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Central-Verein-Zeitung · 1936-11-19 · 47 (19.11.1936) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
47 (19.11.1936)
Date
1936-11-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Kalender der e.-V.-Veranstaltungen. 21. November WIESBADEN 4 20 Uhr 30,-öemeindesaal Mi.chelsberg Redner:. Bezirksrabbiner Dr. Ulriph Steuer, . Heidelberg ' . . ■ ■ ‘ ' . 22. November BEZIRKSTAGUNG HANAU - -~v 15 Uhr, Jüdisches Gemeindehaus, , Nürn- . berger Strasse .. Redner: J. 'B. Levy, Frankfurt a. M. Dr-Wolfgang S. Matzdorff, Frankfurt a: M. 21.—23. November >- LAN D ES V ERB A N D RH EIN LAND-WESTFALEN Dr. Alfred Hirschberg spricht» ° 21. November »„ Hagen 22. November: Münster * 23. November: Bochum Jüdischer Central -Verein e. V. ließ bei den Zuhörern einen nachhaltigen Ein- Nordhausen Zn der dichtgefüllten Synagoge in Nordhausen, zu der auch. Freunde aus der weiteren Umgebung - gekommen waren, hielt die' Ortsgruppe Nord- Uphausen des C.-B. einen Vortragsabend ab. Der Ortscsruppenviirsitzende, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Stern. begrüßte die Erschienenen und gab . einen kurzen Ueberblick über die Lage, .lieber daS .Thema '.-.Jüdisches Schicksal — Jüdische Aufgabe" sprach sodann Syndikus - Kurt' Sabatzktz. Leipzig. Der Redner gab SituationSschilderüngen der Verhältnisse^in den aüßereuropäiscl)en Ländern, insbesondere auch in Palästina, und zeigte' die Lage der Iudenheit in DeutschlandUnter besonderem Hinweis auf daS Wirken des C.-V. auf. Der geschäftsführende Landesverbandsvorsitzende von Mitteldeutschland, Landgerichtsrat i. Ri Tr. Kurt Cohn, Chemnitz, gab einen Ueberblick über Rechtsfragen und wies auf den starken sozialen ' Gedanken hin, der im judisch-religiöseu Recht zum Ausdruck käme. * Gr gab sodann einem umfassenden, - sehr instruktiven Ueberblick über die Kulturbetäti- .gnng der Jtiden und rief zum Schluß zum stärksten Zusammenhalt aus. Hamburg Itz einer sehr gut besuchten Veranstaltung des Kreises behandelte Dr. med. Artur Lippmann die wichtigen Probleme, bie. daS Verhältnis ..Arzt und Patient" ergeben. S.M.' . C.-V.-Kulturarbeit in Oberschlesicn. Dienstag, den 24. November. 20.30 Uhr, pünktlich, spricht Herr Dr. H.'Wohlgemutst (Hindenburgl im Gemeindesitzungssaal in Gleiwitz, Niederwallstraße d, . über „Die soziale Struktur in Palästina in der Zeit der ersten Könige". Die Mitglieder werden hiermit eingeladen.' ' . Junge Rechtswahrer über „Juden- . tum und Rechtswissenschaft“ In der Zeitschrift „ Ingen d und Recht", ' (Nr.- l l vom lu.'November >936. S. 25:3 ff.) bc- - richtet Bung über die Arbeitstagung „Judentum und Rechtswissenschaft", der Rechtsgruppe Hochschullehrer des NSRB., über die auch wir in der C.-B.-Zeitung Nr. 41 eingehend berichtet haben. Bung hebt hervor, daß Anfang 1034, böswillige Gerüchtemacher di'e Parole aufgebracht chättcn. nnt dem . Sieg der- .nationalsozialistischen Bewegung sei -der antisemitische Kamps nherhvlt. Besonders auf dem -Gebiete ''des .Rechts sei -mit Hilfe veralteter Begrisfslategorien. versucht worden,, die' Bewegung.aus einen juristischen Status -guo . seüzulegen, dessen abschließende.. Formulie- . rungsetwa in.der neuen B'eamtengesetzgebnng erblickt ivvrden sei. Die Methoden des juristischen Umkehrschlusses hätten ungeahnte Triumphe gefeiert. In den verkalkten Gehirnen mancher .Rechtswahrer" habe es so ausgesehen,-als wenp. außerhalb der vorläufigen Gesetzgebung des Jahres 1933 das Judentum eine unvorstellbare Privilegierung erfahren hätte. Aus den Kreisen der Bürokratie oder der Rechtswissenschaft habe sich ein energischer Widerstand nicht erhoben. Die jungen Rechtswahrer aber hätten den Angriff vorgetragen und den Punkt 4 des Parteiprogramms als den Ausgangspunkt.der rechtlichen Behandlung des Judentums hingestellt. Dieser Programmpunkt stelle objektives und unmittelbar anwendbares Recht dar. Das argumentum e contrario aus dem Gebiete der Judensrage sei befestigt und durch die These ersetzt Wörden, daß in Zweiselssälleu nicht die Berechtigung des Volksgenossen, sondern die des Juden nachweisbedürftig sei,. ... Die Hochschullehrerlagung habe eine starke rechtsgeschichtliche Note gehabt. Sic habe sich vornehmlich dem Judentum in seiner liberalistischen AuSprähung gewidmet. Bekümmert hätten sich manche, Professoren gefragt, wieso ihre liberalen Großväter philoscmstisch /ein konnten. Und mancher werde sich im stillM gefragt haben, wieso er selbst noch vor wenigen Jahren Philvsemitisch sein konnte. Inzwischen habe das Judentum eine neue Gestalt angenommen: den weltrevosütionärcn .Bolschewismus. Dieser sei auf der Tagung der - Hochschullehrer nur aiißerprogrammäßig behandelt worden. Die jungen Rechtswahrer hätten ihre An/merksamkeit jetzt vornehmlich auf die bolschewistische Gefahr, zu richten, wobei nicht vergessen werden dürste, daß die Abwehr des häufig 'mit' nationalsozialistischen Phrasen getarnten Liberalismus keineswegs überflüssiggeworden sei. nach Ahlaufder, Geltungsdauer eines Passes bis zur Ausstellung des 'neuen eine längere Zeit vergeht. Ta-die Ausländer hierdurch längere Zeit . ohne ordnungsgemäßen Paß sind, müssen sie bei . Ablauf des alten Passes die Ausstellung eines Fremdenpasses bei der zuständigen' Polizeibehörde beantragen. Tie'von den Konsulaten" manchmal ausgestellten Bescheinigungen, daß die AnssteÜpng eines Mueu Passes sich durch Ermittlungen verzögert,- sind kein Ersatz, für einen ordittingsgemäßen Paß. Die Möglichkeit, in' solchen Fällen - einen Fremdenpaß zu erhalten, gibt ß 25 der Paßbekanntmachnng.;. . .. . ■ ~ ■ Das Recht der Aufenthaltserlaubnis ist nichts :wie der Paß reichsrechtlich. sondern nur landcs- ' gesetzlich geregelt. Für Preußen .ist maßgebend, die Ansländer-Polizeiverordmmg vom 27. April lt'32 (Pr. Ges.-Tammlg. S. 179). Für andere Länder sind ähnliche -Vorschriften ergangert. Rach dieser, Polizeiverordnung bedürfen alleüber -15 Jahre alten Ntchtreichsangehörigen. also.Ausländer und Staatenlose, einer Arifenthaltserlaub-, ins, wenn sie sich länger als sechs Monate im deutschen Reichsgebiet ununterbrochen aufhalten wollen oder aushalten. Ohne Rücksicht auf die Däner des Aufenthaltes benötigen sie eine Aufenthaltserlaubnis, wenn sie sich als Arbeitnehmern betätigen: wollen oder selbständig ein Gewerbe betreiben, einen landw'irtsckiastlichen Betrieb oder einen landwirtschaftlichen Nebenbetrieb ansangen wollen. « . . Es ist darauf zn achten, daß Paß und. Aufenthaltserlaubnis nicht immer zum gleichen Zeitpunkt ablaufen. Sowohl für Erneuerung des Passes-als auch für Verlängerung der Anfenthaltserlaubnis ist jeein besonderer Antrag nötig, unds zwar auchdann, wenn, sie zur gleichen Zeit ablausen: Es empfiehlt sich, diese Anträge eine angemessene Zeit vor Ablauf der Geltungsdauer zu stellen, da bei etwa anzustellenden Ermittelungen, die Neuausstellung einige Zeit in Anspruch nehmen Verstöße gegen die Bestimmungen Ilber Paß und Aufenthaltserlaubnis sind unter Strafe gestellt, und zwar, die'Verstöße gegen die Paßbekanntmachung durch das Gesetz vom 6. April 1923 '(RGBl. S. 247), Berstöße gegen die Auslünder- Polizeivervrdnung durch 8 47 dieser Polizeiverord. nuttg. Die Bestimmungen bedürfen vor allem deshalb einer besonderen Beachtung, weil nach dem Gesetz über Reichsverweisung vom 23. April 1934 (RGBl. S. 213) eine Reichsverweisung' ni.a. dann erfolgen kann, wenn ein Nichtreichsangchöriger. . sich nach, den Ailsländer-Pvlizeibestimmnngen unbefugt im Jnlande aushält, oder wenn, er gegen die Paßvorschriften verstoßen .hat. - •- Wann und wo finden Sie Rat? Beratungsstelle in der Hauptgeschäftsstelle des Jüdischen .Ceiitral-Vereins E. V., Be r 1 i n ,W 15, Einser Strasse 42 (Tel.: J 2’ Oliva 8141 — 8145)., Sprechstunde n täglich 12—14 Uhr (auSser Sonnabend- und Sonntag), für Mitglieder ausserdem Jederzeit nach vorheriger Anmeldung (ausser Sonnabe'nd und Sonntag)- » Hessen-Nassau " und neuen - Frsnklnrt a. X. »armstadt Wiesbaden Kassel Harburg liimburff Bad Ems FrieVlberg- Hersleld Stpinwog. 0, Zimmer 75—77 - (Tel.: 254 03), Montag Mittwoch, Freitag, 11—13 Uhr.,- ■■ Albinlstr. 12,. II (Tel:: *318 57), .- .-M.nn.tag, Dienstasr.- Donnerstag, .. .Freitag, 16—18 Uhr. Kasinnstr; 31 (Tel.; 362), Dien,-- tag, 16—1712 Uhr. Kirehgasse T; I, nach Verein-, barung. Gemeindehaus: 2. Dezember, Hotel Kaufherr-: 2. Dezember, 9Vi—llVi Uhr. Kaffee Bluraenfeld: 3. Dezember, a 1412—16 Uhr. Werner-Senger-Str. 13 bei'Albert Metzger, 87 .Dezember, 15 bis 17 Uhr. Braubacher Str. 17 bei Rabbiner Pr. Laupheimer, ■ 8. Dezember, 10—42 Uhr. -• Gemeindehaus: 10. Dezember* Gemeindehaus:-. 19. November, 17. Dezember, 10—12 Uhr. Gemeindehaus: 26. November, 24. Dezember. 15—17 Uhr. Aus den Familien Julius Gvldsch nt t d t (Ojfeiil»tch> - wurde am 14. November 70 Jahre alt. — Hermann Külp (früher Stendal, jetzt Quedlinburch feierte am 1.7. November' seinen 7ü. Geburtstag. — Mar Jacob (Werder a. d. Havel) begeht am. 21. November feinen 60. (tzebiirtSlag. ' .?L88 und Aufenthaltserlaubnis fllichtreichsangehörigc, die sich in Deutschland aufhälteu, . müssen , die für sie geltenden Bestimmungenüber Paß und Anfenthaltserlaubnis besonders sorgfältig beachten. Wir.bringen daher- . nachstehend eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Bcstimmiingen. Nach der Paßbckanntmachnng vom 7. Juni 1932 (RGBl. S. 2"7) muß jeder über 15 Jahre alte Nichtrcichsangehörige, also jeder. A n s l ä n d e r und jeder S t a a t'c n l v s e , sich sowohl beim Grenz- Übertritt Hls auch beim Aufenthalt im Reichsgebiet durch eine» Paß' über seine Person answeisen. Bei.Ausländern kommt häufig der Fall vvr, daß die'ansländischcn Konsulate in eine neue Pvi'csuiig der Staatsangehörigkeit eintreten und daher jdolländische Gelehrte, jüdische Juristen und Volhswirtschaktler Zahlreiche holländische Professoren der Rechts- Wissenschaft und Volkswirtschaft haben einen Aufruf an die holländischen Studenten erlassen, in dem auf die Leistungen weltbekannter holländisch- ‘ jüdischer Juristen hingewiesen wird. Unter anderen jüdischen Rechtsgelehrten toerden in diesem Ausruf ermähnt: der erstorbene Staats rat und Nobelpreisträger Dr. T. M. C. N s s e r, dar verstorbene Justizminister Tr. M. Godfroi, der verstorbene berühmte Dichter und Jurist Dr. Jacob Israel de Haan, der verstorbene Staatsrat Dr. D. Josephus I i t t ä, die Rechtsgelehrten Professor Dt- I. O p p e n h e i m',. Professor Tr. . D. Simo n s , Professor Dr. L. de H a.r t o gh . Dr. Ä. A. d e P i n t o und Dr. I. Hamburger. Generalversammlung des Verbandes polnischer Juden Auf der Generalversammlung des Verbandes polnischer Juden am 3. Nvvemster erstattete der erste stellvertretende Vorsitzende, David Fisch, emen Tätigkeitsbericht, aus dem . sich ergibt, daß der Verbaiid in seinen . täglich stattsindenden Sprechstunden in Päßangelegcnheitcn, Ehescheidnngssachen, Fragen der. Urknndcnbcschaffung lind Uebcrsctznngen nsiv. seinen Mitgliedern zur Verflignng - stehti Der Bericht schließt mit einem Appell an alle in Deutschland lebenden polnischen Inden. Mitglieder des Verbandes zu werden. Der neugewühlte Vorstand setzt sich znsammeil ans: Isaak Kornfeld, Naftali Nosenseld, Bernhard Florenz, Alax Grebler und Tr. Leo Dterkin. . Einheitsliste in Köln Wie wir bereits meldeten, werden auch in der Gemeinde Köln keine -Wahlen im eigentlichen Sinne stattfinden, sondern , die Kandidaten einer .Einheitsliste als gewählt gelten. Tie Liste umfaßt 21 Repräsentanten und 9 Stellvertreter.. Acht der Repräsentanten gehören der . Religiös-Liberalen Partei an. nenn' sinh Zionisten, drei AtitglietzKr.. ^sind Konservative und ein Mitglickr der Repräfentantenversammlnng gehört der ÄlittelPartei an. Tie neun Stellvertreter bestehen ans drei Liberalen, drei 'Zionisten, ztvei Konservativen und einem Mittelparteiler. An erster Stelle der Einheitsliste steht der gegenwärtige Vorsitzende der Synagogenqemeinde Köln, Albert B e n d i x, an zweiter stelle R.-A. Dr. Hans Call mann (beide der .religiös-liberalen Fraktivn zugehörig). Unter den zionistischen Vertretern befinden sich Amtsgerichts- 'rät i. R, Ltto Matz, Stadtdircktor i. R. Tr. Kramer und Arthur Joseph, unter den-konservativen Vertretern Professor Tr. Kisch. Krankenversicherung fi: f| Aufnahme bis 70.lahre ohne Untersuch*. Hans Schwarz * Frankfurt a, M., Gr. Bockenheimer Straße 29, I. Tel.: 23977 van de Jvdcn in Nederland" (Verlag Menno Hertzbergcr, Amsterdam. 19o6) von dem Amsterdamer Stadtrat E. Boekman ist diesem Uebelstand abgeholfen. Während man bisher immer versucht hatte, den ivatzren Sachverhalt zu Vertuschen, ist diese Möglichkeit nicht'mehr gegeben, und es mehren sich, nunmehr auch die Publikationen, die die Ansmcrksamkeil auf diese Fragen lenken. Zeigt das. holländische Iudeiitnm wirkliche Zerfallserscheiiningen' Die reine Analtzse des Zisfernmaterials könnte biesen Sct,inß rechtfertigen: diese Rlethode wird aber.der Wirklichkeit nicht gerecht: so.bedrohlich.die Situation auch ist und so tvenig Beranlasinng vcheht.' die Erörterung dieser Probleme immer wieder auf die. lange Bank zu fäiieben. Nur vor einem sei gewarnt. Allein ans dem Vergleich mit' Zuständen in anderen Ländern. Folgernngen zu ziehen, die die historische Entwick^ lung des holländischen Judentums .'außer Acht lasten, iit grundverkehrt. Seine ganze politisch-religiöse Eiittvicklnng unterscheidet sich so stark von. der anderer - Länder, nicht . zuletzt ° von -der ' in . Deutschland, daß gerade ans diesen. Erwägungen besondere Vorsicht geboten ist. Friedrich Burgdörfer: Völker am Abgrund. J. F. Lehmanns Verlag, München 1936. Die jüdischen' Vlcnscheu der verschiedenen Länder ha.t'en keine einheitliche bevölkerungspolitische -Kurve: die Anpassung «in die jcrvcillge ' Umwelt — mit meist verstärkter Tendenz — ist die Regel. Sv inlercssiert für die jndisckv Geistes-' spare «ruch das Allgemcinbild. das hie internativnale Siaiisrtk ohne religiöse Gruppierung für diesen Fragenkreis gibt. Das entscheidende Pterk- 'm.al des-bivlogitchen Gesamtbildes in Mittel- und Westeuropa ist der Geburtenrückgang. Nictzt erst seit ' Heine imo gestern erksebt 'Friedi-ich B ü ' d ö r t e r teilte warnende Stimme, gegen seine Auswirkungen: denn der Geblirteiirückgang hatte auch in Dculsctstand in den letzten Jahrzehnten in so starkem Maße cmnin-n dah die relative Zahl der Lebendgeborenen ld. h. der Prozentsatz, der an der Bcvöi'kernngszahl gemessen ist) sich seit der Jahrhundertwende '.tan halbiert hat. Ter Autor der obenangezeiglen Schrift, der in. der. ersten Reihe der Bevölkernngsstatistlker der Gegentvart "überhauptsteht, hat cs in feinen zalslreichen' bisherigen Veröffentlichnngen verstanden, den statistischen Zahlenreihen eine lebendige-Auslegung zu geben: cs gelingt ihm auch in der vorliegenden letzten Schrift wieder, in der er über die besondere deutsche Problematik weit hinansgreift. Er nimmt das Abendland in seiner biologischen Entwicklung unter die statistische Lupe, der Angst vor Nebervölkcnni«! der Erde, die die Bevölkernngs,- thevric seit Malthns/ also seit mehr als einem Jahrhiindcrt. kennzeichnete, stellt er. als tatsächliclu' Gefahr den „d ruhende n Volk sschw u.n d" gegenüber. An Hand des amtlichen statistischen NJstei-ials für die ivichtigsten Staaten beweist er deren biologisclie Unterbilanz. Bei der Darstellung der Eittwieklnng in Dentschländ in den letzten 3 Jahren hebt der Aiitor den Anstieg der Geburtenkliriu' seit-1933 hervor, betont aber, daß „der bisher erzielte Wiedcranstieg. der Geburtenzahl noch llicht ansreicht, um den Bestand des Volkes zahlenmäßig zu' sichern".- Die Metlfode, durch eilte größere Anzahl von zeichnerischen Darstellniigen dem statistisch nicht geübten Auge den Einblick in die Entivicklnng der sehr interessanten bevölkernugspvlitischen Tendenzen zir erleichtern, - wird von Vurgdörscr auch in'seiner nettesten . -Schrift wieder angetvattbt. I)r, L. R—z. Abraham Flexner Lebensweg eines grossen Amerikaners Am 13. November hat Abraham Flerner sein 70. Lebensjahr vollendet, als der jüngste von drei '. Bindern, die in cheichem Nlaße, Ruf und . Ansehen erivvrbeii haben: Simon .Flerner als Bakterivloae mtd Leiter deS Rockefeller-InstitntS für praklinhe Medizin und Bernard Flerner «ils . Jttrist inld Leiter deSamerikanischen Roten KrenzeS. Abraham Flerners Arbeitsgebiet sind die Fragen der Erzietznng, tiamentlich der Universitätserzlelnnta Er ill. wie BrandejS. in Louisztlklus über Universitätsprvbleme zn halten.. Daraus ist, unterstützt ditrch die Eindrücke einer Fvrschtlngsreise an deutsche -und englische Universitäten, ein Bttch entstanden, das die «gesamten Probleme -interitativnäl vergleichend mit vorbildlicher Unparteilichkeit außerordentlich fritchtbar erörtert. (Uitiveritties.'Z>lmerican. English, German. Orford Universittz Preß 1930.) Er scheut nicht vor einer scharfeir Kritik der AnSwüchse und Mißgriffe der amerikaitischen Uttiversitäten zurück, die nach seiner Meinung die wissenschaftliche Ausbildnng deS reifen Menschen vernachlässige. Seine. Bestrebungen hatten inzivischen einen großen.praktischen Erfolg in der Gründung des „Institute sor Advanced Stndh" an der Universität Princetvn. Sie ist'in erster Linie-der Großzügigkeit des Philantropen 'und ehemaligen Warenhansbesitzers Louis Bamberger zu danken, der zttsammen mit seiner Schwester Frau Fuld fünf Millionen Dvllcirs stiftete, .um ein Institut in? Leben zu rufen, an dem jttnge Gelehrte, die ihre akademischen Prüfungen bereits abgelegt haben, unbekümmert um die drängenden Sorgen des Alltags ihre Studien sortsctzen können. Die Leitung dieses S'wMtutf liegt feit seiner Gründung im Jahre in den Händen von Abraham Flerner. Erich Eyck. LouiS Tembitz BrandeiS, der Richter am Obersten Gerichtshof der Vereittigten Staaten, war anläßlich feines SO. Geburtstages am 13. Povember Gegenstand vielfacher Ehrungen durch die führenden Persönlichkeiten aller Gebiete des amerikanischen öffentlichen Lebens. Ter Präsident der Vereinigten Staaten. Franklin D.- R o o s c v e l t, hat an ihn ein herzliches Glückwitnschschrciben gerichtet. Vizepräsident John N. Garn er. «die Atitglieder des amerikanischen Kabinetts und die Gouverneure der amerikanischen Bundesstaaten brachten. Richter Brqndeis ihre Hnldrgung trnd die Anerkennung für die hervorragenden Dienste dar, die er in jahrzehntelanger Arbeit der Nation ge-. leistet hat. Tie gesamte Presse beschäftigt sich eui- ' Jubiläum und rühmt Brandeis- Siegntund Strauß, der bereits auf dem Gebiet der Radiotechuik gemeiusäm mit 'Lieben grundlegende Erfindttngen gemacht hat, konstruierte Cardiotroti, vorgeführt, ein Hilfsappcirat, der die . Kontrolle' des Blutdrucks und der Atmung während der Operation durch elektrische Lichtsiginile ermöglicht. An der Konstrnktiov des netten Apparates hat Ing. W e i ß g l a s , der ebenfalls Jude ist, mitgewirkt. Die Judaica-Sammlung bleibt ' in Frankfurt Die „Frankfurter Zeitung" meldet: Die Frankfurter Stadtverwaltung hat das Ansinnen, die einzigartige Sanunlnng von Werken. aus allen Gebieten jüdischen Geisteslebens, die sogenannte Judaica-Sammlung, an das Reichsinstitnt für Geschichte des neuen Deutschlands in München zu verkaufen oder ihr als Leihgabe zu überlassen, aus grundsätzlichen Erwägungen abge-- lehnt. Diese vielfach auf Stiftungen beruhende. Sammlung setzt'sich aus z. T. einmaligen und unersetzlichen Werten'zusammen, die für die wissensachftliche Forschung an der Universität Frankfurt; am Main unentbehrlich - sind. „ Sie bildet einen / : organischen Bestandteil der' Stadtbibltothek und kann daher daraus nicht ohne schwerste Schädigung ihres Gesamtatifbaues gelöst werden. Die Stadtverwaltung hat sich aber bereiterklärt, die unter der Leitmtg des Professors' Fück stehende Sammlung der Forschung an Ort und Stelle ohne Einschränkung zur Perfügung zu stellen und hat sich sogar erboten, die Errichtung einer ^Zweigstelle des Reichs-Jnstituts in Frankfurt am Main in jeder Weise zu fördern und zu unterstützen. ” bille 'ge'bvre'ii.' Sein ' Stitd't'engäiti^M^chM'-«i«ch——gellend nüt. de Lchrslätten genihrt. 1906—190, als „großen Amerikaner und großen Juden", ber Uinverutat Berlin, bereü. American .Isivisb Oongresg hat anläßlich des inul.^nlsch« «vaktillat thm 19-.9 den Ehrendoktor -so. Geburtstages von Lottis D. Brandeis öffentverlieh. Be'vilders fruchtbar war feine Tattgkett .^iern im nqmen Lande veranstaltet. Senatspräsident Spittel 60 Jahre alt für die Carnegie-Stiftung, deren leitender Setre- . tär er von 1917 bis 1925 war. und im Erziehungsdepartement -des Staates Ncw-2)ork. 1928 lud ihn 'dtö Universität Oxford ein. einen Lortrag?- Jn der Wiener Gesellschaft der A e r z t e wurde zum erstenmal da8 von Ing. Am 21. November vollendet SenatSpräsident Dr.-Mar Spittel sein 60. Lebensjahr. Dr. Spittel hat stets besonderen Anteil an jüdischen Aufgaben genommen. Ter E.-V. darf-ihn mit Stolz zu den Seinen rechnen und konnte sich oft seines klugen Rates bedienen. Wir wünschen Tr. Spittel noch viele Jahre erfolgreichen Wirkens zum Segen der jüdischen Gemeinschaft. >

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