Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 24 (13.6.1935)
- Date
- 1935-06-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Der 1.4 . im Reich Ofttwestfalen und Nachbargebiete Am 3. Juni halle die Ortsgruppe Minden d,eX«>erneindfiüitgliedcr' zu einem Vortragsabend ringeladen. der von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe, R. M i ch e l.s o h n (Minden), geleitet iviirde. Er gedachte zunächst einleitend mit tief empfundenenüüorten - des verstorbenen' früheren 'Vorsitzenden - -de?- - Landesverbandes, Direktors Baru-ch, und des ebenfalls verstorbenen wngM'rigen Syndikus Des Landesverbandes, Prediger <5-»d»lann (Herford). Sodann begrüßte er den neuen Landes- »wöbandsshudikns. Tr. Hans Da vi d f all n , nnd wünschte ihn» für. seine verantwortliche. Tätigkeit den besten Erfolg. Dr. Davidsohn sprach sodann /■Tib'pt „Aufgal'e nnd Arbeit im deutschen Inden« tu in". Das ansfuhrlntze Referat, in dem der 'Vortragende einen Ueberblick über die Arbeit gav, die der E.-B. in den letzten Jahren für das deutsche Judentum geleistet hat. wnrdx von der gut bestichten Versainniliing mit großem Beifall ausgenommen. Die dem Vortrage folgende Ans- >vrache bewies das starke Interesse der Anwesenden. Dieser Abend hat sicherlich dem C.-V. in Vtinden. zahlreiche neue Freunde gewonnen. ' Aus den Vortragssälen Friedrich Adler: „Die Umformung des jüdischen Menschen .. In der jüdischen Gesellschaft für Kunst und . Wissensch-Nt sprach in Hamburg Professor Friedrich Adler über „Die Umformung des jüdinijcn Menschen durch das Erlebnis der Form". Ein eigenartig gestelltes Thema wurde eigenartig, UH'im auch nicht immer zwingend durchgeführt. - Ausgangspunkt war die erschütterte und vielleicht acrade darum lvieder. formbare Eristcnz des Heuiigen jüdischen Ntenschen. Eine Gefahr für die 'neue Kristallisation des Judentums sieht Adler in - der oft formelhaften Erstarrung der Tradition. Tie Juden, sind durch ihre Isolation in der Galiish von vielen Schranken umgeben,'.die allein iilioii eine ungehemmte Entfaltung ihrer Lebentzliäste verhindern. Das Indcntmn ist aus eine», 'Toll ..des Buches" zu einem Volk „der Bücher" geworden, es leidet an einer „intellektuellen äMpertrophie", die seine Zukunft ernsthaft Kedroht. Es gilt für den Juden, zurückzufinden zu den Llnellcn des Lebens. Die Jugend in Palästina wird in enger Berührung mit dem Boden vielleicht noch am ehesten zu einein neuen Naturgefühtz' loinmen. Biel schwerer ist der Weg für Den Teil der Jugend, der aus Zwang oder eigenem Ent. iehluß in der Gallith verharrt. Es muß seinen Zugang zu ben Urkrästc», suchen durch eine Perieukung in die gestattete Form,, sei es . in der 'latur, sei es in der Kunst. Gerade das Handwerk ringt heute um seinem eigensten Wesen angemessene Form. Beispielgebend sind darin die Töpferei und die Weberei. (Handwerkszweige, in denen der Referent früher als Lehrer an Der Lanbrskunsthochsltzllle selbst Außerordentliches geleistet »at.) Mit Natnranfnahmen von, überraschend ürner und bildhafter Kraft versuchte Adler seine Meinung zu begründen, die nicht ohne Parallele ist zu inanche» von nichtjüdischer Seite ver- - iretenen Ailsfassungen. . Leider fehlte au diesem Abend das Forum. an das sich der Redner vor altem wandte» die Jugend. Soviel aber icheuit sicher: sie hätte-den mit künstlcrifchcr' Gewisienhaftigkeit vorgetragenen. Gedanken zwar manch fruchtbare Anregung ent. nommen. dev vorgezeichnete Weg aber wäre , ihr unzugänglich geblieben, da sie in ihrem besten Teil aktivistlsch ist und heute mehr denn je aus tätiger Arbeit, nicht aber aus einer ästhetischen Betrachtung gewordener Formen das Leben - meistert. ■ Wir Möchten uns nach Mschluß des Vortragszyklus' die Frage erlauben, ob die Gesellschaft sich ui Zukunft nicht von derart exklusiven, „gesellschaftlichen" Veranstaltungen distanzieren sollte? . Anneliese Mozart Sigmund Feist 70 Jahre alt Am 12. Juni-boging Dr, Signlund F e i st, den wir zu unserer Freude seit vielen Jahren zu unserem Mitarbeiter zählen können, seinen 70. Geburtstag. Er war 30 Jahre lang Leiter des Sprachgrenze im deutschen Westen, über die er -auch einen deutschen Vortrag in der Sorbonne im Jahre »030 vor seinen Lachkollegen Meillet und Lichtenbcrger gehalten hat. Feist besitzt ein großes jüdisches Wißen. Bekannt ist die Stammeskunde der Inden, die im Jahre 1925 im Verlage der ' Hinrichschen Buchhandlung erschienen ist. Ueber Nassenkunde hat er auch Vorträge im Lehrhaus gehalten. Im' Kriege war er als Berichterstatter für französische Zeitungen im Kriegspresseamt tätig. Seine'wissenschaftlichen Arbeiten erstrecken sich also, gleicherweise auf Deutschtum und Juden? tnm, und »vir hoffen und wünschen,^ daß. ngch manche geistigen Allregungen aus. beiden Gebieten seiner Feder entstammen mögen. &.* SCHACII^iCKi Schachaufgabe 91t. 39 von Justizrat M. Höflei» (Bamberg). Anneliese Lauda« ist tu .ihrem Zyklus über Instrumentalmusik zu Mozart vorgerückt." Mit der bei ihr oft gerühmten Gewandtheit und Einfühlungsgabe gab sie Ausschnitte ans der , Lebensgeschichte, namentlich der Jugendzeit, und in anerkennenswerter Weife ließ sie Dem in nianchen Biographien viclgeschinähtei» Erzbischof von Salzburg verständnisvolle Gerechtigkeit widerfahren. Etwas knapp und in der Einzelanalyse mehrfach allzu spei ventend erschien die Darstellung des speziell Musikalischen. Alice Weisender g erfreute mit, ihrer schönei» Stimme, Wolfgang RosF durch den weichen Anschlag und die gelockerte Technik, die Mozarts Klaviertverk zugute kam. L.A. Photodienst An .Neichenheimschen -Waisenhauses, das er am 1. April verließ, um in den verdienten Ruhestand zu treten. Heute arbeitet er an der 3. Auflage des gotischen - Wörterbuches, das er als junger Student in Str^ßburg begann. Im ^ahre 1905 übernahm er Me . Leitung des Neichenheimschen Waisenhauses m».Berlin. Durch außerordentlichen Fleiß vermochte er neben seinem schweren Berufe auch noch wissenschaftlich zu arbeiten. So war er 20 Jahre lang als Redakteur der Jahresberichte für germanische Philologie tätig und errang sich dadurch großes Ansehen in wissenschaftlichen Kreisen. Cr schrieb ferner ein Buch über Indogermanen und „die Geschichte - der deutschen Auflage erschienen ist. Eine-Schrift über Kelten und Germanen behandelt besonders die Frage der „ Aas den Familien > Frau Lina Gvmpertz (Essen) wird am 15. Juni . 70 Jahre alt. — Allartin Uckv (Königsberg i. Pr.) begeht am 16. Juni seinen 75. Geburtstag. -- Moritz Kastan (Berlin NW) feiert am 16. Juni Leinen 70^.,.Geblirtstag. ^— S. Becker (Jserlohnl. . Vorsitzender der Ortsgruppe des CV, vollendet gm 17. Juni sein 60. Lebensjahr. — Berthold Seen'ald (Hachenburg. Westerwald), Mitbegründer . der Ortsgruppe des EB, Gründer und langjähriger erster Vorsitzender der Ehewrch Vorstandsniitglied und Vorsteher der Kultusgemeinde. feiert am 20. Juni seinen 70. Geburtstag. — Hermann Levy (Hennef, Sieg), Leiter und Ehrenvorsitzender der Ortsgruppe des EV, seit 30 Jahren Leiter und Vorstandsmitglied^der Kreis-Synagogengemeinde des Siegkrerses, wird am 20. Juni 75 Jahre alt. —Jacob Pasch nnd Frau Julie gcv. Kraft,.chegehen am 14. Juni das Fest ihrer goldenen Hochzeit. — Emil Nrh und Frau Auguste geb. Maschke feiern am 16. Juni ihre goldene- Hochzeit. — Rechtsanwalt . Ällax Ascher (Schönlanke), Vorsitzender des Gemeindevorstands, perschied am 2. Juni im 63. Lebensjahr. Der Verstorbene war 21 Jahre Vorsteher der Gemeinde, 10 Jahre Stadtverordneter, 8 Jahre Magistratsmitglied, davon 1916 bis 1919 stellvertretender Bürgermeister. - Erich Lewin, der nach Herford als Seelsorger zur Nachfolge unseres, unvergeßlichen Freundes Goldman berufene Prediger der Synagogengemeknde Köslin, verabschiedete sich am zweiten Schowuaußabend in einem feierlichen Gottesdienst von seiner Gemeinde.. In seiner Ansprache ermahnte er Die Gemeinde, treu an Glauben und Heimat festzuhaltcn, das ererbte jüdische Gedankengut zu vertiefen und das deutsche Gedankengut allen Ansprüchen von gegnerischer Seite gegenüber nicht aufzugebcn sowie die innere Einigkeit und Geschlossenheit zu bewahre». Der Prediger segnete sodann die Gemeinde. Namens der Gemeindekörperschaften sprach der Vorsitzende des Vorstandes. Rechtsanwalt Hermann Friedländcr, den» Scheidenden den tiefgefühlten Tank der Gemeinde wie des C.-V. aus. dessen Ortsgruppe — und eine Zeitlang auch das ponunersche Syndikat — der Scheidende mit großer Hingabe, an die Sache geleitet habe. Die Feier wurde künstlerisch mnralnnt durch Orgelspicl des Organisten Paul Arndt-Berlin sowie Durch Gesang des Synagogenchors Matt in drei Zügen. Weiß:. Kc7. Df3. Tf6, Sa3, Sc5, Bb3; c2. Schwarz: Kd4, Ta2, Th6, Lf5, Sd8, Sfi3, Bd2, d5, d7, g6. Lösung der Aufgabe Nr. 38: - 1. Lb2—c3, d4Xc3 - 2. d3—d4, Kd5Xd4 , 3. Kb5—c6, Kd4—c4 4. Ds7—64 matt. — Nichtige Lösungen gingen ein von^A. Baron»- -witz, SaMtätsrat Dr, S.-Domke (Berlin),.Tierarz». M. Koschnnnski (Landsberg). Gottfried Gumbel. (Stuttgart). Ällax Wiener (Wittenberg). Justizrat M>. Höflein (Bamberg), Karl Nußbamn (Rheydt), Siegmund-Austerlitz (Gießen), .Hans Steinberger (Bayreuth). * Ins Petersburger Schachturnier 1914 kam es in der Partie der beiden inzwischen verstorbenen Großmeister Dr. Tarrasch und Rimzowitsch zur folgenden Stellung: Schivarz: Dr. Tarrasch k iw! Neunjähriger als Lebensretter Am 6. Mai d. I. rettete der neunjährige Horst Moses aus Wollin in Pommern den sünsfährigen Ätanfred Fabarius, den Sohn des Tischlermeisters Felix Fabarius, vom Tode des Ertrinkens. Der Kleine war beim Spielen in die Dievenow gestürzt. . Hörst Moses, der Sohn des Uhrmachers Artur llllvses, sprang .in ein Boot und konnte den schon mehrmals 'untergegangenen Jungen Weiß: Nimzowitsch Es geschah nunmehr:, i. .... Lh2:f-, 2. Kh2', Dh4t, 3. Kgl, Lg2:l, 4.-13, wenn Weiß den Läufer schlägt, so folgt.VZ41-, Khl, Td5! - 4...., Te8, 5. 864. Dhlf, 6: Kf2, LU:, 7. d5, 15, 8. Dc3, Dg2f, 9. Ke3, Te4:f,10. fe:, '!4f. 11- Kf4:, Tfe8t, 12. Ke5, Dh2t, 13, Ke6, Te8+, 14. Kd7, Lb5 matt. — Dr. Tarrasch erhielt für diese Partie den zweiten Schönheitspreis. * , Schachbriefkasten. — M. L. (Krefeld): Vorläufig besten Dank für Einsendung. fasten. Er hielt ihn solange fest, bis ein Mann in einem anderen Boot zu Hilfe kam und beide . Knaben an das Land brachte. ipenbetc den Frankfurter Gästen »ndiihrein Leiter r.nischendein Beifall. 0,8$<. In einein Konzerl in Kassel sang Elisabeth' T e-l I e v i e (Kasiel-Berliii» Arien von Mozart »ab Lieber von Illnstorgsln. Lüahrend in Den Arien der Eüarine^ ihrer Sriiniue znin Alisbrnek ' lam. fesselte sie i» de» Liedern durch ih?en lebendigen Vortrag. ^Die Sängerin verfügt über eine liebliche Stiimne, die. gut geschult, anchl i„ bei? bochsten Lagen müln'Ivs anspricht. Professor Felir Robert At e n b e l s s o I, n (Frankfurt a/M.» ilnelte außer den, Konzertstück von Dohnanni einige virnwse Könipoi'ilionen. in denen er nnt . großen» .Können >>nb »'orznglicliLr Technik bas -Piiblikurn.begeisterte. Im zive.iie» Teil, yörte man .Kompositionen der initivir-kenben Eellisten Werners. G e r l» a r b »iifb Rnbols T o b l ui. Sebr feiu- 'umig ist die Döblml'äie Berlonung ziveier lllilke- Gcbiclste.. „Töriclie»" und ..Frnliling".---Gerdarbs , K.ompositioneu für zwei Eelli ioioie das von iyn» . 'nr.drei Eelli geletzte Kol. Rädrei zeigte», baß er es versteh!, ben be'önbereii Eliarakler des Instrumenls mit seinen oieli'eiligen Klangwirkungen zur Geltung zu.bringen. -Den Abl'clilüs; der Knltnrbnndlonzerte..bildete ein Abend für zivei »llaviere, gespielt von. Generaynuükbirektvr..Joiepy!ll o s e n 'st o ck.. .Berlin. . . und ' Hans ' Wilüelin' 'S l e i n b e r'g. Fränksn'rt a. . Rk. Die Genanigtei»'. iw . Rbvilnuus.' die Gelanligkeit i» den Passage», bas Aneinander, greifen und Alüo'en der beiden Fnstrumenle >var / »»eifterhakt. Hinzu gelellle (ich eine geistige Tnrehbringniig, die siel,', in p!ast>ie!;er Gestallnngs- ' fviii!' vssenbarle. Das Progranun führte von Schninann über Rio-arl - Bnioni p.i 'Negers Beetyvven-Variationen »in.der mächtigen Schluß- ">!ie. K Eine aiiscl,»liche storerieliar balle die Kaininerinnsitvereinigung Btiäiael 2öi»lels (Klavier). ‘ Kan» B a i )e r in a u n (>. Violine). Ernst Drucker i.'. Violine», Richard'K a r p ('Violas und Fel!» . ,M e n b e! s i n y n (VioloiMnoe zu - .ihm» zweiten Konzen m Köln angezogen. Dein Fugend,'verk von Bral,nis. dem. r rio i)-,j„r.'ap. .8. >nr Klavier. Geige und. Ee!l,'. lolgie das Duo von Teinibert. ,msge'nl,we von. n'äetiael 2öiliel> und. L-d'.ir. ">>. -»'S 'nr »N>ivier und Geige von Sans Ba'ie'.in.ri^!.?,>!»' vobebniill 'inlbeie bas ä-äu'-Oninieu. non Doovick. .Die dizzipl». nierje und zugachn, igiiormgi'o^le . Fnbrnng des Pianisten bewirkte ein künstlerisch einheitliche# Mnsizieren. das starkes Interesse und. herzlichen Beifall beim Publikmn anslöste. — y« — Ter Kulturkreiö Halle' veranstaltete einen Ballabenabeiid mit Wilhclin G u t l in a n n .(Berlin), dessen Darbietungen stärksten Eindruck bei den Zuyörern ertveckte/ Erna K l e i n (Berlin) begleitete verständnisvoll. , . Oscar Outtrnann 50 «fahre Osear Gnttiiiann. an» 16. Juni 1685 in Brieg geboren,»vand'te sich nach Abitur »nid antänglicheii» Iuraftlidiliin zunächst' der Vinsikivisienschäft zu: . er prvinovierte bei dem berüyinten Hugo Rien»ann in Leipzig. Dann wirkte er als Theaterkapell- ' ineister i» Tilsit und. Königsberg i. Pr. und später. - in» Kriege (den er zuerst als Frontsoldat ' »nit- »iiachtes. an» TbeaterSn Rtnylyanso». tllacki dein Kriege betätigte siel, Ontthmnm tianpisächlick, als Mnsikschriststelier in Berlinnnd dann in Bresla». Von dort ries i>,n I'.lliO die - Berliner - Indische Gemeinde Iiierher. Gnttniann leitet heute den Elior der Re»iei» Synagoge. Als Rllens-ch nnd Vlnsiker ist er eil» Gegner aller .gesühlvvllen . Patyetik. So stellte er fiel, vst gegen die Romantik. N'vniit er aber in» Grnnd.e nur die nraßlose Vorliebe des P»ibtiknins für sie lressen »vollte. Seine ' Sachlichkeit — nicht. zu veeivechselii mit Rüchterirye.it —. »nit einer satirischen Ader stark gemischt, kan» z»ir'»nodernen Pkusik, deren kühnste Vertreter in Guttmann einen Herold snuden. Es gibt kann» einen, der fick, -mit Gnktinaiilis Ansichten immer ideittifizieren wird, aber sicher keinen, der nicht z»>erkeni»t, daß er Boden ansgelvckert „nb Probteme gezeigt luitte. Ve'onders sei hervorgehoben, daß er die Problematik der j ü d i s ch e.n ).ll u i i k , zu einer Feit —senkliest behandelte, z» der er da- - 'mit gerade in nineren Kreisen lange .nicht das Interesse fand, das »nai» beute.diesem Tbema eutgegenbringt. Es »vare sehr zu »vüuscheu. daß Gutty,am» seine Auschauiiugest in. großein Zusannnenhange jchristlid) zu'saininenfassc. L. A. Fritz -Spira - Jubiläum Else D u b I o'n . Wilbelii» G u t t ni a i, n . Fritz und. Willy P r'a g e r . Dora G e r s v n . R!ar E b r l i 6» . tllila '?> i l a 1 z unb — selbstverständlich — die Tochter E a m 111 n feierten vor zahlretdjem Publikum tm EafH Leon das 40jährige Bühneitjubiläum von-Fritz Spira. Aus dev Fülle des Gebotenen seien einige Aliekdoten hier wiedergegebeu. »nit denen der Jubilar selbst und der Kollege Mar Ehrlich die Zuhörer erfreuten: Fritz Spira bekennt, daß er Die Rolle des Liebhabers in» Leben lieber spielte als auf der Bühne: Er war als junger Schauspieler in» Residenztheater cinnial sehr stolz darauf, das; die schöne Schauspielerin . Rita Leon „ein Auge auf »hn geworfen hatte"; doch das Glück war von tnrzer'Datier: als Spira einmal »nährend der Probe wegen, all.;»» großer.Hitze den Rock ablegte nnd die „Röllchen" zum Vorschein känicn, rief die Schöne entsetzt: „Röllchen? Schon auS . . .!" Das hinderte'jedoch nicht, daß er in'die obersten Schichten der Gcsellsck)aft anfsteigen konnte: in» Lnstspiclhans gab Spira über 200mal die Rolle des Erzherzogs in»' „Fcldherrnhügcl": als das Töchterchen Eamilla in der Schlile gefragt >vn»de, >vas ihr Vater fei —'mm.-ist daS nicht selbstverständlich, daß sie da nutivortete: „Erzherzog!"? Während Spira noch die Erzherzogrolle ans der .Bühne spielte, filmte er sie auch und dadurch' cntstai'.del» zeitliche Kollisionen. Was sollte er tun. Hier das §u-den'Proben verpflichtende feste Eligagement an» Theater^ dort die lockende- und silberklangbegleitete Arbeit im Atelier — da »miß inan-sich zu helfen »visscn. Tllan koinmt znn» Beispiel einige Stunden zu spät aus den» Atelier zur Probe und hört bereits von »veitein den Direktor to-ben; ...rvö ist denn der Spiraschon »vicde'r, so eine Wirtschaft/—!" bin, na ja. - Aiän' klebt sich einen großen Bart und »vandelt so ganz.plötzlich mitten ilber - die Szene. „Was will denn der hier?. Raus, hier ist Probe!" .schreit der Direktor und der Bartmann, alias Spira, geht'und fährt vergnügt »viedc.r ins Atelier . . . Am nächsten Tage evfihrt er dem Herrn Direktor,- der ihn 'veg.-!, 'sei'iies' Febl.eiiS' ziir .Rede' stellte, daß er :!m ja selbst rausgeworsen habe. Wie das ansgmg,. .»vnrde nicht bekanntgegeben. Hilde Karr. Iübischc Ehorvkrtinigung Frankfurt a, R. k. P. Iie Aü'iubrung veu Hänbels ..Judas Plakkabau»" - »st in 'Aussicht genommen: Tie Proben haben bereits begonnen, Ta-L Orchester des Kulturbundes .Rheim Main wirkt ,nit. Der Kulturbund hat auch den Verein ausgefordert, bei der Ausführung des Werkes eines zeitgenössischen jüdischen Komponisten die , Chorpartie zu übernehme». Stimmbegabte Herren und Damen, die -am gemcinschgsttichen Singen Freude haben, meldensich bei Tr. 'R. E h r eure i ch . Frankfurt a. M.. Sternstr. -t0. Zum Kinderchor sind noch Anmeldungen von Knaben und A!ädchen im Alter von 9 bis. 14 Jahren »nöglich. Der Syiwgogenkomponist Jakob Dymont, dessen Freitag-Abend-Liturgie in den meisten konservativen Gotteshänscri, Berlins zi» Gehör gebracht worden ist. hat jetzt alich eine Vertonung der . S a b d a t - M v r g e n - L i t »i r g i e gcsdiaffcn. Die Nransfnhrnn'g die-ser Renschöpfung »vird demiiädist bekanntgegeben »vcrdcn. Um ein Laienspiel . Die / „Kurhesjischc Landeszcitung" in Kassel schreibt: ..Für das große HiminclfahrtSfest auf den, ' Heiligcnberg »var Die Anssührung eines Laien- . spiels „Grenzinark" von Cttcr Bruder vorgesehen. Wie sich im letzten Augenblick herausstcll.le, handelt es sich bei dem Verfasser des Stückes um einen Judenj Ntit Recht haben daher die' in dein Stück rnitwirkenden Laienspieler eS abgclehnt, ein jüdisches Werk zur Äufsührnng zu bringen nnd damit jüdischem Geist zu dienen. Das Volsksest findet irn übrigen irn geplanten' Nahmen statt.. . - Wieder einrnäl Judas Hand! Versteckt und geschickt getarnt hat ein Jude es verstanden, sein volksireindes Akachiverk in einen» Verlag »mterzubvingen und damit die Viöglichkeit e»'- rcichtheS der L-esseiitli^keit zu präsentieren, sic mit jüdischen». Geistesgut zu beeinflnssen. An dem' geinnben Geist unserer klirhessischen Laud- - bevölkcrnng . . . ist der.Versuch gescheitert. Wir wehren »ms dagegen, daß »ms heute noch von den Verlagen in der Laienspielliteratur jüdische ,Scknnierereien -Lorgesetzt - werden, mögen sie and» inhaltlich iioch so national verbrämt sein, . . ,Es ist ans den» Kommentar nicht ersichtlich, ob die Entbeckniig ans Grund von Feststellungen-über den Auto: oder von der Stitkritik her erfolgte. Eine bewußte Tarming wjirbe nach unserer Anstassung vo»r j.üd»schcr Ehre auch unsererseits.abzu» lehnen jein. °