Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 49 (3.12.1936)
- Date
- 1936-12-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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und Heilung armer israelitischer Kranker, ■welche dem hamburgischen Staatsverbande angehören, bestimmt.“ Und weiter: „Kein in die Anstalt Aufgenommener darf zu einer religiösen Handlung oder zur- Teilnahme an einer solchen gezwungen, oder auch nur von Verwaltern, Aerzten und Angestellten veranlasst werden. Jedem ist in dieser Beziehung innerhalb der- Haus- - Ordnung volle Freiheit zu belassen.“ Nun stimmt.zwar nicht'alles mehr, was hier steht. Das Krankenhaus hat niemals nur der Pflege -armer Israeliten gedient, sondern es nahm immer, auch zur Zeit als es nur 120 Betten hatte — jetzt hat es 2.Ö0 — mindestens ein Drittel, christliche Patienten "nuk. Auch unentgeltlich ist es heute "-nicht mehr. Wohl aber herrscht noch immer trotz . streng ritueller Führung die religiöse Toleranz dem einzelnen Patienten gegenüber. „Ein Hospital für arme kranke Juden,' Für Menschenkinder,'welche dreifach-elend, Behaftet mit den bösen drei Gebresten, Mit Armut, Körperschmerz undJudentume!,< 60 besingt Hei n r i c h Heine diese Stif- Salomon Heine Die Umschrift lautet: Menschenliebe isl die Krone aller Tugenden fung seines Oheims S a 1 o m o n 11 eine, den er — noch bevor er für immer mit ihm verfeindet war.— verherrlicht: „Ein Mann der Tat. tat er, was eben tunlich: Für gute Werke gab er hin den Taglohn Am Abend seines Lebens,-menschenfreundlich,; Durch Wohltun sich erholend von der Arbeit.“ Die Tat. die Salomon Heine so begonnen, konnte durch zahlreiche andere Stiftungen im Laufe der fast hundert Jahre des Bestehens des Krankenhauses immer wieder verschönt werden. Das Krankenhaus, insbesondere die innere Abteilung wurden völlig renoviert und erweitert, ein neuer Pavillon hinzugefügt und schliesslich ein Neubau errichtet, in dem eine vorbildlich ausgestattete chirurgische, gynäkologische Königen-, Augen- und Hals-, Nasen-, Ohrenabteilung untergeh rächt wurden. Hier lie-, gen auch eine Prosektur und ein herrlicher Vortragssaal,in dem sich mehr als200Aerz(e aus Hamburg und der -Umgegend', zu Fortbildungskursen 1 und Vorlesungen zusanimenzufinden pflegen. Ein Heim für judisrVc .Schwestern , wurde allgebaut, die in dem Krankenhaus ausgebildet werden und ihres Amtes walten. Das Motto des Stifters, das auf der hier w-iedergegebenen Medaille zu lesen ist:.,.Menschenliebe ist. die Krone aller Tugenden“ wird hier täglich »von neuem gelebt. - ' ' . ^.Menschenliebe“ hat auch immer* schon als oberstes Gesetz über der Arbeit dec-Bne- Briss-Logen gestanden, deren humanitäres und kulturelles Wirken aus dem Hamburger jüdischen Lehen ebensowenig wegzudenken ist wie das der hamburgischen jüdischen Frauenvereine. Die überaus tätigen Schwpsternvereinigungen der Logen, die humanitären Frauenvereine, die Frauengruppe des Central-Vereins unter Leitung von Anni Bauer und Gertrud Alsberg, sie alle mit den Frauengruppen aller jüdischen Richtuiufrsi vereint im Stadtverband der jüdischen Fismenvereine Gross-Hamburg, arbeiten zum'-Wohle des Mittelstandes, der Frauen und Kinder. Das Heim für jüdische Mädchen und Frauen in.Segeberg trägt den Namen Sidonie-Werne r - Heim, zum Andenken an die vor wenigen Jahren verstorbene Gründerin. Ein Hort für 'schwererziehbare Kinder bemüht sich im Hause der Haushaltungsschuie Heimhuder Strasse um die Förderung von vierzehn Kindern, und neben Kinderhorten verschiedener jüdisch-politischer Richtungen besteht das schöne Kindertagesheim, das Eva W a r b u r g gegründet hat und leitet. Die hanibürgische Jugend im Ring (BundJüdisnier Jugend) zusammengeschlpssen, verfolgt ideelich die Ziele des'CeiitTal-Vereins, die etwas älteren haben sich im ..Kreis des C.-V.“ zu geistigem und geselligem Leben zusammengeschlossen. Der Schild, die Sportgruppe des Vaterländischen Bundes jüdischer Frontsoldaten, bietet in allen Zweigen dej Leichtathletik, in Hockey, Tennis, Tischtennis, Turne,!. Boxen, Kegeln auf eigenen Vereinssportplätzen Trainiiigsmöglichkeiten und tritt gelegentliclf in Ham-' Der neue Tempel in der Oberstrasse in Hamburg bürg gegen Blau-Weiss und den Bar Köchba an; seinH»Hockeymannschaft hat sich aber auch erst kürzlich in Berlin einen ■ schönen Sieg geholt. Er umfasst etwa 700 Mitglieder, das heisst ebenso viele wie der Bar Kochba, während der Blau-Weiss nur 250 Mitglieder zählt. Besonders die Jugend arbeitet im Schild'.stark mit. . Für die Erneuerung jüdischen Wissens sorgt das Lehrhaus, die FranZ-Rosenzweig- Gedächtnis-Sliftung, die, von dem Kaufmann Hermann Philipp im Todesjahr von Franz Rosenzweig gegründet, seit 1933 erfreulichen Aufschwung genommen hat und von Hermann PiiiHpp.und Dr. Li eb es c iv ü t z geleitet wird. Da ein grosser Teil ihrer Hörer aus Orthodoxen bestellt und auch die Vortragenden zum Teil orthodoxe Rabbiner sind, macht hier die Raüinfrage ziemliche Schwierigkeiten. Dmm der schönste Vortragssaal für jüdische Veranstaltungen, der Gabriol-Riesser-Saal. liegt ja im Haus des neuen Tempels, und der Orgelstreit ist noch so leb Aid ig, dass die Orthodoxen dieses Haus nicht betreten. Dagegen finden im Gahriel-Riesser-Saal die Vorlesungen des Lehrhauses des Tempels statt, die von Dr. Italiener und zahlreichen anderen Rednern aus dem Reich .gehalten werden und sich gleichfalls eines sehr starken. Besuches erfreuen. Konzert und Schauspiel bietet der Hamburger Kulturbund, der über 6000 Mitglieder zählt. In einem für diese Grossstadt merkwürdig provinziellen Theatersaal sehe ich hier einen Teil der Aufführung des Stückes „Die grosse Liebe“. Die .saubere . Aufführung findet begeisterte Aufnahme' bei dem ausverkauften Haus. Aber wieviel besser würden diese Künstler wirken können, wenn ihnen eine grössere Bühne, ein richtiges Theater zur Verfügung stünden. 'Doch geradbweil sie es nicht haben, gebührt dem Leiter des Kulturbundes, l)r. G o w a, dem Regisseur Dr. Hans B u x b a u m und allen Mitwirkenden doppelter Dank für das, was sie dort in zweijähriger Arbeit aufgebaut haben. Der schöne Tempel in der Oberstrasse, der 1051 von den Hamburger Architekten Ascher und Fried m a n n erbaut wurde, übt in seiner Klarheit der Flächen und Linien eine bezwingende Macht aus.. Er steht unter dem Motto: Aus der Enge ■ in die Weite. Welch Wort könnte sinnvoller sein in einer Stadt, die offen aller. Welt, Treffpunkt verschiedenster Kulturen im grossen wie im jüdischen Bezirk ge-, wesen ist, diesem Geist der Aufgeschlossenheit, der den Hamburger Juden und ihren* Kindern immer in der Welt ihren Platz sichern wird. HAMBURGER UNTERNEHMUNGEN Jüdischer Kulturbund Hamburg Wir spielen fUr Euch Im „jüdischen Kulturbund“ 5.-23. Dezember im Hause Neuerwall 59,hochptr. Chänukkah^Messe Handwerk / Kunsthandwerk I Malerei Graphik / Plastik / Bücher Die Ausstellung ist geöffnet: Montags bis Freitags 11-18 U. Dienstag, 15. Dezember Convenjgarten, Großer Saal, 20.] 5 Uhr pünktlich Chheukkah * Feier dts JüdUchon Kulturbundes Hamburg und Vereinigung der Makkabäer Erika Michelson (Milee) Hierauf-. Der Sieg Arnold Salomon HERRENKLEIDERFABRIK Hamburg 36, Caffamacherreltie 15 ALLE DRUCKSACHEN VON Hans Hartmann Hohe Bleichen5-7 Fernruf 354777 Schuhhaus Caspari Hamburg 13, Grindelallee 92 , , Ecke Grindelhof / Telef. 448110 Dr. Diehl, Hassia Sana, Ada-Ada •Max Wagenberg- Möbelfabrik iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitlii Wandsbek-Hamburg Neumann - Reichardt-Strasse 33. — Spez. lackierte Schlafzimmer < Salv Kleve Hausmakler seit 1879 Inh.: Siegfried Kleve Hamburg 36, Hohe Bleichen 20 Fernspr.: 35 04 01.02 Textilwaren A!sterdorfer-Mr. t u18 Betten - Gardinen C^lobcrt cJP. C^3erenJfolin Qatiint]} II {/^iiencall 40 36 29 J/husJiellung von Qhuheilen für Qtevbung u. c^ugabo bei flubtlämn u. (Jahres iocJIiIcL Oxalej^clcr aller J/Jri Jur C/ajcbe, <£Fijcl\QCanci. (j urclijch reibe-ofrnulare. (JJruc/cu. cJPafner. 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