Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 48 (26.11.1936)
- Date
- 1936-11-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Alte und neue Lyrik Alfred Mombert: „Sfaira, der Alte.“ Mythos. Schocken-Verlag, Berlin. Wenn man diesen Dichter im Konzert lyrischer Musikanten zu kennzeichnen hätte, müßte man ihn einen Flötenspieler überirdischer. Verzückungen nennen. Seine Weisen sind nicht nur in ihrer hochgestimmten Hymnik, sondern auch in ihren thematischen Entrückungen zu Aetherhöhen meist Hohelieder. Momberts Licblingsworte:' .Gipfel- Adler, Gestirne deuten die Weite seiner-geistigen ' Schau an. diedurch die inbrunstvolle Sehnsucht des ewigen i Spähers zsim Jenseits auch seelisckie Tiefen 'gewinnt, daher religiös wirkt und nicht als besondere Flucht vor unserer Zeit und unserem Leid gedeutet werden darf, da der Dichter bereits seit drei Jahrzehnten in leidenschaftlichen Treueschwüren das All. wie ein Bräutigam seine Geliebte umwirbt und „unter Wolken über Wolken" schwebt. Er bedurfte daher kaum des Vorspruchs: „Ich gehöre den ewigen Wandel- Welten/ Der Planetenfreund -strahlt hier selbst zuweilen die magische Wirkung eines Gestirns aus und entzückt noch immer durch die unverminderte Leuchtkraft einer Sprache, die durch die.kristallklare Firnluft seiner geistigen Heimat von jeder künstlichen Umwölkung durch Phantasienebel bewahrt blieb. Ein lauteres Licht umspielt eine Fülle von Farben und Formen. Erstaunlich bleibt die seinen ergrauten Haaren spottende Begenterungsfähigkeit des Dichters: schwärmt doch Sfaira der Alte, hinter dessen Maske mün sofort die Wesenszüge Momberts ahnt hier wie ein -Jung, ling nicht nur von den zauberhaften Schönheiten der Ueberwelt. Ein besonderes Kennzeichen dieser Dichtung ist nämlich ihr Beginn mit der geistigen Rückkehr ihres Gestalters zur Stofflichkeit, der er einst als schüchterner Freier der Musen in dem Versreigen: „Tag und Nacht" gehuldigt hatte. Ssairas Entwicklungsweg von der Erde zum Aether ermöglicht dem Dichter den Beweis eigener Wandlungsfähigkeit: Mombert verjüngt sich seelisch, wenn er heimatliche Erinnerungen 'heraufbeschwört; der Sucher und Nachgestalter von Ewigkeitsstatuen in -schneebekränzten Gipfeln wird bei den Lobpreisungen süddeutscher Landschaften und des Liebeswandels von Radha Hares ein zärtlicher Idylliker und Maler: - lieber Bergwiese kommt Sfaira der Alte. Grüßt alle jüngsten Welt-Erblühten: ' Rispengräser, hier die Narzisse. blaue Glocke, Hyazinthe, den anhaftenden Goldkäfer, undFvas Schnecklein wankend unterm Haus, allsgeschlüpften Frühling-Sonne-Falter. . Auch in seinem Lieblingtraum von den „Himalaya-Höhen im ewigen Frühling" triumphiert der Dichter über den.Denker. Je weiter sich aber Mombert vom Sichtbaren zum Uebersinnlichen entfernt und sich mystischen Mächten hingibt,- desto mehr nähert sich die geistige Betrachtung der rein künstlerischen Anschauung. Ter Dichter wird zum eigenen Äesensdeuter: Sfaira.der Alte flüchtet zuletzt' zu seiner „Strahlen-Einsamkeit" und zu den „Reigentänzen seiner inneren Sonnen". Solche pEisierende Wendungen ohne überzeugende Bildkraft, Folgen einer gefährlichen Annäherung an Abstraktionen, vermögen jedoch nicht den hinreißenden Gesühlsschwung und das Lebenswerk einer faustischen Natur zu entwerten, die in' Aeonen heimisch bleibt. A. 8. Rudolf Alexander Schröder: Die Gedichte des Horaz. Fhaidon-Verlag» Wien. Ein kühler Beherrscher aller Verskünste, wird Rudolf Alexander S ch r ö d e r dem Verfasser der „are poetica“ gerecht, ein Humanist reinsten Wassers erkennt er ii^ Horaz den Prototyp de? italienischen galant’ uomo lind des englifct>en Gentleman. - Bezeichnend genug entsprach das geistige Bildnis des Mäcenas-Freundes in England schon früher der Neudeutung Schröders, der diese nicht nur' philologisch zu kommentieren, sondern als sprachgcwalti'ger Nachdichterdichterisch greifbar zu machen weiß. Er macht die scheinbar'kalten Quadern der°Latinität glühend und durchsichtig, so daß wir die Oden, Epoden und das Carmen saeculare des Dichters als „Bruchstücke einer großen Konfession" lesen können wie '.-ein.. go'e.thisches Gedicht, obgleich der Beziehungsreichtum vieler Gebilde in ‘ einem: kenntnisreichen und. wie die biographische Darstellung s Schröder?, suggestiven- Kommentar erhellt werl«n muß. Endlich wird eindringlich, daß es nichts mit denr tändelnden Charakter des Dichters ist: er lebte in einem augusteischen Zeitalter, aber er hat wachen Sinnes die Erschütterungen der Bürgerkriege miterlebt, die politische Reichsidee, die Auseinandersetzung zwischen Orient und Okzident und die kulturelle Begegnung von Hellas und Rom, ein Bauer des eultus (Boden) und ein Erbauer der abendländischen, aus vielen geistigen Schichten gebildeter Kultur. Vr. L. W. Hermann Hesse: Stunden im Garten. Bermann-Fischer-Verlag. Wien 1936. So wie du bist, darfst du dieses Buch nicht lesen: du isiußt den Alltag von dir abtun, Mußt Zeit haben' und still sein und bereit, nicht die Zweckmäßigkeit, sondern den tiefen . Sinn von Dingen und Geschehnissen — seien es die klein- , sten — gelten, zu lassen. Dann, wirst du dieses entzückende Buch lieben, seines eigenen männlich herben Zaubers wegen, du wirst diesen Garten ' lieben — „Hier ist bäurisches Land, >vo statt des Palastes des Stall steht, dessen östliche Wand, von Rose und Rebe bewachsen. auch eine köstliche Birne beschirmt, sie reift im Oktober" — und jedes Stück Garten, das du sahst oder sehen wirst, wird dir neu lebendig sein: und du wirst den still versonnenen Menschen lieben, der im Strohhut dort.im Garten hinter einem kleinen Feuer kauert: „und geh in'mir selber oftmals dabei meditierend dieselben sühnenden Schritte rückwärts vom Vielen ins eine, der Gottesbetrachtung ergeben". Erinnerung wird dir kommen, vielleicht an Hermann und Dorothea — und doch ist es natürlich ganz anders — und du wirst den Dichter bewundern, der den Mut und die Begnadung hat. in den: Lärm dieser Zeit eine solche Idylle hineinzu-' summen — ein wenig schwer manchmal in den Rhythmen der Hexameter, desto leichter und zarter in Gedanken und Schönheit. Das kleine Buch wird dir, auch seines Aussehens wegen, so lieb sein, daß du es ungern weglegen wirst. I Hilde Marx. Richard Flatter: Die Fähre. Herbert- Reichner-Verlag, Wien. Richard F kalter, der mjt einer Neubearbeitung von Shakespeares Dramen beschäftigt ist, gibt unter dem Titel „Die Fähre" eine in deutsche Verse übertragene, S a m m l u n g eng. l i s ch e r L Y r i k a u s s ü n f I a h r h u n d e r - t e n heraus (Herbert R e i ch n e r Verlag, Wien). Diese fünf Jahrhunderte umfassen etwa den Zeit» raum von l:)00 bis 1Ä>0 . . . also vvlksliedhaften Ausklang des Mittelalters, prächtig bunte, vielfällige und leidenschaftliche lyrische Musik des elisabethanischen Zeitalters und langhallenden Nachklang dieser Fanfare bis zu John Keats. Denn es ist Flatters Meinung,, daß die Zeit um 1600 Frühling. Blüte, Glanz und Gipfel von Dichtung und Musik des schnell zur Großmacht und Weltmacht gewachsenen England bedeutet und daß alles, was später kam. nachdem Cromwells harte Hand' dies unbesorgt-üppiae künstlerische Schwelgen zerdrückt hatte, nur Nachglanz jener großen Zeit in einzelnen, meist ganz jung gestorbenen' Dichtern war. In der universalistisch gebildeten, strotzenden Epoche Elisabeths und Shakespeares aber war Dichtung und Musik eins: alles Volk dichtete und sang, sang was Dichter in Verie-gebracht hatten, die wieder Ausdruck der Geiübledes Volkes waren. So wußte der Höfling wie der Mann in der Schenke zu dichten und zu singen: deshalb bietet diese Blütenlese aus - unendlich reichem Material gleicherweise Gedichte der Liebhaber der Königin wie der Konkurrenten Shakespeares.. da singt der Hofläutenist und Lehrer Elisabeths. Cam- Pion, eigene Torte, und von den Li'cbessvnetten . Spensers werden gleiclsi zwänzig dargeboten: Die meisten Gedichte dieses Büchleins: sind Sonette, und Flatter.- dessen Uebertrmmngcn sich ebenso durch Einfühlung wie durch Worlkuust auszeichnen, lvird in der llebersetzung dieser Sonette zu einem Meister der schwierigen Kunstform, der seinen englischen Vorbildern nichts nachgibt. . lip. Jüdische Kurzgeschichten Der Lyriker und Dramatiker Alfred Wolfenstein, der Nachdichter Rimbands. fBerlaines und Shelleys, hat. wohl zunächst als Brotarbeit, in dem Prag Franz Kafkas dreißig Geschichten geschrieben, die-der Verlag Julius K i t t l s Nachf., Mährisch-Lstrau und Leipzig. unter dem Titel „Die gefährlichen Engel" herausgebracht hat. Unter diesen Schöpfungen befindet sich leine einzige, die . ein jüdisches Thema behandelt, und doch sind es jüdische Kurzgeschichten, diese durch geschlissene Wvrtkunst zu Legenden überhöhten kostbaren Kleinkunstwerke. die mehr kvmprimiertcs Leben enthalten als. mancher dickbäuchige Roman. Es find „Hirngebilde". wie sie auch ln abt'räglichem Sinne jüdischem Schassen häufig nachgesagt^ werden: dem Autor, der sich erstmalig tn^kpischex" Form versucht, eignet jedoch die Fähigkeit. Geist mit Kristallen des Lebens zu 'umgeben ... das macht sie wertvoll und lesenswert: daß sie trotz, ihrem ausgesprochen gedanklichen Ursprung — auch ohne „tiefere Bedeutung" — bunte, spannende Lebensbilder aus unserer Zeit sind. Jüdisch im positiven Sinne sind die Schöpfungen wegen der ethischen Lebeusdeutung. aus der diele Kunstform gewachsen ist: hat konzentriertester Geist diese Bitder unserer Zeit ausgenommen, so ist er zugleich die Aeußerung eines jüdischen Fabuliertalents und eines nnverkümmerteu theologischen Impulses: die „gefährlichen", richtiger: gefährdeten und verhinderten „Engel" sind die Menschen, die das moderne Leben in vielfältige Konflikte bringt, die für jeden anders zu lösen sind. Die Dialoge des Talmud suchten in einer gebundenen Welt für das fordernde Leben die einzige LösiMg gemäß dem jüdischen Gesetz, der späte Nachfahr^Dieser Weisen ist ihnen durch die Art vergleichbar, wie er Aphorismen mit Lebenumgibt. und durch .die Psaradoxie seiner Parabeln. Auch er gibt Nechtsfälle über die Anwendung des Sittcngesetzes — aber^in einer ungebundenen Welt und nur noch autzrAhNungen seiner Religion des Lebens und der Gemeinschaft. Da»verbindet der Gefängnisarzt den Fassaden, , kletterer so. daß er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann — woraufhin der Entlassene bei dem ärztlichen Uebeltäter durch die Tür cinbricht. wieder das Knie verletzt,-aber vom Kollegen des Gefängnisarztes richtig verbunden wird. Lder ei» Wachmann verfolgt einen Einbrecher über die Dächer, der Einbrecher bewahrt ihn vor dem tödlick-en Einsturz in einen Schacht, und der Wachmannmöchte ihn für diesen Edelmut gern lausen Sv prägt Wolfcnstein seine „Entscheidungen" im Bilde Dr. Lutz Weltmann. Gedicht „Pflügerlied". Die Prosa dieses uns heute fernen, den meisten kaum dem Namen nach bekannten Erzählers zeigt seine innige Verbundenheit mit jüdischem Brauchtum, ein ergreifend reines Bemühen, den einfachen jüdischen Menschen seiner Heimat ein literarisches Denkmal zu setzen, "ste in ihrer Beziehung zueinander und zu der. Umwelt zu zeigen und mit'einem milden, sanftüberlegenen Lächeln darzutun, in ivxlcher Lebensfülle und Vielfalt von Erlebnissen und' Erscheinungen diese Menschen des Gettos, die er schildert, sich bewegen, wie ihnen ihr Lebensraum nicht Bedrängung und Beengung bedeutet, sondern kraft tiefer Und ungebrochener in der Tradition religiöser Bindung wurzelnder Gläubigkeit in alle Höhen und Tiefen reichende, in alle Bezirke nüchtern-realen Existenzkampfes und zugleich beseligender innerer Erhebung führende Welt. H. B—n. Begegnungen mit jüdischen Gelehrten Friedrich Eckstein: Alte unnennbare Tage! Herbert Reichner Verlag, Wien Ein über siebzigjähriger Wiener, von echter Kultur und vielseitigem Wissen, der im vertrauten Verkehr mit zahlreichen schaffenden Gelehrten. Künstlern, besonders Musikern, der letzten' fünfzig Jahre gestanden hat, schreibt als vorzüglicher Plauderer'seintz Erinnerungen. Was schöpferisch in einem Menschen, das kommt früher oder später ans Tageslicht. Tiefer Friedrich Eckstein hat viel undintensiv erlebt, und .wenngleich von Haufe Chemiker und Ingenieur, --d^ch^LlL,Künstler alles in sich ausgenommen; jetzt am Ziel seiner Wanderung formt er die „in alter Pracht" aussteigenden Tage, formt er sein Leben selbst zum Kunstwerk. -Auf jeder Seite des Büches spürt man die Erzählerfreude des Verfassers, dessen Leben sonst der nicht geringe Ehrentitel Freund alles Echten und Großen und vor allem auch Freund aller Großen und Genies geblieben wäre, und der jetzt jelbtz als W-ijdex fees Biographie ins Reich der schaffenden Künstler eingezogen ist. Dabei hat seine sctMrmante. aber bescheidene Natur'eine neue originelle Form der -Selbstschilderung gefunden, die ganz der Spiegel seines Charakters ist. - Er erzählt die Entwicklung seiner universell gerichteten Natur — er ist interessierter Sportsmänn. Naturwissenschaftler, Philosoph, Sprachforsck)er, Mathematiker und ausübender und lheoretisctier Musiker —, in Begegnungen und im gleichgestimmten Verkehr mit den bedeutenden Männern a»F diesen Gebieten. In der Hauptsache gibt er meisterlich auscl)auliche Biographien, z. B. von Lorenz v. Stein, dem Soziologen, von Oskar Simony. dem Mathematiker, von Christian v. Ehrenscls, dem Dichter und Philosophen, vor allem von Hugo Wolf, der bei ihm häutig wohnte und ihm seine Kompositionen zuerst vorspielte; und am ausführlichsten von Anton Bruckner, dessen Schüler in der Musik er war und zugleich sein Freund, und Sekretär. Am ergreifendsten und hier von besonderem Interesse ist die biographische Skizze, die Eckstein dem Andenken Zeines . Lreundes. Tr. S e l i g - m crn n H e l l e r widmet. Er besucht Heller häusig in seiner armseligen Wohnung mit der eisernen Hinterhausstiege, der Küche, deren nie geheizter Eisenherd der Auftürmung bestaubter Bücher dienen. Und doch hat hier ein Gelehrter, ein Dichter und vor allem ein großer Mensch'gearbeitet und geschaffen, der in den Kulturen der Welt lebte, viele Sprachen kannte und ihr Schrifttum bereicherte. Heller stammt aus Raudnitz in Nordböhmen, war Lehrer an höheren Lehranstalten Prags und Wiens, Redakteur und hochgeachteter Schriftsteller, der u. a. als dramaturgische Autorität von dem berühmten Direktor des Wiener. Burgtheaters, Franz v. Dingelstedt.-ausgesucht wurde, mm nach feiner neuen Bearbeitung der Shakespeareichen Königsdramen sich mit ihm darüber zu besprechen; bevor er sie auf die Bühne brachte. Am treffendsten und knappsten charakterisiert man die gediegene und produktive Lebensarbeit Hellers durch einige, Sätze Ecksteins, der sich wieder für feine Charakteristik auf erste sachkundige Gewährsleute bezieht. ^geltes KfiK «bex qigt mg ein fleacuet KeM» der klassischen Literaturen der.christlichen Theologie und der philosophischen Schriftsteller aller Zeiten, sondern auch einer der prvfiindesten Kenner der hebräischen Sprache und ihrer Meister, und eineseiner Dichtungen, fein umfangreiches Terzineu-Epos- ^.Ahasverus". welck-es in tiefsinniger Darstellung - die Wanderungen des Ewigen Juden durch die Geschichte ' der Nienschheit zum Gegenstände hatte, zeugt, abgesehen von seinen hohen dichterischen Qualitäten, auch von Hellers gewaltigen Einblicken ebenso in die Welt des Hebräischen, une in die der Kirche." Kein geringerer als Friedrich Rückerbchat - dieses Werk Hellers und dessen große Kühnheiten ohne Borbehalt bewundert. In einem Brief an Heller vom 12. August 1865 spricht Rückert von dem „so großartigen, im höchsten, kühnsten und strengsten Stil änfgebauten Kunstwerk „Ahasverus". , ■ Die unvergleichlich tiefen Studien Hellers über die hebräiick)e.Mystik und Poesie des frühen Niittelalters haben ihn auch in,ein engeres Verhältnis zu dem viel jüngeren Hebräi'ten 'Professor Tav i d'K a u f man n gebracht, der dann auch nach Hellers Tode die Herausgabe und die Drucklegung von dessen meisterhaften deutschen Kebersetzungeu jener hebräisckien Dichtungen besorgt hat. In seiner Vorrede zu Hellers Buch über „Die echten hebräischen Nlelodien". welches im Jahre 1898 bei Mayer in Trier erschienen .ist, schreibt David Kaufmann: „Nur ein aus den reichsten Quellen lphilosophisü)en Denken und mystischer Poesie) genährter Geist konnte eine Nachdichtung aus diesen hebräi'chen Vorlagen Heraufzaubern, die an die besten Inspirationen des Angelus Silesius er- Das Eriynerungsbuch/ Friedrich Ecksteins?esielt aus.allen Seiten nichLchloß durch die lebendigen undgedankenreichen Biographien aus intimem Freundeskreis, sonde^auch durch die Fülle von Begegnungen mit Zeitgenossen wie Liszt, llllagner, Chopin. Mahler. Humperdinck. Bahr. Ho'mannsthal: in fernen Erdteilen mit Edinfon. Marc Twain u. a. So erweitert sich die Biographie dieses Kämpfers um innere Vollendung zu einer Kulturgeschichte Oesterreichs. J Vt, Heviberg. heisst unser neues Jugendbuch« Ei bringt Die schönsteh Geschichten, Spiele und Rötsei aus dem Kinderblatt derC.-V.-Zeitung 40 Seiten, reich illustriert, etwa 1.30 M« Zu b«zi«hen durch d«n Buchhand«I und durch Philo Verlag und Buchhandlung 6. m. b. H. BflrllnWl5.Parlserstr.44 Po.uch.ckkontoB.riin 83512 -> Vom Handwerk Ei» Bogen, sechzehn Seilen weißes Bütterv ^Papier, auf ihnen acht Seiten Text in klarer Fraktur („Weiß-Golhisch"). davon hundert Exemplare gedruckt -das ist die neueste Gabe des Herbert Mcichner.Verlags (Alle». Leipzig. Zürich) an die Freunde des schöne» B»cl>es. Der Jnlialt fd>ei»tbei einem solchen Druckunwichtig: wenn.er sich - aber dem äslhelisel>en Vergnüge», das man allein lvim Blättern empfinden kann, in Form und Inhalt so gut einfügt wie hier, so t>creiten auch nur sechzehn Seiten viel stille Freude. Es handelt-sich um einen Aufsatz von Henri Pvurrat, der zuerst I'.i-i:! in der Zeitschrift „I.'IIIustratioii“ ersdiie» und der vonden allen Papiermühle» der Auvergne berichtet.- Drei Mitstreiter des sechsten Krenzzuges. den Ludwig der Heilige -um I•->.'><) unternahm, sollen »ach der Rückkehr aus der Gefangenschast. ivo sie das-Päpiermackpmerlernt halten, ans dem Hochland der Auvergne die ersten Papiermühlen Frankreichs erxichlet halren. Zivei dieser Fabriken stehen »och heule in der Nähe von-ll'lnibert.' In der einen werden l>ente Rosenkränze hergeslellt. in der anderen aber lvird noch' Papier mit der Hand geschöpft.- Das Gefälle der Dvre dreht das BLJjerrad. die Stauipshämmer. aus dem HolL des heimischen Bhildes gefertigt, dröhnen im Takt in den Geivölben. ans hohen Böden hängen die Bogen znm Trocknen. Fc'rdi» »and Roches heißt der Ni'an.n. der alles daran gesetzt hat. um vier dieser alten Mühlen da zu erhalten, >vv sie vor nahezu 701 > Jahren entstanden. Die Männer, die dort arl>c'ilen. haben das Wissen von Geiierationen. ihr Handwerk'und il,re Handfertigkeit schöpft aus dem Brunnen der Eriahrüng, ihre Fabriken stehen ininitte» der Landscl>ast. am Fluß, wo der Eien rankt »ud-ans den HöhZn des Plateaus die Kegel längst verloscl^en^r Vulkane ihre bizarren Nadeln znm Himmel heben. Or. Die Jüdische Buch-Verciniguna bringt als nächste Veröffentlichung für ihre V!itglied,er einen Band Erzählungen von Jakob Picard, die unter dem Titel „Der Gezeichnete" erscheinen. Vor einem Rembrandt Ausschnitt aus einem Brief ... ich bin in einer besnchexxichigkil Bnrinittngsstuiide in einem recht begnemen Lederstulll in einem Rembrniidt-Rnnkn des Kaiser- Friedrich-Ptnseums zu finden und beiilühe mich nach Kräften.- meine gesamte Umgebung zu ignvrieren, nnsgenommen. Rembrnndts Bilder und den Loniienset,eiii. der herbstlich schön uns des alten Meisters Werken noch mehr schafft, als sie schvn bedeuten. Ich bin allein, und der Raum scksliesit mit feinen Mauern das übrige Stück ilüelt aus. nnb ich bin dach nicht allein, denn die Mauern tveiclien zurück, als wären sie. nie gewesen, und die Welt, liegt vor mir. ‘ Ich .weiß, >nch habe ebeneine saubere Stlmde gehabt, ivie sie nicht alle Tage da ist. Gewiß^ dies bleibtUnwichtig, sehr unwichtig, ob ein getvisser Mvratz recht glücklich sich get fühlt hat. ohne allen anderen Grund, als den, Zwiesprache mit' sich und den lebendigen Seelen derer gehalten zu haben, die vor vielen hundert Jahren die. vvr ihm hängenden Bilder schufen. Bilder, die in den lvenigen Stunden ihres-Entstehens sv sehr die Seele ihres Beriertigers in sich aufgenvmmen haben, daß sie alle die Jahrhunderte, dich sie danach vor den/^ Augen der übrigen Bien scheu gehangen haben, daß sie Zeit ihres Bestehens diese Seele auf' ihre'spätesten Betrachter ausströmen können. Alle Ihre Bücher——_ Buchhandlung am Zoo Fritz Ring - Charlotfenburg, Joadilmtlhaler Str. 49-44 Mitglied der lOdlschen Gemeinde Telefon: BSunorckMOt ZuKndung nach allen StadtkSia