Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 24 (13.6.1935)
- Date
- 1935-06-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zerstreuung der Juden über die Erde XIII. Griechenland .-(Nachdruck crtboicn!) Im ln'utincii li'laofafji’Iiirt, dcr Republik C'öricdicitlaut) -Icvcn rtiua looooo Juden als Teil einer Gesainibcvölternng vvn etwa i!>H. lUitlltom'ii Meiisaieii. Im inWidji'» Balkan ist die (5ejcliul)lo der Juden eine noch altere als -im nördlichen Teil der valdinsel. eine Talsache, die sich mi-j der irtid). engeren, geographischen Verlünduiig iint Kleinasien erklärt. . - - llnverbürgl sind die siiachrichleii, nach denen / Ijoii not Beginn' der christlichen Zeitrechnung und noch wahrend de-; Beiielicus eine-; eigenen : jiibtidjen Isiativiialslaatt^jiidiiche.. Siedlui->gcn in - Gebietsteilen bestanden^ ht^ie-ip die zmn heullgen . Griechenland gclwren. Tie erste authentische Tnicllc über das Bestellen jiibifdjer Gemeinden in den Knlliirzeiilreil Altgriechenlands stellen die ltieisen des A p o st e k P a u l » s.dar. Insbesonderc seine zweite Missiviisfcihrt siihrle ihn nmi) Grictsienlaiid mit einem etwa achtzehninonatigeu Aufenthalt in Korinll/, die A p o st e l g e s ch i cl, 1 e, Bestandteil der historischen Bücher des N'eneil Testaments, berichtet davon, daß er aus seiner dritten Reise nach Europa sich lange in Griechenland anfgehalten hat. Tiefe QneUe»beweist das. Vorhandensein, .'beachtlicher jüdischer Gemeinden in . den wichtigsten Slädlen des damaligen Griechenlands. schon damals fommt eine besondere Beden- . tung der grosien jüdischen Gemeinde in Saloniki zu. dieser uralten Hafenstadt am Südostrande Europas. die die ehrwürdige Vergangenheit von zwei und einem Bierkel Jahrtausenden hat. Lange Jahrhunderte schwebt Dunkel über der jüdischen Geschichte-in griechisd)en Landen. Wahr-' ' tclieiiilich ist, daß die . Zahl der Inden im südlicheii Balkan deshalb ziffernmäßig allmählich ' ziirückgegangen ist, weil sich die Siedlinigsbasis mit fortschreitenden Jahrhunderten verbreiterte und die Berstrenilug der Inden über den Balkan lind darüber hinaus .von den jüdisd)cn Großgenieiiide» an . den . Küsten des Acgäischen und chonischen Riecres imnier wieder ihren Ausgang genommen l,at. B i n j a in i n b. I o na. a u s T n d e l a-verdanlen wir die erste» statistischen Angaben. Dieser lvcitgc'reiste ipmiische Jude, der . in der Mitte des Ir'. Jahrhunderts ivälirend zwölf Jahren.-die Kulturländer des RiittelmeerheckenS - aiisgesiicht hat, muß als, der A l t m e i st e r der P r a k t i s rij c n j a d i f ch c n S t a l i st i k betrachtet werden. Gr ist es. der in seinen llieiselagcbüchcrn die ersten Hahlen der Juden in den von ihm besuchten Gemeinden, ausgezeichnet und der Nachwelt übermittelt hat. "'lud) wenn es sich um abgerundete Ziffern handelt, so geben sie doch Anhaltspunkte für die Größenordnling de.r Juden .in einzelnen Ländern der damaligen Kulturzentren des Mittelmeeres. Es. ist' eine große Anzahl von Städten des Festlandes und von . griechischen Insel». die Binjamin ans Tndela gesehen hat: als er. von Brindisi und Dtranto in Apulien, kvinmend. in K v r f n landet, findet er "aui" dieser großen Insel damals einen einzigen Juden.. Gr betritt dann das griechische Festland iiiid berichtet. zahlenmäßig von jiibifdjcit Gcincuiden in.ZA r t a. A ch e l 0 n s. in Pa t ra s. L e p a ii t o nsw. . Bon den J 00 Inden, diein G r iss a n m P a r n a ß leben/ hebt er hervor, daß sie eigeiibesihendc". Landwirte- 'seien. Die indische'Gemeinde' iin damaligen.K.vr'i n t h nmhaßte..über/ 3>w .Köpfe. die größtem jlldische Geineindedes damaligen Griechenlands ivar damals, in Theben mit 2000. Inden, für die er.zwei Gharakteristlka hervorhcbt. Einmal sollen sie die größten jüdischen Gelehrten im griechischen Reiche außerhalb-Konstantinopels hervorgebracht haben, ziun anderen-waren sie im ganzen Lande als die tüchtigsten Produzenten von Seide und Purpur berühmt. " ' " . Natürlich war Binjamin b. Jona auch in Saloniki, wo bei seiner -Anwesenheit, etwa .1 l (55, 500 Inden gelebt haben sollen, eine Zahl,, die uns heute außerordentlich niedrig erscheint. Iin sin. und I-l. Jahrhundert müssen sich die jüdischen Gemeinden Salonikis und der anderen griechischen Städte erheblich vergrößert haben, was daraus zn erkennen ist. daß unter der türkischen Herrsd)ast tausende Inden zum Islam übergetrßten sind. In der Mitte des l 8. Jahrhunderts ist bereits.eine Zahl von 3000 jndisd)en Islamiten vorhanden. Ginen starken giiantitativen Auf-, schwmig der jüdischen Genteinden brachte das ll). Jahrhundert. Die ivediselvolle G'esd>ichte Griedienlands in den lehten Jahrzehnten hat erst mit dem.' Gebietszuwachs zu einer erheblichen Bergrößernng'der Zahl dir Inden geführt, den es nach Kriegsende für sein Staatsgebiel'.zn verzeicijnen hatte, als nämlid) die Hauptstadt Alazedo-, niens, Saloniki, bis dahin unter türtizdjer Herrschaft. an Grieclienland siel. Das Griechenland der nnmittelbacen Vorkriegszeit. also ohne Siilvuili. batte nur eine verl,ält„is.mäßig .geringe Hal,l indischer Ginwolmer.' Die zisiernmäßige . Entwicklung in diesen lehten Iahrzcbnten wird in der.folgenden.Rnnnner der .>E.-B.-Zeitilng" d'argestellt werden. I)r. L. k—z. Der Redner gab' einen Ileberblick über die Geschichte der jüdischen Kolonisation xiP Palästina lind Bir'u Bidschan. Er-betonte die Notwendigkeit und t'lühlichkeit beider Kolonisatibiisaktrsnen. besonders derjenigen in Palästina, erklärte, aber, die'Iudcnnot sei . so groß, daß zu diesen beiden Siedlnngsländern noch ein drittes ' Tcrritorlinm hiiiziiloniinen muhe. Die neue Siedlnngsaktion könne nur -nn internationalen Rahmen erjolgen. deshalb richte er an die'freiheittid) gesiniitc diristlidie Welt den Appell, ein svldies drittes jüdisdies ' Territorium .ansfindlg zu.'machen. Auße-r am Jordan lmo am Amur'müsse noch an einem dritten- Fluß eine jüdisdpe Otiederlassnng entstehen. . Ten 'Rainen dieses dritten Flusses könne er. nid)t nennen, aber wer.suche, der finde. Es gäbe genug- . n„besiedelte Länder, die nach Tlolonisation lechzen; . am-geeignetsten-iväre Afrika. . . Forderung nach einem neuen jüdischen Siedlungsgebiet Unter dem Borsih des cheinaligen Außcn- Ministers Leon Was silew.sk i. fand in Warsd,an ein von dem Institut, zur Erforschung des Minderheitenproblems in Polen, veranstalteter Vortrag des bekannten Publizisten Dr. Gzernidiower über die Lösung der Judenfrage statt. - Die Einwanderung in die Vereinigten Staaten - Rew-Zork. 4, Juni. kJ: T. A.) In der letzten Wod)e sind in , den Vereinigten Staaten 223 jii* disd)ir Einwanderer eingetrofse«, vvn denen fast alle ans Polen und Dentsdstand stammen. Aus Deutschland kain eine Gruppe von 80 Personen. , Unterden Einwanderern aus Polen befinden sich einige Waisen, die von ihren in Amerika lebenden Verwandten adoptiert werden sollen. The Right Honourable Hore-Belishä In der am 3. Juni veröffentlichten Liste der Ehruilgen, die anläßlich des 70. Geburtstages des engl,isd)en Königs einer Reihe von führenden Persönlichteitendes öffentlid)en Lebens zuteil wurdet ersd^eiuen unter den angeführten Staatsmännern und höheren Beamten des Empire auch zwei Inden: der 1030 auf den Posten des Teputy High Gommissivner for Jndia berufene A.l a n M i ch a e l G r e e ii wurde zum Ritter gesdilägen, und der englische Verkehrsminister Leslie Hore-B'elisha zum Privy Councillor ernannt. Der Zufall ivollte cs, daß am gleichen Tage gerade im Unter- 'Hans:,die Tätigkeit des neuen „Right Honourable"' Hore-B'elisha, der. auch liberaler Abgeordneter vvn Plümvuth ist, auf der Tagesordnung stand in Verbindung mit einer Forderung ans Erhöhung seines Etats um 39 008 Pfund Sterling. So konnte man Zeuge der allgemeinen Anerkennung dieses energischen Mannes sein, der auch im, neuen englisd>en Kadinett Verkehrsminister ist. Sic äußerte sich in einem besonders lebhaften Beifall, als er das Wort ergriff. Seine ungcwöhuliche Popularität wurde ja auch kürzlich, in eiucni langen Würdigungsartikel des „Berliner Tageblattes" hervorgehoben, der-in ihm einen der kommenden großen Männer Englands erblickte. Seine wesentlidje Aufgabe sieht er unter anderem . in der Durchführung energischer Maßnahmen zur Erhöhung der VerkehrUicherheit, besonders ist der 8-MillionoN-Städt Groß-London., Hier hat er die , Begrenzung der Älutogeschwindigkeit, aus 30 Meilen die Stunde festgesetzt Die von ihm gesdiafsenen schwarz-weißen Signalstangen mit der großen gelben Leuchtkugel, die die Uebergänge für. Fußgänger kennzeichnen — 10 000 Stück in London sind Wahrzeichen' des Verkehrs geworden und in sd)crzhaften Rad)bildnngen, besonders als Drehstifte unter dem Ramen „Safety-pencil", in allen Geschäften 'zu sehen. Als gestern sein Etat zur Diskussion stand, konnte er darauf.Hinweisen,, daß die Zahl der Todesfälle infolge Verkehrs-. Unfällen im letzten Vierteljahr gegen die gleiche Zeit des Vorjahres in London um -31 Prozent,' die- Zahl. der Verletzungen nmc lO Prozenb zurückge- .... gangen ist. Im ganzen Land sind die entsprechen- ' - den. Zahlen^ um 16 Prozent der Todesfälle, und l 1.'4 , Prozent der Verletzungen zurückgegängen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß 1934 die. Zahl der englischen Kraftwagen um 224000 zngenvmmen hat; in den ersten vier Monaten dieses Jahres^ sind bereits 151 268 neue Zulassungen erfolgt. Natürlich gibt sich der Minister damit . nicht zufrieden, insbesondere gilt seine Fürsorge der Sicherheit der Kinder; dieses Problem packt: er nach zwei Seiten hin an. Einmal durch Einführüng besonderer Unterrichtsstunden über Berhalten im Straßenverkehr, verbunden mit praktischen. mitten im Großstadtverkehr veranstalteten Hebungen, zum anderen durch Sperrung bestimmter Straßen. besonders in den Gegenden der ärmeren Bevölkerung, für den Durchgangsverkehr und damit Schaffung von „Spielstraßen". Weiter wird in Angriff genommen eine ständige Kon- - trolle der Bremsvorrichtungen und der Lenkbarkeit aller Motorfahrzeuge. lim Wilhelm von Humboldt Die Zeitschrift „Deutschlands Erneuerung" (19. Jahrgang. Nr. 5) setzt sich mit dem .Gedächtnisaufsatz zum 100. Todestag Wilhelm v. Humboldts, der in Nr. 14 der „C.-B.-Zeitung" ' erschien, ausführlich auscinaiid'er." Ohne die' Ridstigkeit. unserer Darstellung zu bestreiten, nennt die Zeitsäirift Humboldt wegen seines Eintretens für die Juden einen ..betrübenden Kultusminister" und kommt zu dem Schlußurtcil: .„Männer wie Humboldt in ihrer vollkonunenen Blindheit gegenüber dem jüdischen Wesen tragen cinen'großen Teil der Schuld an dem kulturellen und politischen Niedergang des deutschen Dolles. Die Erinnerungen der „C.-M-Zeitung" haben dem Andenken Humboldts kaum genützt." ’ C* U. O. B. B., Borussia-Loge. Danzig teilt init: ..Brüdsr. die im Sommer Hoppot vcsucheu,- haben Gelegenheit, jeden Montag abend um 20 Uhr 30 Min. im Bruderkreise der Borussia-Loge in Danzig. Olivaer Tot 10. zu verweilen. Auskunft erteilt Erich Brvh, Telephon 22 636.“ Bäder, Hotels und Sanatorien Sanatorium Grunewald '»i Vorm. 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