Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 39 (26.9.1935)
- Date
- 1935-09-26
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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T.iy "•'lU vnii'ö linst Tsubitf) bewundernd in ten chin.i; ioinc trotzig auf sich sei (ist ’ ni'- ftclili', imponicvcitöc. ('»uiiie'. wirft einen Flinten in invr fiinuenDe 2'.'eie: feine ungebeugte Mra ft i.evu'i evl ich- Do-ö bVefii!)!: - sie m miste tnien vor iistu. wenn sie ihn nicht morden inüsite: sie möchte ü>n berabziehen zn sich und seine Ächtung ertrotzen: er aber setzt gegen ihr*-- Vift-, il)ve Lssenbeit. iliren. siernischen'Mut nur lächelnden Hvhn. und in trunkener Laiille sivingt er sie. vsine den 'Angstschrei, ilirer empörten^Seele;u lstnen,. ans sein Fisttlager ' nieder:. Ter 'V>rlb, den sie hätte liehen 'fbnnen,' >vird um'brutalen -Kriiiber ihrer Weibesehre. Uein Gotte.-'gedanke beherrscht sie jetzt. melir: öa-> Gefühl ihrer heiligen. 'Miisivn. i>e.m sie tii'l).., eintt, eine lrnhe ' oeanne d'Arc. aus' inlntisch-religiöic'in IIveivunt) ’ln-ngab, wird ev- ItüTt in wildem >>isi. im berauschten Linnen .«>>>' lsiache. Ln mordet sie Hölosernes. Aber ans der grausigen Inf recht sie big bange i'unnischeit. das; ihr, der gvttgesendeten Pvlksl'esreierin. nur die gemeinste Selbstsucht da* chlnrdschwert -in die -Hand gedruckt. Tum Pie Al>nilngen..die, waltende B'emesis könne einen Mnttermörder aiis ihrem Schoße hervorgehen lassen, entlocken Tvdc'swüiischc in il>reinzerlsticschten Gemüt: den Tod aber will sie von ihrem Volke selbst erleiden, nicht als gvttgev.»eihtes Lp'er. sondern als 'irrendes. Strafe l)riidiauK'-v itsieiö. bin Weib, das die Schranken des Geschlechts durchbrochen und sich hemnnmgslvs über die Naturgesetze erhoben hat. - Las Weib soll Männer gebären, nimmerinel)r soll sie Männer töten", so läßt der Dichter einmal Fndiths. Dienerin bedentengsvotl iinsrnsen. .und in sein Tagebuch schreibt er die lendensiösen Worte: „Fst der Fudith zeichne irls die Tat. eines Weibes, also den ärgsten chonirast. dies Wollen und Michtköiinen. dies Tn», was doch kein Handeln ist." Aber weit mehr als uni solch' vage, zeitael'iindene Tendenz war es dem Lichter mir die v'\bec seines Werkes -yi tun. Für Hebbel »'Nr. »ach eigenem Bekenntnis, alle sinnst realisierte Philosophie: er konnte, wie er ebenfalls gestand, mir arbeiten, .wenn eine „Fdee" - ihst begeisterte. Goethes Entrüstung über die „Fdeenjäger" hätte Hebbel somit niemals begrei'en können: statt dessen setzte er. in dem viel umstrittenen Vorwort z>, seiner „'Maria 'Magdalena". sein empirisches Geständnis in das allgemein gültige siuustprillsip um: „Ter dramatische TarstellnngsproM soll das Geistige verleiblichen und die dualistischen Fdeensaltoren. ans deren Aneinanderprallcn der das ganch' silinstwerk entchnidende schöpferische Fnnke hervorspringt, zu Eharaktere» verdichten." Fu der ..Fndith" sind Judentum lind Heidentum dieic" Fdeensattvren, die sich in der Heldiii lind in Holofernes verkörpern, und so ' gewinnt -der sininps, den beide miteinander führen. für Hebbel die höchste Mmbolische Be denlimg. Tiefe ideeiitzaste Shmbolik - die dem ganz anders gearteten Zeitgenossen Hebbels. Fron; Grillparser, den ungerechten 'Borumrs abnötigte. -Hebbel sei der denkenden Alisgabe vvlllommen gewachsen, der künstlerischen aber gar nicht - erklärt den ab-, itratten. kalt dialektischen chgig vieler Hebbel-' scher Tranlensigiiren. Leine Judith hat dieseil Fug: man denke nur au die große Szene. in der sie. geschüttelt noch von Wotlllstschanern. reflcltierend „in das Heiligtlmi einer Mäd- Kulturdunö -liieater im Reich ,,Jaakobs Träum“ in Hamburg . B'chard Bccr Hofmanns Trama bat eine der lichten Uet'eriie'ernuge» der iüdiichen Geschichte null Gegenstand. Und in der Tat. rv ift iiie euicii indisstlcn dichter verlockend, diegroßen Gr- 'mehuhse le..inec-.Bcrgaiigenliei't in. neuer Form den sudilchen .'».'enicbe» nabenlt'ringe». Lind es doch uralte ,be!'cinoige!, ,md gm,-litte, die ancl, nieder Gegemoaci vielen Fhleiileheii 'bdelentlicties ' Lie Haml'urgo' Fni;en.ier„ng durch?r. Hans 'burbauin bringt alle Aloglichkeiic» des nperles zur G>.i!iallu»g undhütet sich, soweit das i-berhaupt vermeidbar in. tvivvbl vor vpernbaiter llcbectcc'ibiiiig als auch vor nihstiicher.Verlchivoininenheit. llubediiigtc '.'inersemuuig oerdicvl das olbiuiiliilic Geichict. mH dem der Lbielleiter lich e.i'er alle >>»'gilanglichteiten der ocral-telen .GonvoUgarlciibulme hinweggeteht Hai. ' Loioeit. die L chwierigtciten des Stücks sich üderhauvt aut dieicr Bühne.meistern liehen, hat er sie genleistert. or hat die;n Gebote lleheilden Nraite. erprobte , vnd.n'eniger ervrobt.e. -,u einem 'respektablen Gulembie ui.ia!i>me.ngel,!ii!'e:l>l' ,nnd eine .Aus . hliirniig uinandegebrackn. die unter-dengegebeneil Bedingungen leinen Ulergleich;n 'chenen braucht, oriianulicb iur einen Anianger war die peiltnng -rn'i»; F r. i e d e b e r g s . der die io ichlvier>ge -ii'lie naakobs iiberraiehend iicher dnrcl,h>hrte. "tvotu lvieltd er gerade;u Aiiiang den Faatob um emige v-rade Fii jugendlich, iand »seht gleich den' recb.ten rou inr Faatobs siii'chnng von kindlicher B-cimneil und jenieiliger Lprdigci'tignng: Her .vorragend. aber itt er. als er den alten Lklöpen -o> >>s. Fdnibaat. in die Freihcil eiMasil. und die llvorle der Fnlicheidniig in der Lchlusi- :;en> iwimt^ er mit ubcrlengendcr .g-rast. F» MM v’en; uumvan . ihm gegennbergesiclll ift Gdom. der '"i.'.nnj der realen Welt, den 'Mar .g o ii i n.s l i nirbia und lein'.'eraim'iitooll verkörpert. Aebetkah. i ' i gibl 'Bela nenne dp Klugheit und ' 'A-vrdc. odoms. Frauen iverden durch'Anna Bar lMv,\ c a eb i e nnd ','lnni BIA l d e noch etiras inan nnd aniangernait dargesletll. Wunderbar ipiene Frm t"! e l ch i o r den Sllapeu Fduibaal:!>crvorragend auch in der Biaske. die an die lab-?aeuel!'ir.aeit niederlandiickier Mein er er innene. s en Lt'.avrn vdom gaben Alberr 'sp a l I e t nnd 'i'iav 'Bö a m 1 e r lebensechte Flige. Tie chcnseele" hineiillenchlet: man denke nberhckupl an ihre crtältende lübsühlsdiaieltit im ggns.cn hinstcn Alt. die dom Tichter selbst, 'ilörtste- Bedenken ecregle. . / - - Anlsälliger noch und bcitlmmler lu'ben. sich g'iis dem Bilde des -Holofernes die Lchalte'nrine frierender Abstraktion lind gelassener Belrnchlnng heraus, ttnd-doch isi dieser Ho'osernes in allscineni grotesken klebermensclien- 1 ii m eine prachtvoll an geschaute, 'kühn. Ivm-- geworfeiie Gestalt.-. Mi-chts--leichter als die'c .prahlerische- Aalnrbesiie. die mi! dem Alt lich »och eins fühlt, vt jxu'ü&iefcn,. iuie es Fohan» Biest rohin seiner . ainüsaiiten Traveltie „Flidith und Holosernes". besonders 51111t Ergötzen des Wiener. Publikums, getan Im*. nichts leichter Mich, als sich. , mit dcc von Friedrich Th. Bischer geprägten i-rgidaren Eharakteristik: „Holofernes - - ein ansa-'bialener Frosch" über die wilde, im li.emen tsirnnde humorvolle Phantastik dieses Fabel,.».sens hiiiweghisetzen. Fit er uirtit mehr, viemehri' Will er .nicht, wenn -er sein irdisches .Hel. eine..schreckenlllilgllriete.Gwtiheit" hl werden, erreicht hat. mit der göttlichen Ltrahtenkroile iiiils Haupt' still sterbenNnd dringen nicht öfter solche bangen Todesgedanken ans der Seele dieses einsamen, weitv.'.eniihenverachtenden Grösilings lind werfen Lchatte» auf feine n-nimalische Geiinsisrelidigteit. in der ihm das Leben allein ertrag''ch erscheint? Heine furchtbarere . Fronie. des Schicksals konnte es geben als die Eriilordung dieses sclli'illbar imverwlliidbarcn Gel"altmev.schen durch Weibeshand. Einst prahlte er wohl vor Fudith: ..Teil Holoserlle-s töten: auslöschen den Blitz, der mit dein Weltbrande droh!'", nnd verachttieh sahsi er - aus ihr; weibliche' .Kleinheit herab. Und nun umüt; das Hallpt. das mit delu Scheitel die Wolken beri'chrte. der'-Mache des cn'raeh'eten Weibev,'ginc Lpfer fällen. Tas hebräische Bolk aber, das duinps aufstöhnte.linier dem Truck dcs Tvraiinen. in -Hnnae> snölen schon ver;agon. wollte nnd mit dem.-' schwindenden Gottvertraiien die letzte Stütze seiner Hra.st luaiifon sah. dies leidgehärtete Bolk 'tanil wieder frei sich regen in alter Gottestrelle. Fn eine wliudervolle Tämmerbeleuchtiing. hat der Tichter die Bottssrenen getaucht, in ein ckic'inbrandlschcs -Helldlliitel, aus dem die enitzünen Gestalten ivie 'scharf gezeichnete Silhonetten heraus- - ticteii. Lie alle lcheine» in der Gewalt des unsichtbaren Gottes »1 stehen, die Berzweiselildeil und '.Dlntli'icn wie die Hossiiliiigsseligeil. der uralte Greis Samuel, d.er sich an den Psatulen an'rschtc't. wie der bliildstlimme Taliiel. deul ein wahrhaft prophetischer Fv.ru plötzlich die. Fiinge löst. .* Fm»ie 1 wird bei einer Aiitsnhrllng der „Flidith" die niiuliltetbarste liild sinntälligste- Wirtniig von dem 'Aus- >>nd Abwogen, der Masse.nstz'iie» des dritten Altes 'ansgeheu. Wer., jedoch die Bühnengeichichte des Wertes leimt iilian lamt sich über sie ans denl a»sgeseicliiieteu Buch von Tvc Hildegard Stern „Hebbels Fudith auf Dcx* deutschen Buhne" leicht iniovmn'ivu). dcr weis;, das; es-auch in feiner Gansiieit i in Mer'wieder Hebbels eige.ne Besürchtiing, es stünde hart an der Grellw' des TariteNbareii. ierstrent hat. wenn durch die s',eniscb,e - Bkrtörpeumg Fndilhs Tat . i» ihren seelischen Fnsammeiihäugen. in de» Erzengel Miaiac'l.. Gabriel. Aaphael und llvict wurdc i> von Artur Hol;. Ncirt L ck> i n b l e y . Georg Lc 1 1 n 1 n nnd B,ar 'A n d e r l 0 n nicht immer überzeugend dargeneklt. doch gibt es beule ivotzl kaum Tnriteller. die Berie gm;i> sprechen vermöge,», nocli da;n Berie. deren 'patbos bis loeilen bari .die. Gren',c des inr die Bnline Tragbaren streift. Bedanerlicb in. das; die Lbrecher der Erp'ngel nun Teil-nicht einmal lpraebteckmilcl,- ihren Anigaben gewactiien cvaren. '.»!» nnüber treillicher Nraii ivracb dagegen die Worte La. inael-:- der hochbegabte Hans H i n r i ch. wobei maAi. ireilich nicht überleben dar», das; innere Wabrüeit den Laben Lamaels ichon in der' Ti'chtu'ng die grosiere Ltositrait gibt. Neberraichend gut fanden sich die Bi-Hnenbildnerin Anim HP i l dbe r g. dcr Technilcr gacob >l a n l m n n n und der Belcuclner Fra»'; Leon mit den Lchwierig (eiten des ntniimes ab. Tie NoNuine entioari mil - Lt.ilgeiühl Na'e -F r i e d b'e 11». Tas junge itnUnrbnndticcaler -in Yambnrg!ial die Feuer probe bel'landen. Tas 'büblitmu danlte. ergri'ien tue die iclione Aniiiihrnng. 'tzckl'. Ihr wollt“ in Breslau Ter ui: mini gegrnnde'.e Fndu'che nn'llnrvcmd Breslau lral am ->>. Levtember mit einer Aeci nu';en>-.'rnng von Lllaleiveares - ..Was F b r io 0 l l l" p.nn erneu Male an die jndclche Lclsenl lichten. 'Acioial piiaickioii gab Nll Verein mit de'l geichurmtv-'neic.Buhnciibilderii Hei»; Eoudells der TarileUnng den lnlgercchteil A'ahmen einer Lbaw lpeare Buhne. .Tie '.'!n-inhrnng iland aus einem höeln'l erueulicben '.'Iweacl. Eljaichoil bat i' tür;ener .loi ans einer Lcicar von Breslauer unl- Berliner Nnnnieric ecu Eniemble ge'chaüen. das chrachlig pmmnnen'vie.lle. -Haw'i Lchollen i e l s coareine oi!;i.aende Viola, die lnhiier- Tempecameu! mit liebendem 'Mädchclilliiu h'cckp! .a»»i!i|'<l pcr.ba:rd. Gma V e l r n l ck, t a verlor' . verte 'car "ainvalbiieh die Gräfin LUvia nnd gab .ihr ncl-en 1,erber Vvrnelmiheil Azenug traneucp.'le Fartheii. Lueloiie 'K 0 i e » gab Violas Nann-ier madcoen Maria, die Hanvianslüleri» der ergop lichrn Finrigne. mil iriickiem natürcichem -Hl'M-or. Tas lomi'.ve Tno des LnN'biels iviirdo mil rdcr- - zeugender r'cbcndigleit dargesletll. Allons F i n k s Fnnter >o!nas ivar eine volilaftige Fa Fla'' Genall. d V'a : : ha-’ ' gab dem verkroU U-en FniUer -0'iri.noi'b von Bleichemvang die nötige Albernven und Gezierweit. Al'red - L > ch len . individuell-nienschlichcn Motiven des mit Tein innerstes Selbst betrogenen Weibes blosigeiegt wurde. Das Biedermeier Tie Aeuaufsührmig von Georg Hermanns ..getkche» Gebert" hat nniere Ansmerksainkeit ivieder'ani die HuUurepoche des Biedermeier gelenkt, aut diele politiich eingeengte.' ganz, n" .Bürgerlichen ivnrzelnde. bebagtich-geruhiaine. von einer saniten Blelanckiolie üvcrglan;lo Few des . deutschen Geisteslebens, die dem epilck, - d.ramalir schcn . Wert Hermanns .MckU nur de-n alisieren- , ,>»ahm'en. sondern auch L.limni»na.' Ftir-dc..Seelen- . baimng 1 gegeben bat. Georg' -Hermann hat der von ibm zärtlich getiebten und umhegten .Biedermeierzett vor mehrmals -_'g Fabrcn ein eigenes, reizvolles Blich gewidmet, ein bnutes Gefüge von Brieien. Tagebnchali'zeichnnngeil und sonstigen dokninentarischen Fengniü'en. - in denen sich ein Bleiischenalter bürgerlicher nnltnr. die Feit von ISK«— 1847, mit ihrem besonderen Lebensstil getreulich abipiegett. Aenerdings hat sich mm auch die gelehrte Forschung des bisher von ihr etwas stieimültertich behandelten Begristes Biedermeier angenommen: im ersten Heit der ..Tcnkschcn Vierteljahrsschritt iür^ Literaturwislenicha't nird Geistesgelchichte" fl:'». Fahrgang l'.'G. Verlag 'Mar. Aicnie'ier. Halle a. d. LA verö'st'iiklicht Paul Hlnckhohn (Tübiiigeni einen ansierordenklich unterrichtenden. and) iür Laien interenänten Auiigl: ..Biedermeier als literarische -Epocheubezeichiumg". der an die LteUe einer verlduvoimueu.-deivektierlichen Liiindeutung dos Wortes den Haren -Umritz eines einheitlid>eii Llilcklaraklers. nach dein Vor bilde von Barock und Botkoko. letzt. Hluckholm geht dabei von der -Herkmiit des 'siaincns Biedermeier ans und stellt fest, das; dieser Aame von dem hnmoristiielieii Tickiter Ludwig Eichrodt eriunden und-als. Persiflage 'nr einen barmloiesi. dichtenden Torlschutmeister. Lamuel Friedrich Lauter, -^braucht >onrde. deistn Gedichte seit l>öö in den „Fliegenden Blättern", iodänn im Fahre lsn» in Buchtorm unter dein Titet ..Biedermeiers Liederlust" he-raustaineu. An dieier travesticren'den Be- . gritisbeltimlnung gemeü'eii. erhalt das üstor.t Biedermeier bei Hluckhobn eine erhöbte. geiltesgeschichtliche und soziologische- Bedeutung: Biedermeier wird zum Linnbild der Burgerlultur innerbald des Feitalters'der Aeüauraiiou. in dem die politisch bewegenden Um'le des Bürgertums unterdrückt, seine geistig - tntnirelicn Fntereiien in der Hauptsache im 'Kabinen einer eimtzsichrantleii Geselligkeit beiriedigt wurden. Unter diesen Umständen lvird das Lebensge'nM des Bieder.- meicr — io urteilt ninckhonn -- von einer ichmerzlichen Bcu ananon und Emiagimg be herrscht — man dcntt hierbei an eine der menl'chlich und -dichteriich ichönsten Figuren, die Georg Hermann geichaöen bat. an ..»'einen Cntei Faso», den mciancholi'ch - rc'cgncercnden vevenstiu,stier, der. nachdem sich Fetlthen Gebe'ris Lchickial vollendet, „allein tief »in Tmikel siebt". Wenn Ul ne! - hohn weiterhin das Lebeusideal des Biedermeier in „der Gelaiienbrit. der inneren Freiheit bei Lichbeicheide» nach autzen .... in den Freuden und Lorgen des Hauses, in einem Leben der Llillc Und des Matzes"' erblickt: : wenn als besondere Leelendisboiiiion dieier Fe>t, die Ebrstircin vor dem Alter (wie sie in vielen Gestalten'der Biedermeierdichter -etiiter. Gonbeli. 'Morile u. a. .zutage .'tritt>..fevnev der aun'alicnde Häng zur Familie be zeichnet ioird. io imdet man auch die'e biederst e i n »vielte-'..den 'Karren in der echten Verbindung von Aarrbeit lind Pb'iloiophie. die Lbatespeare iorderte. Fritz Bitter war als Hanshosineister Malvoliv in über zeugender Ma-.-te ein eitler prahlerischer Geck. -Hein; -ü a b 11 e m a n n gab Violas Fimilingsbrnder Lebaikian. mit trait voller Fugend'rii'eheu'.nlaus Brill mwinoch!.' die ctivas »arbloie Bolle des Herzogs Lriino »mv.- patbiick, zu uinreitzeu. Fn Nemeren FKoUen bc währten »ich u. a. Herbert B! a i ii 0 » i , 'Martin B 0 i e n nnd Fames E l s » e r. Tie NilvoUen .Meitimie batte Uitvl ‘ V e » n e v mit Geichmack ent loor'en, die Bühneilmiiiit Engelbert Hnmperdincks spielte ein -Trio imia- Veitiut.; von Heinricii '.Ul a r l t. Tas Pnblitum »and Getanen an dem heiteren Lpiet-nnd der sriscbeu Taritellnng nnd spendete — teilweise bei ps'ener Bühne, - - lebhaften Beiiall. . Kurt 8el»vpri„ F'n einem Höripiel ..Borne. Heine 'Mendel-siolm" -wollte Al'red A n e r b a ck, dem Viiblitnrn der in der Aräold-Lazarns Halle 1,ortenden Ge nic'in'ckiait jcidi'cher Tontiinsiler die FÜn'ii-n einer 'lcnlid'iintnberrragnng dadurch geben, -das; cr die Lliinme» dev Bezitiereude!! von einem 'A'ebenräum ans durch einen Lautsprecher in den Laal gelangen Uetz. Wozu es eigentlich der ticnsiüehen Ei nicha,ltnng des - techinichen Apparats bedarst u't nicht recht ersichtlich. Feder hört doch das natürliche Lrga» des Lprechenden lieber als den.über eine Art Badioanlage geleiteten Lnmmtlacig. An--. ik.iN das; die Vhantasie des HorLnden ge:vcck! wird, wie der Autor a>uü>unn. tritt 'ebneU eine Ermudung ein. T:e etwas zu starb didaktisch betonten Vioiaikbildchen ans dem Leben Börnes. Heines-und Mendelsiohns kennzeichnen Auerhaeh als Fornnalent.' das Geickinräck. tnltnrbisioriiche »lenninille nnd Ge'chick in der Tialoglührnng be-- >>>». Fnnae ve'a!-:gte Lchaw'pieler bemühten sich nnz die zahlreichen Bollen des von Aller back, sri'bst genihrtci! Spieles. .V. ki—0. Kleinkunstäbende . Wen über jenen . Bimteu Abend", deren osi io 'ra.givcirdige tnnstlern'che -Haltung meksiens mit »ozialen Aramnenten entschuldigt wird, stand die von Birolac E I i a i ch v s i inszenierte nieintunst- '.'ln''nin!'.na. n.ii der der FranNurtcr »ullurdund 'eine iniui! 1 nleitete. Von Lesind,einern ‘vubeter l'uuul’ii 1 itobenoU be'M'.gene siadi befamue Tvoen ivnrde» in dcr neuen, von Zeichnung Max Hammer’ ... iftütti. Ilse Nathan Die Harfenistin des Berliner Kulturbundes, Iib= Nathan, ist — erst 26jährig'—gestorben. Mil ihr ging eine ausgezeichnete Künstlerin, ein ernster, wertvoller Mensch allzufrüh dahin. meierlid)en Merkmale bei den Geberts in hervor stcehelidem Matze bestätigt. .sitzickhvhns grundsätzliche Ansiühruiigeil werden durch mehrere andere Beiträge;mu Thema Biedermeier im ciilzelnen noch erweitert. Unter .ihnen darf der gehaltvolle Aussatz von. Hart Limon tFrankttirt a. Ac.t. ..Biedermeier-in der bildenden .sinnst" ein allgemeineres Fntereile in 'Anipri.leh iichmen. da er den Leser über die verichiedene» -siiuistarien der Biedermeierzeit in geiäNiger Form miterrichlet und ihm im übrigen Eindrücke von Gegenstäiiden der sinnst -und des .silmstgeiperbes vermittelt, die ihn noch heute umgeben. Auch bei der Lektüre dieser Betrachtungen mag sich der Blick zu Fason Gebert hinwpnden. in denen siillen Fiinggesellenränmen die künltlerii'che Atmosphäre des Biedermeier mit ihren feinsten Geiühlsichivingungen lebendig geworden ist.: Ur. H. L. .losoph bon Matthias. Srhauspicl in elf Bildern von Julius Wolifsohu. erlag: Joel länger, Frankfurt a. M.. 1935. Tas au den sinltnrbmldbühlien Bheill-Buhr und Berlin anigenihrte Werk des junge» Trainatiters Fnlins Wvlfslvhii.ist in diesen Blätter» bereits eingehend gewürdigt worden. Es liegt jetzt in 'Buchtorm vor. und inan tmin die ans der 'Ansinbrnng .gewonnenen Eindrücke an der Lektüre des Stückes noch einmal toutrolliere». Tieie Bachprüiimg lässt die iinnbolische Beden-- tiing des Ganzen.' 'feine speziiüch-jüdische Lim, gebimg ans Wesen »nö Geist dps Fildentnins. starker noch hervortreteu als ani dcr Bühne, die den realen Vorgang immer in ein möglichst finit--- fälliges Bild rücken cvird. -Anderrrieits -empfindet inan nach lvie vor das Antgelockerte und Lkizzenhaste einer Technik, in - der die lose an einandcrgereihteu Szenen zu keiner sinneren Einheit gebunden' sindlmd die in stilistilcher -Hinsicht. trotz bewutzter Absicht.^ den Eigentümlichen Fwiespalt zwischen Stofs mid Form, zivisckieii. Gehalt und Sprache mcht,verdecken.kann. B.l,. Martha Wer t he l mer nnd Foses Ai e i e r besorgten ilterärischeu Herrichtling des „Frankturter Bilderbogens" wieder lebendig. Tie ichar-ie sivmurierung aller Figuren des ..westlichen , Bilderbogens" stellte der lmgemöhisticlseu Begiebegabuiig Etjaschoits ein ebenso rühmliches Feuguis aus'ivie der Fähigkeit der Schanipieler. lickp in die Atmosphäre eines fernen siulturmilieus , cinzuiiihlen. lluter den Aiitlocrienden leien nur Ediil, Eimer. Buth L e v i.. Sofie Selig m a ii ist. Hac>»s Berk. Franz C p p e u ti e inif.v und Hans A I 1 e »hei m als Akteure in vielen charakleristisd)en -Masken hervorgehoben. Mar F i r 11 b e r g nffiftierte am Flügel gewandt und phantasiebegabt. , B—0. si Ter. Leipziger Kulturbund brachte in seiner Sevtember-Veranstältnug .sileinknnst. Bieles vom „wstjüdilchen Bilderbogen" ivar uns noch in Eriiiuerimg. Wiederum bildete El»'e Feanette T u b l.0 n den .Höhepunkt. kKellst Hi rt h gab im- ..Tanzder Fsis" ihr ' Bestes: anerleenieilsivert maren auch die T,Erbietungen'von Erika Stolzbcrg. Bnth Astlelm'nnd Bolt Bah. Tie Be-- gleilung lag in den bewährten Händen der siapellincister'H.e r w e g und L eh m ä n 11. _H. S. Der Frankfurter Kulturbund begann seine eigentliche siouzertsaisvn mit eiiienr siämmermiil'ilabeiid. zu dein sich der junge, begabte Berliner Geiger Boris S ch iv a r z und die in diesem Babiuen schon mehrfach erfolgreich hervorgetretene Frankilirter Pianistin -Heida Hermanns- Holde verbänden." A» Ausgaben der klaiiil'ch romäntischen Literatur wie iu dankbaren Linsten der modernen Repertoires zeigten sich Boris Schwarz, dcr it. a. die graste Bach Ehiäcönne n»ddie anmutig prickeUiden-Vert0> 111ngcn Erich Wolfgang siorugolds zu „Viel Lärm lim Bichls" hören liest, wie »eine Partnerin, die an Brahms»'chea Variatioueu siratk und dramatische Gc'l'taltnng. an Vnf'onis reizvollem ..Fndiaiiiichen TMcbnch" eine sichere Aussasluug dieier recht wohl einmal hörenswerkeic Ltuolcu erwies, als ansgezcickmete Lpiclör: ioliitiich wie im Tuo.' Ein verhältuismätzig grotzer interessierter sireis dankte ihnen herzlich. Foieph und Boris Schwarz find für einen Beethoven-Fhklns nach Breslau engagiert. Für Anstührimg gelangen sämtliche Sonaien »nr sila vier 'und Violine.: die Termine der drei Abende sind: o. Cftobev, ’-T. Bovember imd u. Tczember.