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Central-Verein-Zeitung · 1936-11-19 · 47 (19.11.1936) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
47 (19.11.1936)
Date
1936-11-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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A man auf den Teig, radelt entweder Streiten, die "man kreuzweise auf die/-speise legt.,odcr man legt * ein ganzes Blatt darauf.' sie wird .im Ofen-zu schöner brauner Farbe gebacken! .Aber auch eine -)i e i * s p c i i.c wird Beifall er-, ringen.- Blau, quillt gnlen Reis in Plilch oder Wasser aus, fugt Rosinen, Zucker, Eidotter. geriebene Mandeln, lleiiige'chnittencn Zitronat hinzu, -etwas Vanille, den Eiersthnce und läßt. in-. ausgestrichener Form backen!. -* '; - . llnö. nun , frohes - Ehaniikkafcst,. 'ver'geßt.' die Sorgen und seid fröhlich, das ist für die Hausfrau - dev schönste kotpr ihrer Muhe. . . Blick auf die Arbeit der Frauen in der Welt Jeanette Wohl Eine Frau war die Ursache des „'Ehrenhandels", den Heinrich, Heine..am 7. sepleinber V41 ansge- - tragen hat, eine Frau Jeanette Straus;, die einstige. _ geschiedene Biadaine Wahl, die als die ursprüngliche Empfängerin von Ludwig Börnes berühmten /..Briefen aus Paris", als Börnes Freundin bekannt -war. Auch ngch als Frau Straus; und lange nach dem Tod des Freundes hülete sie BörneS Andenken und Ehre. Als Heine sein Totengcricht über Börne Ein - Eesetzentwnrf zur Neuregelung der Frauen, und Kinderarbeit in P alästina erhöht das Mindest-Znlasiiiügsalter für die Arbeit in gewerblichen. Betrieben van t. aut Fahre und begrenzt die tägliche Arbeitszeit für lluiber in- Betrieben aller Art auf sieben statt bisher acht — Stunden. Eine mindestens ein« stiindige Ruhepause ist nael, vierstündiger niinnterbrvchener Arbeit für .«Vider emzulegeii. Anßer- . dem haben'Frauen und' Kinder das Recht - auf einen Ruhetag in der Woche. . Fiir weibliche erwerbslose. Jugendliche ist in 21 Staaten von USA H a n s h a l t n n g s n n -' t e r r i ch.t eingeführt worden. Er nntt'aßt Kurse; für Haushaltarbeit, Kinderpflege. Kochen und Ser- ' vieren. Ein Betrag von einer" halben - Million Dollars ist für die Durchführung dieser Kurse bcreitgestellt-worden. Auf der letzten K e n e r a l v e r. s a m m l n n g des internationalen Franenbiin- - des in R a g n f a wurde lieben den fünfzehn bereits vorhandenen Ausschüssen ein solcher für Wohisnngswesen und ein weiterer für Hauswirtschaft neu eingesetzt. Den Inter n a t i o n a l e n I u r i st i n n e.tt - kvngre.ß, der vor kurzem «in Wien tagte, be« scliäftigten vor allem drei Probleme: die zweckmäßige Gestaltung des -t^üterrcchtes im allgemeinen, die Frage der gesetzlichen Regelung des ehelichen Güterrechts bei verschiedener Staatszugehörigkeit der Ehegatten und die Rechte des unehelichen Kindes. . Das letztere Problem wurde dem nächsten Kongreß zur ernenten Behandlung zugewiesen. Eine internationale Statistik der Angestellten,- welche die Revue iiiternatio- - nale du Bravail bringt, stellt den sehr unterschiedlichen Anteil der Frauen rinter den Angestellten in den einzelnem Ländern fest. Dieser steigt von 16,7 Prozent in Bulgarien über 25,3 Prozent in Italien bis zu 35,3. Prozent in Frankreich und der Schweiz .und 38 Prozent' iii Norwegen. In Deutschland betrug im Jahre 1933 der Anteil der Franen unter den Angestellten 30.8 -Prozent. In' der Rachkriegszeit hat sich die Entwicklung etwas verlangsamt.. ' ■■■..- ■ In einem Artikel der M ü n ch n e r ' me d i» z i n :. s ch e n W o ch e n s ch r i s t, der sich mit dem -Problein der. W o h nn n g-s sn rs orA.e^befchäf-- tigt, wird berichtet, das; in den großen/Wohnblocks der en gl i scheu Bauvereine die Miete allmonatlich durch, eigens in'der Wohnungspslege aiisgelnldete . .-Frauen 'eingezogen. ivird. Tiefe Franen suchen bei ihren regelmäßigen Hausbesuchen mit den.'Bewohnern in nähere Fühlung zu kommen und so indirekt aber doch recht wirksam Wvhnungsfürsorge zu treiben. Unter , der Leitung von Mädame T h i b e r t; unternimmt das internationale Arbeitsamt augenblicklich eine Nntersuchling über die weibliche A r b e i t s l o s i gk.e i t. Tiefe wird im Hinblick auf die Frage des gleichen Arbeitsrechtes von Mann und Frau bearbeitet, welche von der letzten . Völkerbündsversaminlnng erörtert worden war. Insbesondere ivird nuch das Problem der Aus-. Wirkung der Gesamtwirtschaftslage auf die erwerbstätige Frau unter Berücksichtigung der ihnen gezahlten Löhne in den Kreis der Untersuchung mit cinbezogen. . * Das Thema: „Ist die Frau des po litt scheu Lebens' m ü d e?" behandelte eine öffentliche Bersämmlung, die als Auftakt für eine Aktion der. dänischen Frauen zur Intensivierung des Fraueninteresses am politischen Lebenin Kopenhagen stattfand. Etn beratender politi scher Frauenausschuß wurde ge» 'A riih.ii et, der sich die Zusammenarbeit mit den .politischen Parteien und mit den Frauenverbänden zur Aufgabe gemacht hat. '»..8t. Rosch Haschana im Urwald 11. Herbert Sonnenfeld gehalten hatte, hetzte sie ihren Mann gehen Heine auf. uyd das Duell war die Folge. Daß ihr Heine danach eine Ehrenerklärung gab. genügte ihr nicht. Sie verösfentliciie immer neue Privatbriese Börnes an sie, in denen die erstaunlichsten Urteile, über' Herne zu lesen waren. Schließlich glaubte Heine hinter allen journalistischen Angriffen gegen ihn. die rächende „Gestatt des beleidigten Weibes zuerkennen." Auch wem Heine'noch trotz seiner Schrift über den toten Borne unendlich ssimpathischer bleibt als dieser, wird für Biadame Wohls treue, bis zum Haß treue'-. Freundschaft noch Ehrfurcht haben. Sie war Zeitlebens Börnes Freundin „in des Wortes. platonischer Bedeutung",, sie reiste mit ihm, sie machten gemeinschaftliche Kasse, sie pflegte den Kranken, sie trieb ihn zur Arbeit, sie war-nicht bloß die erste Adreisatin, sondern die eigentlich Benin- .lasserin der Briese, die ihn berühmt machten, sie . war die bevorzugte und gesclseite Kritikerin seiner Schriften und seines Verhaltens. Man hat diese Beziehung dumm und gemein verunglimpft: uns ist sie heute zu serii, um sie nun noch pspchblogisch oder pshchoptithisch oder phpstologisch ansznhellen. Uns genügt, daß der sterbende Börne ihr mit.dankendem B tick sagte:, „sie haben, mir . viel Freude gemacht!" . Und das gewiß nicht mir als barinherzige Schwester und indem sie ihren Ruf ans? Spiel setzte, sondern eben als eine wirkliche, geistige Schwester. ' . Als. an einer Schwester hing Börne an ihr. er war sehr abhängig von ihrem, ernsten, sausten Wohlwollen. „Als ich ilun bemerkte", erzählt Heine s o ll-iich-dod) dein ewigen-ku r der^FinimLeivald— zen Hundetrnbstil abgewöhnen, er solle-'dvch nicht immer Briese schreiben, er solle' dcxh selbständig ' etwas schassen, so erusiderte er mir regelinäßig: .Ich müßte es doch iminer in Briefen an Madame Wohl schreiben!' „Dies Wort, besonders, in Heines Wiedergabe, ist rührend iind leiinzeichnel die Frau und ihren Freund, llnd es äiidert auch-nichts-an diesem Bilde, daß Börne eiierstichtig aiii Heine ist, über den er Mädaiue Wohl.iiickit vluie ..eine kleine Tücke" schreibt, zumal 'Heiiie „ein l,üb>cher Aleusch ist und eins von de» Kestäitern tiat. »sie sie deii Weibern gefallen.'' -Um diele- Feil erliiudigl sich Heine noch nach Jeanettes Beiiiidcn uiid sagt: ..Sie wären eine sehr liebe Frau." Bald'aber ivird es ' - peinlick. Jeanette ist i» Paris, umn köiniyt znsammen. und. „>'o uubei.iugeii uch"/Worne geigte/ io .-.nahm er es doch übel, wenn Bladame - Wohl von Hei'ne angeredet, dieiein uiäg den üliickeii kehrte". Börnes bis zur Prüderie geiriebeiie SiMichleit sieht'Heine als Schuft -und irivoleu Zhiriker. Erst.- ' nach seinem-Sode, aus' Srene..alio. Fiberuimuit BRadame-Wohl seine Bceiuuiig ganz"und gar. Bor-, her ist sie nicl-.t iit alleiii mit Borne einverstanden. . zum Beispiel, was sie besonders elirt. niält. mit Börnes Stellung. zU 'Juden Und .Indenknm. 'Rach Börne-Z Ausfällen.'ist' sie ..ernanut. daß, die Juden nicht äusgebräcl'.t 'gegen, sie s>ud". Sie hat eiueu . prachtvoll seilen-Ton geaeu ihn: ..Bon mir muß ich nur iaaeu. daß ünr die S.ubeu über die Iiiden sehr mrßsatleii-haben. Es iit dies eine unedle, geschmacklose Svr.-che. die man uic!'-' an - Ihnen gewöhnt ist iind die mcl;t für S»' paßt.- Sie müssen mir ki'iiistig. iii'alleiii 'olge.n. da ich doch Immer recht habe.". iV». Kolonie Roland, Brasilien, im Septerilber 1V36. Es gilt, eine neue Form des Feierns jüdischer Feste zu finden, wenn alle Borbedinglmgen für die hergebrachte Fvrnr fehlen. Bis ziir nächsten Shnagvge sind viele hnndert Kilometer, ebenso weit wahrscheinlich bis znm nächsten Rabbiner. Die Gebetbücher liegeii am Gruiide der Bücherkiste, die wir noch liicht anspacken konnten, llnd selbst ein festliches Abendbrot zri richten, hat hier im Urwald seine Schwierigkeiten. And doch fänden wir uns Rosch Haschana bei Sonuennntergnng in unserem Eßraum in scier- . täglicher Stimmung zusammen!,. Die- Kerzen inden Leuchtern brannteisi Klaus hatte mit Beil und Bllfchmesfer Blumen vom Rande des Waldes erkämpft, die nun unseren Tisch schmückten. Zwei Freunde hatten sich zu-uns Sechs gesellt, beide, der jüdische und der christliche, ergrifsen.von der seltsamen Feierlichkeit der Stunde. Wir aßen unser Festtagsessen, das ans deutschem Konservenspargel, Eier, Brot und Käse bestand, und das Psirsichkompott ans importierten Beständen beschloß.' 'Aber selbst unsere drei Kinder' stürzten sich nicht mit dem üblichen Freudengebrüll ans das Essen: auch sie waren irgendwie betroffen. Es lag soviel Heimweh und ganz starkes Gefühl von Erinnerung über uns, dem wir uns alle willig Hingaben. -- Ich sagte dann: Die Juden sind über die ganze Welt verstreut. — aber wohin Ihr auch kommt, in allen Tempeln und Shnagogen finden sich.am heutigen Abend die Juden zusnmmeu, «in auf altgewohnte .Weile das Reujahrsfest feierlich zu be- ' gehen, lind überall auf der Welt wird es auf gleiche Weise gefeiert, die alten hebräischen Gesänge ertönen und die Inden fühlen, daß sie alle ein festes Band verbindet — wo sie auch sein mögen. Wir sind nun hier, im Urwald: Alle, die Nvir herzlich lieben und die wir nun mit ganzer Kraft in unser Gebet einschließen, sind so weit. Wir müssen das Fest ans unsere Art feiern, ohne Tempel, ohne Rabbiner, aber wir feiern es auch . so gls gute Inden, voll tiefen Glaubens und voll Treue. Heute denken wir, mehr noch als sogst, all dessen, was uns das letzte- Jahr gebracht hat. Welche ungeheuren Erlebnisse innerer und äußerer- Art: wir haben unsere alte Heimat verloren, das Land, das uns und imseren Vätern Heimat war. Wir verließen Freunde und Derwändte, trennten uns von allem, was uns lieb und vertrant war. Das Jahr war schwer wie kaum eines, aber wir danken Gott auch dafür. Wir Menschen ivissen nicht, was zu nnserm Guten ist. „Herr, schicke, was Du willst, ein Liebes oder Leides, ich - bin vergnügt, daß beides-ans Deinen Händen quillt. Wolltest mit Leiden imd wolltest mit Freuden uns nicht überschütten, doch in der Mitte liegt ' holdes Bescheiden." —Run beginnt für uns Jud^n .ein neues Jahr. Wir beten ganz inbrünstig, lieber Gott, erhalte alle, die wir lieb-haben, gesund; verschone sie vor Kummer und Sorgen und gib ihnen . Kraft, das zu tragen, was du ihnen auferlegst. Und gib uns allen die wahre jüdische Frömmigkeit. zu wissen, daß alles von Dir -kommt und in allem Deinen Willen zu seheii, was tza auch, ge» sästhen möge. Und gib uns Festigkeit, an Deinen heiligen Weinten zu glauben — nun und für alle Zeiten. Tann sprachen die-Kinder das Schma- - Gebet. Käthe Kaphan. Innerhalb einer abgelegenen Provinz des Kaiser« -reichs erlebte. Wir erfahren wenig von ihren per^ sönlichen Gefühlen, wie,dieA das oberste japanische Gebot fordert,, um so mehr aber von der subtilen, orthodoxen Kultur jenes eigentlich im Jahre 1868 zu Ende gegangenen SamnränIäpans, in dem es keine persönlichen Probleme und Konflikte gab, da das ganze menschliche Dasein, ähnlich^sem des I Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen I. BLUMENFELD, NOrnbers, Adlerstrasse 36 I orthodoxen Judentums, in jeder.Einzelheit, - voir der Geburt bis-zum Tode, durch religiös-nationale Borschriften geregelt ivar. Das an Tatsachen und . Stimmungenreiche Buch bereichert den Leser durch - den Anblick dieser geschlossenen Kultur und eines - Ptenschen,- der infolge der Erziehung durch jene Kultur gefeit ist gegen alle Anfechtungen, der Welt. Dies ist die letzte Wßisheit dieses zarten. und festen Herzens: „Sie lernte, daß die Herzen auf beiden Seiten der Erde dieselben sind: aber das ist ein-Geheimnis, das den Völkern des Ostens ebenso verborgen ist wie den Völkern des Westens." / : K. P. , Ergo bibamus Für und wider die humanistische Bildung ist in'den letzten Jahrzehnten viel geschrieben worden, doch soll in dieser kleinen Anekdote beileibe nicht zu dem Streite Stellung genommen, sondern nur überliefert werden, was in einer Literaturvorlesung passieren kann, wenn niemand des Lateinischen mächtig ist: In London war's, in einer Bildungsanstält, die der deutschen Bolkshochschule ähnelt. Ich nahm ' vorein paar Jahren an einem, recht guten Grammatikknrs für Ausländer teil, ließ mich über urzeitliche Funde in Europa unterrichten und besuchte gewissenhaft die französische Konservativn. ohne allerdings je restlos zu Ilären, ob der nette, . alte Herr, der aus'„TemPs" und „Figaro" unendlich schnell Tagespolitik vdrlas,.uns eigentlich denOriginältext vorsetzte oder am Ende gleich eine Uebersetzung in seine englische Muttersprache gab. Die ganze Woche aber freute ich mich uns den Mittwochvormittag: auf die Literatnrvorlesnng bei einer reizenden Lehrerin, die nur den Fehler hatte — trotzihres blutarmen Aussehens —, solche innere Hitze zn haben, daß sie sich veranlaßt fühlte, außer der in Great-Britain nun einmal unumgänglichen Lnftklappe die drei großen Fenster des Klassenzimmers sperrangelweit anfznreißen — auch bei 10 Grad Külte oder „poasoup", dem fenchten gelben Nebel. — Sie trug sehr anregend vor und gab ausführliche Leseproben und,, was das Netteste'war, die Hörer durften Fragen stellen und frei ihre Meinung äußern. Bon diesem Recht machten einige Hörerinnen den ansgiebigsten Gebrauch. Mir siel dabei auf, daß als Nlaßstab für ' jegliche Dichtung stets die Gegenlvart genommen wurde. D e r,^ Autor war der beste, dessen sittliche Anschauungen'der heutigen Auffassung bürgerlicher Moral am nächsten kamen. Erbarmungslos wurde der Stab übereinen bekannten Dichter des 18. Jahr- . ,Hunderts gebrochen, der, obwohl verheiratet, seine Familie völlig vernachlässigte. Ihn von einem literatnrhistorischen Standpunkt ' aus überhaupt mumMiuiiiimimumiiMmiMiiniiniiinmiiiitiiiiiMHimii Herbst Von Anita Goldberg Nun ist es Herbst — ° ° Die braunen Blätter schweben, Oie Blumen senken müde ihr Gesicht, Ein Ritardando gebt durch alles Leben, Als war* es schon; dem Tod sich hinzugeben, Auf kurzem Weg von Finsternis zu Licht. Die richtige ll'uhl »t's. du macht. Ju Jcm Geschenk seinen ll\-t :\r!e:ht. Sie sind aufmerksam. Sie tragen, iihei legen ... und linden den guten Gedanken im .-Inzeigenieil der_ C.-L'.- Zcilung. Frauen im Fernen Osten Pearl S. Buck: „The Exile.“ Methuen & Co. - INO. . Biele Minimum Meüsclieu leben heute im Exil, und "zu allen Zeiten sind einzelne freiwillig ins Eril gegangen. Diesem aNgemein menschlicheil Los unter uns fremden und fernen Formen zu begegnen, iit wichtig für uns. deren Bergangenbeit und Gegemvart erfüllt ist vom Leid des Erils. Wie Naben die anderen isir Eril bestanden ( llnd Bevbachtung und Ersabrung — nicht , nur Literalnr — gebenimmer wieder die Antwort. daß nnier Schicksal im Eril iveienttsich bestimmt ist ' durch die Frauen. So stellt auch Pearl - S„ Bn ck s letztes Buch -..'Nie Exile“ ein Franenleben in den Riittelpiinkt des Erils. In dieier BiegrapNie sin der übrigens von Inden und Indenlnni nirgends die Rede ist! bildet Esiina nur den Hintergrund.. Die Dichterin, die als Tochter eines Pkiisionars inniger mit Ebina vertrant -ist als irgendein westlicher Schriftsteller, gibt die Ge'chichte ihrer amerikanischen Mutter und ihrer eigeucn Kindheit in Ehina. Ein jimges Blädäieii opiert die Wärme ihrer sinnlickM iebönbeilsliebenden Ratur ihrem puritaiiischcn Gllmben und iolgt cincin jiingcn sanativ scheu' Mnsionar .nacii,Ehina. Er bleibt ihr als Mann mnch^Rii-er von n-ebeu-Erivrrn^erttebö.ps fremd und si'-rn. Wie sie dort ihr Lebeii anibalit. wie sie vergeblich inmitten von Smichen lind Elend um. das Leben dreier ihrer Kinder kämpft.- wie. sie den Ueberlebenden als nneriNndtiche Pilitter eiil amerikaili'ches -Hans bereitet, einen amcrikan'ischeil Garten hegt und amerikanische Sehnnickit ' weckt, in -der 'rem-deil östlichen Welt, das ist in epischer Schlichtheit an Hand kleinster Ereignisse dargestellt in einer Innigkeit, wie sie 'nur die Erinnerung an die erlebnisreiche. Kindheit, der Dichterin diktieren konnte. Tie menschliche Lcistung der Piissionare/ die oft gegenüber ihren -linguistischen und medizinischen Verdiensten über- , sehen wird, gewinnt- Gestalt inTiieser lebendigen Frau, .die aber vor allem auch leidend und kämpsend eine Frau des Exils ist. lieber das. Iildividnelle hinaus bleibt das Exil allgemein nteitschliches zeitloses Schicksal. Wollen nur vcrziveiseln vor der Anlösbarkeit der Anfgal'e, so mögen wir zn diesem Buch der Dichterin Pearl S. Buck greifen, das von andern Ufern ans uns ein Beispiel großer Pienschlichkcit gibt: „Sie hatte jetzt gelernt, daß Heim und Land', in unserem Herzen sind und .nach dem Sehnendes -Herzens überall in' der Welt geschaffen werden können. Sic waren ein Besitztüm für immer in° ihrer Erinnerung, das nicht fortgcnvmmen werden konnte." I)r. R. D. Loewenberg (Sclianghäi). . Etsu InagaLi Sugimoto: „Eine Rochier der Samurai." Wolfgang Krüger-Verlag, Berlin. Dies wunderschöne Buch ist das japanische Gegenstück zu dem viel gelesenen chinesischen Roman von Nora Waln „Süße Frucht, bittre -Frucht Ehina".. Ist dort die Berfasserin eine Frau der europäischen Kultürwelt. die in China ans- Sugimvto eine Frall Wer ist nicht müde von so vielem Blühen, Von Ueberwintern Und von Neuerglühen, , Von ewig wechselvollem Ja und Nein — Wer möchte nicht sich still zur Erde senken, Nicht lieben und nicht hassen und nicht denken, > Um-endlich Ganzes, nicht mehr Teil zu sein. .u» a i t j a pa u i.i chtUUsMUnraViMch^ diirch -Heirat nach Amerika kommt, Jetzt nach Japan -zurückgekehrt, als Witwe mit zwei Kindern, die zwilchen den Kulturen anfwachsen. schreibt ne das Erinnernngsbuch. da? znm Gedenkbnch wird von Menschen. Sitten und Bräuchen: jenes schwindenden. Iavans der Ritter.zeit. wie sie es in ij^rer ,Nindheit noch leihst mit aller Strenge und Harte, . '^ber auch mit seiner edlen Tradition und Kultur zu betrachten, wurde allgemein abgelehut. Einem mwvrsichtigen Hinweis von mir auf Oscar Wilde folgte, eisiges Schweigen. Unvergeßlich abor^vird Q mir die' Besprechung von viar)' bleiben, ivvrin der seltsame Satz vorkvinmt: .IVe dich biber a gooä deal ok vino." Wir wurden von . unserer Lehrerin, die ihn trotz Rücksprache mit Kollegen nicht hatte übersetzen können, ausgefordert. mit an seiner Enträtselung zn arbeiten, .,We did‘‘ und „a good deal ok" „Wir taten" und „eist großer Teil" war ja Gegenwartsenglisch und bereitete keinerlei Mühe. ..Vino"??? Hmmm. das - mochte ans dem Italienischen kommen und wohl - „Wein" heißen. Aber „bitter"'?'?? Vergeblich zerbrachen wir uns alle den Kopf — fand, wer es etwa wußte, das Rajen boch viel zu schön, um mit seinen Kenntnissen glänzen zu wollen! Wir über- - legten hin und her und her und hin. Schließlich meinte unsere Wortsührerin, eine unwahrscheinlich echte „spinster", die einem anti-englischen Rö.inan entsprungen zu sein schien und immer alles -wußte, sie erinne-re sich/ daß das merkivü-rdige - . - Wort ans dem Indischen stamme. Ter Vorschlag wurde in Ermangelung eines anderen.akzeptiert, aber was es. mit „bitter" nun für eine Bewandtnis habe oder was der Satz Eigentlich.hieße, haben wir nicht herausgebracht, da niemand des Jiddischen mächtig war. „Ergo bibamus!“ , Ilse Wollsberg. I / ' Ly :

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