Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 51 (17.12.1936)
- Date
- 1936-12-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 2× ep/1046078
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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Beiblatt Pa 14i^Ii-V 111 scJi2iii der C^i^-Zeit ung7 Die Zeugenvernehmungen vor der Königlichen Kommission gehen weiter . Die Vernehmung des Leiters des Instituts für Wirtschaft6forschung - und Wirtschaftsplanung bei der Exekutive der Jewish Agenrv. Dr. Arth u.r Kuppin, von deren Beginn wirvorige Woche berichteten, fand ihren Fortgang inder öffentlichen Sitzung der Königlichen Kommission vom 9. Dezember. Ruppin betonte in dieser zweiten Vernehmung vor allem die Pflicht der Regierung, die Ansiedfung der .luden auf dem Lande zu erleichtern. Er wies darauf hin, dass in Mittelpalästma. ganz abgesehen von den ungeheuren Bodengebieten m Iransjordanien und in der Gegend von Beer-Schewa, grosse Möglichkeiten für eine energischere Entwicklung der Landwirtschaft vorhanden 6eion. Ruppin stellte fest, daes im Vergleieh zu anderen Landern des Britischen Imperiums, in denen, die Entwicklung der Landwirtschaft seitens der Regierung sehr gefordert werde, in Palästina so gut wie nichts fn dieser Beziehung geschehe. Die Regierung bemuhe sich nicht, zu beiderseitigem Vorteil den Kapitalbesitz der Juden und den Bodenbesitz der Araber miteinander zum Ausgleich zu bringen. Die Losung des Bodenproblems in Palastina aber sei durch die Herstellung eines derartigen Ausgleichs durchaus möglich. Der nächste Zeuge, das Mitglied der Exekutive der Jewißh Agency, Dr. Maurice B.- Hexter, wurde von dem Kommission6mitglied Sir Laune Hammond darüber befragt, ob die Juden bereit seien, Araber auf den Besitzungen des judischen Nationalfonds zu beschäftigen. Hexter antwortete darauf, daes eine Stellungnahme zu dieser Frage erwogen werden wurde, wenn die Araber ihrerseits ihren Arbeitsmarkt den Juden offnen wurden. Auch Hexter unterzog darauf die Haltung der Regierung in der Frage der Bodenverbesserung einer kritischen Betrachtung. Es 6ei durchaus möglich, so führte er aus, die Sumpfe in verschiedenen Gegenden des Landes zu trocknen und Gebirgsgegenden kulturfahig zu machen. Die Regierung habe über diese Möglichkeiten keinerichtige Uebersicht. Sie schätze 6ie im allgemeinen zu niedrig ein. Das gehe schon daraus hervor, dass von den 600000 Dunam, die zurzeit in Palästina tatsächlich angebaut werden, die Regierung seinerzeit bloss 150 000 Dunam iur anbaufähig gehalten habe. Hexter befasste »ich 6odann mit der Verpachtung von Staatslandereien an Juden. Nach den Aufstellungen der Regierung 6eien 180 000 Dunam an Juden verpachtet worden. Wenn man jedoch hiervon die Sanddunen, Felsgelande und Sumpfe sowie die Boden abziehe, die an die Palestine Potash Company, die Ruthenberg-Elektrizitategesellschaft, die Kadoone Ackerbauschule und andere nicht ausgesprochen judische Unternehmen verpachtet wurden, so blieben nur 3000 Dunam kulturfahigen Bodens übrig. Zum Schluss seiner Wahrnehmungen formulierte Dr. Hexter folgende jüdische Forderunjen 1 Viihjmu Miio- Bodiiik.it j^ter- 2 Kegierungshille für geschlossene Ansiedlumr jüdischer Kleinbauern und fur Kooperativen, sowie (ine Ht r.ib«.et7un_' di> /m»WMc, 1 geM t7lu jie Kegelung der Bewasser.nii'.'sfrage.: 4.:"Gewährungt ine* aiiMMiiesM-nt n Ante N an Regit rinig^ und .Oedland-efei.cn;. ö. hrmutigung von Brunnen-, ■bohrungen im Beer-^chewa-Distrikt seitens der Uegierung. Sir Laune Hammond und Sir Morris Carter fragten darauf den Zeugen, was seiner Meinung nach getanwerden solle, wenn das gesamte kulturfahige Land bereits aufgeteilt sei. Solle man'Gesetze schaffen, durch die weiterer Rodenverkauf verhindert wird, und glaube er, dass die künftigen arabischen Generationen ohne Boden auskommen wurden? Sir Morris Carter lugte hinzu, dass die Einführungen von Gesetzen zur Regelung der Bewasserungsfrage des Landes bedeuten wurde, dass die Araber vier Fünftel ihres Eigentums den .luden verkaufen konnten. Das wurde dazu .fuhren, dass auf eine auf dem Lande angesiedelte arabische Familie vier angesiedelte judische rainilien entfallen wurden. Bedeute dies nicht, dass die Araber, ihrer Rechte beraubt werden? Dr. Hexter stellte die Gegenfrage, ob das Mandat nicht erteilt worden sei. um geschlossene Ansiedlung von Juden zu ermutigen"? Eine solche Ansiedlung sei ausserdem in dem Briefe des früheren Ministerpräsidenten MacDouald. an Dr. Chaim Weizniann vorgesehen. Nunmehr fragte der \orsitzende Lord Peel, ob Araber vor MacDouald-. erschienen seien. Jenes Dokument — nainltchder MarDonald- Brief — sei ein völlig einseitiges Dokument. . In der öffentlichen Sitzung vom 11. Dezember wurde der juristische Berater, der Jewish Agencv, Mr. Horowiz, vernommen.- Er erörterte die Frage derRechtsunsicherheit bei Bodenverkaufen, die darin bestehe^ dass der Erwerber durch den Kauf nicht ein sofortiges Besitzerrecht erlange und deshalb nicht die Möglichkeit habe, einzuschreiten, wenn sein Eigentum willkürlich betreten oder besetzt wird. Er forderte-im Anschluss daran, dass die Regierung für den Schutz des Eigentumsrechts sorgen, und von denjenigen, die ein Grundstück besitzen, den Nachweis eines Rechtstitels fordern müsse. Auf eine Frage des Konimissionsmitghedes, Sir Laurie Hammond, welche Vorschlage zur Verdrängung von Arabern infolge judischen Bodenkaufs gemacht werden können, erwiderte Mr. Horowiz, in der Regel werde den Arabern anderer Boden zur Verfugung gestellt; sie zogen es jedoch meistens vor, von den neuen Besitzern Geldbeträge zu erpressen und -lehnten es aus politischen Gründen ab, Boden zu kaufen. Eine arabische Denkschrift Nachdem wieder einmal Geruchte in der Richtung aufgetaucht waren, dass die Araber den Bovkott der Königlichen Kommission aufzugeben gedachten, wurde diese I atsache. vom Obersten Arabischen Konnte erneut dementiert. Dagegen scheint festzustehen, da.-s Emir Abdulla von rransjordamen der honigln-he-ii Kommission, eine Denkschrift .über palästinensische. Angelegenheiten unterbreitet hat.. Diese Denkschrift, für die- Emir Abdullauhngeiws .-persönlich einzustehen bat, da: sie nicht iin"Auftrage des Obersten. Vnlwhui Komiles enueieuht \uude. ueht da von aus. dass ,die.Balfour-Deklaration den Zusagen widerspricht, die. den Arabern, gemacht... woi den M'ien und d ism< in, h im Gebens zu den' Bestimmungen- -des \ olkcrhundpnlites stehe. Dieser sehr radikale Standpunkt stimmt uberein mit -Beobachtungen, die in den letzten lagen über die Haltung der Araber im allgemeinen gemacht werden konnten. Nicht nur wurde der Bovkott britischer und -jüdischer W aren in Palästina von, der Seite des japa- : nischeu Imports ganz neu angefasst. zu dessen, roiderung in Haifa eine arabische Gesellschaft gegründet wurde, sondern auch auf dein engeren politischen Gebiet zeigte sich unverkennbar eine neue Aktivität. Mitglieder des Obersten Arabischen Konntes scheinen mit der Schaffung eines Fonds von.. "»0 000 Pfund zur Fortführung, des Kampfes gegen .luden und Engländer befasst zu sein. Im Libanongebiet ist ein lebhafter Waffenhandel im Gang, der um so beängstigender ■■ wirkt, als auch zur Zeit der Unruhen ein grosser 'leil der Waffen, die nach Palästina eingeschmuggelt wurden, aus dem Libanon stammte. Es verlautet ferner aus zuverlässiger Quelle, dass 500 Araber aus dem Irak in Iransjordanien eingetroffen seien, um Banden zum Kampf gegen die englischen Truppen zu organisieren. Als Anführer der künftigen grossen Banden, die sich um die gegenwartig in Palästina tatigen terroristischen .Gruppen kristallisieren sollen,, wird wiederum Fauzi el Kaukadvt genannt. Auf diese Weise soll erneut versucht weiden, eine bewaffnete Erhebung gegen die englische Herrschaft in Palästina zu organisieren. Anfrage im Unterhaus Dass diese Plane bereits wieder beginnen, die englische üeffentlichkeit zu beschäftigen, geht aus einer Anfrage des Abgeordneten Josiah Wedgwood an Aussennnnister Eden im Unterhaus hervor, die dahin lautet, ob Eden von dem englischen Gesandten im Irak einen Bericht über die Entsendung der Hände von etwa 500 irakischen Arabern unter dem Kommando Fauzi Bevs nach Transjordanien zwecks Vorgehens gegen die englischen 'Iruppen .in Palastina anfordern wolle. In schriftlicher Beantwortung dieser Anfrage wnes der Aussennnnister darauf hin. dass ihm der Abgeordnete den Bericht, auf dem die Anfrage beruht, zugehen liess. Die entsprechenden Untersuchungen über diese Angelegenheit wurden durchgeführt. Wiederkehr des Terrors Dtp Auswirkungen'dieser verstärkten 1 prrorhelze waren in der letzten .Woche deutlich feststellbar. Am lt. Dezember wurden auf der Landstrasse zwischen Meisau und -Dschenin, fünfzehn Personenautos von arabifchen lermristen angehalten. Die Passagiere wurden h»raubl. . Eine später auf "dem Schauplatz eintreffende Militärpatrouille griff..lie Bande mit \1asrhinengewehr.fetier an. spater wurden, radiotelegi nphis'-h V erstarkungen -herbeigerufen, trotzdem ist *>s allei Mitghettin dei Kinde gelungen, zu .-entkommen."^ Am gleichen Page winde in der Nahe \on Bi i» in i in l im el»nhii7Ug von I erronsten beschossen. Der Muchlar von Meisau und ein-zweiter Araber-wurden schwer verwundet. In der folgenden Nacht wurden die jüdischen Siedlungen Newe Jaarob und Atarot beschossen. Ks wurde niemand verletzt. Am 1J. Dezember unternahm eine starke Bande, bewaffneter Araber einen Angriff auf eine Steinbruehanlage in Migdal Zedek. Der Wächter wurde von den lerronsten entwaffnet und gefesselt. sodann wurden sämtliche Maschinen und die Keuerungsanlage vernichtet. Bevor die alarmierte Polizei auf dem Schauplatz eintraf, waren die läter bereits entflohen. Eine strenge Untersuchung wurde eingeleitet. In den Morgenstunden wurde die Stadt Hebron durch eine Srhiesserei aufgeschreckt, die sich zwischen I erronsten und Militär m den Mrae*eu entwickelt hatte und eine halbe Stunde dauerte. Bei Bala in der Nahe von Dschenin wurde eine Pohzeipatrouille durch arabische lerronsten beschossen. Verwundet wurde niemand. Km nach Safed fahrendes Auto wurde m einiger Entfernung von der Stadt durch Hindernisse, die über die Strasse gelegt worden waren,, aufgehalten. Als die Passagiere versuchten, dio Hindernisse zu entfernen, wurden sie beschossen. 1:11i Araber, der den Angreifern Widerstand leistete, wurde durch Messerstiche schwer verwundet. Araber untereinander Bei dieser erneuten Zuspitzung der Lage ist es kein I rost, dass auch die einzelnen arabischen Gruppen untereinander wiederholt in starke Spannungen geraten. Wie schon häufig ■ bildeten'. Araber selbstden -Gegenstand arabischer Angriffe. So am 10. Dezember ein arabischer Polizeioffizier in .1 afla, der aber glücklicherweise dem auf ihn gerichteten Anschlag entkommenkonnte. Am 12. Dezember jedoch wurde ein arabisches Mau« bei Safed von einer zwanzig Mann starken arabischen Hunde -uberfallen, wobei der■■ Besitzer ej-mordet und drei Kinder verwundet wurden. Das Haus des Herausgebers der arabischen Tageszeitung „l'elestiri ' musste, da in der letzten Zeit wiederholt Drohbriefe eingegangen waren, unter ständige polizeiliche Bewachung gestellt werden. Alier es stehen nicht nur einzelne Araber gegen Araber, sondern, ganze (iruppen bekämpfen sich gegenseitig. Die Spannung zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern beispielsweise hat im Laufe des 1.1. Dezember in Jerusalem zu Zwischenfallen gefuhrt. Dip*jo Schwierigkeilen scheinen sich vor allein im Zusammenhang mit dem Absrhluss des fruuzdsisrh- .syrischen Abkommens, nach dem es bekanntlich in Beirut zu Zusaiiiinenstossen zwischen Mohammedanern und ( bristen gekommen ist, Von dem ersten Konzert des Huberman-Orchesters „Musik ist der wichtigste -Teil der Erziehung. Wer musikalisch erzogen ist, richtet sich von allein nach dem Guten und Schonen. Denn Harmonie und Zahl haben Jie grosste Gewalt über die menschliche Seele. (Plato). Bis zu diesem Augenblick, in dem man hatte abfahren müssen, um am sechsundzwanzigsten Dezember in Tel-Aviv zu sein, malte lclumir in kühnen Traumen aus, dass ein Mäzen auf den kaum zu glaubenden Gedanken verfallen wäre, mir folgenden Brief zu schreiben: Sehr geehrter Herr! Da ich weiss, dass es fur Sie ein ausserordentliches Erlebnis wäre,. an dem ersten Konzert des Palästinensischen Philharmonischen Orchesters teilzunehmen, das Toscanini dyngieren wird, habe ich mich entschlossen, Ihnen bei dem Palestine Lloyd eine Schiff5karte zu bestellen. Gleichzeitig liess ich bei der Tel-Aviver Konzertagentur „Musikon" fur Sie eine Karte fur das am 26. Dezember stattfindende Konzert hinterlegen. Sie müssen jezt nur noch Ihren kleinen Handkoffer packen, Ihren Smoking nicht vergessen, und am 26. Dezember, 8 Uhr abends,, punktlich Ihren Platz einnehmen. Wenn Sie Lust dazu haben, können Sie mir Ihre Eindrücke in einem ausführlichen Bericht übermitteln, zu dessen Abfassung Ihnen auf der Rückfahrt genügend Zeit zur Verfugung steht." Diesen Brief ubergab mir mein Briefträger, von dem ich immer unerwartete Briefe erwarte, leider nicht. Tag um Tag verstrich, und,sollte derTSrief noch m vorletzter Minute kommen, so musste mir der unbekannte Mäzen schon ein. Flugzeug anbieten, damit ich unter die Schar der glücklichen Konzertbesucher gelange» könnte. Wahrscheinlich wird man mir auch kein Flugzeug anbieten. Also sollte man es mit Aladins Wunderlampe "versuchen! Wer hat sie? Wo mag sie weilen? Hätte ich sie erst einmal im Besitz, so wollte ifh schon herausbekommen, welche Drehungen und Beschwörungen man mit ihr vornehmen niiisste, um dorthin zu gelangen, wohin man mit diesem magischen Instrument gelangen kann. Aber ich habe kein Glück im Suchen, und sie wird wohl in Aladins Händen bleiben. Käme noch der Zauherteppich oder des Mephistopheles fliegende Pferde in Betracht. Einer, der sich auf Magie versteht, sagte mir, dass die Zauberteppiche schon seit längerem ausverkauft sind, und dass Satanas Pferde in unbekannten Gegenden wieherten. Also'? Wird man sich m der denkwürdigen Nacht vom 26. auf den 27. Dezember an den Ufern des Rheines nur ausmalen können, wie das neue Orchester am Strande des Mittelländischen Meeres zum erstenmal seine himmlischen Klänge über die entzuckenden Zuhörer ergiesst. -r4 Man wird alte Vorstellungskraft aufwenden müssen, um die festliche Menge ihre Platze einnehmen zu sehen, um das Stimmen der Instrumente zu hören, um zu vernehmen, wie allmählich das Stimmen in beklemmende Ruhe ubergeht, wie die Programme leise entfaltet werden, das Licht verlöscht und funfundsiebzig Musiker und tausende. Zuhörer im verdunkelten Saal auf Arturo Toscanini warten, der gemessenen Schrittes, sehr nachdenklich, unter der Zahl seiner Jahre leicht gebeugt gehend, majestätisch sich zum Dingentenpult begibt. Die Pressephotographen werden diesen Augenblick im Dunkel für immer auf ihre rilme bannen. - Keine Partitur liegt vor dem Maestro, denn alle Musik.-die erklingen wird, hegt tief in ihm ... Felix Gut (Köln). lieber Gründung und Pläne des Orchesters wird uns aus Palästina geschrieben: TEL-AVIV. 3. Dozember. Jetzt, am Beginn der Konzertsaison, beginnt mit Proben und dem notwendigen Konzert- „betneb" das von Bronislaw Uuheiman ins Leben gerufene Palästina-Orchester sich zu konstituieren. Damit erhält das Musikleben Palästinas em vollkommen neue« Gepräge. Wenn auch schon bisher dort viel und gern musiziert wurde und Ansätze in allen Sparten -der Musikausübung sichtbar wurden, so ist die Schaffung eines ständigen Orchesters doch II u t) e r in a n vorbehalten geblieben. Als er vor Jahresfrist hei 'Gelegenheit einer Violmtournee diesen Mangel und auf der anderen Seite den dringenden Bedarf danach feststellte, liess er nicht locker, bis er durch unermüdliche Werbearbeit und mit Hilfe von für den Anfang notwendigen Spenden die wirtschaftlich» Grundlage schuf. - Hauptaufgabe des neuen Orchesters wird es sein, dem palästinensischen Publikum Musikwerke der Weltliteratur in erstklassiger Auffuhrung zu Gehör zu bringen. Daneben werden junge judische Komponistentalente einebesondere Forderung erfahren. Die 65 bis 70 Mitglieder des Orchesters sind aus den Reihen der Besten aller Lander ausgewählt und zum 'leil Musiker von international anerkanntem Ruf. Eine grosse Anzahl kommt aus Deutschland und Polen. So Könnten mit dem künstlerischen Zweck auch soziale Ziele verbunden werden. Daneben haben auch Holland und Ungarn, Amerika und andere Lander ihre Rekruten gestellt, und auch von den bereits früher in Palästina vorhandenen Orchestermusikern wurden die besten und 'brauchbarsten Kraft« dem neuen Gremium einverleibt. Zum ersten Konzertmeister wurde Andrea s Weissg e r b e r ernannt. Die Leitung des Orchesters wird. etwa alle drei Monate wechseln, und zwar werden neben den besten jüdischen Kräften Palästinas und des Auslandes- Kapellmeister von internationalem Ruf als Gastdirigenten eingeladen werden. Pur die erste Saison Issay Dobrowen, früherer Leiter des Sinfonie-Orchesters in San Francisco und des New-Yorker Philharmonischen Sinfonie-Orchesters, Hans Vilbel m Steinberg, früherer musikalischer Oberleder der Frankfurter Oper und jetzt Kapellmeister im Jüdischen Kulturbund Berlin, und M i c h a e I T a u b e , früher au der Städtischen Oper, Berlin, und im .Indischen Kulturbund, Berlin, der'Sich um das palästinensische Musikleben bereits verdient gemacht hat. vefpfliehtet. Toscanini hat sich bereit erklärt, die Eroffnungskonzerte in den drei Städten zu dirigieren. Eine besondere Aufgabe fallt dem Orchester , in musikpädagogischer Hinsicht zu. In Sonderkonzerten fur die Arbeiterorganisationen wird bei niedrigen Preisen das gleiche Programm wie bei den normalen Konzerten geboten wer- 1 den. Ferner sind die Gründung einer Musikakademt». und einer Beratungsstelle für Musikerziehung .geplant. Nur einen 'leil des Jahres soll, nach dem Pinn Hubermans und seiner Mitarbeiter — unter denen das seiner Aufgabe mit seltener Hingabe ergebene Organisatoren - Ehepaar L e w e r t o f f besonders hervorgehoben zu werden verdient — das Palästina-Orchester im Lande seihst konzertieren. Den übrigen Teil des Jahres wird es lournees nach allen Landern veranstalten-. Diese Reisen sollen die wirtschaftliche Basis dos Orchesters stutzen helfen, um die lebendige Kunde.- von den hohen. Kultur--, leistungen der palästinensischen Juden bis in alle Teile der Welt zu tragen. Sofort-nach Beendigung des 1 oscanini-GastspielH in Palästina wird das neue Orchester mit diesem Meisterdingepten nach A e g y p l e n geheir und bereits im Januar mit Adolf Busch in Griechen - 1 a n d auftreten. Schon vor einem Jahre, als Huberman zum erstenmal in der Oeffentlichkoit seinen Plan entwickelte, war der Nachhall in Palästina ungeheuer.—Jetzt', da nnch_niclit ein, mal der Kartenverkauf fur die Konzerte focgonnen hat, sondern erst die Einschreibung als Mitglied in die Organisation der Freunde des Palästina-Orchesters, ist das Interesse sehr stark. In den kulturell interessierten Kreisen c 3