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Central-Verein-Zeitung · 1936-12-31 · 53 (31.12.1936) · page 10

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haberische, bessern,Isterische Tyrann mit dem guten Herzen, den genußfähigen Sinnen und dem Hellen Verstand, ein wohlhabender Kaufmann aus der Wallstreet, der draußen ein HäuZchen hat und gut zu leben versteht.' Mit Furcht und Liebe, sicht und schildert ihn der Sohn, und aus dieser Mischung ergibt sich ein prachtvoller, zurückhaltender Humor, der mit feinen und heiteren -Beobachtungen ans dem Familienleben und dem Leben der Welt ringsum seine besten Wirkungen erzielt, (m, etwas altmodischer, behäbiger Typ ist dieser herrschende Hausvater, und etwas altmodisch und behäbig ist das alles erzählt und von Hans F a l l a d a ebenso übersetzt: aber, gerade das macht : den Reiz dieser herzhaften .Erinnerungen aus.; K. P. - Die JFibel „Sn goht’s schnell!“ Im Aufträge des Jüdischen Lehrerverbandes in Deutschland." bearbeitet von Cilli Marx. Bilder von Otto Schloss und Walter Iierzberg. Verlag Rudolf Schick und Co., Leipzig, 1936. Eine im praktisck>en Schuldienst stehende Mische Lehrerin hat. die Fibel für die Bedürfnisse .des Anfangsunterrichts im Deutschen zusammengestellt. Zwei jüdische'Künstler haben sie mit kindgemäßem . Bildschmuck versehen.. Die Pädagogin hat sich mit den Illustratoren zu dem Zwecke vereinigt, ein Schulbuch zu sclmsscn, das die ABC-Schützen der jüdischen Schule m taktvoller und unaufdringlicher Weife in den jüdischen Lebensraum eiuführt. Sv ist in der neuen jüdisck)en Fibel vom. Sabbat, vom Thnagogenbefuch, vom Sederabeud, von den ^übrigen Festtagen, von Mose und auch von Palästina die Rede.- An allgemeinem Stofs fehlt es ebenfalls nicht (Märchen nsw.). Die Fibel wird bereits an vielen jüdisckzen Schulen benutzt. Aber erst' wenn die Ergebnisse dieser praktischen Erprobung vorliegen, wird eine Bc-nrteilnng des pädagogischen Wertes der Fibel möglich sein. l'. b. Aus der wissenschaftlichen Welt Der vor kurzem verstorbene Vorsitzende des Direktoriums des amerikaniscl>en Ort-Verbaiides zur Fördern»«) von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden. Tr. Henri, Al v s k o w i tz . bat -eine Reihe jüdischer Institutionen testamentarisch bedacht. Seine umfangreiche . Bibliothek har Dr. Moskowitz der Hebräischen Universität in Jerusalem hinterlassen. Das Prosessorenkvlleginm der Akademie der bildenden Künste in W i e n hat den Präsidenten des Vereins der Mnseumsfrennde.Dr. Felir Freiherr v. Oppe n h e i m er, einstimmig zum Ehrenmitglied der Akademie gewählt. „Oer Freund" Saul .©in s b u r g . der erste jüdische Zei-. tungsredaktenr im Borkriegsrnßland. nicht minder bedeutend als Sammler jiddischer Volkslieder und Historiker, ist kürzlich siebzig Jahre alt'geworden. Man feiert sonst Redakteurs,nbiläen nicht eben sehr laut, um so wichtiger dürste es sein, die Arbeit dieses Mannes zu würdigen. Denn Ginsburg war wohl der beste Journalist seiner Epoche, und sein Blatt ..Der Freund" hielt das ungemein hohe Niveau der liberalen Presse Rußlands. die trotz allen Zensnrnöten ern^verantwortlich und idealistisch redigiert wurde, Ginsbnrgs Anstzabc war Pionierarbeit. Der Stil einer jiddischen Zeitung mußte, als er den „Freund" ins Leben rief, erst geschaffen »'erden, und was Ginsburg in bezug auf die Zcitnngsanfmachung wie die Art der Berichterstattung, der Belehrung und die Schreibweise einführte. ist für die besten jiddischen Blätter bis heute vorbildlich geblieben. „Der Freund" hatte allerdings auch einen spontanen Erfolg. DaS Blatt wurde nie frei verkauft. aber e8 hatte fünfzigtausend Abonnenten in ganz Rußland, und es ist gewiß nicht übertrieben, anzunehmen, daß es mehr als zehnmal soviel Leser hatte. Und was für Leser! Man las es voller Eifer, man studierte es förmlich, und die Abpnnementsgelder kamen häufig mit frommen, begeisterten Segenswünschen! 'V Ginsbnrgs „Trick" bestand darin, daß /r de» . jüdischen Leser so ernst wie nur möglich nahm und so hoch wie nur möglich schätzte. Für unzählige Leser in den rnssisck)en Nestern war dies Blatt der einzige Zugang zur Welt, der Nedakteur hatte also ein hohes Amt und war sich dessen bewußt:, Seine Zeitung war.ernst vom Kopf bis zur letzten Notiz, es gab. kein müßiges Wort darin, und selbst das Feuilleton war alles andere als spielerisch, sondern ernst, ehrlich, mit Wissen und Wissenschaft hoch beladen.; Als er die aufreibende Arbeit nicht mehr leisten konnte und das Blatt verließ, blieb er seiner Arbeitsweist treu. Ginsbnrg, der mit Marek die erste gute Sam m I u n g j i d d i s ch e r Volkslieber herausgegeben hatte — sie ist noch jetzt maßgeblich —. schrieb später über hebräische Literatur in russischen Zeitschriften und wurde einer der geschätztesten wissenschastliclien Mitarbeiter der historischen Fachzeitschrift. „Pereshitoje". Später verließ er Sowjetrußland, er lebt jetzt in Amerika. Er gilt als der hervorragendste Kenner der Materialien zur jüdischen Geschichte, die in denrnssisci>en Regierungsarchiven ruhen, und seine Arbeiten über die jüdischen Kantonisten (Kinder, die zur Zeit Nikolais I. zu Soldaten gemacht wurden, um getauft zu werden), über jüdische Zwangsgetaüfte, über den Anteil der Inden an den napoleonischen Feldzügen und^andercs mehr sind vorbildlich. ' L. H. Wandmalereien von Ludwig Schwerin . Im 'Speisesaal der Indischen Künstlerküche in der Sächsischen Straße 72 in Berlin hat der Berliner Maler Ludwig Schwerin sehr dekorative- Wandmalereien geschaffen. Er bekam vom Damenkvmitce der Künstlerhilse den Auftrag, zu Channkka etivas Lustiges und Frohes zu gestalten, denn in den gastlichen Räumen sollte das Schöne mit dem Praktischen wetteifern. Und so hat Ludwig Schwerin sich an die Aufgabe gewagt, eine sieben Pieter lange Zimmerwand dekorativ aüfznsassen. Sehr amüsant wurde die Längswand, des Raumes. mit drei Medaillons bemalt, eines davon oval, die beiden anderen in der Form richtiger Unndmedaillons. In diesen ansgesparten Feldern.wurde einmal die Personifizierung des Trankes, ein anderes Rial die der Speise, ganz zuletzt die der Frucht von dem-Künstler malerisch dargestellt. Sehr amüsant, wie Realismus und Idealismus gepaart sind, wie jedesmal ein Hiinveis ans das Buch der Bücher gewählt, andererseits aber zu gleichen Teilen die Verbindung mit dem Speisesaal lnhattlich hergestellt wurde. Ta lagert also behaglich und weinfreudig Noah, von dem schon die Bibel im l. Most 9 berichtet: „Noah aber fing an, und ward ein Ackermann lind pflanzte 'Weinberge..." Rund -herum hat Ludwig Schwerin die, verschiedensten Attribute des Weines gemalt, den Fuchs, Dem bekanntlich die Trat,den zu hoch hängen, oder den Panther, den schon dieuralte Baechnslegende kennt: nicht zuletzt aber in bunter Anfmachnng. in bunten Farben, die Weintrauben. den Oel.zwcig, die Taube, lind dann kommt das zweite Medaillon, ebenfalls sehr reizvoll, das die Speise versinnbildlicht. Abraham und die drei Männer und neben ihnen Hagar sind da zu sehen, umrahmt von einem Blumen- und Laubgewinde, in dem der Kürbis lind der Fisch lebendig, gegeben sind. Während im letzten Feld die Kundschafter auf das Gelobte Land blicken. Kanaan, das heilige Land der Väter. ' DaS alles ist flott gemalt, und man sieht, daß Ludwig Schwerin seiner dekorativen Ausgabe gewachsen ist. Damit die ' vielen Künstler und Künstlerinnen immer daran erinnert werden, wie sehr-für ihr leibliches Wohl in diesem Eßzimmer gesorgt wird, hat der Maler an den anderen Wänd'en verstreut Putten mld Parodien ans verichiedene Gänge der Speisekarte geschaffen. Das alles ist amüsant, malerisch lind reizvoll. Olga Bloch. Das Sekretariat für Bildende Kunst eröffnet am 8, Januar zwischen 11—14 Uhr im Klnbheim. Marbnrger Straße 5, c^ne neue Ausstellung. Gertrud B u r s ch - D r e v f n ß , 'Anneliese R a t k o w s k i - B r a u n und' Mar S ei m a n n zeigen ihre Arbeiten. Täglich Besichtigung von 11—14 Uhr, Im März" 1937 veranstaltet das Sekretariat für Bildende Kunst eine Ausstellung mit ' dem Titel: Das jüdische Kind in der bildenden Knnst. — Sprechstunden des Sekretariats: Kantstraße 158. Dienstag und Freitag. 12—13 Uhr. Telephon: Bismarck 7369. würdevolle Feier wurde von Musikdarbietungen von Dr. Jakob Sa ko m und Luise Minden umrahmt. 8. bl. Im Rahmen der Sinai-Lehrgänge der Agudas« Jisroel in Berlin sprach Rabbiner Dr. Esra Munk am 22. Dezember über das Thema: „Nicht sterben will ich. denn ich muß leben!" Er erläuterte die jndisckie Ausfassung vom Leben und ' Sterben de? Atenschen und' betonte, daß es jübisckrer Lebenshaltung entspreche, auch dann 'den Willen zum' Leben zu behalten, wenn Schwierigkeiten und Sorgen scheinbar das Leben unwert machten. Die Pflicht zum Leben sei eine Pflichte gegenüber sich selbst, gegenüber der jndisckren.Gesamtheit und der messianischen Aufgabe, die dieser Gesamtheit übertragen sei. R—ck. . Franz-Rosenzweigr-Gedenkfeiern Ganz nnfeierlich, doch in schlichter, schmuckloser Würde ehrte der Berliner Kulturbund das Andenken des fünfzigjährigen Franz Rosenzweig. Die Sprecherin des Abends, Bertha B a d t - S t r a n ß. offenbar aufs innigste pertraut mit dem elterlichen Milieu und der 'Persönlichkeit des früh 'Verstorbenen, hielt sich vor allem 'an das menschliche Bild Rosenziveigs. dessen Leben ein. glänzender Aufstieg war und. dessen Tod (wer denkt ba nicht an Heinrich Heines dichterisch" verklärte Hivbszeii?) einen sieben Jahre dauernden Kämpf des Geistes mit der Materie heroisch endete. In knappen, ungemein eindrucksvollen Ausführungen schilderte die Referentin, wie sich in diesem regen, für alles Jüdische zunächst ganz unempfänglichen Geist die Entwicklung zum Judentum hin vollzog: als ein Akt instinktiver Abwehr gegen die Versuchungen abtrünniger Freunde, denen der Jüngling das stolze Bekenntnis „Ich bleibe Jude!" entgegensetzte, sodann aber als das deutliche Resultat des Zusammentreffens mit Männern 'wie Hermann Eohen und Martin Buber. Krieg und Krankheit stärkten nur noch sein jüdisches'Bewußtsein. das sich doch niemals irgendeiner Partei oder irgendeiner religiösen Richtung verpflichtet fühlte: sie schufen an den Merke» mit. die von der Vortragenden ihrer inneren Bedeutung nach nür ganz allgemein, t» wenigen markanten Stricistn. charakterisiert werden konnten, am „Stern der Erlösung", den der Frontsoldat in einzelnen Feldpostbriefen entwarf, an der großen Bibelübersetzung, die der hebräisch Geschulte gemeinsam, mit Martin Bnber in Angriff nahm, und schließlich an seinen „Briefen", die als Rosen» zweigs jüdisches 'Vermächtnis anznsthen seien. Sein letztes . Werk sollst, wie die Rednerin bemerkte, kas jüdische Gesetz, behandeln und ein Alljndentnm umfassen: es ist leider nicht Inehr zur Ausführung gekommen^ Y H. L. Die F r a n z R o s e n zw e i g) G ed ä ch t n i s Stift» n g Hamburg hatte aus Anlaß der 50. Wiederlehr des Geburtstages von Franz -Rosenzweig zu einer Gedenkstunde geladen, deren Mittelpunkt der Vortrag von Dr. Eduard S tr a u ß , der dem nächsten Freundeskreis Rosenzweigs angehörte. bisdete. Dr. Strauß zeigte das * Leben Rosenziveigs als ein Leben auf, das im Dasein.und Werk zur rechten Zeit gelebt worden ist: als ein Leben, in dem sich der Anruf Gottes 'zur \ Tat planvoll offenbarte. Die Gottgläubigkeit. dst ihn'erfüllte, schenkst ihm das Vertrauen zur Tat. seine Treue zum Werk. So trat er als der große providentielle Mensch künderisch mit feinem einzigartigen Lehrauftrag in unsere Mitte. Dr. Strairß zeichnest die Lebensgestalt und das Werk Rosenzweigs mit ergreifender Feinheit und Tiefe. Die Der Handelsschule der Jüdischen Gemeinde Berlin-ist durch.Erlaß des Staatskom'missars der Hauptstadt Berlin vom 14. Dezember 1936 für ihren vier Halbjahre umfassenden Handelsschllllehrgang das Recht zur Erteilung eines Abfchlußzeugnissts verliehen worden. Auf Grund dieses Zeugnisses werden die Absolventen von der Berussfchulpslicht befreit. Den Absolventen der Höheren Handelsschule der Gemeinde wär die Befreiung schon früher verliehen. Für die Schüler beider Lehrgänge ruht die Berufsschulpflicht außerdem für die Zeit des. Schulbesuck)es. Die Absolventen der Handelsschule stehen damit denjenigen . der öffentlichen Handelsschulen gleich. Anmeldungen für die ,höhere Schule der Berliner Jüdischen Gemeinde. Das Fortschreiten der Anmeldungen für die höhere Schrlle Der Berliner Jüdischen Gemeinde läßt die Eröffnung einer Reihe von Klassen bereits gestcl-ert erscheinen. Der in Aussicht genommene Leiter der Schule hält ivöchentlich viermal (Sonntag. Montag. Mittwoch. . Freitag von 12 bis 13 Uhr) im Bvrwältungsgebäude Rvstnstraße 2—4. Sprechstunde, ab; dort jvcrden auch mündliche, Anmeldungen entgegengenommen, die insbesondere für die Sexten zN'cckmäßigerweiseI beschleunigt erfolgen, da für den Uebergang von der Grundschule besondere Versahrllngsvorschrifstn bestehen. Aufnahme in die Jüdische Lehrerbildungsanstalt Berlin. Bewerlnmgen um Aufnahme in dem zu Ostern 1937 beginnenden neuen Lehrgang der- Jüdisck)cn Lehrerbildungsanstalt Berlin sind bis zum 31. Januar 1937 dem Preußischen Landesverbänd jüdischer Gerneinden. Berljn-Charlottenbnrg 2; Kantstraße 15.8, einznreicheü. Voraussetzung für die Aufnahme ist für männliche und iveibliche Beiverber das Reistzcngnis einer höheren Lehranstalt. ^Der Bewerbung ist ein Lebenslauf und die Abschrift des 'Neisezengnisses beizüsügen. An der Hebräischen Lehranstalt der Indischen Ge« , meinde; zu Berlin soll im Januar ein arabischer Kursus für Anfänger (einmal resp. zweimal wöchentlich je anderthald Stunden) eröffnet werden. ^Lehrer: Tr. Mvsts G v l d mä n n. Inter- , essenten werden gebeten, schriftliche Anmeldungen nüter Angabe ihrer hebräischen Kenntnisse und ihre? Berufes an 'K. Berggrün, Eharlvttenburg 5, Kaiserdamm 101, zu senden. Hebräischer Sprachverein Breslau. Am Schlüsse des Wintersemesters wird der 1. Kursus zur Bvrbereitllng von jungen Menschen, die hebräische Lehrerseminare in Palästina besuchen wollen, beendet. Tie Absolventen werden alsdann ohne weitere Prüfung in palästinensischen Lehrerseminaren ansgenonlmen. Tie Kurse werden im Frühjahr weitergesührt. Meldungen bereits jetzt an Dozenten Tr. Lewkowitz. Breslau, Wallstraße 11. Jüdisches Lehrhaus, Frankfurt a. M. Jur Erinnerung an Neheinia A. Nobel spricht am Iahrzeittag (21. TewetX Donnerstag. 7. Januar, -20.30 >r Uhr, im Bortragsfaal, llnterlindau 2l. Rabbiner ch M Jakob H o t u v i tz nb«!r: ,.Tas Ideal der Fröm- ^^Kmigkeit nach dem Mischne Thora des Maimonides." - Ter Winterlehrgang beginnt am 18 Januar 1936. Arbeitspläne sind ab 7. Januar in der Geschästsstclle und den Borvcrkanfsstellen zu haben. Lehrhaus Berlin. TonnerStag-Rcihc. Am 7. Januar. 20.3(1 11 tir, Lvgenhaiis, Kleiststraße 10, spricht Adols S choher über: „London" (mit Lichtbildern). ersten Platz ein: neben ihr blühst damals ihre wunderschöne Sehivagerin. .Friederist Robert. Heines angebetete Must . . . A m a l i e v. H e l - w i g, ge b. p. I m l> v s t. die llebersetzerin der ..Frist,jos"-Sage ... gehörten nebst noch vielen geistreictien Frauen zu diesem Kreise. Heine las dort sein eben erschienenes ..Liirisches Intermezzv". seinen ..Okatlliss" und ..Almanser" vor. Er mußte sich manche Ausstellung, manchen Tadel gcsallen. -lassen . . . Tie Meinungen, über iem Talent waren sehr geteilt, die ivenigsten hatten eine Ahnung von seinein dereinstigen imbestrittenen Dichterrnhin. Eliie v. Hohenhausen, welche damals mit ihren lieberietzni,gen des gestierten Briten. Lord Bprvn. beschäftigt war. proklamierte ihn zuerst als. besten. Nachfolger i» Deutschland... Er war klein und sehinaelilig von Gestalt, blond und blaß,, ohne irgendeinen hervorstebenden Zug im Gesicht zu haben, doch von eigentümlichem Gepräge, so daß inan gleich ansmerkläm ans ihn wurde und ihn nielst leieist ivieder vergaß. Sem Wese» rvar damals noch loeieh. der Stachel des Sarkasmus noch nicht ansgehildet.. der später die Rost seiner Poesie umdornte. Er war selbst mehr empfindlich gegen Spott, als aufgelegt., ihn ansznüben. Die guten Empfindungen, die er später oft vbrlachte. fanden ein wohlklingendes Echo in seiner Seele. — ' Die weiteren Ausführungen des Veriaiiers des Aufsatzes bleiben hier außer Beträgst, ivest sie die Person des Dichters nicht berühren) Michael FratMjkel (Breslau). Im Nachlaß des kürzlich verstorbenen italienischen Dichters Luigi P i r a n d e l l o hat sich das fast vollendete Rchnnffrapt eines .Znknnftsromans .„'Adam und Eva" vorgetnuden. dessen Haiidlstng sich über einen Zeitraum von einer Rlillivn Jahreerstreckt. Im Manfred Rothschild Verlag. Jerusalem.?. Ol B. 918. erieistint demnächst ein Gediehtbändchen zvon Werner Kraft: „Wort ans der. Leere." .. Die JewisU l’nhlitation Society in Philadelphia kündigt die Herausgabe einer Biographie des jüdisch-ainerikainichen Patrioten Major Noa h von Isaac Go l d'be r g an. Lrlebenes ' Interessante Streislichstr ans die Zeit der be-- ginnenden Einänzipativn finden sich in Wilhelm v. Bodes Werk „Ter weimarische Mnsenhof 1756—1781" (Berlin 1917). Bei. der Darstellung .des Lebens der^-Herzog in Anna Amaliä., die' eine braunschweigische Fnrstentvchter war. wird bei dem Bericht über die im. Jahre 1715 erfolgte Gründung 'des Earölikinnis, einer höheren Lehranstalt in Brannsetstveig. vermerkt: „Man dachte auch daran. Klopstvck seihst und auch Winkelmann und sogar den weisen Juden M v s e s Mendelssohn nach' Bränuschweig zu ziehen." (S. 28.) Später wird Mendelssohns .Name in einem Briete Löwes. hes Hamburger Theaterleiters und Schriftstellers, wieder genannt. der sich darüber beklagt, daß das. damalige Berlin über keine gute Schänspielertrnppe versngte, während doch große Geister in ihm weilen: „Es ist für das deutsche-Theater betrübt, daß in der. größten deutschen Residenzstadt, wo die vvrtresslichsten deutschen Genies: ein Snlzer. Moses. Ramler. Lessing und Nicolai sich anshalteu" niw. Eine Fußnote Bodes. bestätigt ansdrücklich.^daß es sich um Nioses 'Mendelssohn handelt. (S. 70.) Noch einmal wirb,Mendelssohn dann als treuer Freund des . Berliner Bnchhäiidlers und Schriftstellers Eh. Friedrich Nicolai genannt, des später so viel angegriffenen „Ansklärers". den Bode, aber einen ..rechtschasstncn. verständigen, ivohlmeinenben Mann", einen „Kämpfer gegen Falschheit niw'Finsternis" nennt. (S.-122.) Tie eigenartige Stellung des Weimarer Kaufmanns El kan (bekannt 'durch Goethes Gedicht „Ans Miedings Tod") wird durch die Mitteilung'beleuchtet. daß er „bet großen Festen der Landesherrschaft seine Mitirende und Ergebenheit ansdrucken wollte". Er tat dies durch ein. Gedicht, das niemand Geringerer verfaßte als I. K. A. Mnsäns. später berühmt als einer der ersten Sannnler und Auszcichner von'"Märchen und als Herausgeber der „Volksmärchen der Deutschen". Tamals. ging es ihm noch knapp, und so schick er sich einen . Nebenverdienst als Verfasser von Gelegenheits- und Festgedichten. „Er machte kein Hehl daraus", sagt Bode, „daß er heitere und Tranergcdichte für einen Lanlstaler das Stück zu liefern bereit.sei. Regelmäßig bediente er den Küster der Stadtkirche, der zu Neujahr eine Liste der im letzten Jahre Geborenen und Gestorbenen und zugleich ein Glnckivuttschgedicht hernmtrug. um sich Neujahxsgeschenke einznsammeln. Den altbiblischen . Psalmentvn schlug er an, wenn der Jude Elkan bei großen Festen der Landesherrschaft seine Mitsrcude und Ergebenheit ausdrücken wollte." (S. 338.) . ' , *■. Schließlich erfolgt ein Zeugnis sür die Tätigkeit jüdischer Künstler und Kunstgewerbler. Bode . sagt: „Auch die jüdische Medaillcursamilie A b r a- Ham taucht im Merkur schon 1776 ans", und Bode nennt sie in ehrenvoller Nähe zu Künstlern "wie Grass und Ehodowiecki. zu Kupstrstechern und Radierern wie Neil, Gchscr, Berger n. a. (S. 285.) \ L. R. Ter stanfische Kaiser Friedrich II. (1215—1250), ein Mann, begabt mit klarstem Verstände, erfüllt von vielseitigen Interessen und von einer regen Teilnahme an Wissenschaft und Kunst, die sich zu eigener Betätigung darin steigerte, ein Mann, der darin unter allen seinen fürstlichen Zeitgenossen beispiellos war, hatte Gelegenheit.' als höchster Gerichtsherr der christlichen Welt, in einem Rechtsfall, der die Inden betraf, anszntreten. Bald nach' der Reichsversammlnng in Mainz (Anglist 1 2 3 5) wurde ' ihm vorgetragen, daß Inden m Fulda um Ostern herum einen „Ritnalmvrd" begangen hätten, der zu einem Iudengemctzel in Fulda und anderen Städten geführt hgbe. In der Rheinpfalz erschienen vor ihm beide Parteien. . Ter Kaiser schwur den Inden den Tod. wenn wirklich „Ritnalmorde" vorgekommen wären und ordnete zur Ermittlung der Wahrheit eine weitläufigeUntersuchung an. indem er Fürsten. Große und Edle. Aebte und verschiedene Kirchenmänner des Reiches zu sich berief, nm^ihre Rleinung zu hören. Ta sie verschiedene Meinnngen über den-Falstänßertcn und sich deshalb nach dei^lnsicht'dcs Kaisers ninächig zeigteii. einen ljnu~ reickstnden Entschluß über die Sache zu finden, erklärte. der Kaiser, daß gegen' die beschuldigten Juden nur „einznschreiteii sei durch solche Leute, die.Juden gewesen und zmn Kult des christlick)en Glaubens bekehrt waren, deshalb gleichsam als Gegner nichts verschweigen würden", was sie gegen die mosaischen Bücher — wissen konnten. „Obwohl nun unsere Weisheit", erklärte er, „durch'die vielen Bücher, die unsere Erhabenheit kcnnengclernt hat, die Unschuld genannter Inden bernünstigerwcise für erwiesen hält, haben wir dennoch zur Genngtnnng nicht weniger des ungebildeten Volks als des Rechts ans nnserm voraussichtlichen Heilsamen Entschluß und im Einverständnis mit den Fürsten, Großen und Edlen. Aebten und Kirchenmännern7 über diesen Fall an alle Könige der abendländischen Zvnen'-Seiidboten entsandt, durch die wir ans ihren Königreichen im Jndengcsetz erfahrene oiengetanste in möglichst großer Zahl zu uns beschicden haben." Dies ist alsdann auch wirklich geschehen. Jener abendländische Gerichtshof verbrachte nicht geringe Zeit mit Beratungen, von deren 'Verlauf sich der Kaiser^ genau unterrichten ließ, und die schließlich, wie. der Kaiser bereits vermutet hattd, zuverlässig ergaben, daß die Schriften der Hebräer nichts Derartiges enthielten, vielmehr j c d e s B l n t o p s e r untersagten, ja daß sogar — wie der Kaiser schrieb — der Talmud und der Berachat' hohe, Strafen für blutige Tieropfer sestsetzte. Ans Grund dieses Gutachtens stellte der Kaiser den Inden eine Sentenz ans, die fürderhin jegliche derartige Beschnldigung'der Inden im ganzen' Reich streng untersagte. Nach Prof. Ernst Kantorowicz „Kaiser Friedrich II.“ berichtet von Dr. S. Rosenfeld (Ichngen) Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Berlin >' 1. Artittericstrnße 1-1, veranstaltet wie alljährlich im Rahmen, der Mvntags-Borlesunkien die nachstehenden Bvrtrüge: 18. Januar: Professor Tr., Otto Tveplitz: Ein Unterschied zwischen orientalischem und westlichem Tenken. — 25. Januar: Tr. 'Werner Landecker: lieber einige Irrsaminenhänge der Rechtsphilosophie mit der Religion,— I. Februar: Professor Tr. Franz Oppenheimer: Siedlung. — 8. Februar: Tr. Hans Liebeschütz: Das Mittelalter im Wandel der Itleschi'chtsmifkassiina seil Jacob Burchardt, — 15. Februar: Tr. Alerander Guttman'n: Tezisions- .Motive im Talmud. — 22. ^Februar: Tr. 'Wiener: Isaak Abarbanel. Der Lehrplan des Rambam-Lehrhauses umsaßt Vorträge'von .Professor Bruno Kisch (Köln), Rabbiner Tr. I. Horovitz «Frankfurt a. M.). Rabbiner Tr. T. E a r l e b a ch (Köln) und eine Reihe Y.on-'Arbeitsgeineinschasten Ter gedruckte Lehrplan ist bei Sekretariat: Berlin IV 50, Passauer Straße 2, bei Glvgauer, erhältlich.

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