Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 44 (29.10.1936)
- Date
- 1936-10-29
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2278137-2278181--11300-2292349- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Basra 1× ep/1044138
OCR text
Nr.. 44 Beiblatt Palästina-!! mscliau der C.-V.-Zeitung 29. Oktober 1936 Äussere Ruhe und innere Politik Von unserem *-Pa 1äst in a-Berichterstatter Tel-Aviv, den 21. Oktober. ' Wenn. e.s das Ziel des arabischen Grossangriffs gewesen. ist, die englischePosition Jn Palästina lind die jüdische: .Heimstätte entscheidend zu erschüttern, so muss der Angriff heute, nach Einstellung des Streiks und weitgehender : Eindämmung ' des Terrors als gescheitert gelten. England steht mit verzehnfachter Truppenmacht in Palästina und hat die Erfüllung seiner G rundforderung—-Abbruch des. Terrors-und des Streiks — ohne Verhängung des Kriegszustandes erreicht. Auf jüdische^ Seite sind Bodenerwerb und Einwanderung n i c h t zum Stillstand gekommen und den schweren Verlusten, welche die Streikmonate gebrachPtJhahen, stehen immerhin auch grosse positive Errungenschaften gegenüber, nicht zuletzt der Prestigegewinn, den diese bestandene Feuerprobe dem jungen Gemeinwesen gebracht hat. Umgekehrt aber haben auch die Araber gezeigt, dass ihre politische, wirtschaftliche und militärisch,e Kampfkraft im Wachsen ist. Ausserdem haben sie es zum mindesten verstanden,, die Aufmerksamkeitder Welt auf sich zu lenken und das Palästina-Problem nebst allen damit zusammenhängenden Fragen der , Mittelmeer-, Kolonial: und Mandatspojitik in einem weltpolitischen Augenblick aufzurollen, in dein dieses Thema weder dem Britischen Imperium noch dein Völkerbund, dem obersten Schützherrn aller Mandatsgebiete, besonders angenehm sein kann. Es ist bei dieser Sachlage nur verständlich, . dass innerlich noch keine Beruhigung eingetreten ist, obwohl die äussere Ruhe wenigstens zu einem erheblichen Teil wiederhergestellt werden konnte. Schon die Tatsache, dass trotz dos •Friedensappells-der arabischen Führer noch immer hier und da geschossen wird und dass die aktivistisehen Elementeden antijüdischen Boykott, der gewisserniassen als Streikersatz proklamiert wurde, mit. neuen Terrormassnahmen zu verwirklichen suchen, deutet auf gewisse Meinungsverschiedenheiten im arabischen Lager. Man ist sich auch keineswegs darüber klar, ob die arabischen Fürsten durch ihre“ recht verschwommeflp^iepnulierte Proklamation mehr ihre Solidarität mit den palästinensischen Arabern odjer ihr Entgegenkommen gegen die Winke Englands bekundet haben. Es ist jedenfalls aufgefallen, dass sich der Herrscher des Jemen, der bedeutendste Rivale König Ihn Sauds, der Gemeinschaftsaktion bisher nicht angeschlossen hat, obwohl, der Grossmufti von Jerusalem bei früherer Gelegenheit einmal erfolgreich zwischen den beiden Nachbarfürsten vermittelt hatte. . Aber auch im jüdische n La g er sind die fnnerpoli tischen Gegensätze wieder stärker in Erscheinung getreten; Kaum hat der schlimmste äussere Druck, nachgelassen,'kaum ist der Grün^. der und Leiter der ersten jüdischen Stadt, Meir Dizengoff, aus dem Lehen geschieden, so ist der Kampf um den Biirgermoisterposten in ungeahnter Schärfe entbrannt. Es wird "ja in dem kleinen jüdischen Gemeinwesen überhaupt reichlich viel Politik gemacht, und die nicht immer erfreulichen .Erscheinungen, die sich daraus ergeben, werden nur dadurch unschädlich, ~dass —sichin-allen entscheidenden Dingen die wirk- Zusammenarbeit'mit dem neuen Mehrheitsblock ab, und man befürchtet,'dass möglicherweise sogar die Regierung.Eingreifen und ein Machtwort ..sprechenmuss, .wenn es nicht doch noch,.von innen heraus gelingen sollte, wieder eine arbeitsfähige Stadtverwaltung zu schaffen. Ein solches Versagen des machtvollsten und „repräsentativ- .sten Organs jüdischer .Selbstverwaltung' in Pa-' lästina wäre natürlich im Augenblick ein schwerer Schaden, nicht nur wegen der Wirtschaft liehen Aufgaben, welche die Stadtverwaltung Tel-Aviv gerade jetzt zu lösen hat, sondern auch politisch. Ein anderer Zwiespalt, der sich aufzuturi drohte, hat sich erfreulicherweise als gegenstandslos herausgestellt. Als bald nach Streikende drei Araber in den Strassen. Tel-Avivs angeschossen wurden, richtete sich der Verdacht der Behörden zunächst auch gegen die revisionistische Organisation. Es war in den Monaten des Burgfriedens beinahe in Vergessenheit geraten, dass es ausser der offiziellen Organisation noch eine, straff organisierte und. durchaus . kämpferische Gruppe von Zionisten gibt, die in normalen Zeiten die radikal nationale Opposition — namentlich hinsichtlich der Politik gegenüber England und den Arabern — gegen die zentrale Führung verkörpert, die sich aber in der Stunde der Gefahr, ebenso wie andere Aussensei^r der zionistischen Organisation, der Einheitsfront eingefügt hatte. Abef die verhafteten Revisionisten sind sämtlich wieder entlassen worden, da sich der gegen sie gehegte V erdach tat s g r u n d- 1 o s erwiesen hat, und es kann .keineswegs als sicher gellen, ob überhaupt ein Jude die Schüsse abgefeuert hat. Jedenfalls hat die Tat-bei der ganzen jüdischen .Bevölkerung ehrliche Bestürzung ausgelöst,'und sowohl die Stadtverwaltung wie die grossen Organisationen haben sie öffentlich verurteilt; in arabischen Gemeinden ist auch in. Zeiten gehäufter Bluttaten keine solche »Kundgebung erfolgt. Es ist schliesslich bekannt-, Seit Jahren wird die jüdische kulturelle Tätigkeit eingeschränkt, sogar religiöse Bücher in hebräischer Spräche. dürfen in das Land nicht eingeführt werden. Solange König Feisal lebte, Würde der antijüdiscHen Propaganda nocK einigermassen Einhalt geboten. Unter dem jungen König Ghasi aber ist es anders geworden, .. Im Zusammenhang mitder arabischen antijüdischen Agitation im Irak hat. sich auch die Lage der Juden in der nunmehr ungegliederten, im Norden,des Landes; gelegenen Provinz Kurdistan erheblich verschlechtert. - Einem .Bericht von Dr. Walter Fisch 1, Mit- , glied des Orientalischen Institutes der Hebräischen Universität in Jerusalem, der im Frühjahr 1936 eine Studienreise durch einige mittelasiatische Länder beendet hat, verdanken wir die folgenden Aufschlüsse über Kurdistan und die dort wohnenden Juden: Kurdistan ist eine äusserst reizvolle Gebirgs- > gegend, wasserreich -und fruchtbar. Die indogermanischen Kurden gehören meist dein mohammedanischen Glauben an. Jüdische Gemeinden gibt es in -Mossul, Kirkuk, Erbil und einigen anderen Städten. Als Dr. Fisch! in das abgelegene Dorf"Scljaklawa kam, erfuhr er zum ersten, Male Näheres von der Existenz der kurdischen Gebirgsjuden. Eine beträchtliche Zahl von Männern und Frauen, kräftige grosse Gestalten unter ihnen, war zu gemeinsamer Totenklage auf Arbeit nahezu ausgeschlossen ist und jüdisches - dem Hauptplatz des Dorfes versammelt. Es waren dass auch die englischen Stellen nicht ganz einer Meinung über die künftige Palastinapolitik sind. Aber diese etwaigen Gegensätze treten nach aussen nicht in Erscheinung und werden auch wohl nicht in Erscheinung treten, sondern im Schosse der königlichen Kommission oder bei den Kabinetts-, Parlaments- oder Völkerbündsdebatten über den Kommissionsbericht ausdiskutiert werden. Aber der Gegensatz zwischen Verwaltung und Rechtsprechung, der während der Unruheif mehrmals so auffällig. in. Erscheinung trat;'scheint Folgen zu haben. Wenigstens wirdder R ii ckt ritt de s 0 b err i c li t e r s von Pal ä st i n a ,„der seinerzeit an die vom Militär vorgenommene Sprengung der Altstadt von Jaffa öfefntlich scharfe Kritik ■“Knüpfte; mit die.ser Spannung inrZueamtnenhang gebracht. Der jüdische Hafen nach dem Streik Bei Abbruch des Streiks war eine der ersten . Sorgen der arabischen Führer die Zukunft; des Hafens von Jaffa, und eine der. ersten Sorgen der jüdischen Führer die; Zukunft des Hafens von Tel-Aviv. Es ist von jüdischer Seite erneut betont worden, dass man Jaffa weder boykottieren noch igiiederkonkurrieren“ will, dass man Sich aber nicht wieder restlos von diesem Hafen abhängig machen wird, in dem jüdische Leben und Eigentun} als bedroht gelten müssen. Die Jaffa Citrus-Exchange hat sich nunmehr endgültig bereiterklärt, aus der soeben eröffneten Saison eine Million Tonnen Citrusfrüchte über Tel-Aviv zu verschiffen; der Leichterhafen, der eine Tiefe von 2'A Metern haben wird, soll 50 bis 60 grossen Leichtern und Motorschleppern Aufnahme gewähren, er wird begrenzt durch einen Anlegekai, auf ' dem Lagerhallen für- Citrusfrüchte stehen; er wird aus technischen Gründen nicht in der Mündung des Karkpn, sondern weiter südlich, nach dem Badestrand von . Tel-Aviv zu, liegen. Diese schon im Bau befindliche Anlage soll am 15, Dezember in Betrieb genommen werden. Zuckungen des Terrors liehe •Gemeinschaft: stets, ohne viel Worte, über die Gegensätze hinaus zusammenfindet. Jetzt war der Streit um die koschere Schlachtung in Tel- Aviv, der zeitweilig sehr unangenehme Formen angenommen hatte, ein Vorspiel für das Kommende. Im -.Stadtparlament war der alte Zwist zwischen der Arbeiter- und den ihr angeschlossenen Eortschrittsgruppen auf der einen Seite und", dem ..Bürgerblock" auf der .anderen Seite durch die überragende Autorität Dizengoffs. der diesem Friedenswerk sein letztes Lebensjahr gewidmet hatte, ausgeglichen worden. Erleichtertwurde, der Ausgleich dadurch, dass man dem Gründer Tel-Avivs, sobald er sich nur zur Kandidatur bereit erklärte, natürlich den Bürgermeisterposten nicht verweigern konnte und. auch auf seiten politischer Gegner nicht wollte. Jetzt ist die Bürgen,leisterfrage zu einer Parteifrage geworden... Der. „rechte" Vizebürgermeister Rokach. der in den letzten Monaten mit weitgehender Machtbefugnis die Geschäfte geführt hat, wird aus alter Gegnerschaft heraus von den Linksparteien als untragbar angesehen, aberauch der zur Arbeiterpartei, gehörige Vizebürgermeister. D.'llos kam nichtin Frage. So einigle man sich auf einen'Stadtrat, der seinerzeit auf Grund der Dizengoff-Liste sein Mandat erhalten halte. Von den beiden Vertretern dieser Liste, die heute, nachdem Tode ihres »Führers, im Stadtparlament' sitzen, neigt der eine mehr nach rechts, der andere mehr nach l'nks (diese parlamentarische Topographie ist in Palästina noch höchst aktuell). Nach heftigen 1\ä „linke“ Dizengoff-Mann gewählt, M. Chelouche, ein gebürtiger Palästinenser, Angehöriger ,ein#r angesehenen sepiiardischon Familie. Die Wahl erfolgte mit acht Stimme;! der Linksparteien und des Vertreters der ..llita^lnluth Olej Germania“, Dr. Rosenblueth. gegen sieben Stimmen. Opposition aber unter. Führung des Yizebürgermeisters Rokach verliess die Sitzung, lehnte die Auch während der letzten Woche, also etwa 14 Tage nach dem offiziellen Streikabbruch, war die Lage in Palästina noch weit davon entfernt, als völlig beruhigt gelten zu können. Im Gegenteil: Von den arabischen Führern wird ein scharfer Boykott der jüdischen Geschäftsunternehmungen in Palästina organisiert, der sich im ganzen-Lande aüsbreitet. Ferner scheint unter Führung des arabischen Rebellenführers Fauzi el Kaukadyi, der im Widerspruch zu allen ent- . gegengesetzten* Gerüchten offenbar noch immer in Palästina weilt,, eine Wiederaufnahme der Terrormassnahmen auf der ganzen Linie propagiert zu werden. In der .Nacht zum 21. November sind auch die Aussenbezirke von Tel-Aviv und eine Reihe - jüdischer Siedlungen zwischen Tel-Aviv und Petach Tikwa wieder Schüsse abgegeben worden. Besonders heftig wurde, die Kolonie Nachlat Ganim aus den arabischen Pflanzungen in ihrer Nähe beschossen. Auch auf Herzliä und Klar Saba wurden in der Nacht Schüsse abgegeben. Verletzt wurde niemand. Auf der Landstrasse bei Bne Brak sind einige Autobusse von arabischen Terroristen erfolglos beschossen worden. , : In der gleichen Nacht wurde die von . König Georg V. für den. König^Georg-JübiTäumswäld gestif'ete Zypresse aus dem Schlosspark von Windsor von Arabern umgesägt. Die Zypresse war am 19. Dezember 1935 vom High Commissioner Sir Arthur Wäuchope im Rahmen einer Feier gepflanzt worden, mit der die Anlegung des Jubiläumswaldes begonnen wurde, Die böswillige Vernichtung des Baumes, der ein Symbol für die Verbundenheit des jüdischen Palästinawerkes mit der Mandatarmacht und d,em englischen Herrscherhaus war, muss als ein in erster. Reihe gegen England gerichteter feindseliger Akt empfunden werden. Im Laufe der nächsten Tage wurde ein Güterzug bei Zafaria sowie jüdische Pflanzungen bei Petach Tikwa beschossen. Zwei Ingenieure der technischen Truppen wurden getötet, als Explosivstoffe, „die an der Jerusalemer Wasserleitung bei Bab el Wadi aufbewahrt worden waren, entfernt werden sollten. Bei dem Unfall wurden auch ein Offizier und ein Soldat verwundet. Auf die Siedlung Bne Jacob wurden zwanzig Schüsse abgegeben. Bei Abu- Gesh wurden alle Telephonleitungen zwischen Jerusalem und Tel-. Aviv bis auf zwei zerschnitten. Auch die Polizeistation in Sehafraam ist von arabischen Freischärlern beschossen worden. Die 'Polizei erwiderte das Feuer und vertrieb die An- . greifer. Glücklicherweise wurde von derPolizeimabnsc'haft niemand verletzt.* . Das Attentat von „Tel-Aviv Von den Mitgliedern des Betar, die im Zusammenhang mit dem Mordanschlag auf zwei Araber in Tel-Aviv vom 17. Oktober verhaftet worden waren, sind nur noch zwei in Haft. Zwei weitere revisionistische Jugendliche wurd°n;n Tel-Aviv verhaftet, weil sie revisionistische Aufrufe angeschlagen hatten. Der Araber, der am 20. April in der Tel-Aviver Vorstadt Hatikwa den 55jährigen Selig, Lewinsohn imd den 36jährigen Sehlomo Morissohn ermordet hatte, ist zum Tode verurteilt worden. — Ferner hat das-palästinensische Berufungsgericht die über zwei Araber am 15. September wegen eines Angriffs auf englische Truppen bei. Nablus verhängte1 Todesstrafe be- Greift der Terror auf den Irak über? Eine der bedauerlichsten Folgeerscheinungen der, palästinensischen Unruhen ist ihr in den letzten Wochen erfolgtes Uebergreifen auf den *•■ Irak. Im Irak, dessen jüdische Bevölkerung zusammen mit den Juden Kurdistans etwa 120 000 Seelen beträgt, haben Sendboten des Obersten Arabischen Comitös eine judenfeindliche. Stimmung entfacht, die sich über das ganze Land ausgebreitet' hat. Es sollen bereits 15 Juden getötet worden sein, darunter der jüdische Regierungsbeamte Reuben Zion Barmag; ihm wurde in einem Dorf, in dem er dienstlich zu tun hatte, der Kopf abgeschnitten. Ein zweiter Juden, die um einen bei einem Autounfall getöteten Juden trauerten. Fast in jedem Dorfe gibt es solche Juden, die ohne jeden Zusammenhang mit grösseren Judengemeindeh leben, sozial ziem- ’• lieh tief Stehen, aber -stolz darauf sind, Nachkommen der nach ...Assyrien verbannten zehn Stämme Israels zu sein. Sie halten die religiöse Tradition hoch, es herrscht'aber auch viel Aberglaube unter ihnen. Auf der Suche nach alten jüdischen Handschriften in Kurdistan fand Dr, Fisch! vor allem Manuskripte kabbalistischen. Inhalts und Traumdeutungsbücher. In den Städten aberfand er zahlreiche Dokumente in hebräischen Lettern geschriebener jüdisch-persischer Literatur, Werke der persischen Klassiker in hebräischer Transkription, auch Uebersetzungen Shakespearescher Dramen und . eine Geschichte des Zionismus. Diese kurdistanischen Juden haben Jetzt womöglich noch mehr zu leiden, als ihre Brüder im übrigen Irak, Keine T<mn*tenvisa für Palästina Wie das Palästinaamt Berlin mitteilt, werden bis auf weiteres Visa für Touristen, die liach Palästina reisen wollen, nicht mehr ausgegeben. Ausnahmen können nur in dringenden Fällen oder für den Fall gemacht werden, dass eine notwendige Geschäftsreise nachge* wiesen wird. , Die britischen Konsulate (Passstellen) sind von London aus angewiesen worden, entsprechend zu verfahren. Wie lange diese Neuordnung in Kraft sein wird, ist bisher nicht festzustellen, auch eine Begründung dieser ' Massnahme war nicht, zu erlangen. Es wird nur darauf aufmerksam gemacht, dass die Anordnungen vor Streikabbruch in Palästina getroffen worden sind. Jude, der an einer Klinik beschäftigt war, wurde von einem mohammedanischen Anstaltsdiener getötet. Ungegj'btet der zur Rübe mahnenden 'Aufrufe, die das Gomite zur Unterstützung der Araber Palästinas an die Bevölkerung des Irak erlassen' hat, und in denen darauf hingewiesen wurde, dass ebenso wie die palästinensischen Araber den arabischen Königen gehorcht und den Streik abgebrochen haben, auch im Irak die . Kampagne der Gewalt eingestellt werden müsse, tobt der Terror weiter, in jüdische Synagogen und Klubhäuser in Bagdad und Basra sind Bomben geworfen worden. Der Verband der Muselmanen bat einen blutrünstigen Aufruf erlassen. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde von Bagdad hat im Hinblick'auf diese Lage Vorstellungen beim Ministerpräsidenten erhoben. Auch am 26. Oktober wurden zwei Todesfälle des Araberterrors im Irak gemeldet. Der Vorsitzende des Bagdader Strafgerichts, Jecheskiel, und der jüdische Grosskaufmahn Menascho Burdia sollen arabischen Nationalisten zum Opfer gefallen sein. Unter den Juden des Irak herrscht grosse Erbitterung darüber, dass dieser gefährlichen Propaganda nicht mit genügender Energie ent- - gegengetreten wird. Es wird darauf hingewiesen, dass die., Juden des Irak, als das englische Mandat aufgehoben wurde und der Irak als selbständiger Staat dem Völkerbund beitrat,' freiwillig auf die ihnen zustebenden Rechte 60 Jugendalija-Zertifikate für Jagur Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalija teilt mit: . Die L u d w i g-T i etz- Han d w e r k e rschule bei Jagur, an deren Gründung sich der Zentralausschuss für Hilfe und Aufbau, der Jüdi sc he Cen t r a 1 - V e r ein , der Hilfsverein und private Stellen beteiligten; hat in diesen Tagen ihre Anerkennung durch'die englische Regierung erhalten. Gleichzeitig hat die Regierung sechzig Sonderzertifikate bewilligt. Die Jugendlichen, die in Jagur eine dreijährige Ausbildung in verschiedenen handwerklichen Berufen erfahren, werden von der Jugendhilfe fachgemäss ausgewählt. . Vorschüsse auf Zertifikate Einer Meldung der „El Liwaa“ des Organs des Grossmufti, zufolge, hat die Jewish Agency von der Palästinaregierung 12 000 Zertifikate angefordert, während die Regierung nur 4000 zu bewilligen bereit war. Der Kommissar für Einwanderung und Statistik, Eric Mills, hatte die Ausgabe "von 2000 Zertifikaten als Vorschuss befürwortet. Kolonieminieter Ormsby-Gore sei mit 1 - der Gewährung eines Vorschusses einverstanden, High Commissioner Sir Arthur Wäuchope aber dagegen. ' . - Der neue „Oberste Richter“ von Palästina freiwillig auf die ihnen zustebenden Rechte . . & einer nationalen und kulkrrelt^=^ltgdeTh£Tr~very;i^^sa4%=M£bM^L^SB^Sir Micbdel MacDonnell zichteten. Damals hatte der Irak-Vertreter im Völkerbund vor aller Welt erklärt, die Regierung werde von sich aus die Gleichberechtigung der jüdischen Minderheit garantieren und ihre nationalen und kulturellen Belange wahrnehmen. Die Irak-Regierung, so wird von jüdischer Seite erklärt, habe keines dieser „Versprechen gehalten. wurde der bisher?ge Generälstaatsau\\ a 11 - von Palästina, H. H. Trust ed, zum Obersten Richter Palästinas ernannt. Zum Oberstaatsanwalt würde Staatsanwalt Fitzgerald ernannt. \ Der neue Oberste Richter hat an der Frühjahrstagung der Ständigen Mandatskommission als akkreditierter Vertreter der Mandatarmacht teilgenommen.