Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 42 (15.10.1936)
- Date
- 1936-10-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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\ ' J - " , ""% \A | - -!! Ml'm S */h\; m i r ■ m i] Mark Antokolaki: „Studienkopf"* und Doktor ■■■Schwarz — Sie kennen ihn sicher von Merlin her — haben uns überall Freunde und Mäzene geworben.“ Dizengoff war in diesen Räumen immer noch zu Maus. Mit vielen Kunstwerken verbanden.Hin pe'rsonliche Beziehungen, und so vermittelte er Im Vestibül sieben die Büsten Ilerzls, Weizmaiins, Lloyd .Georges und Alienbys. Lange verweilten seine Blicke auf dem Bronzestandbild Meyer-Michaels in der mittleren Halle — eine auUvärisslrebend'e Fjau, die Sehnsucht nach Zion symbolisierend: ,.l)ie Kunst soll > erziehen. Aufblicken müssten sie, alledie ] Kleinen, .Wankelmütigen.. Ihnen erfüllt .sich ZionS Sehnsucht von.'.Jahrhunderten. Was sind gegen Millionen Tränen, die draussen Messen müssen, ein paar ernste, tragische Stunden. Auch ich empfindeihre bittere Ungerechtigkeit und * werde in Wort und Tat dagegenkämpfen." Jetzt schwächlich versagen, lieisst der Erfüllung un- - XJSÄä \Mauricz Minkow.ki: „Nach dem Pogrom“ Maurice -Utrillo: „Stadtbild** würdig sein.“ "Fünf breite Stufen führen hinauf, die zur Lese- und Ausstellungshalle führen. Ein Bild von Jules Brandon steht auf breiten Mauern: ,.Das Geschenk des .französischen .Staates erfüllt uns mit besonderer Freude." . Voll Liebe zur Sache hat sich der Vielbeschäftigte^ in jede Einzelheit vertieft. „Die Fenster müssen klein und schmal sein, weil sich sonst eine Ueberfülle von Licht ergiesst, die die harmonische Wirkung der Bilden stört. Alle Räume ' sind kühl, alle Kunstwerke durch besondere Isolierung geschützt. Zwei besondere'Räume sind der jungen palästinensischen Kunst gewidmet." Freund Struck pst nicht 'zufrieden mit dem, was bisher geleistet wurde. Aber es fehlte ja die Möglichkeit, aus den Werken reifer Meister zu lernen, es fehlte auch ein ständiges Forum. Beide Aufgaben erfüllt unser Museum. Ich glaube an die Zukunft der palästinensischen Kunst, schöpfend aus dem Erlebnis des geliebten Landes.“ *• Struck, Opler und Chagall dominieren unter den Künstlern in Aquarell und Pastell. Beson- . ders lange weile i^h in dem Raum, der jungen jüdischen Malern Berlins gehört: es wäKmir so, . als.begrüsste ich gute alte Bekannte. Dann sind wir bei den Graphikern. Lange fesseln uns Blätter von Lesser, Ury, Slruck und Lieberpiaiim ' Dizeugöffs Stimme wurde leise und bewegt, ~ als er davon sprach, wie Liebermann am Ende, seines Lebens die zionistische Ideeverstehen “ lernte, der er immer ferngestanden hatte. „Wir Zionisten waren Propheten dieser Entwicklung. Aber es ist eine tragische Wahrheit, dass den Propheten selbst meist nichts stärker erschüttert als die Verwirklichung des Vorausgesehenen.“ Dizengoff führte rewie ein liebender Gärtner durch die Welt der von ihm gehegten Blumen ' und Pflanzen. Er kanntej'edes Bild. Die holländische Schule lag ihin am meisten, aber auch der belgischen und französischen brachte er reiches Verständnis entgegen. Das Vorhandensein eines Rubens erfüllte ihn mit Stolz. F^ämmihgo, Utrillo, Magall van Gogh und mehrere Ensors erregten immer von neuem seine begeisterte Bewunde- Es fehlt fast kein Name, der in der Kunstgeschichte Bedeutung hat. „Sehen Sie,- def Auf-. bau dieses Museums macht mir im kleinen die gleiche Freude wie die Fortentwicklung dee .grossen Werkes: Tel-Aviv.“ \ ■■■•. Als wir an den sechs gemalten Fenstern Adlers vorbeikommen, die die zwölf Stämme darstellen:,.Man. sollte nicht nur immer von den , herrlichen . Lichleffekten sprechen. In . diesem Farbenspiel glüht*die Seele eines’ganzen Volkes.“ Vor Israelis Hochzeit: ,:Wie wundervoll er die grossartige jüdische Zeremonie erfasst! Nurl Tradition packt, hat auch das richtige Verhältnis zur traditionsbedingten Gegenwart.“ Erschütterung malt sich in Diüengoffs Blicken, als wir vor Minkowskis „Nach dem, Pogrom“ stehen:. ..Diese Gesichter, diese Gestalten sind ein einziges -namenloses Elend. Eine Warnungden kommenden Generationen. Seht her; diese da müssten erlöst werden. Erlöst sie. Aber kommt -hur, wenn ihr stark seid. , Euer Land braucht keine Halben. Schwachen. Sie werden untergehen wie bei Neugeburten, die lebensunfähigen Schwächlinge;“ .In dem grossen Ausstellungssaal, der über '2~)Q Personen fasst und, wie viele Säle hier immer neuen Themen anschaulich dient, nimmt Dizengoff, sichtlich ermattet, Platz. - - „Hier werden bald Vorträge und Kaminermusikabend veranstaltet werden.“. Unvermittelt wird seine'Stimmenoch eindringlicher: „Viehleicht sind Sie der letzte Journalist aus Europa, den ich spreche. Bei uns Juden legknian Steine auf die Gräber Von Menschen, die man achtet. yWer auf mein Grab einen Stein legen will, der helfe das Museum weiter ausbauen und ausgestalten.“ - A. -J. F. Friedrich v. Oppeln-Broniköwski Mit diesem Aristokraten, der in jedem Sinne ein adliger 'Mensch war. ist ein quter und-weitgespannter Geist erloschen. Friedrich o. Cppeln» Bronikow'fi.. geboren in Kassel -187.:;. wurde zunächst Litiztcr: aber den jtutgen Kavalleristen lockten die Bstssenschast und Schristsiellerei mehr als der soldatische Berus. Gr schrieb zunächst um die Jahrhundertwende einige Bände der damals beliebten 'Militärnovellen. gleid,zeitig jedoch legte er durch unermüdliche Studien deu Grund für ein * Missen, da» tim allmählich zu einem erstaunlichen llnioersalhisloriker answachsen liest: als .Remter der Weltliteratur war er ebenso geachtet wie als Archäologe, als Ilcbersetzuiigskiinstler ebenso wie als politischer Sckiriststeller. i Sppe l n-B.ro>ti kow s ki gab 10«t0 zusammen mit ‘^oent damalsdurch seine Llirik und Jininnne in* mitten der Diskussion stehenden jüdischen Dichter Ludwig Iacobowlki in dem eben-gegrüiideteii Bei- . lag Pott Gngen Diederiehs „Die Blaue Blume". eine Anthologie romantischer Lhrik -herauf die gleichzeitig mit Ricarda Huchs Büchern über die R'omatttik viel zur Neuhelehuiig jener geistigen Stro».' muitg detlxitg. Diese Anthologie bot viel völlig verschollenes N!alerial. und Sppeln-Broitikvwski erkannte ritterlich' in seinem Borwort'an. daß „die fülle tind wisieiticdtliche Bollständigkeit des 'Material" Iacobviv'ki zu danken sei. Durch Nietzsches Hinweise aus die -Bedeutung des tim l9M> tu Deutschland noch wenigbekannleit Henri Sleudhal-Behle tvurde Oppeln-Broutkowski äugeregt, die erste. lleber'ejutitg der Merke dieses Bietilers im shmboltscheit Roman zu beginitett und in' der zehnbäudigen Prophhkäert-AuSgabe (im. Bering Uliiti'in) durchztisührett. Cppelit-Broitikowski wurde ituit Speztaltst für Ileberlctzungen aus dein französischen. Mit ein» stchlendev Sttlkunst schuf er vorztigltckpe Uebertragungeitder größten, aber verschiedenartigite» - Repräsentanten der sranzösitch'griech-iichen Ltlera- , tur: er war der erste llehersetzcr Maeterlincks, de Gotlers und Analole franees. er übertrug Pierre Loli. flaubert, .Maupassant und den Wissenschaftler Henri Lichlenberger. Aber 'eine tmiverialhistorischen Kenntnisse befähigten ihn auch. eine Gesamtausgabe der Merke. Briete nnd Geipraci^ friedrichs des Großen herattszttgebeit. '\tt bim lel.neit Ialiren zog ihn.vorwiegend die Arck,ä ologie . chn. in der eit, genauer Sachkenner war. gieichvtel ob es sich t,m griechisclie oder nordische Altertümer oder um vorderasiatische Ausgrabungen handelte. Unveln-Broiiitowski hat sich oft mit Juden und der Indeuirage beschäftigt. Gr veröffentlichte ji. a. kurz nach Kriegsende eine damals viel bcachtete Broichüre „AnttsemitiSmitS U Gins seiner Hauptwerfe' war. lb-S. die erste grosie, ausichlutzr-eiehe Biographie des jüdischen Mediziners und ^chritlitellers David ,Ferdinand Koren, der Leibar;t Hardenbergs. Univeriitätsprotesivr und Mintiteriatrat tvurde.. und den zweiten Deik seines problematiichett. .tl'eiNcue-tdtdieir-AlLl'eitS in .Parts verbrachte. ° ' K. F. ' Professor Archenhold 75 Jahre alt Am -J. Oktober wurde Prviessor Friedrich Arelieuhold. der Atuitiator -der Treptower -Llermvartty 7."> ,sälire alt. Arche „hold .hati die grundtählichtu Attreguttgeu tür den 'Ausbau dieser «ternivarte als"Bolksneriiivarte gegeben und sich Berdienne um die Berivend.mtg -der Kinentatographie für fultuvcLle Lwccke ertvorbcn. . i Die Bibliothek Montefiore Zur Berliner Versteigerung am 22./ 23. Oktober Paul Graupe veranstnl'ket wieder einmal eine interesiante Buchatiktivii, unter deren schätzen sich die Beständeder Lainmlmtg Montesivre -finden. .. französische illustrierte s Bück,er .- ve-Z fS. Jahrhunderts, deutsche und ^französische OiteraturHud schöne Gesamtausgaben. Kunstliteratur. LnruSdrucke. ferner kostbare Alte Graphik; englische und französische farbitiche. Haudzeichitungen und Ausichtcu stellen sich, dem Ktuistmarkt in der zweitägigen -Bertiuer Berste-igerimg. Diesmal haben die Bearbeiter des li’OO A'ummern um*- fasseuden AuktivuskatalogeS ein besonderes Inhaltsverzeichnis voraugestellt. dar,d.eiii knien und '. dem Fachmaun noch genauere Ausschlüsse darüber gibt.-, welche Lammelgebiete vorhanden., ivelchen Londerwüitscheu Jiechuung getragen wird. - In die Melt des Sammlers Ptontefiore, dessen kostbare Bücher von einem besonderen Buchbinder gebunden wurden, ttämlich von dem franzoien I. Gh a vhe. versetzt das Grlibrts. daS sich in jedem Band seiner Bibliothek befindet. Biele Bücher tragen auch das Mappen diescs„.eitglischen Sammlers, tvvdurch bei der Borbcsichtigung -dieser Graiipe-Auktivn die Unterscheidung von anderem unter den Hammer gelaugeltden bibliosihilett Besitz,, sich für den, der vtebleicht keine» der ciitmal wertvoll werdenden Kataloge besitzt, von selbst ergibt. Gs fällt schwer, den Anfang zu machen', wenn man die Schätze der Biblivthek 'Montefiore mifzähleit will. Nicht nur-inhaltlich, .d'. lp. literarisch, stellen .sich Kostbarkeiten vor, soudern eS geht hier um Die Arbeiten der hervorragendsten- Buchbinder aller Bokker. 'Belgischermd französische Namen von Klang sind, zu fiudcu: Hardh. Ghambvlle. Duru, Bozöriau. Ieuue. Gourleval. Der Buchbinder, der die zweibändige Ausgabe von n h i > M m \ i u'dus De Gloet ...Voyage pittoresque dans le royaume des PaV.s_Bas“ verfertigte. 1 in Brüssel verv legt, musi eilt grosier Kunsthandwerker gewesen. sein, der wutzte. dasi nehen dem schonen blauen Niarogtiiitbaud. dem Deckel mit vieriacher Goldfileteuuiitrauduitg. der zierlichen Goldbordü-re und. dem Gckstsick mit der Tarstettiing eineS goldenen PflugeS auch der'Maler zu Worte kommen mußte, . der in die Mitte der Borderdeckel des zweibätidigeu Merkes je ein. Lelbild fetzte. Gs ist die Ansicht des Schlosses Rond-Gheue, de« Besitzes der familie de Montesivre in Belgien, jedesmal ist diese alte Architektur von einem, anderen Punkt aus gesehen und in Lel sestgehalten. / Biele Bibeln sind in dieser Graiive-Auktivn. Giner von tl)iieu. einem -der schönsten Gremtzlare der Knrsürstenbibel, ist die folge der Kupferstiche von Bisscher in Amsterdam beigcbundeu. und sie . ist auch durch die vielen getriebenen Beschläge im Ginband, der anS der feit. stammt, interessant. Monn man daS sehr breite und''sehr-hohe-Buch durchblättert, hat mau Freude an vielen Kupfern und Grundrissen «ach RnbettS. Bloemaert. de IBruhu. Sehr amüiaut ein Grundriß der Arche Noah, betitelt „Ungetälirlicher Aufzug. Durchschuiedt und ^Griiudricß der Arch Novo", der berichtet. daß der Verfertiger sich Gedanken gemacht über den „Ab- und Grundrieß" deS Kastens oder der „Arch Nooe" zum 6. und 7. Kapitel Genesis, „wie etliche gelahrte miß dem Text selbigeabgemessen". . . Die Bibliothek Montefiore bringt aber auch Bücher ans den Markt, die in uns näher liegenden Gpochen geschrieben wurden. Da finden wir einen Baud „Kulturgeschichte des-Judentums von den ältesten -Zeiten bis zur Gegenwart". Jena ISSO, in Halblcder, und zugleich mit diesem Buch veranktioitiert man Mt Katzserlings „Die Jüdischen franen in der Geschichte. Literatur und Kunst (1S70). Wilsons „Ledures on our.. israelitisK origin“ (1S7(U, von Edersheim ..Sketdies of Jewish social life in the Days of Christ“ (1877), \ Joseph Ha-Gphen „Les Chroniques juives“: ..La ‘ Vallee des Pleurs“, 157,» (Paris 188k). zusammen sind neun Bände verschiedensten Inhalts dieser Nuiumer des .Bersteigeruugsverzeichiinses (Rr. 523) mtgeglicdert. . vr. Olxa Vlvcl». Da* Wappen von Montefiore Auf sehr zahlreichen Büchern, die er sich von dem. Buchbinder Chavye hat binden lassen, ist dieses Wappen auf geprägt Fol.Karplustetnes großen zeichnerischen Könnens, das sich mit dem trefssicheren „Lrgaii" für das verbindet, was überhaupt.darsteklenstvert, sind die Schildertiugtzn aus dem Pariser Milten, die Waschfrauen bei der Arbeit, die spießigen Spaziergänger und die mondänen Herrschaften. Menschetsthpen - aller Art. unter denen die Kinder eine hervorragende Rolle spielen. . Pastelle, die-aber nicht die eigentlick)e Welt Takals bedeuten.^müssen in dieser schonen Ausstellung-Zeheufalls genannt werden. Das Blatt {mit den schissen ans beivegter See ist ein Beispiel dafür, daß der Künstler, auch formal gesehen, in die Weite strebt. , o. B. Ex librit von Montefiore £'ut. Kar plus . Ausstellung bei Weil Im Rahmen der kulturellen -Bermistaltuiigen sieht man tin Hause Weil eine Schau -von Arhciien des tu Paris seit sechs Iahxen lebeudeu AötlerS Takal (Steinteld)-, den mau früher in der Galerie Gurlitt öfters antrai. Gin Nleister der.^ zetckmerit'chcn Bisionen stellt sich uns in dcit vielen Blällerii vor. die. nach Beendigttltg der A»sstelltmg nackt Jerusalem gehen. , Zm Augenblick werden viele Arbeiten Tnkaks in Ghieaav zusammen mit 'AMrken von Pablo Pteasso aiisgeneUkAMartintcrdie beachlenstverten Darstellungen aus dem Pariser Iudeuviertel. In der fasaueustraße in Berlin sieht 'man.. feder^etchntittgeit. viele von ihnen getönt, auch Bleisiiitskizten.'von zartestem Duktus- -Manches ist in -der 'Manier.-wie der Slift über die -flächen gleitet, wie ditltig hiilgehancht eine Linie, ja oft ein Punkt mir. dem fernen Ssteil abgelanicht.' doch in cigencr, persönlichster Weise gestaltet. Proben- 18^ Lktober, 17 Uhr: KiKtstlerltilse der Jüdischen Gemeinde. Meitdcls.svtm-Beranstaltung. Tr, Hugo Lachmanski spricht über Moses Mendelssohn. Arien, Lieder. BidiniKoitzert von Alcndel-sohn-Barthvldtt. Alttwirkeitde: Agnes Letntdvrter (Lenbachi. Alfred -Wittenberg. Helene Lachntanski-Schanl. Im Hans Kastaiitenallec 38. Westend. 2V. Oktober. 20 Uhr: Jüdische Resormgeincinde. Lani- Nitsrat Tr. Alfred Petzser „Fortschritt oder Rückschritt im jüdisch-religiösen Liberalismus" (Eindrücke von der Londoncr Konferenz. Logen lein pel, Kleislsfraße' 10. - Der Verfasser des Aufsatzes ..Die erste natnrwissenschaftliche Reise nach Palästina“ (Nr.“ 41 der C.-Y.-Zeitung) lieisst WalterK.FraenkeL