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Central-Verein-Zeitung · 1936-12-24 · 52 (24.12.1936) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
52 (24.12.1936)
Date
1936-12-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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I Nr> 52 . 2. Beiblatt 24. Dezember 1936 Franz Rosenzweig Worte des Gedenkens / Von Fritz Bamberger Am 25. Dezember wäre Franz Rosenzweig fünfzig Jahre alt geworden. Tiefer und erregender steigt der Gedanke auf, der vielen von uns in den letzten Jahren oft gekommen ist : wie würde es sein, wenn- Rosenzweig heute noch unter uns lebte?' -Und indem wdr diesen Gedanken wieder denken und ihn in Worte fassen, drängt , es sich uns auf, dass wir ihn immer in einerlei Form gehabt haben, in dieser Form nämlich: wie würde es s e in, wenn Rosenzweig noch lebte? Nie haben wir gedacht: was würde er gesagt haben? Denn das ist* leicht vorzustellen, was er zu diesem oder jenem gesagt oder gedacht hätte. Wenn wir in seinen Schriften und in seinen Briefen lesen, dann fliegen uns seine Urteile entgegen und wollen wiederholt werden. Seine Polemik ist aktuell, die elegante, die mit geschliffenen Bonmots zielte und geniesse-- risch die Treffer zählte, ebenso wie die aus den tiefsten - Argumenten der Philosophie und universellsten Einsichten der Geschichte geschöpfte. Rosenzweig ist immer stark ein Gelegenheitsdenker und -Schreiber gewesen. Erbat diese Gelegenheiten im persönlichen Verkehr gesucht. Die Briefe zeigen, wie in ihnen das Gespräch fortgeführt wird, das den Anlass zu Nachdenken und Formulierung gab; und niemandem ist — so glauben wir, die wir ihn selbst nicht gekannt haben, aus dem von ihm Hinterlassenen zu lesen — die Frage des Nichtwissenden und die Frage des Streitgesprächs lieber gewesen als ihm. Anlass und Gelegenheit sind verschwunden oder haben sich verändert; aber bei neuem Anlass und veränderter Frage bewährt sich die Antwort von neuem. Unser Gedenken, das an die lebendig fortdauernde Wirkung des Mannes glaubt, spürt diese Wirkung elementarer und tiefer als die Wirkung des Noch-aktuell-Seins je sein kann. Es weist ihm nicht nur eine Stellung zu den Dingen zu, sondern setzt die Wirklichkeit in, eine Abhängigkeit von ihm: was würde sein, wenn Rosenzweig noch lebte? — Im vorigen Winter liess das Berliner Lehrhaus zum Thema „Eigenwelt und Umwelt im Werk jüdischer Gestalter“ sprechen. Auch Rosenzweigs Werk wurde unter diesem Aspekt betrachtet. Mit aller Sorgfalt und mit viel auseinanderlegender Interpretierkunst wurde der „Stern der Erlösung" auf dieses Verhältnis des Jüdischen und des Anderen angesehen. Der Ausgangspunkt wurde offengelegt, von ihm aus beidem seine ursprüngliche Stellung im Werk zugeteilt und dann der Weg mitgegangen, auf dem beide .zueinander in ihr endgültiges Verhältnis gebracht werden sollein Einzelheiten tun nichts zü unserer heutigen Sache, aber zwingendes Ergebnis, .der Analyse, wie sie geführt worden war,.. schien, dass die philosophische Absicht Rösenzweigs in seinem'Hauptwerk ihr Ziel nicht erreicht habe. Die Wirkung des Vortrags war bei den meisten Aufregung und Lähmung in einem. Sie verstärkte sich noch in einer Aussprache' in kleinerem Kreise. Die Analyse für sich schien vielen zwingend, aber auch bei diesen sträubte ' sich etwas dagegen, das Ergebnis in ihr Bewusstsein aufzünehmen. . Diese beiden Tatsachen darf unsere Betrachtung richtunggebend verwenden: die im unbewussten Gefühl aufsteigende Verehrung, die Rosenzweig zutraut, Wirklichkeit umgestalten zu können, und die Erfahrung, dass die rein wissenschaftlichphilosophische Betrachtung diesem Manne gegenüber unzulänglich und den Teil seines Wesens nicht zu treffen scheint, der in das heutige Bewusstsein eingegangen ist. Die wegweisende und sinngebend vorbildhafte Stellung, die Rosenzweig im Bewusstsein unseres heutigen Judentums einnimint, hat er sich nicht durch eine Theorie erworben, die von ihm aufgestellt und verkündet worden wäre. Dass der „Stern der Erlösung“ für ihn selbst und wohl auch ’ für andere diese Bedeutung nicht hat, wissen wir heute aus den Briefen mit den zwischen Selbstgewissheit und Zweifeln schwankenden Urteilen über sein Buch. Und ebensowenig verkünden die fordernden oder kritischen Gelegenheitsschriften eine „Lehre“. Die Uebersetzungen tun 'es gewiss nicht. Aber gerade in diesen Uebersetzungen erscheint das, was Rosenzweigs Wirkung erklärt — nicht die Lehre, aber eine neue Haltung. Er stellt sich den Dingen, er nimmt sie ernst. Wie überheblich, eigenmächtig und gewalttätig sind andere mit5* der Dichtung in fremder _Sprache um gegangen! Sie haben ihr eine Zwangsjacke übergezogen und glauben gemacht, dass so Klang und Rhythmus des anderen eigener Besitz geworden sei. Die Haltung des Uebersetzers ist Ehrfurcht vor der. Eigenart eines in seiner Weise Existierenden, Naivität, die anderes ohne reflektierende Zutat zu empfinden, versteht, und der Mut, die Gefahr einer Uebertragung, die alle Rechte des anderen wahrt, zu wagen. Rosenzweig hat oft das Problem de? Üebersetzens dargestellt, und es ist nicht schwer, in allen Festlegungen in einem über das Wissensinässige hinausgehenden, ernst fordernden persönlichen Sinn die Ueberzeugung zu finden, dass die Voraüssetzungen des Üebersetzens Bedin-. gungen sind, die an den Uebersetzer gestellt werden müssen.; In Kürze sind sie angedeutet worden. . Aber man sollte diesem Gedanken einmal ausführlicher nachgehen. Man müsste dann ' versuchen, von der Bilduygsabsicht des Uebersetzers Rosenzweig abzusehen und iü dieser Tätigkeit als personaler die Züge ' aufzufinden, die Rosenzweigs Gesicht, wie es uns heute noch und gerade heute ansieht, bestimmen. Diese Aufgabe erfordert einen grösseren Rahmen als den, der hier geboten ist. Wenn man dann sich bewit-st hält, um damit zum Teil allerdings wieder das ■'•Inhaltliche einzubeziehen, dass hier nicht Fremddichtung in eigene Sprache übertragen wird, sondern der Zugang zu eigenem, verlorenem jüdischen Besitz erschlossen werden soll, dann hat man auch neben der ihn auszeichnenden Haltung sein Ziel verstanden. Von hier aus kann die Wirkung Franz Rosenzweigs über eine junge Generation wachsen. «Sie lernt an seiner Haltung die Möglichkeit eines „neuen Denkens“. Err eröffnet der jungen Nachkriegsgeneration einen Weg ins Jüdische hinein^ der ihrer Situation entspricht. Er lässt ihr die persönliche Verantwortung und bestärkt sie darin. Er nimmt ihr nicht die persönliche Unabhängigkeit und fordert nur Verbundenheit in der Sache, die man sich gemeinsam erobert. Er vermittelt ihrdas Bewusstsein des Allgemein-Jüdischen, in dem jede jüdische Aeusserung ihr Recht behält. „Zum jüdischen Menschen braucht s nichts als Bereitsein.“ Zu beginnen fordert nichts anderes als Wahrhaftigkeit. Sie darf „ungeheuerlich“' sein, aber sie wäre „ungesund“, wenn sie „überirdisch“ wäre. Das Jüdische wird der schlechten Theologie, 'die mit Reflexionsbegriffen arbeitet, entrückt. „In Richter ist ja alles naiv, also unschuldig. In Josua ist es theologisch, also schauderhaft.“ Was den freien Ausblick sperren kann, wird mit frischem Elan beiseite geschoben: Das Auge soll nicht durch verzerrende^Glä s e r~sehem DasLehrliuu s hat die richtige'Gesamtrichtung, wenn das „Unfachlich - Unpfäffische, Unpolemische, Ünapologetische, stofflich und,geistig Universalste“ gesichert ist. (Der. Rabbiner solcher Qualität wird der verehrte Freund und Führer:) Die Richtungen, die ihres Standpunktes vor aller Prüfung sicher sind, gel- ' len nichts: „Mir persönlich sind die Richtungen höchst gleichgültig; ich wünsche Franz Rosenzweig 1‘iiuitauf nähme beiden, sowohl den Zionisten wie den Central-Yeroinleni,1 dass sie ein bisschen jüdischer werde».“. Das Jüdischer werden und das Jüdischseiu ist keine' Kollektiv-' angelegrnheil. Es ist in die'"Haltung, und , Verantwortung dos einzeln,'» gelegt. Von ihm aus eröffnet3sich de, Weg zur Gesamtheit des Jüdischen. „Ich darf mich nicht darum drücken, Kenntnis von allem lebendigen Geheh des jüdischen Wegs zu nehmen, von allem, was mir in Sehweite kommt, in Gegenwart und Vergangenheit. Und ich muss es brüderlichlieben. Nicht wie du einmal meintest ,alle Juden'. Um Himmels willen. Aber die tausend Wege, -djo-ihr-Judentühlgegangen Ist.-*Es braucht nicht mein Weg zu werden. Aber ich muss lernen, den Zusammenhang zwischen ihrem Weg und meinem- Weg zu spüren. Id, muss lernen sie zu lieben — sie sind - So finde! der Konflikt der Zeit, Individuum und Gemeinschaft, eine neue Lösung .im Jüdischen. Die Vielheit der Erscheinungen des Jüdischen fasst sich in der Ein'-’ Rothschild , Von Max Samter Das Halbdunkel, das Geschichte und Geschichten über den Hintergrund' der ^chlacht bei Waterloo, in der sich im fahre 1815 das Schicksal Europas entschied ■— wie über die Hintergründe aller Kriege —- gelegt haben, ist in freundlicher und feindlicher Gesinnung vielfach besprochen und durchdacht worden. Es scheint uns nicht der Sinn einer Anekdote zu sein, der äusseren Wahrheit das Wort zu reden: darüber haben Akten und Archive zu entscheiden. Doch scheint uns die innere Wahrheit der äusseren zu bedürfen: wir haben uns bei unserem Versuch, den Tag von Waterloo — nicht als den Einbruch dunkler Mächte in klare und ursprüngliche Begriffe von Kampf und Tod —, sondern als den Tag des Mohnes. der gelassen an den Söhlen der Börse in London stand, zu gestalten, auch in den Einzelheiten der Darstellung auf die Angaben des Egon Caesar Conte Corli („Der Aufstieg des Hauses- Rothschild unJ „D.as Haus Rothschild in der Zeit seiner Blüte", Inselverlag 1927 und 1928) und der von ihm angegebenen Quellen verlassen. Leise schiiesst Rothworth die -Tür. Nathan Rothschild bläst die Kerzen aus, das Zimmer ist völlig dunkel, obgleich es nicht mehr allzu früh am Morgen ist. Er lehnt sich bequem in den Sessel zurück, fährt mit der Hand über die Stirn, berührt die brennenden Lider und die Augenwinkel und lächelt ein wenig. Ein tüchtiger Mann, dieser Rothworth! Die „Gazette“ liegt auf dem Tisch: die holländische Presse ist°ausgezeichnet. unterrichtet_Rothworth hatte den Kapitän GKeFredeb noch in der Nacht Ostende^zu verlassen: das war mehr, als Nathan ihm zugetraut hatte. Wellington hatte gesiegt. Herries würde sich freuen. Es war der letzte Augenblick, vier Wochen wären vergangen, seit Limburger in Frankfurt dringend gemahnt hatte: Stadion bestünde auf der Zahlung gemünzten Geldes. Es blieb kein Ausweg mehr, als, in grösster Eile, Münzen zu schlagen. An jedem Tag wurden riesige Summen an die Frontgeworfen.; Es war leicht, mit Wechseln Subsidien zu zahlen, aber Goldbarren gingen schnell zur Neige. Rothschild dachte nach: es war der zwanzigste Juni, der Feldzug hatte also kaum acht Tage gedauert. Acht Tage und acht Nächte: die Nächte waren nicht geringer als die Tage. Er hatte in der letzten Zeit viel gewacht; die Kommissäre kamen und gingen. Sorge und Hoffnung waren in seinen vier Wänden gefangen, in kalten Zahlen lag das Schicksal Europas auf den blanken Tischen. Jetzt sind die Würfel gefallen, Napoleon ist geschlagen, man Ra rin wieder vorwärts sehen. Das, was das Festland unheimlich und unberechenbar gemacht hatte, der Kopf des-Kaisers und seine wechselnden Pläne, löste sich im Licht dieser Entscheidung zu klaren Linien auf. Es ist wieder ein Boden da, auf dem fnan stehen kann. — Endlich verliert sich die Spannung. Nathan streckt sich ein wenig. Wärme strömt in die Glieder, er hat ■ nicht, mehr die Kraft, aufzustehen und seine Frau zü benachrichtigen. So, wie 'er sich hingesetzt hat, die Arme auf den Tisch gelegt, den Kopf zwischen die Schultern gesenkt* schläft er ein. Es ist elf Uhr vormittags, als er erwacht. Fröstelnd setzt er sich auf seinem Stuhl zurecht, ordnet die Papiere ajjf dem Schreibtisch und sieht zum Fenster, das vom trüben Morgenlicht erhellt ist. Fröstelnd steht er auf und klopft mehrmals "gegen die Wand. Seine Frau tritt ein und bringt das Frühstück. „Wellington hat gesiegt“, sagt er. Sie nickt und streicht ihm Butter auf das geröstete Brot. Verwundert sieht er sie an, er wartet, nichts geschieht. Er zuckt unwillig mit den Brauen: „Was gibt-es—denn—Neues?“ fragt er. „Nichts, Nathan“, antwortet sie, „oder doch. Judith hat von ihrem Mann ein Halsband bekommen, er hat einen guten Vertrag mit den Wormsern gemacht. Aber nicht nur deshalb“, sie unterbricht sich plötzlich und , lächelt schüchtern und, trotz der reifen Fülle, wie ein junges Mädchen. Aber Nathan" hat es niclrl-ybemerkt.- Er-hatüberhaupt nicht recht gehört, was sie erzählt hat. „So“, erwidert er abwesend und denkt, das ist so ihre Art, von den Dingen zu sprechen, „wie geh) es den Kindern?“ „Sie sind alle vergnügt, soll ich sie holen lassen?“ Nathan schüttelt abwesend den Köpf. Die Kälte in den Gliedern nimmt trotz des wärmen Getränks zu. Ein jäher Schauer schüttelt den Körper. Er sieht auf und lässt sich den Mantel bringen, obgleich es Sommer ist. „Ich gebe ins Schatzamt“, sagt er, ,,aber ich bin zum Essen wieder liier.“ Langsam steigt er die Stufen hinunter und öffnet die Tür. Die Frau siebt ihm vom Fenster aus nach. Ein Schritt, zwei Schritte," 'dann hat ihn der dichte Nebel aufgenoinmen. Nebel über der Stadt. Die Laternen brennen; mühsam tastet sich Nathan Rothschild von Licht zu Licht. Aus der dichten Verhüllung tauchen die Menschen hervor, erst sieht man ihre Umrisse verschwommen und wie in weiter Ferne, mit atemberaubender Schnelligkeit gewinnen sie Gestalt, stehen hart und gross in beklem- ■> mender Nähe und verschwinden ebenso sebnett wieder in der Undurchdringlichkeit. Es ist ein Abenteuer,-durch den Nebel zu laufen.- Rothschild basst seine-’ feuchte Wärme, er hat seit siebzehn Jahren in diesem Nebel gelebt, aus dem die Menschen konnten, in den die Menschen geben, ohne dass man sie greifen und halten kann. Man wandert mit ihnen in der gleichen; Welt, sie nähern sich, man erkennt den Kopf und die Glieder, sie sprechen mit Nathan Rothschild, sie machen Geschäfte mit ihm, sie entfernen sich, ein gespenstischer Zug, dessen Beginn verloren ist, dessen Ende sich unter dem halben Licht der Höflich- . keit verbirgt, wie unter dem Grau dieses Morgens, das kein Ende zu nehmen scheint: Einmal hat Nathan Rothschild diesen Nebels durchbrochen. Wo mag Sir White seid, denkt er plötzlich, dass ich ihm niemals ^wieder begegnet bin. Wie mag es gekommen sein, dass es damals, vor siebzehn Jahren,'den Nebel nicht gab, oder sah er ihn nicht, als er im Kontor des Vaters stand und Sir White empfing, der aus Manchester kam und Tuch , verkaufen >vol-lte. Im -Nebenzimmer sass der Gott hab ihn selig, die Tür zwischen den Zimmern war geöffnet. „Ich bin zu Ihnen gekommen“, hatte White gesagt, „um Tuch zu verkaufen. Sie zahlen uns den Betrag für die bestellten Lieferungen im voraus, die Lieferzeit innerhalb dreier Monate sieht in unserem Ermessen.“ Nathan lehnte ab. Er beherrschte die Sprache des Engländers nicht, aber er verstand, was der Engländer wollte. „Unter solchen Bedingungen werden, wir nicht mit Ihnen arbeiten. Wir sind daran gewöhnt, erst die Ware zu sehen und dann zu bezahlen.“ „Wir sind gewöhnt, erst Geld zu sehen.und dann zu liefern“, halte der Engländer gesagt. „Spielen Sie doch mit offenen Karlen“, antwortete Nathan. „Sie denken, Tuch ist in.'Frankfurt knapp, denen wollen wir es schon zeigen, aber ich schwöre Ihnen, dass wir Ihr Tuch nicht brauchen, lind wenn wir Tuch''wollen, dann werden wir Tuck bekommen, mehr, als Kleider in Frankfurt getragen werden können, und dann, Sir, werden Sie in Ihrer Fabrik sitzen mit Ihrem schönen Tuch und werden Tränen vorgiessen, dass.Sie uns Ihr Tuch nicht zu den Bedingungen verkauft haben, die wir bestimmen; denn dann werden ihre Lager voll sein und Ihr Chef wird sagen: Meine Herren, wir ■ ertrinken in unseren, 'Inch. Sie müssen dafür sorgen, (lass die Lente'nnserTuch kaufen zu jeder Bedingung!“ Nathan Rothschild hatte sich in Eifer geredet. Er. hörte, dass-der Bruder in das Nebenzimmer gekommen war und a» der Tür horrido. Einen Augenblick ging ihm der Gedanke durch den Kopf, eilizulenkoji und nachziigeben, »bei:.der Zorn, der ihn erfasst hatte,.war gross,--und er war nicht gewillt, sich zwingen zu lassen. „Das werden wir ja Sehen“, sagte der Engländer und kniff die Lippen zusammen, „das werden wir ja sehen, dann kann ich wohl gehen?“ „Bitte“, erwiderte Nathan Rothschild, und verneigte sich. Auch der Engländer verneigte sich und ging mit verbindlichem Lächeln und grossem Erstaunen. Damals hatte Nathan Rothschild, den Vater gebeten, ihn nach England zu schicken. Er war nach Manchester gefahren^ y oll er Pläne und voller . E rw?uJ-uiig.,- Sechs—Jab re Manchester, elf Jahre London liegen hinter ihm: ist der Nebel nicht dichter als am ersten Tag? Erbat das Gefühl, dass er eingeschlossen ist. Die, Enge legt sich ihm wie ein Ring um die Brust; das nicht zu Greifende, das Un- ' gesagte schnürt ihm die Kehle zu. Viel-

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