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Central-Verein-Zeitung · 1936-12-03 · 49 (3.12.1936) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
49 (3.12.1936)
Date
1936-12-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 49 .3. Beiblatt 3. Dezember -1936 Ein jüdischer Meisterroman Salman Sclineur: Noah Pandre, BrandusscheVerlagsbuchhandlung, Berlin Groß ist imneuesten jüdischen Schrifttum Ruf lind Ruhm Salman SriintMirs, der im vorigen Jahr den Bialik-Preis, als^ er zum erstenmal verliehen wurde, erhielt. In Paris erscheint eine Gesamtausgabe der Werke des noch nicht Fünfzig-, jährigen: acht Bände hebräisch, ->0 Bände jiddisch:" Essays. Literarhistorisches, Gedichte, Romane, unter ihnen der vielbändige „Ter Kaiser und der Rabbi",.Volkslieder, Kinderliedcr. Schnöurs cigenwüchsigster und jüdischer Roman „Noah Pandre", der jetzt-in deutscher Spracheerscheint, überseht von Grete Mischer und Joseph Lcftwi.ch, spielt in seiner weißrussischen Heimat, im Städtchen Schklvw, Gouvernement Mvhilew, wo er als Lohn eines sehr frommen Antiquitätenhändlers geboren lvurde. Atit 13 Jahren entzog er sich der überstrengeu Zucht durch die Flucht. Während er in einem Warschauer Verlag lernt, werden die. ersten Gedichte des kaum Fünfzehnjährigen gedruckt, der schließlich Privatsekretär des von' ihm'vergötterten Perez lvird. Tann schreibt er, unter David Frischmaniis Leitung, für hebräische Zeitschriften, und in Wilna, inmitten eines blühenden Judentums, entstehen seine ersten großen Werke, i'.ios ist Schnöur nach dein Westen gegangen, zuerst nach Pgrisf >vv er studiert. Dann 'lebt er auf Reisen bis zum Weltkrieg, der ihn in Deutschland überrascht,. wo er als Russe interniert wirix Danach schweift er lvieder ans Reisen zwischen Europa urid^Arnerika, seit 1U24 lebt er ständig in Paris. Sv wechselnd, lute seine äußere Laufbahn ist auch seine literarische. Er begann als freigeistiger - Kämpfer gegen das Ghetto, ein lvcltoffener, kosmopolitischer Dichter, ein Dichter - des Lebens und der Landschaft. Zeitweise Hatte er sich gänzlich von jüdischen Stoffen entfernt: feine Hanptthemen: die Kraft der Natur und die Schwäche des Menschen. Nachdem er sich mit allen Problemen des Westens hernmgeschlagen,' alle Formen, Stile und Moden durchlaufen hat, ist er als Dichter ganz in seine jüdische Heimat znrückgekehrt. Hier sind die „Idyllen vom Städtchen", die ..Schklower Ganvivim" und „Noah Pandre" angesiedelt. - Aber Schnönr läßt einen anderen epischen Klang hören, als die meisten früheren Erzähler des Ghetto. Da ist nichts mehr von Gedrücktheit und Gcfühlsseligkeit und religiöser Demut, sondern all seine eigenwilligen Menschen strotzen von Säften und Kräften, verwurzelt in der Natur, verbunden mit den Tieren und Erzeugnissen des Landes. Das lebendige' Symbol dieser neuen Ghcttokllnst ist Noah Pandre selbst, ein ländlicher Simsvn, übergnellend von wilden Trieben und WAtter Proskauer Schick! büßen, bis zum Gefängnis und noch im Gefängnis, Er leidet wiesSimsou, aber er bewahrt seinen' Lebensmut und "seine -Natürliche -Liebe zu aller Kreatur. Das Buch „Noah Pandre" seht sich aus'' vielen einzelnen kleinen Geschichten zusammen. Geschichten, die nicht nur die Geschichte Noah Pandres berichten, sondern auch die Geschichte, vieler anderer Menschen, diewieder Geschichten erzählen. In'allcn Gestalten, die Schneur schildert, ist soviel Leben und Poesie, daß auch dem westlichen Leser das Herz aufyeht, daß er herzlich lacht und ganz traurig ist, wie es gerade diese Geschichten wollen. Und ebensoviel Leben und Poesie strömt aus der Landschaft, aus Wald und See, den Jahreszeiten, ja den Straßen. Eine ganz besondere Liebe hegt Scheut für die Tiere. - Es läßt sich schwer zergliedern, worin Reiz uiid Bedeutung dieses aus Idyllen und Episoden zusammengefügten Werks als Ganzes besteht. Es fällt einem nur immer wieder das Wort: Natur ein. Natur wuchert, wuchtet/strömt, bricht aus, lodert empor aus jedem Satz des Buches, ans altem Dargestellten, bis zur armseligsten Kreatur und zu einem leeren Iauchefaß. Natlir ist auch der Humor des Buches, der nirgends aufgesetzt, dialektisch oder erfunden wirkt, sondern eben natürlich, deshalb auch derb > und saftig. Manche Kritiker habet! Schneur mit Dickens verglichen, wegen der liebevollen, verliebten Kleinmalerei der Sonderbarkeiten von Mensch, Tier und Landschaft. Aber gerade dies Quellende, Schwellende hat eigentlich Dickens nicht. Nein,' hier ist unverbrauchte Kraß. Kraft, die zugleich, explodiert und siel, selbst gestattet, und in der dennoch Zartheit ist, wie in diesem Kerl Schneur selber, und in allen Kerfen, die er,schafft- Kurt I'iiithii*. Hio&-iu$d»k /,20 Sinne aktuell fiii die .luden der (legenirart. — -Hoi Brandus, Berlin W 50 dumpfen Gewalten, ein animalisch blühender Kerl, zuerst als Schlächter voll toller Eulenfpiegelftreichedann, allmählich reifer lind zahmer werdend, als Kutscher redlich schuftend, schließlich völlig gezähmt durch die Tochter de^ Lehrherrn, die seine Frau wird. Aber es ist Pandres Schicksal: wenn, er für andere Gutes tut, so muß er cs ■ Heinz Warschauer: Jüdische Jugend baut auf. Vom Kibbuz in Palästina. Philo Verlag 1936. . - Ein junger Mensch hat cin Palästina-Buch geschrieben, der aus den Reihen des „Ring" kommt, einer <111* dem Kreise um Ludwig Tietz. Keines der üblichen Palästina-Bücher, wie sie rasche'Touristen in eiliger Beobachtung uiid noch eilfertigerem Urteil zu schreiben pflegen. Er hat sich ein Teilstück des palästinensischen Lebens zur Darstellung ausgesucht, aber wohl das wichtigste, das "Leben im Kibbuz. Er hat sich eine Zeitlang in einer Kwuza aufgehalten, in einer jungen Siedlung in der Nähe von Tel- Aviv, in der zahlreiche Menschen der neuen deutschen Einwanderung leben. Qhne journalistische Pose, als Person ganz hinter der Schilderung zurücktrctend, gibt er in r^Eer Reihe von Bildern eine Schilderung des -»^Lebens - dieser Gemeinschaft, bic bei aller Bescheidenheit der Darstellung für einen jungen Menschen erstaunlich gekonnt und ’ geformt ist. Die wichtigsten Fragen und Probleme, wie sic das tägliche Lelum den Menschen dieser Gemeinscliast' stellt, werden behandelt. Erschwerungen und Hemmnisst^wcrden nicht verschwiegen, aber die' ganze Darstellung wird von einer ganz int» pathetischen, starken Liebe zu der' großen Idee getragen, der sich hier -Menschenmit Einsatz ‘ ihrer ganzen Lebensgestaltniig hmgegeben haben. Qhne uns mit jedem der. abgegebenen Urteile identifizieren zu.können und ohne dieies Büchlein als eiiie->ersckiöpscnde -Darstellungdes - Problems' ' der Kwuza betrachten -zn wollen, können wir es wärmsten-S zur Lektüre empiehleu. vor allem im Kreise junger.Pienschen in Bunden aind Schulen.' -Der Geist des Buches wird durch"nichts besser als durch seine Schlußworte tMrallerisiert: „Die Nacht iit groß und iveit. Der Schomcr ' geht ans und ab und wacht über dem'Schlaf von 12Ü jimgen jüdischen Menschen/ die aus Polen, Deutsthlaud. Litauen, der Tschechoslowakei-und anderen Ländern nach ' Palästina, gekommen sind,'um zu arbeiten. Die Menschen schlafen. Sie sind jung. Sie haben es gewagt.- weil sie etwas tun mußten nüd einsahen, daß ein bestimmter Weg der richtige war. Was kommen wird, wissen sie picht. Sie wissen nur. daß sie arbeiten, und sie glänben fest, daß Segen ans ihrem Werk liegen wird. Das Land gibt nichts leicht her. Es wird die Kraft der Jugend verbrauchen. Sie weiß es. Sie spürt - cs. Sie arbeitet fort." Friedrich Brodnitz. Fritz Rothgiesser: Das KnahenschiH. Philo Verlag, Berlin 1936. Diese historische Erzählung, die zuerst in der E.-B.-Zeitung veröffentlicht ivnrde und nun in der Philv-Bücherei als hübsch gedrucktes, von Horst Mo ratz illustriertes Büchlein erschecht. Hai mancl>erlei Vorzüge: sie ist eine spannende Abcntenergeschichte, und doch eine jndisctrc, ja sogar eine jüdisch-ethische Geschichte: sie zeigt in Gestalten von Knaben die einigim-Judentum wiederkehrenden Menschentypen, läßt die geschichtlichen Geschehnisse der'Vertreibung der Inden ans Spa- - vincii 1und zugleich die Blütezeit der Inden in Venedig erklingen, und vieles ans dem Seelenleben der. Jugendlichen--wird . sichtbar. Dazu ist das Schicksal dieser von Seeräubern entführten jüdischen Knabenschar einfach und wirksam erzählt. Das Buch hat auch erzieherischen Wert, denn alt diese, asientenerlichen Ereignisse haben einen bedeutungsvollen Zusammenhang. Es iü daher geeignet. gleicherweise Erwachsenen ivie der Jugend eine gute Stunde zu. verschaffen. — us __ Bei BttUtduS Berlin W 50 der neue Crosse ro.man ■ SalmanSchncnr Aoah ssandrr (Leinen M 4.-) Die Xrltiki „Diese atrmraubcndc. bezaubernde Geschichte“, „genau, wie der hinge Dickens geschrieben hatte, wenn er Jude gewesenwäre“, „SdinPur liberströmt von Dingen, die er uns zu tagen hat“ ln den Jtldisdien Budthandlungcn erhältlich Walter Proskauer: Hiob — und wir. Brandussche Verlagsbuchhandlung, Berlin. Dies Büchlein, ist eine' Paraphrase über das Buch Hiob,- das sicherlich zu den zugleich dichterisch wie episch-wertvollsten Schriften der Bibel gehört. Wgltcr Proskauer gibt nicht einen philolvgischhistvrischen Erkurs über das Buch Hiob als literarisch-religiöses, Schristiverk. noch verfolgt er die Hiob-Gestalt durch die Kunst der Jahr-' hunderte. Er kläxt und erklärt den Tert ntit gewaltiger Ergriffenheit, aber ohne gewaltsames Pathos. Er läßt die alte Dichtung.-die Figur Hiobs und die Herrlichkeit Gottes anis neue erglänzen für neue Menschen, für uns. Proskauer. - der antckieiiiend Jurist ist. sieht den wnctitigen Höhepunkt des Werks in „den Szenen, i» denen Hiob feine Anklagen gegen Gott in den-Himmel schlendert und Gott zum Reelitskamps ladl". E>ott soll nicht Richter sein, sondern sich veranlivorlen vor dem Mensclien. der Recht und Rechenschaft fordert als gleich gegen gleich. In dieser Fordernvg des Frominkn und Gerechten sieht Proskaiier die stärkste .Uülniheit der Dichtung, die eigentlich - nur von der Anseinandersetznng zwischen Gott und Mensch handelt. Nach der S'senbarung Gottes vor Hiob ergehen sich-..zwei allgemein mcttsch. lache.Momente für alle Zeit ans dem Buch Hiob": das Problem der Gerechtigkeit Gottes und das Postulat der Standhasligkeit. Diese beiden Ergebnisse lvcrden dem jüdischen Plenschen unserer Tage viel bedeuten können, weil er danach an dfe Gerechtigkeit^ GvtteS in der Welt zu glauben vermag, auch lvenn er sie nichü ergründen kann, und weil es gerade der Standhafte, nicht der Vcr- .zagende ist. den Gott erhört. Das ganze Büch- Irin ist in einem stilistisch und inhaltlich sehr . klaren Deutsch geschrieben, keine Predigt. svNdern eine überzeugende und erhebende Darlegung vom Sinn der Hiov-Dichtling. — us Arbait Krez Jisreelit. Kin Palästina- Quartett. Verlag Jakob B. Bramleis, Breslau. - - Der- Perkäg Brandeis bringt ein neues Kinderspiel inliebräisel,er Sprache heraus, denc er den Naine»' .'tzaläslinayiiarlelt gibt. Das Snartett bringt Bilder betau,iter ziouisl,scher Führer, jiidiüiier Scliriitneller. Bilder der große» Städte und uifciilIu'lHT Gedände i» Palästina. Die Einsacliheitder Darilelliing koiiiiiit einzelnen Ahlnldiiiige» zugute, loälirend andere darunter leide». Ans' dieüblicl,e» Klischee wird nicl,t verzichtet l.Phalnz ans. dein ^üege. Ehalnz heim Pflügen", so zu'öls Bilder von luhtnndvierzigi. ./ Bleil't die Frclgc, ob Kinderspiele schv» pvlitisier.t sein müsse», <t. F. tmmmmmm Bei BttUtilUS Berlin W 50 DIE GROSSEN ROMANE .. Kurl limil Franzos r\ f r» n/V I AT I.NI IN'IU.UI;itis dem Osten. DER POJAZ Tausend. Leinen M 4. - Mn rga r r t e Moses DIESEN UND AUCH JENEN HAT GOTT GEMACHT“ in l,;il,iistin;i Ko,i,.iii. 5 'l .-.iiM-nd Geh. M 3.- i den indischen Buchhandlungen erhältlich Eugen Mittwoch zum 60.Geburtstag am 4.Dezember Von I. Elbogen 11m die Jahrhundertwende erweiterte die Philologie ihre Aufgabe von der Erforschung der Sprachen und Literaturen znr^Betrachtung des gesamten geistigen und kiiltnrellen Lebens der Völker. Kein Zweig dieser Wissenschaft hatte mehr Nutzen von jener Ausivcitung als die semitische Philologie. Einerseits haben die Ausgrabungen im vorderen Trient eine ungeahnte Fülle von Denkmälern einer reichen und starken Kultur ans dem Altertum zutage gefördert und die gesamte Wissenschaft ans eine nene Grundlage gestellt. Andererseits wurden die heutigen Bewohner jener Länder durch die Politik. Kolonisation. Berkchrsbahnnng der westlichen Großmächte in das enrvpüische Leben hineinge,zogen und-zum Bewußtsein ihrer selbst gebracht. Tie Vielfalt der arabischen Kultur, die lebendige Welt des I'ilam mit ihren religiösen, literarischen, politischen Bestrebnngeii wurden Gegenstand des wissensckiastlichen Stndinms. Auch die Physiognomie der Forickier ändcrte sich. Wahrend in der vorhergehenden Generation ein Gelehrter wie Fgnaz G v l d z i h e r allgemein Staunen erregte, weif er jahrelang unter Arabern gelebt und ihre Sprache wie seine eigene zu reden gelernt hatte.Isieltcn die jüngeren Forsctier es alle für ihre Pflicht, den Lriont zu be-z reisen und den einen oder andern arabiscl)en n.ialekt zu erlernen. / Unter den Gelehrten in Deutschland, die dieie Wendung zur Verlebendigung der Iilamstudien stark beeinslnßt haben, steht Engen Mittwoch mit an erster Stelle. In Schrimm geboren und im Geiste der jüdischen Tradition erzogen, lernte er . wie seiiPBater und “sein Großvater früh.das bibliiche und rabbinische Schrifttum kennen. I» Berlin studierte er eine Zcitlang am Rabbinerscminar, in der Hauptsache aber an der Uüiversität semitische Philologie, die gerade damals ihren Interessenkreis wesentlich erweiterte und mit dem erwachenden Trient die Verbindung ansnahm. Gleich nach seiner Promotion unternahm er seine erste Forschungsreise, die ihn nach Aegypten, Palästina. Syrien führte und zu eingehender Beschäftigung den beiden damals im Vordergrund stehenden Anigalien, der Erforschung der Inschriften der Vorzeit und der der Dialekte der .Gegenwart, anregte. Nach seiner. Rückkehr wurde . . ...er Mitarbeiter an verschiedenen, monumentalen Professor Eugen Mittwoch Fot:Herbert S^nnenfeld Lüerken, an der Ausgabe von Ibn Sads Leben Mohammeds, seines Lehrers Eduard Sachau, an den Annali dcll'I'lamo von Leone Eaötani, Principe di Teano Duca di Sermoneta, an der Herausgabe der arabischen Lehrbücher der Augenheilkunde durch Julius Hirichberg. Rach seiner Habilitation an'der Berliner Universität wandte er sich sehr bald dem Aethivpiiißen zn und lehrte als einer -der - ersten Europäer -gesprochenes Kckbeisini'schIn seinen verschiedciicii VID= Wandlungen. In rascher Folge wurde er l'.'i-V außerordentlicher, l'.'iu ordentlicher Prvseiwr a» Der Universität und nacl, Sachaus Rückirit't Direl tor. des 'Seminarsfnr vrientalißhe Sprachcn. b:s die neue Ge-etzgebnng, >vic alle jüdischen Pro- "fcssoren. a»ct> ihn trat.. - Sein wissen-chaitliclics A»'-ehcn "beruhtans keiner Biclscitigkeit. die sich nicl>t nur im eiigcrcn Gebiet der Sprachlnnde. sondern auch'in .dein der Kunst, Literatur- und Refigiviisgeschichte-betätigte. Starke Beachtung fand f feine Abhandlung' „Znr- Entstehnngsge'chichte des 'iilami'ehen Gebets niid Kultus" (l'.il-'D, in der er deren weitgehende 'Be einilnssnng durch die jüdische Religion und ihre Einrichtungen nachwies. In den letzten Jahren- .hat er sich - immer mehr der Erforschung iudarabi'cher Inschriften ziigrivandt, die Pariser .^eridt'nnio ilc-.-i Insrriptions et de« Belles-I.eltres hat ihn znm 'Mitglied ernannt Und mit der Bearheitnng eines von ihm ans dem Lrsorder Lrientalistenkongreß angeregten -umfassenden I»- schristeuwerkcs beauftragt. ° Im jüdischen- Leben hat Niittwvch sich -von Jugend ans üets eifrig betätigt. Mit 'Moritz Solteriiheim. mildem-ihn eine mehr als dreißigjährige innige Frenndschast verband, gehörte er zu denjenigen, die mit der. Liebe für Palästina Sach- ’ knnde und 'eigene Ansckiaining von Land und Leuten verbanden »nd darum für die ältere Kvlouisation und kulturelle Erschließung des Landes große Bedeutung hatten. Er gehörte dem Hilfsvercin der Inden in. Deutschland seit dessen Begründung au und wurde einer der engsten Berater von Paul Nathan, begleitete ihn auch 1W)7 auf feiner großen Lricntreise und gewann maßgebenden Einflnß ans die Schulpolitik des Hilfsvercins.^ 1'lach -willig und wolilwollend beteiligt. Seit Sobernlieiuis lode iß er mul) Bor sitzender der-Gcsellschalt zur Focdcr'uiig der 'K.-iNe»icI,ait des 'Indentnins. in -deren Vorüand er schon lange variier werlvolle Arbeit geleistet hatte.--- Ei» Zciclie» der s!tzertsrhatziüig. die seine 'tzcriönlichkeii in a l l e n jiidisciien Kreisen genießt, ist es. daß er'in dieser - jchivere» und bedenliameii 'Z.cit in. oje Repräsenlaiiteiiveriaiiiiiiliuig der BerlinerIndiiclien Ge- .meinde". innvalill ivnrde.- wo inan von seiner Abgeklärtheit und ge'liint,nd,iiheii Verlnindenheit ^einrn AnsgleKh der Gegen,atze erivarlet. Wie in dem Beclranen iliniiaen alle jüdischen lliirlilniigeii iii ihren Wzinsilie» nir den verehrteii und - verdieiiteii i^elehrten ilberein. Er sieht ans der Holie der Kraß »nd Le-ißniigsiähigkeit. Niöge i!,n, dst'ie erhalten lUal’ni fitr die zahlreichen, verantwortungsvollen Ansgaben. die vor il>nev stehen! .-'Möge, ivie dein Joseph unseres'Wocheuabschnitts'. seinem Tun Gelingen geivahrt sein — zur Freude für il>» und seine Aiigelivrigen und znm Segen für die Juden heit!- Jakob Wcfditfl, der ,’nihnhcv der D c h v ii i f rfj t n B ii d) h » n n 1.1, ii n ('. K „ ,, s a dj!.. Berlin t" -2. hcoeilt um II. Tr-,einher ' hie Frier seines A'-iahliae» -.ii-ilia!>r>-jiil'iliini»Tfe Firma., .die bereits i», .>ah>e- Iiie»imiDet lhiiibe. beiofge sich wäiueiw her. iiiin-.ni .Jett itzris -Be'lehens cnisschlieh- Iti1) mit dem Be,i,m und -jiertrieb wni indischer und liebrän'ch'-r Lileralur lind Kn 11u?ge>ieniiändeii. dem Weltkrieg ivnrde er zur Mitarbeit aii der jüdischen Ltandersürsvrge bernien und in den^vr- -slemd der IlicpiTi geivahlt. I ü-!ß übernahm er die eben'ö schwierige wie wichtige - Leitung des .loint tri Berlin, und es iß sein Verdienst, wenn die große aiiwrikanische Tcganisatioii sich-a» dem ^Hilsswerk für die Juden in Tetitschland op'er^ Btaudus rWrVrVPV Berlin W 50 mmmammm Bei Joachim Prinz ILL. JÜDISCHE GESCHICHTE 12.Tausend, mit2.1 Tafeln,8AbbiimTextu. 1 Karte. In-Leinen'M 5.80 Unter großen Cie-irlit<- pu n kten n. in fes-elnder Spraehe das VerKtAndni- '■einer Kigenart ii. die Kenntnis seiner Cesrhieliilieht-n Km « icklnng (CemeindeM . J/reMlen.') Joachim Prinz DER FREITAG ABEND -Än Taschenformiit in Leinen, M 1:20 Ilie-es Uiii-Iilcin gibt siinliieiie Celiete lies Krcitiig- In den. jüdischen Buchhandlungen erhältlich

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