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Central-Verein-Zeitung · 1935-10-03 · 40 (3.10.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
40 (3.10.1935)
Date
1935-10-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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das: der Palast größer und reicher ansgestattet war als der Tempel. Salomon geriet durchfeine Bautätigkeit in große Schuldeu. die ep nur durch Vlbtrctcit lunr nicht unerheblichen Oiebieteu «m den phvuizischen König befriedigen kvnnte. Tiefe Schuldenlast mag auch Salomou zu einer längeren Bauperlvde seine« eigenen Palastes gezwungen haben. Warum, müssen Nur lins fragen, wandte sich der so kluge König.,an Phon ist sehe Künstler und' nicht au ägyptische? Zollte er etwa die.Freundschaft des -üöuigs. von Tyrus höher bewertet haben als die des ägyptischen'Pharao, dessen r Tochter doch feine.Hauptsrau ivar? Außerdemerreichte ungefähr um-dieselbe Zeit die ägyptische Baukunst ihre größte Blute. Ter -Hin»-s weis, daß phouizische.Künstler und ihre Erzeugnisse leichter zu bekoinmcn geivesen waren, ist nicht stichhaltig eher darf man vermuten, daß-der so kluge und friedfertige Salomon -lieber der Schuldner seines freundesHiram als der.seines Smwiegervaters werden wollte. 'jüdische "Architekten und Erzgießer gab cs damals noch nicht. Salomon war also auf fremde .stünstler angewiesen. - Trotzdem darf man nicht annehmcn, daß die Bauten Salvmons unnational und unreliaiös gewesen wären; im Gegenteil: Der salomonische Tempel war das erste große spezisischrjüdische - Bau- Ter so feinsinnige König ließ sich von allem / auf das genaueste unterrichten. Wenn auch. Adiram als Tempelbaumeister genannt wird, so war doch Salomon selbst der geistige .stopf der gesamten Bauanlagen. Er schuf den Tempel für sein jüdisches Volk im. dunste Gottes. Sagt Solomon doch selbst: „Vergeblich ist der Künstler B,'ü'>. wenn Gott nicht selbst das -Hans erbaut." Tie bedeutendste ägyptische Tempelanlage, der Ämvntempel zu starnak. die unter Ramses ll.. dem Großen, erbaut wnrdc^ war Salomon bekannt. Tie Gesamtanlage mag ihm als -Vorbild für seinen eigenen Palast gedient haben, nicht aber für^den Tempelbau seines Volkes. Tie hohen ^teinsänlen des Amontempels waren durch Steinbalken, bei denen nur ganz geringe Spännweiten^mvglich sind, nttteinander verbunden-. Solche ..Säuleiuvölder" tonnte Salomon für seinen Tempel nicht gebrauchen. Er mußte große, weite Hallen schassen, um sein Voll darin versammeln zu können. ' ' . Wie oft schon mag die Frage aufgeworfen tvvrden sein;-Warum Nmrde gerade Palästina das gelobte Land der Juden? Tic Lage Palästinas zwischen Aegypten und den vorderasiatischen Neichen war doch so wenig geeignet für eine friedliche Entwicklung des jüdischen Volkes. Tatsächlich war es ja auch immer der politische Spielplatz der Völker. Bost den Antworten. die unsere Weisen daraus haben, mag auch diejenige von ganz besonderer Bedeutung sein, daß gerade in Palästina — und nur dort — das geeignetste Material, nämlich die Libanon-Zeder. für den Tempelbau Gottes gefunden lvird. Zum besseren Verständnis ist es nötig, hier das Wichtigste über diesen Baum eiuzuschalten: In den Schulbüchern finden sich meist nur die Angaben, das; der prächtige Baum schon seit alter Zeit in hohem Ansehen stand lind das ehrwürdigeAlter von 3000 .Jahren, erreichen soll. Fossile Arten finden sich wahrscheinlich schon in der Unteren Kreide, sicher aber ist das. Auftreten der Feder im Tertiär. Wineinchastlichc Angaben über das; Alter der Feder gibt es nicht; man weiß'nur, daß das Holz, je älter cs ist, auch imufo größere Haltbarkeit besitzt, Kultivierte Eremplare hingegen sind leicht zmd nicht dauerhaft.- Am. natürlichen Standort bildet sich der' Stamm zu einem außerordentlich dichten Kern aus. Tie Feder ist ein Berg- - bewohner^und ihre Areale find durch weite Gebiete voneinander getrennt. Tie -Holzer der Bännie aus 'den verschiedenen Bergketten zeigenauch wieder rechtverschiedene Abweichungen in Farbe. Geruch, Dichtigkeit der ' Jahresringe'- lind Qelgehalt. Allen .guten Eigenschaften voran aber stecht die „Feder des Libanons".. Das harzreiche.-stark-riechende/ -gelbbraune Holz" ist von unbegrenzter Haltbarkeit. Ter' eigenartige Geruch hält den : Holzwurm.und auch sonstiges Ungeziefer dezn 'Holze fern. "Nie ist an und in den Holzteilcn - der Tcmpelbauten auch - nur der geringste Wurmfraß bemerkt lvvrden. Tie Zeder erreicht einen Umfang bis 7 Meter und eine Höhe bis zu 50 Meter. Andere, weit höhere "Angaben find übertrieben. Tie sehr: engen Jahresringe sehr alter Bälune, die von einem feinen Del durchtränkt sind, lassen das Holz inr gefällten Zustande nicht mehr verändern. Im Gegensatz zu allen anderen Hölzern wirst sich das Hol; der alten, ausgewachsenen Libauvu-Feder nicht; es dreht sich also weder um seine eigene Achse, noch schwindet es. Aach zuverlässigen Berichten ist auf dem Libanon nur noch ein Gehölz von Zedern bei dem Orte Bscherre vorhanden. Das.ganze Gebiet untersteht dem Naturschutzgesetz. Unter den dortigen Zedern befinden sich nur noch einige stattliche Exemplare, die aber keiner besonderen Pflege bedürfen. Heißt es doch im Psalm 104: ,.tzs sättigen sich die Bäume des Ewigen. Libanons-Federn, hie Er gepflanzt." Ein geeigneteres Baumaterial für die weiten und großen. Hallen des Tempels konnte Saloinon nicht finden. So uralt die Holzbauweise auch ist. so hat doch erst er die hervorragenden Eigenschaften der Libanon- Zeder für seine monumentalen Bauten, erkannt. Und wie bei anderen Völkern Kalkstein oder Marmor die Bauweise und ihre Kunst bestimmte, so fand Salomon für seine Bauten im Gebälk und in den Täfelungen des Zedernholzes die ästhetischen Richtlinien. Durch Konstruktionen von technischer Größe und Vollkommenheit und durch die vornehme, ruhige Architektur an .Decken und Wänden schuf er Meisterwerke der Kunst, die in der ganzen--Welt größte. Bewunderung fanden. Salomon zog ungefähr 30 000 jüdische Fronlente zum Bau mit heran.. Im ganzen wurden für die salomonischen Bauten einschließlich Holzfäller, Flößer und Zimmerleuteu lind der in den Steinbrüchen tätigen Arbeiter und Lastträger 180 000 Menschen beschäftigt. Die Goldtreibtechnik, mit denen die Holztäfelungen verziert waren, haben die jüdischen Handwerker rasch gelernt/ während ihnen die schwierige Erzgießkunst noch fremd blieb. Das sogenannte „Eherne Meer", ein großes Wasserbecken mit heidnischem Schmuck, ein Meisterwerk eines phönizischen Erzgießers, war im Priesterhose ausgestellt Die heiligen Knltgeräte aber, wie der Altar, der * ■ ' - Schanbrottisch, die zehn Leuchter (sie waren zur Zeit Salomons noch nicht ficbenarmig) und alles Nebengerät warenaus reinstem Gold ohne.. Schmuck, d. h. ohne Verzierung. Wie wunderbar. vornehm, und feierlich müssen die .goldenen Geräte in den hvlzgechselten'. großdimcnsionierten Rällmeu geivirki haben! Hut» dahinter das Allerhciligste .mit der Bundeslade. Noch ernster, noch .feierlicher, noch majestätischer! Nach Salomons Tode wird das Reich geteilt, .aber, der Tempel bleibt das. geistiges nnd künstlerische Fundament der Juden. Hieran ändern auch die erbitterten Trärnpfe. nichts. Nach wiederholten Entheiligungen durch den Baals-Götzendienst chnd AufskeUen und Anbringen heidnischer Bilder und religionswidrigen Schmuckes, dringt immer wieder der reine Gottesglanbe durch, und nach Entfernung allen fremdartigen Schmuckes er- .baut sich Israel immer wieder an der vornehmen, reinen Architektur seines Heiligtums. . Unter Joas (gegen 800 v. Ehr.) wird der Tempel teilweise neu ausgebaut. Aber Baumaterial und Bauformen bleiben dieselben. Und 75 Jahre später unter Hiskia ist das Volk technisch so geschult, daß es die Formen des Tempelbaues vollkommen beherrscht. Wieder 100 Jahre später unter Josia ist Israel in seiner nationalen Kunst zur technischen und künstlerischen Höchststufe gereift. Aus seiner national-künstlerischen Höhe bricht über Israel die Katastrophe herein. 'Im Jahre 586 v. Ehr. wird Jerusalem von vtebukadnezar erobert und der Tempel, der 374 Jahre gestanden hatte, verbrannt. Neben seinem Gvttesglauben nimmt Israel das Feingefühl der Kunst mit in das babylonische Exil. Und als Babylon von den Persern erobert wird, erhalten 50 Jahre später unter dem Perserkvnig Eyrus die Juden die Erlaubnis, nach Jerusalem zurückzukehren und den Tempel neu anfzubauen. Ja, der. jüdensreuudlichc König gibt ihnen .sogar aus seinem Schatz die goldenen und silbernen Kultgeräte, heraus. Das. waren aber nicht die salomonischen Geräte; diese waren gleich nach Salomons Tode geraubt worden. Es handelt sich bei diesen Geräten um Neuanfertigungen späterer Könige; die Leuchter und die Bundeslade fehlten. Das Bild seines einstigen Tempels vor den geistigen Augen, zieht Israel wieder in das Land seiner Väter. Auf seiner Wanderung sieht es die Bauten und Bildsäulen anderer Völker. Welche Fülle von Anregungen zur Kunst durchzieht den Orient! Hellas baut Säulentempel aus Marmor in detaillierten Feinheiten und in architektonischen Proportionen, wie sie die Welt noch nicht gesehen: Phidias und Praxiteles meißeln Bildwerke von niegekannten Ebenmaßen. Und was übernehmen die Juden von dieser Kunst? Nicht Perlstab. nicht Pal- .mette noch sonst etwas: geschweige denn ein figürliches Bildwerk, getreu dem Zlvriten Gebot (Du sollst dir kein Bild machen . . .) Für die Juden ist griechische Kunst heidnische Kunst. Sie bauen ihren Tempel, wie er ihnen aus salomonischer Zeit in Erinnerung ist. Wieder ans Zedernholz, aber einfacher, ohne Goldbeschlag und ohne Schmuck. Erst unter dem Schutze des Perserkönigs wenn ein kurzer erquickender Schlaf dem kargen Vcittagmayl der Bachnrim folgte/ gelten als die Zeit, in der die Seele sich zu den -höchsten - Höhen des Geistes cmpvrscknvingt. So geschah es an diesem Nachmittag. ohne daß sie es wollten, den beiden .eifrigen Bachnrim; tiefer.und tiefer gerieten sic in die Erörterung einer gelehrten Streitfrage. so... daß sie erst beim Entziffern der immer aufs neue zur Bekrästigimg und Ber-. tiefnng ihrer beiderseitigen Bteinnng herangezvgenen Texte gewahrten, wie die Tämmernng sich langsam yerniedersenkte. Das aber bedeutete an. diesem Nachmittag, daß der weihevolle, tiefernste Kvt-nidre-Abend. bald seinen AnfangMt4-in<'n mußte. "N'öch ivar eine knappe Stunde Zeit bis. Beginn des Gottesdienstes im naheil Hakeneieth. Tie beiden Ntathmidim entzündeten deshalb einen Licbrstlnnps. um 'noch die FeUspanne bis zu Kol-nidre mit Lernen zu nutzen, 'Brenn der geezeneest ansgeb.rannt ist. so sagten, sie sich, lvird es. gerade an der . Zeit . feiii. Iiinüher ins . Beth hakenesety zu gehen. So blieben sie denn und leriiten lind disputierten loeiter: ivas.fragen auch Viatylnidiin nach den äußeren Vorgängen, danäch. etwa, daß zur gleichen Stunde die Beter .'ringsum sieh rüstelen. de» Tag der Entsühnung in der Kasteiung des Leibes zu begehen! Ein Bacbnr liat kaum eineli Strohsack, um die Nächte in der Jeschiwal, zu verbringen: ja. uniere beiden Eifrigen waren/ nicht einmal zu den iimvei't wohnenden Jliren gereist. um die..iiireyterlithen Tage" inik ihnen'' zii verbringen.-Es lvaren eben echte Ntathinidim. die über der Gemara faßen von früh bis 'hat. . Als nun aber der Begimb-drs,Kol-nidxc- Abends nnmiltelbar - bevorstand, da .mischte sicij. Satan, der Ant'Iäger. der Gebieter der Gegeinveik. in das 'A>erl der beiden Nlathmidlm. .Sein bb'er Hauch-ließ 'den Kerzenstnml'i nicht zum Erlöichen bringen, io daß das Licht brannte und bran.nte ohn Unterlaß. . Wie aber das Licm Picht berlofel,'. das die Bachnrim sich zum- Zeitzeichen errvählt. hatten, so ermüdete auch nicht ihr Eifer, die seit Stunden behandelte Frage weiter und', weiter zu erörtern. Dieses Licht des Geistes hielt jedoch nicht der. unheilträchtiqe Hauch des Anklägers, des Widersachers, wach, sondern der gottgefällige Trieb, zu lernen und immer lvieder den Weinberg der Lehren, die. Aecker der tteberlicsernng um und um zu graben. .So saßen die beiden Mathmidim. — als mit einem Mal das Licht erlosch. Ta hielten sic inne mit ihrer gelehrten Zwiesprache und ihrer kundigen Befragung der Texte, erhoben sich und eilten zürn nahen Beth hakeneseth. -Aber just.'als sie dort angelangt lvaren. öffneten sich die Tore des Bethaiises, und alt und jung strömte heraus, die Talleßim lind Vtachsorim unterm Arm. die ledernen Schuhe lvieder an den Füßen. Aller Mienen zeigten .Glück.und Dankbarkeit ob der entsühneiiden Kraft des Tages, und der lebendigen Quelle seines gewaltigen Ansklangs in den großen bekenntnishaften Anrufungen.- Kein Ziveifel bestand für die 'beiden-- Baclnirim: der JonH Kippur war' vorüber! . Aber ehe sie sich ycech-eiischast darüber ab- -legteii. rvieso das Abbrennen des Lichtitmupss sie getänicht haben konnte, nahm die quälende Erkenntnis von ihnen Besitz, den Jom Kippur versänmt und die Lällterimg seines Be ge Heus verloren zu haben. Da sie sedvch wußten, daß die Vorväter in der Zeit nach dem N'iederbruch des zweiten Tempels in der damaligen Unsicherheit der Kalendergültigkeit nicht nur einen.-sondern zwei Tage Jom Kippur gehalten hatten, so erschien es auch ihnen erimibh-derl-Jom Kippur.nackizueife-im-— Allo begaben sie sich zu ihrem Rabbi, "der' noch-.im Velh hakeneseth weilte, erzählten ihln. ivie es ihnen ergangen, und baten ihn. mit ihnen den heiligen Tag noch einmal znbegehen. Der gütige, iromme und weile Rabbi, der die Hand des Wideriacl,ers in diesem sonderbaren Vorkommnis alsbald erkannte, erklärte sich gern bereit, den Jom Kippur für sein Teil zu wiederholen, und er trug den Bachurim , ans, die zum Minjan noch fehlenden sieben Männer zusammenzubringen. Das war aber eine große Mühe; denn nicht nur. daß ein jeder ans der Kchilla durch die Erschütterungen und Bekenntnisse des heiligen Tages hindurchgegangen und darob er- ’ leichtert war in seinem Innern, auch die leibliche Bürde, dem einen Tag der Kasteiung noch einen zweiten folgen zu lassen, wollte keiner mehr auf sich nehmen. So gingen denn die beiden Bachuriin vorn einem der Baal battim zum andern, — vergebens. Niedergeschlagen kehrten sie in das noch schlvach erleuchtete Gotteshaus zurück. Da siel plötzlich ihr Blick auf ein altes Ncännlein. das einsam in einer Ecke saß llnb zrr scksiasen schien. Sie traten-herzu, nn.d als das Männlein sie wie ans weiter Ferne anznblicken schien, trugen sie ihm ihre Bitte vor. doch an dem Minjan teilznnehinen, das sie zu bilden im Begriffe waren. Da huschte ein imglänbiges Lächeln über das Gesicht des Alken, Sie mögen il)ii doch nicht znm besten Ilabe». sagte er; daß sie gesündigt hätten, glaube er. aber nicht, daß sw es ernsthaft mit den, zwecken 'Jom Kippur , meinen lvüxden: sie lvolllen nur ihr schlechtes Gewissen beruhigen. Nein, nein, erwiderten die beiden Bachn- - rim. er möge ihnen glauben: sie.seien in der Tat willens, den zweiten Jom Kippur zu. begehen. Gut. sagte das Männlein, dann werde er selbst die Fehlenden für das' Minjan holdn. lind der Alte erhob sich, ging hinaus, uni nach gar nicht zu langer Zeit mit sechs Männern znrnckzukehren. - ——^LnZtzegannen denn die Bachurirn alsbald, nachdem das Minjan beisammen-war. mit den Gebeten des Kol-nidre-Abends. und dabei verwanden sie ihre große Mattigkeit, versenkten sich in die Anrufungen und Bekenntnisse der nächtigen Awoda. und gingen völlig ans in Weihe und Fröinmigkeit. Nach den für Kol-nidre vorgeschriebenen Gebeten begannen sic nach altem Brauch, Tehillimzu sagen. Rabbiner Dr. Salzbsrger Zeichnung ton .1. Galliner, Frankfurt a. M. blickt auf eine 25jähri£ie Amtszeit in Frankfurt a. IK. zurück. Aus Anlass dieses Jubiläums fand in Frankfurt a. M. ein Festgottesdienst in der iVVestendsynagoge statt. Darms wird der Weite Tempel unter Josna und Sernbabel im Jahre 516 v. Ehr. vollendet. Er kann sich an Größe und Glanz nicht mit dem ersten vergleichen. Das erfahren wir quch xms einem Bericht, in dein es heißt, daß Greise weinten, die noch den ersten Tempel gekannt haben. Als-184 Jahre später Alexander der Große nach Jerusalem kommt, war das jüdische Heillgtum schon wei.ter ansgebaut und mit getriebenem Goldblech verziert: er ist begeistert von den großen holzgetäfelten Räumen und ihrer vornehmen Architektur und bewundert die Inden, die. mitten unter den Völkern wohnen mit ihrem unsichtbaren Gott und mit ihrem in der Hauptsache ans Holz gebautem Tempel. Das gleiche Wohlwollen zeigen später die Ptolemäer, und ein ganz besonderer Freund der Juden. ,Ptvlemäns Philadelphus, der bekanntlich die Bibel ins Griechische übersetzen ließ, schenkt dem Tempel sogar kostbare Geräte. Damr aber kommen wieder fremde. Völker und führen unter Antiochus Epiphanes' wieder heidnische Götter und fremde Sitten ein. Die Juden aber bleiben ihrer Religion und ihrer nationalen Kutzst treu, und unter Juda Makkabi wird der Tempel 164 v. Ehr. (Chanukka) von allem Heidnischen gesäubert. Das einzige, was die Juden in dieser Zeit unbewußt übernehmen, ist das Feingesülst für architektonische Verhältnisse. * Wie sich ungefähr 100 Jahre später die römische Nation zu den Juden llnd zu ihrer Kunst stellt, ersehen wir am besten am Verhalten der führenden Männer des ersten Triumvirats: Pompeius, ohne Gefühl für Psalmen, darnnter den fünfundzwanziqsten. dessen wundersame Gläubigkeit so recht die Jom-Kippur-Sehnsllcht der inneren Befreiung durch Gottes gnädige Liebe zum Ali-.- druck bringt: „Der'Rat des Ewigen ist für die. so ihn fürchten, und sein Bund — sie ihn wissen zu lasten . - Um Mitternacht näherte sich das Tehillinrsagen seinem Ende, und schon-waren die Beter dabei, die letzten Lobpreisungen anzustimmen. da trat mit einem Atal das Vtännlein vor die beiden^Bachurim hin. und diese gewahrten mit ctauneil. wie es ans seiner Kleinheit sich erhob und emporwuchs zu einer großen. erhabenen Erscheiilung. als sei eine der geivaltigen Gestalten der Schrift zu ihnen Hergestiegen. Und die beiden vernahmen die Worte: ° - „Fürchtet euch nicht. Elijah hanabi bist ich. der zu euch kam in der Bedrängnis eures versäumten Tages der Sühnungen. Diese sechs Männer hier sind eure frommen Ahnen. die ich ans der Ewigkeit für diese Stunden herbeiholte. Ich wollte euch prüfen, und ihr habt die--Prüfung bestandeil.- habt-die Anfechtungen eurer geschwächten Körper überwunden und euch mit uns allen vereinigt in Buße. Gebet und Lobpreisung. Geht'nun heim, es sei quch vergeben und verziehen!" Kaum waren diese Worte verklungen, da' befanden sicky die beiden Ptatymidim 'mil ihrem Rabbi allein in dem'mitternächtigen Beth hakeneseth, an dessen Wänden ein magischer Lichtschein l,inhuschte-, das letzte Auiflackern einer Kerze, die den Betranm erhellt hatte, nun aber alsbald verlöschte. . . Vor kurzem wurde der neuaewaylte Bezirks robb in er Dr. Mar Bogelstein iBeriinl in leier licher Weise in sein Amt eingefnh-rt. Ansprachen de« Gecneindevorstehers. der Rabbiner Dr. Ga! l i n e r fBerlin) und?r. Hermami Veaelikein - lBreslany des Vaters des neuen Bezirksrabbiners. gaben der Feier ein eigene-5 Gepräge.

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