Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 52 (24.12.1936)
- Date
- 1936-12-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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eine Chronologie aufzustellen, muss vom Technischen, weniger vom Inhaltlichen ausgehend, verschiedene Arbeiten von Julo Lewin unter bestimmten Gesichtspunkten zusammenfassen. Da sind Bilder, die ganz pastös aufgetragen, andere wieder, die ein ganz ruhiger, wohlabgewogener Farbauftrag kennzeichnet. In die erstere Gruppe möchte ich die sehr schöne südliche Landschaft rechnen mit dem 'streifigen Himmel und den, breiten Bäumen, die im Pinselstridi van Gogh oder Jozef Israels genjalt haben könnten; Und auch die Studie eines Mannes gehört in diese Reihe. Julo Lewins Fähigkeiten liegen überhaupt mehr im Koloristischen denn im Zeichnerischen. Sein Bildnis einer Inderin wird zur Sinfonie von Pastelltönen’und . ebenso die Darstellung einer Felsküste, die dadurch einen beruhigenden Eindruck beim Beschauer hinterlässt. Während das'Selbstbildnis des Malers bei der Arbeit,, ein allzubeliebtes Sujet der grossen und der kleineren Künstler, und das Gemälde „Der Fischer" von der interessanten Palette einer anderen (späteren?) Schaffenszeit Kunde gibt. Gut, aber keineswegs schön, der Apfelschäler mit dem bewegten Ausdruck im Gesicht und vornehmlich in den Händen, und die Darstellung eines Bergarbeiters, nicht unbeeinflusst thematisch' von Meunier und seiner Schule. 0. B. Zum .Tode Theodor Wiegands Der bedeutende Berliner Archäologe und Museumsleiter, der am 19. Dezember im Alter von 72 Jahren gestorben ist, hat in seiner wissenschaftlichen und seiner Ausgrabungs- Tätigkeit vielfach auch Kreise berührt, die dem jüdischen Interesse halleliegen. Im Weltkrieg übernahm Wiegand, der als Hauptmann der Landwehr an die Orientfront gegangen war, auf Wunsch von Djemal Pascha die Führung des deutsch-türkischen Denkmalschutz-Kommandos in Palästina,® Syrien und Westarabien. Er hat dabei, unterstützt von einem Stabe älterer und neuer Mitarbeiter, eine grosse Anzahl von mustergültigen archäologisch-topographischen Aufnahmen im Sinai-Gebiet, in der Felsenstadt Petra in Transjordanien, in Damaskus und Palmyra hergestellt. Diese Zeichnungen, verbunden mit Photographien und vorzüglichen Textaüfsätzeii wurden in die wissenschaftlichen Veröffentlichungen des Denkmalschutz-Kommandos aufgenommen, die Wiegand 'herausgab. In dem Bande „Petra" erzählt er, wie er vqn Jerusalem über Jericho die Forschungsreise antrat, die in ruhigen Zeiten jetzt von manchen Palästina-Fahrern bequemer unternommen wird. Im Bande „S i n a i“ findet sich die wichtige Beschreibung des Grabes Arons auf dem Berge Hör-Dschebel Harun. Schon 1818 hätte Carl Ritter als erster europäischer" Forschungsreisender dies Grabdenkmal des „Weli Nebi Härün“, das ist des Aron-, aufgesucht, ohne, jedoch eine nähere Behandlung des Gegenstandes zu hinterlassen.. Wiegand schildert nun die auf dem Untergrund einer zerstörten christlichen Kirche errichtete islamische Andachtsstätte. Der Kenotaph im Grabgewölbe, zu dem man aus dem kleinen Gotteshaus über eine Treppe hinabsteigt, trägt auch alte hebräische Zeichen, die aber noch nicht : enträt^hlt sind. Vermutlich handelt es sich um aufgekritzelte“ Namen. . —rn. Das. Jiddische' Wissenschaftliche Institut in Wilna veranstaltet jetzt eine autorisierte jiddische Ausgabe der bereits in einer Reihe von Sprachen erschienenen zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes" von Professor Simon Dubnow. Bücher Otto Veit: Die Tragik des Emanzipationsalters, Mensch und Maschine im 19. Jahrhundert. 8. Fischer-Verlag, Berlin; Daß Zerrissenheit und Vielfältigkeit gerade . das Wesen des Zeitalters der Emanzipation ausmachen, zeigt Otto. Veit in seiner Untersuchung: „Die Tragik des technischen Zeitalters" aufs eindringlichste. Durch die uneinheitliche Ver. waltnng des Erbes der Aufklärung — durch die Ueberzüchtung des Rationälismus auf wirtschaftlichem und technischem Gebiet und durch die bewußte Niederhaltung der Aufklärung auf geistigemkulturellem und politischem Gebiet — wird der Mensch in eine Spannung hineingestellt, die den Typ. des Zerifsenen erzeugt. Diese - Spannung entsteht nach Veit durch die zwiespältige Wirkung der Maschine.- Das durch sie hervorgerufene Gesetz von Freisetzung und Kompensation, das zuerst im Gebiet der Volkswirtschaft entdeckt wurde, hält Veit für das Grundgesetz des 19. Jahrhunderts und für die Hauptursache seiner gewaltigen Dynamik. Daß Freisetzung und Kompensation nicht zuorganischer Wechselwirkung verbunden werden, daß einer durch die Maschine freigesetzt — d. h. arbeitsloswird — ein anderer aber aufgesaugt wird -- d.h. durch neue Produktionsstätten Arbeit findet, macht die Zwiespältigkeit, eben die Tragik des Jahrhunderts ans. Die im 19. Jahrhundert ausgebildete Starrheit der Denkform verhindert den Entwurf eines der Bewegtheit der Lebensform angepaßten Weltbildes. Denn die Bewältigung des 19. Jahrhunderts liegt in der organischen Verknüpfung von Freisetzung und Kompensation. Das Einerseits- Andererseits muß in ein Sowohl-als-auch verwandelt werden: jeder Verlust, den die Technik mit sich bringt, wird durch einen Gewinn wieder wettgemacht. Sodann zeigt Veit, daß die Ausgleichstendenzen auch auf dem geistigen Gebiet zu beobachten sind: Er warnt aber davor, den Irrationalismus auf Kosten des Nationalismus zu stärken.' Er fordert - den Ausgleich durch eine Verstärkung der seelischeil Kräfte, die die rationalen nur ergänzen, aber nicht verdrängen dürfen. Zuletzt stellt Veit die gewichtige Frage: ob Ethik heute möglich sei. Tie Technik hat die Freiheit der Person, aus der die Kultur des Abendlandes beruht, stark beschnitten^ Geistige Bewegungen wie die des Vitalismus sind sehr ungeeignet, einer neuen Ethik zum Durchbruch zu verhelfen. Gleichwohl entscheidet die Freiheit der Person über Wohl und Wehe der europäischen Kultur. Erich Rosenthal. Ernst Viktor Zenker, Religion und Kult der Urarier. Verlag Luken & Luken, . xDie Sprachen der Inder, Perser, Hellenen, Rönstr, Germanen. Slawen und noch einiger anderer Völkergruppen sind mit einander verwandt und bilden die Familie der indogermanischen Sprachen. Die Völker, die sie sprechen, werden Jndogermanen oder Arier genannt. Ob sie nur eine Sprachensamilie bilden oder darüber hinaus einen gemeinsamen leiblichen Ursprung haben, eineRassx darstellen, ist umstritten. Zenker nimmt es an,.denkt aber über das Schicksal dieser Urrasse, die Zenker Urarier nennt, im Verlaus der Geschichte skeptisch. Er nimmt an, daß sie nach der letzten Eiszeit, etwa im zehnten Jahrtausend vor Christus, in Nord» europa austauchten, später nach Osten wünderten und sich dabei in die oben genannten Völker spalteten. In den Germanen sieht er „die daheim gebliebenen Arier". S. 103. Er setzt voraus, daß die Geistigkeit der Urarier magisch, nicht rationalistisch war, S. 21 f., also von Grund auf anders, als die ddr heutigen Menschheit. Unmittelbare Zeugnisse von den Urariern bestehen nicht. Sie können nur durch Rückschlüße aus der vergleichenden Sprach, und Religionswissenschaft und aus den Ergebnissen der Ausgrabungen erkannk werden. . . Soweit nicht Katholizismus oder Judentum in Frage kommen, ist Zenker ein behutsamer Forscher. Ein erheblicher Teil seiner Schrift dient der Kritik der heutigen Urgeschichtsforschung. Er betrachtet sie mit großer Zurückhaltung: „Haben die alten . Arier an eine „Mutter Erde" als an die Allgebärerin geglaubt und ihr einen Kult eingerichtet? Das ist eine Frage, welche gerade he»ite durch eine stark national gerichtete Vorzeitforschung yrit vielem Temperament in die wissen- .schastliche Kampfbahn geworfen wird. - Wichtig ist .seine Feststellung: „Der Begriff " -„Gott" . gehört durchaus späteren rationalistischen Kulturzeiton an. Bezeichnend dafür ist, daß . die arischen Völker keinen gemeinsamen Namen für Gott haben, daß für ihre Stammväter also das numen noch.ohne nornen war." (S. 76.) Bei der Schilderung der. Religion der „Urarier" hebt er mit besonderem Nachdruck hervor, „daß die alten Arier in dem Feuer die all- .mächtige Lebenssubstanz erblickten und verehrten". (S. 32.) Ihre Religion erscheint bei ihm im wesentlichen wie eine Metaphysik des Feuers. Im Kultus der „Urarier" trete als wichtigstes Element das Menschenopfer hervor. . ' Zurückhaltung und Kritik verlassen Zenker, sobald er ans das von ihm bekämpfte Judentum und aus den von ihm leidenschaftlich abgelehnten Katholizismus zu'sprechen kommt. "Dann vergißt er seinen eigenen Grundsatz: „Leider ist Temperament kein wissenschaftliches Argument." Das Neue Testament, verdeutscht und erläutert von' Wilhelm Michaelis. 1. Band: Die Evangelien. Kröners Taschenausgabe, ' Leipzig. Diese neue Uebersetzung will nicht Luthers klassische ersetzen. Es ist eine zum Studium bestimmte Arbeit, die sich an (zunächst) christliche Laien wendet, eine treue und genaue Wiedergabe des griechischen Textes, mit Erläuterungen, die teilweise in Klammern eingefügt, teilweise, soweit sie Sachliches erläutern sollen, in Anmerkungen unter den Text gesetzt sind. Einleitungen über Entstehung und Verfasserfrage der einzelnen Evangelien geben den Stand der Wissenschaft wieder. Die. genaue Kenntnis des jüdischen Lebens jener Zeit, die klare Sachlichkeit der Erläuterungen und die handliche Gefälligkeit des Dünndruckbandes machen auch für jüdische Leser die Ausgabe zu einem höchst brauchbaren Hilfsmittel. — a — Philosophische Hefte, herausgegeben von Maximilian Beck; V. Jg., Heft 1/2, Prag, 1936. - Der Herausgeber selbst leitet dieses Heft mit einem längeren,, auch für Nichtwissenschastler lesbaren Beitrag über „Ethik" ein, das um die Fragen Judentum — Christentum — Heidentum und geistige oder kollektive Ethik kreist. Das Judentum wird als „Durchdringung der naturgegebenen Welt mit Gott" gefaßt (was man nicht, wie es geschieht, auch „Konfession" nennen sollte), und ebenso kluge wie scharfe Bemerkungen fallen dabei über die Haltlosigkeit jener .Juden, die aus ihrer Aufgabe, das Wesen des Menschen in der Vergeistigung der Natur zu suchen, heraus, und der Mythisierung der Natur verfallen. Dieser Vorwurf wird tn einer längeren Besprechung selbst gegen Martin Bubers ..Deutung des Cyafsi- . dismus" und darüber hinaus gegen den ganzen; Zionismus erhoben. Eine sehr fördernde Besprechung gilt Gerhard Scholems Neuausgaben kabbalistischer Texte: hier tritt der Gedanke auf, diese scheinbaren Spielereien mit Begriff und Zahl, Wort und Buchstabe stellten in Wirklichkeit nicht mehr verstandene Zeugnisse einer „alle Dinge durchwaltenden We l t s y m b o l i k" dar. in der sich eine der-größten jüdischen Leistungen gezeigt ■ habe. ■ —a — ~ Hans Margolius: Grundlegung zur Ethik. Berthold Levy-Verlag, Berlin. Das kleine Werk saßt dreißig Thesen zusammen, die, einzeln kurz formuliert, zusammen; die Grundzüge einer Ethik ergebensollen. Nun: der . Grund. -, der hiet gelegt wird, heißt leider, . daß daB Gute „vor dem Ganzen der Natur als Ganzes ohne Sinn" — scheine und daß es dem Glauben überlassen bleiben müsse,. jenseits der Erscheinungswelt einen Sinn zu finden! Diesen Glauben hätte der Autor nicht „fordern", sondern. begründen sollen. Esgibt für ihn auch „kein Gebot, gut zu sein", mit' „das Rechte" .zu tun, kann geboten werden. Das Gute ist aber „ausschließlich Sache der Gesinnung, ausschließlich Sache des Willens": warum also können an die Gesinnung, an den Willen nur eine Oktave tiefer, beim Rechten statt.beim Guten, Anforderungen gestellt werden? Wird allerdings das Gute , so „ausschließlich",. wie sonst nur der Protestantismus das tut, in die Gesinnung und den Willen verlegt — und das heißt doch: jede individuelle Begründung dafür aufgegeben —. so ist es kein Wunder, wenn ein Individuum,, das kein Ueb'crmensch ist, sich nicht selbst am Zopf aus dem Sumpf ziehen kann und ohne Gebot an den eigenen Willen nur die lahme Forderung übrig behält, das Gute, das es nun einmal gibt, müsse auch über sich hinaus einen Sinn haben. Man sollte nicht . ein System daraus machen, kein System zu haben. Als eine der Grundlagen des Rechten erscheint hier, warmherzig ausgedrückt, die „Bemühung um verstehendes Wissen". Um solche Bemühung geht es ersichtlich auch dem Autor selbst. Aber eine „Grundlegung. der Ethik" läßt sich damit nicht schaffen; Fundamente wollen nicht verstanden, sondern gebaut werden. Aber warum muß der Titel so anspruchsvoll fein? Stände über diesen Aphorismen, die den verschiedensten Quellen verpflichtet sind, bescheidener >,Gedanken über das Gute", so würde man das Gute daran unbefangener zu würdigen wissen. —a— Dr. Harry Berg: Die ideologischen Quellen des italienischen Faschismus. Verlag Konrad Triltsch, Würzburg 1935. Die Schrift Harry Bergs enthält sich bewußter Weise jeglicher wertenden Beurteilung des untersuchten Gegenstandes und ist deshalb ein gutes, Orientierungsmittel nicht nur für den Einzelleser, 'sondern auch für Arbeitsgemeinschaften und Jugendbünde. Sie gewinnt ihre Bedeutung dadurch, daß aus ihr erkennbar wird, wie sehr Antriebskräfte von allgemein europäischer Geltung das Werden des faschistischen Weltbildes angeregt haben. ' Neben den Italienern Pareto, Corradmi und D'Annunzia ist einerseits die Machtphilosophie Nietzsches, andererseits die Ideologie der gegenrevolutionären Bewegung in Frankreich, der Bergson, Sorel und Maurras, auf Mussolini und seine Freunde von nachdrück, lichem Einfluß gewesen. Allen diesen Ideologien ist gemeinsam, daß sie das Leben über den Geist, die Ordnung über die Freiheit, die Minderheit über die Masse stellen. Ca. lieh sieht er es vor sich: Preussen und Engsehen in der Erwartung neuer Nachrichten länder kämpfen für die Freiheit Europas, auf und abgehen. Plötzlich sehen sie nach gegen Frankreichs Garde, die Mann um oben: auf dem Schatzamt, auf den Regie- Mann für den Kaiser fällt; Er aber sitzt rungsgebäuden werden die Fahnen aufin London und erwartet angstvoll die Zeigezogen, die Glocken läuten, die Stadt wird tung, in der sich wie in einem blinden bunt und festlich: England hat triumphiert. Spiegel Rauch und Dunst der Schlacht ab-^ „Es ist ja mein England", denkt Nathan* bilden. Er atmet ganz tief: lichtet sich und es°läuft ihm heiss über den Rücken von nicht der Nebel? Er hält die Augen fest der Kühnheit dieses Gedankens. Aber er geschlossen,, er will nicht erwachen, er sieht schliesst die Augen. Ganz nahe sieht er jetzt die Staubwolken der rasenden Reiter, die die Stadt vor sich, von lichten Wiesen um- Dächer der Häuser lodern auf, heller fast geben, das Königsschloss, sein eigenes als die Sommersonne. Erzittert. Er will Haus, und von seinem Haus weht Englands nicht mehr Warten, er will nicht abseits Fahne. Nathan fängt an zu laufen. Die v stehen, man soll ihm nicht mehr melden, kurzen Füsse tragen den gedrungenen Körwas geschieht, er will sich . den Kräften per, keuchend stösst er die Luft aus den stellen, die er beherrscht. Sollen sie ihm Lungen. Er soll das Herz schonen, hat der doch Sinn und Verstand rauben, wenn sie Arzt gesagt. Ach was, denkt Nathan Rothes können: Nathan reisst sich zusammen. sehild, schlage doch. Herz! Der Wald Ich habe ja Fieber, denkt er. Ich muss lichtet sich — der furchtbare Wald, der mich zusammennehmen, sonst komme ich Nathan nächtens verbirgt, wenn er den Weg ja zu spät zum Schatzamt. Wie ein Trunsucht zwischen den glatten dichten Stämkener stösst er sich von der Mauer ab, an men, umherirrend unter einem kalten die er sich lehnt, und geht mit eiligen Mond,Weit, unnahbar flimmern die Sterne, Schritten davon. die Kälte schnürt ihm den Hals zusammen Nathan hat die letzte Kreuzung erreicht. — bis er schweissgebadet erwacht.— Es Ihm ist w arm geworden, auch das Herz wird hell um ihn, er möchte singen, aber schlägt ruhiger. Er zieht den Mantel aus er bringt nur einen ächzenden Ton hervor. und legt ihn über den Arm. Es ist doch Die Sonne bricht durch den Nebel, schon keine Narrheit, denkt er, wenn Salomon durchdringt das Mittagsblau des Himmels es nicht versteht. Kann er denn verstehen, den leisen Dunst, die Schwaden teilen sich, warum Nathan durch die Strassen läuft mit das Gebäude des Schatzamtes liegt vor ihm, einer Botschaft, die ihm alle Türen öffnen er muss nur noch über die Fahrstrasse wird, vierundzwanzig Stunden früher, he-, gehen. Eilfertig weichen die Diener ausvor der Major sie. durch die gleicht Tür einander, sie kennen den Besucher. Die trägt, voller Erregufig und mit klopfendem Tore öffnen sich, Nathan tritt ein, dann Herzen. Morgen, am einundzwanzigsten. schliessen sich die Tore, und er steht allein , erst, wird Major Percy nach Londpn in der kühlen dunklen Halle. Einen Augenkommen, jung, strahlend, glücklich, braunblick steht erzögernd, die Augen gewöhnen .gebrannt; vielleicht trägt er den Arm in sich an das gedämpfte Liclit, eine nie geder Binde oder humpelt am Stock in die kannte Ratlosigkeit überkommt ihn, er ist Stube. Aber Herries springt auf und tritt verändert und, weiss nicht, was ihn vermit ausgebreiteten Armen auf ihn zu. „Gott _ärider±.haf. Er wiUWch^t^ammennehmen, sei Dank, dass Sie wieder< da sind, Percy." da reisst es ihn fort: er wirfFderTMamtel Er geht mit ihm zusammen in das Zimmer auf dep Tisch, dass einer der Diener vervon Lord Liverpool. Danu setzen sie sich dutzt die Tür öffnet und durch den Spalt um den Tisch und sprechen von der ■ hindurchsieht, wo der Lärm herrührt. Er Schlacht und von Wellington. Gemeinsam läuft zur Treppe, er stürmt die Stufen treten sie hinaus auf den Balkon. Sie sehen empor, wie ein Schlafwandelnder geht er hinunter auf die Strasse, in denen die Menauf die Tür zu, er drückt die Klinke herunter, ohne zu klopfen. Verdutzt erhebt runden Fenster, in das die Sonne ihre sich. Herries, er sieht das verzerrte Gesicht schrägen Strahlen wirft. Man kann den des Bankiers Nathan Rothschild, das er Weg des Strahls deutlich erkennen: viele noch niemals so gesehen hat: Zum zweiten ' kleine Stäubchen leuchten auf, wenn die Male zerreisst der Nebel. Der Bankier Sonne sie trifft. Die Augen Nathan Roth- Rothschild packt Herries bei. den Schultern schilds gehen den Bündeln nach bis zu und schüttelt ihn: „Herries", sagt er, fast dem Kreis, den sie auf den Boden der ohne Atem, „Herries“ und noch einmal: Halle zeichnen. Er steckt die Hände in die „Herries, wir haben gesiegt." . Taschen, dann geht er mit bedächtigem Schweigend stehen sich die Männer Schritt zum Tisch, um den Mantel an Aich gegenüber. Dann sagt Herries leise: zu nehmen. Sein Gesicht ist unbewegt. „Können Sie das beweisen, Bankier?" Man hört das leise Knistern seines Atems. Rothschild zieht die Zeitung aus der Durch die -Tür dringt der Lärm der Tasche, Herries ergreift sie. Er geht, ohne Strasse. Der Nebel ist völlig verschwuneiri Wort zu sprechen, ohne das Blatt zu den: Rothschild sieht durch-das Fenster entfalten, in das Zimmer des Schatzden Giebel des Nachbarhauses, der in der kanzlers. Die Tür bleibt offen. Rothschild Sonne glänzt. Er wird nach Hause gehen, sieht, wie sich die beiden Männer über die . Es ist spät, seine Frau wartet mit den) Zeitung beugen. Dann richten sie sich auf Essen, und die Kinder werden ungeduldig und sehen sich an. Langsam kommen sie sein. Nathan Rothschild zieht den Mantel in das Zimmer, in dem Rothschild wartet. an. Er geht zwei Schritte vorwärts: er Lord Liverpool nickt bedächtig mit dem bleibt wieder stehen: Warum weicht denn Kopf. „Es ist ein grosses Glück für uns diese Müdigkeit, der dumpfe Druck nicht alle!“ sagt er. Er schliesst die Augen und aus seinem Kopf? Habe ich denn so überlegt. „Wir werden wohl die Subsidien schwer geschlafen, denkt er? Ich bin doch weiterzahlen“, fährt er fort und sieht Rothganz wach. Der Nebel ist fort, ich kann soschild fragend an, „ich denke, das wird gar besser atmen, genau wie es der Arzt Ihnen nun keine Schwierigkeiten mehr - prophezeit hat. Gott sei Dank, dass die machen? Hört Nathan Rothschild, was Welt voller Klarheit ist. Sogar Lord Liver- Lord Liverpool wünscht, antwortet .er?" pool war diesmal, zufrieden. Er. geht wie- „Gewiss, Exzellenz, ich werde Ihnen morder einen Schritt auf die Tür zu. Er hebt gen die Aufstellung überbringen!" Der die Hand, um zu pochen, dass die Diener Lord lächelt ein wenig! „Nun sind Sie * öffnen. Aber er lässt die rfanü noch eineiner grossen Sorge ledig, Rothschild. Ich mal: sinken. Ihm ist doch noch ein wenig denke, es wird sich für Sie lohnen“ Er schwindlig, er wird sich gleich zu Haus zur lächelt immer noch, aber Nathan Roth- Ruhe legen. Vielleicht hat er heute etwas sehild bleibt ganz ernst. Lord Liverpool Zeit für die Kinder. Er richtet sich auf: ja, runzelt die Brauen, er sieht über Nathan er wird wirklich am Nachmittag mit den Rothschild hinweg, wendet sich für einen Kindern spielen. Und er wird den Schwa- Augenblick zu Herries, der es nicht beger besuchen, er stutzt: gab es nicht noch merkt, dann gibt er Nathan Rothschild mit. ein Geheimnis? Erzählte nicht jemand; einer raschen Bewegung die Hand, ver- Judith erwarte ein Kind? Er steht da, beugt sich Hin wenig und geht in das Schatten liegen um seine Augen, er ist Zimmer zurück und schliesst die Tür. -^-müde-und quält sich sehr. War es iiirirt- Auqh; Herries verabschiedet sich bald, Morgan und ihm auf erlegt, den Anfang Nathan Rothschild erreicht die Treppe, er eines Traums wieder zu finden? Er hebt sucht das Geländer und fasst es mit der die Hand, um auf die Strasse zu treten, er rechten Hand, dann steigt er hinab, eine pocht gegen die Tür; aber ihm .ist, als Stufe nach der anderen. In der kühlen habe er, in seinem Leben noch nichts Halle bleibt er stehen und blickt zu dem Schwereres getan als dies.