Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 25 (20.6.1935)
- Date
- 1935-06-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Detektiv Martin Knopf liDRMIS..rrleärlrhrtr. I««. A 1 Jager 4105 „Unser Kampf gegen das Judentum“ Ein Aufsatz von Gauleiter Kube ob er die Verpflichtung anerkennt, jede gegebene '.Uiofllirirfcit ^n ergreiseu, um fundamentale geschichtliche Rechte geltend zu machen/ Auch die iwrftctjcnöcv Pnblikatinnen zeige». >»ie tief die Empsindnngen der deutschen Inden durck, die Bcstinnnnngen de«! Wehrgosetzes aufgewühlt find. : - ■ ‘ Weltkonferenz jüdischer Frontkämpfer in Paris ,'»I der ,^eit. »um ]bi«! -JO. Juni fand in Poris eine Weitkvnserenz von Verbänden jüdischer Kriegsteilnebjner zahlreicher europäischer und oiißerenrvpäisckier Länder statt. Vertreten waren ans de»' Kongreß ». a. jüdische Frolltkäiiipferbünde a,i> '.'legbhleii. Vliiitrcilieii, Belgien. Bulgarien. PALÄSTINA ROSEN FALKSIlXfc KXPRHSS CO BERLIN - IRIEDRICHSTRASSE 100 (direkt a. Bahnt») . Tel.: A 6 Merkur 2915 England. Frankreich. Litauen, Oesterreich. Palästina. Palen. Südafrika, der Tschechoslowakei und den Vereinigten Staaten von Nordamerikä. Die indischen Frontkämpfer Deutschlands waren nicht vertreten. Der anstralischen Delegation gebürte mach der ebenialige Generalstabsehef der änstralimini' Ltreitkräfte ans dem europäischen Kriegs- ,'e!,a»nlat,. Oberst Helunan. an. der den Kvmman« onnten der australischen Arineo rin Weltkrieg. General Lir;v\uliu Pto n a s h. der bekanntlich ebensolls Jude war, wirksam unterstützt hatte. Die feierliche. Erbffvnngssitzung fand unter dem Vorsitz de« früheren Kriogsininisters. General Maurin, am Abend des IS. Juni statt. Am Sonntag, den ltt. Juni, nahmen die Delegierten des! Kongresses an der feierlichen Einweihung eines lenk,»als siir die ans dem Felde der Ehre gefallenen Lstjnden teil. Diese Ueier stand unter dem ichreiilchntz des Präsidenten der französischen Repn- Mir. und unter der Leit,mg des Pensionsministers. Die Tageeordniing deSi Koiigresses »mfatzte u. a. 11nr Erörterung der^Geschichte und Statistik der beteilig,mg der Juden am Weltkrieg, fragen der ',iisaininenarbeit der jüdischen Frontkämpfer. verbände. Ptaßnahmen zur Wahrung de» Ansehens Der ..Westdeutsche Beobachter' (16. Juni) enthält einen Aufsatz des Gauleiters der Kurmark, Wilhelm Kube. Da er grundsätzliche Ausführungen zur Judenfrage enthält, geben wir fölgende Partien wieder (in der Drückanordnung des ,.W.BZ): ... . . Das nationalsozialistische Deutschland hat sich durch die Machtübernahme d i e F e i n d- . s ch a f"t de r jüdischen Weltma ch-t zu - ge zöge n. die bis zum 30. Januar 1933 der ^nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei allein galt. Mit dem /fall der Republik von?9eimar nerlor das Weltsudentum einen Hanptäktivpo'ten seiner Weltstellung. Dazu kommt, daß das Beispiel, chas das deutsche Volk durch sein Bekenntnis zu Adolf Hitler gegeben hat. . a u f die gesunden Teile anderer Rationen ansteckend gewirkt hat. Ueberall in der Welt regt sich der Antisemitismus! lind'auch hier ist Julius Streicher einer der führenden Männer. der unbeirrt seinen . Weg geht. ... . . Der Antisemitismus in Deutschland wird solange bestehen, wie der nationalsozialistische Staat dauert; das heißt immer! Und die Bekämpfung des Judentum« mit dem Ziele seiner endgültigen Vernichtung als geistiger und wirtschaftlicher Faktor, als politische Macht ist ein lebenswichtiger Teil des nationalsozialistischen Gesamt- Programms.- Daran halten wir fest.-. . .* . .... . Wir sind uns d a r ü b er k l a r. d a ß nn s e r K amp f gegen das In den. tu in 11 och nicht zum Ziele geführt hat. Wir sind uns aber auch darüber klar. . daß er noch in unserer Generation die Sichernng 'des Deutschtums gegen das Judentum b r i n g e n m u ß u ndbringenwi r d. Der Nationalsozialismus ist Lebensbesahimg des deutschen Volkes, darum ist er.der Todfeind der Berneiner dieser Lebensbejahung. Verneiner sind die Inden von Anbeginn an. Aber wie die Rebelgestalten des deutschen Mhthos sich zu tarnen verstandenso tarnt sich das Judentum auch heute. Nehmt dem Alberich die Tarnkappe, dann seid ihr Herr über ihn. Daran haben wir ' Tag und Tag zn arbeiten. Und diese Arbeit ist eine bittere Notwendigkeit für alle Gliederungen der Nationalsozialistischen Deutschen Ar° . beiterpartei. Kein Lehrgang unserer Schulen darf ohne einen tiefgründigen Vortrag über das Wesen des Judentums vorübergehen . . ... . . Wir treiben; keine Judenhetze, wohl aber hetzt das Weltjudentum nach wie vor unser Volk. Das Deutschland Adolf Hitlers will dreierlei: , 1. seiner eigenen Art leben, 2. schwertumgürtet feinen Frieden Wöhren. 3. dnrch Arbeit Brot. Leben und Geistestum erringen und schützen. Mögen die Völker der Welt das gleiche für sich in Anspruch nehmen. Wir neiden es ihnen nickst. Aber dann miiisew sie sich von den,-; Wuchemmgen'der Wettpest, vom Judentum, betk freien. 1 . ' * Wenn Juden außerhalb der deutschen Grenzen gegen derartige Herabsetzungen dessen, was ihren Wert und ihre Würde darstellt, im Rahmen ihrer rechtlichen und politischen Freiheit Stellung nehmen, dürfte das kaum als 'jüdische Hetze gegen Deutschland anzusprechen sein. Noch zwei weitere -Stellen dieses Aufsatzes geben uns Anlaß zu einer Aeußerung. Gauleiter Kube schreibt: ... *. Man hat in sogeuannteA schöngeistigen Kreisen pst behauptet, der ..Stürmer' schade - dem nationalsozialistischen Deutschland durch die . Maßlosigkeit fernes Hasses »nd durch die Formlosigkert seines Kampfes. Das ist- Unsi nn. Die ' Waffe des nordischen Menschen richtet sich immer nach' 'Dem Niveau seines Gegners.- Man. kann den Juden nicht mit Feinheit arischen Seelenadels bekämpfen, da er hierfür lein Verständnis hat. Man mutz ihn mit den Mitteln bekämpfen, die für ihn besonders schmerzhaft sind . . ." Da hier von nichtjüdifcher Leite über das Empfinden von Inden eine Anssage gemacht wird, dürste es gestattet sein, das wirkliche Empfinden der Juden-zum Ausdruck zn bringen: Die Rückwirkung des ..Sturmer' auf die Leelenstimmnng der Juden wird falsch eingeschätzt. Wir wissen, daß es außerordentlich wenig Juden gibt, die auf Grund ihres eigenen Niveaus durch das Niveau der ..Stürmer"-Polcmik erschüttert werden. Die zweite Stelle lautet folgendermaßen: ... . . Ich möchte aus der Heiligen Schrift der Juden, deren Lektüre ich nur jedem Nationalsozialisten - immer wieder empfehlen, kann, drei Beispiele für dieses vorbildliche Familienleben in Erinnerung bringen: ' 1. Die Tatsache, daß der Jude Lot mit seinen beiden Töchtern Kinder zeugte. 2. Das Verhalten des einen Sohnes Noahs, als sein alter Herr voll des süßen Weines 3. Die. Vergewaltigung einer Tochter des sauberen Königs David („des Sängers des Herrn") darch ihren sauberen Bruder. Diese Ehrenliste ließe sich an jüdischen; Zeugnissen aus den Büchern des Alten Testaments verhundertfachen.' Zu den unter 1 bis 3 ansgeführten Angaben werden wir wissenschaftlich und vor allen Dingen kulturvergleichend noch Stellung nehmen. Di^ Lektüre der Heiligen Schrift läßt die scharfe Verurteilung dieser angeblich beispielhaften Vorgänge erkennen ' und bezeugt in ihrer Gänze ihren unausschöpfbaren Gehalt an sozialen und . ethischen Forderungen, abgesehen davon, daß in ihr die zehn Gebote niedergelegt sind und daß die Psalmen in ihr stehen. Die Heilige - Schrift ist bekanntlich das Buch mit der größten Auflage aller je verfaßten . Schriften und ist in -fast äste Sprachen und Dialekte der WM übersetzt. Auf fic^sind die Kulturen ganzer EN^i und Erdteil?' gegründet, die der Weib - stnschützbare Werte geschenkt haben und auch heute noch schenken. kriegsregierungen — alio grundsätzlich nicht^urch irgendwelche Vorfälle'der Betroffenen verschuldet . — dar. Tie Ausbürgerung dagegen ist. die Ausstoßung ans der Volksgemeinschaft als entehrende — außerdem mit Vermögensbeschlag- - . nähme verbundene — Strafe für die. die im Ausland in hetzerischer Form gegen Deutschland-tätig, sind. „Biologische, pathologische und künstliche“ Staatsideen Im ..Deutschen Aerzteblatt" (Nr. 23 vom 8. 6. 1935. S. 583) wird ein Einfnhrungsvvrtrag .Ter Arzt als F u.h rer und Erzieher' von Oberfeldarzt Tr. Peltret lAlt Rehset veröffentlicht. den" dieser beider -feierlichen Erösinung der Führerschule der Tentschen '.'lerzteschast . in Alt-RelM-am l, Juni 1935 gehaltenhat. . . Dr. Peltret kam auch ans die Jndenfrage zn sprechen und führte hierzu n. a. folgendes ans: Einzeller und Menschen,, die nicht zur Gemcinschaftsbildimg geschritten seien, bewahrten ibr Leben nur dadurch.-daß sie/sich als Parasiten vom Gemeinschaftswesen erhielten. Dies C von den Bakterien tvic von den Juden. liege ein Vergleich der Inden mit Tuberkelbazillen. Fast alle Niensehen-beberverglen Tnberkelbazillen. säst alle Völker der Erde Inden: eine chronische schtver heilbare Jnseltion. So wenig wie der menschliche Körper die Tuberkelbazillen in die- Organisätion seiner Gemeinschaft anfnehme. so wenig nehme eine natürliche,artgleiüie Volksgemeinschast Inden in ihren organischen Verband ans: sie würden mi . besten Falle als Parasiten ertragen. Ueberall in der Natur sei d^r Wirt vom Parasitvii scharf - nnterschieden. Der Wirt müsse, damit er leben - ■ könne, der stärkere sein. Sei der Parasit stärker, dann gingen oft beide, immer aber der W'ct zugrunde. Der Tuberkulose erlägen schwache Menschen ' eher, als kräftigere, die jüdische Infektion befalle nur'rassisch schwache Völker. Die Tuberkulose behandelten wir un erster Linie durch Stärkung der eigenen Kräfte des Körpers; die jüdische Infektion sei nur heilbar durch Stärkung der rassischen Kräfte eines Volkes.. Die nationalsozialistische Staatsidee sei biologisch. die kommunistische pathologisch, und-die faschistische (als imperialistische) »nbiologisch oder künstlich. Der biologische Staat nnter- - . scheide sich vom ,inbiologischen wie ein Bauernhof von einem Hotel. Die Blutprobe Ein geschiedener Mann hatte eine -Btütunlev-i silchnng bei seinem während 'der . Ehe geborenen Kinde ver-langt, um die Ehelichkeit des Kindes anfechten -z» können. Der Pfleger des Kindes halte die Blutprobe verweigert. Das Kammerger'cht hat jedoch dem Vater recht gegeben. Denn Noch, .teile, die dem Kinde womöchich aus der Ansechtungsklage entstehen könnten, müßten gegenüber. ' destr Interesse des Staates an der Feststellung der wahren blutmäßigen Zugehörigkeit zu einer vestimmten Sippe zurücktreten. . . und der Rechte der judiscl,en Gemeinschaft und die 'Riisivanderung nach Palästina. Im Rahnn'n der Veranstaltungen der.Weltlanterenz fand ei» Ansinarsch der ausländischen Frvntkäm'pN'rdelegätivnen über die Ebamps Elvsä . znnk KenölapI, des llnvekannte» Soldaten statt. Die 'v.'itglieder ber .Abordnungen trugen die N n i - .1 o t nt e „de r V( r itte e n i l, r c r H e i m a t > l a »der >> >i d deren Flaggen. Am Grabe des llnvekannte» Lvldaten wurden Kränze uiederaelegt. An der Spitze, des Zuges iclirilten die Ainerikane-r^—go.iüh.rt_vv„ Eap. >ai» Jnlian Berma». und die Engländer, geführt van dem Vertreter der Legion jüdischer Kriegsteiluelimer. Sarna. Die Falnien der jüdische» Frontkämpter ans Polen waren znni Zeichen der Trauer ».in ÜHarlchall Pilsndili iilnilort. Au der Feier der Einiveilniiig eines. Denknials >ur iudißlie griegsgefalleiie iialline» der Kriegs uliillNer. der BUlitärgonoeriieur von Paris und andere -liervorragende sranzösilche Ptilitärs teil. D e r P r ä i i d e n t der ..R e p n'b l i f >v a v d u. r rt) ( c i ne » A d j n t a » t e n v e r t r e t e n. Zu der Erossiinilgssitzulig der.Konferenz'-hielt c>. >i. Edwoiid Fieg eine ^lnslst-ache. in der er einen lle'ligen Protest gege,n Verba Uni sie ri.chteie. die es notwendig'machen., daß jüdisciie Kriegsteilneliiner ziisainiiieiifluiiineii. liin die Dreue ibrein -Vaierlandd'-gegenüber zn bekräftigen und den An- . lvriutz ani ibre Reclite zu vertünde». Vorführung alter Filme mit nichtarischen Darstellern untersagt Zn -der .Nationalsozialistischen Parteilorreivoiideliz' >oird witgeteilt^ ..Verschiedentlich konuie beovaeiitet loerde». daß Filme, mit niclit _iLViidu'ti Darnellern. die vor dem-30, Januar 1933 liergellellt und von der . Filmprüsstelle zngelallen wurden, ivieder in- Lichtspieltheaterii anstanch'n. Es muß daraus ßingelviesen »verden. daß diele Ziline. ilisbeloiidere lvenn in ihnen Ochanspieler iiulioirlen. die als Emigranten vekännt find, ver voteii lind. 3>eben der Vortübrnng iß-auch.die Verleibniig und Ans'iihr solcher Filme nntersagt und wird da hierin eine ll>erlebnna des'Nationall-'ramßi'eins zn erblicken iß. als große Nnznverlansgteii angelellen. die geahiidet zu iverden. vcr- Zur Geschichte des Staatsbürgerbegriffs Irr der T e'ut s che'n- - I u-riste n - zeit u il g " vom lä. Juni 1935 erinnert in einem Anssatz „Zur Entstehung und Bedeutung des Begriffs ° Staatsbürger" Albert Bö a g n c r an eine Schrift von Tr. E. W. v. Lancizvlle über ..Königtum und Landstände in Prellßen". die 1846 erschienen ist. und in der es heißt: - - „Wie wenig Povnlär der Ausdruck Staatsbürger .geblieben ilt (bei welchem übrigens die . große -Volksmasse allermeist 'noch setzt sich schwerlich viel zu denken verinagi zeigt sich in . dem sonderbaren, selbst in der Beamtenwelt .lange Zeit gangbaren Sprachgebrauch, wonach unter diesem Namen ganz einfach ein der Wohltaten jenes Gesetzes vom Jahre 1812 teilhaftig gewordener Jude verstanden ivorden ist. Da die auigeklärten Inden sich des Judennamens törichterweise zu schämen pflegen, so haben auch sie diesen Lvrachgedranch natürlich befördert, vielleicht nicht ohne' die Hoffnung, durch die Präponderanz des Geldes und des (vielen ihres Volkes nicht abznsprechendenl Talents und. dnrch die Verbreitung eines pseudo-mosaischen .Deismus die wirkliche Ptetamvrpbose unseres christlich-deutschen Staates in eine Art Judenskaat zn erleben, in welchem sie natürlich vor allen anderen das politische Großbürgertum.ansptechen könnten." / : Wagner bemerkt hierzu:. - Aus dieser Stelle gebt zweierlei bervor-. Einmal, daß der Ansdrnck..Staatsbürger" bis 1848 sich gegenüber der bisherigen Bezeichnung „Untertan" keinesjvegs dnrchgesetzt hat. obwohl er sich in der Pilblizistik vereinzelt schon vor, dem Emanzipationsedikt fand und. obwohl dieses Edikt auch die Nichtfnden als .andere Staatsbürger' bezeichnet hatte. Ziveitens aber zeigt die Bemerknng Laneizolles. daß man die- Bezeichnung -.Staatsbürger' gerade für die emanzipierten -Juden pasiend hielt, Bedenkt man, daß has Einanzipativnsedstt den Inden keinesivegs die volle Gleichstellung gebracht hatte, rmd daß ihre Rechte nach 1815 wieder verkleinert wurden, so .wurde hier also der Ausdruck .Staatsbürger' für Personen verivandt. die weniger Rechte und demgemäß auch weniger Pflichten hatten als der .Untertan'. — Die Anwendung des Ausdrncks auf die Inden hielt man für unbedenklich. weil.sich die in ihm enthaltene lieberlegenheit des Bürgers wegen der in Wirklichkeit noch geminderten Rechtsstellung der Inden nicht praktisch auswirken konnte. Gleichzeitig schien der Kompromißansdrnck .Ssäatsbürger' ans die Juden besonders gut zu passen: denn sie batten mehr Rechte als ein »Fremder, aber weniger Rechte als ein preußischer, Untertan., stellten also selbst eine Kompromißerscheinnng- 'zwischen .Weltbürger' und .Mitbürger' dar.. Ebenso erklärt sich auch der Triumph des Äöortes .Staatsbürger' feit 1X48. Denn jetzt . wurde das staatliche Elenient eindeutig zngnnsten des liberal-bürgerlichen verdrängt, während die Formel .Staatsbürger' gleichzeitig geeignet war. hierüber hinwegzutäuschen. — . «-»weit an der Erweiterung und Ausdehnung des Wortes .Staatsbürger' jüdische Staatsrechtslehrer beteiligt waren, wirft die Aeußerniig Laneizolles allerdings gleichzeitig die Frage auf. ob diese damit nicht pro domo redete», um so den Unterschied von Juden und Nicht- . j»den über dem gemeinsamen Staatsbnrgertnm vergessen zu machen und zugleich dies Wort in einem ihnen günstigen Sinn zu deuten. - Im Hinblick auf die lebhafte-Tisknssivn, die über das kommende deutsche Staatsbürgerrecht im Gangenft, verdient diese histvrische Erinnerung unser Interesse, weil ans ihr hervorgeht, welch tiefgehenden und bedentnngsvvllen Wandel innerhalb eines Jahrhunderts staatsrechtliche. Begriffe erfahren können. . „Widerruf der Einbürgerung“ und „Ausbürgerung“ Kommentare, die an die Listen der Namen von Menschen meist jüdischer Abkunft geknüpft werden, deren Einbnrgerungsividerrnf in der Presse veröffentlicht worden sind, geben Anlaß, darauf hinznweisen. daß zwischen diesem Vorgang und den A u s b ii r gern n gen zn unterscheiden ist. 'Nach einer Erlänternng. die zu dieser Frage' lnrzlich in der Presse zu leien war. stellt der Widerruf einer Einbürgerung nur eine Korrektur der verkehrten Eilibürgerungspolitik der Nach- Berufsvorbereitung der schulentlassenen Jugend Der Präsidialausschuß der Reichsvertretnng bat sich mit der Frage der Ausbildung der jüdischen Jugend nach Vollendung dessckiulpslichtigen. Alters befaßt und einstimmig Richtlinien hierzu gebilligt. Die Einzelheiten des Ent-, wnrss werden von der. Schnlabteilnng der Reichs- Vertretung ausgearbeitete. ' Der neue Plan zielt darauf ab. große Teile unserer Jugend, die über ihre Zukunft in Sorge und Ungewißheit find, auf das Bernssieben vorznbereiten. In „T-a g e s f ch ii len f ü r B er n s s v o r l e h r e". die an der Großstadtperipherie innerhalb von Gartengrundstücken liegen, werden die Jugendlichen körperliche und' geistige Arbeit, die in sinnvollem Wechsel auseinander abgestimnit ist. zn leisten haben. Unterrichtsziel ist die unmittelbare Borbereitnilg auf praktische Berufe (Landwirtschaft. Handwerk und Geiverbe. kaufmännische Betriebe. Hauswirtschaft). Neben die praktische'Berufsausbildung wird die Erlerming fremder Sprachen treten; hinzu kommt die Fortbildung in Mathematik. Natnrlvissenschaft und Zeichnen — alles dies unter klarer Begrenzung der Stoffgebiete, wie sie vöii der Praris der. künftigen Berufe diktiert wird. Die' Erziehungsziele sind dieselben, die heute iw ganzen deutschen Judentum -- über alle richtilngsmäßig entwickelten Abwandlungen binans — in Elternhaus. Schule und Bund angestrebt werden. Die Beschäftigung mit . jüdischem und deutschem sowie -allgemeinenropäischem Geistesgut. mit Musik und bildender Knust wird der erzieherischen Formung zu dienen 'haben; neuer Lernstoff darf hieraus nicht erivachsen, weil die praktische Schulung im Vordergrund steht. -In den neuen Tagesschulen werden an unsere Jugend hohe Anforderungen gestellt werden. Acht Arbeitsstunden täglich sind vorgesehen. Eine Ueberlaftiing wird vermieden durch den Wechsel - körperlicher und. geistiger Arbeit und dadurch, daß Sport und Turnen in den Stundenplan ein« gesägt sind. Ebenso werden die ..Schularbeiten" (Ilutertthtsvorbereitung oes Schülers-)- iur Mal)tneir des Stundenplans unter Aussicht von Lehrkräften - ausgesührt. 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