Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 47 (19.11.1936)
- Date
- 1936-11-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Blatt der jüdischen Brau Nummer 47 2. Beiblatt der G-V.-Zeitung 19. November 1936* Das Kultgerät, Wegbegleiter der Generationen Teil jüdischen Menschen unserer Tage ist viel von Be'sihessrende verlorengegangen. Tie Unsicherheit der Verhältnisse, die erlisten Sorgens die alle beschäftigen, haben den Sinn für die - reizvollen Aenßerlichkeiten des Lebens. Ausdruck eines ernsten Kulturwillens, verschlossen. Wenn das Schicksal än den Grundfesten der Existenz rüttelt, wenn das Notwendigste in Frage gestellt ist, tritt das Schmückende des Lebens als linwesentlich zurück. Gerade unter den jüdischen Frauen gab starides und untere kulturellen imfti'iiKii. der Umwelt, sondern cs ist ein altjndischer Grundsatz. So ist gerade das Kultgerät sinnfälliger Beweis dafür, welche Bedeutung der° am jüdischen Brauchtum hängende jüdische Btensch dem Sabbat lind ' Festtag einräumt. Auch in ganz vescheideüeu Häusern, in denen cs sonst keinen einzigen Wertgegenstand gibt, sind Sabbatlenchter und Kidduschbecher ans echtem.Material. Der jüdische.Mensch lvill an diesen Tagen. die ihn Selbstverständlich ist nirgends lind nicmals die Säiönheit oder der Astert des Kult- .gcräts das Ausschlaggebende. sondern wesentlich ist die Stimmung des. Bleiüehen.. der eine Festesfeier begelit. Aber es ist menschlichem , Wesen enlsvrechend. dag Snutmung und ' gestaltete Form in ^üechselioit>kuug z»'. /einander' stetwu. . Gerät und Form sind stimmuugjchaffeude Faktoren, 'iiud Stimumug iviedernm gibt denl Gerat Slii» nild Gestalt. Jahrhunderte hindurch lvar die Schassnng von Kultgerät für Sunagoge und Hans das eilizige Betätigungsfeld für jüdiscstes -Kunstschassen. Solange das Leben der jüdischen Aleuscheu von religiösen Gedanken erfüllt lvar. solange khr Denken um jüdische Inhalte kreiste.' stand das jüdische Kultgerät in hoher Blute, Es sind in Museen undjüdischen Häusern Stücke erlesener Schönheit als - Fengeil jlldischen Kutturwitleus. vergangener Feiten vorhanden. - ' ■Jiidit: jedes judisclie Hans ist Erbe jlldischen ünltgerats.- sondern viele nkerdeu zu Neuslhopfern chdiseller/Dradition alich in dieser Hillilcht lverden'nlnilen. Üstcr stellen vor dem . Ehauntkasesti dem Eriuuernttgssest an eine Feit, da jüdische, Atenselieu voin belleilistischen, Scl,onlieilskn-lt .zur indiscllen Tempetweihe znrückfanden. Es stände.in inilerster llebereiilstiinlnnng mit dein Festgedanken. lvenn die Vhannkkaivnnsäie jildischer Frauen dahin gingen, ihr Hans auch äußerlich lvieder^ zu eilleni jüdischen.Heiligtuin zu machen, ihm durch Anscliassiing von Kultgerät die charakteristische jüdische Note zu geben. Klse Cohn (Leipzig) Was essen wir zu Chanukka? Von Gertrud Bab Psomimbüchse — Charosethtchale, Sammlung Kauf mann es außerordentlich viele, denen ein stark erschlossener Sinn für Kunst und Kuusthaudwerk zu eigen lvar, deren Wohnkultur säst zu einem Schönheitskult gesteigert, war. Wenn auch die harten Notwendigkeiten der Gegenwart vieles an diesem Schvnheitsstreben als luxuriös, als zu zeitraubend, als überflüssig verdrängt haben, so lebt schließlich doch in jeder Frau auch in drückenden Berhältniisen das Sehnen nach etwas Schönheit, der Wunsch, wenigstens danit und lvanll zum Guten auch den „Glanz und den Schimmer" sstgen zu können. Tie altneue Aufgabe der jüdischen Frau, die Festgestaltung ans sich zll nehmen, kommt diesem Wunsche entgegen. Immer und in allen Zeitverhältnissen hat das jüdische Haus Hawdolo-Kerxenhalter, Jüdisches Museum, Breslau ' Fut. (%) Jüilixches MUten in, Merlin innerlich erhöhen, glich äußerlich in,einer anderen Sphäre leben, ili jeder Beziehung über sich hinallslvachsen. * Religiöses Empfinden, tut jüdischen, Brauchtum wurzelnde Lebensgestaltnng. lassen sich nicht von Generation zu Generation vererben. Jedes neue - Geschlecht muß sich seine «tellnng zinn Judentum neu erringen, sein jüdisches Leben neu formen. Aber was sich vererben läßt, das ist das Kultgerät. So ist ilisvielen jüdischen Familien das Kultgerät zum Bindegliod zwischen den Generationen geworden, vstmals Generationen hindurch im Gebrauch, oftmals' in Vitrinen und'Schränken stehend nur Zeuge für religiöse Lebensführung frvminer Voreltern, Esiuag in Heutiger Zeit manche jüdische Familie gebeil. die glücklich ist, ans das Drängen ihrer Kinder die Traditionskette, die sie selbst unterbrochen hatte, wieder neu knüpfen zlt können, nild im ererbten Kultgerät Zeugen jüdischer Lebensführung der ^Vorfahren zlt 'besitzen. Sabbatlenchter und Kiddnschbecher, ererbt von Ge Dos El,a>»ikka'e.st »aht. das Fest der Liebe, dcr Zuiamcneiigeliörigkeit! 'Ufnu hnt Ftzn, iJtMmid), Gaste bet sich zu sehe». jüdischen Aleiischeir einen Feiertag zu schassen! Doch die scliiveren Feiten bereiten mancher Hausfrau grotze morgen! Für schmaler gewordener Geldbeiilel drlanbt ihr keine großen Ausgaben mehr: sie reelinet und rechnet, wie sie es dennoch ermöglichen konnte, Feiertag snr alke in ihrem Heim zu bereiten! Biele sind schon glücklich, am seitlich gedeetlen Tisclle sitzen zu können, den Kerzenglanz des El,ainikla-venchters zu schauen und bliannkka-vieder ,zu siiigen, aber ei» gemeinsames Mahl erholst doch die Festes t-re»de.Z Darum wollen wir einmal gemeinsam beraten, wie wir. auch ohne z» grotze Koste» ein Ehannkka- Abendeisen gilt und sehmaekhast . bereiten können! Wir.. kennen die allgemeine Borliebe für Nudelsuppe! Warum auch nicht > 2c»vol>l das Suppenfleisch bder die dazu oerivendete Henne lassen sieh gut snr das Mittagessen des nächsten Feiertages verioenden. bin selimackhastcs' (»sie» sind auch die mit dein Suppenfleisch hergestellten , Kreppehen. die ntit einer Tomatentilnke das Fleiich am Mittag "ersetzen! Dies. Gericht essen die Italiener z. B. mit Leidenschaft. Können, wir aber keiile Fleischbrühe machen, so geben mir eine Sclleriekremsiippe. Man kocht geschälten, zer. schnittenen Sellerie in Salzivasser lveich. nimmt . aber mir das Wasser. Dieses bi.ndet man init einer Mehlschivitze, legiert init einem Toller, und scllneidet zuletzt seine Streifen von dem gekocitzen Sellerie hinein. Nun kommt der Fisch, der ja bei keinem feiertäglichen Essen fehlen -darf. Es „lüiien aber keinesivegs - imr die teuren Hechte nnd .tlarpien sein! Es gibt biele gute Seesiscl>e, die ans mannigfaltige "Art bereitet, im Geschmack den F.lntzfischen nicht nachstehen! Boranssetznng ist.' datz schlechtizn Geschlecht..innerhalb ei.ter Fainitie. ^ie Fische'ganz Frisch sind, das erkennt man an sittd Zengeit meitfchltch-jndtscheit Schtckjals dieses engen Kreises. Sie haben gesehen, wie die Familie wtlchs tlnd sich attsdehnte. und sie haben gesehen, lvie sie sich verringerte tutb Lücken in ihr entstaltden, sie haben den tvirtschaftlichen Ansnnd Abstieg in der Geschlechterreihe mit angesehen. Tie Sabbatlettchter waren Lichtträger, wenn Freude über Gl lick-und Erfolg einer Woche das Fiiunter den roten Kiemen. Da ist zuerst der lnllige Dorsch lein Pfund kostet nur bis :p> Pfennigei. Was für prachtvolle Gerichte lassen sieh ans den! Dorsch bereiten! Man kocht ihn grün init Till und Petersiliensotze. genau tvie Hecht! Lder mgü ntacht ihn in iltzurzelivässer gar nnd reict,1 eine holländische oder Tomatentnnke dazn. Ei» ganz besonder? gutes Aezepi ist: Dorsch-in Pergament, papier im eigenen Salt gediinftet! Man ivickelt -e.rle-nchteten^Mn_vnn' ihnen, ging-anch Licht_ Chanukka-Leuchter aus dem Hessischen Landesmuseum, Kassel Fot. Herbert Sunnenfeld an Sabbaten mtb Festtagen seine ganze ' Schönheit entfaltet, eilte Schönheit, die nie in einer Disharmonie selbst zu düsteren Sttutmtingen stand, sondern im Gegenteil den notwendigen Ausgleich schtif. Dieser Wunsch, festlichen ^Tagen Glanz- und Schönheit zu geben, fand seinen äußeren Ausdruck im Kultgerät. das Sabbaten und Festtagen das äußere Charakteristikum und den sichtbaren Schmuck gibt. Sy sehr das Ittdenttnn ans eine innerliche Erfassung eines Festes Wert legt," so sehr hat es atich Berständnis für das ütlßere stimmungschaffeltde Aioment. Ter Gedanke, daß alle Biizwot in Schönheit geübt werden sollen, ist nicht erst entstanden in .einer Zeit des Wohlans. weint Sorge und Leid durch den Sabbat- ' frieden beschwichtigt werden sollte. Das: Wanderschicksah jüdisclier Menschen bringt es mit sich, daß' das Kultgerät auch Wegbegleiter über Länder, lind Bteer.e wird. Ätenschen ans Wanderung-könnelt nur leichttransportable Werte mit sich nehmen. Möbel- -ltnd sonstiger Hausrat sind oft Ballast, müssen dem jeweiligen Klima, deit Laitdes- ' fittcu, den veränderten Lebensverhältnissen angepaßt sein. Aber das Kultgerät ist ein guter Weggeltosse des jüdischen Btenschen. es Paßt in jedes Klima trud in jedes Land, es. ^bleibt in allen Lebensverhältnissen, ob groß ob klein, ob hoch ob niedrig, der schönste Schmuck des Hatises. Tie jt'tdische Mutter, die in sreutder Ilmgebung zum ersten Blalc wieder densabbatlichen Tisch mit i h r e n Lichtern schmückt, der jüdische Vater, der in » fremdem Lande mit seine m Kidduschbecher den Sabbat weiht, wird wieder ein Gefühl des Taheimseiits empfinden, etwas ihm Bedelttsames. ihm Eigenes. Vertratttes umgibt iveiui nur die großej Ausgabe auf einmal nicht ivärc! Aber lvenn mair es kann »>nd sich alles berectinet. wie ntan diese Gans verwerten kann, so kommt Man noch immer am befielt dabei weg. Böem die Ausgabe zu Inuit ist. der gebe Kalbsbrust. Für den rituellen. Hansltali ivird wohl-nur Geflügel in Frage'kommen, zmn Beispiel Frikassee von Hului. A'acltdem man von den Hühnern erst' die Suppe geivouneu liat. werden sie zerteilt, und ui», kommen allerlei-Beigaben.» Mau-kann Stlikkclfen von gekochte», Euler tiiueiiigeben. ivas äutzerst' lcttmaältast dar,» nt. oder auch kleine Fleischklützclteu. Pilze jeder Art, Spargelenden. Polen von Bl»menfol,l> gau \ wie jede Haussran kann und. will! Aitel, Seefiscltklotzäteii sind gilt darin, aber mau kauii sie nur gebe», iveuu matt nicht vorher legt ihn in die l>eitze lliöhre! Büer eine.Grillroste besitzt, legt ihn daraus. Fi, IO Ali,tute» iil der Fisch iiiigesähr gar. Er ivird rasch ausgepackl. mit irischer oder zerlassenes Butter, oder für rituelle Kücl)e mit einer holläiidisclte» Dimke ler- :viert! Plan garniert ihn init gehackter Pelerülie, nnd wer will tind kann. tul^kWacktes Eigelb und gehacktes Weitzei daraus. Mau kann de» Do.rlch auch wie einen'Hecht füllen, doch mutz tiiaii ein paar ganze Eier mehr hineingeben. weil der Seefisch nicht so 'ziisammeühält wie der Hecl,l! ür-em. Fander zn teuer ist. der gebe- Schellnich. tind bereite ihn genact ivie Fander. Borzüglich Hl' er tut Lseit gebacken mit Eltantpignouttiuke! Der Fisch wird im Gaitzen int L'cit mit Butler oder Le-l gebackeit; tveun er aiiiäugt. sich zu bräuiie».- . schüttet man geriebenen-^läie ans ihn, der erzeugt eine braune Kruste. Ist der Fisch gar, schüllel matt Nahm und Ehämpigtiviis daztt uiiv biudkl dabei gleich die Dniike mir etwas Mehl, libeiui der Fisch rituell gereicht ivird, brennt man-ihn in Cef, tutb gibt eivas mehr -Pilze hinzct. 3ctin kommt der Braten! Ein schweres Problem! Am vvrteilhas(efteti ist natürlich eine Gans. Die Schneiderin MOdBllStCÜGr SChillBf Dar 3ehnaldar Seefisch gereicht hat. lieber das ganze gehört eine ^gnl abgesclptteckle Dcinke, die mit Kochivein und Dottern abgezogen ivird, " 'Btzr Brnslbraleit vo»t Aind gibt, reicht am vorteilt,aftesteit Nolkol,! und Sauerkraut dazit, auch rote -Nübeii Und geriebener-Meerrettich sind willkommene Beigaben, durch die man schon am Fleisch elivas sparen kan». -Alan kaust muh gerne vom Kalb die A'achbruil. die viel billiger ist als die Spitze. Dieses Sliick lätzt man sich eiitbeineii. füllt . mit einer Fülle von ge Hackte,» rol,ent Kalbssetf, ' Semmel. Fiviebel. Pie'ser und Salz,'rollt alles zusammen und brät diese Filoulade schön braun! Haben mir uns aber doch zu einer Gans ent» : sclilosien. so umII id, gleich verraten, wie inan viele, icl,oiie Alahlzeiten daraus l,erstellen kann. Ala» actste beim Einkant Warans, kurze breite Gänse zu erhalte»! ^stir iiel,me» eine liicht zu Fette Bralgans! Sie wird volliländig zerteilt!' Die Halsliant ivird abgeschnitten, sie gibt mit einer Scl>abesleiicl>inllr vder mit der Semmelslille twie zum Kalbsbraten, zn irgendeiiiem'Gemüse ein ausreichendes Alittagsbrvl! Das Gänseklein wird entineder zur Br»l,e verioeiidel. und danach mit einer Pelersilientnnke.angericlitet. oder man kocht es zu tiveitzsäuer,' das hält sich acht bis zehn Tage an kühlem Cft. Den Gänieriimps brät man entweder im ganzen, oder inan trrunt die grotzcm Schei>kel— ab. nnd schmort sie int eigene» Fett weich. T^e Brn't gibt gedünstet, nnd abgebräiint iviedernm ein Brate»ger-icl,t. Der -lliiclcnliioct^» der Gans wird mit Dnppeiikrant nnd Feiner Graupe zu einer kräftigen Suppe verivandt. Die Leber ivird am besten zu Häckerl-e verarbeitet, da gibt sie am meisten atis! 'Alan ivcegt die gerostete Leber mit elivas Fiviebel. PFiser und Datz.' gibt ein paar Lössel ausgelassenes Gänseschmalz dazit, rül>rt mit, nnd der Brot» aiiisiricli ist 'ertig! Lder'aber man nimmt zu-der Gänselel'er ein Dliick Kalbsleber dazu. Fchneidet alles in -rlncke. diiii'tet mit Aep'eln nnd. Zwiebel dies lct,öne Aiittagsgernht lveich. iAnr fünf ' Alinnten.i L>ln» dev-Aaclitistkn' Am billigsten nnd beliebtesteit ist nnd btcil't die Aptrlipe'ise'! Lb rituell, ob -nicht, sie. sc-liineckt gleiel, gi,t..Ala» knetet ein Viertel ' Pniiid Butter vder Gäiiseschiiialz iiiit Zucker, einem - Ei, Mel,l. einer Prise Backpulver zu einem mürben Teig, mit dem man eine Dvriiigivrin anslcgt. Fit». z>ointxniF>at.»,a» mürbe Aepwl ntit ein paar Wonnen halbweich geschmort, ziickert. gibt einen Söffet Aniii dazu lind lasst es abkühlen. Diese Masse füllt Kissen OberbeHen . m in altbekannter Qualität: Bamberg-er Strafte 22. B 3. 2474 eleganteste MaUanfertigung nach französisch. Originale^ Wl« (iBrln eg. sehr fesche individuelle Damailmaaen jeder Art Mltaiae Preiia. Fritzi Gimpel, EiaenacherStr.85. 86 2836 Masswttscbe. Oberhemden, Damenn. Bettwäsche. 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