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Central-Verein-Zeitung · 1936-12-10 · 50 (10.12.1936) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
50 (10.12.1936)
Date
1936-12-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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...und die Schulentlassenen? Von Bezirksrabbiner Dr. Fritz Plocke, Schneidemühl . Die Bemühungen jüdischer Lehrer, ihre Schüler zu jüdisch gefestigten Persönlichkeiten zu erziehen, stossen dadurch auf erhebliche Schwierigkeiten, dass die Schulerziehung meistens bereits mit dem 14. oder 15. Lebensjahre beendet ist. Daher fällt die Einflussmöglichkeit gerade in den Jahren weg, in denen! der junge Mensch erst Verständnis für geistige und vor allem religiöse Gründprobleme erhält. " Die Schwierigkeit, und wenn man will, die Tragik . aller jüdischen Erziehung, '.liegt darin beschlossen; dass sie in ihrem entscheidenden Stadium abreisst, wenn sie dem Lehrer die. lockendsten Aufgaben stellt und: erst so recht die Möglichkeit in dieV Hand gibt, zu seinem Teile die Persönlichkeit des jungen Menschen mitzuformen. Wir-sagen das nicht nur, um Verständnis für die schwierige und fast entmutigende Situation des heutigen Erziehers zu wecken, sondern um zugleich das Gewissen . aller, die es'angehi, wachzurütteln. Denn es gilt, alle Kräfte zu mobilisieren, um der Gefahr entgegenzuarbeiten, dass unsere Jugend mit ungenügender jüdischer Vorbildung die Schule verläßt und künftig noch in, seinem weiteren Entwicklungsgang nicht zu einer unserem Denken entsprechenden Willensbildung gelangt. Die, Zeit blosser Mahnungen ist vorbei. Wir bauen Neues auf, um unsere Zeit mit altem Inhalt neu zu gestalten. Die jüdische Schule, längst der Sphäre der ideologischen Kämpfe entrückt, ist einer der Wegsteine auf diesem Weg zur Erneuerung. Bis.aber die neue Generation nach achtjähriger. Vorbildung die Schule verlassen hat, wird es notwendig sein, sich mit allein Ernst der schulentlassenen Jugend an- ‘Zunehmeri. Wo die Möglichkeit gegeben ist, Arbeitsgemeinschaften und Lehrkurse zu schaffen, soll diese Chance genutzt werden. Es muss gelingen, die Vierzehnjährigen, nach ihrem Abgang von der Schule, wenigstens dem Religionsunterricht zu erhalten. Man denke daran, wie wenig Möglichkeit und Zeit bleibt, um dem jungen Menschen Wissen zu vermitteln "und ihn in lebendigem--Gedankenaustausch zwischen ihm und dem Lehrer-Erzieher zu einer jüdischen Haltung zu leiten, wenn er den praktischen Beruf seiner Wahl erlernt .oder frühzeitig auswandert. Die Tagesprobleme nehmen ihn dann gänzlich gefangen. Zu einer Verinnerlichung bleibt wenig Raum. Und ein Weiteres. Die Gotteshäuser sind gefüllter als in früheren Tagen. Auch die Jugend ist stärker vertreten als in vergangenen Jahren. Beteiligt sie sich am Ritus, und zwar nicht nur äusserlich durch Hersagen von Formeln, die sie oft genug nicht versteht, sondern auch durch innere Beziehung zu der Gebetshandlung? Wir wollen es hier nicht entscheiden. Mir, scheint wenigstens, aus der Kenntnis sehr vieler Kinder, aus religiös-liberalen Häusern, dass diese Voraussetzung 'nicht gegeben ist. Das Judentum in Deutschland hat einen bespnders entwickelten Sinn für einen verinnerlichten Gottesdienst be* * wiesen, das orthodoxe ebenso wie das liberale. Es wäre unserer Mühe wert, wenn wir auch im . Bezirk des Gottesdienstes stärker, als es in der Regel geschieht, auf die Jugend Bezug nehmen und sie zu Gebetshandlungen heranziehen, die gewöhnlich den'Aejteren reserviert bleiben. Wo, exaktes Wissen fehlt, vermag oft die -Hebung und die Gewohnheit korrigierend einzuwirkem Denn, Wissensvermittlung allein genügt ■ nicht, uni jungen Menschen eine jüdische Haltung anzuerziehen. Goniüthafte Vertiefung und Gewöhnung gehören ebenso in den pädagogischen Gesamt- Wenn mau nur die’ Einsicht in diese Zusammenhänge hat. ergeben sich Möglichkeiten, zu einer Erfassung und weiteren-Erziehung unserer, .schulentlassenen Jugend. Das wichtigste Problem bleibt aber, in den Jahrender.Krisis der Jugend ein Führer in den verworrenen Wegettihrer Zweifel und; ihres Suche ns zu .sein. Wo die Schule aufhört, beginnt das heben. Die Schule mag man leicht nehmen, .das Leben verlangt, dass man sich ernst zu ihm in Beziehung setzt. Um so ernster muss daher unsere Sorge um das geistige Werden unserer schulentlassenen Jugend werden. Wenn es uns gelingt, sie zu erfassen und zu einer echten jüdischen Haltung,, zu. führen, werden künftige-Zeiten .von uns sagen können, dass wir uns bewahrt haben. Lernzeit im Bröltalhaus Als im Jahre 1JJ4 die Mittelstelle für. “jüdische Erwachsenenbildung unter Martin Bubers Führung die unter den Erschütterungen der Zeit .zu neuer Bildsamkeit gelangte, jüdische Gemeinschaft in Deutschland zu formen', begann. Das Brottalhaus < Fot. Bruno Sommerfeld Stand die Vereinigung von Führern der verschiedenen Bünde zu gemeinsamen Lernzeiten, als eine der wichtigsten Aufgaben vor ihr. Es ist ihr von - Anfang an nicht leicht gefallen, sie zu bewältigen. Die Bünde, im vollen Bewusstsein ihrer ihneü aus der Zeit zuwachsenden Bedeutung,. glaubten, auch ihrer Bildungsverpflichtung von sich aus gerecht werden zu können. Sie fürchteten, dass ihre neu gewonnene Sicherheit durch allzu enge Berührung mit anders gerichteten Menschen wieder erschüttert werden könnte und sträubten sich deswegen gegen überhündische Zusammenkünfte. Demgegenüber i würden Martin Buber und seine Mitarbeiter nicht müde, den Wert gemeinsamen Lernens, das die stärksten Möglichkeiten zu echter Begegnung und,fruchtbarer Konfrontation der Meinungen in eich trägt, herauszustellen. Es ist darum als ein Sieg der ursprünglichen Idee über die Widerstände der. Gruppen anzuselien, dass es der Mit-telslelle für jüdische Erwachsenenbildung in -Gemeinschaft mit dein Reichsausschuss der jüdischen Jugendverbände gelungen ist, im Laufe der Jahre eine Keilte überbündiseher Lernzeiten zustande zu bring >n. Die in jeder Beziehung umfassendste hat kürzlich, und zwar vom 1. bis BO. November im Jugendheim Bröltalhaus bei. Köln statfgefunden. Sie vereinte zum ersten Male BB Jugendfiilirer alter Bünde für vier volle Wochen zu gemeinschaftlicher Arbeite- und Freizeitgestaltung. Der dichte und reiche Arbeitsplan, Über den weiter unten berichtet wird, fasste die drei Hauptgebiete — Geschichte, Bibel und Schrifttum, Gegenwartskunde — in gut ausgewählten Themen zusammen. Eine Fülle von Stoff drängte auf die jungen Menschen ein; aber sie e drängte sie nicht. Weit das-frohe -Miteinander dieser erlebfiisstarken Wochen, das gemeinsame Leben, Sehen,.Wandern,''Singen, das Empfangen . hochwertiger künstlerischer Eindrücke die geistige Anspannung in glücklichster Weise lockerte. Man erfasst nämlich den Sinn dieser Lernzeit nur sehr unvollkommen,'wenn man ihr Programm aHein würdigt. Ihre Vielseitigkeit — um nicht zu sagen: Allseitigkeit — war es, die ihren Wert ausniaehte. Da kamen junge, •zum Teil sehr junge* Menschen zusammen, nicht mehr die von .dem Grunde materieller Sicherheit aus in den .Sphären' des Geistes frei schweifenden Führer einer „bürgerlichen“ Jugendbewegung, sondern Menschen eines stürmischen Ueberganges auf schwankendem Boden. Schoo beginnen die sich vermindernden Möglichkeiten der 'Schulbildung sich aiiszuwirken, das schnelle Nachrücken noch unfertiger Schichten in die durch Auswanderung frei werdenden Führerstellungen der Bünde legt den schwachen Kräften verstärkte Verpflichtungen auf. Das alle« sind Tatsachen der Not, denen ,in 'ihrer ganzen Tiefe nicht abzuhelfen ist. Aber dieses Treffen im Bröltalhaus packte die Not, an ihrer zentralsten Stelle. Indem, es den Menschen ein geistiges und künstlerisches Erlebnis von hohem Grade vermittelte, begegnete es der schlimmsten Gefahr, die dem Geiste überhaupt droht: der Flucht vor ihm. Denn weder materiell.* noch, seelische Not werden, ihn besiegen können, wenn unsere Jugend nicht selbst sich ihm verschli-sst. Die Lernwochen ” im Brültalhaus haben allen denen, die fällig si.nd, Bildung zu empfangen, Augen und Ohren aufgetan. Wer mitgelan hat, bekam ihre Macht zu spüren. Ihm ist, wenn er ren Lautsprechers. Nebenan beginnt ein deutliches Weinen. „Dag Kind-“, sagt er. Die Frau geht hinaus und kommt mit einem verschlafenen Etwas auf dem Arm zurück, das seine unbeholfenen Hä,nde in das Licht streckt. Er macht uns mit seiner Tochter bekannt. „Seht ihr“, ßagt er, „das ist das anderp. Ihr theoretisiert um den Sinn eurer Existenz. Hier habt ihr ihn, leibhaftig und unwiderlegbar. Habt nur den Mut, sie forty zusetzen, und ihr werdet wissen, warum ihr lebt und für wen ihr schafft. Es gibt heute viele, die daran zweifeln, ob sie zur Gründung dieser neuen Form ihrer Existenz berechtigt sind, aber sie überlegen nicht, dass nur diese ihre eigene rechtfertigen kann. Die Antwort bleibt keinem versagt, der es wagt, sie zu finden.“ Das Kind, denken wir. Da sitzt es, strahlend und schon ganz vertraut mit uns, und seine Gegenwart löscht alle Zweifel; v. Oh, er als Jurist glücklich war, weisfcJch dicht, aber dass er es heute ist — als Bauer. Wenn er unter uns ist. ruhig, überlegt, ohne die leere Hast des Grossstadtmenschen, mit einem ganz hellen und klaren Blick für Menschen und Dinge, schämt man sich seiner überflüssigen Eile. Man spürt plötzlich, dass alle Dinge nicht mehr Zeit brauchen, als sie wirklich wert sind, und — man entdeckt, wie wertlos viele Dinge sind, die uns wichtig Vorkommen.. Erscheint uns oft etwas zurück in der neuen Primitivität. seines-Upt^Usr-abet--zu-Zeiten ist er uns weit voraus; wir sind es, die sieh plötzlich altmodisch, überlebt und mit Vorurteilen vergangener Zeiten behaftet Vorkommen. Was uns bei ihm Primitivität zu sein schien, erweist sich als die grosse Einfachheit des natürlichen Menschen. Des Menschen, der zur Natur zurückgefunden hat. hat uns einmal in einem Brief diesen zweiten Werdegang seines Ichs begreiflich zu machen versucht. Der Brief gehört mit zu dem Schönsten, was uns unsere schwere Zeit gebracht hat. Aber e.r arbeitet nicht für sich. Von Anfang an stand es fest für ihn, dass sein Weg nur dann mehr sei qls die Liebhaberei eines Einzelgängers, wenn er auch in die Breite führt, wenn er auch den Kameraden Raum gibt, dass sie neben, und hinter ihm schreiten können. Er selbst ist der Vorarbeiter in der ersten, Reihe. Er führt sie und hilft ihnen. Er wird auch als erster von ihnen das Land der gemeinsamen Zukunft betreten und den Boden prüfen, der sie alle nähren soll. Geher morgen geht das Schiff ab. Ein halbes Lfefjir wird er im Land bleiben und dann, zu den Kameraden zurückkehren, um zu berichten, ruhig, sachlich, überlegt und zuversichtlich. Sicherheit? Es gibt nur einen Grund für sie: Vertrauen! Das ist die neue Form'der Disziplin. ' VI. ' Wenn er morgens um 6 Uhr das letzte Auto mit Benzin versorgt hat, würde er sich am liebsten auf der Stelle auf die Oelkanister und Autoreifen schmeissen, um zu schlafen. Wie oft er heute die Tankschraube ubgelöst. Vergaser geprüft und Wasser nachgefiillt hat, weiss er"-nicht, mehr. Die New-Yorker bezahlen mit dem; Brennstoff auch gleich Arbeitskraft und Tempo. Geschwindigkeit ist Trumpf, und i Höflichkeit bei den einen eine vergessene Vokabel aus dem fossilen Europa, bei den anderen eine geschmeidige Abart geschäftlicher Routine. .Hinter den Autos herzu- ' laufen hat auch nur.sehr begrenzterTWert. Lass sie sausen! ' Tagsüber schläft d<?£ Tankwart. Aber nicht immer. Bisweilen kann er die nächste Nacht hinzunehmen. Dafür gibt es dann aber gleich wieder Zwölf stundendienst. Eine verrückte Einteilung! Besucht man dazwischen einmal den Bundeskaineiadei)' in Washington, so kann es .Vorkommen, dass man 48 Stunden hintereinander nicht ins Bett kommt. Das ist nun schon der ,zweite job, den er hat. Man verliert ihn leicht, aber man bekommt auch einen neuen, wenn man Geduld hat. Oh, dieses Amerika.’ Der Betrieb, der Lärm,, das ' Leben kann einen schon packen. Aber er, der Techniker aus Beruf und Leidenschaft, entdeckt plötzlich, dass Technik auch Lebe ii s h a 1 f u n g sein kann. „Ich habe immer gedacht“, -schreibt er, „ich sei vorwiegend technisch eingestellt. Welcher Irrtum. Ich bin in erster Linie Mitteleiiropäer. Ko.mische Definition, wie? Aber zutreffend. Gerade habe ich au T . , . . geschrieben, wie mir gute Bilder,.gute Musik fehlt, wie sehr ich Solidität, Qualität, Zuverlässigkeit vermisse. Technik, -allein, hen-eilende Technik ist Tiiir zu viel . LI, fühle mich sehr allein hier Ganz zaghaft und allmählich immer stärker taucht der Zweifel an dem autonomen Wert des technischen Berufs auf. und ein anderer. Plan schiebt sich in den Vordergrund der Ueberlegimgen. S.*un: Jungen* aus der. Gruppe sitzen in Deutschland, Triest, Amsterdam, Genf,-Rotterdam und Gross-Breesen. Könnten sie sich nicht eines Tages zueinander durchhauen? Eine -Farm müsste man haben, ein Stück'Land, wo die Technik im Dienst der Erde stellt. Es jst erst ein unerlaubter, ganz ungeklärter Wunsch, aber warum soll der Traum von heute nicht die Wirklichkeit von nmr- Jedenfails beginnt er zusparen, und die Jungens warten und schreiben,.schrei-, ben und warten. Wer weiss, vielleicht, eines Tages . . .? .. - Die Private Modcnzeichenschule Fclec-StrasdHirjgT gibt bekannt, dass sich ab 1. Januar 15137 ihr»- raume Kurfiifstendatnrn 40/41, Ecke Kne.-etek- ' Strasse, befinden. iXUideH zahlen Sie in diesen Tagen die Abonnements* und Zustellgebühren für die C.-V.«Zeitung in Höhevon 3*33=99 für die Monate Januar, Februar, März 1937, Wenn Ihnen die Postquittung vorgelegt wird. .Nur wer die Postquittung einlöst, erhält die . Zeitung ohne Unterbrechung zugestellt. Alle Adressenänderungen, Nachsendewünsche, Beschwerden usw.sind stets dem zuständigen Postamt zu melden. Denn der Versand der C.-V.- Zeitung geschieht durch das Postzeitungsämtl Werbt für die C.~V.-Zeitung! Lest die C.-V.-Zeitung! - «ich jetzt noch abwendet. die billige Ausflucht, er wisse* nicht, was er, verloren habe, für immer genommen. Dr. Eva Keichniann Jungniann. Der 1,ehrgang .umfasste fünf llauptgebioto der jüdischen Jugendarbeit: Jüdische Geschichte, Bibel mul Schrifttum,. Gegenwartskunde... F.rzielinngsgriindiagon der jüdischen Jugendhilf.o und Hebräisch. Sämtliche Arbeitsgcinoinsrhafton waren auf Anleitung /lim Selbststudium, eingestellt. Indem Kursvon Professor Kantorr o w i c i.. in dessen l-ländon die SIndionloiliing lag, wurden „Grundfragen des gesellschaftlichen Lebens' gemeinsam besprochen. lieber die Erörterung der gesellschaftswissenschaftlichen Grundbegriffe: Gesellschaft, Gemeinschaft lind Iudi.vi.dium hinaus gab dies.* A rbeitsgemein- ...schaff" zugleich eine Einführung m die wissenschaftliche Arheil’sweise iin .allgemeinen. Rudi B a e r vermittelte in seiner Arbeitsgemeinschaft über „Die politischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Palästina-Aufbaues" ein -wirk--, liclikeilsnahes Bild des-heutigen Palästina. In die Welt des Ost Judentums und indas Milieu des amerikanischen Judentums fühlten die Referate von IVoris K i s <■ ii s t ii <1 t und Dr. Paul Eppsl.e'in über „Jüdische Zentren“- ein. Dr. Friedrich B r o d n i t /. stellte in. seinem Vortrag über: „Aufgaben und Formen jüdischer Gemeinschaftsarbeit" in klarer,'knapper Form das verzweigte Hills- und Aufbauwerk für die .luden in Deutschland dar. In seinem Kurs über „Wirtsi-haflskuiide“ »lächle Dr. Eppstein am Beispiel .einer von den -'Teilnehmern dar gestellten Modetb Wirtschaft die.Grundbegriffe des heutigen Wirt-, schal'lsl.bens klar. Das letzte Referat der Gegmiwartskundc war den ..Geistigen Strömungen im. ..Judentum" . gewidmet. Dr. Eva Reichm a ii n - J ii n g in a n n versuchte in temperamentvoller Weise die Auffassung des Zionismus ' .und die von der jüdischen Diaspora-Existenz in ihrer Polarität und nicht in einer sich aiiR- Hchlicssendeii Gegenseitigkeit aufzu/.eigen. Die Gesclnchlskurse umfassten zwei Iteferab» und zwei Arbeitsgemeinschaften. Die „Zeiträume jüdischer Geschichte“ slelllen ein zu umfangreiches Thema dar, um die einzeln.*n Epochen ausführlich behandeln zu können. Die „Geschichte'des Zionismus“, über die Boris Eisenslädt einen 1l.-herl.li.-k gab,■ würde durch den gründliche;, Vortrag von Dr. Bob.-il Welt sch „Die politische und kulturelle Lago <!r,s Vorderen Orient“ in einen w<‘ileren Bahnten einbej?ogenf| Lieber jüdische Geschichtsbetrachtung Schicksalsfragen und j rtss Gottesantwort . . M 1 Uio6-md.wit hinaus führte die Arbeitsgemeinschaft von Dr. L i e I. e s c lijü t z über „Geschichtliche BiMmigsarbeit in Jugendbiinden". An dem Lehrbeispiel einer 'Einführung in das Zeitalter der Aufklärung zeigte Liebeschiitz, in welcher Art.man in Jiig.-ndbüiHlen Geschichte treiben könnte. Einen breiten Baum im Arbeitsplan des I.'-hlganges “nahm. die. Behandlung von Bibel und-Schrifttum ' ein. Hi-, ebnetevor allem Professur Ma r I i u B II h e r mit seinen Arbeitsgemeinschaften über „Das Judentum im Zusammenhang der Weltreligioneri" und „Was he.Jeulei die Auserwählung Israels?" das Verständnis für zentrale Probleme des Judentums. Durch gemeinsames Bi bei lesen wurden ,von Marlin Buber die Schwie- 'rigkeilen .einer wert- und sinngemässen--TextuiisJegimg verdeiillirbl. Das nnrbbibJisrho Schrifttum, insbesondere Talmud und Schuctian Aruch, war Gegenstand der Vollragsreihe von Rabbiner Dr: E s >' h e I h a r h e r über „Djis, Verhältnis von Jude und Mitmensch“. Die für alle Bünde gleich wirbligen pädagogischen Fragen wurden 'in den .beiden Arbeitsgemeinschaften von Professor Bondy über „Die"körperliche und seelische Entwicklung Jugendlicher“ und „Btin- . -lisch.- Erziehung“ .'erörtert. Den „Aufgaben der jüdischen Jugendbewegung" war naturgeinäss eine besonders umfangreich.: 'Arbeitsgemeinschaft von Dr. B r uiioS o m in e riet d gewidmet. In der Milte zwischen ein.-r Arhcitsgoinoinschaft und FreizeifgesTafLungTLewegten sich die Kurse von Karl A d I <■ r . über ..Musikj.flege“. Di.- Freizeit i^urde durch ' gemeinsame« Musizieren, durch -künstlerische Wettbewerbe und Sportpflege ausgefüllt. Ausserdem waren einige Stunden am Tage der privaten Beschäftigung Vorbehalten.

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