Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 42 (15.10.1936)
- Date
- 1936-10-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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suchen, die noch vor wenigen Jahren selbst zu best Gebenden gehörten. Nachdrücklich wies dann der Redner auf die Pflicht jüdischer Solidarität in dieser Zeit hin. Wir müssen erkennen, daß wir keine Zeit zum Politisieren haben, daß uns'kein Unterschied der Wcitanschauuyg ,trennen darf, daß wir vielmehr alle nur Von einer Aufgabe und einer Pflicht uns leiten kaffen dürfen: uns gegenseitig bc» zustehen und gegenseitig zu helfen. Direktor -Stahl schloß seine Ansprache mit dem Bibelwort, das Gemeingut der ganzen Acenschheit geworden ist: W'vhaftv l'rcacho. lvmaucho Liebe deinen Nächstenwie dich selbst.5 Tiefer Gedanke solle zum Programm und zur Tat der Jüdischere Winterhilfe werden. Zum Abschluß der Grossnuiigsveraiistaltüng spielte das Knltnrb'.indorchcster das Finale ans der.ch'roiea" von Beethoven: Finale 'unh in der läuternden Kraft'der Musik zugleich wie ein Auftakt zw dem großen Gemeinschastswerk, das in diesem ' Winter dnrchgeführt noerden ivird. Tief becindruekt von. der^Feier verließen die vielen Hunderte, die bis zum letzten Platz die Synagoge füllten — darunter ."»60 Hilfsbedürftiges die die Beranstalter geladen hatten, nur ans diese Weise die, Verbundenheit zwischen Gebenden und . Nehmenden zu bekunden das Haus. H. B n. Die Richtlinien für die Jüdische Winterhilfe/ iimreißen piuicitrnb. nticbcntm den Perivnenkreis der Bedüritiaen. Daraus ist lj'crvorznheven. das; für Familien aus Ntifchehen zwischen Teulschblütigen und Juden die Jüdische Winterhilfe dann , zustäudjg ist. lurim der HanshalGvorstaiid im Sinne'des Rcichslnirgergeietzes Jude iii. Für Berteiluug .gelangen Aalirungs- und 'Gemißmitlel, Kleidungsstücke und Kohlen auf Grund von Kvhlengutscheineu. Bargelduiilerslützmigeu tverden.grundsätzlich nicht geivährl. Die Mittel iverdeu pure!, die in v u a 1 l i ch.e n G e l d s>c ndeu . durcls E i n t o p f s p e n d e n und P i u u d s a m in « I ii n fl e n auigeliracht. Für die monatlichen. . Geldspende 11 sind iolgende Salie ängegeben: a.) Vi'l'iiu und (''iCalt-'niupiaiini'v;ol,Ieu während der * ft'rtj?inniiiiliju':i Tauerder .Hidächeu Wiirterlülie ' 393ß<s:t7 (1.-. Cfti'lH'v l'.i.Ii; |ii-> :u. -JKäri H>."7) imiiinllid, »liuvestensin Pro.'.ent der aligesül,r- -. teil Lol»isteuer. b) Lolpi- und GFuiUseuipwiiuer. die ivetzen ihres geringen Ginkoniuieiis iiiilst lieraiineg'gen wer- . dein eiilrieliten eia T psee von nu'natlich 0 27, Hi.ül. e) FestbesoldelS' >ie neben ihrer r'nlinllenerleislnng nvch zur inniniianei'üleuer veranlagt 'werden. - enirichieii iievea ihrer nninaltichen tuende in Hohe von mini'eileiis- ,0 Prozent ihrer Lohii-. steiler ein iiionaUiches STp<t’-v in Höhe von i pro-' zent ihres tnrdas gadr veranlagten Ein--- t v in ine n >t en e r b e t rar e -> . an die Jüdische Winter-- hilse. soweit die kieu.richnid matt durch Lohn- . adzug aoliU'it wird. Tieie I pro',eni werden also lediglich von der -Eiiic-omnic-ntt.-iierschittd errechnet. die durchpornns-.nlilung und die- Abschluß,oelüit i-iordei! in. «I) Geiverdelreibende und '.Him-tunuu' der freien Berufe sowie sonstige Gintouiinenvezieher,. die znr Ginkonuneiisleiie-- veernioet wero.-a nitvidjtcn... ■ nwnaUich ein Tvier in Höbe, von I Prvzeut des Uir da» Fahr u.r!'> veranlao'.en Gintonnneniteuerbelrnges an die/püdiiche 2rün!erhii'e. . e) Fiihnber yun vifenen Haiidctsaciellschai'te« und .Uonnnanditaesell-üdnien - ealrul,!--!,.' moiiatliii) - _ .1 Prozent de» .iür das . Je.iir '193.', - veranlagten ‘ Eiiiwmmeiisteuerbetrage» an die gütliche'löinterf) tilewerhetreibende und Anaehm Nie freier Pernio soivie sonstige Ginlönnnienbe-ieher. die nielst zur (riiikommeiisteuer beranlaa! loerde'n ordern einen Mindestdetrag.von..monatlich I -!!'.>.>! während der Tauer der Füdliche» -pöinleri>ii.ie. Zugunsten der Jüdischen Winterhilfe firchet. in der -öicncn Thiiagvge. Berlin, Tranienburger Str. 30, ain 2-i. Cftofaer, 20.30 Uhr, die europäische Uraus- -iihrnng der Freitagabend-Liturgie, von Jacob ag e i n b e r g (Ncw-?jvrk > statt, 'piisiührende: Großer ^gemischter Ghor. Tolisten: Paula .Tal-vmvnüindbcrg (Alt), Julius P e i s s a ch o w i t s,ch tBariion,. An der Orael: Erwin Io,pe. Einteitende Worte: Elicser E l, r c n r e i ch. Musikatische veUnno: G hemjv W i n a w e r. Karten zum preisevo»-0.7b. t>— RM (snr Jugendliche s».öv.-RM>..Dertau.sp Buchhandlung -^poppelauer. Neue Friedrich-, itraße. 59; Kedem, Eharlvttcuburg, Tahtmanustraße 8z Wvlii.- Wilmersdors, Prager Plat; 4; -Figarrenhaus surschietd,'. Jagowstraße -1 >: icrucr bei sanrilichcn .itasiellaucn..der Gemeiude-Lhiiaaogen .sowie-in den -Gemeindegebänden Lraniei-kburgcr Straße 29, -Ziminer 85. Rvscnstraße 2—l. - - . FDrei 8tunden I.sohen ^Gigentlich weiß man gar nicht, tvesha.lb so^ gelacht wird. Ist es die schmissige Alnstk von Willi Aosen, sind, es die Torte und Witze von Mar Gchrlich.- sind es die chumvrvollcn TarsteUungen der Aiitspieler dieser Revue in 22 Bildern „Börliang ans!"? Das Publikum lacht schon, wenn der Borhaug noch gar nicht auf ist, und lacht noch, wenn es in die Garderobe strömt. Und das ist wohl die größte Geuugtüuiig für die Leiter und Alstspieler dieser ,ü lei ulun stbü hne des I ii d i s ch e » ,Ü, u l t u r b mi des im Schumaun- Snal. in Berlin und sichert ihnen ausverkaufte .Häuser bei - jeder Aufführung. Man ist in. Der-' legenheit, wen von den Mitwirkenden, man am meiste.» loben soll, denn jeder einzelne steht ans dem Platz, ans den er gestellt ist,-'„auf seinem Platz". Fritz T a ch a n er, der ausgezeichnete und wirtungsvolle Rezitator, der vor allem mit seinen „Atasken". etwas Dertiefung in den sonst leicht plätschernden Abend bringt. Ruth Lehnb e p g und -Johanna H e f t, die singen und - tanzen, Edith .E i s en h cimtt, deren hübsche Stimme sich vom Chansviiettenhasten gelegentlich 'ast' bis zum Lpernstil answeitct, Hans Waiden, 'der Tenor, Erik Baden, der gewandte Tänzpartner der gelenkigen und graziösen Johanna Heft in mehr oder weniger akrobatischen Tänzen, oder Mar E h r l i ch , dessen vielseitige- AUtwirkiing allfzilzählen den Rahmen einer svlchen Besprechlmg svrengen ivnrde. uuerinüdlich - als ^llitzspieler und Cousörencier,-als Lthello ivie als Onkel Eli, lind schließlich der Bühnenbildner .Heinz Gondel l, der technische Leiter Hgns S v n d he im er , der Inspizient Rudi Berg — alle' gemeinsam bemüht, keine Atempause zniijcheii den Lachsalven eintreten zu lassen. Ganz vesonders zu loben aber ist diesmal die Musik. . mitreißend und-rhhthmisch wie nur je bei Willi R v s c ii. ausgezeichnet - äusgesührt von Werner Baer, Jve Reuman.ii und Alfred 0le,ist a d t. .ttnrz. ein Abend,.der für.ein Paar Stunden den Alltag vergessen läßt. M. E. Konzerte in Berlin und im Reich Ter übergroßen Zahl heschästigungsloscr jüdr°- schcr .Nnnstier gilt Die edle soziale Liebcstätigkeit eines D a ni e n k v in i t e e s, da» derKünstlerhilse der Berliner Gemeinde angegliedert ist lind u. a. eincii Mittagstüch unterhalt.' Für diese Arbeit fand in einer Werbeveraustaltung Dr. Uurt Siuge.r warme Worte des Tankes. Zugleich gab er ein Bekenntnis zu Theater Und .üiinst. zur 'Erhaltung nnser.es gesamten künstle- *riulicn Beiipe» ohne Einseitigkeit, zur Einheit, ohne Rücksicht ans jüdisch-politische Gegensätze.' Die Jüdische Winterhilie der Jüdischen Gemeinde— zu Berlin bittet Um Pteldung von weiteren Damen und Herren, die sich ehrenamtlich für. di? Tammlu ngen zur Versügung stellen wollen. Schristlichc Meldungen an die Jüdische Winterhilie dpr Jüdischen Gemeinde zu Berlin. C 2, Rvseustraße 2—4, erbeten. Die Jüdische Winterhilfe benötigt dringend einen kleinen - eisernen Geldschrank sowie Schreibtische. Tuche. Sinhlc. Bänke. Angebote werden an die Indische -Winterhilie schristlich oder telephonisch (I> 1.6711, Apparat 19erbeten. . Die nächst« Hauösammlung der Jüdischen Winterhilfe findet Sonntag,. 25. Oktober, statt. . , :.- - Postscheckkonto der JüdkschenppWinterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin: Berlin 93 446.. , Wir hörten dann die „I ü d i s ch e n S ä n g e r ° k n abe n", zu wichtiger Aufbauarbeit heran- - gezogen von Erwin J'o s pe. In pädagogischer Hinsicht war das Wertvolle dieses Gemeinschaftssingens überall deutlich, in musikalischer vor allem in der HorrcGund dem zweiten Schlaflied mit der entzückenden Knabenkolorätur. Mit manchen Schwierigkeiten (Wahrung der .Reinheit, bei . schwerer Chromätik, Stufung der Dhnamik) tvird noch gerungen. Tie Geigerin Mirjam Z u n s e r hat eine beachtliche Technik, spielte allerdings, vssenbar aus übergroßer Podiumangst, unsicher und konnte daher in der Gestaltung gerade nur Ansätze zeigen. Eine ganz ausgezeichnete Leistung bot Paula Salomon (Lindberg) mit Mnssorgsky,. Wilhelm G u t t m a n n hatte Beifall mit einer zu Recht verschollenen Rubinstein-Arie. Das Spiel des Cellisten Godfried Z ee l a n d e r zeigte, daß dieser Musiker zu den wenigen erstrangigen Berliner. Jnstrumentalsolisten gehört. Der Be? gleiter Dr. Fritz Behren d ist offenstchtlich ein sehr feinsinniger -lliiitstler. der aber die Behutsamkeit.des Spielens so weit treibt, daß sein Part schwächlich und nuancenlos vorübergleitet. Manches mag auf das Konto des mäßigen Instruments kommen. ” - E/A. Der Baritonist Ernst (Lewin) -Wolfs, der zwischen seinen Berpflichtungen in Amerika. England und Italien für einige Wochen Station in den Jüdischen Kulturbünden macht, gab im Rahmen der Frankfurter Beränstaltüngen eiiieu?lrieu° und "Liederabend. - In zwei Jahren hat sich der länger von einem aussichtsvollen Anfänger zu einem Vertreter seines Faches emporgearbeitet, der schon jetzt den Wettbewerb mit den bekannten Rainen aufnchmcn kann. Mit erstaimlicher Bott- Endung in der Behandlung seiner schönen, lyrisch . gefärbten Baritonstimme verbindet Wolfs ein seltenes Maß an musikalischer Intelligenz und Geschmackskultiir-. Die Hörerschaft war mit Recht '- begeistert. Paul Meyer bot dem Solisten als. .Begleiter die für eine vollgültige Leistung erforderlichen Stützen. A.Ö—e. „W i r ste Ile n v o r" hieß die erste Beranstaltung des Hamburger Kulturbundes, die eme fast, überreiche Fülle von Eindrückeu bot. .Besonders .wertvolle musikalische Einzelleistuugeü leiteten den Abend ein: Bernhard A b r a m v w i t s ch s mitreißendes- Klavierspiel, Raphael Braches' ge- ^fühlvolles Geigenspicl - und . Susanne L v e w e n - ‘ st e i n s von herbem Ernst getragener Gesang von fünf Brahms-Liedern. Es folgte der Einakter „Das Baechusfest" von Schnitzler, das der Regisseur Dr. B uxba u.m in leichter Karikierung der Figuren spielen ließ- und das auch ln dieser Ailffasstlng seine große Lebcuswahrheit bewies. Heitere Vorträge fanden viel' Beisall, der ’ am Schluß sich noch steigerte, als Mär Ehrl ich auftrat. an diesem Abend iir besonders -glänzender . Laune. Es war e>ine bunte Folge. Bielfarbig bunt w'ar auch' die zweite Beranstaltung des. Kulturbundes, die' Ausführung voll. Eatderons „Dame Kobold" in der Nachdichtung von Hugo v. Hofmannsthal. Ansgebaut ans den strengen Begriffen von Sitte und Ehre des spanischen Hofadels im 17. Jahrhimdert. ist dieses Stück ein leicht' beschwin-gteZ Spiel von Neckerei und Liebe. Tr. B u x b a u m hatte ein Füllhorn von. Regie» einsällen über das Ganz^ ausgegossen/ Eine ge. schickte und zugleich amüsante Bühneneinrichtnng, von Alfred Müller geschaffen, ermöglichte es, die vielen Bilder ohne llnterbrechnug einander folgen zu lassen. Eine eigens für die Aufführung komponierte Musik von Kurt Behrens, die durch eine von ihm dirigierte Kapelle ansgefnhrt wurde, war liebevoll der Stimmung in den einzelnen Bildern augepaßt, und trug zu ihrem Leil zu dem Erfolgdes Abends bei.. Tonna Angela .würdevoll Ruth ,F e st e rche n. und Tonna. Beatrice von 'Marie-Lnise- Bsr uch gespielt. Beide- Damen, neue Mitglieder des Hamburger Ensembles, haben sich als'anmiltige -und bühneng^waudte Schauspielerinnen in dieser Jllusfiltunnq gezeigt, dochwerden künstige Rollen wohl noch- Gelegenheit gebendas. "Ausmaß ihres künstlerischen Könnens besser be-- nrtcilen. zukönnen. Edith Her-ßlik gab. die Zofe Jsabella mit der ihr. eigenen lebendigen Komik. Tie Brüder der Donna Angela waren treffend charakterisiert:, der ehrenhafte, ritterliche Ton Juan durch Klans B rill, der griesgrämige, zeremonielle Ton Luis durch Kurt S'chindler. Bon kraftvoller Mamilichkeit war der viel geneckte iliid schließlich so schön helvhute Ritter Manuel in der Darstellung von Fritz M e l ch i-o r; die stärkste Sympathie des PUblikunis erntete aber sein Diener Cosme, eine - Hervoragende Leistung künstlerischer Komik Kurt Appels. Der. Beifall am Schlüsse der Aufführung, war sehr stark. Die Zuschauer werden einen heitern Eindruck von diesem Abend nach Hause mitgenommen haben. IE 6. Eine der erwählten, ganzgroßen Altistinnen. Ruth Kisch-Arndt, zog anläßlich eines Konzertes in allen,- dem Jüdischen Kulturbund Rhein- Ruhr angeschlossencn Städten 'die Zuhörer machtig in ihren Ban»:-'Ihr liegt ein Können von unerhörtem Ausmaß zugrunde-, zugleich von einer Gestaltungskraft bestimmt, die tiefste innere Bcteiligllng.'verraten läßt. Die Künstlerin, die ihr edel klingendes Organ sechs geistlichen Liedern nach Gellertschen Texten von Beethoven und fünf- Gesäugenvon Hugo Wolf lieh, hatte in. Willi . -S a l o m o n - einen ebenbürtigen Partner am Flügel. Im gleichen-Kouzert fetzten sich die Pianisten Alice Roseubau-m und Willi Salomon an zwei Klavieren'mit Hingabe für die Rcgcrschen A-äur-Bariationen über ein Thema vonOMozart ein und spielten mit-Schmiß eine Suite von Arensky. die allerdings noch, was Aus-' gcglichcuheit des Anschlags augeht, letzten Schliff entbcbrte.' Tie Tarbiotungen der Künstler, wurden beifällig ausgenommen. — jo — ■ i ■ 1 Neüe Schallplatten Bei 'His - Masters Voice werden die beiden Ouvertüren von Beethovens „Levnvre N" und die zu den .„Ruinen von 'Athen" von. den Wiener Philharmonikern unter.der Stabführung von Bruno Walter bzw. Arnold Rose herausgebracht. — Bei Columbia ist eine Ausnahme 'des Beethoveuschen Violinkonzertes zu nennen, das Bronislaw Huberman „mit nobler Einfachheit" gestaltet. -Jntcresfant ist, daß HnberMan. die Kadenzen von Altmeister Joseph I oa ch i m spielt. Tie Orchesterbegleitung haben die Wiener Philharmoniker Unter. Georg Szell. „Orchester der Jüdischen Kulturbünde". Zn der Notiz in der vorigen Nummer der C.-B.-Zeitnng teilt der Jüdische Kulturbund Rhein-Atain, Frankfurt a. Rt.. mit, daß R'ichard K.a.r.p nicht stellvertretender Dirigent des Orchesters der Jüdischen Kulturbünde,, sondern Stellvertreter . des künstlerischen Leiters und neben diesem als Dirigent für Konzert und Oper tätig ist. -Der erste Konzertmeistc-r des Orchesters ist Ernst D-r u ck e r, nicht Hans Bassermann, der den Sonatenabcnd nur gastweise gespielt hat. . wenig Bechiönug für die Kunst de? Zuschaueus laßt füll leine Pevd'.il'lniii auf der . Bühne richtigge'uießeu. der -Hamlet so tve.ilg - wie dir-Herereien^eine-? Z-iuverkünstlers. Ja. gerade mn Beistüel de-.- Zauiierküustlers erweist sich.- das; es für den - ästhetischen-.Geitus; im Theater g-eradeiagul auf den Zuscliauer ankvm-iut wie aus den. der. sic!, - praduJerl. " Betraciiten wir einmal-die Siiualiau des Zu-. schauers gegeuilver der Tarvietuug eines- Zautierfliitstiers. Zaudern tzeißr. eine LGirkuttg zeigen und zugleich die-Ursache-unter-- schlagen, den-Sinnen, der Sinneuersahruug.- dein itehen selbst ein SnmippchrN'-selüagen. Da gibt es nun zwei Pföglielsteilen. die den ästhetischen Genuß, den tvir an der Knnst des Zandere-rs ivieau jeder andern i'aben wUen. vollständig ansich-tießeit. Im ersten Fall hält das vernünftige Denl'en des Zuschauers die Auiiiebnug der Bertnüpiung von Ursache und, -- Wirluug nillst aus. er in aauz bei-eiieu von n dem wütigen L-erlaugen. die nulerscnlagene Ursache aus Liebt zu bringen, den .Trick' . .zu erraten. Gelingt es.il-i» uiciit. in leidet.cp -.Hvltei'.gualen. gelingt .es. -iv' hat er wvh'l -die/ - ' Befriedigung der Girelteit. uicataber de-u . - ästheliichett Genuß. Der entgegengesetzte Fall wäre, daß der Zmcnauer den Zauverer für - einen ri-.hligeu-Zanberer-halt! daun müßten Angst inid Granen den Genuß töten. 2Jer goldene Aeptel aus der L'u't tzolt. ist wohl . auch zu Schlimmere,nimstande/ Um' die Kunst des Zauberers vollkommen zu ge- ' Kiesten., muß der Zniclianer iaing fein, freiwillig aur die Wirklicliteit In.' verzichten, aus die uuerbiitliNie Denluotmeudigkeit. jede. ———-gtH-i'fumrm m'Vfniiwen. _ .-"^damil er tür solchen 'Verzicht das Gl ück der Illusion eiru.au-'che. Denn >o gewinnt er doch wenigstens einen tnr;eu. 'ctigeu Einblick ins Paradies, ins Dclllaia'ienlastd oder in den Himmel, .wo er uill-t erst wird mühselig pflanzen lind graben inäneu. nm möglicherweise nach-vielen Jahren niurmsiichige Aepfel zu ernten, wo er ne wie -der Zauberer mit der Hand direkt aüs der lehren Lust holt.' In der ,\- r e i tv i I I i gk c x t, ailf jene Tent-, notwendigleiten zu verzichten.-ohne'die nnser Leven keine A/irtlichkeit l;at, liegt die.wahre Kunst des Znschanens. Btan weis;'wohl.- daß alles nur Schwindel ist. Trick.. Geschwindig-- keit. Geschicklichkeit, Tänschüiig. aber' man sieht freitich'-davvlt ab. man emanzipiert sich von seinem Berstand, der ja auch sonst nicht immer die reinsten Freuden bringt, man'hebt sici, das Nachdeitkeli .für das Nach-Tenken auf, iniin denkt rvie Eiilenspiegel verkehrt, um der Illusion willen, nm des Glückes Aus das Ttieater aiigewandt/bedeiltet die echte Kunst des Zuschaueus die Fähigkeit, sich von'der eigenen' Dasei tisebene zu emanzipieren nud sich in jede andere versetzen zu lassen im unendlichen Bereich der Dstöglichkeitcu. 'wäre sie auch iioch so illltsorischF.Weretwa sagt: Oper, mag ich nicht, die ist mir . zu unnatürlich.-/'darf aus allen anderen Gebieten des-Lebens für zuständig gelten, ein. guter Zuschauerist wr gewiß nicht. Wer etwa sagt: .Posse , mag ich nicht/ die ist'mir. zu roh/darf sich für keinen besseren rechnen. Jede theatralische Produktion, ob --Tragödie-:-'-Oper oder Posse, zansiert tins. die - illusvrlsche'Ptögllclst'ei't vor. so immittelbär leben zn.dürfen wie inan wesentlich ist. Ans den Brettern der Bühnen darf ein Btensch die ganze limnittelbarkeit seines Charakters leben, darf ein guter Piensch seine ganze Güte, darf ein niederträchtiger Schuft seine ganze Schtistigkeit spreclieu/iniinen. singen vder .tanzenKdarf-einScNaist'ops seine gallzeSchafst'SpfzWcil'wonnig glänzen lassen. Solche Frei- _4miLdäs -mseuiO-Uuis man weseutlichFLtvird in der' Realität 'des Lebens keinem Gvetlie und keinem /Napoleon gewährt. Ter vollkommene Zliichauer emanzipiert sich mit Leichligteit zu jener -wunderbaren -Höhe des Tafeins. auf der die Unnatur einer Oper natlirliclier wird als-das Leben, das feilem einzigen. JNenschen gestaltet, wahrhaft natür- ' lich zu sein, wenn er' vermeiden-will, ins Gesängilis vder ins- Irrenhaus eingesperrt zu tverden. Mit der gleichen Leichtigkelt wird er ztir „Niedrigkeit" einer Posse , herabsteigen, wenn er gerade den Wunsch' hat. auf solche Lg eise in Freiheit rmd Unmittelbarkeit zu gelangen. Die Kunst des Znschanens macht ihren Nteister wohl nicht berühmt, aber er kann noch Besseres damit erreichen als Ruhm, er kann . . . ich will, was gelneint ist, mit Grfahrung belegen. ' Ich besuchte einmal in Gesellschaft einer - Frau eine Borstellnttg des .'.Figaro". Das Leben hatte dieser Frau, schwerer mitgesprett . als ihren Jahrenznkam. Als wir.in der Panse das Foyer betraten, sogte sie mit einer gar zu mehmütigen Stim'mnng: . „Nach solcher Herrlichkeit möchte maD wünschen, mindestens mchtzig Jahre alt zu werden, dann hätte man Aussicht, so zn werden wie. C-Hernbin!". Ich begriff den Sinn dieser Worte-nicht: Atit nchztig Jahre wie Cherübin?! - - .. . „Jawohl, so meine ich cs." antwortete die Frau, „so leben können wie Chernbin. so linmittelbar nud frei, alles heraussingcn wie mait es fühlt." ' ' I Z , ' Für mich aber war schon im Augenblick über die Sprecherin gekommen, was.ihr als der schönste Lohn eines , langen Lebens erschien. die inigehinderte Freiheit, alles - lieratissingen zu dürfen, wie. man es fühlt/ Tie lins' fönst mir beschieden ist, wenn wir. dem Leben noch nicht richtig angchören. wenn wir noch zu jung sind, um auf die andern ^Rücksicht nehmen zu müssen, wenn diese Frei-- beit alio für unser Bewußtsein, keilten richtigen Wert hat. Ein guter/Ztlschaiier läßt 'ich nickst pur, in st ns, kostbare Freiheit und llitittittelbarklnt^i^DrmmiSmersetz'-n. mix.,die— . .wir . irrtümlich ntanchiital den Darsteller selbst beneiden, er erwirbt ne auch allmäli.iie!, iür nch setbst. Wer nämlich als Künstler des- Zuschauens den singenden Chernbin ' für. wahrer und richtiger hält als sich selbst, der darf das wesentliche des Lebens bis ans.Ende behalten. Nichts davon braucht er-herauszugeben, alles bleibt bei ihm, bis ins achtzigste Jahr, wenn es erreicht, sogar der süße Liebes-» srühling Chcrubins. Der Allgemeine Jüdische KantorenverbaE (Vereinigung jüdischer Kantoren) richtet an die Leitung des' R e i ch s v erb a n d^es d e r I ü d i * s ch e n K n 11 it t b ü n d e einenoffenen Brief.. .In ihm wird beanstandet, daß auf der K u I t ü t * t a g n n g und als Mitglieder der I Nry, die -füv das Musik p r e i s a u s schreiben des Reichsverbandes eingeietzt worden ist, Kantoren nicht vertreten sind. Wo über jüdisch-liturgische Musik- - Entscheid^des gesagt werden soll, könne man .nicht die jüdischen Kantoren ausschaltcn. Die Kantoren seien-zu der Kultnrtagung nicht eingeladcit worden. Ein literarischer Wettbewerb ■\ -Ter ’ Verlag James B. Pinker D Son in London hat gemeinsam .mit dem Verlag Eric Pinker ic Morrison in New-chork vor einiaer Zeit eine Romaii-Preiswettbenierh veranstaltet, an dem sich Amerika, England. Frankreich. - Deutschland. Jtalicm. Spanien.- Dänemark. Norwegen, 'Schweden.- Finnland... Ungarn, die -Tschechoslowakei .und -Holland lieteiligten. Jede dieser Nationen hatte eine Inn, vestimmt, deren Auigabe es ivar. das beste Buch in der betreffenden . Sprache anszu- -'wählen/' Tie preisgekrönten Bücher gehen dann nach London, wo für-eines von ihnen durch einen Jury unter dem Vorsitz, von Hngl, Walpvle 'ein Preis von -»Wt Pi und bestimmt wird, der in der kommenden Woche ungeteilt werden ioll. Tie Jury für Bücher. in deutscher Svrache tagte nmer dem Boriitz von- Rudolf G. Bin--. dZn g in Lurembnrg. Tieie Inn, Hal den Roman -Das fe!:!ciide -ttapilel" von Paul N e n b a u e r a!s bestes Buch ansgewäbtt. - Ter Verfasser des Werkes, denen Handlung in den Jahre.» 7974- bis 1926in Indien .und ist den englischen Dominien ffielt, ist TJude. Er wurde >691 in Neustadl an-der Waag «Slokaioeil gevo'ren'. wo sein Vater- Industrieller und Vürgerineiiter war. 'Neubauer schreibt dentich und nngariich. Im Weltbücherverlag in Berlinersthien vor einigen Jahren Zer mn Prag spielende Roman „Ataria", un. Franklin-Verlag in Vtidapest. der in imgarischcr Sprache -abgeiaßte Roman . ..Was gclit's mich an", bei I. P. Tal in Wien ein Band . Gedichte von Neubauer. . . . -