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Central-Verein-Zeitung · 1935-10-10 · 41 (10.10.1935) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
41 (10.10.1935)
Date
1935-10-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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10. Oktober 1935 Nr. 41 *4. Beiblatt Die Judenfrage in der deutschen Geschichtsforschung c Ter junge. deutsche Historiker Wilhelm G r a u -hat einen Aufsah „Die Iudenfrage als Aufgabe 'geschichtlicher > Forschung" („Deutschem Bvlkstum", 1.7..-Jahrg.,, Nr.' 9) veröffentlicht. der' deshalb besonders wichtig ist. weiter prvgrammatische Vorschläge für die EinsteMmg der neue» deutschen Geschichtswissenschaft zum Juden Prob lein' umreißt. Wir geben, daher int solgenden'eine sorgsältigeund streng sachliche, Auälhie seines Gedankenganges. - > . Unter Iudenfrage in Deutschland ist -- wie Grau erklärt — die L ch n i t t f l ä ch e deS deutschen und des jüdischen Kebcuskreises zn verstehen. Die Geschichte der Iudenfrage in Deutschland ist ein Teil der deutschen Geschichte, so gut wie z. B. die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen. Es ist deshalb zu fordern, das; deutsche Gelehrte sich das Problem der Judenfrage angelegen sein lassen und von ihrem Recht Gebrauch nmchen, das Problem im Nahmen ihrer eigenen nationalen Geschichte zu sehen. Zwei Momente haben es verursacht, das; diese Forderung bis heute fast'ganz unbeachtet blieb. Eiiimal die überwiegend theologische Lrientierung der bisherigen deutschen Forschungen zum Judenprvblcin.-die sich hauptsächlich dahin ausgewirkt hat. daß dein Gegenstände fast nur für die alttestamentliche ttnd frühchristliche Epoche Bedeutung geschenkt wurde. Vor allem aber trägt an der seltsamen Erscheinung, daß die Iudenfrage in der deutschen und europäischen Geschichte keine binreiciiende'Behandlung durch deutsche Forscher getnndeit hat. die Ideologie des Kiberalismiis schuld. die das Dasein' einer Judenfrage nicht fur vereinbar mit ihren iveltanschaulichen Grundsähen hielt und demgemäst auch in der Geschichte vor dein unerivünseiiten Prvblent die Augen zudriiekte.' Nur ganz wenige deutsche Gelehrte haben sich mit dem Problem des. Juden in. der., deutschen -Geschichte abgegeben. . . obivohl es sich durch alle Jahrhunderte hinzieht,und durch seine.schier ewige Aktualität immer .den. Forscher gemahnte,-sich..mir hlaru'iig dieser Frage mitzilbemühen. Wahrend auf deutscher Deue die Iudenfrage als eigene Aufgabe nicht eiiimal gesehen.wurde, hat das- Judentum feit den Tage,,, von Leopold ^1111,^ (Iin zahllosen wissenschaftlichen" Beitrügen die Frage ganz in seinem Liiiiie .ungefaßt iind abgehandelt. Es hat (»ach Grans Meinung! mit konseguenter Einseitigkeit die,gesamte Problematik des Begegniingsralimes von Jndenheit und Wirtsvolk zum Gebiet der jüdische n Geschichte geschlagen intd dabei auch bas geringste Berständ-- niS der geschichtlichen Kräfte des WirtsvolkS mistachtet. Grau hält es deshalb für'notwendig, das; wissenschaftliche lind staatliche Behörden Zusammenwirken und deutsche Forschungen ans diesem Gebiet vorantrciben. Ein ivissciischafttiches Institut oder «eminar zur Erforschung der Iudenfrage an einer deutschen Universität erscheint ihm als etn dringendes Bedürfnis, da selbst große Bibliotheken auf diesem Gebiet empfindliche Kücken niifweisen. Bor allem sieht er es als wichtig an. daß die deutsche Geschichtsivisicnschait die richtige Weichen- Heilung vvrnimtnt. und das Problem. wo immer üe darauf nostt. als ein < hut denti ä, e s schick ial einpiutdet nitd diC Bahn der jüdischen ^ehwene endgültig verläßt. Nur zu deutlich ----- sagt Gra» abichltestend -- ist es, >vie >>nt das Problem des Jildenin unserer--Geschichte all liniere eigenen Pebenssrageu liegen, die völkischen und religiösen-, die -wirtschaftlichen und politischeiü - - - . ' Grau betvnt dabei selb r. daß die schwierig' leiten solcher -Ltndien gren"sind,' ..weil das For- 'fchinigsproblem auch, im -auips des Tages steht". Heine Forschung --- so .sn.^t' er iesl .steht un luftleeren Raum, ichvii..garnicht die Forschung znni Jiideuprvblem. -viermit scheint-uns der " eigentliche heriipnnlt der LMwierigkeiteii de zeichnet. - Denn-wenn Grau der jüdischen Wisteiischait ..lvitsegnente -Einseitigkeit" vvrivirst. mithin etwas Bermeideiisivertes tadelt, und wenn er anderseits das ganze Prvbtem als die Dchnittstäche zweier Kebeuskreisc anfsastt. so wird er es nicht unbillig siiiden, wenn >oir.die Erivartniig aussprechen. daß die neue Forschnngsrichtniig nnäi den - Beweggründen Und Ideen des j ü d i s ch e n Kebeuskreises Gerechtigkeit widerfahren lassen möge. Im übrigen haben sich doch weit mehr . deutsche Gelehrte, als Gran ainiimmi. a» der Aui hclluiig des Jiideiivroblems beteiligt. Die beste Kebeilsbejchreibniig Kassa »es .hat .berntann Ctttfcii - geichrleben. eine der besten >1iilersiich»»geii iiber Johann Jacvbh der Nichljudc Robert Adam: hurt slgalvrzinek erfvrielite die .lEntstebniigber deutsäien Antisemitenparteieil". Al. Schund, Manfred Kanbert und Aruv happ beteiligten sich mit; inert* vollen t e r r i r ö r i a l ge i ch i ch t 11,1, e u B e i t r a g e n an der . Jeiliäuitt für die Geichiciite der Juden in Deutsch, land' : a>iä> Eherner vvitY. der Beriaiier einer ans-- ae;elämelen Frnligeiänelile der Jude» in der Mark Brandenburg. in vermutlich 2,'iäitjnde. , Tieie Bei- 'piele laiien ueli g'eivist noch zahlreich-,vermehren. , l)r. ivril/. I rie,II«e,nier. Voranzeigen Rhein-Ruhr: . ' / CttlbiiriKt Slul-nurit au z«tcM'i. :en . - ' - »>>.->,(> Ji'bav: ,-,. - ''.., und 10. 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