Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 49 (3.12.1936)
- Date
- 1936-12-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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■1 / ' . ■ V' \ schule und eine Öberrealschule. 450 Jungen besuchen die .Volksschule, die Oberrealschule hat etwa 300 Schüler, unter ihnen einige Mädels, denn die Mädchen* schule der Deutsch - Israelitischen Gemeinde, die in der Karolinenstrasse und in der Johnsallee — in dem Gebäude, das irüher die Mädchenschule von Jakob Loew e n b e r gbeherbergt , hatte — untergebracht ist und unter Leitung von Direktor Dr. A. Jonas steht, hat nur Volks¬ und Realschülklassen, so dass die Mädchen, die. das Abitur machen wollen, auf die Talmud - Tora - Ober realschule übergehen müssen. Dafür hat die Mädchenschule seit dem vorigen Jahr ein neuntes Schuljahr kür „berufsausbildungsunreife" Mädchen und wird insgesamt von 700 Kindern besucht. Von „den jüdischen. Schulkindern Hamburgs gehen also vier Fünftel auf diese beiden jüdischen Schulen. Ein Rundgang durch das Haus der Talmüd-Tora- Schule, das erst 1906 errichtet ist, zeigt, wie die Anstalt ihren neuen Lebenszielen entsprechend ausgebaut wurde. Dann aber geht es -zürn Hafen. An den Landungsbrücken, wo kleine Schiffe auf der Elbe hin- und herflitzen und der massive Stahl hoher Krane sich wie Filigran im abendlichen Dunst abzeichnet, ein grosses, rotes Haus, dunkel gefärbt vom Russ unzähliger Schiffsschornsteine. Unten .im Eingang hängen Schiffsmodelle, der Paternoster fährt uns in ein oberes Stockwerk -zur Reederei der F a i r p 1 a y - Linie. Hier herrscht die echte Atmosphäre eines Reedereibetriebes. Schiffskarten an den Wänden, englische und deutsche 'Wirtschaftszeitungen auf den Tischen. Während der Blick aus dem Wartezimmer über die Elbe schweift, versteht man, weshalb die Hamburger so anders sind als die Binnenländer, was man im jüdischen Bezirk ebenso empfindet wie im nichtjüdischen: Blick in die Ferne und Grosszügigkeit, gehemmt durch eine stark konservative, .fast möchte man sagen: eigensinnige Geradlinigkeit — Wasserkante. Dann aber empfängt einen eine mittelgrosse Frau mit weissem Haar und lebendigen, schwarzen, jungen Augen, die Inhaberin dieses grossen Betriebes, Frau Bor cliiar dt. Und nachdem man wenige Sätze mit ihr, Gewechselt hat, ist man noch mehr umangen' von dieser Buddenbrockschen Das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde (Heine-Stift) zur Zeit der Einweihung. Farbiger Stich von Pi Jahr (Fot. Dr. Marg. Rosenberg) — Daneben: Der Neubau der Chirurgischen Abteilung des Israelitischen Krankenhauses Atmosphäre königlichen Kaüfinannstuins. Die Reederei betreibt neben Frachtschiffen Schlepp- und Bergungsdampfmy und Frau -Borchardt hat es sich seit 1933 zur Aufgabe gemacht, jüdische Jungens auf diesen Schiffen zur Schiffahrt auszubilden. Sie und Ingenieur Groddeck der selbst schon weit über ein Jahrzehnt zur See fährt, berichten von ihren Erfahrungen, Zwanzig junge Leute Sind immer gleichzeitig in Ausbildung. Acht davon-auf dfm Schiffen und zwölf.in befreundeten Betrieben, die zu verwandten Berufen gehören. In ihnen leinen dje jungen Menschen Schiffsziinmerniann oder Schiffßtischler, Schlosser, Schweisser oder Seiler, und Was so zur Schiffahrt gehört. Viele von ihnen kommen schon aus einem Handwerk, und alle müssen sportlich und körperlich gut vortrainiert sein. 1 ‘20 sind jetzt bereits ausgebildet. Sie alle mussten sich vorher verpflichten, nach der Ausbildung auszuwandern, und die auf den Schiffen beschäftigt werden, dürfen ledig-, lieh als Ueberzählige mitfaliren, das heisst sie dürfen keinen vorschriftsmäßigen Arbeitsplatz einnehmen. Diese Eleven für technische und nautische - Ausbildung -kommen aus allen Teilen Deutschlands. Zuerst kamen hauptsächlich Aeltere, die umscliichten wollten. Aber es hat sich doch gezeigt, dass die Menschen über 21 nicht mehr die seelische, geistige und körperliche Eignung besitzen,' um dieses ' völlig andersartige Lebe» an/.ufangen. Und die Erfahrungen mit den Jüngeren sind-nicht anders als mit '-.nichtjüdischen Jungens. Manche..müssen den Beruf nach kurzer Zeit wieder aufgehen, weil sie die Seekrankheit niemals überwinden' oder das, Abgetrenntsein von dem Lande nicht ertragen können. Aber die meisten haben sich ausgezeichnet eingeiebt, und manche haben es schon zum Maschiiienassistenteü' und Leichtmatrosen, einer hat es sogar sekem bis zum zweiten Ingenieur gebracht. ^EZsgetten ja bei der Schiffahrt internationale Vorschriften für die Ablegung der Prüfungen, und da all diese Prüfungen den Juden jetzt in Deutschland verschlossen sind, kann die Ausbildung, liier nur die ersten Stadien enthalten. Wenn sie auf der Stufenleiter der Kooiuannslauflmhu weitersteigen Wollen, müssen sie die Seemannsschule in England absolvieren. Ein früherer Postbeamter hat bereits ein Examen als Funker gemacht, .-und zwei andere sind in der Ausbildung jetzt wieder reif für Offiziersaspiranten. Mancher der jungen Menschen, die hier ausgebildet wurden, fuhren auf der „Tel-.Aviv“ öder fahren bei der Alid Navigation Company ' Ltd., -die ihren Sitz in Haifa hat, oder auf anderen ausländischen Schiffen. Obachon sich in der Welt augenblicklich allgemein ein Mangel an jungen Schiffsleuten bemerkbar macht, ist die .Möglichkeit der Unterbringung junger Menschen doch beschränkt, denn jedes '.Schiff kann nur wenige junge-'. Menschen in seiner Besatzung brauchen, die Mehrzahl muss immer aus allen, seetüchtigen, erfahrenen Matrosen bestehen. 'Diesen.Gesetzen wird sich.-auch die erst entstehende, palästinensische Schiffahrt beugen müssen, und deshalb, so sägt Ernu Porchardt, wird, wenn sich, auch der Laie manchmal darüber wundert, auf Jahre hinaus noch kein Schiff mit rein .jüdischer Bekiilzung fahren können. Hinter der ReeperbahiiMn Sankt Pauli liegt das I s r ä e I i I i s c Ir e K r a n kenhaus, als Heine-Stift im Volksmunde bekannt. In der Stiftungsiirkunde, ‘ die. in demschön modernisierten .Hingang des alten Hauses in der Eckernförder Strasse hängt, heisst es: „Das Krankenhaus der .'’ Deutsch-Israelitischen Gemeinde, der seidigen Krau Betty Heine /.uni Andenken erbaut von ihrem Gatten, ist ZU; ewigen Zeitenfür inicmlgeltlidie Pflege HAMBURGER UNTERNEHMUNGEN P für alte Reedereien durch Reisebüro M. Markel Hamburg1!,Glockengießerwall 16 Korrelpondenz*Abt. für auswärtige Aufträge 9 A.B.C. Allgemeine Bekleidungs - Centrale Alter Steinweg 1 HOCHPART ERR E Spezialhaus für Hamen- und Herren - Konfektion auf Kredit [ ,JCautfaau&9Coheiuft‘ 2CoAUa(UAaussee, tcke ZppeudacfemeQ 3 Texta Hamburgs grosse Textil-Etage M^nck«b«9»trtW 11 (Wappolthau») ARENDT DAS SONDERHAUS -MODERNER E. H. MOHR Gegründet 1866 — Ruf 343866 Jungferhstieg 40 Juwelen, Gold- und Silberwaren Uhren Bestecke Reparaturen GreOtiandelf.Koi^umwaren Parfümerien, ScMoladeif usw. uarirttigsttt nezuK«i|uclli>. ■ Man verlange Preisliste. Hangro“ Guggentieim * Co. 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Simon Bogopolsky Deutsche Israelitische Zeitung „Die Laubhütte" Das gesetzeitreuo jüdische Organ Bezug für 50 Pfg. monatlich \ . b e i m B r i e f t r ä g e r Verlagsadresse: Hamburg 13, Hallerstr.64