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Central-Verein-Zeitung · 1936-12-10 · 50 (10.12.1936) · page 20

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
50 (10.12.1936)
Date
1936-12-10
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Unruhen m Zu Unruhen kam es in der vorigen Woche am 1. Dezember in der Gegend von Herzlia und P e t a c h Tikwa, wo etwa 30 Schüsse auf die .Orangenpflanzungen abgegeben wurden, und am 4. Dezember, an dem das Knulerdorf Ben Schemen, glücklicherweise ohne Arfrichtung von Schaden, beschossen wurde. Am 7. Dezember kam es zu einem Zusammenstoss zwischen einer starken arabischen"Terroristenbande und englischem Militär. Ein Militärauto würde von der Bande angegriffen;- Radiotelegraphisch herbeigerufene Verstärkungen nahmen den Kampf bei Na blus auf, der dreivStunden währte. Die Zahl der bei dem^Zusammene'loss Verletzten ■ist.- noch nicht bekannt. Die Besatzung von Nablus ist ausmarschiert, um in der Umgebung der Stadt Uebungen abzuhalten und die Verfolgung der in letzter Zeit neu organisierten Terrorjstenbanden aufzunehmen. Palästina wirid befestigt In einer Meldung der JTA wird mitgeteilt: Die~ britischen Truppen führen grosse Befestigungsbauten einerseits in den Bergen in der .Umgebung von Nablus, andererseits an der Nordgrenze Palästinas gegen Syrien zu und au 'der Transjor'dangrenze gegenüber Syrien und dem Irak durch. Bisher ist es nicht sicher, ob diese Befestigungsarbeiten nur mit der Frage der Sicherheit Palästinas zusammenhängen (aus Syrien und dem Irak-wurden während der Unruhen Waffen nach Palästina gebracht und bewaffnete Banden überschritten die Grenze), oder ob dies mit der allgemeinen politischen Lage im Mittelmeer in Verbindung steht. Rabbi Isaac Herzog Oberrabbiner von Palästina »■ . Der Rabbinische Rat, der aus 42 Rabbinern und '28 vom Waad Leunii ernannten* Laien besteht, wählte mit .37 gegen 31 Stimmen R a b b 1 I s a a c H e r z b g zum Oberralibiner von Palästina. Rabbi Herzog, der 18&8 in Lömza , (Polen) geboren, ist, 1899 nach London kam und 1910 sein Rabbinerdiplom erwarb, wurde 1916 Rabbiner in Belfast und 1919 Rabbiner in Dublin* wo er bis. jetzt amtiert. Er wird dem verstorbenen Oberrabbiner Kuk. seit dessen Tod im September 1935 das Oberrabbinat der aschkenasischen Gemeinden in Palästina verwaist ist, nachfolgen. Rabbi Jacob Meir wurde zum Oberrabbiner der sephardischen Gemeinden Palästinas wiedergewählt. Die Bedeutung des Erdöls für Palästina und den Nahen Osten Von Dipl.-Chem. Dr. M. Naphtali Die Bedeutung der Vorkommen an Erdöl in den Ländern im Osten des Mittelineers ist im wesentlichen durch zwei Talsachen gegeben, die? sich hier und da überschneiden: die eine ist das Interesse Englands an einer, sicheren Basis für die Belieferung seiner Flotte mit Heizmaterial, die andere beruht auf dein Wirtschaft-", liehen Aufblühen des Landes Palästina. England hat schon immer Sorge getragen, die Zugangsstrasse nach Indien mit allen denkbaren. Sicherungen auszustatten, und dazu gehört in erster Linie die Zufuhr von Heizöl für seine Flotte, die diese Strasse schützt. Durch die Erfahrungen, die es letzthin im , abessinisch-ita- " lienischen Kriege gemacht hat, ist diese Sorge noch erheblich verstärkt'worden. Die Auswirkung des wirtschaftlichen Aufschwunges der letzten Jahre auf die Einfuhr von Erdölprodukten nach Palästina mag aus der folgenden Zusammenstellung- (nach Internat. Petroleum-Korrespondenz) hervorgehen (Mengou in to): MJncralüIrlnrulir Palästinas 11)32 193S 193* 1035 '-'KM -im ■ s-iM Danach hat die Oeleinfuhr Palästinas 1935 151 625 to betragen gegen 108 331 to im Jahre 1934 und 84 149 to in 1933. Die ■Zunahme gegen 1933 beträgt etwa 80 pCt. Es dürfte nur wenig Länder geben, bei denen in den letzten Jahren, die grösstenteils noch im Zeichen der Krise standen, eine auch mir annähernd so bedeutende Zunahme zu verzeichnen wäre. Der Import an Benzin und Schmierölen ist seit 1932 um nahezu 100 pCt. gestiegen, die Einfuhr an'"Gas- und Heizöl hat sich sogar mehr als "'vervierfacht. Die oben angegebenen Zahlen für die Ein-'- fuhrmengeh sollen nur steigen, wie hoch sich zurzeit der Bedarf dos Landes slellr, und seiiie Tendenz zu stürmischer Steigerung unterstreichen, es soll aber hier nicht untersucht werden, woher diese Mengen stammen, die je nach den. derzeitigen Erdölpreisen, nach technischen, valutarischen, frachtlichon Und anderen Gesichtspunkten aus Iran. Irak, Russland, llolländisch-Indien oder Rumänien eingeführt sein können. Es erhebt sich nun die Frage, aus welchen __Quellen Palästina seinen Bedarf an Erdölprodukten decken kann,.ohne auf fremde Importe angewiesen zu sein. r^ Hier ergeben sich zwei Möglichkeiten. Zunächst sind die Erdülmengeh zu erwähnen! die dem Lande durch die Erdölleitung (Pipeline), . die vom Irak nach Haifa führt, zufHessen, und zweitens das Erdöl, das sich im Land selbst findet. Die erstgenannte Möglichkeit gestattet ja, streng genommen, nicht, einheimisches Erdöl zu verarbeiten, sondern solches aus dem Irak, dem .zukunftsreichen-.-Lande* an Euphrat und Tigris. Setzt man aber voraus, dass es den Engländern gelingt, die unruhigen Araber, die in letzter Zeit die Oelleitung mehr als dreissigmal in Brand gesetzt haben, wieder in ihre Schranken zu verweisen, so kann die. in der . Nähe von Haifa im Bau befindliche Raffinerie in absehbarer Zeit dem Läxjtiie einen grosseh Teil der nötigen Erdölprodukte liefern. Die Pipeline ist von der Irak Petroleum Co. erbaut worden, in deren Händen, wie wir sehen werden, sieh die wichtigsten Erdölinleressen des. Landes Palästina befinden,'und über die daher * einiges gesagt werden imiss. Die Irak Petro- Co. H.P.C.)- mtH ganisätion, die vor. zwölf. Jahren durch Vereinigung folgender Gesellschaften entständen ist: 1. die englische 'Gruppe: d'Arcy' Exploration Co.. bzw. Anglo-lranian Co., 2. die englischholländische Gruppe: die Aiiglo-Sa\on Petroleum Co. (Royal-Dutch-Shell), - 3. die französische- Gruppe: die Compagnie Franchise des Petroles. 4. die amerikanische -Gruppe: Near East Development Corporation (Standard Oil Co. of New Jersey, Socony Vacuum Oil. Co. und Gull Oil Corp.). Diese vier grossen Gruppen sind an der •LP.C.. zu je 23>i Prozent beteiligt, während die restlichen 5 Prozent sich im Besitz des Armeniers G u l b e n k i a n unter der Firma Parlicipatious and Investments Co. befinden. Als Untergesellechaft gründete dann die LP. C. die Meditei ranean Pipe Line Ltd. zur Erbauung und zum Betriebe der irakischen Erdölleitung.-Nachdem geologische Expeditionen seil 1919 das Land an Euphrat und Tigris gründlich untersucht hatten, war man 192b' so weit, dass ein Bohr- "prograinm aufgestellt werden konnte, und Ende 1920 waren bereits 2564 Mann, darunter 130'.Europaer, am Werk. An zehn Stellen wurde' gebohlt (in Palkanna, Kahm el Ahmer, Injana, Baba-Gurgur, Quaijara, Tarjil und Jompur; Kar- „ nior und Khaimqua wurden 1928 in Angriff genommen). Im Oktober 1927 kam rfber die Sonde Nr. 1 in Baba Gurgur, das jetzt K i r kuk heisst, als grosser Springer bei einer Bohrtiefe von nur 403 Meter zum Ausbruch, viel weniger tief, als die Geologen vermutet hatten, eine Tatsache, die eine vollständige Programniänderüng zur Folge hatte. Der nicht gedrosselte Brunnen lief drei Tage bei einer Ausbeute von 12 000 to (das sind etwa 1200 Zisternenwagen der Eisenbahn) täglich, dann wurde er gedrosselt. Dieser Fund wies auf ein gewaltiges unterirdisches Oelreservoir hin, dessen Ausdehnung auf eine Länge von 90 Kilometer und eine durchschnittliche Breite von 3 Kilometer geschätzt wurde. -.'Nachdem in dem Kirkuk-Gebief jeder angesetzte Brunnen fündig wurde, legte man die anderen erwähnten Probebohrungen eine nach der anderen .still; Sie repräsentieren in einer Konzession von 90 000 Quadratkilometer Umfang die künftigen Reserven. Ende 1933 hätte Baba ' Gurgur/Kirkuk 42 produzierende Brunnen. Dieses Gebiet wird als.grösstes Erdöldepot der Welt * in Einzelbesitz angesehen, selbst wenn man Gebiete wie Baku und Ost-Texas zum Vergleich heranzieht! Eine Rohrleitung für 4 000000 to jährlich wurde von der Gesellschaft erbaut, also für ein Quantum, das schön durch 15 von den erbohrten 42 Sonden gesichert ist. Die doppelte.Rohrleitung lässt den Weltmärkten über Haifa und .Beirut täglich 8Q000 barreis Rohöl zufliessen (7 barreis sind etwa 1 to). ' Aber das Interesse am Betriebe des Pipe Line-Stranges durch Syrien genügte der Expansionspolitik der I. P. C. keineswegs. Sie hat Vor kurzem von der französisch-syrischen Mandätsverwaltung die Konzession zur Ausbeutung der Ölquellen bei Deir el Zor in Nordsyrien erhalten. Dagegen hat sich nun ein Entrüstungssturin der französisch- und arabisch-syrischen Presse erhoben. Die Konzession soll von der früheren syrischen Regierung für vier. Oel- ' quellen vergeben worden sein gegen die Verpflichtung, dass die Gesellschaft an den Staat 10 000 syr. Pfd. Sterl. zahlt und, sobald die Bohrungeil Erfolg haben, 5 Prozent ihres Ertrages an den syrischen Staat abführt. Man behauptet min, dass die vorwiegend britisch beeinflusste Gesellschaft ausschliesslich eigennützige britische Interessen verfolge, die sich seit dem Weltkriege darauf richteten, das französische Mandatsgebiet Syrien—Libanon irgendwie von den unter ..britischer Mandatsherrschaft stehenden oder britisch beeinflussen Nachbargebieten abhängig zu machen. Die I. P. C. hätle zurzeit kaum Interesse daran, die syrischen Oellagerstätten zum Vorteil des Landes auszubeuten und damit gewissrrmassen der eigenen Erzeugung —4ni-^ak^Konkurienz im machen. In der palästino-arabiscucti Presse wird nun dazu mitgeteilt, dass kürzlich in Beirut Besprechungen zwischen der französischen Mandatsverwaltung und Fachleuten der I. P. C. stattgefunden hätten, in deren .Verlauf die I. P. C. eine Denkschrift überreichte, nach der sie im Konzessionsgebiet bereits fünf Oelquellen gefunden hat. Ob und wieweit diese Oelfunde bereits ausgebeutet werden, wird nicht berichtet, ■ . > ■ In Palästina seifst Hat man sefion vor dem Weltkrieg sich mit den durch das reiche Vorkommen von Asphalt am und im Toten Meer sehr wahrscheinlich gemachten Erdölvorräten beschäftigt, und zwar gilt die Gegend von Kurnub ebenso wie .die des Toten Meeres nach früheren geologischen Studien als besonders hoffnungsvoll für Erdölfunde oder, wie die Fachleute sagen, als „erdölhöffig". 1913 hatte sich die Standard Oil Co. of New York besonders für das Gebiet von Kurnub interessiert, wurde aber durch den Ausbruch des Krieges verhindert, die beabsichtigten Bohrungen auszufuhren, und hat auch nach dem Kriege von ihren Rechten —* wohl aus politischen Gründen -r^-., keinen Gebrauch mehr gemacht. Die Kurnub- Konzession gelangte (nach Ä, Bleyberg, T. B. Petrolindustrie) 1932 in die Hände eines Kaufmanns E. Gelat, der aber - infolge Kapitalmangels seine Rechte nicht auszunutzen vermochte, so dass die palästinensische Regierung ihm die Rechte entzog und sie wiederum der Irak Petroleum Co. übertrug, die noch weitere Konzessioiisgebiete erhielt, so dass sich die Konzessionen der LP. C. fast bis zum Golf von Akaba längs der Mittelmeerküste erstrecken. Fline weitere Konzession in Palästina erhielt Mr. Southerland, der in Verbindung mit einer anderen englischen Erdölgesellschaft steht und daher im Gegensatz zu Gelät die grosse Kon-r Zession halten könnte, die sich weit über die judäische Wüste ausdehnt, bis in die Mitte des Toten Meeres und weiter nach JebeFUsdum zu. Die wiederholten Angriffe auf die\ Pipeline nach Haifa müssten-eigentlich die Veranlassung sein, dass die Engländer, in dem Bestreben, alle erdenklichen Reserven für die Belieferung ihrer Flotte mobil zu machen, in nächster Zeit die Bohrarbeiten in Palästina energisch aufnehmen. Im ganzen haben wir gesehen, dass die Erdölinteressen Palästinas 6ehr weitgehend in den Händen der I. P. C. vereinigt sind, die die Leitung nach Haifa kontrolliert, die auch im benachbarten Syrien und im Süden Palästinas aus eigenen Quellen Rohöl erbohrt und so vorwiegend britische Interessen vertritt ■— obwohl, wie wir oben zeigten, internationales Kapital in beachtlichem Ausmass in der Gesellschaft mitarbeitet: 1 Dieser Ueberblick über Palästina und das Erdöl würde unvollständig sein ohne die Feststellung, dass im Nahen Osten ein neues grosses Erdölzentrum im Entstehen begriffen. ist, ein -Gebiet, das Mesopotamien und mehrere RmhI« gebiete Arabiens umfasst. Abgesehen von Palä« stina, Syrien und dem Irak, sind die vor der Küste Arabiens im Persischen Golf liegenden. Bahrein-Inseln schon seit mehreren Jahren als eins der ergiebigsten Erdölfelder in Ausbeutung begriffen; Sie gehören dem stärksten Rivalen der Irak Petroleum Co., der Standard Oil Co. of California („California Arabiao Standard Oil Co."), die durch die ebenfalls amerikanische Texas Corp. ihre Petroleumprodukte auf die Märkte des Fernen Ostens entsendet, während die Produkte der I. P. C. im Nahen Osten vertrieben werden. Die ander arabischen Nordostküste zwischen den Bahrein-Inseln und der -Strasse: von Ormuz gelegenen Landstriche^ wer- Oia Schneiderin Modelf atelier SchlllGr Oer Schneider . iür die elegant gekleidete Dame Berlin NW6. Schiffbauerdamm 12,a.Bhf.Fri.edrichstr.D2Waldend. 2137 den wieder durch zwei Tochtergesellschaften der I. P. C., die Petroleum Development (Quatar) Co.-und die Petroleum Development (Trucial Coast) Co. seit kurzem bearbeitet. Endlich wird durch eine dritte neugegründete Untergesellschaft der I. P. C., die Petroleum Development (Western Arabia) Co., die Ausbeutung der Konzessionen betrieben, die die I. P. C. von der Regierung von Saudi-Arabien am Roten Meer erhalten hat. Von dem, Ergebnis der im Winter geplanten geologischen Expeditionen wird es abhängen, ob das Arbeltsgebiet in, südlicher Richtung bis züm Yemen erweitert werden soll. "] England sorgt also noch weit über Palästina hinaus für die Verstärkung seiner Erdölstellung auf den nach Indien führenden See- und. Landwegen. " . .. Vergegenwärtigt man sich den Umfang dieser zahlreichen neuen, zum Teil schon im allergrössten Massstab produzierenden Erdölgebiete, und berücksichtigt man auch den. Umstand, dass neben den englischen auch die grössten amerikanischen Erdölgesellschaften an dieser Entwicklung beteiligt sind,'bedenkt man ferner, dass in jetziger Zeit die Ausbeutung von neuen Gebieten im schärfsten Tempo zu geschehen pflegt, so darf man die Prognose stellen, dass hier die Basis für ein neues industrielles •Zentrum gegeben ist, um so mehr, je mehr eine intelligente Bevölkerung vorhanden und in der Lage ist, die gegebenen Möglichkeiten auszunutzen.-. ' . . Palästinensische Gesetzgebung der letzten Zeit Von Rechtsanwalt Dr. Hans Kaiisch, Berlin Trotz aller inneren Spannung und Beunruhigung geht' in Palästina die Gesetzgebung ihren Weg weiter. Die letzten Monate haben keine Neuerung von einschneidender Bedeutung gebracht, aber doch manches, das wert ist, vermerkt zu werden. .y Die Gesetzgebung ist jetzt bei der 71. Ordinance angelangt. Der Zahl der Ordinances.nach ist 1936 ein Rekordjahr. Zieht manab, was durch den Araberaufruhr veranlasst ist, so ist es ein Jahr wie alle anderen. Allerdings hat nicht nur der Araberaufruhr unmittelbar zum Anschwellen der Gesetzgebung beigetragen, auch die Haltung, die der Supreme Court den Notgesetzen des High Comniissioners gegenüber einnahm, zwang zu einigen gesetzgeberischen Ergänzungen. Diese Dinge sind jetzt abgetan. Eine besondere Verordnung regelt die Entschädigung für die in Jaffa vorgenommenen Niederlegungen von Gebäuden. Kaum ergangen, musste sie schon ergänzt werden. Nicht nur der Eigentümer der niedergelegten Häuser erhält Entschädigung, auch der Hypothekengläubiger wird gesichert, indem ihm ein Anrecht auf einen entsprechenden Teil der Entschädigungen gegeben wird. Aus der eigentlichen Gesetzgebungsarbeit isterwähnenswert, eine Novelle zum Patent- und Mustergesetz,Mn der unter anderem bestimmt wird, unter welchen, Voraussetzungen die Vorführung auf einer Ausstellung und dergleichen dem Recht auf Patenterteilung nicht schadet. Auch das Gesetz über die Beweisregeln ist geändert worden. Ein sehr bezeichnendes Gesetz ist;,The Com missioners Prowers (Conferment ol) Ordinance Nr. 71/36". Die Palästina-Kommission ist zweimal in amtlicher Förnuder Bevölkerung zur Kenntnis gebracht worden.. In Nr. 631 der ..Palestine GazetteT vom' 20. September 1936 veröffentlicht der/High Commissioner auf Ersuchen des Vor- sitjenden der Königl. Kommission den Erlass des Königs über die Einsetzung der Kommission. Eine „Notice" ist beigefügt, in der alle Organi-, sationen und Einzelpersonen, die den Wunsch haben, vor der Kommission Aussagen zu machen, aufgefordert werden, kurze schriftliche Angaben über die Hauptpunkte ihrer beabsichtigten' Aussage zu machen, damit diese der Kommission vorgelegt "werden könnten. - Daun hat der High Commissioner noch die eben erwähnte Ordinance - erlassen, in der. er als unmittelbarer Gesetzgeber •*—für Palästina diejejugnisse der Kommission und die Pflichten der' Bevölkerung ihr gegenüber festlegt. Es wird bestimmt, dass die Kommission Personen, die einer Vorladung nicht föfge'n, vors^fütiren lassen, Zeugen eidlich vernehmen kann, und dass Eide oder uneidiiehe Beteuerungen, die vor ihr geleistet oder abgegeben worden sind, so gellen sollen, als ob sie vor einem. Gerichtshof geschehen seien. Es wird auch für falsche eidiiehe Aussagen oder Beteuerungen eine Höchststrafe festgelegt undzwar auf zwei Jahre Gefängnis. , . Wie immer, so ist auch in letzter Zeit der Umfang der Verordnungen, die zur Ausführung und Durchführung von Gesetzen ergehen, weitaus grösser als der der Gesetze selbst. In letzter Zeit sind umfangreiche Verordnungen über den Verkehr mit G i f t e n (Dangerous- Drugs) ' ergangen. Um aber zu, zeigen, wie sehr ins einzelne die väterliche Regierung geht, möge nicht verschwiegen werden die Road T-r-ansport (Double Decker Omnibus) (Experiment) Order 19 3 6. Durch diesen Erlass gestattet der High Commissioner ve rsuchs.weise einer jüdischen Omnibusgesellschaft in Tel-Aviv den Betrieb zweistöckiger Omnibusse. . Von grosser Bedeutung könnte der Entwurf eines Strafgesetzbuches sein, der Ende September veröffentlicht worden ist. Ein solcher Entwurf ist bereits vor mehr als drei Jahren im Juni 1933 veröffentlicht worden und nicht Gesetz geworden. Der jetzt vorliegende Entwurf umfasst wie der ältere Entwurf 391 Paragraphen und zeigt an einzelnen Stellen gegenüber, dem älteren Entwurf nicht unerhebliche Veränderungen. In einer „Schedule" sind die Gesetze aufgeführt, die mit Einführung des neuen Strafgesetzbuches aufgehoben 6ein sollen. Das ist ein grosser Teil der englischen Strafgesetzgebung von 1919 bis 1936. Alle aufzuhebenden Gesetze sind an ihrem Ort in das grosse , Strafgesetzbuch hineinverarbeitet. Mit dessen Einführung würde auch das heute noch in erheblichen Teilen in Geltung stehende ö Vtoman i s c h e Strafgesetz; buch vollständig beseitigt werden, so dass Palästina auf strafrechtlichem Gebiet eine moderne und übersichtliche Kodifikation erhalten würde. Man muss hoffen, dass das in absehbarer Zeit zustande kommt. Auf dem Gebiet der auswärtigen Bezieh ü n-g e n ist zu vermerken, dass das schon länger bestehende Handelsabkommen mit Aegypten neu abgeschlossen ist. . ' . Mordechai Ben Hillel Hakohen gestorben ■ In Haifa ist der hebräische Schriftsteller^ Mordechai Ben Hillel Hakohen (Kahn) achtzigjährig gestorben. Mordechai Bei Hillel Hakohen hat im modernen hebräischem Schrifttum eine hervorragende Rolle gespielt. Er ist aus der Aufklärungsbewegung des Ostens, der Haskala, hervorgegangen. An fast sämtlichen hebräischen Zeitschriften, die im vergangenen halben Jahrhundert herausgegeben wurden, hat er. mitgearbeitet. 1904 erschienen seine gesammelten Schriften un,ter dem Titel ..Meerew ad Erew", 1924 gab er ein Memoiren-Werk „Kwar" heraus, 1927 begannen seine in acht Bänden niedergelegten Erinnerungen unter dem Titel „Olämi" zu erscheinen^ Mordechai Ben Hillel Hakohen gehörte zu den Gründern von Tel Awiw und wurde der erste nichtamtliche Notar dieser Stadt. Auf wirtschaftlichem Gebiet hat er sich durch Gründung von Kredit- und Sparkassen verdient gemacht. I

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