt.werden. Für das Wrnter-Land» halbzahr sind folgende Arbeiten vorgesehen: Bau eines Geräteschuppens lind einer Werkstatt: Um* ban der bisherigenWerkstatt zu ainem Schlaf- .-raum: Planierung-' eines Sportplatzes: Ban eines .-Schwi'mmbades: Erweiterung des Hausgartens; Rodungsaebeiten in . Heide und' Wald» Durch- .. forstimg., Wegebau u. a. m. - ' ' Ans" Grund der neuen Verhältnisse aus dem Gebiet der hauswirtschastlichen "Berufe ist ern h a u s w i r t s ch a s t l i ch e r Lehrgang für Mädchen geplant^ au dem aber auch Jungen teilnehmen können, die sich ans diesem Wege für , den Berns eines- Hausmeisters üfiv. vvrbercitcn wollen. . '' ." 1 An den Abenden und in der Freizeit finden^ französische und englische Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene statt, Arbeitsgemeinschaften über jüdische Geschichte. Gegenwartskunde, Pflanzen- und Tierlimde n. a. in. .'Hans Berta" wird streng rituell geführt. Ein späterer Eintritt ist evtl, möglich. Anmeldungen und Anfragen sind an das Iugenddezernat der Bundesleitung des RIF, Berlin W 15, Kursürstendamm WO, zu richten. Lulrotkeier der züd»8eben Jugend IVleoblenburgs in Eübeelc Die Feier des Sukotfestes rn Lübeck stand diesmal im Zeichen des jüdischen Jugenderlebaiisses. Rabbiner Tr. Winter hatte als Leiter der jüdischen Schule die Jugend von Mecklenburg zu einer.- gemeinsamen Sukotfeier eingeladcn; mehr als 40 Kinder wären der Aufforderung gefolgt. Als Auftakt fand ein gemeinschaftlicher Gottesdienst in der Synagoge statt. Ob, man. sich im Gotteshause zu den Gottesdiensten vereinte, ob man in der Sukot bei den Mahlzeiten beisammen saß oder sich im fröhlichen Spiel erging und jüdische Lieder sang, .immer fester schloß das gemeiitsame Erleben die Jugend zusammen. Was eine jüdische Schule ihren Schülern geben kann, lernten die Jungens und Mädels durch die Lehrer R o t t e nberg' und Possenheimer kennen, die in lebendiger Form die Jugend-am jüdischen Lchulleben teilnehmcn ließen. Wie eindrucksvoll dieser Einblick in das innere Leben der Schule auf die ,Kinder wirkte, zeigte sich, in dem immer wieder geäußerten Wunsch der jugendlichen Hörer, doch auch eine jüdische Schule besuchen zu können. Der Eindruck des jüdischen Erlebnisses vertiefte sich noch Mehr durch den gemeinsamen Orreg an den beidW Sukot-Tagen. rn dem die schönsten jüdischen Lieder unserer Jugend über die Gegenwart hinaus mit unserer Zukunft verbanden. Einen harmonischen Abschluß fand die Feier durch -die Aufführung zweier ' Theaterstücke durch die Schüler der jüdischen Schule, die den begeisterten Beifall der jugendlichen Zuhörerschaft fand. Herzlich und aufrichtig empfunden war der Dank der Jugend für die reiche Aitregung. die sie bei dieser Feier empfangen hatte, und mehr als alle Schilderungen sprechen die eigenen Worte der' Kinder für die tiefgehende Wirkung dieser Jugendgemeinschast am Sukotseste. „Wir werden noch lange, an den Eindrücken dieser Sukot-Tage in' Lübeck zehren und haben eine Menge Anregungen für die Arbeit und das Leben unserer Gruppe mit heimgenoinmen. Gerade, uns Kleinstädtern tat es, gut. einmal neue Meilschen kcnnenzulernen. Der Gedanke, einmal die -Kleinstädter in das Judentum einznsühren,. war wirklich wunderbar und die Durchführung dieses Gedankens ist wahrlich beispiellos gewesen." Verband für jüdisch-soziale Arbeit, Am 15. Lktober ist der Verband für jüdisch- ' soziale Arbeit in Berlin gegründet worden. Der Verband rst die Zusammenfassung aller jüdischen Einrichtungen und Vereine mit sozialem Aufgaben^ . - kreis und soll der planmäßigen Gestaltung der > jüdischen Sozialarbeit in BMnr dienen. Ter Anschluß, an ' den Verband.xrsvlgt als .Einzelverein b;w. als organisatorisch unselbständige Gruppe., -Als Ei,lZelverein sollerr.solche Organisationen-auf-, genommen werden, die als eingetragener Verein, erhalten bleibenmüssen. Die ubrrgez, Vereine ^sollen als Gruppe angeschlossen werden;-die finan- ' . zielte Selbständigkeit bleibt gewährt. Es sind 'Arbeitsgemeinschaften für Kinder- und , Waiscnhilfe, Altershilse und -Heime, Logen, Körperbehinderte und allgemeine Wohlfahrtspflege vorgesehen. Organe des Perbandes sind die Vertreterversammlnngen und der geschästsführende Ausschuß. Die Ges ch ä s t s st eile des neuen Verbandes befindet^ sich in Berlin C 2, Rosenstraße 2—1 (Tel.: Dl Norden 6711). . „Was tut die Gemeinde?" Das Wcrbercferat der Berliner Jüdischen Gemeinde veranstaltet am Sonntag. 3. November, vormittags die sechste Führung. Es werden besichtigt: Waisenhaus II, Pcrnkvw, Berliner Str. IW, Jugendwohnheim und Lehrlingsheim, Pankow, Mühlenstr. 40. Anmeldungen für die Führung sind schriftlich-odcr fernmündlich zu richten an das Werbereferat der Jüdischen Gemeinde, Berlin N 24, Oranienburger Straße- '29, - Telephon: D 2, Weidendamm 5921.' Ten Teilnehmern werden nach der Anmeldung der Treffpunkt, die Zeit und die Fe.hrverbiiidnngen schriftlich mitgetcilt. 'Meldeschluß: 31. Lk- Aus der Familie Willy R o s e n t h a l (Köslin), der seit Jahrzehnten den Gemcindekörpcrschaften als- Repräsentant angehvrt und lange Zeit im Eeschästssührenden Vorstand der Korporation der Kaufmannschaft tätig war, begeht seinen 80. Geburtstag. — Sanitätsrat Tr. Leopold Stern (Berlin NO). 40 Jahre Wohlfahrtsarzt im Berliner Osten, langjähriger Vorsitzender und Ehrenmitglied des ärztlichen Standesvereins Osten, feiert am 4. November seinen 70. Geburtstag. — Jacob Marcus und Frau Johanna geb. Marcus (Berlin) begehen am 3. November das Fest der goldenen Hochzeit. " . Tie Leipziger Gemeinde veranstaltete in der Synagoge Otto-Schill-Straße eine Gedenkfeier für den verstorbenen Lbcrrabbiner von Palästina Rabbi Abraham Jizchak K u k. Professor Tr. A. Buschle ist anläßlich des internationalen DernratologenkongreÜL» rn Budapest zmn korrespondierenden Mitglied der Ungarischen Dermatologischen, Gesellschaft ernannt Wörden. Professor Dr. Hermann Großmann, früher Privatdvzent an der Universität Berlin, dann an der Hochschule in Brüssel, ist einem Anerbieten der Regierung von Persien gefolgt, der medizinischen und philosophischen Fakultät der Universität Teheran eine naturwissenschaftlich- 1 techmsche Abteilung anzugliedcrn. Professor Groß-', mann selbst erhält einen Lehrstuhl der Chemie. Schachaufgabe Nr. 43 von Georg Ponte (Berlin) Matt in drei, Zügen. Weiß: K(sV Tc"4, Tc6, Le 8, 15a2,” a4, c 3, d 5,_! 5.! 6 (10). Schwarz: Ka 5, La 6, c 7, d 6, e6,- f7 (6). S ch adiansgabc. N r. 4 4 von Dr. Erich Zepler (Berlin). (3. Preis im Dr.-Palitzsch-Gebenktnrnior' 1933) Matt in vier Zügen. Weiß: Ka 2, Dd 3, Tb 7, Bb2, b3 (5). Schwarz: Kc 1, Sc 2 (2). Lösung der Aufgabe Rr. 41: 1. Lb l — a 2. Tc 2 X a 2; 2. Th 1 - h, 4,. Sd 1 — b 2; 3. Th 4 — b 4 (Zugzwang durch sogenannten Seebcrger Block). . . . ,4. , Tb 4 —c 4 bzw. b8 matt: falls 2.,. . .. Sd 1 — e3; 3. d2 X 6 3 und 4. Th 4 — c 4 matt. Lösung der Aufgabe Nr. 42: 1. Dh l — £» 1 (drohend k2 —l4 matt). ... Uo 5 X d 4, 2. D" 1 — a 1 matt» . . . Sd 8 —"e 6, 2. Sd 4 — e 6 matt, . . . S<j 5—p 6, ’ 2. Sd 4 — f 3 matt. ... Sg 5 — h 3, 2. Dg 1 — g 7 matt. Richtige Lösungen von Nr. 41 uiK» 42 gingen ein von: Kantor D. Cohn (Koblenz). Mar Pniowcr (Hiridenbiirg), Dr. Ernst Bvehm (Brieg), Gottfried Gnmbel (Stuttgart), Hans Steinberger (Bayreuth), Erich, Rubensvhn (Hildesheim). Gerda Loewkvwitz (Konstadt), Tierarzt Mar Kofch-- miniki '(Lapdsberg), Dr. med. I Nteyerhoff (Rvtenfel-s). Sanitätsrat Dr. S. Dömke. 'Arthur Eiseuhardt, Georg K. R. Israel (Berlin), Rechtsanwalt Ludwig Mayer. Willy Äiichaelis (Berlin), Frau Tilde Adler (Landsberg), Karl Nußbaum (Rheydt). Michael Lcvy (Krefeld). Bon Nr. 41: Siegmund Austerlitz (Gießen). Von Nr.. 42 ferner von: Rabbiner Dr. Tänzer (Göppingen), Werner Storch (Essen), Jakob Baumann (Köln), W. Cohn (Koblenz). - V'■ ' * ■ Berliner Sport-Gemeinschaft 1933, Die Jugend-Schach-Abteilnng hält ihre Spitzlabcnde jeden Montag von 18 bis- 20 Uhr im Restaurant Hcrrlnanit, Jägerstraße 18, ab. Begrenzting findet) tvirklen diese kleinen lyrischen Gebilde mit dem vollen Reiz des Echten, des Unl«spreiztcn. des schliditen, frend- und leidvvllen Gefühls, wenn es sich etwa in kindlicher Ehrfurcht lim das Bild der Nl'utter rankt oder aus der idyllischen Heimatstadt sehnsüchtige Erinnerungen heransruft. Die Zuhörer dankten der Dichterin wie and) ihren männlichen Partnern, mi't reichern Beifall. "; II. L. Ein neues Werk von Arthur Silbergleit. Die Künstlcrhilse der Jüdisdfcu' Gemeinde gibt einen Gedichtlvn-d'des,lvkaniüe!! Lyrikers Arthur Silbe r g l e i t heraus. Das etwa 30 Seilen starte, mit karronniertein Umschlag versehene Buch kostet 1 RM. Die durch Subskription bestellten Erem- 4>lare sind vom Diäiter handschriftlich gezeichnet. , Lislenmaterial versendet die' Künstlerhilse, Berlin- Eharlottenburg 2. Kantsträß'e 158. Bismarck «'>023, bei der auch Buchb'est-elluugen erfolgen können.- „Lbanna" im tLulturbund k<be!n-!^nbr Der Jüdische DjuUs/rbund Rhein-Ruhr, (Sitz Köln) erösfnete sein drittes Spieljahr mit dem Sck)älls-piel - „Ehauna" von , Marta We r-t, h e i ° wer. -das anläßlich feiner'Uraufführung in Frankfurt am Main lvreits. ausführlich besprochen wurde. , Die Kölner Fassung bedeutet einen Versuch strafferer Liuienführ-ung. Trotzdem besteht weiterhin chie Datsaeize. das; der W«ert des Stückes im Gedtiul'licheu, liegt. Die- Trager der, Hauptrollen find Spreck>er. Träger - einer JXe. nicht Handelnde, tvas die Wiedergabeauf der Bühne problein'atisä) macht. Wirklich bühnensicher gesehen, ein Bkensch mit Leidenschaften, Kampswillen. Trieven ist nur^Pennina. die Frau des Elkäna, Nintter seiner Kinder. - Gcgcnfptcserin de7_J(u:der!osen EHanna. Die Anssnhrüitg war ein Erfolg für Autorin und Kölner Bühne. Das Stück erzielt durch seine Sprache manche - Wirkung, die ihm allein vom Szcni'ck>c'n nicht gegel^'n wäre. Tie Ausführung laßt diese Stärke des Stückes ausschwingen und gibt -ihm ein Mehr an Bewußtheit, wo d:cs gebeten crsä)eiut. Unter der Leitung von Willibald F r ä n k e k-- F r o o n kommt eine gc° schlosse,ie Leistung zustande, getragen durch die EHanna Fried! Atünzers. die Pcnnina von Herta R e i ß , den) ruhigen, resignierten, klugen Elkana Schindlers. Walther Hertner in der Rolle des edlen Feindes, des Fürsten Gcisan. blieb kräftig und schlicht und entging so durch Können und Geschmack der Gefahr zu großer Zartheit. Als Knabe Elihn war Heinz Friedeberg echt in seinem Glauben und seinem Ungestüm. Alfred B alt ho ff als 'Dagonpricster- Alfvps Fink als Ot'niel und Rolf W. Feldheim als Timuat. Bruder des Gasan, charakterisierten sicher und bereicherten das Spiel. Das Bühnenöild von Egon M a r k u s vermittelte die Stimmung des Spielorts und' inter-, essicrte, gemeinsam mit den vortrefflichen.Kostümen tRalla Hamburgers, den Zuschauer stark von der optischen Seite her an der Ausführung. , L. S. Konzerte im Reich Ans dem Kreise der Frankfurter jüdischen Tousetzer ist' die' reifste Ersd)einung geschieden: Bernhard S ekles. Das geistliche. Konzert in der Ltzestendsynagoge anläßlich ihres 25jährigen Bestehens nmrd'e dadurch für ihn zu einer Gedenkfeier. daß ein - nackigelasfenes Werk, der 137. Psalm ..An den Wassern Babylons" für Chor, Sopran und Orgel zur U r a u f fü h r u n g gelangte. S ekles, der Zich gerade in den für ihn so schwere,, letzten Jahren noch verinnerlicht hat. Ih?reidicit die für jüdiscl>e Kultstättcn geeignete Literanir um ein Werk von edler, persönliclier -Haltung. Mehrere jüdiiä>e Tons'etzcr Frankfurts wareu^ außerdem mit Novitäten vertreten. Her- Ivrt Fromm zeigt in einer Orgelfuge gediegenes haudwerklicktes Rüstzeug. Rosy Geiger- K n I l m a u n musiziert herzen--wacm und wir-, kungsvoll in -Liedern für Alt. denen Ottilie 'M e p g e r - L a t t e r m a n n ihre prächtige. Hrstvse Dum-.nc und ihre noble Dortragskuust lieh. Mar Wolfs baut in „Ma Jokor" ruit kundiger Htind und Freude am Wohlklang. Ein ostjudi'äres. durch die Uebersctzung etwas entstilisienes, religiöses Lied: „Zum Sabbatausgang' von Fromm, dessen melodische Führung auf Mahler himveist, schloß die Reihe der Neuheiten fesielnd ä>'. , Nikolaus F l e i s ch mann deutete plastisch das Chawnus in Gesängen von Älmann und Rosvwsky. Die Jnstxumentalisten R a t n e r, Toe plitz und Froinm und der von Frank Rothschild sorgfältig' vorbereitete, zielsicher geführte E h v r der Synagoge diente,, dein würdigen Verlauf der von einer großen Hörcrschasl besuchten Feier. - Ter Baritönist Ernst Wolfs befindet sich instark aufsteigender Kurve: fein von Natur,blühendes Material hat an Klangkraft noch gewonnen, sein .Vortrag ist durch gesteigerte Lekouvmie der Ausdrucksmittel noch feiselnder geworden. Wer mit so spontanem, aber doch gezügeltem Temperament. musikalisch so überlegen, zum Kunstwerk . Srellung zu nehmen vermag, beweist sein Anrecht aus vollen Erfolg. Dieser-, wurde ihm in ^Liedern. Arien und(Diictten reichlich zuteil. Als Partnerin wirkte sollstisch und ducttiereüd die Allistin (dem Timbre nach eigentlich Mezzosopranistin) Paula L i n d b e r g. Gefühlswarm und geschmacksicher formte sie durch das Aledium ihrer einschmeichelnden, untadelig gebildeten Stimme Gesänge von Händel, Mendelssohn und Brahms. Paul Meyer begleitete mit musikalischem Esprit. Wer Palcska Gert von früher her kennt, weiß,- daß sie keine Tänzerin imeigentlichen Sinne des Begriffes ist — für das Tänzerische fehlt ihr schon, die technische Durchhilduug —, . sondern Karikaturistiu und Groteskkvmikerin. Ihre sehr individuelle Begabung bat in der veränderten Zeit für die in ihr geivandelteü Menschen viel von . ihrem Reiz verloren. Was bedeutet uns noch die Parodie ..Lebewelt!>'.»)" oder „Jugend im Mai" oder etwa „Ballet!", Szenen, deren Antiguiertheit durch die überfällige Biusik noch peinlich betont wird. Blassen Abglanz einer fragwürdigen Kunst, deren Verschwinden offenbar auch von dem nur matt, gestimmten Vi,ibk:k:ini •' des Jüdischen. Kulturbundes Rhein-Main nicht beklagt würde, gaben immerhin die bizarren Nummern „Clown" und „Koloratursängerin". ..ä. tUe. Egon Wellesz 50 Jahre Egon Wellesz, der am 21. Oktober 50 Jahre alt wurde, ist einer der Vielseitigsten aus dem Wiener Schvnbergkreise. Wellesz ist als Komponist. Historiker. DJisikschriftsteller bekannt und erfolgreich geworden. Kompositorisch ans der Schönpergfchule hervorgeheud, kam Wellesz zu einem deutlich zu umreißendei, „Personalstil". In der'Oper, neben der Kammermusik das' Schwer-- gewicht' seines srelküustlcrischen -Wirkens, strebt Wellesz zu einem asketisch-iveihevollen. oratoriumartigen Stil, der, wie einmal gesagt wurde, „innere Entwicklungen musikalisch ausdrücken will" - und dabei auf den äußeren Effekt nicht Bedacht nimmt.. So blieb Wellesz' auch allen Lockungen aktueller und publikumssichcrer Zeitströnnmgen fern. Hochhedeutend ist Wellesz als Niusikforscher. Neben einer kleinen begeisterten Schönbergbivgraphie ist vor allem seine Arbeit über „Byzantinische Musik" zu nennen (in der populären „Jedermann'-Büchcrei). ein knapper Band nur, der aber als ivissenschastlich grundlegend anerkannt ist» Wellesz hat den entsprechenden Absatz auch im Handbuch der Akusikgeschichte oon Guido Adler, . seinem Lehrer und Doktorvater, geschrieben. Heute lehrt der ehemalige Schüler selber als Professor an der Wiener Universität. 1932 ehrte ihn die Universität Oxford durch das Ehrendoktorat und ich möchte auf den hübschen Bericht, den Wellesz selbst gab (in „Tie Musik" November 32) besonders Hinweisen, weil er trotz feiner Kürze viel von der Persönlichkeit des, Jubilars zu. enthalten' scheint: einen menschlich verstehenden und dabei klaren Blick., den Zug wirklicher. Bescheidenheit. Ter ganz große Publikumserfolg konnte diesem Musiker nicht beschieden sein, aberwir habe,, allen Grund, dieses Tages zu gedenken, weil jede einzelne Auswirkung dieser universalen Begabung von Tiefe und einsühlcndc.r Vertiefung zeugt. L. A. Der - Berliner Kulturbund läßt in der ersten Novemberhälste zwei S o n d e r v e r a n stalt u n g e n großen Stils stattfinden.. Am 6. November (ritt im Bechstein-Saak der junge Geiger Ossy Renardy auf. der mit seinen vierzehn Jahren schon sensationelle Erfolge im Ausland gehabt hat. und sich zum ersten Male in Berlin reiacn wird. Am 16. und 17. k>iovember tritt Del a' Lxpin ska j a im Bach-Saal mit völlig neuem Programm auf. Billettverkauf findet außer im Mitgliederbüro und an der Theaterkasse in der eigenen Zahlstelle ' des Kulturbundes. Afchaffenburger Straße-18. sowie in einer Reihe der wesentlichsten Zahlstellen des Kulturbundes statt.