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Central-Verein-Zeitung · 1935-06-04 · 23 (4.6.1935) · page 22

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
23 (4.6.1935)
Date
1935-06-04
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Wie geht es den ausgewanderten jüdischen Aerzten? Von Dr. JFritz Aron In der Nummer 51 des Jalirgangs 1D34 ...Deutschen Aerzteblattes" Hatte Ä^Hadrich eine Zusammenstellung über die nichtarischSn Aerzte in Deutschland vervfsentlicht. Er hatte dabei die Zahl der in8 Ausland oder unbekannt Verzogenen mit ' 578 angegeben und' dämit 6488 nichtarische Aerzte -bei Beginn der nationalen Revolution errechnet. .Wir hatten in einem Aufsatz in der >,C.-V- Zcitung' Nvr-1 vom 4. Januar 4935. die -Zahl der ausgewanderten Aerzte auf Grund unserer Unterlagen mit 1500 angegeben, so daß mir auf eine Gesamtzahl von 7500 nichtarischen Aerzten vvr^. der nationalen Revolution kamen. Rcgierungsrat Dr.-Hans Dornedden gibt in einem in Nr.91 Jahrgang 1035 im „Deutschen Acrzteblatt" erschienenen Aufsatz „Deutschlands Aerzteschast" auf Grund der Unterlagen im „Aerztlichen Handbuch und Aerztcverzcichnis", das als Zweiter Teil des „Reichsmedizinalkalciiders" herausgegeben wird, die Zahl der ins Ausland abgemeldeten Aerzte mit 1307. an. Wenn , man erwägt, daß nicht alle ausgcwanderten Aerzte sich bei den zuständigen Aerztelammern abgemeldeb haben, so beweist dies, daß uüscre frühere Angabe der Zahl der ausgewanderten Aerzte mit 1500 ^als zuverlässig auzuschen ist. Die von Herrn Dr. Dorneddeu angegebenen. Zahlen sind aber für die Beurteilung der Lage der nichtarifchen Aerzte in Deutschland auch in ariderer J Hinsicht von Bedeutung. ES sind unter den ausgewaNderten Aerzten im- Alter unter 30 Jahren im Alter zwischen 30 und 45 Jahren r!i und darüber V*. Ta sich in der Gesamtärztcschaft nur '/«« der Aerzse im Alter bis 30 Jahre, ^/w im Alter zwischen 30 und 45 Jahre uird '/,« darüber befinden, folgt aus dieser. Altersschichtnng der abgeroanderten Aerzte. daß in der Alterszusammensetzung der nichtarischen Aerzte in Deutschland eine wesentliche Ueberalterung gegenüber der gesamten Aerzteschast eingetrcten ist. ^bir dürfen nicht fehlgehcn, wenn wir annehmen, daß sich seht über die Hälfte der nichtarischen Aerzte in Deutschland im Alter über 45 Jahren befindet. Da ein Nenzugang . an jüdischen Aerzten in Deutschland nicht mehr erfolgt, ist deshalb damit zu rechnen, daß bei der festgestellten Ucbcralterung die Zahl der nichtarischen Aerzte in Deutschland auch ohne Auswanderung in den nächsten Jahren stark rückläufig wird. j/. Ob es daher möglich sein wird, in absehbarer Zeit die Aufgaben der Gesundheitsfürsorge der Juden in Deutschland. die ordinino^a«n"'""> <--.-1 ' '.-et z-.a vcxufs. tätigen Aerzte. die Frage der Assistenzärzte, der Forschung und der Fortbildungsmöglichkelten für die jüdischen' Aerzte in Deutschland' dann immer schwieriger. Nach den Mitteilungen von Dr. Dvrnedden sind ausgewandert: Alls Berlin 572. glw Hamburg 58. . aus Frankfurt 59, aus den übrigen deutschen Großstädten 335, . .125 ans den Städten mit. 50—100 000 Ein- - wvhnern und' '; 158 aus den kleineren Gemeinden. ° 584 der Auswanderer sirld ins Allsland ohne weitere Angaben abgemeldet. Bon den übrigen verteilen sich auf die curo- - bätschen Länder 45 v. H.. während nach Palästina. 33.6 v. H.. nach dem übrigen Asien 5.5 V. H.. nach Afrika 2,9 v H. und nach Amerika 13 v. H. ausgewandcrt sind. Der größte Teil der in Europa gebliebenen Aerzte hat sich in England. Frankreich und Italien angcsiedclt. Nach den Mitteilungen, die wir durch die jüdischen Hilfsorganisationen erhalten haben, ist über das Schicksal -der ausgewanderten nichtarifchen Aerzte folgendes zu berichten: In Frankreich befinden sich ungefähr '100 Aerzte. die aber keine Aussicht haben, die Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit zu erhalten. Dasselbe gilt von den Aerzten, die in die —übrige^r-eurvpäischen' Länder,ausgewandert sind mit Ausnahme von England, Italien und Rußland. „ In En gland haben die Aerzte. dje vordem 1. April 1934 mit dem erforderlichen Ergäuzungsstudium begonnen haben, die Aussicht, die Erlaubnis zur Prarisansüblilig in England zu erhalten. Bis jetzt haben weit über 100 Aerzte die Examen bestanden und. die Niederlassungserlanbnis erhalten. Tie Gesamtzahl der in. England noch studierenden Aerzte ist auf 75 zu schützen, so daß aller Voraussicht nach 175 Aerzte insgesamt eine neue Existenz in England finden können. Ein Teil der Aerzte.^ die die englische Anerkennung erworben haben, hat sich auch in desi englischen Uolonwlgebieten niedergelassen, mit Ausnahme von Kanada, für das besondere Bestimnumgen gelten. In I t a l i e n haben ungefähr 100 Aerzte die ersorderlichcn Prüfungen gemacht. Sie können, falls sie vor dem 1. Januar 1935 niedergelassen sind, mit der Eintragung in das Aerzteälbum rechnen. ' Soweit sich Aerzte im übrigen Teil von Europa mit Ausnahme von Rußland befinden, haben sie hren Beruf gewechselt, und sind nicht mehr als wrzte-tätig. lieber R n tz I a n d sind wir nicht näher orieuert. Doch ist uns aus der deutschen Tagespresse bekannt, daß ein großer Aerzteinangel besteht. Es . ist deshalb anzunehmen, daß die Erlaubnis zur Prarisausübung in Rußland erteilt wird. . r— PHILO - LEXIKON—-a Handbuch des jüdischen Wissens Ueber 18 000 Exemplare wurden in knapp 6 Monaten verkauft. Ein durch* gesehener, verbesserter und ergänzter Nachdruck erschien vor kurzem Zehn Stirn men über ein Buch Es fehlt nicht* .... Glänzend erdacht .... . *.. Ein Novum ohne Vorbild ..... Ein kleines Wunderwerk ....... Ein Geleiter zum Wissen.. .... Ein Bedürfnis ist erfüllt...... Es ist fast unbegreiflich .. Eine überparteiliche Arbeit ... Bewunderung und Anerkennung Eine bemerkenswerte Leistung . Der Schild Monatsblätter des Kulturbundes C - V. - Zeitung Prof. Ismar Elbogen Israelitisches Familienblatt Berliner Gemeindeblatt . Zeitschr. des Ordens Bne Brith . Kurt Pinthus . . Max Osborn . Jüdische Rundschau Philoyerlag und Buchhandlung G. m. b. H„ Berlin W 15, Emser Strasse 44 e Fern.spr. J 2 Oliva 1375 Freitag, den 7. Juni, und Sonnabend, den 8. Juni, bleiben die Büros des Central- Vereins geschlossen Der Hauptteil der ausgewanderten deutschen nichtarischen Aerzte hat sich, abgesehen von Palästina. nach den Vereinigten Staaten begeben, wo nach den Angaben der dortigen Hilfskomitees 400 Aerzte aus Deutschland eingewand'ert sind/ Auch hier wird die Erlangung zur, Erlaubnis der Praxisausübung keine großen Schwierigkeiten machen, da in den meisten Staa-- ten kein besonderes Studium, sonderir nur das Ablegen einer Ergänzungsprüfung verlangt wird. Besonders entgegenkommend,ist herStaat Nci»» Jh o r k. in dem für solche Aerzte, die bereits fünf Jahre Praxis ausgeübt haben-, die Erteilung der .Lizenz nur von dem Bestehen eines: Spracheramens ablsiingig gemacht .wird. Es hat sich daher die Mehrzahl der eingewanderten Aerzte im Staat Newchvrk niedergelassen. Es ist aber vor- . teilhafter, in die Weststaaten zu gehen, und die . dort-verlangten Prüfungen abzulegen, weil. Aussichten auf Gewinnug einer Praxis dort besser zü sein scheinen. - ... In P a l ä st i n a befinden sich 600 deutsche nichtarische Aerzte. von denen sich ein Drittel tn . bezahlten Stellungen befindet, ein iperteres Drittel Privatpraxis ausübt, während sich der Ziest zur Berufsumschichtung entschlossen hat. Die Aussichten in Palästina sind für.Aerzte, trotz der zahlenmäßigen Ueberfüllung. auch heute noch nicht '.ungünstig, da mit der zunehmenden Einwanderung auch der Bedarf an gut ausgebildeten Aerzten steigt. Ob in Palästina eine Aenderung nt der Lizenzerteilung eintritt. ob vor allem die Erlaubnis zur Praxisausübung von. der palästinensischen Staatsangehörigkeit abhängig gemacht _ werden wird, kann sticht gesägt werden. Es ist - aber als Beweis kollegialen Gemeinschaftsgefühls festzustellen. daß' die gesamte palästinensische Aerzteschast sich gegen diese Lizenzbeschränkung . erklärt hat. - Im übrigen befinden sich nichtarische Aerzte . aüs Deutschland in allen möglichen Ländern: in ' China. Irak, Indien, Australien, Nord- und Südafrika, Südamerika. Die Schwierigkeiten für die Niederlassung der Aerzte bestehen, darin,, daß sic neben der Arbeitserlaubnis m fast allen Ländern _ einer besonderen Anerkennung ihrerärztlichen Approbation bedürfen. Die Berichte der ausgewanderten nichtarlschen Aerzte. von denen wir Kenntnis erhalten haben,'sind zum größten Teil günstig. Sie zeigen den Mut und die Entschlossenheit, sich trotz aller Schwierigkeiten eine neue Existenz aufzubauen. Eine ganze Reihe nichtarischer ärztlicher Wissenschrftler hat besonders in England und Nordamerika durch Stipendien die Möglichkeit zur Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Arbeit gefunden und andere sind in leitenden Stellungeü in Krankenhäusern und Instituten tätig. Bei dem Ausbau, der Universität Istanbul sind über 30 nichtarische Professoren angestellt worden? Wenn auch gegenüber der Notlage vieler nichtarischer Aerzte nicht alle Hoffnungen und Erwartungen erfüllt werden konnten, so ist mit Dankbarkeit sestzustellen. daß man bei den entsprechenden Hilfsorganisationen Verständnis für die besonders gelagerten Verhältnisse der Aerzte gehabt hat. und es dadurch möglich war, in weit größerem Umfange, als man ursprünglich erwarten konnte, Aerzten zu einer neuen Existenz zu verhelfen. Die ausgewanderten Aerzte sind daher dem . H i l f s v e r e i n d e r d e u t schon Iuden, Hicem, Joint, Ose, zu ganz besonderem. Dank verpflichtet. Die Tatsache, daß sich so viele nichtarische Aerzte. die ihre Ausbildung, in Deutschland erhalten haben, im Ausland befinden, ist für das Ansehen der ärztlichen deutschen Wissenschaft von erheblicher Bedeutung. Außerdem scheint es uns für die pharmazeutische deutsche Industrie recht wichtig zu.sein, weil diese Aerzte an den. Bezug deutscher pharmazeutischer Produkte gewöhnt sind. Ob für die in Deutschland befindlichen nichtarischen A.-rzte noch weitere Möglichkeiten im Ausland bestehen, läßt sich nicht Voraussagen, zumal die Bewilligung für die Mitnahme von Geld. Mitteln, die für den Aufbau einer Existenz notwendig sind, seitens der Devisenbewirtschaftungsstelle erheblich erschwert ist. Wenn aber , eine weitere Auswanderung von Aerzten erfolgt, so sollte sie nicht planlos geschehen. Nur eine geordnete Auswanderung bietet die Sicherheit für eine neue Existenz. Ein weiterer Stein "wird ausgebrochen ... Die im Schundroman „Biarritz* des Anti-« semiten Goedsche beschriebene mitternächtliche Versammlung auf dem alten Prager. Judensriedhvf ist bekanntlich ein Bestandteil der vom Berner Gericht als .Fälschung gekennzeichneten „Protokolle der. Weisen . von Zion" - geworden. Der von dem Antisemiten. Leonhard xedi-. gierte „Volksbund" in Basel hat Goedsches Schauerniär vor . einigen -Dtonaten aus- . gegriffen. Es war dort, zu lesen von der Rede eines. Rabbiners Reichhorn am Grabe des Groß- . rabbiners Simeon ben Jehuda 'aus dem. Jahre 1869. Auf eine Anfrage der Jüdischen Gemeinde: in Vevey-Montreux hat nun die Jüdische Ge- ' meinde in Prag folgendes: Schreiben gesandt: ». In Beantwortung Ihrer. Zuschrift vom 28. November 1934 teilen wir höflich folgendes mit: , Die im Archiv unserer Gemeinde und die bei der jüdischen Beerdigüngsbrüderschaft in . Prag eingeleiteten Nachforschungen haben ergeben. daß im Jahre 1869 kein Rabbiner Simeon ben Jehuda in Prag gestorben oder beigesetzt wurde, so daß auch keine Grabrede aus dem.jüdischen Friedhof gehalten werden konnte. Weiter wurde festgestellt, daß weder im Jahre 1869, noch überhaupt im ganzen neuzehnten Jahrhundert ein Rabbiner.namens Reichhorn än Prag gewirkt hat, und nicht einmal dem Namen nach in Prag bekannt ist. Ebenso wurde festgestellt, daß weder in hem Archiv, noch in der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde eine Grabrede eines Rabbiners Reichhorn oder eines Rabbiners Simeon ben Jehuda enthalten ist und das über eine solche Grabrede absolut nichts bc- .kannt 'ist. Infolgedessen halten wir uns für berechtigt, zu erklären, daß Mitteilungen über eine solche Grabrede und' ihren vermeintlichen Inhalt bc- : treffend, erfunden sind. Wie die „Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" meldet, veranstaltet die Führung der Deutschen Burschenschaft für ihre sämtlichen Amtsträger ein Frühjahrslager in Eisenach. Unter den Themen, die während der Schulungswoche behandelt werden, befindet sich auch die Judenfrage. Bei dieser Gelegenheit wird u. a. der Sachverständige im Berner Judenprozeß um die „Protokolle der Weisen von Zion", Oberstleutnant a. D. Fleischhauer, sprechen. 4^ Einrichtungen der JFB sollen rituell sein Der Jüdische Frauenbund hat auf seiner Borstandssitzung vom 27. Mai in Berlin beschlosien, den ihm angeschlosfenen Ortsgruppen und Vereinen erneut in Erinnerung zu bringen, daß es seit der Gründung des JFB zu seinen Grundsätzen gehört, all seine Institutionen streng rituell zu führen. Darunter ist "zu verstehen, ^daß die Heime des JFB den Ansprüchen aller Gesetzestreuen genügest müsien. ■ Der Jüdische Frauenbund erwartet von seinen Mitgliedern, daß gerade diese Zeit sie bereit finden, an-diesen Grundsätzen sestzühalten und sieht in deren Aufrechterhaltung eine Pflicht der Solidarität der jüdischen Gemeinschaft. Robert Goldschmidt gestorben In Nizza verstarb im Alter von 57 Jahren der bekannte jüdische Finanzmann und technische Erfinder Robert.Gold sch midi, Sohn des Begien. König Leopold von Belgien und die Mitglieder-der belgischen Regierung sandten an die Familie des Verstorbenen Beileidsdepeschen. Klarstellung. Zu unserer neulich gebrachten Notiz über eine Veranstaltung -der Deutschen Christen in Königsstadt (Ostpreußen) und den dabei - namentlich angeführten Redner Trinius machen wir. ergältzend darauf aufmerksam, daß es sich hierbei um den Referendar H a n s Trinius (Wiesbaden) und nicht um den in Berlin wohnhaften Schriftsteller Bernhard Trinius hau- AS «UTE HANDWERK Aufzüge Ernst Fischer Fährst uhltabrik W 50, Kulmbacher Strasse 6 B 4 Bav. 7851,52. Nachtruf: 6 3 Lichter!. 7758 Rep'aiaturen jeder Art, Pflege. Fahr- . stuhlseile ■ EMS*-Lieferant u.MitBl.d.JDd.Gem.^B Auto-Zubehör 3 Autoreifen . Autozubehör Vulkanisier-Anstalt. S&mtl. renommierte Fabrikate sowie grosse Auswahl in gebrauchten und neugumm Reifen. «loitslfhenerrahren schnellstens 1 billigst.^ R. Herzlinger, Grunewaldatr. 82. Auto-Roparatur 'itgem. J’reise. 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