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Central-Verein-Zeitung · 1936-11-05 · 45 (5.11.1936) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
45 (5.11.1936)
Date
1936-11-05
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Palästinas neues statistisches Amt Von unserem Dr.-E.-R—-z-Palästina-Berichterstatter «■ Haifa, finde Oktober. \ ur Jiihrc-frbl etwa hat die MandaNre'.derung .01,1 icht;ltos Verwaltungsdepartemeiit neu errichtet:-.Das Fünlistisni» Landesaml in. Jeitusalem forfice of Statistics). Zum T.ejlor würfle ein erfahrener Mann aus der statistischen Verwaltung-des Empire geholt, Mr. S. A. Cudmore. der vor seiner Bnruluiig -nach Palästina in Kanada die dortige amtliche .Slati-bk geleitet halte. . , ln verhältnismässig .kurzer Zeit ist es diesem ' Verwaltungspraktiker gelungen, ein Amt auf’die Beine zu stellen, für-(Tas .»ur geringe Ansätze vorhanden .gewesen waren. Die letzte Ziel- -■ Setzung-dieses neuen statistischen Amtes ist verhältnismässig einfach zu umschreiben: es dient der Feststellung der. j e w e i H’g e n ■. objektive » F a s s u n g straft d es.Mand a t s g e!) i e t e s , die, für die Einwanderung bestimmende Richtschnur sei» soll. Ks handelt sich dabei vorwiegend um die wirtschaftliche .. Kapazität, deren Verhältnis zu der jeweils vorhandenen Bevölkerung die Neiiaiifnahmefäliigkeit von arbeitenden und verbrauchenden Einwan- - dererschichlen bestimmt. So. lange es keine objektiven statistischen Masssfäbe über die Grössen- - Ordnungen innerhalb des Volks- und .Wirlschaftskörpers in ihrer steten Veränderung gab, so lange war die Mandatsregiefung auf Schätzungen, auf Einzeleindriicke und auf Einzelinforiiiationen angewiesen. Dieser Zustand wurde nicht nur von seiten der Verwaltung als unbefriedigend erkannt, und aus diesem Tatbestand heraus folgt ' die wichtige Ausweitung der Maridutsverwaltung um das wichtige statistische Landesamt. Es ist den. Lesern der Ci-V.-Zeitung aus der Paläslinaumschau bekannt, dass Ansätze einer 1 ntntHchen Sta+islik auf dem Gebiete dos Bevölkerungsweseiis bereits seil etwa einem Jahrzehnt bestanden und dass, weiterhin die jüdischen Zentralstellen eigene Statistiken durchführten, die sich nafurgemäss aber nur auf den jüdischen Sektor des Landes bezogen. Nunmehr ist ein grosser Schritt dadurch vorwärtsgetan, dass das neue Amt beginnt, die E rgebnisse seiner fast einjährigen Vorarbeiten i n m o n a 11 i c h e n B u 11 c t i n s zu veröffent- - liehen. Die jüdische Oeffeptlichkeit brgrüsst diesen Fortschritt, der ihr ihrerseits die-Möglichkeit gibt,, die Tatsachen in ihren quantitativen Massstäben kennenzulernen, die dep Ausgangspunkt für die objektive Eimvanderungsbemessung. , "der Mandatsregierung‘bilden. Es ist selbstverständlich, dass das Statistische ' Landesamt, ebenso wie in allen anderen Ländern, nur das von ihr mit der Zielsetzung einer klaren Durchleuchtung ider. bevölkerungs- und wirtschaftspolitischen .Vorgänge erarbeitete Material ohne irgendwelche Folgerungen hieraus veröffentlicht. Die Folgerungen hieraus zu . ziehen, den Zahlen zum Lehen zu verhelfen, aus ihnen die Lehren zu ziehen, die sich aus objektiver Wertung ergeben, das ist die 'Aufgabe der jüdischen und arabischen Zentralstellen und der. Publizistik.. . Die bisher Vorliegenden zwei monatlichen Bulletins, die das Statistische Landesamt in Jerusalem herausgegeben hat, erstrecken sich auf sechs grosse Gebiete. An der Spitze steht die Bevölkerung!»- Statistik; Mit bemerkenswerter Schnelligkeit werden die vierteljährlichen Ziffern der natürlichen Bevölkerung!?Veränderung, also der Geburten und der Todesfälle., veröffentlicht. ..Die neuesten Zahlen reichen bereits bis zum 30.Juni 1936. Die andere Komponente. dm- Bevölkerungsbewegung, die W ander urigen. sind natürlich in Palästina’ amtlich hlurel) die Einwamierungsabteilungschonimmer exakt, erfasst worden. Hinsichtlich des jüdischen Sektors ist diese. Erfassung über .die y wenigen’ Häfen ' Und EisenbabngrenzstaUonen . auch sehr leicht und daher sehr exakt möglich gewesen'. Unmöglich war und ist die Erfassung der illegalen E i n Wanderungen von ()s 1 pn 1 ä s t i n ä .(Transjordanien) über die weite Wüstengrenze nach dem Mandatsgebiet hinein. Hier kann das statistische Amt aqch wenig ändern, denn es ist ja in seinen Arbeiten auf die Verwaltungsergebnisse der Grenzstollen angewiesen. Die - Verbesserungen auf dem Gebiete .der Wanderungsstatistik, die durch die neuen .statistischen Monatsberichte eihgefülirt worden sind, liegen einmal in der Schnelligkeit — es liegen jetzt bereits die Zahle« für Ende August 1936 vor — und dann in der. grösseren V i e 1 s e i t i g.k e i t der Einzelheiten,, die hinsichtlich der Herkunft, der früheren Berufstätigkeit usw. der Einwanderer in systematischer. Uebersichtlichkeit gegeben werden. * Der zweite Teil der. monatlichen Veröffentlichungen des Statistischen Landesämtes bezieht sich auf die Agrarverhältnisse des Landes. Dieser Teil umfasst zunächst meteorologische A n g a b e n , es folgen . Wertungen des Saatensiandes in den wichtigsten Distrikte» des Landes, wobei besonders die 'wichtige C i t r u s i ii d u s t r i e im Blickfelde der Betrachtungen steht. Besonderes Gewicht ist auf die Preise der Agrarp r o d u k t e .gelegt, die bei den wichtigsten Landeserzeugnissen für einen längeren Vergleichszeitraum ausgewiesen werden. Der dritte Hauptabschnitt bezieht sich auf Handel und Transport. Mit grosser. Akkuratesse sind hier bereits die Zahlen bis . Ende Juni d. J. zusammengestellt, die sich anf Import von Handelsgüter», auf den Export palästinensischer Produkte Und auf die Durchfuhr durch Palästina beziehen, wobei in Einzelheiten nach den grossen Klassen unterschieden wird, die auf diesem Gebiete., in der internationalen Statistik üblich sind. . Bei den Importen wird auf das genaueste nach den Ursprungsländern gewertet, beim Export werden die Bestimniungsljihder iiri einzelnen ausgewiesen, selbstverständlich mit Vergleichszahlen, ohne die der Wert des Materials sehr stark gemindert wäre. Im Rahmen der Transport- -und VerkehrWtatistik spielen die Schifff a h r t s a n g a b e n eine besondere Rolle, die veröffentlichten. Zahlen gehen hier bis in die Einzelheiten, die für diesen wichtigen Wirtschaftssektor zur Beurteilung der industriellen und agrarischen Kapazität des Landes notwendig''.sind.' Eine Ergänzung hierzu bildet eine ausgedehnte Eisenbahngütertrans-, p o r t s t a t i s t i k , die in dieser Genauigkeit erstmals erscheint. Diesen Ziffern sind schliesslich die zahlenmässigen Ausweise über den Post-, Telegraphen- und Telephon v e r k e h. r augefüllt, die in ihren monatlichen SVelleifbewegungen das Bild» über die Einflüsse von Saison und Konjunktur in ausgezeichneter Weise ergänzen. Der vierte Teil der amtlichen Monatsveröffentlichungen erstreckt sich auf das Gebiet der P r ei ss f a t i s t i k. Hier werden Grosshandels- . preise und Kleinhandelspreise für die wichtigsten einheimischen. P r o d u k t i o » s - „u n d V.e r - b r a u-c h s g ü t e rin absoluten Grossen ver- ., öffentlicht, Indizes und Durchschnätts-, •w e r t e berechnet, alles in 'monatlichen Vergleichen. die dem' statistisch geübten Auge, rasch einen klaren Ueberblick-ermöglichen. * . . Im Rahmen der f i n a n zs t a t i st i sc.h e n Ergebnisse werden zunächst die Einnahmen und Ausgaben des Fiskus Jjelzts bereits bis zum August 1936 einschliesslich!) ausgewiesen. Für die wichtigste Einnahmequelle der Regierung, für die Einfuhrzölle, werden besondere Zahlen gegeben. Sehr» genau ist auch , die Statistik des Umlau f e s de r Zahlungsmittel, in denen natürlich zwischen Noten und Münzen unterschieden wird. Einen völlig neuen Zweig ’ der amtlichen palästinensischen Statistik stellen die Angaben dar, die im sechsten Teil des monatlichen Bulletins unter dem Sammelbegriff: Allgemeine Geschäftsstatistik zusammengefasst sind. Zum ersten Male erscheinen, hier Angaben ' über -die Zähl u n d über die Kapitalgrundlage der neugegrün- , deten eingetragenen Unternehmungen, über die Kapitalssteigerungen bei bestehenden Gesellschaften. Diese Zahlen kapitalistischer Investitionen; sind bis 1934 zurückgeführt. Sie spiegeln in ausserordentlich. interessanter Weise die rapide Erweiterung des W i r ts c h a.f t s v o 1 u m en s in den letzten Jahren als Parallel- und Folgeerscheinung der. jüdischen Immigration. Erstmals ver- . öffentlicht werden in diesem Abschnitt weiter auch ' zahlenmiissige > An g a b e n über die L a n d ü b e r t r a g ii n g e ii. Es; wird hier monalsweise angegeben, wieviel Land-, f 1 äch en — und zu iv elchem Wert — in Palästina’ ihren Besitzer gewechselt haben, wobei hinsichtlich des Käufers getrennte Angaben nach der Nationalität gemacht werden; es ist also feststellbar, wieviel Land durch Juden gekauft worden ist, wieviel von der ein g eborenen arabischen Bevölkerung und wieviel von der öffentlichen Hand. — Innerhalb der allgemeinen Geschäftsßtalistik erscheinen dann noch Zahlen über den Elektrizitätsverbrauch, der als wirtschaftlicher Massstab für die Industrialisierung und für den Konsum der Bevölkerung von grosser ^praktischer Bedeutung ist. Die Bedeutung, dier in der Schnelligkeit der Arbeiten und Veröffentlichungen des neuen Statistischen Amtes liegt, wird sich sehr rasch praktisch aus wirken. Die Debatten über ZAv e c k ni ä s s i g k e i t e n und M ö g - 1 i c h lc e i t e n der Arbeitereinwanderung, über die 'Kapitalinvestitionen der öffentlichen Hand an den Stellen und in den Zeiten, in denen durch öffentliche Arbeiten geholfen werden muss, über die sozialpolitischen Massnahmen, Jteseti, utH zu ietueu: 10.00 4.80 3.40 5.00 4.50 3.50 v 4.80 4.80 7.50 4.80 4.80 4.80 Auerbach; Wüste und Gelobtes Land. 2. Teil (Geschichte Israels v. Tode Salomon b. Ezra u. Nehemia) * . . . . . . Phil« - Lexikon. Handbuch des jüdischen Wissens . . . . ’ . - . - . . Landsberger, Einführung in die. jüdische Stillsehweig. Die Juden ..Osteuropas-in den Sliwlppheitßiiventrägen » . . . , kart. Jüdische Gestalte» und ihre Zeit. Eine Ge- '. . schichte-des jüdischen Geistes von Moses ’ bis Mendelssohn , . . br.3.60; Leinen Wittelsliöfer. Sozial- und WirtsrliaUtrecht . Ausgewählt u. bearb. f. d. Bedürfnisse der Juden in Deutschland.. . . Friedländer. Sittengeschichte Roms . . .. Curtius. Blüte und Verfall Griechenlands Loon. Männer und Meere . ...... . Waetzold, Dürer und seine Zeit . . . . Breasted, Geschichte Aegyptens . . . Burckhardt, Die Kultur der Renaissance . w Zu beziehen durch Philo-Verlag Buchhandlung 6. m. b. H. Telefon 1 2. 1375 BERLIN W15' Pariser SlraOe44 die bei der wachsenden Industrialisierung allmählich verstärkt ergriffen Werden müssen, können sich nunmehr in voller O e f f e n 11 i c h k eit auf de lii feste n Fundament einer unangreifbaren amtlichen Statistik abspielen. Der erste Nutzniesser wird zweifellos die R o y a 1 - K o m - mi ss io n sein, deVen Arbeit nunmehr in der Sphäre der Beurteilung der bisherigen Massnahmen der Mandatsregierung sehr erheblich erleichtert worden ist. Der arabischen Oeffentlichkeit werden die publizierten Zahlen beweisen, welchen Aufschwung das Land genommen hat, besonders dann, wenn man'die Lebenshaltung auch des arabischen Sektors des Landes mit denen der .benachbarten Staaten vergleicht. --Für den in t e rna t i onalen Kapital ma rk t, der seine Entschlüsse ausserhalb des Gefühlsmässigen zu fassen gewohnt ist, werden die so rasch veröffentlichten Wirtschaftszahlen eine neue Beurteilungsgrundlage abgeben, die sich nach Beilegung der politischen Unruhen’ sehr - bald zu einem fühlbaren Vorteil des Landes auswirken kann. So hofft die jüdische Öffentlichkeit, dass die regelmässig publizierten Zahlen, die so vielen Menschen furchtbar langweilig erscheinen, lebendigen Nutzen für den m.ateriellen Aufbau des Landes und für die Nutzung der von der Natur in seinen Schoss gelegten Kräfte bringen wird. Dr. Hugo Bergmann wieder Rektor der Universität Jerusalem In der Sitzung des akademischen Senats der Universität Jerusalem vom 28. Oktober wurde Dr. Hugo Bergmann zum Rektor für das neue "Studienjahr wiedergewählt. » Die erste Wahl Dr. Bergmanns zum .Rektor der Hebräischen Universität erfolgte im November 1935. Ihm ist zum erstenmal diese anlässlich der. gleichzeitig mit dem- 1.9. Zionistenkongress in Luzern abgehaltenen Tagung des Kuratoriums, neu geschaffene akademische Würde zugefallen. Lachisch Von Dr* S. Aschner Trolz der Unruhen in Palästina, gingen die hodibedeutsanien Ausgrabungen in Lachisch erfolgreich weiter, die für die Wellcome-Expedition J. L. Starke y so energisch leilet. Ihren Ertrag hat er erst kürzlich wieder in „lllustraled Londqu News“ (3. Oktober lOilG, S. 571 f.) niilgeteilt, und ich. seihst berichtete schon vordem im „Aachener .Gemeindeblatt“ über seine Grabungen, die für die jüdische Geschichte und Kultur hohen.Wert--beanspruchen dürfen. Aus der vorjüdischen Epoche ergibt sich das Vorherrschen der ägyptischen Tell- Amarna-Kultur im Umkreis von Lachisch um 1300 bis 1200 ante, das doch nicht weit von Jerusalem lag, in einem'Umfang, den man denn doch bishernicht für möglich gehalten hätte, da man ans den berühmten Tell-Amama-Br'iefen ja fast .nur' deren gewaltsam raschen .Zusammenbruch "in Palästina. besonders auch im Umkreis von Lachisch. erfahren hatte. Man wird sich demnach die „Clmbiri“ oder -Hebräer. von denen sie erzählen, als ziemlich ägyplislerte Eindringlinge verstellen müssen. Auch die vorhellenische Kultur von Kyperii wirkte, seit etwa 1400 ante ein und ist durch schön gefoniili' mul bemalte Gelasse nachweisbar. Dieser Zeit des Luxus und Glanzes folgte eine desto dürftigere, primitivere Am meisten aber interessieren selbstredend die Funde aus der Epoche der jüdischen Königszeit. Spielte doch Lachisch als Festung eine bedeutende Rolle in der Episode Sanheribs, wie, von den bekannten Bibelstellen abgesehen, die jetzt in London befindlichen Sanherib-Reliefs zur Genüge . dartun. Slarkey fand eine Reihe jüdischer Gräber, die aber leider schon im Altertum ausgepliindert worden sind. Drei Schädel weisen eine seltsame viereckige Trepanienmg auf, die sonst nur bei den Inkas ähnlich vorkommt und schwer zu deuten ist. Bei einem vierten Schädel geht das Loch . auf einen Schwerthieb zurück,Äund damit ersteht der Sanheribkrieg wieder vor unserer Phantasie. Die Stadt, Wie sie etwa unter G.edekia aussah, ist jetzt blpssgelegt. Sie ging in einer Feuersbrunst, die von den Babyloniern angelegtwurde, unter. In ihrer Asche fand man auf Scherben einige fiebrüische Buchstaben, die schon inv Sommer 103Ö ziemlich einwandfrei entziffert werden konnten. Man weiss seit Elias ■■Auerbach und früher, dass die Juden schon in der Moseszeit die Buchstabenschrift gekannt und vielleicht erfunden haben müssen, falls wirklich die sogenannte Sinaischrift, die freilich noch immer problematisch ist. als älteste Vorstufe in Anspruch genommen werden darf. Starkey behauptet nun. dass die Lachischschrift das fehlende Bindeglied zwischen dieser und1 dem bekannten frühhebräischen Alphabet darstellt. liier sind indessen noch Zweifel am Platz, denn die Lesung von Starkey erein Markt mit grossen Wein- und Oelkrüg'en, von denen einige sogar den königlichen Stempel, tragen; dieser trägt oben . die Inschrift Leineiech, in der Mitte einen Reichsadler mit ausgebreiteten. Flügeln oder einen Cherub mit vier Flügeln, unten den Namen je einer Stadt, und zwar hat man bis jetzt Hebron, Socho, Ziph und Memscliath festgestellt, die Wahrscheinlich entweder Empfangsstellen für in Wein oder Oel gezahlte Steuern Waren; öder selbst solche Steuern an. den König entrichten mussten, was bisher noch nicht aufgeklärt werden konnte. Derartige Stempel sind zwar schon längst bekannt, nicht aber die dazugehörigen grossen Krüge mit etwa .sechs Gallonen Inhalt. Auf dem Markt von Lachisch wurden gehandelt: Korn, Kerzen, Wein. Oel, gewebte, und gefärbte Kleider ’ und Stoffe; aus Kalkstein waren Webebäume und Färbefässer. Die flachen Dächer wurden ähnlich wie noch heut durch Walzen nach dem Regen wieder glatt gewalzt. Die Firma eines Webers wurde sogar hoch entziffert und damit das Personal der uns bekannten Juden aus biblischer Zeit dankenswert vermehrt; ör hiess Hilkja, Sohn des Maas. Ein unterirdischer Gang führte zii der Zitadelle, und auf den Sanheribreliefs glaubt man'ih.n noch zu erkennen, wie ich selbst die authentische ßildtreue dieser Reliefs schon vor Starkey im obengenannten Aufsatz längst behauptet halte. Eine Reihe zierlicher Tieramulette in ägyptischem Stil setzt Starkey übrigens mit König Amazia in Beziehung, wobei er stellt, sondern, beträchtlich vergrössert uiid zur Residenz ihres Statthalters erhoben. Das Schloss des Statthalters glaubt StarkeyN gefunden zu haben, mindestens seine Lage Nachweisen zu können; sein Grundriss erinnert an die Anlagen der persischen Königsbauten und Sonnentempel. — Da die Grabungen noch nicht abgeschlossen sind, lassen sich noch weitere schöne Aufschlüsse erwarten. Schon jetzt sehen wir indessen, wieviel Kultur und buntes Leben selbst in den jüdischen Kleinstädten des Altertums herrschten, wie bewegt und regsam auch dort die Menschen waren, wieviel: Weite'und Verkehr zu ihnen kam und sie umgab in aller ihrer Enge und Beschränkung, und das erklärt uns vieles im geschichtlichen Schicksal unseres Volkes. \ 3. .die Hi sch en pder svrischen Kriegspflegen ja mit ihren Behauptungen meist sich auf II. Chronik; 25, 27 bezieht, weil goltos ■ f liisse huschen!) gekennzeichnet ist und M cli babylonische - und assyrische Ein-, mehren: neben das* ägyptische külLn; aüs/.uliolen lind vorzugretten; die Forschung hat das Wort; aber immerhin ist die Entdecku'na der Lachisch-Schrift ein ^dieser -semes—Gohmrd;ensLes._wegei: nämlieh in Lachisch erschlagen worden ist. Indessen scheint mir diese Erklärung denn KM'euzsytnbol ..Auch"..- ewiges Leben bedeutend. tritt jetzt auf den Tonsiegelu das Sinnbild des Lebeushainlu-s auf und der Mondgotf Sin, ganz im Stil der Uaimirahbi- ■ Stele, von vor ihm stellenden Ado rauten verehrt. — Schrift, iri der immerhin den Juden, wie man nun schon deutlich sieht, ein-höherer Ruhm gebührt als den Phöniziern, die sie den Griechen überliefert haben sollen. In der jüdischen Stadt fand sich doch zu gesucht und gezwungen, da vor allem die ägyptische Kultur schon lange vor Amüzia in Lachisch eingeführt war. — Endlich ist noch die persische Stadt Lachisch freigelegt worden. Die Perser haben*die Stadt nicht nur wieder herge¬ Der Vorsitzende des amerikanischen ORT., B. C. Yladeck. der sich vor kurzem fünf Wochen lang in Palästina äufgehalten hat, Gezeichnete in einer öffentlichen Ansprache als die Hauptmängel im jüdischen Heimatland in wirtschaftlicher Beziehung das Fehlen einer nationalen Planung und in politischer Beziehung das Fehlen, einer Verständigung mit den Arabern. Viadeck hob die Leistungen der Juden in Palästina rühmend hervor; erklärte jedoch, dass jede Organisation ihre Pläne ohne gegenseitige Koordinierung dur'ch- Zu den Unruhen in Palästina stellte Vlädeok fest, dass die Araber in wirtschaftlicher Beziehung keine Klagen hätten. Der stellvertretende Vorsitzende des Obersten Arabischen komitees habe dies ihm gegenüber zugegeben. Dagegen h,hebe.sich ein wachsender Nationalismus geltend/der besonders 'heftig'sei! weil er iuf'-d'iB^ Araber etwas Neues bedeutet. Viadeck warnte vor der-Möglichkeit eines neuerlichemAusbrudis der Unruhen. Die arabische nationalistische Bewegung werde sich nicht abschwächen, sie werde immer stärker werden. Es müsse zu einer Verständigung zwischen Juden und Arabern kommen, da sonst alles, was die Juden bisher geleistet haben, gefährdet sei. ■Y'v i.

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