Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 41 (8.10.1936)
- Date
- 1936-10-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Kunstwelt Kulturbund-AusstellungimOktober Etwa zwanzig Künstler haben sichim fthiMcim in der Blarönrqer 3trafje in Berlin zn einer- Ansitetliwq vereinigt, die die Veranstalter. Eisbeil) (5 a > i i rer unb 9Jior,_£_§ [i orn. unter da» Viola Böhm: „Mirjam“ Fut. Grete Kar plus Motto „Sommer 1R16" gestellt haben. Nnr wenig bildhanerssehe Arbeiten bringt diese Schon: unter ihnen verdient - das zarte Mädclienpvrträt der Viola Böhm, das diese .Künstlerin wieder von der eigensten Seite zeigt/ besondere. Beachtung. An den Wandender drei Zimmer im Frauenbund htingen sonst nur Gemälde. Zeichnungen, Aquarelle./Pastelle. Versehiedeitste L a n d s ch ä s t e n haben die Waler und Malerinnen iin Sommer I'.'Ug dnrchlvandert Und sarbige Erlebnisse von .dieseit Walt-/ derunge'n auf der Leinwand festgehalten. Da sind zivei Gemälde an» Abbazzia von Veatriee Lion, ans dein einen leuchtet ein strahlend blauer Himmel über der südlichen Architektur. wahrend das andereBild eine gedämpftcro-Stimntn'ng >vjedergibt- Die Malerin ivird immer abgerundeter in ihre» formen und Gestalten, nnd die Begegnung mit dielen „Früchten des Sommers" bietet uns viel lleberraichendes. In.Italien war aiuly Adele llteiienberg-Roienbanin. die den Gardasee mit der ihr eigenen gesctunacktichen Sicherheit der Palette ''.festgehalten, während Lndnsig Sehiverin eine Flachlandsehast. wohl eine hiesige, mit eigenem ■'Weift; erfüllt. Und ebenfalls in Deutschland entstand ein> Aquarell von Martha Friedländer-. Leweiiz. deren Hauptstärke von jeher darin liegt, das Ttihislhe der Berliner Landschaft in allen ihren Dchatliernngen nahe zu bringen. Und dann die StiItcbc n. A.«as iväre der Sommer ohne .Blninen nnd Früchte. ohne/ alle jene Kombinationen von Menschen, Landschaft nnd jenen wirklichen, realen Früchten, die in ihrer verschivenderischen Fülle /den wahrhaft, künstlerischen Geist produktiv werden lassen! Heinz Rvsenkhals „Blumen im Fenster" sind solch ein Grenzsall. dader Maler in seiner Lvmmerstim- »umg nicht, recht Wichte, ob er das weile Fenster . mit dem Blick ins Freie oder die Blumen in der l^laSglvcke zuerst erfassen sollte. Heute kann man fettstellen, daß das/Bild ein. schönes Beispiel von UonzentrationSgabe im Kiinstlcrischcie geworden. , denn beide Einfälleder flüchtigen Sommcrstnnde sind wunderschön.gelöft, anch im Farbigen, Julie Übolfthorn dagegen verweilt bei ihren /Seerosen" ' - -mit der ihr. eigenen malerischen Beschaulichkeit, und Käthe Tchnftan. die "wir in diesen AnssteUnngen' des Sekretariats für Bildende .(tunst als ■ wertvolle „lltene" begrüßen, verrät in einem Ensemble von Pferden, einem-Pästell, daß "die Kunst des frühvollcndeten Franz Marc ihr Anregungen gegeben.; . Viele Porträts geben vom ernsten Streben der Künstler Kunde in dieser Sckran. Ein hoher - Grad von 'Menschenerfassung offenbart sich in Fred Goldbe.rgs-„Blinden", in Käthe Schnstans Porträt von Edith'Samuel, einem Kohleblatt, im Kinderbild von Julie Wolsthorn. Eonrad Fließ" stellt ein sehr sachliches „Profil" ans. und Arno Nadel schuf das „Betende Wadehen"., das iin Grunde in jeder Einzelheit bewußt auf jede Form verzichtet.. Man feiert Wiedersehen mit Erich WolfSselds „Marokkanern", mit Leonid' Pasternaks Porträt „Kogan", man ist überrascht über E. Rvsenthal-Rostas „Schlafende Fran". lieber.- chns anregend die Bekanntschaft mit Berthvld ' Ehrenwerth ans Bulgarien, dessen' orientalische Pastelle, u.. a. das Blatt mit den. Lbsthändlcrn, voller Bewegung, voller Rhythmus sind. Die AuSstellnug. die geschmackvoll „gehängt" ist. soll von" der Sommerarbeit der jüdischen Künstler Rechenschaft ablegcn. Ihre' winterliche Tätigkeit zu erleichtern ist ihr weiterer Ziveck: sie isteine Verkaufsansstellnng. OIxa vloeli. der Buchhandlung Jacob B. Brande'?, Prag als : Inschrift zeigt, trägt Bilder aus Jerwalem. Tvramänte.l aiis^ rbtem Samt und mit Silberstickerci, darunter ein . orientalisck)eS - Beispiel ans dem» Jahre iim, eine Leihgabe der Gemeinde. Segeberg. cur italienischer Torawickel mit roten Samtmustern. verschiedene andere Beispiele in reizvoller ' Stickerei ans Leinen und. sehr anmutig, bemalt., .eine Mazzvtdecke in helldlan, braun/ goldgestickt ans einer Landgemeinde, find' nur einige wenige Beiipiele.-dafür. wie sorgfältig die Auswahl gr- ■ trvfien wurde. Unter den Ehanukkaleuchtern siebt man Stücke ans Galizien. Karpathornßland, Italien, auch eine Menvrah ans Lstiriesland ans -Silber, die beweist, ivie-schwerfällig das Ehanultagerät in Norddeutschland gestaltet ist. / Diese Lübecker Sammlung vermag durch ihren internationalLn Eliarakter die Bekanntschaft, mit Dingen zu vermitteln, die, ein. wenig abseits liegend, uns nahe gebracht , werden. Ta äst zum Beispiel eine Perücke.zu sehen. Gion geheißen, eine, sogenannte „Tour", die die Frauen , uv Karpathornßland tragen, da 11 Ehalisaschuhutir das Ritual zur Befreiung oom Levirat, da ist., ein Wöchnerinnen-Schubblatt. auch ans dein- Lsten, da ist eine Festtagsmütze, Streimel. mit IN Schwänzen, angeblich den IN Eigenschaften'Gottes entsprechend, da ist ein Glücksblatt für den Adar. da ist eine Ccheidnngsnrkunde oder ein Hochzeitslied für die Sehr amüsant find eine Reihe von Festgebäcken: ein F-reitgg-Abcndbarches. für' den Rabbiner, sogenanntes „Zwölferbrvt".' entsprechend den zwölf Stämmen, ein Bvgelgebäck für Laubhütten. Flndenmvdelte für Pnrim. Rosenbrot, das man in Litauen, - kennt. , Zuckerwaren ans .Palästina, sogenannte „Pfötchen" für das Laubhüttenende. 0. B. . Ter soeben erschienene Katalog s»-t der,Berliner Buchhandlung und Antiquariat Heinrich R o s e n - b e r g ist reich in Biographien. Memoiren und Briefen. Er enthält 'aber auch eine besondere Abteilimg „Jndaiea"'. unter deren' Beständen A. Br"Königs „Annalen der Jnden-in den prenßifchen Staaten, besonders in der Mark Brandenburg". zu finden ist, 17l'0 in der .Reichs.hauptstadt verlegt.! Es ist von größter Seltenheit nnd Bedeutung für die. Geschichte-der Juden, Dann weiter nennt das Berzeichnss moderne Ausgaben. Erstansgaben und Vorzugsdrucke. In der Abteilung der Weltkriegsliteratnr viele denkwürdige Memoireiiwerke. - / -* * ■" Das Londoner Anktionshans 'C h r i st i k > M a n s i .o n und W o o d s begeht jetzt die Feier deS 17itjährigcn Bestehens. Seit der Gründung durch James Ehri.stie im.Jahre 1766. sah dieses AnktionshanS die bedeutendsten Ereignisse ans dem internatiogalen Kunstmarkt. ^-Wir erinnern in der Fülle der größeren Versteigerungen.an.die Namen der berühmten Sammler Holford (W27.-2M-," Stephens (I^g.ZI, HawkinS (16(14). Tatzlor (1ÜI2.I. Drnmmond <.19I!K und Alerander llüllt. In der / lctzteii-'Zeit konnte die englische Weltfirma den " -umfangreichen besitz von Henrh Lppenheimer iinter den Hammer; bringen, über' den qvi'r aus-- . führl-ich berichteten. u/. ' Bei H. S e.l i gma n'N in Paris sind die Hmlptwerke der-Clonet. des Corneille de.Lyon■und. der Bildnismaler zur Zeit Franz I. aus den SamvUiriigen de Pvurtales und Julut Strauß in euier Ausstellung zu sehen. ■ .V;;■*■ Werner We i s b a ch . früherer Dozent in Ber^ Iin, berichtet über das Vorkommen der Job-Geschichte in der -Utmft (L'Histoue de Job dans les HrG") mit Hinweisen ans Rubens, Rembrandt nnd französische Rteister, während. Georges W i lden stein, der bekannte Pariser Kunstgelehrte, eine Uebersicht über die Eözanne-Literatur des letz- , ten Jahres gibt ans Anlaß, der Pariser, Ansstel- . lung 'in der Lrangerie der Tnilerien. Auch die ..Revue deer Revues“ von Assia Rnbinstein fehlt nicht in dem interessanten Heft der „Gazette des Beaux-ArtsV # Bom Jüdischen Museum. Am Sonntag, 11. Cftvber. um 11 llhr. findet eine Führung durch die Räume des Jüdischen Museums durch/Tr. Irmgard S ch ü 1 e r sitakt, - Jniolae eines technischen Versehenssind die Unterschriften der beiden Bilder „Tie Kchriqin von Saba" von Weh und Hvlbem. in der vvrwvchigen. Nummer der E.-V.-Jeitung vertauscht worden. Die Abteilung jüdischer Altertümer in L ü b e ck gibt ein Bild von der Vielseitigkeit der Volkstnnst. - von der Beispiele ans allen Ländern, in denen Inden leben, zusammenkameu. . Der diese Schan einrichtete, der . Berliner Kunsthändler nnd , Jndaicasammler Jnlins Earlebach. wußte lim diese Dinge. lEr hat zu den. schönen Altertümern eine Beschriftung gegeben. Erklärungen der Feste und ihrer Sh'tnbole. zu den eigentlichen Schanstncken. Photos lind Kupferstiche gestellt, die unter Umständen Fehlendes in der Anschauung durch . das Bild ersetzen, ' Ein kostbares Gemeindegebetbuch und ein illn- »ymiertes Gebetbuch für Sümchat Tora in kleinem Fornnat. eine Ausgabe des Buches Esther ans Pergament. >l»d eine Megilla änf Hirschleder geschrieben, dazu .Beschneidnngsbücher und ein befonderes Blich für die jüdische . Frau beweisen, den Iveiten"Rahmen, dem die-Lübecker Sammlung. Rechnung trägt. In -Vu Vitrinen liegeil alle die Gegenstände, die sich m die Tora gruppieren nnd in deren Herstellung immer und immer wieder. Kunsthandiverke-r überall ivetteifertcil. Ans einer Kleingemeinde stammt anscheinend ^der hnbsclie Vorhang/der-dlirch seine Buntheit, ganz rustikale Anslnachilng ersrent nnd davon Knude gibt, wie stark Kleinnnd Großgemeindc sich künstlerisch nnterschicden. Eine Sabbatdecke, die „Eigentum Kurt Jansen: ,J)orfstrasse“ Dvppelportröt: (Jossart und Urteil, die Nvinanisteu. welche die italienische, üieuaisiancc. ivie. sie ste verstanden, ihrer Heimat vermittelten. Im Plittelpnilkt der zehnten steht dee grosre Lneas van -Leiden, der' an dem stcis; ° zwischen den handwerklichen Bindungen und den Fpannnngen des Kunstlermensehcn leidet. aneti .ei/-ein echter Holländer — ans dem LLege zu Rembrandt. zumal in seiner Ans- / fassnng der Bidet. Aber einer, der zn früh kam: „Wenn Reinbrandt am Ende nach Nin- . wegen die Berklärlnig erreiclst; eiitserilt er. Jlch vHll sd'meln^vkke. -Lueas aber gibt sich selbst ans. indem er den Bodeii der Üiealstat ''Verläßt." Der elf re Band wandelt das wichtige Theiila ' ■ülanie'risinns nnd Handiverk. lokale Tradition nnd internationale Sell'stansgabe an lehrreichen Beispielen ad: ein Bceifterslück von Fried!anders Knnstsetiriststellerei lind slllkrilischer'Bcethode ist darin enthalten: lvie er den .Maler Zstdriaen Psehbrant aus der Sichtung aiwiwmen. B.ild- " de fl an des und vorsichtigen Fnschreihnngen / zn einer gesicherten, umrißliaiten Ki'i'uftler- . Persönlichkeit istaehl. Tie Bezeichnung ..Kniistlerversönlichkcit" kommt n.nlcr dbn altniederländiuhen Bialern, die sieh als Handiverter snIUlen. nnveselmdet dem (Jeui-ns. den" eine. Naelnvelk. die an Eözantie nnd Manel 'eben gelernt hat. an ihnen entdeckte, erst Jan v. Seorel zn, bei dein Friedländer t.iin zwölften Band'» den Rndens- Fiig heransckrdeilel wie.den Reiiwrandt-Jng ■bei Lncas-vam Lenden. «Ta -wir von F-riedländ.er aneil ein Werk über die stciederländer des'17. Jahrlmnder» besitzen, verdanken wir ihm die ümiaüeiidim Tarstellnng dcA-^^rgani- —swou— Lu mchs i u m»,—■der—,n ie-der-i iin di sitzen.-, ... Bäckerei in drei Jahrhnnder.len.s „Seorel nannte sich schon in jungen . Juli re n . . . nickst Bialer. sondern L ich li aber der Bi all nnst. ml lim damit vom Handwerk Llbichied. Sein Streven war ans gesellschast-- licknm An'stieg gerichtet. Im geistlielien Gewande. lvie die Timte lägest, tonnte er Erfolge ernten.-. Weitgereist.- weltgewandt, sprachenktihdig. mit Beziehungen znden kirchlichen Äntoritäten. antignarisch gebildet., von Fürsten gerufen, hat van Seorek manches gemeinsam mit Rubens.- dessen wohlwollendes Beriiälten zn" den Mitineufchen. dessen seelisch tmbeteiligtes. aber untadelig korrektes Verhalten zur (Jlanbenslehre er ju teilen scheint." Mit Rnbem:' teilt er auch, ans einer anderen Feitstiile,. die Anseinandersetzung mit der lateinischen Forinenwelt. in der er. wie sein größerer Nachfolger..ein niederländischer. Bi ei st er bleibt. Nur- „Tbclisken. lvie Ans-'' rnftnlgszeichen. verkünden fast überall vrt^ liche nnd zeitliche Ferne". Wenn Friedländer des Nebermaßes an Eindrücken gedenkt, die Seorel bedrohten: Türer. Benedig.. Michel-, angelv. Raffael, Trient, Antike, läßt er nnS einen Blick in die Werkstatt des Knust- Historikers tun: „Btit-Uebereifer.stürzen sich die Biographen aus die Reifen ilwer Helden. Verborgene Erlelmisse. Beziehungen nnd Begegnungen bestimmen das Schicksal eines Meisters nnd seine Knnsti'ibnng. Wie nun der Historiker seine Aufgabe darin sieht, die erhaltenen Knnstiverke niid die Lebensdat.cn.- zn einer Kette von Ursachen nnd Wirkungen zn schmieden, kann er dem Fehler schwerlich istitgelien. die zufällig ' bekannten Ereignisse — nnd das sind zumal Trtsverändepnngen — in ihrer Bedeutung.zn-überschätzen. Ta ich nicht verivrechen " kann, mich von ' dieser' Felilergnelle fernznhalten. warne ich wenigstens davor." ' t l ' lieber Kreta. Echpern. Rhodns rei-ft Seorel. dem wir zahlreiche Tarst.ellnngen biblischer "Themen.verdanken (Szenen aus der M-oses- ^Jeictüchte.-..Adam und Eva,. Tnrmdan zn Babel. David nnd Eioliath. Bathefeba. Dobias nnd der Engel. Salomo nnd die Köttigi-.b von Saba — bei dieser Gelegenheit fei am' andere entsprechende Tafeln des Bandes hingewiesen: Jacob van Amsterdams „David und zslbigail". „Sanl Und die Here von Endor" und Pieter Eoecks „Joseph nnd Potiphcirs Frau", frei .nach Raifaels Loggien) nach Jerusalem. Aber Friedländer stellt fest, daß Seorel „die großen Liinen der steinigen Wüste, das spezifische Gewächs des Trienls keineswegs erlaßt" habe: „er bietet die aullieiitische Ansicht der heiligen Stadt und im übrigen, erregt.-von-der Weite nnd trunken/ von der Sonne, altgemeines, - ideales, südliches Bergland." Anläßlich eines Bildes/das jenem Heemskerck zngesclstsiebett wirdder sich feinem .Lehrer' so eng anfchlvß. daß man beider,. Werte kaum nnterfcheiden konnte nnd Seorel' seinen Schüler, ans Furcht, fein Ruhm.-könne gefelstnälert werden, von. sich gehen ließ, stellt' Friedländer die ftilkritifche Frage: kann Seorel 1VJ1» diese Tafeln gemalt habend nnd findet "diese Frage leichter zn beantworten, als jene, ob Seorel irgendwann fo gemalt haben könne. So vereint Friedländer immer /die großzügige Betrachtungsweise mit der lninntivsen des Spezialforfchers. ob er nun den Fvrtichritt kennzeichnet, den Seorel in- - nerhalb der niederländischen Malerei darstellt '(daß über Patinir -hinaus eine organifchk Berhiudnng von Gelände und Figur erreicht wird, daß er im Porträt das geistige - Ltzeten der leiblichen sErsch'ein.nng einer - Gestalt überordnet nnd dem Porträtierten mit freigeistiger Unabhängigke.it nnd Gleichberechkigniig gcgenübertritt', nicht scklmeichelud wie Jovs van Eleve, nicht steigernd wie Gonact. ntciu deutend ivie Bcanhs! oder ob er in ihm den Bvrlänier dor Elsheimcr und Elande' Lvrr.ain sielst nnd den Bahnbrecher innerhalb der Geschichte der Malktinit. wenn man sie als ein -./wachsendes Vertrauen znm Schein, als eine immer entschiedenere Hingabe an - die Bision" zn^schreiben. unternimmt. Die Koiitiniiität der Entwicklling wird deutlich, wenn an Sevrels. kleinerem 'Schüler Ber- - inenen dargetan wird, daß bei diesem sich Leib nnd Seele nickst mehr so. häufig voneinander trennen wie bei dem Meistest. Als 'Doppelporträt beigeordnet ist Seorel in diesem' Bande Pieter Eoeck van Aelst. denen ..Doppelleven" Friedländer sininätlig wacht: „einerseits als Btaler des^Kaisers, als Bertranensmann der Stadtverwaltung, als Diktator des Geschmacks; in Baukunst nnd Tekvrativn und ideenreich die Webem.ännwkturen befruchtend, ans der Höhe, anderer-- feite* einen sabrikartigen Betrieb leitend, in der Tiefe". Nnd der Schnittpunkt wird festgehalten. «i dem eine Erscheinung wie Pieter Eoeck weniger räumlich einzugliedern ist als zeitlich, in die italienische Kunst, die damals im gleichen Berhältnis zur Klassik stand.' Gerade im . letzten Bande wird besonders ansschlntzreich. wie Feitstufe. Nationalität und individuelle '.nlagc Faktoren der künstlerischen Entwicklung werden. So vermögen Friedländers geistige-Bildnisse auch der weniger bekannten Bleister zn fesseln: z. B. Rehmerswaelcs. dessen '„Hieronymus"' von Türer abhängiczist nnd der ein Teilnehiner ain Bildcrstnrin war — hinter dem einen „Hieronhmns" steht die Erscheinung, Erasmus. hinter der anderen Luther^ ' Hinter'"' Friedländers 'kn6stgefch'.chtlick>er Forschung tun sich die Tore der -Kulturgeschichte iveit nns. ob-er nnn des Hanfes Egmont als einer Stiftcrfamilie gedenkt oder an Jakob -von'Amsterdam die „puritanische 'Tnchtigteiterkennt, mit 'der diese Bürger Stadt und Gemeinde bauten. ... hartnäckige, vilichttrene Redlichkeit, strenger Wille, nnsithig Zinn Annchivnng. aber selb'stbeivnßt im engen Kreise". > lieber^die Autorität des. Kniistgelehrten Friedländer ist nichts Neues mehr zn sagen, lieber die schriftstellerische Leistling des Knnstgeschichtsselireibers ist bisher im''Zusammenhänge-' noch nicht geschrieben worden. Aber es ivar vielleicht lohnend, weil Von Friedländer nicht gilt, was er einmal aus Anlaß eines .Wickhossschen .Aufsatzes über Jean E'lvnet 'änsinhrt: ..Sein Anssatz ist kurzweilig. wodurch er sich von den meisten knnsthistorischen Anssätzen unterscheidet, nnd falsch im Ergebnis, womit er vielen kunsthlstorischen Darlegungen gleicht". Friedländers ..Altniederländische Malerei" ist kurzweilig, ohne falsch im Ergebnis zn sein. . '■ 1 ■ Dr. Lutz Weltmann i