Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 42 (17.10.1935)
- Date
- 1935-10-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2277379-2278097-2278126--09678-2292700- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
'2ämi(irfir Werbungen und -«.nmmUtnflcn sind nur'den Kreis der jüdischen (Gemeinschaft in Deutschland beschränkt. Sie bedürfen daher keiner behördlichen Genehmigung. Bergt. ' 1. Bescheid de? Herrn Staattzkvnrmissars, für die :>legelung der Wohlfahrtspflege an" die Zeiitralwohlfahrtsftelle der deutschen Juden vom 22. Blärz 1934 Aktenzeichen IV W/6105/ 12. März. 2. Bescheid des Herrn Reichsschatzmeisters der NSDAP an die Deutsch-Israelitische Gemeinde Hamburg vom 3. September 1934. Aktenzeichen st/8tr.. 3. Bescheid des Herrn Reichs- und Preußischen. Munster des Innern an die Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden vom 6. Dezember 1934, Aktenzeichen V W/6105/13. No- : vember. -. : VI. Lastenausgkeich. llnt die Hilfsbedürftigen insbesondere in deir kleinen Orten und verarmten Gemeinden ansreichend berücksichtigen zu können, führen alle Sammelstellen der jüdischen Winterhilfe 30 Prozent ihrer Einnahmen nach Abzug der Unkosten an die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Inden ans ein besonderes Konto ab. die mit diesen Mitteln nach Abzug ihrer Unkosten den Lastenansgleich vornimmt. Am 1. Januar 1936 erfolgt eine Neufestsetzung des Änsgleichsbetrages im Einvernehmen mit den jüdischen Gemeinden aiif Grund der bis dahin vorliegenden Erfahrungen. VH-Abrechnung. Sämtliche Stellen der jüdischen Winterhilfe. haben einen Einzelnachweis ihrer Einnahmen und Ausgaben zu führen. Die Zentralwohlfahrtsstellc der deutschen Inden ist für die Ordnungsmäßigfeit der Tnrchführnng der jüdischen Winterhilfe verantwortlich. Sie/ hat dem Reichsbeauftragteu für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes ans Verlangen Auskunft zu erteilen. Sie hat das Recht, das Rechnungswesen der an der jüdischen Winterhilfe beteiligten ' Stellen jederzeit nachznprüfen. Die vorstehenden Richtlinien haben die Zu» timmiuig des Herrn Reichsbeaüftragten für das üinterhilfswerk des Deutschen Volkes mit seinem chreiben vom 9. Oktober 1935 gefunden. segensvolle Arbeit geleistete Im Berufsleben wak er in trüberen Jahren Vorsitzender des Teur'cheii Apolhekervereiiis für Obcrschlesien. Sigmund Trautmann, der langjährige Ver- ' traueusmauu des 'Eeutralverein in Rheiiie. rü am in. Okioöer getlorben. Der HV. . bewnders der ^ande-verband Ost^Westfalc".. .betrauert ist ihm einen treuen und tatlranigen Alitarbeiter. Sukkot-Freude .. Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde hat etwa 45 jüdische Kinder — Jungen und Mädel — im Alter von 10 bis 17 Jahren, für die Sukkot- Woche nach Berlin eingeladen. Die Kindes kommen aus verschiedenen Kleingemeinden der "Prvvinz Brandenburg, in denen keine Gottesdienste mehr veranstaltet werden können. Die Kinder, die von der Jüdischen Gemeinde untergebracht und verpflegt werden, wurden überall herzlichst begrüßt. liiHiiHiiiuiiiiiiiiiuiiiuiniiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiimiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiiiiim^iiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiHiiiiii Fot. Ji Abraham, Berlin Am ersten Sukkoh-Tag veranstaltete die Alte Synagoge in ihrer Sukka eine besondere Feier für die Gäste. Ebenso haben sie auch andere Synagogen besucht. Auch die Jugendbünde sind bemüht, den jungen Gästen ihren achttägigen Berliner Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. So hat beispielsweise der Esra für sie einen gutgelungenen Oneg-Schabbat im Kinderheim „Ahawah" veranstaltet. 8. 6. Ehrenamtliche Helfer an die Front Das neue Werk macht eine große Schar ehrenamtlicher Helfer notwendig. Die Leitung des Centralvereins hat sich daher sofort, nachdem die Bildung der jüdischen Winterhilfe bckanntgcivvrden war. mit ihren LrtsgrnppenOorständen in Verbindung gesetzt; der Landesverband Groß- Berlin des Centralvcreins konnte bereits mehr als 100 Menschen ans seinem Mitarbeiterkreis der Gemeinde als Helfer namhaft machen. Wir erwarten von allen unseren Freunden, auch soweit wir uns nicht einzeln an sie wenden können, daß sie ihre Arbeitskraft für die gemeinsame Sache der Winterhilfe zur Versngmrg stellen und bitten diejenigen unserer Mitglieder. die hierzu bereit sind Und die sich noch nicht bei den zuständigen Stellen der jüdischen Winterhilfe oder bei anderen Organisationen gemeldet haben, nm schriftliche Mitteilung. Hierbei ist außer Namen. Anschrift und Berns anzugeben. wieviel Zeit zur Verfügilng gestellt werden kann. Die Leitung des Centralvereins wird die. Meldungen an die zuständige Stelle der jüdischen Winterhilfe weiterleiten, lieber die Arten der Betätignngsmöglichkeit werden noch in diesen Tagen genaue Richtlinien herauskommen. . Die Mitarbeiter des Central-Vereins haben der Jüdischen Winterhilfe mitgeteilt, daß sie mit dem Abzug eines Betrages in Höhe von 10 v. H. der Lohnsteuer von ihren Gehältern während der nächsten sechs Monate bereitwillig einverstanden sind. * Unter Borsitz von Direktor Heinrich Stahl fand Dienstag abend eine Besprechung der Vertreter der jüdischen Organisationen statt. Sämtliche jüdischen Organisationen ’ haben sich hierbei verpflichtet/ während der sechsmonatlichen Dauer der Jüdischen Winterhilfe keinerlei Sammlungen zu veranstalten, die in irgendeiner Form mit' der Jüdischen Winterhilfe identifiziert werden können. Die Durchführung der Jüdischen Winterhilfe ist ausschließlich den von der Jüdischen Gemeinde hierzu berufenen Organen Vorbehalten. Unberührt davon bleibt die Sammlungstätigkeit jener jüdischen -Organisationen und 6m» richtungen, deren Interessengebiet eine Verwechslung oder Verquickung mit den Aufgaben der Jüdischen Winterhilfe ausschließt. Nit Rücksicht au! die a. o. Hauptversammlung des CentFal-Vereins fällt die juristische und wirtschaftliche Sprechstunde am Montag, dem 21. Oktober, in der Hauptgeschäftsstelle des C.-V. aus. Ans den Familien Frau Emma Senget (Neumarkt-Schlesien) feierte am 13. Oktober ihren 80. Geburtstag. — Sally Mathias (Liebenau, Bezirk Kassel) wird am 19. Oktober 90 Jahre alt. — Frau Karoline Meyer geborene Kärpf (Berlin) vollendet am 26. Oktober ihr 80. Lebensjahr. •— Zigarren, fabrikant Adolf Cähn (Heiligenstädt-Eichsseld). Vorsitzender der Ortsgruppe des C. V. und Vorsteher/ der jüdischen Gemeinde Heiligenstadt, begeht in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag. — David L o e w e n t h a l und Frau Johanna geb. Moses (Berlin) feierten am 6. Oktober das Fest ihrer Goldenen Hochzeit. — Der Vorsitzende der Ortsgruppe Limburg des Central-Dereins, Otto F aßbender, starb plötzlich auf einer Geschäftsreise. Der Central-Verein verliert in dem Verstorbenen einen eifrigen. Mitarbeiter und wird sein Andenken stets in Ehren halten. — Frau Esther G a.n s geb. Ehrenzweig (Niederaula), die Gattin des Vorsitzenden der Ortsgruppe des C.-V., ist gestorben. Am 23. Oktober d. I. vollendet Apotheker Hugo Kunz in Beuthen O.-L>. sein 60. Lebensjahr. Hugo Kunz ist von jeher ein treuer Anhänger des Central-Dereins gewesen. Er war bis 1933 stellvertretender Vorsitzender der Beuthener Ortsgruppe und gehört auch jetzt noch ihrem Vorstände an. Seit etwa fünf Jahren bekleidet Hugo Kunz das Amt des. Vorsitzenden der Sy nagogengemelnde Beuthen O.-S. Er hat in dieser Zeit besonders durch den Ausbau und die Leitung ' der Zentralwohlsahrtsstelle, der Dartehnskasse der Synagogengemeinde und der Bezirksdarlehnskasse für die Synagogengemeinden Oberschlesiens Alfred Fränlcel rum Gedächtnis ' Bor wenigen Taaen starb. der ö'hordi.rigent , - der Berliner JHdi'che-rr. Gemeinde/ Alfred Frankel..- . , Wer ihn .naherkannte, .wird'deir .Verlust .dieses-, gütigen, bcfchesdenen, R/enichen -sehr betrauern.. Er nwt Vinstler von Geb ln: ir.rci üain.oee.'- familie entstammend >- der Vater Jahrzehnte ■/ in/ Glogaii. 'der/Brüder lange- Zeit iü- Nüriiberg-' " im heiligen lA-mte - wirkend .brachte ' Alfred. Frctnkel jene besondere Begabung mir. die für seinen. Beruf Bediiigül'g. ist./ /lpründl.iche Stichicu e, '--am' «ternschey -"Konw-rvntoriüiü vorvollkoinmneten,/ das Wissen. In Berlin hat es lange-gedauert, bis er seinen Fähigkeiten und Keuntiiineu ent- . sprechend "tm die richtige Sr ekle beruscn wurden Ihm. war die -schwierige Ausgabe ziigesallen. in einem koniervätiven Gottesdienst den Ehor zu . leiten. Seine ganze Kunst aber enrraftele er als. Begleiter. Wie oft lauschte mau draußen in Weißeniee tief ergrünen seinem -spiel. Meisterhaft beherrschte er das schwierig zu behandelnde ° Harmonium. Wie^ er es verstand. hicrlx'i auf die Intentionen des -angers eiuzugcheli. wie er mit seinem Spiel Wort und Ton. verwob. war vorbildlich. .Ter Adel seiner. Kunst teilte nch am seine Persönlichkeit 'mit. Er war - geschätzt und geachtet bei all denen, die ihn wahrhaft kannten. M.D. Heinrich Speyer gestorben Am Jom Kchpur starb in seiner. Heimatstadt Frankfurt am Main Plötzlich und unerwartet der Dozent am Breslauer Indisch-Theologischen Seminar. Tr. Heinrich Speyer, im Älter von 38 Heinrich Speyer, geboren am 1. Juli 1897 in Frankfurt, studierte nach der Abivlvierung der. dortigen Realschule der israelitischen Religionsgesellfchaft und des Goethe-Gymnasiums an den Universitäten Frankfurt und Berlin semitische Sprachen. Geschichte und Philosophie. Er promovierte in Frankfurt mit dem ersten Teil einer großen Arbeit über „die biblischen Erzählungen im Koran". Sein. Lehrer Joief Horovitz empfahl ' ihn als wissenschaftlichen Mitarbeiter an die Akademie für die Wissenschaft des Judentums, in deren Aufträge er das feit Abraham Geiger nicht mehr in Angriff genommene. Thema vollendete. 1923 24 leitete Speyer ein hebräisches Gumuastuln in Litauen, dann wirkt er von 1925—33 am Jüdischen Reform-.Realgymnanilm in Breslau. 1933 wurde er als ordentlicher Dozent auf einen frei» getvordenen Lehrstuhl des Jüdifch-Thevlogiicheu Seminars in Breslau berufen, -wo er Bibslwipen« fchaft. jüdische Geschichte des Altertums und orten» . .talische Sprachen lehrte. Der Verstorbene hatte als Jslamforscher einen weithin reichenden Rui. Er trat mief) in der jüdischen Oefstntlichkeit Breslaus stark hervor. Schw. . 2. Vortrag der GV. - Fraüen - Arbeifsgemeinschaft Gross-Berlin am 23. Oktober,- 20 Uhr 30 im Klubhaus des Jüdischen Frauenbundes, Berlin W. 50, , Marburger Str. 5 Thema: Geschidite der Juden in Spanien Referentin: Lisa Jacobsohn Melodie ans dem Weg. die Flammen züngeln , empor, unaufhörlich lodert das Feuer des Glau- Yens in den Sechzehnteln der Streicher, die Masse der Nienschen findet sich erst nach langem Suchen zu einer-einheitlichen Sprackze. und im Raum des Tempels.' den die Gläubigen erflehen, ist Nicht Platz für stilles/'gesangliches Verweilen. Die große Altarie („Wohl euch, ihr auserwählten Seelen") in in ihrer wiegenden Beivegnng und ihrer keuschen Melodie, in der Innigkeit'des. Ausdrucks auch dann eine Perle Bachschen Sologesanges, wenn man weiß, daß die für einen ganz anderen, einen bräutlichen Tert gedacht war. Ein kurzes Rezitativ: der Herr spricht den Segen. Daun zivei Takte mit den 'Worten dieses Segens: „Friede über Israel", ein überivältigender Ausdruck ddr Sehnsucht, der Weibe, der .Erfüllung, und im hochansteigenden Lauf der Noten, immer >vieder von der Erde zum .Himmel ciuporgetrageu. Dank au Gott, der an die Frvnunen. gedacht und Frieden über Israel gebracht hat. - Bom Friedeii der Menschen, mehr aber noch von ihrem. Uiiirieden niid ihrer Hoffnungslosigkeit ' handelt auch ö ö l d e r l i n s . „S chicksalsl i e d " aus dem öliperiou, 'vertont von. Brahms. Blit unerbittlichem Blick idMiit der Dichter in Abgründe der Blenschheit herab, "wie zii den , seligen Ge'ilde» der Göller einpor. Aber das letzte 2öort heißt, daß die leidende Kreatur von Klippe zu Klippe geiooi'3'u. endlos ins- Ungewisse herabsinkt. Diesen äußeri'len Pe'nmfsmlis dämpft Brahms duräi Borniid Nachspiel von himmlischer/'Reinheit. und. .Innigkeit. Die Sehnsucht .uaäi de!, Göttern schu'in'g't durch, imd der Trost, daß auch den Alenschen einmal ein ähnliches Dchick'al »oeede. ieelig auf weichem Boden im Licht gi ivaudeln: den starken Kontrast zu diese» elegiieiieü und horrenden Partien bildet, der Bütlelteil. des 'Werts. .Sier tfl das Entsetzen, das Jammern. Schreien und Stammeln der gehetzten "INen'ehheil mit realislilchcli Mittcln, in äußerster Erlegung, die in der Wiederholung noch clenrenlarer wirkt, gezeichnet. „Doch uns.ist gegeben. ' an keiner Stalle, zu ruhn.'. Das ist das Schicksal der Bleiitcheii. im Gegensatz zum ruhigen.Wohnen der Götter. Schicksal geplagter und verfolgter Menschen ist auch ein Teil deS Themas der „Walpurgisn a ch t" von M e n d e l s s o h n. Goethe hat in seiner genialen Ballade den Kampf und den'Haß des bedrängten Heidentlmrs gegen seine Verfolger dramatisch und mit Hlunor dargestellt. In hundert Zeilen von hinreißender Einprägsamkeit hat Goethe hier eilte dramatische Kantate gefchaffennnd dachte .sie sich bereits bei der Konzeption als Stoff zu einem größeren Singspiel..Mendelssohn erkannte in dem Vorwurf die ungemein konzentrierte dramatische Alraft, ihre groteske Romantik. die Bllnthcit des Theaters und hat auf seiner ersten italienischen Reise den Geist, die Phantasie, die Leichtigkeit und das Brio des Gedichts in unvergleichlich schöne musikalische Form eingefangen. Gleich die svnatenhafte gebaute Ouvertüre („Das schlechte Wetter") ruft mit fast nur einem trotzigen Thema, einen hinreißenden Schwung der Stimmung und einen jugendlichen Drang zur Tat herbei. Hart und rauh platzen die' Elemente atisci»ander, ein weicheres Seitenthema driiigt kaum durch, um der zum.Herenfabbath passenden Raserei allein Platz zu machen. Der Uebergang zum. Frühling ist in. sanfteren Linien und tveickieren Farben nachg'e.zeichnet, er bringt mul) bereits das Thema des vom Druiden und Bolksäwr intonierten herrlichen. Frühlingsgesangs „Es'lacht der Mai"/ Den Mittelprurkt des.ganzen .Werks bildck der in feiner derben Wildheit und seinem phantastischen Taumel auch bei den Romantikern unerreichte Chor der Druiden und Heiden „Kommt mit Zacken und mit Glrbeln". Auch hier spottet, kichert und lacht das ganze Orcheüer über den tollen Spuk, besonders in dem Bor- und Nachspiel i'/«-Takt). Der lange Satz ist' sein gegliedert- und. gibt dadurch eine wilde, lrei entfesselte Steigerung von unvergeß- Geistcr. Es beginnt dann die ruhige Feier der Anbetung und Aitdacht. in das Wimmern de? Wächters üiehlt sich wie von fern ein Nachklang des Teiifeisipuks. Dem Fliehen der Christen folgt in feierlichem E-ckur der Festchor. geschrieben und empiundcn für alle Zeiten und Generationen, alle Schicksale und Weltumwülzungen: „Tie Flamme reinigt sich vom Rauch. So reinig' unfern Glauben! Und raubt man uns den alten Brauch'— dein Licht, °wer kann es rauben!" - Dr. Kurt Singer. Konzerte in Berlin und im Reich . Eine schöne Ausgabe hat sich ein Tamenkomitee, das mit der K ü n st l e r h i l s e der I ü dis ch e n G e m e i n d e Berlinzusammenarbeitet, gestellt: cs trägt ivesentlich die Kosten -eines Mittagstischcs für ungenügend beschäftigte Künstler. Um Förderer und damit Dtittel für diesen Ziveck auch weiterhin zu sichern, wurde in einer Hausvernnstaltung an einen großen Hörerkreis eindringlich appelliert. In warmen Worten sprach Paula Lindberg zur sozialen. Kurt Singer zur. künstlerischen Lage. Im musikalischen Teil war zunächst Susanne Landsberg - H o ll ä n d e r zu hören, deren nicht große, aber kultivierte Stimme für intime Kon-- zerte iK'sonders geeignet ist. Dann gab es Brahms sogenannte „Meistersinger" - Sonate. .Willy F r e y. der. Geiger-, zeichnete die vielfältig durchbrochene Melismätik mit -seinem, zartem, viel-' leicht gar zu khutsamem Strich nach, und Joses Rosen st o ckbetonte besonders die Lyrik dieser weichsten aller Brahmsschen Kammermusiken, wo--' bei er einer Klauggruiidicriing durch feste, kraitige Bälle aii sw ich. Starken Beifall hatte Paula Lindberg mit einigen Schubertliedern. Ein guter Begleiter war Rud.. Schwarz. T,.A. Als Sonderkonzert des Jüdischen Musikvereins Breslau gab öerta Glückmann einen Liederabend.' Die Künstlerin verfügt über einen Alt. der in den mittleren und tiefen Lagen einen vollen, sympathischen Klangcharakter besitzt. NnJ die Höhe wirkt etwas farblos. Aus dem umsangreichen Prckg-ramin errangen Schumann. Mahler. - "vor allem die "sremdsprachllckte'n Volkslieder großen Beifall. Tie künstlerischen und ge'angsteckmifchen Anlagen' der Sängerin -sind Z:r>eilellos groß, doch trifft sic nicht immer den echten Bor- °trag der Gesänge. Kurt Havelland am Flügel, ein idealer Begleiter'. G. P. Zwei der stärksten Erickziinungen innerhalb der jungen jüdischen Musikergencration konzex- - tierten,in sämtlichen Anschlußstädten des jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr: der ^Pianist Franz L s b o r n und der Geiger Henry T e m i - c n f fl. Osborns subtiler Anschlag, Tcmiaukas edler Ton. dazu beider. Temperament und Technik — das gab ein ideales Musizieren. Die Künstler spielten in friüher Lebendigkeit die Tno--onate es-ckur. op.'. 12. Nr. 3 von Beethoven und die geistreiche, tiesinnerlichc Sonate in a-dur von ' C'Sfar Franck. .. Außerdem brachte Lsborn als Solist mit iiiigewöhnlichem binlüh» lungsvermögen in den sprunghaft wecli'elnden Stimmungscharakter - die Phantasie - -op.' 77‘ 'von Beethoven, in blühender Darstellung - das. Andante Favori und mit hinreißendem Schwung das Rondo t? capriecio des grosten Meisters. Als klarer Gestalter mit hohem «inn für die Schönheit t i Formalen.zeigte Temianka seine geige-, rifchzei Fähigkeiten in der Partita h-moll für Dioline allein von Bach. Stürmischer' Beifall wurde ixir Künstlern zuteil.' . Emauucl Feuer mann stellte ''eine Kunst dem Jüdi'cheu Kultiirbuud Rhein-Ruhr .in uneigennütziger Weise.zugunsten bedürftiger Musiker anläßlich eines S o n d e r k o.n z c r : e s in Köln zur Bcrfügung. Ein anzieheiides iticht alltägliches Programm gab dem berühmten Eellisteii Gelegenheit. seii! reifes Künülerturn und seine.überlegeiie Spieltechnik, ins geeignete Licht zu rücken. In edel'"klingender Tongebung ließ er die"' «c* natc iii f-dur op. 99 von Brahms erstehen. Tie Lonate in d-dur von ' Friedeiiiaiui Bach. IR eildelssohns Lied ohne Worte. Schumanns Liucke im Bolkston und Tichailowslns Variations sur un. tbömo roceoeo ersuhren eine Wiedergabe, die man nur als vollkommen bezeichnen kann. Eine vortreffliche Begleiterin hatte .Feuermann.. der. wie nicht anders zu erwarten war. stürmisch gefeiert wurde, in llllagda Augen selb. — vo— Die nächste Ausführung der Berliiter Kulturbund-Bühne-''bringt Rossinis komische Oper. „Der Barbier von Sevilla". Die munkalifche Leitung hat Joseph Rosen stock, Jnfzenierung Kurt' Singer. Ausstattung Heinz Eo.ndell. Kurt Katsch, der früher an deutschen Theatern und zuletzt ' am Theater des"^ B e r l i n e r Kulturbundes tätig war. hat vor einiger Zeit mit großem- Er'olg den Ueberqgng zur jiddischen Bühne vollzogen. Er har ein eigenes jiddisches Eiiiemble zil'ammeiigestellt. dem hervorragende Kräfte angehören.