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Central-Verein-Zeitung · 1935-09-26 · 39 (26.9.1935) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
39 (26.9.1935)
Date
1935-09-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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V Herz-Schuhe geniessen seit 75 Jahren Weltruf Niederlagen auf allen Platzen und mich der Verfasser. dieser Zeilen hat' früher dazu gehört. (h' N'üusrht nur jedem, tfi'V i'lH'ituv dvnlt oder gedacht hat. das; er ein- - :nnl eine kleine Fahrt ins Reich antreten .- ttnine, nun die -Tinge mit "eigenen Augen zu H'htni. rnit. eigenen Ohren zu hören und — was das Wichtigste ist — durch eigenes Miterleöen zu ers,Ihlen.,'-Dann erst werden die itnnnnen Zätsien der Statistik Leben für ihn iM'fmmiu'it, die Zahlen, die die Größenunterghiede demonstrieren, die Mischen der jüdischen Geineinschaft in Berlin und der nächstgrößten Gemeinde bestehen und die diese ivieder in rasendem Rösti eg von fast allen Hörigen Gemeinden im Reich trennen. Und doch scheint 'es fast, als ob der Abstieg zwischen U',0 000 und vielleicht ‘JO 000 fast ebenso stark \\\ empfinden sei alS der zwischen .30 000 und I o ono, r.oöo, looo und noch weniger jüdischen Menü^-ii, bis zu den kleinen und ganz klei- Gemeinden, die in vielen Orten im Reich verstreut sind. Ans der Erkenntnis dieser Tatsache aber erwächst eine Pflicht: Fast alle Juden.in den (vrvßstädten haben Verwandte oder alte Bekannte in den kleineren Gemeinden. Bei. vielen ist die Verbindung im Laufe der Jahre locker, geivorden. Nehmt sie ivieder auf! Schafft durch persönliche Bande wieder lebendige Beziehungen zwischen Groß- und Kleingeineinden. werkt lind fordert bei ihren Mits gliedern das Bcivußtsein. daß sie nicht vergessen sind, daß ihr 'nicht-mehr —wie vielleicht der eine oder andere in früheren Jahren — aufsie herabseht, sondern daß ihr ihnen in ihrer Einsamkeit helfen wollt, daß ihr ein wenig an sie weiterznleiten ivülischt von dem, was ihr hier ans der Zahl der religiösen, geistigen und künstlerischen Veranstaltungen empfangt. Schasst so das Verständnis lind die Verbindung wieder, die durch die Entwicklung der Jahre gelitten gaben. Das sagt euch ein Berliner vor den . hohen Feiertagen. —1. Lehrer und Kantor Max Lrvisohn in Essen begeht am «.Oktober sein 25>jährigeS Ortsjubilanin und damit verbiinden das N'gnhrige Amts^ inbiläni». A>nr Levisolm ivnr nach Aösolviermig l VeS Seminars ui gNlnnsler znnamn in Eorbnch (Watdrckf, daun in Vippstadt (Westinlen) tätig und Nun im uahre I'.UN nach Eiten als Lehrer «ui die össenttnlie fühisetse.Vvllssehnle nnd übernahm. gleichzeitig das Amt eines Kantors der Synngvgengemeinde. ,\n besonderem Maße belltiäftigt sich der gndilar mit dc'r Schulmusik »nd der. Pflege des EhvrgesangeS in Schule und Shuagvge. Auch über die Schule hinaus war und ist Mar Levisohn immer ein eifriger gorderer der gngend. Alag Levisohn noch viele /(ähre freudigen Schaffens im Dienste der jüdi filK'u Sugend und damit der jüdischen Gemein . schuft -vergönnt fei». Drr Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V.. Hamburg, gibt ei» neues Heit mit einer genaue» ltebertimt über rituelle Speisehäuser im;'ni- »nd r'lttsland und die Veziigsguellen für rituelle Veveusniitlel üerauS. Das Umtersemester KeZMnt In, diesen Tage!,. in denen äußere.nnd innere Erirhiit-ternugen uns erbeben, machen und in denen sich iiene Programme und Erklärungen in rascher Folge abläsen. gibt uns rinc Raelnicht das Gefühl tröstlicher Stetigleit: das'Jüdische Lehrhans geht'wieder an die Arbeit. - Das Indische Lchrhaus. das unter Leitung van - Pank (§ p p st ei n lind .Frfti B a in b e r g e r im vorigen Winter mit starten, Willen und sichtbarem Erfolg die Erwachsenen-- Bildung unter - den Berliner. Inden geführt hat,, hat seinen Lehrplan für - das Wintersemester 1935/36 . fertiggestellt. Roch sind nicht alle. Einzelheiten bekannt und der freudige Augenblick der Auswahl unter den vielseitigen, hochstehenden" und anziehenden Veranstaltungen steht noch bevor; aber in diesem Augenblick ist es schon ein Glück zu wissen: es wird weiter gearbeitet. . ' Wer im vorigen Jahre zugleich aufgewühlt und aufgelöckertvmn Zeitgeschehen den Weg zu neuer,' zu jüdischer Sicherheit suchte, der merkte bald, daß er ihn vor allem im Lernen suchen mußte. So unterstellten sich Tausende dankbar der zielbewußten und Planmäßigen Leitung, die das Jüdische Lehrhans jedem Rückkehrer in die jüdischen Bezirke zuteil werden ließ. Seine allgemein einführenden und trotzdem um ein zentrales Thema gruppierten Donnerstag-Vorträge sind vom Berliner Judentum schnell' ins Wvcheiiprogramm ausgenommen worden; die der Vertiefung jedes einzelnen VortradZ dienenden sogenannten offenen Arbeitsgemeinschaftenergänzten in Rede und Gegenrede das Gehörte.. Historische und gegenwartsknndliche Einsührnngsvorlesnngen fanden eine ansnahmefreudige Hörerschaft. Aber die eigentliche, die intensive und systematische Lehrhansarbeit lag den kleinen geschloffenen ArbeitSgemcinschaften ob. die vor allem dem strengen Dienst an den. jüdischen Quellen gewidmet wären. Alle diese bewährten, und fruchtbaren Methoden dcs jüdischen Lernens sollen nur im. neuen Plan des 'Lehrhaus.es vervielfacht und bereichert durch die Erfahrungen der Vergangenheit wiederfinden. Die Donnerstag-Reihe, die diesmal ebenso wie die Morgenfeiern in Gemeinschaft init der Bialik- . Lehrstätte. dnrchgesührt werden, stellt drei große 'Themen zur Erörterung. Der ErvffnnngSabend am Donnerstag, dem 17.. Oktober. gehört ebenso wie die drei folgenden Vorträge der Frage: „Unsere religiöse Situation heute". Ilm sie bemühen sich in der lebendigen Form von Dreigesprächen einmal die Rabbiner Heinrich Lemmle (Frankfurt a. Nlain). Ignaz M ä y b a u in (Frankfurt a. d. Oder) npd Tr. Bertha Bä d t- S t rau ß, ein anderes Rial die fliäbbincr Alexander 'A l t m a n n, Manfred Swar - s e i, s k h undf Tr. Georg L u b i n s k y. An den beiden übrigen diesem Thema vorbehaltenen Albenden sprechen in Einzelvorträgen Ben A h a r o n (..Tic religiöse Situation in Palästina") und Leo B a eck (./Religiöse Verwirklichung"). An der Donnerstag-Reihe iverden weiter Jmn Thema „Eigenwelt und Umwelt im Werk jüdischer "Gestalter" Robert W e l t s ch und Ludwig F c n ch t w a n g e r., sowie zum Thema „Jüdische Kultur heute" Mar Miene r, Mar Nnßbau m , Leo H i r sch und Adler-Rudel sprechen. ' ' Aber wir sägten bereits: die großen ertew . siven Äortrügi;, anziehend und aktuell, bestimmt dazu, das große Publikum durch Fragestellung und Tnrchsülfrnnss mrznMckrm" - und'der Bi.ldnngsarbeit zu erschließen, bilden nicht das lelüe. nicht das eigentliche Anliegen, mit dein das Lchrhaus an die Bertnxer Juden herantritt.' Das Lehrhaus rmll undmruß mehr geben als mir Anregung für flüchtige Stunden-: es will jüdische Sicherheit durch jüdisches . Wissen. Tie Berliner Inden werden seinen- Ruf hören uyd ihm Folge leisten. E>a Reichinann-JungnmnH. , Däs Rambam-Lehrhaus (Sekretariat, Passllucr Straße 2) eröffnet bas 26iiitersenrcstcr. nach den Snkkot.Feiertagen. Den tzrvfslnmgsvvrtrag halt Rabbiner Dr. I. Hossinann (Frankfurt a. .bk.) über „Das gesctzestreüe Jndcntiim der Gegenwart.- . Erbe nnd Derpflichtmig." Das Semesterprogramm enthält Einzelvvrträge (Hoffmann, - krfch. Munk. Altmann). 6 Vortragsreihen amb-Aussprache lAbt. Altmann„. E.chvhn, ^akobomts. Levv.'Weinberg) und 14 Arbeitögememschiftcir (u. a. Berkovitz, Broch. Kreyhan, Grünberg. Guttmanu. Hilde.sheimer/ Loeb, lllobch «rmchss. Unna). Ferner siiw^Lernkursc für die. bundlschc Jugend eingerichtet. Die Schulabteilung der Reichsvertrctung und die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung (gemeinsam mit dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, dem Sächsischen.-Israelitischen Gemeindcvcrband nnd der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig) veranstaltet 'in de« - Zeit vom 14. bis 17. Oktober 10:15 in Leipzig eine Arbeitstagung, für die jüdischen. Lehrer Sachsens und der östlichen -Provinzen,, Preußens. . •„ :-; Dir.' Adler (Stuttgart):. Thema aus dem Be;., reich des Musikunterrichts. Prof. Bondy: Arbeitsgemeinschaft über ein pädagogisches. Thema,. . Pxosessor Dr. Martin Buber: Arbeitsgemeinschast.il.bcr,. ein biblisches Thema (wahrscheinlich ausgemählte. Psalmen). Stnd.-Rat Dr. Leschnitzerr. Das'Er-, ziehungsziel der jüdischen Schule im Hinblick aus die künftige Berufsgliederung des deutschen Jüdin,;- NimS. Dr. Franz Meyer: EinT Thema zur..' Palästinakunde. Dr. Hcincmaun. Stern: Der Deutschunterricht in der jüdischen Schule.- (mit Lehrprobe). Dr. WoSkiN-Nahartabl: Methodik des, hebräischen Sprachunterrichts, ... Meldungen' zur Teilnahme sind bi» zum- 29. September zu richten an: Dir. Dr. Weilers-.', beimer. Höhere Israelitische Schule, Leipzig C J, . Gustav-Adolf-Straße 7. . Das Elternhilsswerk für die jüdische Jugend e. V. veranstaltet iin kommenden Winter -eine Arbeitsgemeinschaft -mit dem Jüdischen LehryauS. Unter Leitung von Stndicnrat Dr. Bruno Strauß imtv T r. Jvyanna Pch i l i p p s o n wird das Thema „Tie Gemcinschastscrsiehung der südischen Jilgend unter besonderer Berücksichtigung der religiösen Erziehung" behandelt. ' KindergärtnerinnenstmmarLiSDcrj. AnZbildiiuge- ^fchrßang »für f,idisckl«----dlndcraärOnMilbWrv>^nd Hortnerinncisi Berlin W iä, Meinekcstr. 22, ist st aa t - t ich . genehmigt, werden. Bedingung, daß jeder Lehrgang, entsprechend der AnsbitdungSdauer an den allgemeinen Seminaren, zwei Jahre dauert und höchstens .‘10 Schülerinnen umfaßt. Inwlgcdessen werden die rschülerinnen de» lausenden Lehrgangs .. erst im April 1936 ihr Examen ablegen ckönncn. ' Die Palästina-Centrale der Agüdas Jisroel hat Hai soeben ein Kärtchen herausgegeben mit dem Truck des „EltcrnsegenS beim Eintritt des Ber-. söhnungstages" nebst deutscher llebersetzung. Bestellungen direkt an die Palästina-Eentrale der AgudaS Jisroel, Frankfurt a. M.. Schwanenstr. 12, erbeten. Preis des Kärtchens 25 Rpsi , Schachaufgabe 9lt.40 von Paul Rosenblatt (Berlin) . -.....„Die. Lchtvakdo" 'lü'L3 - Matt in zwei Zügen. W6is8: 'Kfl. Dc3, Ta5, Tc8, Lb8, Ld7, 862. Se4 ‘( 8) Schwarz: Kdö, Th5, tb53 Lei, Sa3. Sg7, ■ ' . Ba6; D6, c4, 67, f3, k2, bl (13) Lösung' der Anfgäbc Nr. '39: •I. TfG-^pG,'{drohend Df3^e3 maU) . . ., SdSXeGf, 2. Kc7—d6 usw. . . ., d7Xe6V 2. t*2—c3f ü. 3. b3—b4 bzw. Sc5—d7 matt . . LköXeO, 2: c2—c3f u. 3. b3—b4 bzw. Scö—d3 matt - , da—dlS,.-2. c2-rc3f usw. - Nichtige Lösungen gingen ein von: A. Baronowitz. .Sanitätsrat Tr, S. .D.vmke (Berlin), Erich Rubensohn. (HildeSheim),- Karl Nnßbaum (Rheydt), Gostfried. Gumbel (Stuttgart)- Hgns-Steinberger . (Bayreuth)', H,- Lindtncr' (Burgkunstadt), Lothar Schönthal' (Nürnberg),' Tierarzt M. Koschminskr (Ländsberg); Leopold Mehrländer (Konstadt), Louis Wertheim (Ab-Gladbäch), Dr. med. Hans Schlesinger (Alannheim).. Weitere' richtige Lösung von Nr. 38 sandte ein: Max-Pniower (Hindenburg). Schachmeister Mieses nahm zum erstenmal an einem - Schachmeifterturmer als 23jähriger an dem ^Nürnberger Turnier 1888 teil, und gleich seine allererste Turnicrpartie endete selbst-für chn mit einer Ueberraschung. Mieses Hatto gegen Louis Paulsen zu. spielen, gelangte in Nachteil, aber schließlich ergab sich die folgende Endspielstellung, in welcher Weiß (Mieses) am Züge war:. Hin den feindlichen Bauern rechtzeitig üuihalten zu -können, zog Mieses Kd7 — e6; und um den König nicht herankommen zu lassen, anknwrtete Schwarz Dg2 —12, worauf sofort 161 — 68-matt folgte. Glück muß der Mensch haben! -Berliner Sport-Geckeinschaft 1933 8. V. Tie Schachabteilung hält ihre regelinüßigcn Spielabende jeden Äkontag, 20 llhr. im Restaurant Herrmann, Iägerstraße 18, ab. ' - - , - wachen." Und schon war er. hinter einem Vteilensteiii verschwiindeii, von dem ein steiler und steiniger Pfad tief ins Tat hinabführte. Störmer steht oben an'der Steinmauer und schant-we.it' hinaus, über die Himmelsivotl'inig hin. Die Spätiiachmittagsfoime umzieht die Wolleinvand drüben n,it einem nnbe-^ -ichreiblicheii Rvtgvld. Der Abendwind weht llstn köstlichste Satze entgegen, ans der unendlichen Gewürzerei des. Herbstes. Er lacht laut 'ins ivie ein Junge. Dann halt er schnell ans' seiner Aktenmappe das .grünliche Fläschchen und wirst.- es in weitem Bögen über die Vriistung. Stimmen aus „verklungenen“ Zeiten Aus deni Archiv eines Schallplattensammlers .. Die Schatlplalte ist im Laufe der Jahre zu einem Kullursaklor von boä,ster Bedeutung, geU'vrdeii^ Tie Eiusührniig des elektrischen Ausnahnieversalirens - vervollkommnete die Ausnahme-so. das; die Schallpkat-te an Qualiiät der niiinittelbareu nnnstdarvietnng nur noch nnnierklich nachsteht. "Aber bei allem. Swlz aus die modernen. Vielt,öden der Platleuausttahlneli müssen wir uuc>, der alleu ..sw.iiserveimiusik" dankbar- 'ein;' denn ohne sie wäre so manche schöne Jlimme mit ihrem Besitzer ins Grab getunten. Leider sind nur noch wenige dieser Ausnahmeii im Handel zu haben. Einige weniges sind in den Alben von Echallplattensammlern Sicherheit.- gebracht, manche .mögen auch ..-noch verstaubt und unbeachtet unter Stapeln .Ater Plaltcn in Sri,ränlen und auf Böden zu 'luden sein. Der Reiz des Sammelns solcher allen Platten ist vielen Grammophonbesitzern uoct, unbekannt. 'Auch die Stimnieii vieler großer jüdi-. s ei, e r Küuitter sind durchchic Sri,allplatte er- 1,01 teil geblieben. Bis vor ivenigen Jahreil nahmen iveltliche und fynagogale jüdische .ümlstleiftungen lieben Jargvna-usnahmen in den SchaUplattenverzeichnisscn der bekannten Firmen einen bedeutenden Platz ein. Jetzt sind . viele gestrichen, imter ihnen Namen wie HerfhmaNn und Rvscnblatt, die herrlichen Ansnahlnen shnagogaler Musik des Ehvres des Friedeiisteliipeks zii Berlin unter Leitung . von Ehemja Winawer und viele andere. Ich selber bin seit vielen Jahren Sammler alter Schallplatten, und wenn ich die Platten auslege, die ich in 'den vergilbten Katalogen voll früher angekündigt finde, dann stoße ich aus eine ganze Anzahl herrlicher Kilnstdarbietlingen. Voll der einen Platte verilehme ich die Stimme des gewaltigen Schauspielers Sonnenthal, von einer anderen die Julius Lieb a n s in einer seiner Glanzpartien, dem Mime im „Siegfried". Aus einer dritten höre ich den kürzlich verstorbenen Wcriier Alberti, der einst zu den Leuchten der Berliner Oper zählte. Bald daraus versichert mir arif einer anderen Platte her ebenfalls kürzlich.. verstorbene Robert ' P h i l i p p, daß er einst „ein jünger Springinsfeld" war (aus „Waffenschniied"). Er gehörte viele Jahre, bis zu seiner Pensionierung im hohen .Alter, der Staatsoper zu Berlin als allseitig beliebte? Phtglied an.. Ilud gar Hermann "J a d l o w k e r . was kann der uns alles aus der Zeit 'seines größten' künstlerischen Ruhms Vorsingen'. Voll Mozart bis Wagner gab es alles Sangbare seines Fachs' ans Platten, auch Lieder,' ob Schubert oder Richard Strauß, singt er mir ans Wunsch vor. Ein kleiner Spri^ig. und wir sind bei seinem Rivalen vom Baritvnsach, bei dem leider so früh gestorbenen Josef,S ch w a r z. Ich. höre die alten „Hasen" der Stehplätze der ehemaligen. Berliner Hofoper vernehmlichseufzen, zumal wenn sie"etwas sentimental veranlagt sind. Aber auch denen, die sich einst die Parkettplätze leisten konnten, wird es ebenso ergehen, wenn svviele Erinnerung an eine Epoche künstlerischer Hochblüte Berliiis anflebk. Wie herrlich und weihevoll war cs, lvenn die schone Gestalt-von Joses S ch w a r z auf dem Podium'der Philharmonie stand und ' seine begnadete. Stimme das „Kol Nidre" in den großen Raum erklingen ließ! Ein Heros des Konzertsaales war auch Alexander -H ern e nt a n n. Er singt mir Loewe-Balladen oder Schubert oder Schumann vor. Nicht zu verachten ist ferner der schöne, warme Bariton von Leopold Demuth, wenn er gus dem „Troubadour" die Arie „Ihres Auges himmlische Strahlen"' singt. Eine- Ossc'nbarung ist es, von der Platte die schöne. Arie aus der „Jüdin" „Recha, als Gott "dich einst zur Tochter mir gegeben"' von Jäques U r l u s gesungen zu hören.. Auch Josef' MaNn konnte man ertönen lasten'oder Rü-' dolf Berg e r. -- Mit welchen Ausnahmen von Frauenstimmen sollte ich anfangcn? Soll ich mit Ottilie M e tz g e r - L a t t e r m a n n beginnen und sie aus° „S-amsyn und Dalilä" oder „Luerezia Borgia" Vorsingen lasten; denn beides ist gleich schön, oder von Frau Charles ' E a h i e r mich, für. ihr Spezialgebiet Gustav Mahler begeistern lassen? Doch vielleicht ist nach dem vielsortigen Programm eine Koloraturstintme bekömmlicher? Dann käme Heb- . wig Francillo-Kauffmann in Frage.' Zur Abwechslung jetzt etwas Jnstrumen-.. talmusik. Alttneister Josef Joachim macht den Anfang mit einem ungarischen Tanz von Brahms, der einzigen Aufnahme, die von ihm . cristiert. Tann folgt der „Frühlingsstimmen- ' Walzer", von keinem geringeren als Alfred G r ü n f e l d gespielt, und da syir gerade bei . Grünfeld sind, spielt. H e i n r i ch. der humorsprühende Cellovirtuose, ein Adagio von Mozart. - .Ter Abend würde nicht ausreichen, um alles nur annähernd zu genießen. Auf allen Gebieten musikalischen Schaffens, ob Gesang vdcr Kammermusik, ob als Chor- oder' Orchesterdirigenten, als Künstler der ernsten oder der heiteren Muse, überall haben Juden Hervorragendes auf Schallplattenkunstwerken/ für fernere Zeiten hintcrlaffcn. Heute nehmen die großen Schallplatteüfirmen in^ Deutschland leine, Darbietungen jüdischer Mnstler, vötz allem keine shnagogaler Musik; mehr auf. Diese empfindlichen Lücken zu schließen, ist eine wichtige Ausgabe. Die jüdischen Schallplattensammler. und die, die es noch werden wollen, freuen sich schon auf recht interestante Neuerscheinungen. Dr. Alfred Heppner. Lukraphon-Scliallplatten Als wertvollste Platte bringt Lukraphon Karol Rathaus', schon populären „Jüdischen Tanz", gespielt von dem Berliner Kulturbundorchester Unter Josef Rosenstock; die Aufnahme (Nr. 112) ist technisä) vortrefflich, darin unterstützt durch Rosenstocks plastische Dirigierkunst und nicht zuletzt durch die Instrumentation des Werkes .selber, daS - keinen ungegliederten Klangrausch' darstellt, sondern Solistisches stark hervorhebt. Auch die beliebte Marion Koegel ist za hören. Sie singt (Nr. 1111) ein jüdisches Volkslieb „L'kowed dem heiligen Schabbos", begleitet von S e e l i g - B a ß; eine sehr gelungene Aufnahme, der -das greifbar deutliche Sprechen der Vortragenden besonders zugute kommt. Weniger gut-tatsächlich eine ^Kehrseite"! — Stranskys „Kaddisch", ein Stück, das nicht gerade mit zartesten Mitteln arbeitet. l. A. Aus der wissenschaftlichen Welt Mit dem Dampfer „Tel Awiw" sind in Haifa fünfundvicrzig Kisten mit Büchern nnd Manuskripten aus dein Nachlaß von Geheim rat Fritz Haber eingetroffeir. Die Bücheriverdenä'mAuftrag der Erben des Gelehrten dem Daniel - Sieff- Fvrschungsinskitut für Agrikulturchcmie in Rechowokh zngesandt.' ' Tr. Hugo Bergmann, der frühere Leiter der Jüdischen Nätionalbibliothek in Jerusalem, wurde zum' ordentlichen Professor an der Philosophischsn Fakultät der Hebräischen Universität ernannt.

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