Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 46 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Strawmskys „Geschichte vom Soldaten“ Tie moderne Musik brachte nicht nur neue Klänge. Welcher Gesinnungswandel der ^Komponisten inder 'Beziehung zum Werk überhaupt, zum eignen.Schaxsensprvzeß und seinem tiefftcir Anstosi! Nicht» i st keimzeichneiider siir die frühere, romantische Einstellung als die entr-nstete Antwort eine» Hx-igv Wolf mtf die Fvrderxing nach einer bestimmten Bertvnnng: „Kann ich auf Belehl ein Vulkan werden/";',„v Gegensatz dazu sclieuen sich, die Heutigen,nicht, auf „Bestellung" zu schaffen., sie denken an die Praris. an das Praktische' .in der Veiivexrdnngsinvglichkelt ihrer Ntusikcn. vhnc, freilich darüber hinaus zu musikstilistischen Kvmvrvmissen allzu geneigt zu sein. So hat auch Igv.r S t r a >v i u s k y in seiner „Geschichte vom Soldaten", die jetzt ru Berlin ivieder anfgesührt wird, ganz prosaisch gesagt, aus der Not eine Tugend gemacht. /Ter 'Tir-igeut Aniermet, der die Uraufführung im September J018 - leitete, berichtet, wie die ganze Form des Werkes von den durch die Kriegszeit bedingten geringen ' Mitteln diktiert wurde. Entsprechend hat Strawinsky eine Musik für ivenige Spieler geschrieben, denen er so aber . svlistische Rechte einräumen konnte, an bic; ini großen Lrchester nicht zu denken ist.. Es erscheint uns als das von Grund auf Wesentlichste, daß hier ein Gesaintkunstwerk entstand, ganz unähnlich allerdings jenem der rvinantiseln'ii Zeit Wagner», bei dem die Musik in entmaterialisierter. Torrn sich ülxer da» Reale erhebt oder cs programmatisch ausdelitet. iiachmalt. In Straivinskys Werk sind alle Uunstmittel nicht nur gleichberechtigt, sondern man könnte fast nieinen untereinander ansivechselbar. Jedes Stück der Borgange kann durch Musik öder durch dramatische Aktion oder durch epische Verlesung oder taufrische Gebärde wiedergegeben werden. Es war daher richtig, daß die kleine Schar Musiker auf. dem Pvdiuni.neben der kleinen Buhne,' Platz, nahm, Lberleitrr ivar Wilhelm Grass, der zugleich auch Bivlinc spielte. Wir haben schon manches Studio gehört,'aber das war das erstemal, daß eine Gemeinschaft, uns und zunächst sich selbst unbelanntx sich im ersten Anlauf ein derart schwere» und problemreiches Werk eroberte. Tie .Spieler der uiigewöhnlich scharf belichteten und hart konturierten Svloparts. waren Wilhelm G r a f f (Viotine), Werner T ü st e r w a l d (Kontrabaß): Ivxes N e u m a n n (Klarinette), Heinz-B r a m s v n lFagvtt), Heinz Schlesinger (Trompete). Lothar S i e m c - n a ir e r . (Posaune). Hildegart L e w i n (Schlagzeug). -Tie sehr schwere miisikalisclxe Einstudieruilg hatte Wvlfgaxxg Fraenkel, dem eine Leistung, besonders auch in schlagtechnischer Hinsicht,) gelang. die ihm nicht viele nachmachen könneu. Die stärkste schauspielerische Leistung bot Bert Baer als Svwqt. Er hat Wandliingssahigkeit und den Willen, die einzelnen Phasen sinngemäß, d, h. hier teils realistisch, teils stilisiert, darzustellen. Er war der dümmlicl)e Muschkote. der Gierige, der Liebende, der Besiegte. Alerander Lipschitz als Teufel zeigte ein groteskes Gliederspiel, Ilie Borde m berge als Prinzessin gelöste Grazie. Ter Vorleser soll die szenisclxe, Darstellung stark vorbereiten. Das ist Herbert M eher v w i tz gelungen. Tartu haben wir wohl auch eines der Verdienste des Regisseurs El ja schoss zu sehen, der im Zusammen?ügen. aller eine wichtige Aufgabe hatte. Bühnenbilder und "Kostüme stellte Heinz Condel'l. Es war wie eine Ironie, daß eine technische Lappalie wie das Aufziehen des Vorhangs immer wieder nicht klappte und manche Wirkung einer Aufführung nahm, die viel Schwereres überwand. Am Anfang wurde Co c tea u s „Tie geliebte Stimme", ein Ein-Mensch-Einakter dargeboten. Tem Stück entsprechend spielte Lilly Kann, die Rolle der verlassenen Geliebten mit einer sich bis zur Hysterie entfesselnden Ungehcmmtheit. Ter. Abend, anregend und erregend,-Zeichen' starker Aktivität, fand starken Beifall des ansvcrkausten Hauses. . Ludwig Altmann. „Geschichte vom Soldaten“. Bert .Baer und Ilse Vordemberg Kapellmeister Wolf gang Fraenkel Konzerte und V orträge in Berlin und im Reich " - Vertraute Weisen erklingen in den Nvvembcrkonzerten des Berliner K u l t u t b xx n d e »., - klayistlie ifiid romantische Lied- -und Triomusik. Es spielen Erna Klein (Klavier). Charlotte S a l o- . w o n s k i. . ltüerge), Godsricd Z e e l a n d e r . (Cello). Es ergibt sich die Ensembleleistung versierter Künstler: vom letzten Schubert-Satz abgesehen. gelang am ersten Abend der Serie alles tauber xind sicher, man war gegenteilig fein aus. einander eingestellt. Also ein durchaus, ordentliches Musizieren, dem man nur öfters mehr beherzten . Schwung und eine stärkere Beleuchtung der klanglichen Gegensätze gewünscht hätte, um mehr als das zu-sein. Anerkennenswert'war die Uraufführung einer Biolinsonate von Leo Lewy, gespielt von. Charlvttc Salomvnski und dem Pianisten Waldemar Li a ch ow s k y. Lewy weist geiviß keino grundlegend neuen Wege, aber er gexvinxxt geivohnten Stilen doch aparte Wirkungen' ab.- Seine Äküsik ist reich an fesselnden Einfällen, die er auch vielfach im hübsckxen . Spiel 'lüssiger Kontrapunktik durchführt. Wunderschön taug Suranne L o e w cn st e i n Lieder von Beethvven und Brahms. Ter Gewinn eines Konzerts im Hause Weil in Berlin war die erstmalige Aufführung einer Biolinsonate von Jacob Schönberg. Ein Stück, von neuem Geist erfüllt,' mit Einiällen und namentlich im-'Anfang non belebter Kontrapunktik getragen. Im übrigen war das künstlerische Ergebnis des Abends gering. Eine Sonate für zwei Geigen von Müllest-Hartmann sagt trotz guten Satzes musikalisch, wenig Reue», und James Rothstein hat sicher Besseres geschrieben als. diese überholten Sa.lvnpiecen. Bor den zeitgenössischen . Komponisten gab es Klaviermusik von Beethoven und Chopin. Ter Pianist Fritz Vogel hatte - umfangreiche und. anspruchsvvlle Auigaben. an die er nnit Musikalität heranging.. Wir hätten seinem Spiel mehr Ruhe und damit Sicherheit der tech- . unchen Leistung, weit größere.Klarheit des Klang, bilde» gewünscht. Ter Geiger Jürgen R o n i s leistet- Ordentliches' und ist auf dem Wege, ein giiter Vertreter, seines Faches zu werden, wenn auch die Kraft zu einer persönlichen. Gestaltung, diesmal fehlte. Ihm assistierte bei Müller-Hart-' mann der tüchtige Hellmuth Spit t e l. L. A. . Es ist ein'Verdienst der iKvnzcrtdirektion Hermann Koch, vor allem de» künstlerischen Leiters Mar Reumann. Willp R o s c n itach Frankfurt am Main verpflichtet zu haben. Rosen zeigte sich von seiiier besten Seite. Schon nach seiner er'ten Tarbietnng jubelte das Publikum: von Rümmer zu Nummer steigerte sich der Beifall, der am Schluß kein Ende nehmen ivvllte.. Was Rosen zeigte, war Klciuklliist in höchster Vollendung. Leider läßt sich von Annemarie H i r s ch (Haie) nicht mit der gleichen Begeisterung sprechen: sie ist zweifellos eine Kabarett-Begabung, aber man möchte ihr raten, sich nach einem anderen Repertoire iimzilseyexx..damit ihre Ursprünglichkeit besser zur Geltung kommt." Tie musikalische Umrahmung de» Abends wurde,von einem Lrchesier unter Mar.N e u m a ix 11 bestritten, das besonders gute Leistungen zeigte xind sehr herzlichen Beitatl erntete. A. H. J. Auch die jüdischen Tonküxrstler Frapk, furtS haben ihre Konzertabende wieder ausgenommen und ihrem Publikum zunächst, mit der flüssigen und geschmackssicheren Vermittlung kammermusikalischer Werke Beethovens. Mozarts und Tschaikowskys (wobei nur das. Eelio im ' . Ensemble dxirchweg mehr chervortreten durste)'ein paar gute Stunden der Entspannung bereitet. Lilly Schwärz-Mayer Hofer, die anschlagskultivierte Pianistin, spielte als Erste den der Arnotd-Lazarus-.Halle gestifteten schönen Flügel; - : mit ihr verbanden, sich zur Tuo und Trio Theo Rainer, jetzt Konzertmeister des-Kulturbund- Lrck>esters. mnd Rudvlf D ö b l i n, ein jüngeres Mitglied dieser Gcnxeinschaft. —tt . Tr. Atar. Os barm -sprach . mx Münchener Kult n r b n n d vör'.einexn zählreichen- Zu.hvrerkreis iiber „Alte und neue- Bilder aus Palästina". An Hand eines/außergexvöhnlich schönen Bixd^' . Materials verstand es der Vortragende, dein vcr-. U'irrenden Reichtum der Kultureit. und' der Kunst. äußcrungen von den Uransangen' bis auf den heutigen Tag deutlich iverdeu zu lassem Lsborn gtaxlbte die Anfänge eines neuen palastineilsiichen. '. Stils, aus curopäiick)en und aus orientalischen Bestandteilen gemischt, bereits erkennen zu kön- Ini Kill turbund München gab Hermann .Schey (Berlin) zwei Liederabende. Er brachte Gesänge von Brahms, Lieder von 5Rahler und Schumann. Er riß die Hörer zu stärkstem Beifall hin, der sich manche Zugabe erzwang. ..Käpellmeister Erich E i s n e r begleitete Schey mit 'gewöhnter Einfühlungskraft. —mm. Im Kulturbund Königsberg i, Pr. ents faltete Beatrice. F r eu d e n th a l - Wa g- Halter. von Leo S ch ö n b a ch, vorzüglich begleitet, ihre schon oft gerühmten Vorzüge vor einem beisallsfreildigen Publikum. Zugleich verabschiedete sich die Künstlerin von Europa. Dr. M. A. Beatrice Freüdenthal - Wag halt e r trat auch im Jüdischen K u l t u r-b u n d .Freiburg i. B. aus,^ dessen Veranstaltuugsreihe damit, eröffnet wupde. Begleiter war auch hier Leo '• Schönba ch. Ein Abendder allen etwas gab' und doch zugleich höchstes Niveau hielt. . Das Marivnettenthcater der Kölner Jüdischen K n n st gern ei n s ch a f t >vird vvn Mal zu Mal selbständiger. Wenn auch nicht aus dem nächsten' Jnteressenkreis stammend, so hat die Geschichte der Prinzessin.Suleika das Publikum recht angenehm unterhalten. Indessen sucht der Aiüvr Hans Tw bar noch die dem Puppenspiel gemäße Linie, 'das heißt die Zusammenführung der unbeschwert - heiteren, der völlig naiven und der gewichtigen Ele- . mente vieldeutiger Erfahrung, die den Reiz uixd die tiefere Bedeutung der Ntarionettenspiele ausinachen. Jedenfalls läßt sich bei ihm der ixvtwcndige Blick für die Nköglichkciteu der Szene'- und der Puppenführnnq feltsteUeii, und von daher iverden mit der Zeit die Unebenheiteii de» Sprachlichen zu glätten und der natürtiche gedankliche ' Aufbau am ehesten zu regelnsein. ' Tie Aussührung stand wieder unter der künstlerischen . Leitung von Flora I ö h l i n g e r. Bühnenbilder und Pupven waren bunt und angenehm in der - . Vielseitigkeit und Eigenart des Ausdrucks, Wäh- ) rend sprachlich bei den ausübenden Künstlern z. ' T. noch manches \ verbesserungsbedürftig ist, war die Pnppemührung erfreulich geschickt und ungezwungen., -Im', ganzen verzeichnen wir gern die deutlich "wahrnehmbare steigende'^LeiNrug des Marionettentheaters, das tatkräftige Förderung . verdient.- h. 8. Ein auserlesenei: Genuß für den Jüdischen Kulturbund Hannover - der Liederabend vow Alerander Kip ui». Tie hvhe Geiängskilltur diele» Baß-Baritonisten war bewundernswert. Mit besonderer Liebe nahm sich Kipnis neuerer Lieder von Edvard Moritz und Richard Fuchs an. John M a n d e l b r o d.s Begleituncz wie immer wert-. . vollste Stütze für den Sänger. Tä» Pnl'liknm nahm Gaben und' Zugaben in Heller Begeisternng auf. Ö. Bstn. Kammersänger Josef Schwarz Am >«>. November )!''»«> iä!>rte s.ul> piin zehnten Male' der. Tag. an dem .Knmincrianger. Josef Schwarz, einer der vedenlendsken liaepsetiaiienden Künstler, loetelie die Indenheil walirend der letzten Dezennien - hervvrgebracüt yal. iür umner die Augen schloß. 'Lüer da»' Gsnck Halle.-den begnaderen Säuger vsier pi liöreu. iper, iusbeioudere-- seine Tarüelluua großer - iiix. Sinne des Theaters'also durelian» uielg iminer edeliler"- EharatlereluilexiulUl liai. der. roird die elemexx- > tare Wirlxmg eine» solchen Knungeuiiise:- xiie ver- ^-Sein Lebe-xisivcg'lixiterixheidet-sich ziixxäeliil kauxn wesenllich voxx dem anderer jüdischer Pleuschcn. die au» der Enge de» öülirlxeu Glxello» kainen: ja selbst der raielxe Aniir-ieg zu Glanz und p'uluu'- war xiielxl» Einmaliges. Und deiinoeh iit-. dieies kurze Erdeudaieiii als- Summe vieler beglückender Einzelerixh'einnngen xvert. der Vergeüenheit exxlrisieu und gerade dem heu-ligen Juden ivieder iia!,egeb'rackn zu iv-erdru. der bei denx Tx-inpo und .. den .neuen Ausgaben mx'crer Z,eil den Bzick iür das Besondere 'eines"solchen, nur der"'Knnst geweilxten Lebexx» ein x'venig verlorexx bat. ,. Ioxes Sclnvarz nnirde in Riga als Solxn eine» arix.xen ' Sckmeider» geboren. Er xvar da» atteste von xx-enn Kixider» und mußte irülxzei'lig bei der Bestreitung des Lebensxuxlerlialte» Hellen. Rlit acht Ialire» kauf'er iix'den Rigaers Syiragogenelsor: aber >>nch in der väterlichen Lx-erkllall sah man den guaben lleißig iixilarbeilexx. Als .Zehnjähriger hatte er bereit» eine so -aillichenerregende Slinxme. daß, ein paar reiche Gönner für seine ge'ang>ickxe-'",'lxisbi'ldnng lorglen. Ter Sberkanlor Rosoivslr und der. Eh'vrdirigeiit Wannunski xvnrdeix seine er'len Lehrer. . Tvckx bald krxiiöglielne man den, Jüngling, den Beinch des Berliner Siern'ckien x^'nlerbalortnms .Hier hörte ihn Tr. Theodor L o c. xv e. der Direktor der- Bres- - lauer'Tper. der ja zalxllo'eii begablen Rlei.xjchcn den Lüeg zu späterem Rnlxixx geebnet hat. Er er-. - kannte io'ort das schöne Ttinxiixalerial , iitxd brachte Scknvarz nach B.-ien zu Pro'eüor sßohixxsoha. ans desieix. Schule n a auch Leo Slezak hervorgegangeix ixt. Und nnii beginnt die La-xilbghn des Künstlers. Linz, Graz. Breslau und die Hciixxatstadt Riga sind die ersten Stativnexx seine» erfolg? ' reicheil Wirken». Iixxxxxer blühender, mxd voller wird die Stiiiime. iininer reifer lein Spiel. Kein Wunder,, daß ixxan in Ltziexx. dexxx xxxnnkal'i'chext. slRittelpxxixkt der Erde, längst axix ihn ansinerksain - geivvr.den ist:'die Boltsovcr verpllichlct ihn sür xnehrere Jahre als. liiriläxen Bariton. Doch das Schicksal hat Größere» nxit ihixt vor — nur kurze Zeit noch, und bald ixt er Rl i t a! i e d der . k a i s e r l i ch e n H o f o p e r. Ta» -gexel>iehl alxv in jener trinx/sien Zen. da da» - - xveniger durch sein Alter al» diush lein:' G.laii'.aiillnhrxnigexx - - ehrivüidige Hans nach d-pxx Üüeggana Gustav Mxih-Ier» ickxon einen aeivis'en Rücksi gang erlebt. Aber .noeii gibt es das herrlickie Eniemble der Slezak. 'Tenxnrh. Schmedes. Wexdeinaixn,'der. Rtildenbxirg. Kurz. Cahier und Gut- . heil dem Intttlnt den' künsllerilelien Rückhalt. In dieser Alxxxolplxä.re ' erlesenster Tlieaterknltnr koinnxt Schxvarj. der Solm des arxxxeit jüdischexx Schneider» ans lßiga. xxxil diesem Enxemble üeht er eine» Abends zni'n erlren Rlale anl der reprä-' sentalivsten Biilxne. 'Abi e n » nxxd daixxal» xxoch der Welt -- und neg! anl der ganzen Linie. Doch in nrenger Selbstkritik : spür! der Siebenxindzioa.nzigjälirige. daß das hötsi'ke Ziel' . noch nicht erreicht xsi. Ixn Streben nach Bollen- L diiiig' 'gN'itt,ex" dankbar die ge.iaiigsicclmi'schen An-g regnngen feiner Kollegin Franeillv-Kan'sinaiin ans. die bald leine'Gattin ivird. In diese Zeit tixüii, die erilen pleisen nach I t a l i e n.. die zx>- nackn't deiit^iveiieren'Slndi-niit dienen-. ' Selten hat — außer Carnlo - - ein 'Künstler.'dein bereit» die. - Gxxnxl des Pnbliknnxs gehört, so viel nxxd init solche in Esser hinzugelernt xvie Schivarz. Run hat die Stiinnxe den lettteix Schliss erhallen. Aber gleick,zeitig in die gennlni» der xnxterschiedlichüeii ' Gesangs- und Tar'iellnngsilile enxiiient gexonchsen. inxd smort ivird das-Arbeitsgebiet xvesciiUich erxveiterl. Auch lxier lieg: der Vergleich -xn/t Cariiso nahe, iveiln ixxüN! bedenkt, xvelctxe Fülle von^solleix der imiixer nöckx junge -Künstler bolwi-richtt .nxit xvelxch sickxerenx Instinkt'er xiclx in das LGsiem und. die Gestalt des Iago und. des -Ton Givvann/x. des Ltzoltrani und dxH Uligvlelto. des Salvnxon und des .Figaro lim . Barbier"), des Falßass 'und schließlich auch des.Anxsvrtas hineinznleben xveiß - Herbxt-Ip>.">. Es gibt' kainix 'nach ein Land ixx E'nropa. das. xxxclit vom Kriege 'heixngesnehl ivird. Uixd. doch in es versländlieix. daß in dexx Hauptzentren aller Länder xveiterliin Tbea'te? gespielt wird. Rirgeixds ist um diese Zeit das künstlerische .Rivexin so hoch wie in Berlin, wo Graf b. Hül'en-.HaexeIcr als Geixeralintendant der' Preußischen Hoitheater seines Axntes waltet.- Tie Lückeix, die der Heeresdienst in den Personalbestaxxd de» Spernhanse» reißt, xnackfen sich enip- - sindlich bemerkbar, und es wird nvtxvendiq, sich nach in'ilen Kräften nmznschen. So komxnt Schivarz an die Berliner Hvsvper, und Gras Hül'en. stolz ans seine Gxldeckxnxg, überschüttet ihn mit.Wvh.livvlleii. In der Tat ist der Künstler, der.mixt, im Zenit seine» Ruhmes steht und dessen Spiel sind. Stixnme zu jubelnder Begeisterung hinreißen, eine Zierde des Ensembles.' Seine Gastspiele in R'exv-Avrk und Ehicago (I'.'-'I) sind, vvn äiißen. gesehen, der höchste Trinmph in 'einer .Künstlerlaxitbahn. die leider allzu rasch beendet. xein sollte. Axn K>. Roveinber 1K26 erlöst, der Tod dexx Biernndvierzigjährigen von s'chioerer Krankheit. . I I'Ivies Tckyoarz h.zt.nicht nur ans der Tper n - bühxxe Erfolge geerntet. Gexviß. sic war das Feld, das er mit souveräner Sicherheit beherrscht. - das -ihin. der ja auch ein lvnndervvller S ch allst'i el e r xvar. die Erfüllung alles künstlerischen Sehnen» gebracht hat. Aber nicht minder schöxi xvar das. xvas er im Kvnzcrtsaal bot. Ten Liedern .Schuberts nxxd Strauß' gehörte seine . gaitze Liebe, xind auch das -Gebiet des . S ratoriuxns ivar ihm xvolilvertrant. Bon hier ans' ist. obxvohl sich stilistisch kauxn eine Brücke schlagen läßt, dev Lüeg nicht xveit zu den Gelängen der s üd i s ch-e it Liturgie, die er in-seinexi „Hebräischen Aben»^ den" mit,seltener-Inbrunst vvrzutragen ivnßte. Ileberschaxxt man noch einmal dieses rastlosgliiekhasre Leben im Dienste der Kunst, dann fragt ixxaix sich, wo der Ursprung etner io starken und reichen Begabxxitg liegen mag. Und man dexxkt imxvillkürlich axi'die vielen und meist sogar, sehr bedentexiden. Künstler, deren Talent altes Familiexierbgxit gexvesixxist. Hier aluxr ivvllte es der Zniall, daß unter den Vorfahren des Sängers Rrrxx eixxziger besonders mtisikalisch oder , xoxxit künstlerisch begabt xvar und daß erst dicse"Generativn-— auch sei ixe Brüder haben sich gesanglich hervorgetan — vonx genialen Funken k'crührt ivxirde. . ES isi ein schwacher Trost und-doch eine Freude, das; das Lx'nnder diesir herrlichen Stimnxc uns und dev Rackxwelt ans einem knappen Tntzend Schallpialten erhalten wurde. Wenn wir sie nix» -heute anhören. dann ivird es xins von xxeneni vssenbgr, daß Josef Schivarz. zu den ganz tvenrgen'Sängern gehörte, die. allen Verlockungen des Startuyis widerstehend, in der unbedingten Treue zum Werk das schöuste Ziel ihrer Arbeit sehen. Und das macht uns sein Andenken doppelt wert. Martin Hausdorif, Breslau. Musik und Film Der ungarische Rundfunksender überträgt am 16.. November. Uhr, ein Konzert aus dem L-pernhäus in B u d a p e st; unter Leitung von ' Willem Mengelbcrg xvird u. a. Gustav Mah lers 4. Sinfonke zxnn Vortrag gelangen. Bruno Walter dirigiert an der Wiener- . Staatsoper eine Neuinszenierung, von Verdis .-.Ton Carlos" mit Alerander. Kipnis als König Philipp. „Eiix deutsches Reguiem" von Brahms gelangt als erstes Chorkonzert der Gesellschaft der'Musikfreunde in -W i e n unter Leitung Bruno W a l - t e r s am 2. Dezember zur Aufführung. Tie N e w - D o r k e r Kvnzertsaison erlebte seine glaxizvolle Eröffnung durch Zwei Konzerte . von Fritz K r e i s l er und Jascha H.eisetz in der Carnegie-Hall. Die ' Rxidiobearbeitung der Weberschen „Preziosa" von Alfreo Auerbach hatte im P rechbur,ger Sender so. starken Erfolg, daß eine 3Liederhvlung im Dezember 1936 beabsichtigt ist. Ter Berner Nundfiink wird von demselben Autor die Nertfassung der Lpcr ,,8on soir. >lv. Uanlalvn" im November bringen. Birmingham wird einen berühmten Gast begrüßen: .Ernest B l och wird in einem Sinsoniekonzer^.ein eigenes neues Werk dirigieren. Anni Leh"mmin, Schülerin von Toni Meinert. Mainz, hatte bei ihrem ersten Anstreten an der Troppauer Sper großen Erfolg. Tein bekannten ungarischen Filmregisxenr Alerander Kord a ist nach, dein großen L o n - döner Erfolge seiyes Rembrandt-Films das englische Stäatsbür'g».rschaftsdokument verliehen worden.