Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 50 (10.12.1936)
- Date
- 1936-12-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 50 Beiblatt Palästfina-tTmschaii der C.-V.-Zeitnng 10. Dezember 1936 Vor der Kommission und neben der Kommission Shertok über die illegale Einwanderung"; Bevor über den Fortgang der Arbeitender . Königlichen Kommission' berichtet wird, muss zunächst, ein Kommentar zu den Aussagen, des -Leiters des politischen Departements der Jewish " Agency, Mosche Shertok, nachgetragen werden. Wie aus unserm letzten Bericht noch erinnerlich sein wird, spielte bei der Vernehmung Shertoks die Frage der illegalen Einwanderung eine erhebliche Rolle. Shertok hatte 'nämlich eine Art Sympathieerklärung für die illegale Einwanderung" abgegeben. Wie neuerdinge ergänzend mitgeteilt wird, bedeutet diese Sympathieerklärung nicht, dass die Jewish' Agency mit der illegalen Einwanderung als solcher sympathisiere, dass sie aio vielmehr bedauere und versuche, öffentlich vor ihr zu warnen. Sie könne jedoch nicht aktiv daran mitwirken, die illegal Eingewanderten ausfindig zu machen, und dadurch zu veranlassen, dass sie aus- SCHIFFSKARTEN nach Amerika — Afrika — Australien — Palletina Palestine & Orier gewiesen und wieder den drückenden Verhältnissen ausgesetzt werden, denen sie entronnen sind! Shertok stellte die illegale Einwanderung als eine Folge der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes in Palästina einerseits und der dieser Aufnahmefähigkeit nicht in ausreichendem Masse Rechnung tragenden Höhe der Schedulen dar. Aus dieser Tatsache folge, dass an die. Menschen, die beispielsweise in Osteuropa in höchst bedrängter .Wirtschaftslage leben, Nachrichten gelängen, nach denen in Palästina. Arbeitsmöglichkeiten für sie vorhanden seien. Diese Menschen versuchen dann in . ihrer Verzweiflung auch ohne Zertifikat teilweise unter grossen Opfern nach Palästina zu gelangen. In der Kegel ordnen sie sich dort reibungslos in den Arbeitsprozess ein. Trotzdem habe die Jewish Agency diese Praxis niemals gebilligt, sondern öffentlich verurteilt,- und ihr Möglichstes getan, um davon abzuraten. Die Palästinaregierung habe jedoch ihre Unterstützung zwecks Ermöglichung der Deponierung illegal eingewanderter Juden aus Palästina niemals gefordert. Infolgedessen habe auch die Jewish Agency davon absehen können, ihre Hand zur Ausweisung dieser unglücklichen Menschen zu bieten. Zu der Sonderirage der Einwanderung von Kommunisten erklärte Shertok, dass die Jewish Agency ihr Möglichstes tue, um sie zu verhüten. Am 1. Dezember wurde die Vernehmung Shertoks, auf deren ersten Teil durch die vorstehenden Ergänzungen teilweise ein neues Licht fällt, fortgesetzt. Shertok berichtete über*das Hachschara-System und wies erneut auf die Knappheit an Arbeitskräften in Palästina hin. Als nächster Zeuge wurde der Leiter des Einwanderungsdepartements der Jewish Agency, Dr. Werner S enalu r. vernommen. Auf die an Senator gerichtete Frage des Kommissionsvorsitzenden Lord Peel, ob die Jewish Agency selbst die Verantwortung für die Zuteilung der" Zertifikate trage, ob Zionisten und Nichtzionisten einen gleichen Anteil an den Zertifikaten bekämen, und ob auch die Ansprüche der Rivisionisten und der Agudas Jisroel berücksichtigt würden, nahm wiederum Shertok das Wort. Er erklärte, das Reservoir der jüdischen Einwanderung nach Palästina bestehe mit Ausnahme der Mitglieder der Agudas Jisjoel aus Zionisien. Für die Zuteilung der Zertifikate trage bis auf ver- . einzelte Sonderfälle die Jewish Agency die volle Verantwortung. Im Anschluss daran kam Senator noch" auf die Bedeutung der mittelständischen jüdischen Einwanderung zu sprechen und hob die Leistungen des Mittelstandes für Industrie und Handel sowie-für -die Landwirtschaft hervor. Eine zweite Vernehmung Dr. Senators fand am 2. Dezember wiederum in ölfentjicher Sitzung statt. In ihr regte zunächst Lord Peel an. dass die Jewish Agency schriftlich ein kurzes Verzeichnis ihrer Beschwerdepunkte ~ über die Handhabung der Einwanderung einreichen möge. Im Verlaufe seiner Aussagen wies dann Senator darauf hin, dass die Zahl der eingewanderten Kapitalisten in den letzten drei Jahren 14 500, die der .Familienangehörigen 29 000 betragen habe. Die Kapitalisteneinwanderung habe somit eine Zunahme von 1,13 Prozent, die der Angehörigen eine •Zunahme von 1.9 Prozent aufzuweisen. . In diesem Zusammenhang stellte Senator die Forderungnach Ausgabe einer, vermehrten Zahl von Zertifikaten für die Jugendallija au« Deutschland auf. Als nächster Zeuge wurde der Beamte des politischen Departements der Jewish Agency, Elijahu Epstein, vernommen. Er ging auf die Frage der illegalen arabischen Einwanderung aus dem Hauran ein, die er mit etwa '20 000 bis 25 000 bezifferte. Auch au« . Transjordanien sei eine erbebliche Anzahl arabischer Einwanderer nach Palästina gekommen. Epstein verlangte, dass die syrieche Grenze gegen illegale arabische Einwanderung geschlossen werde. Nachdem am 3. Dezember in geschlossener Sitzung der Chefsekretär der Palastina-Regie-. rung, J oh n Ha th o r n H all ,undder Leiter - des Finanzdepartnventg der Palästina-Verwaltung, Mr. Johnson, wurde am 4. Dezember der Leiter des Regierungsdepartements für Zölle und Handel, K i ngel e y W. S t e n d, vernommen. In der öffentlichen Sitzung der Kgl. Kommission am 8. Dezember wurde die Vernehmung des Beamten des politischen Departments der Jewish -Agency, Elijahu Epstein., über die illegale Einwanderung von Arabern fortgesetzt. Diese Einwanderung, so erklärte der Zeuge, sei eine ständjge Quelle von Störungen für Palästina, da sie drückend auf Lohnnievau und Lebensstandard wirke. Die illegale arabische Einwanderung sei auch ein ernster Faktor bei den letzten und früheren Unruhen gewesen und gefährde ausserdem die sanitären Verhältnisse im •Lande. Auf die Frage, obrdie Jewish Agency eine Einstellung oder Einschränkung der arabischen Einwanderung wünsche, erwiderte Mosche Shertok, der der Vernehmung beiwohnte, die R"gierung möge Massnahmen zur Einstellung der illegalen Einwanderung von Arabern treffen. Solange für die Regelung der jüdischen Einwanderung der Grundsatz der wirtschaftlichen Aufnahinefähigkeifcies Landes massgebend sei, «olle ps jüdischen Einwanderern an Stelle dieser illegalen arabischen Einwanderer ermöglicht werden, von der Wirtschaft des Landes absorbiert zu werden. Sir Laurie Hammond fragte, ob Shertok der Ansicht spi. dass die Palästinaregierimg keine richtige Schätzung der Aufnahmefähigkeit des Landes vornehmen.könne, sofern die illegale Einwanderung nicht eingestellt wird. Shertok , antwortete, die Palästinaregierung schätze die Aufnahmefähigkeit des Landes zu niedrig ein, weil es von illegalen arabischen Einwanderern überflutet werde. Lord Peel: Erheben Sie die Beschwerde gegen die Regierung, "dass sie illegale Einwanderung aus arabischen Ländern zuUUsP? Shertok: Was die allgemeine Versorgung mit Arbeitskräften betrifft, so ist der Palästinaregierung die Verpflichtung auferlegt, jüdische Einwanderung zu ermutigen, um die Errichtung eines Jüdischen Nationalheinis zu erleichtern. Lord Peel : Bedeutet ,.erleichtern" jüdische Einwanderung? Shertok: Jawohl. Lord Peel : Meinen Sie, dass die Einwanderung ein Monopol der Juden sein, und es den Arabern nicht erlaubt werden soll, in das Land zu kommen? Shertok: Nur jüdische Einwanderung > trägt zur Erschliessung der Landes bei und schafft Raum fjir neue Menschen. Sir Laurie Hammond: Sie erklären, dass illegale Einwanderung das Jüdische Nationalheim gefährdet. Schlieeen Sie hierbei auch jüdische illegale Einwanderung ein? Shertok: Juden verdrängen Juden nicht, sondern schaffen .im Gegenteil Platz für andere Juden. - Gegen die jüdische illegale Einwanderung sind wir nur darum, weil sie eben illegal ist. Sir Laurie Hammond: Ich höre. dasR ein Teibder Juden Tel-Avivs von der jüdischen Einwanderung lebt, und dass die Einstellung der jüdischen Einwanderung zu einer Krise führen würde. V Shertok: Sie würde bestimmt eine Krise verursachen, denn die gesamte jüdische Wirtschaft ist auf der Einwanderung aufgebaut. Diese führt zur Erweiterung der jüdischen Industrie und der Bautätigkeit. Shertok fügt hinzu, er wolle zur jüdischen Einwanderung folgende Forderungen erheben: Vergrüsserung der Zahl von Zertifikaten der Arbeiter-Sehedule und Erweiterung der Kategorie von Einwanderern, die Angehörige in Palästina ansässiger Personen sind, sowie der Einwandererkategorien, für die ein Mindestkapital von 500 bzw. 250 Pfund vorgeschrieben ist. "„ -Vor der Königlichen Konimission erschien sodann der Leiter des Instituts für Wirtschaftsforsehung und Wirtschaftsplanung bei der Exekutive der Jewish Agency, Dr. Arthur Ruppin. Er gab eine Darlegung der Motive, die zur jüdischen- Palästinakolouieation geführt haben und der Vorstellungen, die den Trägem dieses Werkes bei ihrer Arbeit vorschwebten. Der Erfolg der jüdischen Kolonisation, so erklärte Dr. Ruppin, sei einem hohen Idealismus zu verdanken. Ein .ausgewähltes Menschenmaterial sei zu dieser Arbeit herangezogen worden, in der Ueberzeugung, das« auf der'Grundlage der Landwirtschaft das jüdische Natiorialheim und die ganze jüdische Nation aufgebaut werden sollen. Dr. Ruppin schilderte ausführlich die heroischen Anfänge jüdischer Pionierarbeit in Palästina, den Kampf gegen Naturhinderni&se aller Art und gegen die Malaria, aber auch den Kampf um die Eroberung der Arbeit gegenüber der Konkurrenz schlecht bezahlter arabischer Arbeitskräfte. Die» habe zur Gründung der Kwuzot und Kibbuzim geführt, in denen die Einwanderer als Siedler und Lohnarbeiter ' tätig sind. ' Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies Dr. Ruppin darauf hin, dass es den Juden gelungen sei, neue Bewässerungsmüglichkeiteu zu erschliessen. Für die Landentwicklung bedeute Bewässerung ein Zauberwort. Niemand könne voraussehen, wie weit die Bemühungen aus einem- Klein-Paläslina ein.fiross-ralä*liiuv zu machen, führen könnten. Es sei durchaus -mog* lieh;, zu erreichen, dass statt 7 Millionen kulturfähigen Bodens 14■Millionen bereitgestellt worden. > - Die Vernehmung Dr. Ruppins wurde arfl 9. Dezember fortgesetzt. ¥ Die religiöse Judenheit Palästinas hat der Königlichen Konimission eine Denkschrift Uber- . reicht. Eine Abordnung religiöser Juden, die aus Vertretern de* Misrachi und anderer religiöser Körperschaften besteht, wird bei der . Kommission erscheinen, um ihre Interessen dort zur Sprache 7(n „bringen. Inner-Zionistische Diskussion Die Einigungsformel der „Politischen Parität", auf die sich das Kleine Aktionskomitee der Jewish Agency festgelegt hat. wird innerhalt) der jüdischen Gruppen weiter heftig umkämpft'. Die Judenstaatspartei veröffentlichte ein- L'onir munique, in dem sie bekanntgibt, dass die Stellungnahme des Kleinen Aktionskomitees sowie gewisse Veränderungen in der politischen Lage innerhalb des Zionismus und des jüdischen Jisehuw sie veranlasst habe, ihren fruher eingenommenen Standpunkt, die Königliche Kommission zu boykottieren, umzustossen und sofort den Versuch zu machen, vor der Königlichen Kommission zu erscheinen. Die Juilenslaalsparfei : will Vor der Königlichen ' Kommission die Aufgaben und Ziele des vun ihr vertretenen sogenannten „Gross-Zionismus" entwickeln. Zwei von ilejn russisch-englischen. Juristen Dr. J. Machower verfassle Denkschriften über die Fragen des Legislative Council und der arabischen Beschwerden werden von der Judenslaatspartei der Königlichen Kommission zugeleitet werden. Noch schärfer ablohnend ist verslUndlicherwoise die Stellungnahme der Neuen .Zionistischen Organisation (Revisionisten) zu der Annahme des Paritätsprinzips seitens uVsM<leinen Aktionskomitees. Die NZO veröffentlicht zu ■dieser Frage eine Erklärung, in der sie gegen das Zustandekommen der Paritätsentscheidiing heftigen Protest erhebt. „Wir weisen", so heisst es in der Erklärung u. a., „die von den offiziellen Zionisten aufgestellte Behauptung, dass Parität,keine Gefahr und keine Minderung jüdischer Rechte in sich birgt, als keiner Krwägung wert zurück. Sie öffnet im Gegenteil den Weg zu einer Auslegung, die._y.on den Engländern und Arabern ohne Zögern zugunsten einer Politik eingeschränkter Einwanderung und äusserst begrenzter jüdischer. Entwicklung benutzt werden wird. Sie wird zu erneuerter Propaganda zugunsten der Kantonisierung Palästinas führen. Der ganze Plan ist nur ein Vorwand, um die jüdische öffentliche Meinung mit' der alten und wohlbekannten Gefahr des Legislative Council zu versöhnen ... Bisher haben politische Zionisten ihre Forderungen auf da* von den Regierungen der Welt bestätigt» Mnndi't aufgehallt. In Zukunft werden _ Araber und ■Engländer behaupten ■können, dapß die Paritäts-Deklaration dein Völkerbund, wenn er es ..wünschen sollte, die Möglichkeit genommen hat. 'die .jüdischen Forderungen voll zu uuti rstiil/i'ii imtl den - Zionismus zur Lösung der internationalen Judenfrage zu machen. Englische Stimmen Die Spannung, mit der die an den Palästinafragen interessierte englische öffentliche Meinung den Fortgang der Arbeilen der Königlichen Kommission verlolgt. hat wahrend' der letzten Woche ihivji Niederschlag hauptsächlich in zwei ■bemerkenswerten Beden und einer Unterhaun debatte gefunden. Sir .Ronald Stor rs, der neun. Jahre in Palästina gelebt hat, bezeichnete anlässlii li einer Versammlung.-', der Konservativen Partei das Land als ein ständiges l'ulverfass, bekannte sich im übrigen zu dem Mandat und sprach . seine Hoffnungauf das Ergebnis der Kominissionsvnrschlage aus. Der frühere Kolo- ■ lurnniinisler L. S. A m e r y eröffnete in Leeds den Palästinn-Hn/.ar mit einer Ansprache, in der er aus Hemer eigenen Erfahrung heraus Beinen Sympathien lur das jüdische Palästinawerk Aufdruck gab. Eh handele «ich dabeii nicht bloss um das Streben nach einer Siedlung1, nach -einer Zufluchtsstätte vor Unterdrückung, sondern es sei das Streben nach einer Heimat, die ein Heiligtum des Geiste« auch für die Millionen sein miII. die in bürgerlichem Patriotismus an den-Ländern hängetK" in denen sie leben. Die Wiederherstellung eiups Nationalheinis in dem Lande ihrer heiligsten Erinnerungen wird ihnen nur eint! liefen» Verbindung mit der Welt bringen, in der sie leben. In der Unteihaiisdeballe fragte u. a. der' Abgeordnete M a n d e r den Minister für die Kolonien, ob die Regierung in der Lage sein werde, der imden kom.....nden Frühling einberufenen ausserordentlichen Tagungder Mandatskommission Bekundungen, über die. letzten Unruhen In ■ Palästina vorzulegen. Der KolonienmlnisterO rm 8hy-Gor« antwortete schriftlich, das« die Beantwortung dieser Frage davon abhänge», zu welchem Zeitpunkt der Bericht der Königlichen l'alasi iiia-Koiiiiiiission zur Prüfung durch die Ifi-L-iiM mig seiner Majestät bereit nein werde. Die Regierung' werde dann der Ständigen Mandatskommission so bald wie möglich Kopie» des Berichts ■ zustellen. Ks wurde ferner seitens einiger Abgeordneter sehr intensiv dafür plädiert, dass angleicht« des Mangels au spanischen- Orangen im kommenden Winter die Hinfuhr für Palästina- Orangen nach. Fiigland von Zöllen befreit werde. Kme Klarung wurde iii dieser Frage nicht erzielt. Ausstrahlungen nach Indien Vor einiger Zeit überreichte eine Abordnung indischer Mohammedaner dem Vizekonig von Indien, Lord W i I 1 i n g d o n. eine Denkschrift, in der sie sieh mit den Forderungen der palästinensischen Araber identifizierte und deren Unterstützung verlangte. Die arabische Presse Palästinas veroffent- I rh-t■■ nunmehr den Wortlaut der Antwort, den Lord Wülingdon auf diese Denkschrift erteilt hat. und die in allen ihren Teilen eine Rechtfertigung nicht nur der englischen Palästinapolitik. sondern darüber hinaus der jüdischen Stellungnahme innerhalb des gesamten Fragenkomplexes bedeutet. Willingdon geht in dieser Antwort, nuclideiu er zunächst grundsätzlich das Verständnis und das Interesse der Regierung für den 'Standpunkt der Mohammedaner betont hat, auf die. Rodenfrage ein. Er weist die Behauptung, dass die Regierung die Araber ihres Hodens beraubt habe, zurück und erwähnt im Gegensatz"dazu das Gesetz, durch das die Landwirte und ihr Bodenbesitz sogar geschützt werden. Ebenso wird das Gerücht, dass der High Commissioner aus Protest gegen die britische Politik in Palästina zu demissionieren beabsichtige, sowie d:e Nachricht, dass die mohammedanischen heiligen Städte in Palästina bedroht seien, als unrichtig zurückgewiesen. Sodann erklarte Wiilingdon zur Ralfour-Deklaration, dass sie zwar durch Ereignisse der Kriegszeit veranlasst worden sei, dass sie aber deswegen nach dem Kriegt? nicht vor. leugnet werden dürfe. Zwar sei sich die Regierung klar, -dass der jetzige Zustand nicht haltbar sei, aber eben darum. suche sie nach einer Lösung.- Unwahr sei es, dass das Ziel des Mandats darin hftstände. die arabische Wirtschaft zu heeinträchtigen. Im Gegenteil habe sich unter der Herrschaft des Mandats die arabische Bevölkerung in Palästina seit \SV?i um 50 Prozent vermehrt, und. zwar besonders in denjenigen Gebieten,;n denen Juden wohnen. Während ea bis 1IU». keine arabische Einwanderung nach Palästina gegeben habe, habe die jüdische Einwanderung von Kapitalisten und Arbeitskräften den allgemeinen Wirtschaftszustand des Landes verbessert. England se, wie es durch zahlreiche polltische Aktionen bewiesen habe, ein Freund der Mobamn> darier in der Welt. Ei h">"» rlp« V.tn^rfUuji mnh.jurnneJani- «eher Persönlichkeiten und Fürsten zur /.e;t der Palästina-Unruhen begrusst und sei jetzt gew,11t. die Empfehlungen der zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung eingesetzten Königlichen Kommission zu beachten. Das Militär sei lediglich nach .Palästina entsandt worden, um Gewalttaten und Terror zu unterdrücken, damit die KöniglicheKommJfsion ihre Arbeiten, leisten könne. Willingdon luderst reicht weiter die Verpflichtungen, die die eiighit&o Regierung gegenüber .dem Völkerbund als ihrem Mandanten übernommen habe. Ihr zufolge müsse sie die Errichtung des Jüdischen Nationalheinis erleichtern und gleichzeitig die rellguiseii und bürgerlichen Rechte der Araber schützen. Wenn d;e F.xtremlsten auf beiden Selten nicht einen Druck ausüben würden, so werde es möglich sein, die Verpflichtungen nach beiden Seiten miteinander zu vereinbaren. Die Regierung habe jedoch bereits im Jahre lfCM) Ihre Opposition .gegenüber den Bestrebungen der extremen ZioniHten erklärt, die mit Miltein der Gewalt und der Unterdrückung ihm Ziele durchsetzen wollen. Die Antwort., schhesst mit dem Hinweis darauf, dass dm indische Regierung in Kontakt mit der Londoner stehe, und sie über die vorgelegte J^enk- ■ schrift informiere. Sie berücksichtige die Qefüble der Mohammedaner und werde sie nicht verletzen. ftt99nto.Msaum1.Ai*it, I liefern wir die C.-V.-Zeitung. 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