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Central-Verein-Zeitung · 1935-09-26 · 39 (26.9.1935) · page 19

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
39 (26.9.1935)
Date
1935-09-26
Page
– (sequence 19)
Language
German
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jr Nr.39 * 6. Beiblatt 26. Septemb. 1935 Neue Bücher über Kunst Angezeigt von Df. Olga Bloch . Professor Dr. Franz Landsberger: »Einführung in die Jüdische Kunst“ ( Philo-Verlag, Berlin 1935.) Ernstfroh wie das Neujahrsfest ist das Buch, das de^.-Philo-Berlag soeben herausbringt. mit "dessen Publikatikm eine tüncht. erkannte und schmerzlich empfundene Lücke ausgefüllt ist. Denn Samuel Cooper; Miniatur des Herzogs von Monmouth als Knabe (Windsor Castle) s,.Einfühni n die jüdische Kui das Werk über jüdische Kunst au? wirklicher Forscherhand'fehlte bisher. Wohl gab es Veröffentlichungen in Zeitungen. Jahrbüchern, Zeitschriften über einzelne jüdische Künstler, seit dem lückenhaften Werk von Ernst Cohn-Wiener (Berlin 1929) jedoch'keine Arbeit mehv. die das für diese wichtige Frage unerläßliche Anschauungsmaterial in zureichender Weise, zusammenfaßte. Ter mir vorliegende Baud ermöglicht somit zum ersten Male durch sorgfältig ausgcwählte Nachbildungen ein Ueberschauen des.reichen Gebietes. Völlig neu erscheint die Reihe der jüdischen Künstler, zum Beispiel die Zahl der großen Bildnisminiaturmalcr. der Medailleure und Petschierstecher. deren Kunst von Fürsten geschaßt wurde. Wenn auch Taumel Cooper zum Christentum , dem entziehen zu könne». in jüdisches Wesen immer tiefer versenken, west er ja von der Cigenart, der. typischen- Färbung jildn'cher -Kunst.' zum . ersten Male wirklich etivas erialirt. ' Bon der An-. pässung z. B. an die Zcilstste: der inan eine Au- , Passung der- Farbe. des jüdischen Kunstwerkes in - den verschiedenem Landern an die Leite, stellen kann, sowie man ja iveiß. daß Roni nichts ohne Griechenland, '.die japanische Kunst 'nichts ohne Alt-China wäre; von jüdischen Meistern, die nicht nur das eigene individuelle Empfinden, sondern das Empfinden der jüdischen Gemeinschaft, der sie angehörcu, sichtbar machen: von den seelischen Kräften des Judentums, die sich in den künfstcrischeu Aeußerungcn widerspicgeln: „es genügt, daß die Summe dieser Merkmale einen Kompler bildet, wie er in dieser Zusammenseßung, in dieser Färbung spezifisch ist." (Seite öl!) Der Verlag hat dem Verfasser ein besonders reiches. Abbildungsmaterial ermöglicht. Viele wissen gewiß nicht, daß.Liebcrinanns Porträt des Professors Sauerbrüch in Berlin bei Frau Generaldirektor Gerstenberg hängt, daß das Stockholmer Nationcstmuseum das Bildnis des Journalisten Reuholm. von Ernst Josephsön besitzt, daß die Warschauer Privatsammlung- Benj. Mintz kostbares Purimgerütbirgt usw. Also auch für die Menschen, die sehen wollen, ohne sich besonders anzustrcngcn, ist das Landsbcrgcrsche Werk eine große Bercicherznig.' Pahel Wischnitzer-Bernstein: „(Gestalten und Zymbale der Jüdischen Kunst" (Verlag Siegfried Scholen», Berlin-Schöneberg). Mit diesem kenntnisreichen Buch will Ruhet Wischnitzer-Bernsteiu die Gestalten und .Zeichen der jüdischen Kunst deuten und Vorarbeit leisten für eine Motiv- und Typengeschichte der Kunst Israels: Nicht nur aus ihrem Spezialgebiet, aus den Miniaturen und Malereien überhaupt. ■ schöpft die Verfasserin das so reiche Material 'zur- ... Belegung und.Illustrierung ihrer Ausiührungen. sie streift dabei in rveitein Umkreis das - Gebiet der Kunst und des Kunstgewerbes aller Zeiten und aller Völker. Und' gerade darin liegt ein. wichtiger Abschnitt dieser Vorarbeit für eine Motiv- und Typeügeschichte. daß die Beziehungen ' ä ''V Sephardische Talit in Damast und Seidenstickerei Aus Franz Landsbergers ..Einführung in. die Jüdische Kunst“ I'ot. Grete Karplus übertrat, so war er doch der Maler der englischen Krieg-Helden und Staatsmänner zur Zeit. Crom-. wells und später König Carls .II. Sein Bruder Abraham blieb Jude: ihm gaben Königin Christine vdn Schweden und später Karl X. den Titel eines Hofmalers, und er'hielt sich jahrelang in. der gtesidenzstadt aus. Ter Leiter des Berliner Jüdischen Museums konnte'Nachweisen, daß in vielen Fällen die von Juden in Auftrag gegebenen Werke auch von Juden gearbeitet wurden. .Ebenso.wertvoll, wenn nicht ain allerwichtigsten, ist der Abschnitt seines Buches über den jüdischen Stil. Jeder, der diesen legten Teil zur Hand nimmt, muß sich, j&fjne sich dieser Symbole und Gestalten einmal klar erkannt und belegt werden. In. der Einleitung und oftmals auch uu kritischen Teil des Buches nennt die Verfasserin den Namen Rudolf Hallos, des iruhvollendeten Forschers auch auf dem Gebiet indischer Kunst? .und Kultursragen. Er hat des - öfteren, in der „Fraicksurter Zeitung". z. B., ikonographlsche Fragen der .Kunst behandelt, und 'auch er 'hatte. so. iiiteressante Himveise wie die David -Kaufmanns, daß der Erlosungsgedanke der - altchristlicheu.Kunst im Jüdischen beheimatet sei. I mit Freuden aufgegrifsen. — Rähel Wrschnitzer. Bernstein. behandelt in ihrem- Buch so aufschlußreiche Svnderthenieii. wie die Frage"nach der Bedeutung uiid dem Vorkommen der Hand Gottes in der Kunst und der sogenannten Srantenhand. Von. den'segnenden Händen des Kohens ist die Rede. Wir möchten noch auf eine Arbeit hin- - iveiseii. die dem Erkennen jüdischer Kunst vielleicht sehr, ziveckdiculich wäre: die Habilitationsschrift (Jena. I9W) des jetzt am Berliner Archäologischen Seiniuar tätigen .Privatdozenten. Tr. Zschietschmaiin. die INateriäl auf archäologischem Gebiet zusaminengetrageii. darüber hinaus aber Wertvolles auch aus audercu Kulturen in .Vorbereitung hält.- —- Uebrigens belehrend in dem bei Siegfried Schvlem (Berlin-Schöncbcrgj gut herausgebrachten Buch der Abschnitt, über die Rolle der Frau in der Thorasymbolik. Wer die Bedeutung des Marieukultsj ja der Heiligen überhaupt, in der gesamten abendländischen Kunst ersaßt hat. inuß seine Freude haben gerade an diesem Teil der Wischuitzerschen Ausführungen: die jüdische Fra» als Braut, als tüchtige Haus-, frau. die Braut mit der Krone, der Bräutigam mit dem Judenhut, der Hausvater, der symbolisch zu wertende Belehrungen erteilt — es ist eine bunte, und dennoch konzentrierch Welt, in die das Werk einen Einblick gewährt.^Taß Storch. Phönir und Schlange im Judentum sich mit der äiristlichen Symbolik, dem Strauß, berühren, ivrist die Verfasserin durch das Vorkommen des Slraußes im 1,">. und l6. Jahrhundert nach. Ein ivahres Kompendium.'der jüdischen Symbolik erscheint ihr mit Recht die Misrachtafel für den Vorbeter, ein Beispiel russisch-jüdischer Volkskunst. heute im Jüdischen Museum in Leningrad. «Abbildung N7 des Buchesst Weit ist der Rahmen dieses Werkes gespannt und allregend sind die Zusammenhänge, die sick) ' aintiin. um zuletzt in einem Kvmpendiiim. der jüdischen Symbolik zusamniengefaßt zu werden. Interessant auch so wichtige Fragestdllungen. wie die mit Kritik zu 'nehmende „Gibt es eine jüdische Bibelillustration^', die die Verfasserin aus Grundihrcr eigensten, wichtigen Studien noch offen läßt. Moritz Heimann Gestorben 22. September 1925 Berliner Kunstausstellungen Emil Pottner — E. M. Lilien Das Jüdische Museum führt in ungewöhnlich reicher Fülle das'Werk Emil Pvttners vor. der Keramiker und 'Maler. Radierer und Zeichner ist. ' Ein zarter Impressionismus belebt seine Landschaften. das gedämpfte'und iveiträninige Telbild. „Plauderei" benannt, jenes entzückende „Vogelhaus" (in Berliner Privatbesitzi. nicht zuletzt das Züricher Lekpästeli. Viele Bilder sind sehr hell und zart und erinnern in den weich verriebenen Flächen an den früh verstorbenen Ernst Tppler. Bunte Farben und die Neigung zu Klarheit und Gesundheit kennzeichnen Pottners ganz natürliche K'ompositionswcise. Und eine selbstverständliche Naturbeobachtung gesellt sich zu dem iuilereu . Klang des Erlebens, .wie immer die Motive gewählt seist mögen. Von dem feinsinnigen Schildercr, den wir aus den Gemälden, Radierungen, Zeichiiungen. Lithographien und- Holzlchnitten kennenlernen. sind aber auch alle die tcramischen Leistungen, die die Museumsleituug ansstellen kann. Den großen und den tleinen Tieren, den Figuren für den Garten, das Haus oder den Balkon, den Nisch'endekorationen, wie sie im Hause der Münchener Nückversicherungsgcsellschast am bekanntesten geworden sind, merkt man an. daß sie von der Modellierung bis zum Glasurbraud das eigenhändige Werk Pottners sind. Viele Töpfer schassen ja nur das'.'Modell eigenhändig und überlassen daun die Ausführung irgendeiner keramischen Werkstätte. Hier aber tragen die Keramiken in ihrer technischen Vollendung zugleich die für Emil .Pottner typischen Züge: die . Figuren eines Truthahns oder der. Perlhühner zeigen jenen- Lberflächenschinlmer seiner Glasuren und künden von dem hohen Maß von 'Naturgefühl. das den Tierplastiken Leben verleiht.. In der technischen Vollendung und der Grazie ihres Schmuckes nehmen Wauddekorativnen den Steinen.- für die sie bestimmt sind, ihre Mauerschwere; etwas Rokoko- Haftes liegt über dem keramischen Festraum, den Pottner für einen Kaufmann in Madrid geschaffen: die Ausstellung in der Oranienburger Straße bringt das keramische Modell für : diesen spanischen Fcstsaal. . Immer ist es ein handwerklich Erfahrener und Geschulter, zu dessen Tugenden Geduld uud Hingabe an das Kleine gehören. Und immer und überall vernimmt man jene Frömmigkeit vor der Natur, die im Zusammenhang mit der selbstverständlichen Naturbeobachtuiig ivirlliche Leistungen vollbringt. Tie andere Ausstellung, die Professor Landsberger eröffirete, steht im Zeichen des Gedenkens an E. M. L i l i e n . der jetzt gerade vor zehn Jahre» starb.. Unwillkürlich muß man vor den Köpfen jüdischer Menschen. um die cs sich in dieser kleinen Schau handelt, am Helmar Lerski denken, dessen photographische Porträts vor etwa fünf Jahren in einer hiesigen Ausstellung zu sehen wären. Damals ging es um Photos, die den Menschen darstellen wollten, den Menschen als Ausdruck feiner Schicksalhaftigkeit, in der Erscheinung so intensiviert, daß man damit das Typische, des ganzen Menschen erfuhr. Jeder Zug und jede Falte, jedes Aederchen prägte Viesen-Menschen. An Lerski. der inzwischen in Palästina arbeitet, und dessen eindrucksvolle Photos kürzlich als Kollektivdokumenk zu einem Filmwerk „Aivodah". Lied der Arbeich gestaltet wurden, muß man denken, ivenn die Radierungen Liliens vor einem liege», iöanz gleich, ob es nun reine Strichradieruiigeu nnd, die sachlich Geschautes widerspiegeln und dabei das Künstlerische einzig und allein in d,c -lnswahl des Wesentlichen verlegen, oder ob es Ilrbeiteu werden, die'bildhaft .Gesehenes zur Radierung .ausbauen, immer sind Liliens jüdische llorträts der Aiisdruck erlebten Lebens. Ter spaniolische steht neben dem türkischen Juden, der schivarzc Jude aus Afrika neben mehreren Typen ms der Buchara, aus Marokko, aus Rumänien, aus Rußland.' Und wie der Künstler den Menschen des Heiligen Landes darstellte, so schilderte cr auch die Landschaft in Palästina. Eine Radierung ..Brunnen bei Jerusalem" in der Berliner .'liisstellung kündet von der Fähigkeit, architekto- „ische Schönheiten zu erschöpfen, während ein . Blatt „Melker" liebevolles Versenken in die kleinen und doch großen Tinge der Natur verrät' Dr. 0. B. Eine kürzere Schriftsteller-Biographie -als die Bioritz Heimaams ist ^kitilnm^dimtl''in^— wlichs ans. lebte uud starb in dein Tors Kagel in der Markier warJtterarrscher Berater .des c.' Fn'cher-Berlags, Berlin. Aber dies au. äußeren Erlebnissen, large .Dasein umschlienti nne-ndliche . Fülle.. . nicht, nur Inneren Er-' lebens und mettaUigeii LLisscils. inndern vielsättigen .Schattens, nnd, Duirs.. Freilich ist. auch Totenmaske des Dichters das Werk, das er.'als; Schriftsteller hinlerli-eß, aiißerlicli nur kleinen llnifangs; wir-danleu dem -Mann, der in, Alter von ->7 -\iil)U'n starb, fünf Bände ..Prosaische' Scliristen" nnd einige Dramen. Wir daiikcn ihm . . . ivird hier beionßt gesagt, dein, die kurzen Essays. ivelcl>e vier von den Bänden der „Prosaiselieii Schristen" Tin - len. waren anerkannt von den besten P»'äimern aller geistige» Rick,tmige». >oie>ovl>l Heimann jenseits aller Richtmigen stand, als. zniii Kliigfteii. Diirchdachtesteii. Bestsvrimilierten gehörig. was in deutscher Sprache geschrieben ist. Heimann schrieb über Politik, über alle Künste. Über' künstlerische Üieiischeii. über die Landschaft. . .. er schilderte immer /wieder die Landschaft der Mark Brandenburg, in der er sich so vollkommen beheiiiiatet fühlte, daß er, ein Hasser der Stadt, jede» freien Aiigenblil-k seines Lebens hier verbrachte und es. schon als "Berstädternng empfand, ivie die Straße seine t Torfes gepflastert iviirde. ' Er schrieb in seiner bedächtigen, bedachten, man. sagte früher „kliltioierteii" Art i'il'er glles: aber über, nichts als Dilettant, sondern ' immer als Wissender, als Denker. Er ivollte die ..ertensive Betrachtung der Wissenschaft durch die intensioe beiigen". Demi,.9>ettiUig vor Gott lind de», Teufel, vor demchtlll mid dem Teil: das ist die Kinist als Denksorm ■ , So lvi-rd ihn, die Kimst zmn Denken, das Den ken wird eine, ivir.d seine Kuinst. Und sein .Fanatismus, durch Denken sich alle Gebiete des Lebens nnd der. Kunst geistig zu erschließen, inacht dem Leser das Lesen niclil leicl>l. Aber Heimann macht es sicli selbst nicht leicht: er denkt zu viel. zu. iveit. 'zu tief, so daß ihn schließlich das Denken, Präzisieren, Formulieren nicht zur Sicherheit führt, sondern zu der Erkenntnis: „Wer sicher ist. mid ivenn er Gott sicher wäre, ist ein lKerdcrber." Deshalb bekennt er als „Resultat einiger Dezennien: Der Künstler will, soll und kann es nieder dogmatisch lioch kritisch treiben." Bäenn ihn aber weder das Dogmatische »och das Kritische'znm.Ziel der Dcnttinist. zur Antwort sühreil -konnte, so mußte er zu eineiir Relativismus koinmen. z»m Relatioismns >iicl,t ans Schlcndriai, lind Oberflächlichkeit, sondern ans Berantwortiiiig. Grüiidlichkeit und lüt". ivissenszivang. Hieraus erklärt sicl, seine Denkmethode. die antinomische: er treibt seine Essays auf eine erbarmungslos und zugleich graziös antithetilclie,Weiie iveit.er nnd tiewr lind, läßt schließlich, nachdem-das von .ihn, angerührte Problem nach allen -stichtniicien durchdacht und erörtert ist. die Lösung offen. Unter diesem ans . lauter und lanlerein (Gerechtigkeitsgefühl erfolgende» Kellie-Antivort- . Geben litt Heimann selbst, und folgende Aeußernng kehrt vom Vorwort des ersten Bandes..' bis z,i feinem 9inchlaß immer miedet: „Es ist mir, als ob ich in allem, was ich schreibe, einen einzigen Gedaiiken suchte: vielleicht aber luchte cr sogar mich. Ich wünschte, daß icl) ihn mit Worten noch nirgends ausgesprochen; h i e n d a s schönste Geschenk für die Jugend! Die Reiche Jsrael und Juda Geschichten aus der Bibel, neu erzählt von JOACHIM PRINZ Mit vielen Bildern von Heinz Wallenberg 210 Salten » Roman - Format » 61 Bilder und 6 Tafeln » Bestes holzfreies Papier In vielfarbigem Malblelnenband Brich Re IB Verlag, Berlin W IS Durch die Buchhandlung in Preis - RM 3,

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