Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 44 (29.10.1936)
- Date
- 1936-10-29
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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■\ Gonftn^ Tonnten, bet inneren Medizinz waten u. a. Ludwig 2 i cf)’ 11] l' i IN (1815 bis H)I2j, der' sich 1876 fyilnliticvt l)dttc und 1888. Ordinarius in unitbc, Ct.tümat Üiofeitbad) (1831 bis 1907), Conrad ‘Jll-cjanbet (1850 bis 1918)'und Richard Sie t n (1865 bis 1911, Leiter der Universitäts-Poliklinik). Von den vielen Schü- . lern Minkowskis lehrten u. a. Erich Frank - (geb. 1884, seit 1938 in.Istmibul),- Felix Nos e n ' > ■t h a l l Hamburg), Martin R o t h m a n n (Alexandria.). Harry B chä sser, Rudolf S t e r n rzud Ernst B r i ege r. F«r Chirurgie habilitierten ' sichunter dem /genialen 'Johannes v. Mikulicz (Richtjüdc): u. . a. Georg R e i n b .a ch (1872 bis 1906). und Georg G o ist st e i n (1868 bis 1935). , die nacheinander als Primarärzte am Breslauer Jüdischen Krankenhaus wirkten.' 1907 übernahm . Hermann K ü ttner (1870 bis. 1931). einer der .hervorragendsten Chirurgen der lebten Zeit, den Lehrstuhl. Unter ihm waren u. a. Eduard Mel - ch i o r Oberarzt der Klinik und Siegmund Weil Oberarzt ' der orthopädischen Abteilung. Extraordinarien für Augenheilkunde waren Hermann - Cohn (1830 bis 1906), der weit über Preslau anerkannte Begründer, der Hygiene des Auges und der Schulhygiene^ und Hugo Magnus (4842 bis 1907^, Ordinarius wurde 1923 Alfred B i e lschowsky (geb. 1871), seit 1912 Ordinarius in Marburg. Ordinarius für Frauenheilkunde wurde 1865 Otto S.piegelberg (1830 bis 1881), einer der bedeutendsten Gynäkologen seiner Zeit, der bereits in Freiburg und Königsberg als Ordinarius gewirkt hatte. Neben ihm lehrte n. a. Wilhelm Alerairder Freund (1833 bis 19>8), der sich 1859 habilitiert hatte und 1878 als Ordinarius nach Strnßburg ging, ein Bahnbrecher der operativen Gynäkologie. ,Ferner habilitierten sich n. a. Ernst F r ä n k e l (1873), Leopold L a n bau (1874), Mar 110 i e n e r (1879), Walter H a n n e s (1907) und Fritz H e i m ä n.n (> 912). Landau wirkte später in Berlin, sein Sohn ist der bekannte Mathematiker Edmund Landau. 1905 habilitierte sich Ludwig Fränkel (geb. 1870), der 1922 Ordinarius"»lutvbe. , , Tic Klinik für Haut- und Geschlechtskrank' heilen tvurde 1877 als erste dermatologische Kli-, nik Preußens von Heinrich K»ebner (1838 bis'. 1904) gegründet. (Sein Sohn ist Otto Kveb» net, der Frankfurter Kvlonialwisseuschaftler, der vorher Vortragender Rat im Neichsmaxineamt war.) Koebners zweiter Nachfolger wurde 1882 Albert Di e i ßP.r (1856 bis 1916). Er wurde 1907, als erster in Teutschland, zum ordentlichen Professor für Dermatologie ernannt und ist einer der größten Bahnbrecher der wissenschaftlichen Medizin an der Wende des Jahrhunderts. Ihm gelang die Entdeckung des Gonokokkus unb die, Darstellung des Bazillus der Lepra. Besonders groß sind seine Verdienste um die Erforschung der Syphilis. Mit seinem Assistenten Earl Bruck (geb. 1879), der seit 1909 habilitiert war, und A. v., Wassermann entdeckte er die Serodiagnose der Syphilis (Wasfermannsche Reaktion). 'Für die kulturellen Interessen Reißers zeugte das von ihm und seiner Gattin der Stadt gestiftete, mit reichen Kunstschätzen ausgestattete „Haus Toni imd Albert Reißer". Nachfolger' Reißers wurde 1917 fein großer Schüler Josef Ja dassohn (1863 bis 1935), dessen Nachfolger 1931 der bisherige Oberarzt der Klinik Mar. Fe ß ntt (geb. 1887); an Stelle Zehners ivnrde Hans B i b e r st e i n (Breslau) Oberarzt: als weitere Dozenten sind Jean Echäsfer '(>868 bis 192t) und Erich K u zu itzky zu nennen. Kinderheilkunde lehxten 1>. a. Haus A r vu, Siegfried S a m e l s v n, Bruno L e i ch t e n t r r t t und Herbert H i r f ch - K a u f f mä n n. Nervenheilkunde Oskar Berger, (1844 bis 1885),.der über Elektrotherapie und mit Heidenhain über Hypnose arbeitete, Heinrich Sa ch s (1862- bis 1928) und. Ludwig Gu t t man u. Für Hals-, Rasen- und Ohreukraukheiten habilitierte sich 1872 u. a. Jacob Gott sie in (1832 bis^1895)x der , Vater Georg Gott sie ins. Er wurde 188') a. o. Professor und ist durch sein „Lehrbuch der Kehlkopikraiikheiteu" -bekannt geworden. Gerichtliche- Medizin lehrte u. a. -. Hermann ' Friedberg lgeit. 1884) und als-.Ordinarius Adolf L e's s e r (1851 bis 192«>u/ Erster Privaldozeiit für Zahuheilkünde war 1871 Julius B t-u ch (1840 bis 1902). als spätere.Dozenten sind.u. a. Wilhelm Sachs lieit" 1910 in Berlin), Haus R i eg n e r (gest. 19.28) und Julius Bruchs.Sohn Walther Bruch zu neuneu. Im Weltkrieg fiel Tr. Oskar Bondy, der sich 1912 für Kinderheilkunde habilitiert hatte. Sein Name ist aus der Gesallenengedenktasel der-Universität verzeichnet. .Die philosophische Fakultät, weist ans allen Gebieten bedeutende Namen auf. . 1825 habilitierte sich für Philosophie Christlieb Julius B r a u i ß (0792 bis 1873), der 1833 ordentlicher Professor wurde. Er war am ll. Oktober 1811 als erster Stildent der neuen Universität immatrikuliert ivorden unß bekleidete 1854/55 und im Iubiläumsjahre 1860/61 das Rektorat. In seiner Philosophie an »Fichte, Schelling iind Hegel auk,lüpfend, galt. er> als ausgezeichneter Lehrer und genoß innerhalb des Lehrkörpers großes Ansehen. 1888 wurde Jacob F r e n d e n t h a l (1839 bis 190,7), der seit 1866-als Nachfolger von Bernays Dozent am Jüdisch-Theologischen Seminar war und sich 1875 habilitiert hatte, .zum ordentlichen Professor eranut. Seine. Bedeutung liegt in seinen umsangreickien Spinoza-Studien und in seinen Arbeiten Fiber die Philosopyie des Hellenismus. 1897 habilitierte sichder Pmcholvge , William Stern (geb. 1871). der 191,9 als Ordinarius nach Hamburg ging, 1906- Richard H ö n i g s w a l b (geb^ 1875), später Ordinarius in Dreslan und München, 1910 der Religionsphilosvph Julius G u st t m a u ii (geb.z 1880». der 1919 an die Lehranstalt für die Wisfensckiaft des Judentums in Berlin berufen wurde und jetzt als Ordinarius an der Universität Jerusalem lehrt. 'Nachfolger Hönigsivalds ivnrde 1830 Siegfried Ni ä r rk. 1924 habilitierte sich Moritz L ö w i, der bis l 935 Psychologie und Pädagogik lehrte. Das Iüdisch-Theologisclie Seminar stellte außer Jacob Freudenthal der Universität eine Reihe bedeutender Dozenten -auf dem Gebiete der Philologie, aus seinem ersten Lehrkörper bereits Jakob Berilahs (1824 bis 1881). der von 1854 bis 1866 in Breslau lehrte, wo ihm besonders Theodor Mommfen (damals Ordinarius für römisclM Recht, in Breslau) nahetrat, und Heinrich G r a e tz (1817 bis 1891), ebenfalls feit 1854 am Seminar, der feit 1872. HAnorarprosessor an der Universität war. Der Philoübersetzer Leopold Cohn (1856 bis 1915), der, als Lehrer an der Gnmnasialabteilung des Seminars wirkte, habilitierte sich 1884 und wurde später ä. o. Professor 'und Lberbibliothekär an der Universitätsbibliothek. Isaak Hein'emann (geb. 1876) las seit 1930 als Honorarprofessor Geistesgeschichte des Hellenis. mu8. (Israel Ra bin war bis 1933 Lektor kür die Spracl)e des rabbinischen Schrifttums.) Beim wisfenschaftliche,' Prüfungsamt konnte feit 1930 auch jüdifct)e Religionslehre geprüit werden. Prüfer waren die Dozenten'des Seminars. Ordinarien für f l a i f i f ch c P y i lologie wären n. a. Franz S kutf ch 11865 bis 1912)- nnd Eduard R v r d e n (geb. 1868), .der später in Berlin lehrte. Für semitische Philologiehabilitierte sich 1880 Siegmuud F r a e n t c 1,(18.j3 bis 1909), der 1886 Ordinarius wurde. Allgemeine - Philologie und Literaturgeschichte lehrte seit 184-iT' Gvttschalk Eduard G u h r a u e r (1803 bis 1854),,/ bekannt als, Leibniz-Forscher. Als Ordinarius für .Geschichte lehrte seit 1882 Jacob Caro slawische Geschichte. 1920 habilitierte sich Richard Koebner (geb. 1885), der seit -1934 .als ordentlicher - Professor an der. Universität Jerusalem lehrt. Kunstgeschichte lehrte u. a. Franz L a nd.sb e r g e r , der jetzige Leiter des Berliner Iüdi- - schon Museums; .und Peter B ri e ger.' Ordinarius für M a t hem a tik wurde 1856 Ferdi?- nand I v a ch i m s t h a l .'(1818 bis 1861) und;1876 Jacob R o sa ne s (1842 bis- 1922), - der. 1903/04 Rektor war, Er war der einzige Rektor, der dem jüdischen Glauben augehorte.. Weitere Dozenten der Rtathematik waren u. a. Rudolf L i p s ch i tz (1832 bis 1903), zuletzt Ordinarius in .Bonn, Franz London (habilitiert 1889), Woligäng Sternberg und Alerauder W e i u - stein. Ernst Steinstz (gest. 1928) habilitierte sich 1912 und wax später - Ordinarius an der . Breslauer Technischen Hochschule und in Kiel. Für P h y ft k halutitierte sich 1878 Felix A u e r b a ch . der seit 1889 in. Jena lehrte, wo er 1934 mit feiner Gattin freiwillig ans dem Leben schied. . Ordinarien für theoretische Physik waren u. a. feit 1905 Ernst Pringsheim (1859 bis 1917) und von 1921 bis 1933. Fritz R e i ch e (geb. 1883). Pringsheim untersuchte (mit dem Breslauer —- nichtjüdischen — Erperimentalphysiker Otto Lummer) die Wärmestrahlung des schwarzen Körpers und schuf dadurch die Grundlage der Plauckscheu Ouautenhypothese. 1909 habilitierte sich Rudolf L a d e u b u r g. der später a. o. Professor in , Berlin und Mitglied des Kaise'r-Wil- Helm-Instikuts für phnsikalifche Chemie -und Elektrochemie unter Fritz Haber war. Seist Vater Albert Lade u b u rg (1842 bis 1911), einer der bedeutendsten Fvrsclier unter den damaligen deutschen Chemikern, wurde 1889 Ordinarius für Chemie.' Weitere Ordinarien waren u. a. Walter Herz (1875 bis 1930) für physi- . falifdjc Chemie und Felix E h r l i ch (geh, 1877), seit 1920 für Biochemie und Iandwirtsä)ttftliche Technologie: er Patte feit 1909^bereits das Institut als a. o. Professor geleitet. Weiter kehrten u. a. S. F r i e d l ä n d e r (seit 1866). der spater an - die Landwirtichaitliche Akademie Proskau ging, und Otto Sackur <1880 bis 1914). zuletzt Abteilungsleiter am Kaiser-Wilhelm-Institut für - physikalische Chemie, wo er an den Folgen einer Erplosion im Laboratorium starb. Mineralogie lehrten u. a. Ludwig M il ch (1867 bis 1928), Ordinarius in Greifswald und (seit 1917) in Breslau, und Arthur Sachs (geb.' 1876), Geologie seit 1922 «Günther Dy h re ufurth (geb.' 1886). der bekannte Himalajaforscljer. / Einer der gefeiertsten Lehrer und verdientesten Forscher der Universität war Ferdinand ß v sin (1828 bis 1898). Er hatte sich 22jährig. habilitiert, wurde 1859 Ertraordinarius und 1872 ordentlicher Professor für Bvta.nik, Er ist der Gründer des -ersten pflanzenphysiologischen Institllts. und hier legte ihm Robert Koch seine Beriuche am . Milzbrandbazillus vor, bevor sie (in Cohns Institutszcitschrist) veröffentlicht wurden. , An seinem 70. Geburtstag, der von den Wlsseiischaftlern der ganzen Welt gefeiert wurde, verlieh ihm seiue Vaterstadt Breslau das Ehreubsirgerrecht. (Spater wurde ihm am Eingänge zum Südpark ein Denkmal errichtet.) Zweiter Nachfolger Cohns 'wurde 1906 Felir R v i e n (1863 bis 1925), der aus, der bekannten Lrientalntenfamilie stammte. Vis I s Fragen beantwortet der Anzeigenteil der C.-V.-ZEITUNG. Für Ihr Ge-. schüft, Hhren‘Beruf/-für den Haushalt und den persönlichen Bedarf gibt er manche neue Anregung. Dieser Aiifsatz kann nicht abgeschlossen rverden. ohne daß einiger Einruchtungen gedacht wird, die- - der Wissenschaft, \fördernd gedient haben. -Die chemische Forschung in -Schlesien wurde, durch'das 1918 ervssuete,-/durch die. Stiftung von Fritz v.. F ri e d l ä'n d er - Fuld errichtete Schlesische Kohleusorschungs-Iustitut der Kaiser-Wilhelm- Gesellschast -in Breslau befruchtet. Dem ganztzn killtnrellen Loben diente der, 1921 gegründete Uiilversitäts-Biind Breslau, dessen, Vorsitzender bis 1933 Dr. Paul S ch o t t f,ä n d e r war.^der. der Universität auch als Ehrensenator angohorte. In der .Geschichte der jüdischen Studentenverbindnngen wird als historische Tatsache fest-. gehalten werden müssen, daß 1886 in Breslau in der „Biadrina" die erste Korporation gegründet ivnrde, die auf dem-Boden des späteren K. C. stand. Ihrer würde in der vorigen Nummer der E.-P.-Zeitung ausführlich gedacht. - Vissensckakt und Literatur -'Die Naturwissenschaftliche Fakultät der Karls- Universität in Prag, hat Professor Salvnwn. Lefschetz von der Universität in Princeton (USA) für seine hervorragenden wissenschastlichen Arbeiten und für seine Verdienste Um die mathematische Wissenschaft in der Ticin'chvslowakei die 'Würde eines Ehrendoktors der -Natnrwisienscl)tftteu verliehen. Professor Lefschetz ist Mitglied der National Academy ot .Sciences, Mitherausgeber bes „Bulletin des Sciences Matheuiatiques“ und der „Annals of Matheniatics“., " * Der Direktor des Kaifer-Wilhelm-Instituts sür Kvhleiiforschuug i'n/Mülheim (Ruhr), Geheimrat Professor Dr. Franz Fischer, erhielt in'Lvndou die M e i ch e t t - M e d a i l l e . die sährlich einmal au Brennstvffvrscher .verliehen wird, deren Forschungsergebnisse für die Allgemeinheit nutzbar gemadst werden können. In. Wien starb vor einigen Tagen infolge eines Schlagansalls der Primararzt und Röntgcnvloge Fritz Eisler. An seiner Beisetzung nah- -most zahlreiche Vertreter des Staates, der Stadt und wissensd)astlid)er Gesellschaften steil. -Tie „Münchner Neuesten Nachrichten" bespred)en in ihrer Nr. 259 die eben herausgekommene neue Auflage <313. Tausend) der Sammlung 600 schönster deutscher Gedichte, die Will'VesPer unter dem Titel „Die Ernte" herausgab. Am >-d)luß der lobenden Befprechung heißt es: „... Einen Schönheitsfehler allerdings müssen wir verzeichnen: Gedichte von Heinrich Heine sollten in einer Sammlung deutscher Lyrik heute doch nicht mehr zu finden'sein." In dem Preisausschreiben, das der Verlag'Ja- ' mes B. Piuker u. Sohn in London gemeinsam mit dem Verlag Eric Piuker ii. Mvrriivn in Rew- . Pork für den. besten Roman der Welt vernustaltek hat. ist die ungarische Jüdin I o l a u d a F ö l d e s mit ihrem Rviuan „Tie Gasse der fisc!)enden Katze" siegreid) geblieben. Zum Tode von Jacob Plessner ■l'tit Jacob Pleßuer. desicu Tod wir bereits in der vorigen 'Nummer der E.-V.-Zcituug metdeteu. stirbt der letzte Vertreter einer Generation' iw Teuischlaiid tätiger jndiicher Bildhauer aus, die mit den, Namen -Mar Klein-, Hugo R h e i nh crPd , 'Mar L e v i. Hiigv -0 a u chn a n u -verbunden ist, Mehr als jeder andere ist Pleßuer mit’ der Reichshauptstadt verhaftet gewesen, wo seiner. Fol. 8,// lunf-ihl künstlerisd)en Ausbildung unter Menzel im Kunstgewerbemuseum. später in der Akademie, die WegeM gewiesen wurden. Hier wurde der aufstrebende Künstler, der als Träger des. ')Nict>iet-Baer-Prei'es in 'Italien weilte, anu uch^wie^viete^vorsthum-in^ der Antike zu belehren und geistig .zu ' bereid)eru. von der gebildeten Sdiidst der alten Berliner Gesellschaft gefördert, hier entstanden feine tvdeu- . teudsten Arbeiten, Gratideukniäler stiud Grabplaftikeu, in denen er sich um individuelle Lösuugcu bemühte. Taueben bekam er Pvrträtalisträgc. und in der Hauptsache .dekorative und zeitgemäß zu . sdttifsende Löiuugeu' stellten sid) ihm in den Plaketten. die bei ihm hästiig iix Auftrag gegeben ivurdeu. Jacob Picßners veriöulichite Rote zeigte sich im Meudelsiohn-Porirät für die Tefiauer Gedeukaiissiellung l 929, das" in der der anhaltiniidien. Sctj<ill parallel laiiiendeu Ausnelli/ng der Preußifdien Staatsbibliothek m. W. in einem guten Foto zu sehen war. Aber in besonderem Plaste erwies sich Pleßuer in den Plaketten, als guter Bildhauer: hier, stellte 'er-"sich, dem eigeiieu lüimismatischcu Rahmen an-- gepaßt, in der Ktinsi der knappen Tarsrelluug, um nicht zu iageu der Kunst des Fortlasieus. als hervorragender P'ydiolvge und Haudiverkei zugleich vor. Unter dieie tormal gut gerateiten Porträts reclmeit aus der’ leptereu Schaftensepoche Jacob Plcßners vor allen Ti^zeu die Bitduisie von Ludivig Holländer, und'NWna Schwär». Mag dieier Bildhauer beute unseren anders geidmlteu Augen in seinen -Fxeipla'tikeu zu ..akademifch" ersdieineit. so wollen wir doch uns gegenwärtig halten, daß mit dem Werk auch dieies jüdiidten Künsile.rsi,ein Stück des uns vertrauten Alt-Berlin dahingegangen ist. O.'v. Das Jüdische Iugendorchester Berlin will iortgeichriucncn Spielern und Lvielcriinien Gelegenbril geben, .sich durch Einüudieruugi geeigneter Orchesterwerke Avulinc im Orcheslerspiet anzueignen." Einmal wöchentlich nndet - eine Probe natt. Ptetdungen von Jugendlichen, die ein i7rctie'terinsirumenl spielen-., lau den »'.ünkallschen 'beiter des Orchesters. K.apeII- 'uicitler '.Mar W v t 1 h e i in . Vertln-Hatcusee. stialharinenstraße 20 (Tel.: J 7 3220). da Pontes Anteil am ,,Figarou Annette KoTb über Mozarts Textdichter ' ^^^^n einer-zurzcit im Feuilleton/der_.„Fmuik^^ f u r t e r Zeist ii n g" erid>eineuden neuen Tarstellung von Mozarts Leben widmet die bekannte SchrittiteUerii, A n n e t t c K o l b auch Ta Ponte, dem jiidifd-eü Textdichter dreier, feiner Hauptwerke (..Figaros Hochzeit". „Ton Inan", „Cosi fan tutte") eine Betrachtliiig. In der 3l>. Fortsetzung ihrer, auf Ouelleu und Brief.' gestiitzteii, Biographie (Nr. 534 vom 18, Oktober -19361 wird sein Anteil an „Figaros Hochzeit" svlgenderinoßeii ge'd)ildert: - „Schon im Jahre 1783 hatte er ('Mozart) den Textdichter. Lorenzo - da Ponte keunengclerut. Er war 1749 im Venetianischen geboren. Jude, mit 14 Jahren getauft, und kam 178) mit i einer Empiehluüg an Salieri nach st'öieit. Er war merkwürdig, klug, abeuteiierlich. und galt iür ebenso eitel wie'gerissen" Gegen teureres spricht die.Tatsydie, daß er eines Tages , ins Elend) geraten und beftelarm .sterben sollte. Ihm gebührt jedenfalls um Mozart,'ein unsterbliches Verdienst. Er war für wirkliche Größe empfäuglid,. von ausgeiprocheit kritischer Begabung, und Hütte Mozarts.Genie instinktiv erkannt: was nicht hinderte, daß er sich erst mit den erivlgreicl>en Komponisten ins Ber- . nehmen setzte ... Tiefer (Mozart), so erzählt^ er.-^twbe ihn einmal gefragt, ob er nicht aus' dem damaligen Sensativnsstück BeaumardFris .st'iuuro ou ln kolle jou^uee" einen Operntert machen ivürde. Im I'ult 1755 war das Buch ü'rtig."-- ' / - Annette Kolb gibt dann ein ilitere-isaiites Zitatatis den. allerdings viel spater entstandenen. Erinncrungen rbcä Librettisten: - „In-sechs Wochen war alles fertige Mozarts guter Stern wollte, daß cs beim The'atcr gerade au Partituren mangelte. Beisttächster paüeudcr Gwlegcnhcit-ging-ich. ohne, mit irgend jemand darüber zu fpred)en. dem Kaiser selber den „Figarozu überreifen. Was sagt erft^ ,Jhr wißt, daß der stNvzart ausgezeichnet als Instru- > mkutalmnsilns, bis dato erst eine einzige Ge- - saugsoper (..Tic- Entführung") geschrieben hat — und die war keine große Sacl-e — .und dann habe ich diese „Hochzeit des Figaro^- im Kärntnertor-Tüeater verboten."' — .Gewiß.— Majestät', sagte ich, .aber da ich eine Oper und keine Komödie zu schreiben hatte, mußte ich - manche Szene auslüssen und die meisten kürzen, iusbesvüderc in allem, was die Würde eines Höitheaters verletzen könnte. Was die iMusik aubelaugt. so ist sie,.soweit ich zu urteilen ver- ' mag. wunderbar schön/'— .Gut', erwiderte der Kaiser, .wenn es’sich so verhält, so will ich mich für die Btusik ani Euren guten Geschmack und für den Anstand auf Euere Geschicklichkeit ver- „Tiese Geschicklichkeit" — so beurteilt-Auuette; Kolb die Leistung mnf' Mozarts Textdichter — „bestand für da Ponte darin, seinem Titel- ». Helden die. kühnen Umrisse zu benehmen, 'das Schöpferische lag ihm ohnedies nicht im Blute, des weiteren.war,er durch Rücksichten, die er nie aus dem Auge verlieren durftegehemmt. So hatte sein abgeschwächter Figaro mit dem des Beaumarchais höchstens die Munterkeit und Geschmeidigkeit gemein und ivar im übrigen ein treuer Tienor seines Herrn, .nach der herrfcheudeu Tradition.'. . Mozarts Zusammenschluß mit da Ponte war glückhaft." - g. sch Sekretariat für bildende Kunst (im Reichsverband^dcr' jüdischen .Knltnrbünde). Eröffnung der neuen Ausstellnug im Klubheim des Indischen Franenbundes. Berlin W 50, Atarburger Straße 5, am 1. November, il^-U*41tvc —Werke der._Maler Leo P r o ch v w n i k, Tr. Fritz Salo m o n < kT, ' Gersvn T a w i d o w i t f et) und des Bildhauers Rtar Sokol. Die Ausstellung „Unsere Ahnen", die das Berliner Jüdische /Museum a,m 9. )!ovember eröffnet, wird nun auch vom Frankfurter Rvthschild- ” Museum beschickt, das uns das ausgezeichnete Bildnis der Gutle Rothschild, der Rtutter der ö Frankfurter, sendet.! . ' f ' st-