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Central-Verein-Zeitung · 1935-06-13 · 24 (13.6.1935) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
24 (13.6.1935)
Date
1935-06-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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G-V.-Zeitung Nr. 24 2. Beiblatt - D A 8 NEUE B.Ü C tt 13. Juni 1935* „Krisenkunde“ Psychische Ueberwindung von Not und Leid Fritz Kinkel: Charakter, Krisis und. Weltanschauung. Die vitale Dialektik als Grundlage der angewandten Charakterkunde. Zweite Bearbeitung der „Vitalen Dialektik*4. 1935. Verlag von S. Hirzcl in Leipzig. VIII, 191 Seiten. Das Erlebnis von der Gebrechlichkeit des Menschen und der Nnstätc seines Schicksals ist an eine historisch bestimmte 'Stufe der Menschheit gebunden. Dann aber bricht das Tvdesivissen. die große Klage um den ungewissen Lebenssinn und die Bekümmernng um das unverschuldete Leid unter allen uns bekannten „Stimmen der Völker" in allen Tönen ungebrochen hervor. Im jüdischen Schrifttum aller Epochen ist das Wissen um die Vergänglichkeit und Kurzlebigkeit des inenschlichen Planens und Strebens besonders ausgeprägt. . Das Wissen vom Mensclicn hat.neuerdings zu einer umfassenden, geordneten Tispizlin. der sogenannten „Philosophischen Anthropologie" geführt. welche die begrifflich klärende Entfaltung einer Idee vom Menschen aus seiner Selbstnnffassung enthält und mit ihni den weiteren Weg seiner Bestimmung zeigen will, und zwar unter Heranziehung jedes Sachverhalts, den eine Einzel- Wissenschaft (von der Biologie zur Theologie) einwandfrei am Menschen festgestellt hat. Innerhalb dieser neuen wissenschaftlichen „Anthropologie" oder „Charakterologie" wird auch das Erlebnis jenes trostlosen Ausgesetzt- und Verlorenseins im allgemeinen und die menschlichem Reaktionsarten auf Rot. Leid und Schicksal systematisch behandelt. Man halte es nicht für eine Art Vivisektion, '«wenn im folgenden über ein wissenschaftliches Werk kühl referiert wird, das zu jcnenr neuen philosophischen Fach der Anthropologie gehört und in einer besonderen Weise eine eigene ..Krisenkunde", die Psychologie des menschlichen Leiderfahrens, oufbaut. In sechs Bänden hat der Berliner Psychologe Fritz Kunkel eine „Angewandte tzharakterkunde" angelegt, die im Gegensatz zur bisherigen Forschung, namentlich zu ^Sigmund Freud und Alfred ^Adler. an Stelle deN analytischen Psychologie eine synthetische Charakterkunde bietet: Der als selbständige Einheitgedachte Schlußband faßt die Ergebnisse zusammen, gibt ihnen die theoretische Grundlage sowie ihr wissenschaftliches System. Die „Krisenlehrc" bildet unter den 30 Kapiteln des. Bandes das Mittelstück. Statt der mechanistischen Verarmung, in welche die ticfenpsychologischen Standpunkte verfunken seien, soll nun das lebendige einheitliche Sirbjekt in seiner Freiheit, Verantwortung und ständigen Gefahr untersucht werden. Eine charakterliche Entwicklung ist nach Künkel nur durch Gefahren. Leiden und Krisen möglich. „Wer sich wohl fühlt, entwickelt sich nicht mehr, oder er ändert-sich nur noch nach der..ungünstigen Seite hin." Die leistungslvse Dumpfheit des bloßen Gntgchens und der absoluten Sicherheit verringert die Tragfähigkeit für die' Lebenslasten. Die Sicherheit, die alle Rot äuszuschließen schien, wird selber zur Rot: der Panzer erdrückt den . Gepanzerten. Das Kapitel „Rot" schließt der Verfasser folgendermaßen: „Die Aöte steigen automatisch, und die Menschen vergrößern sie . nach Kräften. Nicht niir jeder einzelne, sondern auch die Gruppen. Stände und Völker leben wie mit SchlmgeiL zusammen. Wer den Erstickungstod am meisten furchtet, muß zuerst ersticken. —- Es gibt nur einen einzigen Weg. der hier hclien .kann: den Weg des Mutes. Anstatt zu fliel,ei,. miiß man standhalteii. Anstatt sich aus Umwegen und durch Wiickelzügc heimlich in Sicherheit zu bringen, muß man ruhig und entschlossen der Gefahr ins Auge sehen. Matt muß auf seine Sicherheit verzichten. muß alles »vagen, sich ganz, daransetzen. wissend und. besonnen. — und die Entscheidung einer höheren Macht überlassen." „Leid" — „Schicksal" — „Loslassen" (gemeint ist das Gewinnen einer gewissen positiveic Gottergebenheit im Gegensatz zu der unechten Lebens- Dlieodor Daeeker: „bnhöpler und 8ehöpkung**. Verlag daeuh Gegner, Leipzig. Theodor Haeckers neuestes Buch erfüllt die Et- Wartungen, die jeder, der diesen Autor kennt, hegen wird. Seit den letzten Veröffentlichungen Haeckers („Vergil. Vater dev Abendlandes".!!>:>>, und „Was ist derMensch?". bribc vegner. Leipzig) weiß eine größere Lescrgemeinde, daß hier eine tief religiöse Natur und ein Vertreter echt europäischer Humanität die gelebte Feit betrachtet, sie nicht nur darstellt, sondern einorduet,. Die Begeisterung, mit der die katholische Welt diese jüngste Veröffentlichung Haöckers ausgenommen hat. darf nicht nur konfessionell bkgründet inerden. Haecker entdeckt die Kernfrage unserer heutigen geistigen Problematik, wenn er das tragische Problem in den Mittelpunkt seiner Untersuchung stellt. Das Element aller Mythen des Abendlandes ist die tragische Weltanschauung, lieber den konstruierten Mythos weiß Haecker auch Wichtiges zu sagen. Aber er betrachtet doch vor allem den echten Mhthos und in ihm das Tragische, „die Existenzkategorie des Abendlandes". Im tragischen Lpicr verklärt sich der Mensch selbst: er ist hier „Held", nicht — das ist der Grund der Beunruhigung, die die Frage Haeckers veranlaßt — „Kind Gottes". Der tragische Held ist adlig. •miditi LErgrin'eiiwcrdeu" - ..Gelassenheit und die weiteren sunf.Evans m.Knnkels ..Kriienkundc ". Eine ciiiheitliclie' streng tbeoretisch-vyilo-- »ch'plli'ckie. Grundlegung ist bei diesen klugen, nviicksein' >a»'t' tNeologiickien./Betrachtungen („Ans. Gott vertrau'"'! überflüssig und auch kaum mehr sichtbar. Es sind ,,,, Kern die alten Lehren ans der Menschenkunde und Kriseiikimde der großen Menschheitsreligionen. namentlich des Juden- und-, Christentums, die hier wieder in.moderner.Form erscheinen. Sie spreckien uns heute besonders an; denn sie gehen von der Erkenntnis aus: ..Der Glaube an den herrlichen und immer, leidloseren Alisstieg einer immer kultivierteren Menschheit ivird durch die furchtbare Wirklichkeit mir allzu gründlich widerlegt." Vom Eiuzelmenschen aus sagt ein Satz mir „Der Motor der inneren Dialektik ist das Leid" ziemlich wenig, mehr schon die Bemerkung: „Der Weg der inneren Reifung wird ausnahmslos erzwungen gegen den heftigsten Widerstand desien. der ihn gehen soll." Es ist der rlinor kuli. die Bejahung des Leids und Schicksals, wodurch wir durch das Kiiukelsche Werk so liah berührt werden, das weniger wegen der ftreilg philosophischen Durchdringung als wegen seiner, empirisckien Sprilchwcisheit im allgemeinen für sich cinnimlnt. Ilns sagt heute ein Satz wieder etwas, der .mur" eine Definition sein soll: „Die Veranstaltung, die die schmerzhafte Geburt der geistigen Persönlichkeit herbeisührt, iienucn wir Schicksal." .vr. Luävig Feuchtesvger, München. aber nicht — um in der christlichen Sprache Haeckers zu sprcck>e.u — selig. Um es auch jüdisch zu sagen: er Hat nicht den — Frieden. Der Unterschied zwischen tragischen, Held und Gvtteskuecht ist seit den Makkabäern auch ein Problem, mit dem der Jude, ganz besonders der. Wcstjude. ringt. Der tragische Held leidet für ein Geschichtsziel.' Der aber, der das „Joch des Himmelreiches <c»I mul'büt schumajim) aus sich nimmt", kann die Gcschichtsziele wohl ernst nehmen. aber itirljt e n d -• gültig. Der Jude und der Christ siehe,, jenseits der tragischen. Situation. So weit kam, der jüdische Leser getrost mit Haecker gehen. Will er am Ende der Lektüre auch die Frage beantwortet " wissen, wie sich Jude und Christ in ihrem Jeuseits- . der-Tragik unterscheiden, muß er von der Lektüre -Haeckers zur Lektüre Franz Nosenzweigs über- Vielleiclst ist es einem Mann wie Haecker gegenüber ein Unrecht, nur von seinem Hauptthema zu sprechen. Was so nebenbei, gleichsam am Rande des eigentlichen Themas, bei Viesen, religiösen ' Denker nnd genialen Schriftsteller steht, ist nicht .weniger wichtig. „Der Rationalismus ist eine edlere Verirrung als der Irrationalismus, der zu Verwilderung nnd Barbarentum führt, aber Verirrungen sind beide." Aehnlichcs haben wir and," unlängst- 'bei,, Leo S l raün . >..'O,Unwohle imdV>e,etz". Be Ordne zun, Verständnis Manuonis. Schocken.Verlag. IMG.i gelesen. Die Beispiele..die haecker ans dein Erh'I'iiis der.Feit -zur Veranichau- . Iiclmiig deiien. was er sagen will, vorbrnigt. die Selbständigkeit'seines U rteils, machen das Buch'zu einer bemerkenswerten Lektüre.. Das dunikekt des ,Morgen" Für den „Morgen" hat 'man deii gleichen Wunsch'wie für den seligen Klopstock: er sollte weniger geloht und ileißiger gelesen werden' .Hand aus» Herz! Wiemole Leier der ..C-V.-Zeitung" haben-'ilili auf ihrem Schreibtisch liege,,'' lind wieviele werden ihn am nächsten Tag. nachdem sie diese Rezension gelesen haben, bei ihrem Buckihändler bestelle» ° Das Fnuilieit der ..Morgen" ist es inert, daß man sicll's konnneii laßt. Es setzt ein mit dem Aktuellsteil: mit klug abgewogenen Beinerkimgen >iber das »eue Wel,rgesetz »iid seine gar nicht zu iiberict,atzende Bedeiitung für die rechtliche wie tatsächliche Einordnung des deutsä,e» Judentums im deutick>eu Raum. Deii solgendeii Aussatz von Fritz H e i ii e m a u n »der „Die Siuiide' der jüdischen Philvsophic" wird mir der oberflächliche Leser Überschläge»; er ist kcineswcgs für den Fachgelehrten geschrieben, sondern begründet in klarer. .Vschliffener Sprache die dringlick,e Rotwendigken des Augenblicks, inmitten aller Entwurzelungen neu Wurzel zu fassen im Mutterboden aller indischen Sinnersüllung. im Ilneiidlicheii. Der kvnimende jüdische Philosoph muß jüdische Denktraditio,, vereinigen können mit »niversellemPhilv- .sophiereu. wenn-er das erlösende Wort, ans das die F,eit »'artet, aii-'sprecheii N'ill. Auch das Geben und Rehmen im Fiisammenleben von Jndeii und Deutschen geliört zu den . ältesten Scklinerzen". die uns „endlich fruchtbarer" »'erden sollten. . lind in die ersckintterte Frage, „l, e--- ä,n-s inögliä, sein wird, den Strom der iiberkouimenen j>idiiä,e-» 'A>al,rbei> an's neue hereiiiziizioiiigen in die *All,klick,seil unseres verwornmei, Lebens, klingt anä, tatiäch lich R,.a r g a r e t e S » ö ,n a >, » -- s>' -übera,,-'-. problemreickier Beitrag .;Boni geistigen Anteil de, Juden,im dentschen Raiuii" ans. Ilm »»r ei»-- -für den kmnnienden stlachleser dieses Ansiatzes varwegzunehinenrnoch in seine», <chr>stwerk an-'v jüdischer Feder war es Wal,! deutlicher z>> er kennen als liier, daß /stlicliard Wagners.' neue Rililliosogie die'Eingangspiorte ist. d>>rä» die es auch fstu lins deutsäie Juden, hiiiabzusteige» gilt i» jene diiiiklen Abgründe, die firlj mit uiis getan haben und die wir überschreiten iniissen. W<,s ialgt. sei ans der reicheii Fiille des «r,.- botenen in .stürze anigezalstt: eine so' a»spre,l>end erzählte. . wie sinnig geineinte Anekdote oon I a ko b P > e a r d. eine 'Astndigiiug jüdischer. Gi'talten iw sck,risti>elleri.l'ä,en .'Aöerl des Jubilars Thomas Ri'ann pou Yi e i n z B e r g g-r u n. ei-,'- eingehende und in der Sauberkeit des Denk-iis Dsr tragisch« Heros und der Gottesknecht Freund „Kauz" Unveröffentlichte Briefe Carl Hauptmanns an Otto Pringsheim In den von Will-Erich Peuckert unter Mithilfe "von Frau Ataria H a u> bin a n n herausgegebenen Briefen Carl Hauptmanns „Leben mit Freunden" (Hören-Verlag, Berlin-Grunewald 1928) finden sich mehrere besonders bedeutende Briesreihen. Neben den vielen Briefen an Werner Sombart und Otto Moderfohn, Carl Duisberg (Leverkusen) . und Max Herrmann (Neiße) erscheinen immer wieder die mit „Bester Kauz", „Liebster guter Kauz" oder „Käuzlein" überschriebenen Briefe, die an Dr. Otto Pringsheim gerichtet sind. Ein Mitglied des Hanfes Hauptmann nannte sie „ein herrliches Bild seltenster Freundschaft". Otto ' Pringsheim hieß im Kreise der Freunde „Kauz". Ter Name kennzeichnet fein Wesen. Er war ein seltsamer Eigenbrötler, philosophisch und künstlerisch stärk interessiert, ein Privatgelehrter mit umfassendem Wissen, der gern in der Stille blieb und kaum an seinen Vater Fedor PringZheim erinnerte. Fedor Prings- ■ heim war ein erfolgreicher Bankier in der in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mächtig aufblühenden schlesischen Hauptstadt. Er spielte in der Führung des Schlesischen. Bankvereins eine bedeutende Rolle und war Mitbegründer sind Ailfsichtsratsmitglied vieler großer Jndustrieunternehmungen. Er war Stadtrat und Stadtältester geworden und stand neunzehn Jahre als Vorsitzender an der Spitze der Synagogengemeinde Breslau.! Als er J1910 82j'ährig starb, schritten neben.den Vertretern der Gemeindekörperschaften beide Bürgermeister, die Stadträte und Stadtverordneten in dem unübersehbaren Trauerzug. der von vier Magiftratsausreutern geführt wurde. Fedor Pringsheims. einziger Sohn Otto hatte für die praktische Lebensbetätigung des Vaters' kein Interesse. Er hatte in Breslau. Leipzig und Straßburg Volkswirtschaft studiert und 1883 in Breslau promoviert. Einer der Opponenten bei seiner Promotion war Alfred Ploetz. der spätere Begründer der Rassenhygiene, mit dem er bis an 'sein Lebensende befreundet blieb. Für Otto Pringsheim war das Studium . nach der. Promotion nicht beendet. Er saß als eifriger Teilnehmer in den Seminaren bei Gustav Schmoller in Berlin und später bei Werner Sombart in Breslau und lieferte zahlreiche Beiträge für ungesehene wissenschaftliche' Zeitschriften. Man erzählt, Professor Sornbart habe einmal gesagt: Wenn ich etwas nicht mehr ganz sicher weiß, es mir entfallen ist, dann frage ich Otto Pringsheim. der weiß es bestimmt. — 1890 erschien in Schmollers ...Staats- und Sozialwissenschaftlichen Forschungen" Pringsheims Hauptwerk, die „Beiträge zur wirtschaftlichen Entwicklungsgeschichte der Bereinigten Niederlande im 17. und 18. Jahrhundert". Schmoller rietdem Dreißigjährigen, sich in Jena zu habilitieren. Ter Plan wurde von Prings - heim fallen gelassen, da er sich nicht zu der von ihm geforderten Taufe entschließen, konnte. —.Schon als Student in Breslau war er zu dem j.ungen Kunstschüler Gerhart Hauptmann und denen älteren Bruder. Carl in freundschaftliche Beziehungen getreten. Gerhart schrecht ihm Jahrzehnte später, als er ihm im Tezember >922 — wenige 'Monate vor Pringsheims Tod — für die Glückwünsche ziim 60. Geburtstag danlt: ./.Rein lieber und verehrter Freund Kauz! Für Deine Worte innigen Tank. Tu schreibst von eistem'verschollenen Freund.' Tas bist Tu. weiß Gott, soweit ich in Betracht kouiine. nicht. Ich habe mich, obwohl ich in dem . letzten Jahrzehnt kaum Gelegenheit hatte. Dich zu sehen, immer eng unt Tir verbunden gefühlt. Auch wüßte ich nichts Lieberes, als diese Borvindung a.us dein Raun, der Seele wieder melir in den realen - Raum' übertragen zu können und; Dich oster zu sehen ..." — Pringsheim hatte sich offenbar mit der ihm eigentümlichen Scheu vmrk Glanze des über Gerhart Hauptmann gekommenen Ruhmes bestimmen lassen, seltener mit ihm.in Verbindung zu treten. Ihn so mehr, fühlte er sich zu dem Grübler und Wahrheitsfucher Carl Hauptmänn hingezogen. In der langen Reihe der veröffentlichten- Briefe und in vielen unveröffenl' lichten zeigt sich das unlösliche Freundfchaitsband der beiden Männer^ Walter ,Goldftein l)at es im Lebensbild des Tichters fo umschrieben: „Er war für Earl Hauptmann., wie man 'aus den Briefen herauslefen kann, eine Stütze.nicht nur geistigseelischer Art: da Kauz begütert war. so half er. wo es nvttat. Er war ein Gelehrter und ein Gerechter, der unscheinbare Kauz, und er war. was mehr ist. ein guter Mensch.":--' Tie'Wellen der Freündestiebe strömten von einem zum anderen, durch alle Sch,vanknngen seines so.übervollen Lebens hat der Wissenschaftler und Dichter Earl Hauptmann an Kauz festgehalten. Er wendet sich an ihn in philosophischen Fragen, er dimmt seinen llstit: voll überströinender Freude schickt er ihn, die Piamiitripte seiner Werke: von jeden, glaubt er. es wird endlich der erhoffte große 'Erfolg, und bei den „leisten hat Ihn das 'bittere Leben enttäuscht. Alle Freude nnd alles Leid, alles Zagen und alles Hoffen tlingen in den Worten auf. die Earl Hanptmann nag, dem Rittergute Kryfchanowitz und später nach dem schönen Haus in der LohensteiiMraße richtet,.wo Otto Pringsheiin mit seiner'seinnnnigen Frau Lilly lebt und einen Kreis von Künstlern und Gelehrten um sid) iainn,e>l. den junaen Pianisten Artur Schnabel. di'e Bildhauer Bocke und' Robert Bednvrz. die Bcalcr -Karl Honusch' und Hannes -Avenarins. den Schriftsteller und Landlvir, st.'cidiael Hainifch.' der später der 'erste Bnndespräl'ident der ölterreid)isd,en Republik wurde, nnd die Professoren Sombart nnd Külmeinani,. Toziviichen möchre ihn der Dichter immer wieder im Schreivcrhaner Tal haben; „Komm, komm' Es ist Frühling - irl) höre draußen Finken und Drosseln .- alles ii't goldgrnn nne am ersten Tag eine Lust zu leben .. ." So richtet er sid> an Kauz immer wieder au»'.' und die -Hoffnullg. gel>t nie verloren. Am 10. Juni 1020 - wenige Monate vor »einen, Tode - schickt er schon von, Krankenlager an Kauz, der am daranssolgenden Tage seinen «'>«>. lveburtstag leiert/ ein Erempla, seil,er Legende ..Tie liliemveisre Stute" 092" in einer einmaligen nn.minerier.ten- Auslage von -t"" Ereinplaren..erschiene'n> und sdlreibi diese, bisller unvcröffentlidite. Widmung: ..Liebster Käuz. teueriier.Frenna' Morgen ist wieder ei» Gedenklast. t'Or nnd i'olaiiste nnteinander stewandeltr Tu innril-miv uf a^len Lebenslasteu F r e ii n d. 26en GnN . liel, l,al. de,» iri)»11ft -■ rv , v I ,b e.n Freund-. /„lj hobt* n»l in, '..'(‘l'on lbml fnv lirlj aedank» . Bleib es mir Ins 'znin Ende. Te-> .will irt) ■;»rnbI»di fein. - nnUirimn K nrpark. crljrn.lH'Vlini Tic. He, gid>keil. de, Freiindsdiau klingt dann noch.bis zu des . Tuliters Tode O. Fe inuov 1921 j in nllci, Ohorte» au», die er an Pruigsheim richtet.,' Käuz l,at. semcii Freund mir, »in zwei Jnh-re überlebt, her starb am 2t. April, Il'2-t. .in den leiden Ptonateir seines Lebens konihe ei; nod> eine größere Arbeit über „Tie wate, iat,Uisd,e Gesdiiiyts ,au»sasinng'' vollenden. T.,ß sie 192t von der er „ieht mehr, erleben. Tie 'Arbeit i»'t als Hstaniiskripl in Bre---lau on»bem.,l,rt. Kn11;. ist in der Stille, gesiorbeti. Bär denken zu seinem .7.',. lste-bn, t-ch'dge '-seines Lebens, da--- von-dein ,eicl,en ni>d -unve>g.inglichen »veiite Earl Hanp-tmaiin-s 'überstrahlt ivar:- huct 8ikverii> Wieslno

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