Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 39 (26.9.1935)
- Date
- 1935-09-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Generativen von Menschen/ geprägt und" beeinflußt werden. . At'anchmal lese ich auch yineu spanuendeu. Kriminalroman gern, wenn alle VerluicklungKN./,sich. Am.. '.ScÄ.vß. logisch losen: — Alles nur schöngeistige, Poetische 'lind Idyllische paßt nicht mehr in meinjetziges Veden. Dr. - med., Ruth Wolfs. Sahrgang iso«: .. . Das Buch, das ich mir wünsche: ein Buch füruns - - vielleicht dürste esv o n uns sprechen; denn es kann schon eine Antwort auf unsere Fragen bedeuten, wenn dieses Buch versteht, sie richtig zu stellen. .Eine- Geschichte aus dem Leben jünger Juden in Deutschland: bürgerliche Jugend vor dein Krieg oder mif der /Schwelledes Krieges: die Generation., die bestimmt scheint, in geradliniger Entwicklung-allem Jüdischen noch weiter zu entwachsen — euM Freundschaften mit- Nichtjuden zeiaesi dis rRlchtung. Auflockerung durch die GeschehÜiM-wühiteNd des Krieges und nachher, Brüder kommen aus dem Feld zurück, JugeudbewegtchgPls Weg zur Besinnung -auf das Judesttziny.,, Man müßte den Ton, den Schwung,.M-Msannüng dieser Zeit einfangen. Führerg'estHchtt und Gesichter aus den . Gruppen lebeMW chstehen lassen.- Tann Wege ins.-Leben:. Studien,.Berufsausbildung, Ausland; Liebe und Löebelei, Ehrgeiz, Beivährung Und Versagen. ^»Beziehungen"' lverden sichtbar mnd weitgefpüitnte Freundschaften, unter ihnen junge ZivnPeh, die auswandern. Das, Jüdische steht?'-am Rand, manche finden zur Gemeinde, zu Ehrenämtern und -tätigkeiten, cmdxre stehen/ ab^ seits. ' ' Das alles hebt sich, ab -ton Genera tro ns-' Problemen: Blicke.auf.Väter Änd Großväter, Aliseinandersetznng nntdenAelteren, Sprengung des Familienzusainmenhangs durch manche Jüngere. „Elnfäsivenken" bei anderen. Wirtschaftliche Schicksale erscheinen im Zusammenhang damit — Eristcnzen fallen und steigen auf, Besitz als Sicherheit und als Gefahr, bei Verarmten Haltung und Mangel daran. Tann wird ims die Gründung, einer eigenen Familie gezeigt: Kiitder bedeuten erneute jüdische Fragen. Tie Zeit beginnt. Schatten zu werfen: alte Frenndschaften zerbrechen an ihr. Es bahnt sich die Erkenntnis an von der elltscheidenden Bedeutung deS jüdisckfen Inhalts. Eine Aufgabe wird spürbar. Schicksale der Umbruchzeit weisen nach Palästina und in sonstige Länder: andere werden in Teutschland bedeutsam und vollenden siel) hier, Unterliegen der Zeit oder wissen sich'ihr zu stellen. . . Gegemvärt zu behandeln ist natürlich schwer, und das Buch soll nicht prophezeien,. Aber es nwß in ihm ein typisches Schicksal o gestaltet werden, daß ans ihm die Linie ichtbar wird, die in der allmäblich erstehenden Bedeutung des Jüdischen als äußere und besonders als innere Bestimmung liegt. Ein heißer Atem.müßte'durch dieses Buch gehen: -aber es soll nicht schreien. Der cs schreibt, muß sehen und gestalten: aber er soll nicht urteilen. Kraft, Tiefe und Güte müssen ihm zu eigen sein und in sein Werk fließen, damit es den Jüngeren Wege weist, den Acltercn Maßstab und Bestätigung gibt. und den Alten Stärkung. Tann wird es: was wir brauchen: ein Buch für uns. Wer - schreibt es?. Rudi Bach, Stuttgart. WWüsMli und iiditt: x-Es^ist abends — spät. Endlich sind die ' ausgeregteu Buudcsgespräche - der Kinder verstummt, das Licht» gelöscht. Ta ist noch ein unordentlich hmgeworsenes Kleidungsstück aufzuheben, ein Schuhe gerade, zu rücken, ein Fenster zit befestigen. Tie Tür ist verschlossen, der Gashahn, abgedreht. Nun i endlich gehören der gehetzten Hausfrau ein . paar Stunden allein. Soll ich noch lesen? Eigentlich bin.ich todmüde. Aber der Geist möchte sichaileh mal mit etwas anderem beschäftigen als nrit dein: „was koche ich morgen?ithö „wie teile ich.mir die Arbeit am besten ein, damit ich fertig werde?". Ich trete an den Bücherschrank: die Auswahl ist groß genug. Aber: wer die Wahl hat, hat die Quäl. Da stehen die Klüssiker — zeitlose Literatur, Shakespeare. Donnerwetter, der kannte die Menschen bis in die tiefsten Abgründe ihrer Seelen hinein. Vor Jahren sah ich einmal eine Lear-Aufsührung — sic war nicht einmal besonders gut, aber ich werde sie nie vergessen, so ausgerührt und entsetzt war ich. Nein, das ist nichts für meinen augenblicklichen Gemütszustand! Goethe. Schon strecke ich die Hand aus. Der; „Faust", das wäre etwas! Der hilft in allen . Lebenslagen. — Aber nein! Es ist schön, die verläßlichen Jugendfreunde zu haben, doch man möchte einmal auch wieder einen neuen Menschen entdecken. Lassen wie die alten Tröster, die nie versagen. Fontane mit feiircr etwas umständlichen und darum so beruhigenden Kleinmalerei und dem feinen Lächeln des „Alles verstehen heißt alles verzeihen", Reuter mit seinem breiten gut-- mütigen Lachen, Schnitzler, der. tiefe Melancholie und mystisches Sehnen Unter dem Feuerwerk seines' sprühenden und ironischen Dialogs versteckt —ähnlich wie Oscar Wilde nrrd doch so ganz anders —, Shaw, der modernste und robusteste unter ihnen. Auch er erkennt die Unzulänglichkeit der Menschen ..und ihrer Einrichtungen; aber' weit entfernt, sich damit, abzufinden, rüttelt, er an ihnen. Im einzelnen sich keinen Illusionen hingehend, ist er der große Idealist, der fest an eine Besserung glaubt. Was tut's. daß er tendenziös, vielleicht kein echter. Künstler ist, seine F o r m ist Kunstwerk, und söine logische Art, sein oft beißender Spott erfrischend wie kaltes Gebirgswasser.- Halt. da merke ich: das Buch, das ich suche, muß ein Lachen enthalten, gleichviel, ob cs nur das leichte Zucken der Mundwinkel ist, behaglicher Humor oder eine der vielen Spielarten zwischen diesen beiden. Der Verfasser darf nicht die Welt idealisieren — das kann man sich mal im Kino gefallen lassen, wenn man sehr abgespannt ist. Ich halte nichts vom „llupp.v encl". Nur das „enck" ist sicher, das chapp.v" um so problematischer. Ter Dichter muß die Dinge sehen, wie sie sind; aber er muß sie irgendwie überwinden. Aber wie kann man sie überwinden? Ter historische Stofs ist dafür am geeignetsten. Er packt, und doch erleben wir die Geschehnisse gewissermaßen von einer geschützten Stellung ans: es ist so lange her-, . die Leute wären naturgemäß auch, dann tot, wenn sie nicht gefallen, gemeuchelt, hingerichtet wären. Vielleicht spüren wir so etwas in unserem Unterbcwußtsein — vielleicht auch den Trost: wir leben trotz Gegnerschaft, Kriegen und Umwälzungen. „Aber", werden mir viele .einwsnden,. „daß es 'so lange her ist, das ist es ja. warum für uns Heutige eine geschichtliche Darstellung höchstens akademisches Interesse hat. Wir brauchen Gegenwartsbezogenes. Andere Zeiten, andere- Menschen, andere Notwendigkeiten." Ich halte das für ausgesprochen falsch. Auch bei wissenschaftlichen Gcschichtswerken, die sich, wenn gut geschrieben, ebenso flüssig lesen wie ein.Roman (z. B. Ellbogens, ..Geschichte der Inden in Teutschland"), habe ich .gerade das -Gefühl, daß-.-sich die Menschen im Grunde gar nicht geändert haben und die Geschehnisse sich immer wiederholen, und das gibt - der Geschichte in jeglicher Form diese unglaubliche Aktualität, gleichviel ob sie airs jüngerer, älterer oder gar legendärer Zeit schöpft. ■ ': ' Aber ich gebe zu: variatio delectat. An manchen: Tage will ich nichts mit großen Mäünern und Ereignissen zu tun haben, sondern mit meinesgleichen und Alltagserlebnissen. Da ist z. B. so etwas Anspruchsloses gut wie Hermann Hesses Fabnlierbuch. Manches darin, wie auch sonst bei Hesse, ist traurig, ohne einem Trost, geben zu können; häufig schließt er mit einem großen Fragezeichen: aber alles ist so zart, die Sprache so rein und klar, daß man schon in den Kauf nimmt, wenn einem dabei das Herz etwas schwer wird. Ja, wer in dieser Sprache eine etwas heitere LcbensanschaunngZböte! —?"/ So. mm ist es längst Mitternacht; und das gesuchte Buch habe' ich noch immer nicht entdeckt/ das alles gleichzeitig enthält: packenden und nicht zu aufwühlenden Inhalt,-lebenswahre Gestalten, die aber doch von ihrer AUzumenschlichkeit erlöst werden, echte Natur-- schilderung, leichte, gefällige Form und einen Schuß guter Laune. Hoffentlich findet sich bald ein Autor, der cs schreibt. Hedwig Schüler, Dresden. Irr Akademiker der Bottriegsgemratton Meine Generation — heute 50 bis öb Jahre — ist in ihrer Jugend eine leidenschaftliche Leserin gewesen. Nietzsche und- Ibsen standen wohl im Brennpunkt unseres Interesses. Noch heute gehören „Reisen und Lesen" zum Beglückenden meines Lebens. Aber das Buch, das mich aus der Umklammerung des Zeitgeschehens befreien, mich selbst fesseln soll, muß sehr stark sein, wo die Sorge des Tages mich erfüllt und allen anderen Gedanken den Eingang zu versperren trachtet. Wahre Dichtung, zeitlos das ewig Menschliche deutend, bezwingt mich. So führt mich H e s s e, dessen „Narziß und Goldmund" ich als einzigartiges Kunstwerk empfinde, in glücklichere Gefilde. Ich-liebe gef ch ich tli ch e Darstellungen, vornehmlich solche bestimmter Epochen, sei cs. daß sie einzelne Persönlichkeiten behandeln ^Türkisch 8/' mit SPIELKARTEN oder Whr kulturell betont sind. , Geschichtliche'Mmane, etwa von der Art des „Cromtvell" von Jelusich, lehne ich-ab. Auch Wassermanns „Eolumbus" ist mir zu sehr Phantasiegebilde. Ten künstlerischen Charakter mag ichauch hier nicht entbehren, aber' ich muß — auch ohne Aufgebot eines gelehrten Apparates von Anmerkungen —- der wissenschaftlichen Fundierung' vertrauen - dürfen. L u d »v. i g Ata kn z e os-,>.Dcr Kampf -um das Erbe Eäsars" und R^i c a r d-'a-.H. u ch S '„Römisches Reich Teiltscher. Nation", das. übrigens einen ausgezeichneten Abschnitt über die Juden im späteren Mittelalter enthält» erscheinen mir Äls mustergültige Beispiele.. Im historischen und literarischen Essay — ich denke an prachtvolle Stücke von Thomas Mann — sehe ich. einen mich nicht , nur persönlich. sondern weite Kreise interessierenden Zweig der Betätigung Jüdischer Schriftsteller. Persönlichkeiten und-Zeitausschnitte der jüdischen-Geschichte dürften ein fruchtbares Stoffgebiet sein, das-unserer besonderen Aufmerksamkeit sicher wäre. Der reine ' Unterhaltungsroman findet heute -in jntr.feine Resonanz. Das Bedürfnis nachT.bloßer .Zerstreuung besriedige ich im Kino, die stille'Stunde der Lektüre ist hierzu. z,l schade. Wohl ist mir aber der gute Roman auch heute Genuß. Ich folge den Verfassern gern, wohin sie mich auch lvandern lassen, welchen Blick in den „sarbigen Abglanz dieser Welt" sie.mir auch eröffnen. Nicht auf das „Was", .sondern auf das A.Wie" kommt es an, auf Können und Gestaltungskraft. Roths „Radetzkymarsch", das wunderbar geschaute und geformte Bild vom sterbenden Oesterreich, ergreift-mich ebenso, wie mich die scharf profilierten Schilderungen eines vs d) o i o in A s ch - in seinen Städteromanen fesseln; die unerbittlickfe Kritik an dem amerikanischen Wirtschäfts- und Gesellschaftsleben in den Büchern von Sinclair Lewis und Upton S.i n c l a i r gewinnt mich ebenso, wie ich mich dem erotischen Reiz eines auch menschlich so tiefschürfenden Werkes wie Pearl B u ck s „Die gute Erde" willig hingebe. Nur muß der Dichter ins volle 'Drenschenleben greifen, dicht und spannend schreiben. Für eine episch^ weit ausladende- oder die Menschenpsychoanalytisch zergliedernde Stossbehan-lung fehlt mir der Nerv. So ist mir Thomas Manns „Zauberberg" nur in einzelnen Partien eine erfreuliche Lektüre, verliere ich bei seinem Joseph-Roman leicht die Geduld und sind Jacob Wassermanns letzte Romane mir einfach nicht zilgänglich — ohne daß mit diesem persönlichen Bekenntnis ein Werturteil ausgesprochen werden soll. . Habe ich hiermit schon etwas gesagt über bas Buch, nach dem ich mich sehne'?/Jch sehne mich nach dem Buch, das Zeugnis ablegt von Wille und Schicksal des deutschen Juden in unserer Zeit, von Meisterhand gestaltet, gleichviel in welcher Form, Wahrzeichen sür die Ewigkeit. Aber dieses Buch kann heute noch nicht geschrieben werden. Es wird nicht :n dieser Zeitz, sondern aus dieser Zeit erwachsen. Dr. Walther Brock, Stettin. digt Roms Ehre. Eastellins hat bei dem letzten Brand Alillionen verloren, ein bettelarmer Alaiin, seine Geliebte trägt die tenerstcn' Rubinen in ihrem bernsteingelben Haar. Pedronius' Verse stinken wie faules Gemüse. Er hat das Recht, sich für den zweiten Virgil zu halten. Für den schmääy tigeil Ojho. suche ein slmgsräulichcs Bett, denn alle Betten Yivins hat er enjweiht. Und du rvillst R'vm verlassen, die. Wunderstadt, die Weltherberge. dieZsiesidenz der Fürsten, Reichen und Klugess/ Uns beschirmt des Senats Gercchtigkeitz^'lnd die Güte. eines -großen Kaisers. (Das Zischen, der Wider- Spruch Ti'ird immer stai}(cr.) Stimmen (unsichtbar): Baruch spring! Baruch hüpf! . Laruc/r.- Piepsen Aläuse Mls den Löchern, ■ miauen Katzen auf den Dächeru. - Stimmen (unsichtbar): s-3itvuä) 1c, mein Baruchlc... Baruch: Ein starker Wind, und die Heuschrecken stiegen iu-s Meer. Baruchs Weib: Auf der Straße wäcktst die Rebeltiou. Das letzte Gesparte. werben sie uns aus den Truhen reißen. Baruch: Wir lverden neues verdienen. (Die Unruhen der Zuhörer werden immer ■ Baruchs Weib: Sie werden unser Hans anzünden.. Baruch: Sarchen,. wir werden uns ein schöneres bauen. , _ - '- Baruchs Weib: sie werden uns zwingeil. Unreines zu.,essen. Das Gesetz werden wir nicht übertreten. Niemals. Baruchs Weib: Und wenn sie uns zwingen, vor ihren Göttern zu knien? Baruch? Höre, Ewiger, aus dem Dickicht der Be- 'drällgnis, . . ~ eingebettet zwischen dem Haß der Nationen, erhebt sich meine Stimme zu deinem Thron. Hiob klagte nicht, als Räuber ihm das Letzte stahlen, Jeremias klagte nicht, als Zions Türme barsten. Mit des jungen Davids, erhebender Stimme . - will ich deine Herrlichkeit rühmen. Tanzt. Töchter Zions, um die heilige Lade mit Zimbeln und Pauken. Preiset . des Ewigen Ehre. ' - Ich küsse den Staub der. Erde und rufe, daß mein Flehen den Herrn ver- - " söhnt. (Der Beifallsjubel wird langsam starker.) . Baruchs Weib: Baruch. unser Haus brennt, sie morden Kinder. Singen entsetzliche Lieder, Tic Inden fliehen. Baruch: Herr, groß ist betne Macht, gerühmt von allen Völkern der'Erde, Wie köuuten wir deine Wunder ver- ... '? - llesseu. -Wenn.meine Kehle durftet im heißen Sande der Wüste. . , —^—>,T'n-F,,ß .'i-i.'hnn .-ins den Graten-der Berge. mein Ruder zerbricht im Sturm der Wellen, ' mit des jungen Tavids erhebender Stimme .. will ich deine Herrlichkeit rühmen: Tanzt, Töchter Zions, um die heilige . Lade mit Zimbeln und Pauken. Preiset des Ewigen Gnade. . Gerecht ist sein Tun, wachsam sein Daß mein Traum den'Herrn versöhnt. Ein Soldat: Fort von hier, Jude. Baruch: Tie Sonne geht unter. Laß mich noch schnell mein Abendgebet verrichten. Der Soldat: Soviel Zeit gewähren wir nicht. Baruch: Laß mich schnell die° heiligen Bücher einpacken, die Gebetriemen. Der Soldat: Und die Sabbathkiste, auch die Mazzes nimm mit. Schnell ans dem Land Baruch: Tu bist gnt erzogen, Soldat. Du hattest eine gute Mutter. Der Soldat: Sprich nicht von meiner Mutter,. Schandmaul. Baruch: Sic Mütter versöhnen uns. Sie sind der Schoß der Liebe.' (Will ihm Geld geben.) §o/«kat.- Warum sagst du nicht gleich, daß du Geld hast. Baruch: Tu,wirst es den Armen geben. Der Soldat: Gewiß werde ich das; es geht dich einen Treck an. (Der Jubel wächst.) Baruch: Mein letztes Goldstück. Ich brauche kein Geld. Die Erde Gottes ist ein fruchtbarer Ackerboden. Im Schweiße meines Antlitzes werde ich neues erarbeiten. Leicht zu tragen sind Fluch und Schmach, wenn vom Libanon das Auge des Ewigen gvüßt. Baruchs Weib: Das Scholar ist zer- . sprungen. Tie Synagoge brennt! Ruf der Römer: Hoch Sulla! Baruch, stich ihn nieder! . Baruch (fällt aus der Rolle; tief besonnen): Der Tempel brennt. Der Herr hat sein Haus verlassen, -verlassen die" Kinder Israel. ' .Ein Lagerplatz für Kamele ist die heilige .Stätte, Die Schakale heulen in der Wildnis. Aus allen Zonen der Erde, über alle Meere wie Wind getragen, schwillt die Klage, erbarmungsvolle Klage. . / Was sind wtzr ohne Deine Gnade! Ein Baum, der keine Früchte trägt, eine Harfe, die keine Töne spendet, ein Strom, der nicht zum' Ateere braust. ' Wir haben gesündigt. Oh, gesündigt.' Der Tempel brennt. Die Helden sterben, und ich der letzte, der schwächste nicht, bereit, als Opfer mich zu geben. (mit letzter Anstrengung): Tamt, Töchter Zions, um die heilige Lade, . mit Zimbeln und Pauken. Preiset des des Ewigen Gnade. Ich küsse den Staub der Erde und rufe, daß mein Fleh n den Herrn versöhnt. (Rauschender Beifall der Römer). Zurufe der Römer: Hoch, Sulla! Stich ihn nieder! Baruch: Tanzt Töchter . . . (Anslait, den Soldaten zu erstechen, ersticht Sulla-Tygd> lius sich) Der Soldat: Ich melde, der letzte Jude ist tot. ' A (Ende des Zwischenspiels. Der Bühnenvorhang fällt);