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Central-Verein-Zeitung · 1936-10-01 · 40 (1.10.1936) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
40 (1.10.1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Mit der Trauerfeier .für c^on verstorbenen Bürgermeister von .Tel-A.viv, „Meir Dizengoff, hat eine eigene Vision des Dahingogangenen,, die ihnuns noch im Tode aliTeine Persönlichkeit von. künstlerischer -Weite offenbart, Ver- \yirklichung_erfabren. Als EyVfiügoff nach seiner - letzten schweren Krankheit auf dem Weg zur Genesung war, schrieb e? in d4p .-Vorahnung, 'dass diese Genesung:. nur eimnA^rtschub«bedeutete, eine Art „AbgesaWg'V -pin&n letzten Wunsch und Willen in poetischer Form, den er . zur Veröffentlichung nach seinem Tode bestimmte. Fr ist in der Extraausgabe des „Dawar“, die seine Todesnachricht -enthielt, abgedruckt worden. Dizengoff■ sprichtrdavon, wie nach der alten Legende 'Gott irf. einem Kuss die Seele des Mosche an sich genommen habe, und er erzählt-, dass auch ihm immersei» Ende als . „Mita be-Neschika“, vorgesclnvebt habe, dass sich aber mit zunehmender Reife und Einsicht dieser Wünscht raum symbolisch, geläutert., habe. Nun wünscht er sich die Jugend nwhdie’ Mütter seines Volkes als vornehmstes Grabgeleit, -und dann die grossen Massen der Bürger .seiner Stadt. Dieses Bild wurde von der Wahrheit noch übeitrollen. Die Beisetzung gestaltete .sich zur . grössten-Massenkundgebung, die. 'IcT-Aviv -bisher - erlebt bat. Neben der BevölkerungA-on Tel-Aviv.' nabinoTi ’/.Hmlausnide Menschen' ans anderen Städten und Teilen des Landes teil. Die. Zahl der Mens« be>>, die dein Leichenbegängnis im Zuge und in dem Spalier aut dem Weg vom. Städtischen Museum, wo die Leiche aufgebahrt worden war.! bis zi,,„ Rathaus timwohntim, wird auf auf etwa 120 (MIO geschützt. , Vor dem gewaltigen Zug der -Tel-Aviver Bürgerschaft , schritten der Adjutant .-de« High Commissioner, der Vizebürgermeister von Tel-Aviv. Israel Rokacii, der Di-stiiksUgminisssr für den Siiddistrikt, Robert Crosby, der Kreiscbef von Jaffa, . Gerat ' Folov. . und das Kimsularkorpsmit dem englischen, französischen und deiiWlien. Konsul; an der Spitze. Hinter de», Konsularkorps schritten weitere l'oIiz,-ii,1>1eiI„'ngeu. dann kamendie mit Kränzen bedeckle-iTTBlumeuwagen. Um - mittelbar vor dem Särge schritt der Fahrer Dizengoffs’ mit einem Kisse^i, auf. dem die Orden lies Verstorbenen ansgelegt waren.. Der-schwarz-., verhüllte Sarg , war mit einem 'Fallt bedeckt. Hinter ihm schritten' die -«Delegationen der palästinensischen Verbämle.. Ei ne «grosse Gruppe von Sephanlini sang H'saln^'n.,, „ . ..- Der Präsident des'!; Jüdischen" Nalionaifomls und Vorsitzende des Zionistischen Aktionskomitees. M. M. U s s i s c h k i n , schüttete die ersten drei Schaufeln Erde in das offene Grab. Nach ihm kamen Mitglieder detj JeNvish Agency, die Oberrabbiner, die Mitglieder ch>s Sladtrats und des Wand Leuini. Das*Grab', des Bürgermeistersbefindet sich neben dem seiner vor wenigen Jahren verstorbenem Gattin. ln Tel-Aviv herrschte am Tage der Beisetzung vollkommene Arbeitsrühe. Um die~besondere- Rptleiiltfng Dizengoffs. die i In der allgemeinen--»md Liefen Anteilnahme an f seinem Tode zum Ausdruck kommt, zu verstehen,' muss hian wissen, dass„sie pich nicht allein aus seiner Eigenschaft als Gründen und Oberhaupt der grössten Stadt Palästinas, der einzigen rein jüdischen Gressstadt der Welt, erklärt. Einei hebräische Tageszeitung versucht, die roprüsentartjve Bedeutung,- in die der Verstorbene gerade in den Jahren seines Greisenalters hineinwuchs, etwa mit den Worten zu umschreiben: Aus der Achtung und Sympathie, die weite Kreise der Gesellschaft schon immer.dep> Bürgermeister von Tel-Aviv entgegengebrackt hatten; entwickelte, sich die-Liebe einesi ganzen Volkes zu dein Manne, dem die "Liebe zu seinem Volk imme'r mehr alleiniger ■'Lebensinhalt;- wurde. Es war für die Gemeinschaftserziehung1des .. jüdischen Palästina von ungeheurer Bedeutung, dass, hier, kraft eigener Leistung- und Persönlichkeit, eine Gestalt sich zeigte.- die amtliche Autorität und me.nschliche-Wiirde in sich vereinigte, deren Ansehen in allen Schichten-und Parteien, innerhalb und ausserhalb Palästinas, bei Juden und Engländern Geltung besass. Es* ist bekannt," da; ■ erwerbslos sind und sich während der Zwischenzeit über Wasser halten wollen. Aber -auch kleinbürgerliche Elemente aus der neueren Einwanderung — Menschen mittleren Alters ohne ausreichende Mittel und Fachkenntnisse — die sich wahrscheinlich während der Prosperity ■anderweitig „eingeordnet“ .halten, haben : sich .jetzt diesem Beruf zugewandt. Endlich aber macht es sich, weniger im Hausier- .als im StrassenhandeL deutlich bemerkbar, dass «ehr Hypothek der Londoner Versijd|erime4Besell- \, schalt-Prudential und eine zweite Hyjrotm^k des .... Baubüros der Histadrutivln Gemeiusthaftearbeit - zwischen dem Keren Kajemet und der Arbeiter- Siedlungsbank „Nir“ wurde der erste Bau« ■' ahschiiitt einer neuen landwirtschaftlichen Sied- ■ luug bei Chedera, insgesamt 33 Häuser,, dieser Tage fertiggestellt, die Rassco, dis vornehmlich für ^dem deutschen Mittelstand, arbeitende. halbamtliche SiedlungsgeseHschaft, hat - die Vorarbeiten-für ihre-Landwirtschafts- und und in Kirjat nach Tel-Aviv gekommen sind. Zahlreiche dieser . Wohnsiedlungen in' Herzlia und in Hirjat Juden aus den Ländern 'des Mittleren Ostens hat- Bialik bei. Haifa nunii|ehr , beendet, .und die ten in Jaffa, vielfach in der Nähe des Hafens, eine' Wandergewerbe-Konzession, von der . sie jetzt natürlich keinen Gebrauch machen können. Bei der Stadtverwaltung,Tel-Aviv häufen sich . die Anträge auf Gewährung einer entsprechen-, den Konzession: für die jüdische Stadt. Aber obwohl anscheinend aus" sozialen Gründen mehr Anträge genehmigt wurden, als dem wirtschaftlichen Bedarf entsprach, gewcffinT\man aus dem, Strassenbild den Anschein, als ob noch darüber Arbeiten an der .grossen Flüchtlingssiedlung bei 0 N a c b 1 a t ' . J e h ü d a sowie in Kirjat A'w ada. der neuen Vorstadt im Norden Tel- Av-ivs, schreiten fort,"ebenso im H a f e n von Tel-Aviv der Bau einer Autostrasse von der .Landestelle ü'be-r jdie Zollgelände' in die Stadt sowie die Anlage eines geschützten Lefchter- Hafens. . .. li zwischen Dizengoff und dem gegenwärtigen; -hinaus mancher fliegende Laden sich etabliert lligh Commissioner Beziehungen herausgebildet hätte,, ohne auf die amtliche Erlaubnis zu warten. Die Arbeitslosenziffer gesunken hallen, die persönlich und-g ese I1 seiiaf 11>ch-erheh- 1 ich das sonst recht distanzierte Verhältnis zwischen englischer und jüdischer Aristokratie in Palästina überschritten. Aber es ist. auch he-' kannt, dass diese Bezieliungen durch die ebenso, offene wie bittere Kritik, die Dizengoff an dem englischen Verhallen der Mandatsregierung während der Unruhen geübt halle, politisch und. wahrscheinlich auch persönlich etwas' getrübt worden waren. Als jedoch die letzten besorg- - niserregenden Nachrichten von Di7.eng.0ffs Krankenlager kamen. unterbrach Sir Arthur ■ Wauchope eine Inspeklionsfahrt. und erschien,in Dizengoffs Wohnung, mit den -Worten: ,.Ich ' konnte nicht anders, ich musste midi selber yon dein Ergehen meines allen Freundes., überzeugen.“ Als der unerbittliche Tod die schweren Befürchtungen bewahrheitet hatte, gab Sir ■ Arthur Wauchope seiner freundschaftlichen Am. teil nah me in einem Telegramm än den V'i'zelmrgermeis.ter von Tel-Aviv. Rokacii, Ausdruck. Er schreibt, dass er in Meir. Dizengoff euren per- - sönlichen- Freund verloren habe. Möge sein (Jeist. heisst es in dem Telegramm weiter, stets walten in der Stadt Tel-Aviv. -die—ein Denkmal seiner hohen Fähigkeit™ bleiben wird. Der High Commissioner hat ausserdem Bei-" leidsschreiben an den Vorsitzenden des Waad LeumV; Ben Zwi, als den Repräsentanten des Jisdiuw, und an den politischen Leiter der* Palästiiiaexekulive der Jewish- Agency, Mosche Shertok. zur Uebennittlung an das Jüdische Volk gerichtet. Dizengoffs Leistungen und Erfolge — so heisst es in dem Telegramm an Shertok —- werden seiden Namen lange Zeit’ in Erinnerung bewahren. 1 Diese starke Anteilnahme -der -Palästina* . regierung wurde im übrigen aüch durch Beileid$Juindgebungen des Chefsekretärs der Palästinaregierung, John Hathorn Hall, der Mitglieder des Konsularkorps, der' Richter imd_ der Leiter aller,Regierungsdepartements bestätigt. -» Ein Beweis für den Fortgang der Siedlungß- und Bautätigkeit ist die Tatsache, ..dass eben in diesen Tagen eine Reihe neuer Siedlungen in Angriff genommen oder entscheidend gefördert wurden. Im Norden Tel-Avivs wurde der Grundstein für einen neuen genossenschaftlichen Wohnblock der Ar- “beitergewerkschaft gelegt, der achte seiner Art, der. 150-Familienbeherbergen wird. Die erforderlichen" Mittel für Bodenerwerb und Bau, zusammen 110 000 LP, wurden aufgebracht durch, eine Anleihe der Arbeiterbank, eine erste , Nach den. neueren'Schätzungen ist die Zahl der jüdischen A r b e i ts 10 s.e n im ganzen Land auf 4000 gesunken, also unter, den Stand 'des Krisenwinters 1935/36,: obwohl die Orangensaison noch nicht richtig begönnen hat..Entlastet wurde der Arbeitsmarkt wohl aheh durch die Tatsache, dass nunmehr bereits viertausend Juden als Hilfspolizisten und. Gaffiri m mobilisiert worden sind, ungerechnet die sehr grosse Zahl von Menschen, die neben ihrer Berufsarbeit Wachdienst machen, aber entweder überhaupt nicht ,zufn Waffenträgern, befugt sind oder eine Konzession nur für unzureichende Bewaffnung., wie Jagdgewehre und ähnliches, erhalten haben. Das Recht der Untemehmungsformen in Palästina IIIhDie GenOSSensdlft*)/Von Rechtsanwalt Dr. Hans Kalisch, Berlin Der Rat des neuen Stadtviertels, das durch die Bank Kupat Am im Osten von 'Fel-Aviv errichtet wurde, hat beschlossen, die neüe Siedlung zuni Andenken an den verstorbenen Bürgermeister von Tel-Aviv, Meir Dizengoff, „Kirjat -Meir“ zn nennen. Vom Bauwesen in Palästina Von unserem * - P a 1 astin a-B er i c h t er s t a 11 er Ladenbau und Strasserihandel Grosse •Beachtung fand .dieser Tage eine , Entscheidung .des ■ städtischen.- Schiedsgerichts Tel-Aviv, das die.M i e t e 1.1 f ii r_v i e r_ L äjiPJL, im Zentrum der-Stadt, in der Allenbystrüsse, .. um 3 3 bis 5-0 Prozent li e r a b s e t z t e. Zur Beieucininig der gegenwärtigen Verhältnisse sei angeführt, dassdiese vier- Läden bisher, eine Durchschnjtlsmiete von -je V 15,200 LP monatlich zu tragen halten, während die Durchschnittsmiete nach dox neuen--Entscheidung mir® noch 8.“50 LP betragen Iwjrd,. Die Tendenz zur Senkung Iler Einzelhandels- - kosten ist nicht erst durch die Ereignisse■'der letzten Monate ausgeliöst worden; Schon vorher hätte sich in manchen Fallen ergeben, dass nicht hur der KmzHhandeK in bestimmten Branchen und in bestimmten Stadlgegenden •. übersetzt war, sondern -dass amJ, Geschäfte, deren Gründung an su-li-emem gesundeli .Bedürfnis entsprach, unter dinaii/ielleii Htr.iikturfehlern litten.. Ausstattung, I-'.iin ictitnng und “ Miete erforderteil so grosse-Beträge, dass bei dem an sich oft seinniedrigen Grundkapital nur geringe Beträge ithrighlighen, 11m ein Warenlager mit genügender Aw'yajjl zu unterhalten . und die Anlaufzeit zu' überbrücken.. Mau beschäftigt sich gegenwärtig mit der Frage, wie die,. K red i t.v er so r g u 11 grgesunder Eiuzglhäridelsbetriebe. v e r b e s s e r t werden kalin. Eine wichtige'Voraussetzung für die Gesundheit eines. Betriebes ist najiMicb -anch. aii.s^ i reichende Branclienkeimtnis des Inhabers: es ist bekannt, dass es auch'im Einzelhandel zahlreiche ..Ümgeschiclitete“ gibt. Immerhin betrejjein; diese Schwierigkeiten einen Teil des Handels. Dass i.m allgemeinen ~ viele Handelszweige noch als j«elir aussichtsreich angesehen w,erden, beweist die ausserördentlirhe ,Lebliaftigke-it der. Bautätigkeit gerade auf diesem 'Gebiet. Man bat 'allgemein sowohl in Tel-Aviv wie in anderen jüdischen- Wohnzenlren den Eindruck, dass a i) sge - B pro cli PO viel geba'hj wird. Zahlreiche neue Wohn- und -Geschäftshäuser nähern sich der Vollendung — auch abgesehen von den Reihensiedlungen, niii Rande der Stadt — und noch jetztTTtn verhältnismässig vorgerückter Saison, worden immer wieder .neue Bauten begonnen. Es bleibt freilich ab-zuwartön. ob, die neue Arbeitsunterbrechung in den Steinbriichen der Haifa er Zementfabrik - Nesclvor wieder zu Schwierigkeiten in der Lieferung von Baumaterial führen wird, nachdem die irstön Stockungen rin "der Versorgung mit Kalk lüd Betönkies ziemlich rasch' beseitigt werden koimtenr" Jedenfalls ist aber festzustellen, dass ein sehr grosser Teil der gegenwärtigen Bau- , tätigkeit in Tel-Aviv auf den Ausbau von Läden liz.w. die Umwandlung von ParteiTewdhnungen ii; Läden entfallen. Aber die Ladengrimdungen . erfolgen-eigentlicb weniger in den neuen -Wohnvierteln, die in?, letzter Zeit entstanden sind und noch imiiier entstellen, als in den mehr zentralen Bezirken. Das Einkaufszentrum der Stadt erweitert sieb, aber die Läden gehen nur teilweise unmittelbar bis in die Aussenbezirke. Dass jede Art von Bau- und Ausbautätigkeit eine unmittelbar günstige Wirkung auf den Arbeitsmarkt hajt. versteht sich, von seitist. Auch ist zweifellos in vielen Geschäftszweigen noch ein grosser Bedarf an ..Yersorgungsstätten“ vor-, lianden, aber dieser Bedarf wird häufig gar nicht öder erst nach schmerzlichen Erfahrungener- . 1 n"eüfgege 11 gesplz.10r Riclitung wirken einige Somlerumstäiule. die unniittelhar. mit den Unruhen zu tun haben. Der Rückgang des Touristenverkehrs verringert die Zahl der Läufkund- , schuft. Die Bewohner der jiidisclieiL,Kolonien kommen seltener zu Einkäufen in die Stadt und - 'schliesslich fehlt die' arabische Kundschaft aus .dem benachbarten Jaffa und anderen Orten, die für Tel-Aviv eine 'nicht unerhebliche Rolle gespielt bat, fast völlig. Hierfür sowie für den Kaufkraft-Ausfall in manchen Berufsgruppen hat aber wollt der Propaganda-Erfolg der „Tozerot llaarez.-Aktion“ wenigstens teilweise einen Ausgleich geschaffen. - ■ Zum Teil ist der erweiterte Raumbedarf des Handels auch mit der Uebersiedliing zahlreicher Firmenvon Jaffa, nach Tel-Aviv zu erklären. Aus Jaffa ist jedoch im Verlauf der Unruhen-.' - noch ein anderes Häiidelselement nach Tel-Aviv gekommen, das keine Raumaui-prüche stellt: der Strassen-und Hausierhandel! .Schon in Tel-Aviv’ hatte dieser. Erw.erbszweig, dein teilweise auch de'r 'Wichtige Handel mit Gasos und anderen Erfrischungen zuzureclmen ist, eine erhebliche Rolle gespielt. Viele ältere Leute. Angehörige des „Mittellosen Mittelstandes“, wie er mit der ins Land gekommen war. suchten sich auf diese, im hiesigen Klima recht mühsame Weise, einen Nebenverdienst zu sichern. - Aber in den Jahren der'-Prosperity trat der ambulante und Strassen- ■handel -erheblich' zurück. Erst in letzter Zeit Avieder ist die Zahl der fliegenden Strassenhämiler und'der von Wohnung zu Wohnung ziehenden ambulanten Händler, mit ihren kleinen Köfferchen stark gewachsen. Ihr Sortiment erstreckt ~ sich auf alle nur irgendwie transportablen Gegenstände. Vereinzelt handelt xs^sicb dabei, unv Arbeiter und Angestellte, die gegenwärtig Das Genossenschaftswesen Palästinas jst besonders stark entwickelt. Das Recht der Kooperativ-Genossenschaften' ist geregelt-, in der. C 0 - 0 p e r a t i v e S oc i e t i e s Ordiuajice 50/1933, „die durch die Co-operative Societies (Amendment) Urd. 911935 än einigen Stellen ab- ■ geändert worden ist! Das. Gesetz ist nach englischem Vorbild selbständig ausgearbe'itet. Ein ausdrücklicher. Hinweis auf das englische Recht dst unterlasseif. Zum Verständnis des Gesetzes muss aber auf das englische Secht zurückgegriffen werden. Ein sehr grosser Teil der jüdischen Wirtschaft bewegt, sich in den Formen . dieses Gesetzes, vor allem viele ländliche Sied- . lungen, aber auch ■ Omnibusunternehmungen und dergleichen. Unter Kooperativ-Genossenschaften begreift das Gesetz Genossenschaften,^ die entweder der ^Förderung-des Sparbetriebes, der Selbsthilfe und gegenseitiger Hilfe von’ Personen mit gemeinsamen ökonomischen - Bedürfnissen zwecks E-r- . zielung besserer- Lebens- und Geschäftsbedingungen und besserer Pro^uktionsniethoden dienen, oder solche Genossenschaften, die er/ichtet sind,» . um die Arbeit anderer Genossenschaften zu erleichtern. (Zentralgenossenschaften u. dergl.) 'Alle-Genossenschaften müssen registriert wenien und erhalten durch, die Eintragung juristische _ Persönlichkeit.' Eine Genossenschaft kann auch andere Genossenschaften als Mitglied haben. Die , . Haftung der .Mitglieder derartiger-Genossenschaften (bei denen auch nur ein Mitglied selbst Ger nossenschaft ist) ist beschränkt, es sei denn, dass' der High Commissioner eine andere Art der Haftung zulässt. Einzelpersonen können Genossen werden, sofern sie das 18. Lebensjahr zurück-, gelegt halien..- Mindestens' sieben physische Personen müssen zur- Gründung einer Genossenschaft ziisammentreten. Es gibt Genossenschaften mit Kapital, das in Anteile (shares) zerfällt, und 1 solche ohne Kapital (z. B. Produktionsgenossenswiaften, Lieferungsgenossenschaften, Vertriebsgenossenscliaften). ' , ' " Im Gegensatz zu der Regelung, die für die Partnership gilt, haftet ein neu eintretendes Mitglied auch für. Verbindlichkeiten, die vor seinem Eintritt entstanden sind. Das ■ Anteilsrecht eines Genossen ist nicht übertragbar und kann für seine Privatschulden nicht . gepfändet werden. Die Satzungen können ein Rückkaufsrechl der Genossenschaft für den Anteil vorsehen. . _ Die Genossenschaft hat wegen der Verbindlichkeiten, die ein Genosse ihr 'gegenüber bat, ein eigentümlich gestaltetes Pfandrecht--„Charge“ an dessen" Anteil.'-— . Soweit eine Genossenschaft einem Genossen ein Darlehen gewährt oder 'einen Kredit eröffnet hat, kann sie sich-in besonderer Form ein Pfandrecht (Charge) an der Ernte oder sonstigen Produkten'der Wirtschaft des Genossen oder an dessen Geräten und Vorräten, auch, solchen, die noch' nicht erworben oder vorhanden sind, bestellen lassen. Diese Art der Belastung erinnert aii die Floating Charge der Company, wird aber nicht als solche bezeichnet. Die Unterlagen für die Belastungen dieser Art werden inj vor-'" geschriebener Form, dem District Officer em- - gereicht, der sie in ejn besonderes Register Book of -.C.o-operative Societies Charges einträgt, das "Tür jedermann zur Einsicht offen liegt. Mit. der .Registrierung erwirbt die Genossenschaft eine erststellige Sicherheit, ‘unbeschadet. jedoch der liehe des Staates auf Steuern, des Vermieters oder. Verfpächters für Miete oder . Pacht und unbeschadet etwaiger älterer - Belastungen. Die * Eintragung geniesst öffentlichen Glauben, es wird, angenommen, dass jedermann Kenntnis von ihr - hat. Populär ausgedrückt: Wer mit einem Landmann oder Handwerker, de'r ^Genossenschafter sein kann (er ist es fast immer), zu tun hat, hat es sich selbst zuzüschreiben, wenn er das Register picht einsieht. Das Gesetz gewährt der "Genossenschaft die Möglichkeit, diese Sicherungsansprüche gegen, die Genossen » ihrerseits als Unterlage für genossenschaftliche Kapitalauf- . nähme zu verwenden.. Die Genossenschaft kann ferner entsprechend der" Regelung, die für die Company besteht, Schuldverschreibungen, ausgeben pnd ihr Vermögen, durch Hypothek oder ‘ Floating Charge belasten! * ' , Eine Genossenschaft “ kann durch Satzung oder durch Abkommen mit allen Genossen festsetzen/ dass deren Produkte - gegen festzusetzende tarifmässige Bezahlung'durch sie ver- - trieben werden. Die Mitgliedschaft ist nicht vererblich. Die » Satzung kann aber vorsehen, dass der Genosse eine Person bezeichnen darf, auf die sein Anteilsrecht im Falle seines Tmdes übergehen soll. Dieser Person wird binnen^Jahresfrist der Anteil übertragen. Ist niemantd bönannh so zahlt die Genossenschaft den Erben oder dem Testamentsvollstrecker den Geldbetrag aus, der dem Anteil des Verstorbenen entspricht. Nach dem Tode eines Genossen haftet sein^Vermögen noch ein Jahr nach Ablauf,des Rechnungsjahres, in dessen Laufe er verstorben ist; für die Schulden der Genossenschaft,-die zur Zeit seines Todes bestanden. .Scheidet ein Genosse bei Lebzeiten aus. so haftet.-.er mit seinem Vermögen für die Genossenschaftsschulden, die zur Zeit seines Austritts bestanden, noch zwei Jahre nach Ablauf des Rechnungsjahres,, während dessen sein Austritt erfolgte. Jede eingetragene Genossenschaft muss das Wort Cooperalive oder die entsprechende hebräische oder arabische-Bezeichnung als Teil ihres Namens führen.' Handelt es sich um eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung der Ge- ' nossen, so muss das Wort „Limited“ oder der . v entsprechende hebräische oder arabische Ausdruck "das letzte Wort des Geschäftsriamens der Genossenschaft sein.. Will eine Genossenschaft sich hänkmässig betätigen, so ist dazu die ausdrückliche Genehmi- ' gung des High Comniissioners erforderlich. Von der Genehmigung des High Comniissioners . hängt auch das. Recht ab, im Geschäftsnamen .die Bezeichnung ..BanlA zu führen. Ebenso he-'-.', dürfen Genossenschaften, die das Versicherungsgeschäft betreiben wollen, der ausdrücklichen •Erlaubnis des High Comniissioners. Photo-Ausstellung Walter Zadek In den drei grossen Stadien Palästinas stellt zurzeit Walter Zadek seine Bilder aus. Seif Beginn der Unruhen arbeitet er als Photo-Chronist der Ereignisse, fährt im Lande umher taucht an allen gefährdeten Punkten auf, ist überall dabei, wo es etwas festzuhalten .gibt. Die wirkungsvollsten seiner ..Aufnahmenhat. er jetzt in—Vor- - 'g'rösserungmi zu einer Ausstellung vereinigt, die eine in. ihrer Art einzigartige Sammlung von Dokumenten darstellt. — Dr. 0. J. R. *) Vgl. die Anfsä-tzc^-ta- Nr.. 2S u. 38 der C. V.-Zeifung. Kürzlich fie? Dam«; (iriinewald. ein Einwanderer aus Deutschland, als ein neues O^fer aus dem—heldenhaften. Kreis der jüdischen Chauf-■ feure auf der Strecke- Tel-Aviv—Jerusalem. Er war als Kapitalist ins Land gekommen und hatte, 'als Selbstfahrer, an der-Gründung einer neuen Taxi-Genossenschaft für den Personenverkehr Tel-Aviv—Jerusalem, die mitten während der Unruhen'lihbeirri. ihren Dienst auf nahm, mitge- \ wirkt. An der Stelle, an der die Kugel aus dem .Hinterhalt, ihn ereilte,-lauerte offenbar, eine ara-• bische Bande auf ein Polizeiauto mit arabischen ' Gefangenen, deren Befreiung man versuchen wollte. Mit diesem Wagen stiess-Hans Grüne- ^alds. Taxi, durch dessen tödliche Verwundung führerlos geworden, zusammen: die englische Begleitmannschaft des Gefangenentransportes konnte den Mörder verhaften. . Diebesonders . herzliche Teilnahme der Stadtverwaltung Tel- Aviv, »der Hitachdut _'Glej Germania und der Auto-Genossenschaften* an der Beerdigung Hans Grünewalds zeigte, welche Achtung und Sym-1 . ' pathie sich der; Verstorbene erworben hatte. o '

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