Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 40 (3.10.1935)
- Date
- 1935-10-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Jedermann sei der Entwand t*\cmät)vt, btvfi Ninzngstage mdit dc geeignete Zeitpstnkt für Besuche sind, .und lvir bitten im voraus um Vcrzeihtmg. wenn wir heitte nicht von einer beschaulichen und genuit lichen Plauderstunde berichten, von Zielen und Plänen de» jüdischen llnltnrbtlndeS in seinem neuen Heim, von /.wohtfrisierteu lind ge künnnten.Gedanken"., die man sonst bei wichen Gelegenheiten erfährt und diskutiert, sondern wenn wir-uns nun die Ptnhe nehmen, ein plastisches.Bild von dein heillosen Durcheinander \\\ malen, das sich dieser Tage in der ftivminandantonstrahe abspielte. : Mir' sprechen mit Absicht.'von 'unserer Mühe, denn leicht war es lvahrlirh nicht. und wlr sel bst Tonnten , unsere -Lkepsis lucht verhehlen, ob es uus auch gelingen wird. I C*V.-7eifung Nr.40 li 3. Oktober 1935 DBS ßBRLJNER* KULTUR, 8 UN DES '.'ihu. Turcheinander hei lim zügen iil ic dein ve» uns belaiml. da bandelt es lieh aber doeh »in das Inventar von Stuhle,,. Belten und Schränteii, um ivohlverlraule Btöbel. die nur einmal luiordeiitlicli.zn.iaiiuuengeilellt sind.. -Wenn aber ein Theater ur.i/u'lil' ■ Tu inein ' GhN' bin 's Heuler iil sei,an ui, -R'orinalzu- . sland für den Laien ein vertiertes MtUterinm. 'geschweige, denn'. ... nicht ansziidenke,,. •_ Fest und'deutlich.stn.es'aber gleiih e,u Beginn gesagt: Tas Tur°cheuignder in der Awinlnandantenitrane -hatte etivas. nilbeschreibliih - - Liebensivlirdiges. ja man tvvule beinahe sa e - gen. das Eharmanle. das „ja m> s;iisquoi“ einer reife »den Sch.uispiclerin »der einer »»-- 1 deren reisenden Frau an sich. Tas siel eine»» gleiih auf. N'eiui inan »her aufgerollte Läufer stvlperte und auf einmal mitten drin in einem Hellen luftigen siover stand, das graziös geschnulngene Treppenarnng kreisrunde Deckeiiailsfchiiitte, kleine blitzbbuie Sterne» - kuppeln, runde und ovale Tchsenangeu, Spie'- gel und runde Laiiipem rote' Teppiche »,,d Helle Wände hat. In' diesem Fover kreist -'Theäterblnt. es ist schvn in seinem Tehioung der^ nüchternen Slraßeiuvirltichkeit eiilrückl. und es nähme eine» nieht »'»»der. ivenn hier die Arbeiter, die an den Wände» liämmerii, und die Selienersrauen -die die Spiegel puhen, int Dreivierteltakt ihr Muidwerk verrichten. ' so une in einem Rem'> tVair Film, Ta paßt es. auch großartig, daß der Intendant Tr. Singer mit der tlivstini Partitiir vom. Barbier unterm Arm daher tvmiiil und ans eine» fragenden Blick ans der Partitur mit wohl besserer Lamie als Slüiime vorfingt: „Als tvär' int vopie eine große aenersehiniede und das sausende tvellopie tobet immer.aoird nicht müde." Toiveit das',vouer. Tie Online vom Intendanten Tr. Singer itt nach ,.i>cl>t erschöpfend geschildert. Tie verbirgt' hinter der Freude über das io gliicllich geinndene neue Heim des"Uultnrlnind.es den liefen Ernst. WW8M8 Zeichnungen Ernst Mtn um MM den die "Aufgabe fordert, inr die ,'u.ide» in Deutschland stier einAlnllurzeiilrnin zu scl>at sen. Toch das gehört in da-- «sebiet der ,'nele und Plane, die uns'Tr. Singer bei der br öffnnugsvorstellnilg selb't Mitteilen tvird und die mir seht nicht besprechen wollen. Dazu haben lvir beule'teil,e .seit. Ter 'Berivalt-nugsdireltor .'sonder, schiet'l einen in den .'sns'chanerranm und 'sagt mit dein Tone eines tvirllich her.',1 ich Beclieblen: „Haben Tie in Berlin ein zioeiie» so eilyUfv» de» Theater ge>ehe», von jedem Platz eine gute. Lieht, die Bestuhlung in frisch ge ftriclien. elfenbeiniveiu. und die Politernng ist piirpiirrvl, gc>td. wvij;. und rot. d,e ewig gul tigen und seslliclien garben. die einzigen Far ben eines Theaters, der The>iterranm Ijnt keine Tanten und >>.>eu,i che er» im Rang sitzen, dann ivisien Tie. wa-.- gule-.- Tehen de deutet . Ter Tarivollnngdirettor wird immer schwärmerischet:. und man ut nicht mehr überrascht, dag >oerr Bosen, der Bcleuch ter. mit ähi.iliehem Ansdrnel in den Angen ankomml und einem vernchert. dös! er erst jetzt wisse, lvas ein richtiges Lheater Heine: Jocea und Simone Von Siegfried Jacoby Am Ende des stvvlften gahrhundertS.. in -den letzten Regiernugsjahren des Honig Heinrichs II., lebte in London ein Jude Salomo Non Ganterbnrh. Obgleich er erst dreiundzwanzig'Ialsre alt war. hatte er es durch Verstand und gleiß doch schon gr etwas gebracht. Ihm gehörte was große Handets- ' haus, in dessen Geschäften er oft durchs Land reiste. Am meisten stolz aber war^ er auf seine Gemahlin Iocea. die Tochter eines angesehenen Rabbi. Wer den hochragenden Salomo und die. gleich stattliche Iocea sah, meinte wohl, der Himmel habe nie ein .schöneres Paar gefügt. Iocea» glühendster Verehrer war ihr Gatte, er strahlte, wenn sein Blick ihre Gestalt im ganzen erfaßte, oder an einer Einzelheit, dem sanftelt Oval ihres Antlitze», der Jütte ihres langen, schwarzen Haares, der Ieinheit ihrer frischen Lippen heftete. In jedem Ing verehrte er ihre ganze Schönheit., besonders aber ent-.- zückte ihn Ioeea» Rase.-Sie war so schmal wie eine Rtaudel und lief in gerader Linie, wie mit der Schnur gezogen, von der Stirn herab, um sich in einem spitzen Winkel der Oberlippe zuznwenden. Salomo pflegte zu sagen, wäre es nicht eine Sünde, eine Jüdin von ihresgleichen abzuheben, ' so nnirde er schwören. Iocea» Rase gäbe e» in der-ganzen Indenschaft nur einmal. Er hätte sich seiner Freude über Iocea» Liebreiz nicht so willig hingegeben, hätte ihr innerer Wert dem äußeren nicht entsprochen. Ihre Güte wurde ebenso den nächsten wie jedem zuteil, der ihrer veourfte. Ilnerfnuölich mietle. sie für die Armen, so daß die Londoner Juden sie ihren Engel nannten. Sie sprach tvenig. doch wenn sie'den Mund öffnete, gefchah e». um dem anderen Liebes 'zu erweisen. Salomo hatte alle Ursache, glücklich zu fein, und war es auch. . \ Da kam Richard Löivenhcrz auf den' Thron, r» begannen zuerst in London, dann auch in anderen Städten des Inselreich» jene Judenverfolgungen, die.viele Inden weinen ' machten. Salomo war gerade mit einem Diener auf einer Geschäftsreise in Norwich. al» hier der'Aufruhr losbrach. Was den beiden widerfuhr, wissen wir nicht genau, es muß aber furchtbar gewesen sein. Das Schicksal packte-sie hart und schüttelte sie bi» zu ihrer Besinnungslosigkeit. Als iie ivieder zrl sich kamen, fanden sie sich jenseits de» Banal». In der damals zu England gehörenden Bretagne faßten sie Fuß, doch, in ivelchem Instand'. Tie schrecklichen Erlebnisse hatten Salomo» Geist verwirrt und umnachtet, so dass der Diener ihn .pflegen und für beider Lebensunterhalt sorgen.. -mußte. Erst nach Jahren besserte sich Salomo» Ziistand. er geivann wieder -stlarheit tind genas, nur wären aus^dem Buch feines Gedächtniffc» alle die .^eitew herausgeriffen, - auf denen die Ereignisse. der letzten Jahre, nnd rva» damit znfammenhing. geschrieben waren. Er wußte nicht» von der Flacht au» Engla-nd.. er fragte nicht nach seiner Frau. Arif eig'eue Faust ermittelte der Diener, iva» au» ihr geworden war. Nachdem sie längere Zeit vergeblich auf die Rückkehr des Gatten gewartet' hatte, war sie in das.Haus-ihres Vater» zurückgekehrt und bald darauf zur ewigen Heimat eingegangen. . Rach sieben Jahren erhielt Salomo unc . durch ein Wunder auch seine alte Tatkraft, wieder. Ta zeigte sich, daß er wirklich ein guter Schlag war und feine früheren Erfolge iiicht etwa nur dem Glück verdankt hätte. Er gründete auf fremden Boden ein neues Han» und führte es fo geschickt, daß c» in —kurzem wieder -zu hohem Wohlstand brachte.... Er war noch zu jung, um allein durch» Leben zu - gehen. Taher vermählte er sich znin zweiten Psale. Er hatte Simone, die fpätermählte. im Haufe ihre» Vater», eines reichen Färber», kennengelernt. Er machte vor seinem Liener keinen Hehl daran» und konnte es auch nicht verbergen, daß er von der Stunde an. da er Simone-erblickt hatte, der Liebe zu ihr ver- - falten, war. Als er ihn der Erwählten zn- . führte, dainit er seine künftige Herrin, sie den treuen Hüter ihres künftigen Hanfes keiinenler'ne, war dieser so verblüfft, daß ihn sehivindelte und er siel) halten mußte, um nicht umi zunukeu. Simone glich Salomo» .erster Frau Ioeea lvie eine Rose der anderen auf deinselben Ztveig. Sie iva'r schlank und fjodjgewachsen, sie hatte da» l)vldi','läiiglich runde Antlitz, da» reici,e Schivarzhaar, den kleinen Birscheuinuud. vor allem aber -die schmale, gerade geführte Rase wie Ioeea. In ilstein Wesen ähnelte Simone il,rer Vorgängerin aber nicht im mindesten. T'ttie die Folgezeit immer mehr ergab, dachte Simone nur an sich. für. andere, und ivstre es der eigene Rcann. hatte sie wenig übrig. Eine ihrer Handlungen für viele: Wenn sie bei Tisch ein.Huhn Zerlegte nnd Salomo begehrliclie Blicke auf da» httejße der Brust ivari, fürcha» er eine. Vorliebe hegte, legte Siinone .e» sich selber auf den Teller, indem iie ansrief: „Rein, Salomo, das-efie ich!" Ilebrigens geriet ne bei jedem/kleinen Anlaß in l,eftigen Redeschwall, an» dein nur selten ein gute» Wort anttauchte. Ott zankte sie init Salomo. Wehmütig erinnerte der Diener ml), ivie' traulich es iu Salviüo» Loudvuer Hau» zugegaugeü ivar. ' Der Herr jedoch schien'ivieder vollkommen glücklich zu sei». Wenn er Simone in Worteit' htttdigte. paßte da» IlBld, da» er ze'nstlicte. eigentlich Nicstt auf Simone,,die er vor fid> hatte, sondern auf die Erstgetiebte. die doch längst dahin war. Ans der?Bergaugent)eit strahlte Iocea ihu au. wenn das Entzücken um Simone il,n erfüllte, träumte er von Iocea/von der er nichts mehr wußte, tmd trotzte mit einer Gestalt, die nirgend» war. der Wirklichkeit. Ter einzige, der ihn' hätte erwecken oder ernüchtern können, wenn er gewollt hätte, war der Liener. Ter aber wahrte seine Zunge. Er diictite: httei»' '.ich dem -Herrn, die Zhhihtcheit. glaubt er n'nht.-. Glänbl-.er niir'aber. locis; ich. um» ich slisicT . Aus dem Winterprogramm der Kulturbünde im Reich Indischer Nnlt»rl>n»d Vimi.il>iirn iuuIhv ../uMiiln' (''H'fi'lliiljntl jiii Ai.u11'1 i:i!n .'v1'Mirin.Uj iM in Hainlnirg" i.;'((■? ini-vInnHi' //m i'nlirnuni ee-> ün'pei'lc'ire» „ttrd >'Jurfi nrj luhjii .„.mi ullt'ii ■ii'ili'ii fceiivig lu'in'ii;;! inru'uii. 1 tiu• t-'n zur Auüü!,einig ..haulüv.-- iwiiiii"' i'nii Ä-’r Hvsimuiii, „Wn mi.'0 ii* für .Vmnniiii" nn.i Shakespeare. „Aioies" vnn. / i i'un'-v, >,)- -..Viilarai,'" von ..Wasserinium. : „Vlel'cliV" uoi, ' - >l>,nl:Ier. „Spiel, ini -V,io'!" von i/uiuue. '..;!nnii a„ ' Waisergla»" von Frank n. n. in. In'-ünii großeie Orcheste.rlo» zi-rlen weifen IInmnI,,'- nnf, movecne Werke .unter 'vlilwirliing nmnlinNer mlnk’ii. zn oZehör get>raclil. ,Z.uc eine ihui .gniuinee »msikalienden sing gieichüillliei'i'i'ren-ge„0e Musiker verpiliclilel ivorde». '^rorgesthe,! nnd außer de,» ein Tlin^eiveno nna ein -Niel'nlnnilnveuti. ier ner . eine >iottel,ioan,iie!li,ng - ,>n'.inher AI im ft Irr.- ' Mit eineiii mii'nein, "Uion.ile Veeeihnl-ien Ardeitsplan tritt -der ' Jüdische iiuUiirbiiitb Bezirk Rheiu-Maia l' iu Irnntinet n. >>!.! vor ieine ">tit gliederichait. ivieder laideii )/ e>!ie,ieelon jeete niid Ain»nner»iii>cknl>ende du - in'ie :pn>f.g,nl der Mn'.' aiiUi-iIUnigenS /(liiii'ii nl,l,!>:en >i,h ,n größere,', '.'Il'slanden einige .<->!,orll'n .einimn S ve eiwnnuhi r.nngen an. Uinv ilnvli-n- 'l!i!"i!-i! a!-- senhee wird der gnlinrl>nn,i jrt;l iin nnd e.in dem Gediet der dilde^de,,. Aunul eni'/llev. Jüdischer .Nulturkniiid Slierichleiieii iS,!; d/ei Witz C. -.i. Inr '.'Iniml,einig >v-!anaen '.wenn-.- - kuaen 8cli«,str. München Domfreiheit, nächst der HauflWiers(rasse tüfflfcli frlHi-li II I.AI I I K .llll>IIÜIIIIIS->l lS4-||||||<; <l| lOI J.IO ,». ITtllld. v.-r-an.l v„„ :i I* f„ ,1 um ,, r I ( r ,■ , l»i(! .Iut.ms-I’ri-i-11 .1 *• mit Vi-l.-n . ADg'.-i.'jltu wird aal VVuasdi iiug>.--aiuw.