Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 50 (10.12.1936)
- Date
- 1936-12-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Blick in die 'Eeitschriiten Rassenhygiene und Jtidenfrage Die Zeitschrift des Sachverständigenbeirates für Volksgesundhe.it bei der Rerchsleitung der NSDAP., München, „Volksgesundheitswacht", 1936, Nr. 22veröffentlicht aus dein Nachlaß von Dr. Arnulf Streck eine umfangreiche Abhandlung -,Das deutsche Rassenproblem und seine Lö- M', der wir folgende Ausführungen entnehmen: er Deutsche muß wissen, daß wir den Sinn des Weltkrieges nicht verstanden und denselben letzten Endes auch deshalb verloren haben,- weil : wir die Rässenfrage, d. h. die Judenfräge,-nicht gekannt hatten. Jeder Deutsche', muß wissen/ daß es eine unerhört mutige Tat' des Führers.war, ■ dem deutschen Volk das Gesetz zum Schutze des ' deutschen Blutes und der deutschen Ehre schon 2V2, Jahre nach der Machtübernahme zu schenken. Jeder Deutsche muß wissen, daß mit diesem Gesetz und seinen Strafandrohungen bei all seiner weltgeschichtlichen Bedeutung und Kühnheit das deutsche Rassenproblem nicht gelöst, die Gefahr der jüdischen. Verseuchung des deutschen Blutes nicht gebannt ist und auch nicht gebannt werden kann; .denn die Gier des Juden nach deutschen grauen (neben der Gier nach dem Gold — siehe chwangerschaftsabtreibungen durch jüdische Aerzte trotz Züchthausandrohung!) ist stärker und mächtiger als die abschreckende Wirkung der Strafandrohung. Jede deutsche Frau muß wissen, daß sie allein das jüdische Rassenproblem in Deutschland lösen, daß sie allein das deutsche Blut vor weiterer jüdischer Verseuchung schützen kann, daß sie als Mutter der deutschen Jugend und Zukunft die höchste. Verantwortung für die rassische Gesund» und Starkerhaltung unseres deutschen Volkes trägt, denn' nur über ihren Körper bzw. ihre Bereitwilligkeit dazu ist die rassische Vergiftung deutschen Blutes möglich. Jede deutsche Frau muß wissen, daß sic dieser ihrer größten Aufgabe nur gerecht werden, diese ihre höchste Verantwortung nur auf sich nehmen kann, wenn sie durch genaue Kenntnis der Judenfrage zur vollen Erkenntnis der Rassenfrage gekommen ist und daß sie durch die letzten Endes in ihrem Willen'gelegene Lösung der Nassen frage zur Erlösung ihres deutschen Volkes entscheidend beitrügt: Jeder deutsche Vater und - jede deutsche Mutter, Jeder/deutsche Lehrer und jeder deutsche Seelsorger, sie alle haben die heilige. Pflicht ihrem Bolle und'Führer g^enüber, die Kinder immer wieder über das Judentum als Volk und Rasse aufzuklärenden Kindern imnzer wieder den Juden als den Todfeind des delltschen Volkes, als den einigen Hasser.und Zwietrachtsäer, als den Zerstörer voll Religion und Kirche (siehe Spanien!), als . den Mörder von Christus aufzuzeigen." . F. F. Juden über Japan In der ' „Deutschen Wochenschau" Nr. 19 vom 2. Dezember lesen wir: „Tie sonst so hellsichtigen und hellhörigen Japaner scheinen der Judenfräge noch wenig Bedeutung beizumessenobzwar sie doch die warnenden Beispiele der Zersetzung Eüropas und Amerikas vor Augen haben sollten. So ist, nach Ausführungen des „Welt-Dienst", kürzlich der ehemalige Musikdirektor der Mannheimer Oper, der Jude und Freimaurer Josef Rosenstock, als Leiter des Neuen Symphvnievrchestcrs in Tokio, des größten Orchesters Japans, engagiert worden. Zuletzt hat Rosenstock die Lpernaufführungen des Jüdischen Kulturbllndes in Berlin geleitet. Am 1. März ist der bekannte jüdische Freimaurer Tr. Paul Weingarten, Professor an der Wiener Musikakademie, ebenfalls, nach Japan abgereist, wohin er sür zwei Jahre als Leiter einer Mcisterschule für Klavier an der dortigen Musikhochschule berufen wurde. ' Auch jüdische Wissenschaftler bezieht Japan seit einiger Zeit im großen aus Europa. Der Hauptschrittmacher für die - Musikjuden in Japan ist offensichtlich der Pianist Leo Sirota. — Japan erfreut sich bereits eines reichen Segens an Auserwähltendie den Weg für Nachschübe ebnen und Keimzellen bilden, den gesunden Kern des japanischen Volkes zerstören und ■ von innen heraus zersprengen sollen." Moderne Physik und Judentum Wie das „Berliner Tageblatt" vom 4. Dezember berichtet, sprach auf einer Veranstaltung der . NSDStB- und des Studentenrings de? NSKG, im Aulagebäude der Berliner Universität Profesior Tomascheck aus Leipzig über „Natursorschung und Weltanschauung'/ Das .-Berliner Tageblatt teilt darüber, mit: „Professor Tomaschek legte allem 'wissenschaftlichen Verhalten den Begriff des. Rassischen zugrunde. Wie die Kunst rn ihren Leistungen von der Rasse ihrer Träger abhänge, so sei es auch in der Wissenschaft; dys sei auch auf die Naturwissenschaften zu übertragen. Leider lehnten diesen Standpunkt heute noch die meisten großen Forscher ab. Ein Nobel-Preisträger hätte noch 1934 bei der Jahresversammlung der Deutschen Naturforscher in der Festrede die Einsteinschc Relativitätstheorie als die unumstrittene Grundlage der heutigen und zukünftigen Physik gefeiert. Dagegen führte Tomascheck Worte von Führern an. die das Gegenteil besagten, indem sie den schädlichen Einfluß der jüdischen Rasse aus die Kunst seststellten.-- Das Äuftauchen der „modernen Physik" beruhe nicht aus neuen Tatsachen, sondern auf neuen Denkformen. Die Grundhaltung der germanischen Wissenschaft in der klassischen Physik hätte für die Erklärung aller Naturerscheinungen, die durch die moderne Physik erfolgt seien, ausgereicht. In diesem Sinne habe Lenard seine „Deutsck>e Physik" geschrieben. Die artfremde Denkmethode der Relativitätstheorie entspreche der des Talmuds. Germanisch sei der Begriff des Mechanismus, das heiße-die Anwendung mathematisch formulierbarer, quantitativ verwertbarer Gesetzmäßigkeiten, die durch Anschauung '.gewonnen seien. In der Relativitätstheorie hingegen spiele die Erfahrung nur eine geringe Rolle. Das artfremde Denken habe den Äether abgeschasft, doch bringe die alte, Aethcrvvrstellung viel weitergehendere Erkennk-' : nisse. Tie moderne Physik sei ein Instrument des Judentums, womit die nordische Wissenschaft beseitigt werden solle. Auch die statistischen Gesetze in der Physik müßten rassisch verstanden werden. Also auch in der Naturforschung, so schloß Professor .Tomafcheck, sei die Jdeenbildung bedingt von der rassischen Zusammensetzung der Geister. Nach Lenard komme es aus die Pflege der Kräfte an. die im einfachen Denken liegen. In einer sich daran anschließenden Aussprache wurden Professor Tomascheck Fragen gestellt, auf die er Antworten gab. Manche Per Fragen ließen erkennen, daß die neue Auffassung^ noch nicht ganz bei allen,Studenten durchgedrungen ist." Diagnose kür Ruropa In einem Beitrag „Die Jdeologisterung der europäischen Außenpolitik" („E uro p ä r s ch e Revue", 12. Jahrgang. Nr. 11) geht Herbert v. Börch auf den Depressionszustand, der gegenwärtig auf Europa lastet, ein. „Auch heute", so bemerkt er, „wird die europäische Außenpolitik durch Ideologien gestört Das Verhältnis Pon Ideologie .und Außenpolitik ist gleich dem Einbruch der Irrealität io das Gebiet des'politischen Realismus, wie ihn die Geschichte der Nationalstaaten geschaffen hat. Es spricht vieles dafür, daß sich audiesem Einbruch vor allem der Völkerpsychologische Tatbestand erklärt, der das Haupthmderms einer positiven europäischen Politik ist: die Angst, sür die Europa heute so empfänglich ist, wie es beinahe nur frühe Zeiten apokalyptischer Erwartung waren. Aber trugen' jene religiös erregten Zeiten doch bei aller Irrationalität eine gewisse dogmatisch festgclegte Erwartung , ___ . Zerstörung'. über Europa liegt, wie eine englische Zeitschrift kürzlich schrieb. Eine bestimmte.Erwartung lock Furcht, aus;, die Angst aber betrifft das S? u als solches. Im Angsterlebnis wird' die Realität in Frage gestellt, die Möglichkeit des. Nichtseins, . der Zerstörung taucht in ihr aus. In Gre.nz- - situatiönen des Menschen ist dies^ ein echtes Er- .; lebnis — ergreift aber die Angst in dieser umfassenden Bedeutung die außenpolitischen Reaktionen zwischen den Völkern, dringt Pe in die Domäne realer Gegebenheiten ein, so handelt es sich um Störungselemente, die beseitigt werden müssen. Es besteht ein innerer Zusammenhang zwischen der Angst und' allem Gespensterhaften, allen Phänomenen, die das Wirklichkeitsbewußtfein erschüttern. Es ist das eigentliche Irreale, das die Angst, jenes nur negative Verhalten gegenüber der Bedrohung, -auslöst. Und eben auf diese Weise erklärt sich die europäische Angst: mit den Ideologien ist das Irreale in die Außenpolitik eingebrochen und lähmt die politische Initiative." „Das System der europäischen Außenpolitik", fährt v. Borch fort, „ist sich trotz mancher Versuche, die geistige zwischenstaatliche Substanz gewissermaßen wieder: aufzufüllen, wie die nachnapoleonische Heilige Allianz, oder, sehr viel'rationaler, die völkerrechtlichen.Bemühungen, wenigstens Spielregeln der Macht international verbindlich zu machen, doch im Wesen seit Entstehung der modernen Machtstaaten im 16. und 17. Jahr- ■ hundert gleichgeblieben. Souveräne Machtkörper, in denen sich die. Völker formiert haben, stehen sich gegenüber; ihre Lebensnotwendigkeiten und Machtansprüche sind das eigentlich reale Substrat der Außenpolitik geworden. Hieran hat auch der Versuch nichts ändern können, die einzelitaatliche Souveränität einem kollektiven System einzubauen. Die Ideologien, die heute dieses reale Substrat überdecken, verwischen und stören die europäischen Möglichkeiten/ F. F. Judentum und Hellenismus Im „Berliner Tageblatt" veröffentlichte vor einiger Zeit der bekannte Marburger Kulturphilosoph Ernst Benz eine ausführliche kritische Würdigung des Buches „Hellas imEvangel i u m" von Eduard Wechßler (Alfred Metzger Verlag. Berlin 1936). Nach den Ausführungen von Benz stellt Wechßler die These auf, daß Jesus von Nazareth nicht nur durch seine jüdische Erziehung und das religiöse Erbe des Judentums geformt war. Tie Ansicht, daß das Lebenswerk Jesu uur Fortsetzung, Erfüllung und Vollendung alttestamentlicher Weissagungen gewesen und vom benachbarten Griechentum von Anfang bis Ende abgeschnitten und ferngehalten worden wäre, sei der „große Trugschluß" und die „große Geschichtssälschung". Wechßler verstehe die Abwendung Jesu von dem Pharisäismus und von der rabbinischen Frömmigkeit . als grundsätzliche Abwendung von den Denkformen seines Volkes überhaupt und als Hin- Wendung zu den Denkformen Zarathustras. Die Rückbildung der Lehre Jesu zu einem Christentum judaistischen Gepräges sehe Wechßler nach den Darlegungen Benz' in dem Mißverständis, das seine neue Verkündigung bei den Jüngern hervorrwf, die „nur einen Hauch seines Geistes verspürten, aber außerstande waren, den WesenSkern des neuen ■ Glaubens zu erfassen". Auch seine äußere Haltung bringe diese Abwendung Jesu vom rabbinischen Lehrtypus zum Ausdruck. Wechßler verstehe Jesus als Typus des Wanderpredigers, wie er von den . kynisch-stoischen Wanderpredigern, längst ^geprägt war. Jesus entdecke den allgemeinen Weltgott ° und Datergott und zerbreche die Anschauung von dem jüdischen Stammgott als den obersten Herrn der Welt. Der neue Gott sei kein Eisergott. sondern ein.Friedensgott; nicht ein Gott des Rechts, sonderndem Gott der Freiheit, nicht ein Gott der listigen Versuchung, sondern der unbedingten Wahrheit. Diese neue Gottesidee habe ihre reifste Darstellung in der Göttesidee des deutschen Idealismus und seiner Anschauung, vom Gottesreich erfahren. Hieraus entspringe die bindende Pflicht, zu verhindern, daß „das Judentum und seine We- - sensart und : Tenksorm weiterhin in dasOucllgebiet der deutschen Bildung, Erziehung, und Gesittung hineingesetzt wird. Die Zuweisung der religiösen. Wurzelkraft alsein und ausschließlich an das Judentum ist ein großer und schwerer Irrtum. der neue Gott, den- Christus Jesus - verkündete, ist nach Sinn und Sein ein anderer als Jahbeh". An diese zusämmenfassende Wiedergabe der< Hauptideen des Werkes von Wechßler knüpft Benz die folgenden kritischen- Bemerkungen: „Die vorgetragene Schau wird es schwer haben, sich durchzusetzen. Ihre. Schwäche liegt darin, daß sich das ganze Werk.in der Mitte zwischen Theologie und Weltanschauung bewegt. Ter Rassentheoretiker wird nicht zufrieden sein, zu hören, daß der .Jude Jesus' von hellenistischem Geist beeinflußt war; da für ihn die Tatsache seiner blutmäßigen Zugehörigkeit zum Judentum nicht aufgehoben wird und er darin einen neuen Beweis für dieAssimilationsfühigkeit des Juden erblicken wird, ohne in der vörgetragenen These eine Begründung der Verbindlichkeit der Gestalt Jesu für unsere deutsche Gegenwart zu er- ‘ blicken. Ihm wikd der Rabbi Jesus nicht dadurch - mehr empfohlen, daß er ihm im Gewände des griechischen Wanderpredigers vorgestellt wird, sondern er wird den Griechen Sokrates dem hellenisierten Jesus vorziehen und wird das, was Wechßler als seine spezifische Leistung darstellt; als Mischung von Fremdem ablehnen. Aber auch der gläubige Christ wird in Verlegenheit geraten: dem, der an Jesus Christus, den Sohn Gottes, den Vollzieher der Erlösung der Welt, den Ueberwinder des Todes. und den Erstgeborenen. unter den Toten . glaubt, wird es zu wenig sein, das Werk dieses -Jesus Christus als die Entdeckung eines neuen Gottesgedankens beschrieben zu finden, selbst dann, wenn ihm dieser Gottesgedanke in der Sprache Fichtes und Hegels verdeutlicht wird . . ."' x H. B-n. Luther und die Juden In einer nationalpolitischen Studie für den Religionsunterricht „Luther und die Juden" (..Neue Bahnen", 47. Jahrg,, Nr. 11) schreibt Dr. v. Boltenstern: „Ter Gegenstand ,Luther und die Juden' ist den Schulkindern vom „Stürmer" her etwas. Gewohntes. Die Frage ist zweifele los zeitgemäß und anziehend. Wenn dieser Gegen/ stand gelegentlich im Religionsunterricht aufgegriffen wird, so geschieht das nicht zu dem Zweck, um durch eine Zusammenstellung antisemitischer Luther-Zitate einfach den Reformator zum Kronzeugen des Nationalsozialismus auszurufen. In dieser Vereinfachurm der Fragen und Schwierigkeiten würde eine Verflachung liegen; denn Aussage und Urteil einer geschichtlichen Persönlichkeit haben ihre Bedeutung für uns nicht darin, daß man solche Worte und Gedanken ihres zeitgemäßen Klanges wegen bloß wörtlich zu übernehmen und aufzufrischen brauchte. Dabei würde das geschichtliche Werden und der zeitliche Abstand übersehen werden. Das Vergangene wird erst dadurch für uns wertvoll und bedeutsam, daß es aus seiner Zeit und aus einer bestimmten Persönlichkeit her- . aus verstanden und nachempfunden wird." F. F. senem Munde, in fromme Betrachtung versunkenkleine orientalisch gefärbte Tonslvskeln vor sich hin, intonieren die Gratulanten bei. Leas Hochzeit in fephardischer Ansipräcin' ihr „Mazal Tov!“, psalmvdiert Szender auf einendeinzigen Gis für die Tochter das Kaddiichgebet.V-Ebenso wird vom Komponisten das „T.’kio“ und das ..T’ruah“ des Schofars. im Orchester bewußt und deutlich erkennbar stilisiert. Als eine solche, ungemein kühne und glücklickre Stilisierung des Synagogalgcsanges . erweist sich auch ein chromatisch-nnbeglcitetes Rezitativ der gedämpften Trompete vor Beginn des dritten Aktes. Es ist eine Stimmungseinleitung in die mystische Lebenssphäre de? gedänkentiefen, müden, alten Wunderrabbis Asricl: produziert; sein Prinzip war es, wenigeaber gute Bücher heranszubringen. So hat er Thornton Wilder, der zu d^n bedeutendsten amerikanischen Erzählern gehört, mit. allen Werken veröffentlicht, dazu Bücher von Maugham, Anet, Sinclair Lewis. Mvlnar, Björn Björklson, Prentice Aulford. , Besonders in letzter Zeit verlegte Tal zahlreiche jüdische Autoren und Bücherdie sich mit jüdischen Dingen beschäftigen. So erschien: bei ihm das Standard-Werk von Hans Tietze .-Die Juden Wiens", ferner das „Palästina-Bilderbuch" von dem Berliner Photographen Hans Casparius und der in jüdischen Kreisen viel beachtete Roman „Der Abenteurer Gottes" von Karl August ' Jllieißinger, der die Gestalt des Teutero-Jesaja behandelt. Neben Sir- Galahads Monographie über „Byzanz" brackste Tal historische. Romane bedeutender jüdischer Erzähler heraus, so von E. A. Rhemhardt „Der große Herbst Heinrichs IV.", von FcrMnand Mainzer „Der Kampf um Cäsars Erbe", den. Roman-Zyklus um Napoleon III. von Alfred Neuinann, . „Die Panduren" von Roda Roda, „Katharina die Große" von^ Gine Kau?.' All diese Romane hatten ungewöhnlichen Erfolg, ebenso die Spielbücher von Arthur. Rund, die. unter dem Titel „Frag mich was" in Zehntausenden von Exemplaren verbreitet wurden, —us. Prof essor Albrecht Mendelssohn- Bartholdy gestorben Aus England.kommt die Nachricht, daß der Professor der Rechtswisscufckiaft Albrecht Mendelssohn Bartholdy in.Oxford verstorben-ist. ' Der Dahingeschicdene hat ein Alter von 62 Jahren er- .reicht. Schon 1904. mit 30 Jahren also, wurde er zum Professor an der Universität Leipzig ernannt. Ein Jahr später erhielt er den Lehrstuhl für bür- /jcrliches Recht imd"Zivilvrozeßnn Würzk er bis 1920 innehatte. Bon 1920 bis 1933 lehrte Tradition Oesterreichs stand, aber allem Neuen. er Bolkcrrecht nnd internationales Prioatrecht an unt. Zull.nsts^tigen alisge'chlossen nmr. iss Meiere Jahre lang bellndete einen— ^,, seiner wissenscwftlichen Tätigkeit hat sich führenden Posten im «. naicber-Beriag. Nach dem Mendelssohn - Bartholdy auch als Praktiker be- Weltkrieg, 1919. begründete er einen eigenen Dertätigt.' Insbesondere war er Mitglied des Aounglag in Wien. Tal hat niemals viel und rasch Plan-Schiedsgerichts im Haag. Und als ein kleiner, dumpfer Männerchor dann bei geöffneter Szene das „Zur Elohenu, zur libeno Israel; nialkenu srhemor otenu, roeh chanun, schelomeka liazalali!“ anstimmt, da erhebt sich . über ihm der Einzclgesang des „Cantorc": ■ E. P, Tal gestorben , In Wien wurde, im Alter von 48 Jahren. Ernst Peter- Tal durch eine Lungenentzündung dahingeraiil. Tal war gleicherweise als Verleger wie als. Persönlichkeit beliebt und aeachtet. kultivierter, charmanter, witziger Ntensch, der ganz ln ' der liebenswürdigen rind konzilianten Diejenigen literarischen Arbeiten, die Mendels- . sohn-Bartholdy der Erforschung und Darstellung der internationalen politischen Strömungen gewidmet hat. sollten auch, außerhalb der Fachkreise von denen gelesen werden, die an. den großen Fragen .unserer Zeit interessiert sind. Denn diese Schriften, in denen Mendelssohn-Bartholy — vielfach auf knappstexn Raum —.in wissenschaftlicher Vertiefung und .allgemein verständlicher Dar-, stellung einen Ucberblick über weltpolitische Probleme gibt, enthalten eine Fülle von Anregungen für jeden, der sich über die allgemeinen Zusam- -menhänge des Geschehens unserer Tage belehren will.^ Gegenwärtig beispielsweise, wo Präsident . Roosevelt.eben zur Festigung der-gesämtamerikanischen Kooperation aktiv tätig geworden ist, sei auf Mendelssohn-Bartholdys 1922 . im Handbuch der .. Politik, erschienene Studie über die „Monroe- Doktrin von heute" verwiesen. In dieser Skizze hat der verstorbene Gelehrte einen Ucberblick über die Entwicklung der Monroeschen These gegeben und dargestellt, daß die Doktrin heute im allgemeinen zwar anerkannt ist, daß aber über ihre .Wirkungen gerade im Verhältnis der amerikanisck)en Staaten zueinander durchaus noch keine Einhelligkeit erzielt ist. Auch für das Strchium spezifisch jüdischer Fragen bieten die Schriften des berstorbenen Gelehrten vielfache Anregung. Wer sich i etwa mi.t den „Imponderabilien" der englischen Palästinapolitik beschäftigt und dabei verfolgt, welche Resonanz die Bestrebungen der Juden in der englischen öffentlichen Meinung gesunden haben uni)' finden, der wird die Ausführungen Mendelssohn-Bartholdys über >,die Politik ir?der englischen Literatur", mit Nutzen lesen. Er wird hier im einzelnen dargestellt finden, wie „unter allen großen Literaturen unserer Welt keine andere so durchaus'von der Politik erfüllt ist. wie die englische". Daß dadurch manche neue Perspektive eröffnet wird, die auch nur anzudeuten hier der Raum fehlt, leuchtet ein. Albrecht MendelssohäO^BärtholdP^entstammte ^.der. berühmten Familie,^der-auch der..PhiIosoph. Moses Mendelssohn und der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy angehörten. Mag der Dahingeschiedene, wie viele Abkömmlinge seiner Familie, auch größere jüdische Bindungen nicht mehr gehabt haben — seine Ahnen und fein Name, sein Lebenswerk und sein Schicksal sind auch für uns Anlaß genug, des Toten zu gedenken. Dr. K. 8t. Aus der wissenschaftlichen Welt An dem internationalen „Wettbewerb für wissenschaftliche und touristische Kinematographie" in Como (26. September bis 11. Oktober) nahm, wie'wir erst jetzt erfahren, als, wissenschaftlicher Berater u. a. Dr. Hans Elias (früher Darmstadt) teil. Zwei seiner Filme wurden mit dem Pokal der Stadt Como ausgezeichnet. Zur „Internationalen Kunstausstellung" in Venedig (Mai bis Oktober) wurden 33 in Italien lebende Ausländer zugelassen, die die Jury unter 1000 Bewerbern ausgewählt hatte. Unter den Zugclassenen befand sich auch Hans Elias mit einer Schwarzwaldlandschaft und einem Damen Porträt. r Der frühere Leiter der Wiener Laryngologi- . scheu Universitätsklinik, Professor Dr. Markus ta jek. war anläßlich seines 75. Geburtstages egenstand zahlreicher Ehrungen. Hajek war als 17jähriger aus seiner Vaterstadt Werschetz nach Wien gekommen. Er befreundete sich hier mit Arthur Schnitzler, der damals auch Medizin studierte, und wurde durch ihn in das Haus des Vaters Schnitzlers, der der Gründer der Wiener Poliklinik war, eingeführt Er wurde Assistent an der Poliklinik, 1898 Privatdozent. 1909 außerordentlicher Professor und 1919 ordentlicher Professor und Leiter der Universitätsklinik kür Nasen- und Kehlkopfkrankheiten. Professor Hajeks „Pathologie der Nasenkrankheiten" gehört zu den . Standardwerken der medizinischen Wissenschaft der Gegenwart. In der Jahresversammlung der Vereinigung der-jüdischen Aerzte Oesterreichs wurde als Nachfolger des verstorbenen Universitätsprofessors Dr. Ludwig Bräun Universitätsprofessor Dr. Herbert Elias einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Zu Ehren von Professor Tr. Engen M i t t - . w o ch, der am 4. Dezember seinen 60. Geburtstag beging, gibt die Gesellsckmft zur Förderung der Wissensckiaft des Judentums, deren Vorsitzender der Jubilar seit mehreren Jahren ist, im Rahmen der Monatsschrift sür Geschichte und Wissenschäst des Judentums eine Festschrift heraus. in der. eine größere Anzahl von Fachgenossen des Jubilars mit Beiträgen vertreten sind.